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Zu Gast im Dritten Reich 1936. Rhapsodie

Acabus Verlag


"Auge in Auge mit den Visagen des Dritten Reiches!"

Vor genau 80 Jahren erschien das Werk „Kolmannen valtakunnan vieraana“ [Zu Gast im Dritten Reich] des finnischen Schriftstellers Olavi Paavolainen.

Auf Einladung der Reichsschrifttumskammer reiste Paavolainen 1936 nach Travemünde in das „Deutsch-Nordische Schriftstellerhaus“ und besuchte zusammen mit anderen skandinavischen Schriftstellern die Nationalsozialistischen Parteitage in Nürnberg.

Seine Beobachtungen und Eindrücke von Hitler-Deutschland hielt er in einer Rhapsodie fest. Es handelt sich dabei um eine subjektive, erlebnishafte Schilderung mit Quellenmaterial aus örtlichen Veröffentlichungen. Trotz anfänglicher Begeisterung ging er zu exakten kritischen Beobachtungen über, die auch die verdeckten Gefahren der nazistischen Macht erkannten. Eine Reihe satirischer Passagen verwehrte Paavolainen später den weiteren Zugang ins Deutsche Reich.

2014 jährte sich Paavolainens Todesjahr zum 60. Mal. Zu diesem Anlass erschienen in Finnland gleich zwei neue Biografien. Im Jahr 2016 sind dann 80 Jahre seit dem Erscheinen seines Buches "Zu Gast im Dritten Reich" (1936) vergangen und jetzt ist es auch für deutsche Leser erreichbar.

Die vorliegende erste deutschsprachige Übersetzung, die auch einen Einführungsessay enthält, vermittelt die kritischen Ansichten eines ausländischen Beobachters über die protzigen Kraftaktionen Hitler-Deutschlands.

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Olavi Paavolainen (1903-1964)

wurde 1903 im karelischen Kivennapa unweit von St. Petersburg geboren. Als sein Vater Abgeordneter wurde, zog die Familie 1921 nach Helsinki und Olavi nahm sein Studium der Ästhetik und Literatur auf. Zusammen mit anderen, vom Modernismus durchdrungenen Dichtern gründete er die stark kulturkritische Gruppe Tulenkantajat [Die Fackelträger] 1924-25, die nach Meinungsverschiedenheiten jedoch bald zerfiel. Anfang der Dreißigerjahre zog sich Paavolainen in seine eigentliche Heimat Karelien zurück und schrieb sein erstes größeres Werk Suursiivous eli kirjallisessa lastenkamarissa [Großreinigung oder in der literarischen Kinderstube] 1932, das eine zwiespältige Sensation darstellte.

Aber es wurde ihm zu eng in Finnland, er interessierte sich für die neuen politischen Strömungen und Machtverhältnisse in Europa, vor allem für die antibürgerlichen Ideen im nazistischen Deutschland und in der Sowjetunion. 1936 eröffnete sich ihm die Möglichkeit, auf Einladung der Reichsschrifttumskammer, Deutschland zu besuchen. Höhepunkt seines Aufenthalts waren die Erfahrungen auf den Nürnberger Parteitagen. Nach seiner Rückkehr veröffentlichte er noch im gleichen Jahr zur Weihnachtszeit seine Reportage Kolmannen valtakunnan vieraana [Zu Gast im Dritten Reich]. Wie H.K. Riikonen 2014 in seiner Paavolainen-Biographie Nukuin vasta aamuyöllä [Ich schlief erst im Morgengrauen] festhält, war er dabei höchst begeistert. Es war keine wissenschaftliche Untersuchung zum Nationalsozialismus, vielmehr eine subjektive Beschreibung seiner Erlebnisse und Eindrücke bei den Kultveranstaltungen des Parteikongresses. Paavolainen war weder sonderlich deutschfreundlich noch deutschfeindlich. Es wollte den Lesern lediglich das deutsche „Welterlebnis“ übermitteln. Da das Buch auch eine Reihe satirischer Passagen enthält, war Paavolainen ein weiterer Zugang ins Deutsche Reich versperrt.

Paavolainens Werk ist in der europäischen Reiseliteratur das seltene Beispiel eines Augenzeugen zu den Machtverhältnissen in Nazi-Deutschland. Sensationell dabei ist die kommunikative Visualität, die sogenannte ‚Politik des Auges‘: Inmitten Tausender anderer ausländischer Gäste beobachtete, sah und hörte er und vermittelte diese Eindrücke kritisch. Er beschrieb das Spektakel eines verweltlichten Glaubens in seiner ästhetisch verblüffenden und begeisternden Show mit optischer Schärfe.

In dem Buch Risti ja hakaristi [Kreuz und Hakenkreuz] beschäftigt sich Paavolainen 1938 nochmals mit dem Nationalsozialismus, bevor seine Heimatprovinz Karelien schließlich an die Sowjetunion fällt. Seine Aufzeichnungen zu den eigenen Kriegserfahrungen stellt er dann 1946 in dem Werk Synkkä yksinpuhelu [Finsteres Selbstgespräch] zusammen.

Paavolainen war zu seiner Zeit eine umstrittene Persönlichkeit. Vor allem konservative Kreise lehnten seine schonungslose Offenheit und Ehrlichkeit ab. Andere mochten seinen dandyhaften Habitus nicht: Er kleidete sich extravagant und liebte schicke und schnelle Autos. Im Nachkriegs-Finnland fand er sich zunächst kaum zurecht, mit Hilfe der Direktorin des Finnischen Rundfunks, der Brecht-Freundin Hella Wuolijoki, wurde er 1947 Chefredakteur der Radiozeitung und später Leiter der Theaterabteilung des Rundfunks; diese Stellung bekleidete er bis zu seinem Tode. Er starb 1964 an einer durch Alkoholismus verursachten Leberzirrhose.

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Anssi Halmesvirta wurde 1956 in Kiuruvesi, Region Nord-Savo in Finnland geboren, besuchte dort die Schule bis zum Abitur und nahm 1977 das Geschichtsstudium an der Universität Jyväskylä auf. Nach dem Magisterexamen 1983 setzte er seine Studien in Süd-England mit einem Stipendium an der Universität Sussex fort und erwarb 1990 den Doktorgrad mit der Dissertation The British Conception of the Finnish ‚Race’, Nation and Culture 1760-1918 (Studia Historica 34, SHS Helsinki 1990). Nach seiner Rückkehr war er an verschiedenen finnischen Universitäten als Lektor und ist derzeit als Professor am Historischen Institut der Universität Jyväskylä tätig. Zu seinen Hobbys gehören Tennis und Schach.

Halmesvirta veröffentlichte zahlreiche Monographien (u.A. Rakkaat heimoveljet. Unkari ja Suomi 1920-1945, 2011, Ungarisch 2013 / Die lieben Verwandten. Ungarn und Finnland 1920-1945; in Vorbereitung ist István Bibó. Unkarilainen demokraatti. Aatehistoriallinen elämäkerta / eine ideengeschichtliche Biographie) und über hundert Artikel zur Ideengeschichte mit besonderem Interesse für die multikulturellen Balkanländer und vor allem Ungarn, sowie zur Historie von Medizin und Sport. 2013 zeichnete er als Herausgeber einer Kulturgeschichte Finnlands in deutscher Übersetzung von Rolf Klemmt unter dem Titel Land unter dem Nordlicht (WBG Darmstadt).

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Der Rote

Aufbau Digital


Am Tag, als der Rote kam

Landolf Scherzers Reportagen über den „Ersten“ und den „Zweiten“ sind legendär. Wenn er sich nun an die Fersen des ersten linken Ministerpräsidenten Thüringens Bodo Ramelow heftet, bietet er uns erneut einen erhellenden Blick hinter die Kulissen der deutschen Politik. Nicht zuletzt will er wissen, was für ein Mensch er ist, dieser „Rote“.

„Der Spezialist für Recherchen vor Ort.“ DER SPIEGEL

Thüringen sei das grüne Herz Deutschlands, jetzt solle es auch „das bunte Herz“ werden, sagte Bodo Ramelow, der im Dezember 2014 gewählte Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, in seiner Regierungserklärung. Mit ihm ist erstmals ein Politiker der Linken Regierungschef, ein Umstand, der vor der Wahl für erregte, oft unsachliche Diskussionen sorgte.

Landolf Scherzer, seit dem „Ersten“ engagierter Beobachter der Entwicklung in Thüringen, verfolgt aus unmittelbarer Nähe Bodo Ramelows erste hundert Tage im Amt. Kann Rot-Rot-Grün die Stromtrassen noch verhindern? Was kann man für Asylbewerber und gegen Sügida tun? Welche Gestaltungsmöglichkeiten hat die Koalition, welche Grenzen setzt die knappe Mehrheit? In einem Kaleidoskop von Beobachtungen und Stimmen blättert Landolf Scherzer Grundfragen der Politik auf. Und nebenbei versucht er beharrlich herauszufinden, was er eigentlich für ein Mensch ist, dieser „Rote“.

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Landolf Scherzer, 1941 in Dresden geboren, lebt als freier Schriftsteller in Thüringen. Er wurde durch Reportagen wie „Der Erste“, „Der Zweite“ und „Der Letzte“ bekannt.

Bei Aufbau sind ebenfalls seine Bücher „Der Grenzgänger“, „Immer geradeaus. Zu Fuß durch Europas Osten“, „Urlaub für rote Engel. Reportagen“, "Fänger & Gefangene. 2386 Stunden vor Labrador und anderswo", „Madame Zhou und der Fahrradfriseur. Auf den Spuren des chinesischen Wunders“, „Stürzt die Götter vom Olymp. Das andere Griechenland“, „Der Rote. Macht und Ohnmacht des Regierens“ und „Buenos días, Kuba. Reise durch ein Land im Umbruch“ lieferbar.  

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Rotlicht

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG


Alles begann mit dem altmodischen Plüsch eines Sexshops. Als Kind traute sich Nora Bossong nur, ihn aus den Augenwinkeln zu betrachten. Als junge Frau aber wagt sie sich in jene Geheimzone, in der Lust nackte Arbeit ist und unsere Sexualität und der Kapitalismus frontal aufeinanderprallen. Sie trifft harmlose Studenten bei Dildo-Präsentationen und altersweise Pornoproduzenten. Sie steht in schäbigen Sexkinos und am Salat-Buffet eines Swingerclubs. Mit funkelnder Beobachtungsgabe erzählt Nora Bossong von einer Gesellschaft, die das Verruchte immer abwaschbarer gestaltet. Und sie stellt die Frage, warum das Rotlichtmilieu die echte Wollust nur an den Mann bringen will – und niemals an die Frau.

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"Mit dem Reportagenband „Rotlicht“ erobert sich die Erzählerin und Lyrikerin, die die Wörter differenziert zu setzen weiß, ein neues Terrain: die Erarbeitung eines umstrittenen Themas, das bis in die Abgründe der eigenen Tabus und Verdrängungen reicht." Wend Kässens, Wiener Zeitung, 29./30.04.17"'Rotlicht': Unter diesem Titel hat Nora Bossong ein höchst lesenswertes Buch über ihre Expeditionen in die Welt der käuflichen Lust veröffentlicht." Oliver Pfohlmann, SWR2 "Die Buchkritik", 31.03.17„Nora Bossongs Reportagen faszinieren, weil hier eine Frau die Spielregeln verletzt und zur Störenfriedin wird – und sogar die Grenze überschreitet und sich als Frau selbst Lust kauft. (…) Ein großes Leseerlebnis also, auch wegen der vielen klugen Reflexionen und Nora Bossongs genauem Blick für allgegenwärtige Brüche und irritierende Details.“ Oliver Pfohlmann, SWR 2 "Die Buchkritik", 31.03.17"Bossong zeichnet in 'Rotlicht' ein facettenreiches Bild der erotischen Parallelwelt." Sandrine Gehriger, NZZ am Sonntag, 26.03.17„Sie erzählt auf eine Art und Weise, die bestechend ist. (...) Die Erotik in diesem Buch hat eine enorme Tragik, ohne dass es in Bedauern umschlagen würde oder in Mitleid mit den Beteiligten." Ulrich Sonnenschein, hr2 kultur, 22.03.17„Nora Bossong ist keine stille Beobachterin. Mutig übergeht sie Grenzen, kauft sogar Dienste, und beschreibt analytisch scharf, was der Kauf von Lust mit ihr selbst und mit der Beziehung zum Gegenüber macht. ... ‚Rotlicht’ ist eine radikale Reportage und ein fantastisch geschriebener Essay, in dem der weibliche Blick männliche, entwürdigende Machtstrukturen entlarvt.“ Susanne Schürmanns, WDR Fernsehen "Westart live", 13.03.17"Nach der Lust bleibt eine große Traurigkeit. Nora Bossong hat ein Buch geschrieben, das toll zu lesen und im Abgang schwer zu ertragen ist. Der Eintrittspreis für ihre große Reportage, die Licht ins Rotlicht bringen will, ist auf den ersten Blick nicht hoch: sie schreibt elegant-essayistisch, klar und mit dezentem Witz.“ Katrin Schumacher, MDR Kultur "Sachbuch der Woche", 08.03.17"Nora Bossong schafft es, ihre Beobachtungen nicht voyeuristisch wirken zu lassen. ‚Rotlicht‘ ist wie ein Dokumentarfilm, der ohne billige Effekte auskommt. Und der nicht dabei stehenbleibt, Beobachtungen wiederzugeben, sondern immer wieder darüber reflektiert, was hinter den rotlackierten Türen vor sich geht.“ Andreas Heimann, stern.de, 01.03.17„Sprachlich brillant. (...) Ein Sittenporträt über eine Tabuzone, die uns eigentlich egal ist, aber Nora Bossong fordert uns auf, genauer hinzuschauen.“ rbb „Stilbruch“, 23.02.17"Diese Reportagen aus der Welt der käuflichen Lust zeichnen ein eindrucksvolles und deprimierendes Bild, sie sind gut geschrieben, beobachten genau und beurteilen klug." Manuela Reichart, Deutschlandradio Kultur, 23.02.17" 'Rotlicht' hat das Zeug zum neuen (nicht nur feministischen) Standardwerk, wenn es um das Geschäft mit Sexualität geht – und die Rolle der Frauen dabei. Das liegt vor allem an der analytischen Schärfe, mit der Nora Bossong zu Werke geht. (...) Ein astreines Mittel gegen das Gschamig-Sein. Und damit hochpolitisch: Denn nur wer genau hinschaut, kann ungerechte Strukturen bekämpfen." Anne Haeming, Spiegel Online, 22.02.17" 'Rotlicht‘ ist ein Hybrid, Reportage und literarischer Essay, der auf hohem Reflexionsniveau konkret bei seinem Gegenstand bleibt. (…) Nora Bossong ist auch in ihren Romanen eine Autorin mit starker Anbindung an gesellschaftliche Realitäten. 'Rotlicht' erscheint als eine konsequente Fortschreibung.“ Christoph Schröder, Süddeutsche Zeitung, 23.02.17

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Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, studierte in Berlin, Leipzig und Rom Philosophie und Komparatistik. Im Hanser Verlag erschienen Sommer vor den Mauern (Gedichte, 2011), Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Roman, 2012), Schnelle Nummer (Hanser Box, 2014), 36,9 Grad (Roman, 2015) und Rotlicht (2017). Nora Bossong wurde unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Kunstpreis Berlin und dem Roswitha-Preis ausgezeichnet.

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Die Nimmersatten

Bastei Entertainment


Deutschland leistet sich das teuerste und ineffizienteste öffentlich-rechtliche Rundfunksystem der Welt. Für das jeder zahlen muss, auch wenn er die Angebote nicht nutzt.

Doch politischer Filz, Skandale um kriminelle Machenschaften und Vetternwirtschaft sowie Verschwendung von Gebühren haben das Vertrauen der Bürger zutiefst erschüttert. Brauchen wir wirklich 22 Fernsehkanäle und 67 Radiosender, von denen manche quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit senden?

Medienexperte Hans-Peter Siebenhaar gibt einen ungeschönten Einblick in das aufgeblasene System der Nimmersatten. Seine radikalen Vorschläge zeigen: Besseres Fernsehen für weniger Geld ist machbar.

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Generation Lahmsteiger

Copress Sport


Im Viertelfinale der Champions League 2008/09 wird der FC Bayern unter Trainer Jürgen Klinsmann von Barcelona regelrecht vorgeführt und liegt gegen Messi, Eto’o und Henry bereits in der Halbzeit 0:4 zurück. Diese demütigende Niederlage war der entscheidende Wendepunkt in der jüngeren Geschichte des Fußballvereins und ist Ausgangspunkt dieses Buchs.

In fünf Abschnitten analysiert Autor Justin Kraft (bekannt durch den Fußballblog Mia San Rot) die Entwicklung des FC Bayerns von 2009–2019: Van Gaals Grundstein, das »Finale Dahoam« und Triple unter Heynckes, die spektakuläre Zeit unter Guardiola, der Leistungsabfall unter Ancelotti und schließlich die große Herausforderung des Übergangs in eine neue Ära.

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Justin Kraft ist seit Jahrzehnten Bayernfan und seit 2015 als freier Autor tätig. Auf Miasanrot.de – dem größten FC-Bayern Blog – analysiert er seit Anfang 2016 wöchentlich das strategische, sportliche, aber auch das außersportliche Geschehen. Dies ist seine dritte Buchveröffentlichung.

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Im Osten geht die Sonne auf

Aufbau Digital


Es sind ganz alltägliche Begebenheiten: Ein Besuch beim Friseur, ein Fenstergespräch zwischen Nachbarn, eine Scheidung. Jutta Voigt sammelt sie in ihren Reportagen und Feuilletons aus den letzten zehn Jahren der DDR sowie dem ersten Jahrzehnt der neuen BRD. Und so vermitteln diese scheinbar alltäglichen Dinge einen spannenden Eindruck vom ostdeutschen Lebensgefühl. Mit allen guten und schlechten Seiten, ohne zu werten oder zu moralisieren entsteht hier ein zeitloser und noch immer aktueller Blick auf ein Land im Umbruch.

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Jutta Voigt, geboren in Berlin, Studium der Philosophie an der Humboldt-Universität, Redakteurin, Essayistin und Kolumnistin bei den Wochenzeitungen Sonntag, Freitag, Wochenpost und Zeit. 2000 Theodor-Wolff-Preis. Bei Aufbau erschienen: „Der Geschmack des Ostens. Vom Essen, Trinken und Leben in der DDR“, „Westbesuch. Vom Leben in den Zeiten der Sehnsucht“. Zuletzt: „Spätvorstellung. Von den Abenteuern des Älterwerdens“. Neu im Aufbau Verlag erscheinen 2016 von Jutta Voigt: „Stierblutjahre. Die Boheme des Ostens“ und „Verzweiflung und Verbrechen. Menschen vor Gericht“.

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Hitlers Helferinnen

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG


Sie waren jung und sie waren ehrgeizig. Den deutschen Truppen, die in Polen, in die Ukraine und in Weißrussland einmarschierten, folgten Hunderttausende von Frauen. Krankenschwestern waren dabei, Bürokräfte, aber auch die Ehefrauen von SS-Männern. Vielen von ihnen war eine Unterstützung im Hintergrund nicht genug. Sie griffen selbst zur Waffe, folterten und töteten Unschuldige. Nach dem Krieg wurden diese Taten verschwiegen und verdrängt. Wendy Lowers Buch nimmt die unterschiedlichen Rollen von Frauen während des Genozids in den Blick: Sie zeigt sie als Zeuginnen, Komplizinnen und Täterinnen. Und sie erklärt, wie in einem Klima enthemmter Gewalt alle zivilisatorischen Tabus fallen.

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Wendy Lower ist John K. Roth Professor für Geschichte am Claremont McKenna College und Direktorin des dortigen Zentrums für Menschenrechte. Zuvor war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der LMU München und am U.S. Holocaust Memorial Museum. „Hitlers Helferinnen“ stand auf der Shortlist für den National Book Award 2013.

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Sex und die Zitadelle

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG


Dieses Buch wagt sich an ein Tabu: Fünf Jahre lang hat Shereen El Feki Frauen und Männer in den arabischen Ländern, vor allem in Ägypten, befragt, was sie über Sex denken und welche Rolle er in ihrem Leben spielt. El Feki schildert bewegende Schicksale, erläutert historische Hintergründe und liefert aufschlussreiche Daten. Anhand der verschiedenen Aspekte von Sexualität eröffnet sie völlig neue Einblicke in das Innenleben der sich wandelnden arabischen Welt. Sie betont, dass den Islam eigentlich eine positive Haltung zur Sexualität auszeichnet, vertritt aber zugleich die provokante These, dass ohne einen freieren, offeneren Umgang damit die politisch-soziale Entwicklung in den arabischen Gesellschaften weiterhin stagnieren wird.

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„El Feki lässt keinen Zweifel daran: Der Weg zur politischen Befreiung kann nur mit einer Befreiung der Sitten, der Geschlechterverhältnisse und der Sexualität zusammen gehen.“ Catherine Newmark, Deutschlandradio Kultur, 06.03.13„El Fekis Reise durch die Lebens- und Liebeswelten zeigt, wie Sexualität alle Lebensbereiche tangiert.“ Eduard Erne, 3sat, 04.03.13„Shereen El Feki beschönigt nichts in ihrem Buch Sie verschweigt weder die in Ägypten trotz Verbot weit verbreitete Genitalverstümmelung bei Frauen noch die gesellschaftliche Stigmatisierung von geschiedenen Frauen oder die heimliche Prostitution aus materieller Not. Aber sie zeigt auch, wie es in dieser Gesellschaft brodelt.“ Susanne Schanda, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 24.2.13

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Shereen El Feki wuchs als Tochter einer Waliserin und eines Ägypters in Kanada auf, heute lebt sie in London und Kairo. Die studierte Immunologin war stellvertretende Vorsitzende der von der UN eingesetzten Global Commission on HIV and the Law und arbeitete als Journalistin u.a. für Al-Dschasira und den Economist. www.sexandthecitadel.com

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Zinkjungen

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG


Der Krieg, den die UdSSR 1979–1989 in Afghanistan führte, gilt als das "sowjetische Vietnam". Eine Million Soldaten durchlebte das Grauen, mindestens 50.000 starben. Das Regime selbst verschwieg der Öffentlichkeit die brutale Realität des Kriegs. So wurden die verstümmelten Leichen der gefallenen Soldaten den Angehörigen nur in zugeschweißten Zinksärgen übergeben. Umso schockierter reagierte die Gesellschaft in Russland, als Anfang der 1990er Jahre das wahre Ausmaß der Tragödie bekannt wurde – auch durch Alexijewitschs mutiges Buch "Zinkjungen". Darin lässt sie überlebende Soldaten, Krankenschwestern, Witwen und Mütter von Gefallenen zu Wort kommen und führt uns so das Trauma einer ganzen Gesellschaft vor Augen.

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Swetlana Alexijewitsch, 1948 in der Ukraine geboren und in Weißrussland aufgewachsen, arbeitete als Reporterin. Über die Interviews, die sie dabei führte, fand sie zu einer eigenen literarischen Gattung, dem dokumentarischen »Roman in Stimmen«. Alexijewitschs Werke wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt, und sie wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. 1998 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück (2001), dem National Book Critics Circle Award (2006), dem polnischen Ryszard-Kapuscinski-Preis (2011), dem mitteleuropäischen Literaturpreis Angelus (2011) und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2013). 2015 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur.

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Die gestohlene Revolution

Verlag Nagel & Kimche AG


2012 erregte Samar Yazbeks Syrien-Bericht "Schrei nach Freiheit" Aufsehen. Yazbek musste fliehen; seither kehrte sie mehrfach heimlich in ihre Heimat zurück und beobachtete, wie sehr sich die Revolution verändert hat: Vom friedlichen Bürgerprotest gegen die Diktatur zum bewaffneten Widerstand, dann zum Bürgerkrieg, immer stärker dominiert von islamistischen Gruppen, bis zum bloßen Albtraum, aus dem der IS den größten Nutzen zieht. Yazbeks Interesse gilt den einzelnen Menschen in diesem Wandel, deren Schicksale sie mit großer Eindringlichkeit beschreibt. Sie sind die Hoffnung Syriens – und das Ergebnis einer Gewaltspirale, die das Land täglich weiter zerstört. Ein wichtiges, dringendes Buch.

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Samar Yazbek wurde 1970 in Dschabla (Syrien) geboren. Sie studierte Literatur, veröffentlichte Romane und Erzählungen und engagierte sich als Journalistin für Bürgerrechte und die Rechte der Frauen. Außerdem war sie Herausgeberin der Online-Zeitschrift Woman of Syria und Autorin der Gruppe Beirut 39. Als im März 2011 die syrische Revolution begann, schrieb Yazbek ein Protokoll der Protestbewegung. Sie befragte Demonstranten, aus der Haft entlassene Dissidenten, aber auch Polizisten und Militärs. Bald wurde sie selbst verfolgt und vom syrischen Geheimdienst massiv eingeschüchtert. Als sie erfuhr, dass ihr Name auf einer Todesliste auftauchte, floh sie mit ihrer Tochter ins Ausland. 2012 erhielt sie den britischen PEN/Pinter International Price of Courage und in Schweden den Tucholsky-Preis, 2016 wurde sie in Frankreich mit dem Preis für das beste ausländische Sachbuch ausgezeichnet. Seit ihrem Exil reiste Yazbek mehrfach heimlich nach Syrien ein, um die Menschen im Bürgerkrieg zu porträtieren.

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