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Trojanized

Sebastian Pioch

trojanized

Ein verblüffend wirksamer Weg, um den passenden Job zu finden.

Inhaltsverzeichnis

1. Warum dieses Buch?

2. Orientierungsdepressionen

3. Wie finde ich das Unternehmen „X“?

4. Der fiktive Arbeitstag

5. Vernetzen! Wie geht Job Shadowing?

6. (M)Ein Thema finden

7. Wie treffe ich Entscheidungen?

8. Bewerbungsschreiben 2.0

9. Personal Branding

10. Auf geht’s!

1. Warum dieses Buch?

Weil es längst überfällig ist. Die Wege, wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer zukünftig erfolgreich zueinander finden, werden sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern, aber der Reihe nach. Dieses Buch richtet sich insbesondere an Studierende ab dem 3. Semester, an Berufseinsteiger, deren Eltern und an Personalverantwortliche. Ziel soll es sein, einen etwas anderen Weg aufzuzeigen, als sich auf zumeist nichtssagende Stellenanzeigen mit noch weniger sagenden Anschreiben zu bewerben.

Es soll zudem bei der Orientierung hinsichtlich der Frage behilflich sein, bei welchem Unternehmen sich ein junger Mensch bewirbt. Dies, so glaube ich, ist nämlich weitaus wichtiger als die Frage, nach dem Gehalt, den Aufstiegschancen und etwa einem vermaledeiten Firmenwagen. Woher ich das weiß? Nun, als Karrierecoach an einer Hamburger Hochschule habe ich fast täglich mit Studierenden und jungen Absolventen zu tun, die an Orientierungsdepressionen leiden. Sie bitten mich, ihnen Feedback zu Bewerbungsschreiben zu geben, die selten einer einfachen Nachfrage „Warum bewerben Sie sich bei diesem Unternehmen?“ standhalten. Meist kommen dann Aussagen wie: „Na das macht sich doch gut, wenn ich die in meinem Lebenslauf habe. Oder?“. Wenn ich den jungen Leuten dann erkläre, dass noch nie ein Lebenslauf meine Miete gezahlt hat und es zudem doch fraglich ist, dass selbst jener Umstand kaum dazu führen würde, dass sie glücklich werden, macht sie das oft nachdenklich. Sehr oft. Sie fühlen sich oftmals allein, diese jungen Leute. Sie spüren den Druck ihrer Eltern, eine hohe gesellschaftliche Erwartungshaltung und sie haben bestenfalls ihre nächste Klausur im Blick. Hakt man nach, worum es ihnen denn ginge, blicken sie nicht selten lange ins Leere. Für diese Leute schreibe ich dieses Buch. Ich möchte, dass sie einen Ansatz bekommen, warum sie überhaupt ihr Studium oder ihre Ausbildung absolvieren und wie es ihnen gelingen kann, sich erfolgreich im Arbeitsmarkt zu positionieren. Dabei ist es mein Anspruch, dass Erfolg als Zufriedenheit mit dem ausgeübten Job verstanden wird, nicht etwa als die bestbezahlte Stelle.

Dieses Buch richtet sich jedoch auch an die Eltern jener jungen Menschen. Es soll ihnen Möglichkeiten aufzeigen, ihre Kinder dabei zu unterstützen, einen Berufseinstieg zu finden, der dafür sorgt, dass sie sich eher auf den Montagmorgen denn auf den Freitagnachmittag freuen. Um es vorwegzunehmen, streichen Sie bitte ersatzlos die Frage: „Wie viele Credit Points fehlen dir noch?“ aus Ihrem Repertoire! Wen interessiert dieser Unsinn?

Schließlich richtet sich mein Ansatz auch an die Personalverantwortlichen. An Jene, die diese merkwürdigen Stellenanzeigen verfassen und sich wundern, warum sie so wenige passende Bewerbungen bekommen. Nein, nein, gute Bewerbungen bekommen Sie, nur eben wenige, die passen! In diesem Buch finden Sie die Antwort darauf, was Sie tun können, um wirklich schlaue Dinge in Sachen Employer Branding zu unternehmen. Was bringt es Ihnen, wenn Ihnen zigtausend Lemminge auf Instagram, Pinterest und Co. folgen? Was Sie wollen sind Bewerber, oder? In Zeiten, in denen die Gebrüder Digitalisierung und Globalisierung das Denken und Handeln der Generation Y bestimmen werden jene Unternehmen den „war for talents“ gewinnen, die spitz statt breit denken und den jungen Leuten die Möglichkeit geben, niederschwellig ihr Unternehmen kennen zu lernen.

Die jungen Talente hingegen sollten sich indes fragen, was sie tun können, um einen größtmöglichen Nutzen bei dem Unternehmen in Aussicht zu stellen, bei dem sie sich bewerben. Sie sollten sich vernetzen, herausbekommen, was ihnen wirklich Freude bereitet und dafür sorgen, dass ihr Wunschunternehmen davon weiß. Jenen Prozess nenne ich „trojanized“, darum geht es in diesem Buch. Der Unterschied ist jedoch, dass es, anders als damals in Troja, jedoch nicht darum geht, etwa den Unternehmen ein Geschenk zu überreichen, das sich später als Bedrohung entpuppt, im Gegenteil.

2. Orientierungsdepressionen

Als ich dieses komische Wort von den Orientierungsdepressionen zum ersten Mal verwendet habe, war mir nicht klar, dass das in einem kleinen Buch enden würde. Es ist das Ergebnis vieler, vieler Gespräche mit meinen Studierenden und Alumni. Deren Dilemma lässt sich vielleicht mit folgendem Bild erklären: Sophie, 21 Jahre, hat gerade ihre Bachelorarbeit im Prüfungsamt abgegeben und will sich nun mit einem Glas Sekt an der Alster belohnen. Wie fast alle in ihrem Alter hält sie es natürlich nicht aus, währenddessen ihr Smartphone zu ignorieren. So liest sie etwa einen Post ihrer Freundin Sarah, die im Gesichtsbuch davon schwärmt, wie sehr sie sich auf den gemeinsamen Ausflug mit den Kollegen freut. Sarah absolviert seit einigen Wochen ein dreimonatiges Praktikum in San Francisco. „Toll!“ denkt sich nun Sophie. „Die macht schon ihr zweites Praktikum im Ausland! Und ich?“

Nach zwei kräftigen Schlucken Sekt sieht sie erneut auf’s Smartphone und entdeckt, dass ihr Kommilitone Tim Sarahs Post wie folgt kommentiert hat: „Moin Sarah, viel Spaß down there! Komme gerade von einem ähnlichen Sit-in zurück!!“. Tim absolviert gerade ebenfalls ein mehrmonatiges Praktikum, allerdings in Shanghai.

Sophies Gesichtsfarbe wechselt inzwischen von rosé auf graugrün. ‚Leicht‘ genervt kommentiert sie Sarahs Post indem sie schreibt: „Viel Spaß Süße! Habe heute die Zusage für mein Masterstudium bekommen!! ☺“.

Schlagartig werden in San Francisco und in Shanghai zwei weitere Gesichter graugrün. Unisono denken Sarah und Tim: „Toll, die macht schon ihren Master und ich gondel‘ in der Weltgeschichte rum!“.

Zugegeben, etwas überspitzt formuliert ist das schon. Dennoch spielen sich täglich viele ähnliche Szenen ab. Das größte Problem der Gen-Yler ist, dass es ihnen unendlich schwer fällt, „bei sich zu bleiben“. Ständig vergleichen sie die eigene Situation mit der Anderer. Selten sind sie zufrieden und froh mit dem Status Quo.

Kein Wunder, die bereits erwähnten Gebrüder Globalisierung und Digitalisierung machen es möglich. Die jungen Leute haben nicht nur alle Möglichkeiten, sie bekommen auch noch mit, wie alle anderen sie nutzen – nur sie nicht!

***

Hier ein weiteres Beispiel: Eine Studentin, nennen wir sie Marie, kam mit einer Bewerbung zu mir, in der sie sich bei einem Hamburger Logistik Unternehmen für ein Praktikum bewerben wollte. Eines, das lediglich eine Niederlassung in Hamburg hat. Ich fragte sie, warum sie ausgerechnet dort ein Praktikum machen wolle. Nach einigem Zögern, das man auch gut als ein gedachtes „Was soll denn DIE Frage?“ hätte verstehen können, sagte sie, dass ihre Mutter in dem Unternehmen arbeiten würde.

Gut eine halbe Stunde später erfuhr ich, dass es seit Langem ihr sehnlichster Wunsch sei, einmal für mehrere Jahre in Istanbul zu leben. „Na, da ist ein Praktikum bei der HHLA ja genau das richtige für Siel, sagte ich dann.

Wir haben dann beschlossen, dass sie noch einmal grundlegend darüber nachdenkt, was ihr tatsächlich wichtig ist. Dann ging’s los! Fast wöchentlich änderte sich ihr Berufswunsch. Nahezu jedes Mal, wenn ich ihr auf der Treppe begegnet bin, hatte sie eine neue Idee – und war sich jedes Mal 100 %ig sicher, dass das genau ihr Ding sei. Die Palette reichte von Fitnessstudio-Managerin über Medienrechtlerin bis zu Öffentlichkeitsarbeit in einem Sportverein. Irgendwann bin ich dann Fahrstuhl gefahren

Leider ist dieses, wenn auch leicht extreme, Beispiel kein Einzelfall. Sehr häufig kommt es vor, dass die jungen Leute unsicher hinsichtlich der Frage sind, was genau sie in welchem Unter nehmen machen wollen. Ist ja auch kein Wunder! Die wenigsten Vorlesungsinhalte drehen sich darum, warum das ganze Studium überhaupt stattfindet, sondern meistens darum, wie irgend-etwas gemacht wird.

Durch meine Zeit beim Militär weiß ich, dass eine erfolgreiche Orientierung im Gelände nur dann gelingt, wenn drei Dinge zusammen kommen:

1.

Ich habe ein Ziel und kenne die Marschkompasszahl.

2.

Ich verfüge über die richtigen Hilfsmittel (Kompass) und Fähigkeiten (kann z.B. eine Karte einnorden).

3.

Ich lasse mich nicht durch Hindernisse ablenken.

In den kommenden Kapiteln wird es darum gehen, hier eine Brücke zu schlagen. Ich stelle Methoden vor, ein Ziel zu entwickeln und nenne mehrere Hilfsmittel, um sich nicht ablenken zu lassen.

Zwei aus meiner Sicht grundlegende Fehler sind jedoch zum einen, dass viele junge Leute mit Unmengen an Halbwissen durch die Gegend laufen und zum anderen, dass sie, obwohl sie sonst extrem global denken, in Sachen berufliche Arbeitsumgebung bisweilen recht borniert unterwegs sind. Je ein Beispiel:

Sehr oft höre ich Sätze wie: „Das macht sich doch gut im Lebenslauf.“ oder: „Dazu brauche ich einen Masterabschluss.“. Alles Annahmen vom berühmten Hörensagen. Auch das gern genommene „Ohne Vitamin B wird das eh nichts!“ höre ich oft. Wie kommen die jungen Leute auf diesen Unsinn? Schnappen sie das von ihren Eltern auf? Steht das in Zeitungen? Ich habe keine Ahnung.

De facto bestätigen mir viele, ja fast alle Personalverantwortlichen, mit denen ich spreche, dass ihnen Dinge wie Praxiserfahrung, Begeisterung für ein Thema und der Umstand, dass jemand menschlich in das Unternehmen passt, wesentlich wichtiger ist, als ein perfekter Lebenslauf, von dem ohnehin niemand weiß, wie das Ding aussieht.

Also, mein Rat lautet hier:

  • Schluss mit vagen Vermutungen, belastbare Aussagen müssen her!

Das zweite Beispiel kommt aus dem Bereich „Wie sehen heute eigentlich Berufswelten aus?“. In einem Song der Toten Hosen heißt es: „35 Jahre lang, Haken für den Duschvorhang.“. Ganz ehrlich, in welchem Berufsfeld gibt es das noch? Mir ist keine einzige Profession der Studiengänge, deren Studierende ich berate, bekannt, in denen das so stattfindet. Vielmehr ist die einzige Konstante im Berufsleben heutzutage die, dass der Wandel allgegenwärtig ist.

Selbst in konservativen Berufsbildern wie denen des Steuerberaters dürfte es inzwischen keine Seltenheit mehr sein, dass man in seinem Berufsleben mindestens einmal auch mit dem Thema Selbstständigkeit konfrontiert wird. Tatsächlich denken über diese Möglichkeit jedoch die allerwenigsten nach.

Ganz nüchtern betrachtet ist doch aber der Unterschied zwischen einem Angestellten-verhältnis und einer selbstständigen Tätigkeit nur der, dass die Einkommensteuer unterschiedlich gezahlt wird. Viele sprechen in dem Zusammenhang von fehlender Planungssicherheit als Selbstständiger. Aber welches Angestelltenverhältnis gilt bitte heute als wirklich sicher?

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