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netwars 2 - Totzeit 5: Showdown

Inhalt

Was bisher geschah

Über das Buch

Über den Autor

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Impressum

21.

22.

23.

24.

25.

In der nächsten Folge …

Was bisher geschah

Während sich Rebecca von Shylocks Giftattacke erholt, die beinahe tödlich geendet wäre, wacht Mitchell über sie und nutzt die Zeit, um die wahre Identität des Killers ausfindig zu machen. Sobald offensichtlich ist, dass Rebecca das Schlimmste überstanden hat, fährt Mitchell zurück in seine Wohnung. Dort schlüpft er wieder in Phoenix’ Haut und braucht nicht lange, um aus allem, was er über Shylock weiß, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Nachdem die NCCU darüber informiert wurde, dass Shylock der in Ungnade gefallene Trader Josh Gallagher ist, gelingt es dem Team außerdem, die Identität der letzten verbliebenen Mitglieder der Water Boys herauszufinden. Aufgrund ihrer Ermittlungsergebnisse wird ihnen nach und nach bewusst, welches gigantische Ausmaß der geplante Angriff haben könnte. Jeder der Water Boys war ein hochrangiger Angestellter in einer der führenden Hochfrequenz-Tradingfirmen in London und New York. Sie hatten Zugriff auf sämtliche Daten und haben den Hackern Tür und Tor geöffnet.

Aufgrund der zahlreichen Hinweise und der Tatsache, dass noch wenigstens ein Mitglied der Water Boys am Leben ist, finden Mitchell und Rebecca heraus, wer Shylocks nächstes Ziel sein könnte. Doch als Agent Knox’ Team zur Stelle ist, kommen sie leider zu spät, können den Mann nicht mehr retten und verpassen Shylock um wenige Sekunden.

Doch jetzt wissen sie wenigstens, was er vorhat und wie seine Taten mit MalComX und dem größeren Plan des Salesman in Verbindung stehen.

Über das Buch

Netwars 2 – Totzeit 5: Showdown
Teil 5 von 6

Während das NCCU-Team versucht, einen Weg zu finden, wie man die neueste Gefahr durch MalComX abwehren kann, wagen Mitchell und Rebecca einen kühnen Versuch, um Shylock hervorzulocken.

Agent Egan vom FBI arbeitet mit Uli Hirsch zusammen, um ein Antivirusprogramm zu erschaffen, das MalComX gewachsen sein könnte.

Wird sich Mitchell bei dem fulminanten Showdown mit Shylock zusammenreißen können, damit er Rebecca, die ohnehin schon Verdacht geschöpft hat, nicht noch mehr über seinen eigenen Killerinstinkt enthüllt?

Über den Autor

M. Sean Coleman begann als Scriptwriter für Douglas Adams’ Hitchhikers Guide to the Galaxy Online. Für seine Beiträge für MSN, O2, Sony Pictures, Fox, die BBC und Channel 4 wurde er mehrmals mit Preisen ausgezeichnet. Er lebt in London.

NETWARS 2

Totzeit

M. Sean Coleman

Folge 5 – SHOWDOWN

Aus dem Englischen von Kerstin Fricke

21.

Shylock zitterte am ganzen Körper. Er hatte gerade einen Polizisten umgebracht. Das war verrückt, dumm, falsch! Auch wenn er es genossen hatte, die Water Boys zu töten – dieser Mord war etwas ganz anderes. Die Water Boys hatten den Tod verdient. Zugleich war es die Rache Shylocks, weil diese Kerle ihn so mies behandelt hatten. Quid pro quo.

Aber dieser Polizist … er war einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Er hatte bloß seinen Job gemacht und nichts getan, was seinen Tod gerechtfertigt hätte.

Shylock war speiübel. Vielleicht war er doch nicht für so etwas geschaffen.

Er drückte sich mit dem Rücken an eine Hauswand in der Gasse und spürte, wie sich die harten Ziegelsteine gegen seine Schulterblätter pressten. Noch immer zitterte er am ganzen Körper und stand kurz davor, sich zu übergeben. Panik überfiel ihn, doch er kämpfte sie nieder, denn er musste schnellstmöglich von hier verschwinden. Nur – er konnte sich nicht bewegen. Deshalb blieb er starr an der Mauer stehen. Er wünschte sich weg von hier, weit weg von dem, was er gerade getan hatte.

Wie hatten sie ihn gefunden? Woher hatten sie gewusst, wo er sich aufhielt? Bei seiner Ankunft waren keine Polizisten in der Nähe des Gebäudes zu sehen gewesen. Er hatte den Block einmal umrundet, bevor er auf den Parkplatz gefahren war, um zu überprüfen, ob sich Wachleute an einem der Notausgänge oder an den Türen auf der Gebäuderückseite aufhielten. Aber da hatten nur ein paar Raucher gestanden, in eine Unterhaltung vertieft.

Als Shylock wieder nach unten gekommen war, hatte vor jeder Tür ein Polizist gestanden. Wie hatten sie herausgefunden, dass er im Gebäude war?

Scott Mitchell, der verschlagene kleine Bastard, musste Lunte gerochen haben. Oder er war irgendwie dahintergekommen. Aber wie hatte er das angestellt? Und wie viel wusste er?

Es war jedenfalls erschreckend, dass die Typen so schnell aufgetaucht waren. Bedeutete das etwa, dass sie wussten, wer er, Shylock, wirklich war? Und was er tat? Wären sie nur wenige Minuten früher gekommen, hätten sie ihn noch in Michael Grohls Büro angetroffen. Und was dann? Was hätte er dann gemacht?

Noch stand ein weiterer Name auf der Liste der Personen, die sterben mussten, aber jetzt war Shylock sich nicht mehr sicher, ob er auch diese Person noch beseitigen konnte. Was, wenn sie bereits da waren und ihn beobachteten? Das wäre eine noch größere Herausforderung für ihn als seine Nummer bei der NCCU, der Cyber Crime Unit der National Crime Agency in London, die sich dem Kampf gegen Computerkriminalität verschrieb, bei der er sich als »Agent Stacy« eingeschlichen hatte.

Shylock bedauerte es ein wenig, dass er seine Zeit als »Stacy« nicht besser genutzt hatte, um die NCCU auf Irrwege zu führen. Aber er hatte das alles nicht gründlich genug planen können: Die Gelegenheit, diese Festung zu betreten und herauszufinden, was sie wussten, hatte sich ganz kurzfristig ergeben. Er hätte mehr tun können, um ihre Ermittlungen lahmzulegen, oder sie zumindest in eine andere Richtung lenken können, bis sein Werk vollbracht war, aber er war viel zu besorgt gewesen, Marleys Code könnte entdeckt werden und MalCom vernichten, eine gefährliche Malware, die Handelsalgorithmen unter anderem in den Vereinigten Staaten und in Russland beeinflusste. Deshalb hatte er voreilig gehandelt – so wie auch jetzt wieder.

Das war nicht gut. So was durfte einem Profi nicht passieren.

Wieder stieg Panik in ihm auf. Ihm wurde so übel, dass er würgte, doch ohne etwas auszuspucken. Erneut zwang er sich, ruhig und gleichmäßig zu atmen. So angreifbar, so menschlich hatte er sich nicht mehr gefühlt, seit er sein früheres Leben hinter sich gelassen hatte …

Wie dem auch sein: Die Polizei würde nach ihm suchen, und deshalb musste er verschwinden. So schnell wie möglich. Man durfte ihn auf gar keinen Fall keuchend, schwitzend und zitternd eine Querstraße vom Tatort entfernt an eine Hauswand gelehnt entdecken. Der Polizist tat ihm leid, aber der Mann hatte nun mal Pech gehabt. Er hätte ihm, Shylock, nicht in die Quere kommen dürfen. Shylock war aus der Tür gestürmt, und da hatte der Cop gestanden. Leider. Ihm war keine andere Wahl geblieben, als ihn niederzuschlagen, schon aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Ja, genau, sagte er sich. Seine Instinkte hatten die Kontrolle übernommen und ihm den Hintern gerettet. Es war ebenso wenig seine Schuld, wie der Polizist schuld war, dass er sich dort aufgehalten hatte.

Falsche Zeit, falscher Ort.

Shylock spürte, wie sein Zittern allmählich nachließ, auch wenn sein Herz noch immer bis zum Hals schlug. Er blickte an den Mauern der Gebäude zu beiden Seiten der schmalen Gasse hinauf. Beide Häuser waren mindestens zehn Stockwerke hoch, und keines besaß einen Notausgang oder eine erreichbare Leiter, was Shylock einen Fluchtweg ermöglicht hätte. Ihm blieb nichts anderes übrig, als wieder auf die Straße zu gehen. Er hätte sich ein besseres Versteck suchen sollen, mit einem verborgenen Ausgang, aber es war ihm nie in den Sinn gekommen, dass etwas schiefgehen könnte. Wie in aller Welt hatten sie das nur herausgefunden?

Nachdem er noch einmal tief Luft geholt hatte, kam er hinter den beiden Plastikmülltonnen hervor, hinter denen er sich versteckt hatte, sodass man ihn von der Straße aus nicht sehen konnte. Beinahe rechnete er damit, einen Polizisten am Ende der Gasse zu sehen, aber da war nichts und niemand. Vorsichtig schlich er aus seinem Versteck und behielt die Straße zu seiner Linken im Auge, während er den Deckel einer Mülltonne hochhob und herumdrehte. An den schwarzen Müllsäcken, die sich in der Tonne befanden, wischte er sich die blutigen Hände ab, bis er den kleinen Stoffrucksack entdeckte, den er in den frühen Morgenstunden dort versteckt hatte. Vorsichtig hob er den Rucksack mit zwei Fingern heraus, damit keine Blutreste darankamen.

Vorbereitung war alles, das wusste Shylock besser als jeder andere. Er war davon ausgegangen, zwischen den beiden Morden nicht genug Zeit zu haben, um nach Hause zu fahren und sich umzuziehen; deshalb hatte er alles, was er später benötigte, hier deponiert.

Es wurde bereits dunkel, und hinter den Fenstern der Büros gingen nach und nach die Lichter an. Schon bald würden Hunderte von Angestellten, die hier beschäftigt waren, ins Freie strömen, zu ihren Autos oder zu den U-Bahnhöfen, um nach Hause zu fahren. Shylocks ursprünglicher Plan hatte vorgesehen, dass er sich unter die Leute mischte und so möglichst unauffällig zu seiner letzten Zielperson gelangte.

Aber jetzt hatte sich alles geändert. Wenn die Bullen von Michael Grohl wussten, dann standen die Chancen gut, dass sie auch über Charles Bower Bescheid wussten. Daher würde er seinen letzten Mord nicht wie geplant durchführen können. Er musste sich etwas anderes einfallen lassen. Das Problem war nur, dass Improvisieren ihm nicht besonders lag, zumal er noch immer aufgewühlt war.

Wieder versuchte er, sich zu beruhigen, indem er sich das Positive vor Augen rief: Michael Grohl war tot, und er, Shylock, hatte entkommen können. Ja, er hatte Glück gehabt, es trotz seiner wackligen Knie bis in die Seitenstraße zu schaffen. Hier konnte er sich umziehen, sodass er bald ganz anders aussehen würde als der Mann, nach dem die Polizei suchte. Er war ihnen noch immer einen Schritt voraus. Aber er war sicher, dass er an diesem Tag nicht einmal in die Nähe seines zweiten Opfers gelangen konnte, ohne erwischt zu werden. Also musste er umdenken und einen anderen Weg finden, um sich der Zielperson zu nähern. Denn er war nicht bereit, seinen Plan aufzugeben, hatte aber auch nicht die Absicht, sich noch einmal erwischen zu lassen.

Shylock zog den Rucksack aus der Mülltonne und hockte sich dann wieder dahinter in Deckung. Seine neue Garderobe bestand aus Leinenschuhen, einer Jeans und einem Kapuzensweatshirt. Rasch zog er seinen Trader-Anzug aus, spuckte sich auf die Hände und rieb sie aneinander, bevor er sie an der Innenseite der Anzughose abwischte. Als seine Hände sauber genug waren, stopfte er das abgelegte Outfit in den Rucksack, da er einen Teil davon später vielleicht noch brauchte. Er wollte auf Nummer sicher gehen.

Nachdem er sich eine marineblaue Baseballkappe aufgesetzt hatte, steckte er sich auffällige weiße Stöpsel in die Ohren und schlang sich den Rucksack über eine Schulter.

Jetzt oder nie.

Er setzte sich in Bewegung und näherte sich mit bedächtigen Schritten dem Ausgang der Gasse. Sein Herz schlug wieder schneller, und er zwang sich, ruhig und langsam zu atmen.

Schließlich trat er aus der Gasse hervor, wandte sich nach links und entfernte sich von dem Gebäude, aus dem er zuvor geflohen war. Dabei versuchte er, mit ruhigen Schritten zu gehen, ganz unauffällig, was ihm jedoch extrem schwerfiel, da jede Faser seines Körpers ihm zuschrie: Lauf so schnell du kannst!

Er gelangte an die erste Häuserecke und bog wieder links ab, wobei er sich dicht an der Mauer hielt.

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