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netwars 2 - Totzeit 4: Aufgeflogen

Inhalt

Was bisher geschah

Über das Buch

Über den Autor

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Impressum

14.

15.

16.

17.

18.

In der nächsten Folge …

Was bisher geschah

Die Ermittlungen der NCCU hinsichtlich der Gefahr, die MalCom für den Finanzsektor darstellt, nehmen eine neue Wendung, als der Sicherheitschef einer Hochfrequenz-Tradingfirma namens Desai Group sie über einen groß angelegten Angriff auf die Unternehmensserver informiert. Die Firma war zu Börsenstart handlungsunfähig gemacht worden, da ihre Daten durch einen Ransomware-Angriff auf ihre Server verschlüsselt worden waren und man sich Zugriff auf alle ihre geheimen Algorithmen verschafft hatte, die ihre Trades steuern.

Rebecca und dem Team ist klar, dass dieser Angriff mit MalCom zu tun hat, aber gibt es auch eine Verbindung zu den ermordeten Water Boys? Ihr einziger Hinweis ist Shylock, der Gründer der Water Boys.

Währenddessen lief Shylock jedoch direkt vor ihrer Nase herum und hat sich als Agent Stacy ausgegeben, nachdem er den wahren FBI-Agenten ermordet hatte, bevor dieser seinen Flug nach London antreten konnte. Mitchell findet nur wenige Augenblicke zu spät heraus, wer in Stacys Rolle geschlüpft war, sodass ihnen der Killer erneut entwischen kann. Kurz darauf finden sie heraus, dass Shylock Rebecca mit demselben Mittel vergiftet hat, das auch schon bei den Water Boys benutzt wurde.

Rebecca wird ins Krankenhaus gebracht und ein Team versucht, der angeschlagenen Tradingfirma dabei zu helfen, die infizierten Server wieder zu säubern. Mitchell begibt sich derweil ins Dark Web, um herauszufinden, wer Shylock wirklich ist.

Doch trotz ihrer Bemühungen gelingt es ihnen nicht, Shylock daran zu hindern, abermals zuzuschlagen. Dieses Mal ermordet er einen der Water Boys in seinem eigenen Haus, als der Mann gerade fliehen will. Shylock beginnt, die Morde zunehmend zu genießen. Vorerst weiß er mehr über die NCCU als sie über ihn.

Über das Buch

Netwars 2 – Totzeit 4: Aufgeflogen
Teil 4 von 6

Nachdem sie von Shylock beinahe vergiftet worden wäre, liegt Rebecca im Krankenhaus. Mitchell hält an ihrem Bett Wache und begibt sich auf der Suche nach Shylock tief in das Dark Web. Jetzt ist es ihm ein persönliches Anliegen, den Mann zu finden.

Ein weiteres Mitglied der Water Boys wurde ermordet. Das Team bei der NCCU erfährt in dem Augenblick davon, in dem Agent Stacys Ersatz vom FBI eintrifft. Agent Egan ist ein Experte für Malware und Viren, aber ist er auch der Mann, den das Team jetzt braucht, um sich einen Vorteil verschaffen zu können?

Mitchell enthüllt Shylocks Identität, aber kann die NCCU den Mann dadurch wirklich finden, bevor er auch noch die letzten Water Boys ausgeschaltet hat?

Über den Autor

M. Sean Coleman begann als Scriptwriter für Douglas Adams’ Hitchhikers Guide to the Galaxy Online. Für seine Beiträge für MSN, O2, Sony Pictures, Fox, die BBC und Channel 4 wurde er mehrmals mit Preisen ausgezeichnet. Er lebt in London.

NETWARS 2

Totzeit

M. Sean Coleman

Folge 4 – AUFGEFLOGEN

Aus dem Englischen von Kerstin Fricke

14.

Mitchell drückte den Notknopf, als ihn die Geräte, an die Rebecca angeschlossen war, mit ihrem Alarm aus dem Schlaf rissen. Das Notfallteam stürzte ins Zimmer und scheuchte ihn auf den Flur, um Rebecca in Ruhe behandeln zu können. Augenblicke später rollten sie ihr Bett hastig aus der Station, und die gesamte Gruppe verschwand durch eine Schwingtür in eine andere Station, sodass Mitchell allein auf dem schummrigen Flur zurückblieb.

Als eine neue Krankenschwester ihren Dienst antrat, schlug sie ihm ein wenig säuerlich vor, er solle doch die Gelegenheit nutzen und sich einen Kaffee holen; Rebecca sei in den besten Händen. Auch wenn Mitchell da seine Zweifel hatte, folgte er der Aufforderung der Schwester und ging über den Flur zu einem kleinen Warteraum, wo er sich einen Kaffee aus einem Automaten zog. Das Getränk wurde in einem dieser dünnen Plastikbecher ausgegeben und schmeckte nach nichts, aber es war heiß und bitter, sodass er ein bisschen wacher wurde.

Er streckte sich auf einem der bequemeren Stühle im Warteraum aus und wartete, wobei er versuchte, nicht daran zu denken, was seit seinem Flug nach New York alles passiert war. Dann breitete er die Informationen vor seinem inneren Auge aus und sortierte sie erneut von Anfang an, wobei er die Daten einfügte, die er inzwischen kannte, und darauf achtete, dass nichts verloren ging oder übersehen wurde.

Es überraschte ihn, wie sehr er in Panik geraten war, als Rebeccas Geräte zu piepen begonnen hatten. Ihr Zusammenbruch rief ihm wieder ins Gedächtnis, wie ernst ihr Zustand tatsächlich war. Sie hatte so klein ausgesehen, als die Ärzte und Helfer sie rausgefahren hatten. Sterblich und menschlich und ganz und gar nicht dem Bild entsprechend, das er sich zuvor von ihr gemacht hatte. Bisher hatte sie immer einen vitalen Eindruck auf ihn gemacht, aber in diesen Augenblicken hatte er ihre Verletzlichkeit gesehen, und das machte ihn auf seltsame Weise traurig.

Er trank seinen Kaffee aus, zog sich einen zweiten aus dem Automaten und stopfte den Becher in den ersten, um sich nicht die Hand zu verbrennen. Währenddessen fragte er sich, was sie gerade mit Rebecca machten.

Schließlich zog er das Handy aus der Tasche, um nachzusehen, ob er neue Nachrichten bekommen hatte, aber er hatte im Krankenhaus keinen Empfang, daher steckte er es wieder weg und ging zurück zu Rebeccas Station. Dort wollte er warten und sich so lange mit der sauertöpfischen Krankenschwester unterhalten, bis sie ihm ein paar Informationen gab. Als er Rebecca zuvor beim Schlafen beobachtet hatte, war er noch einmal die Ereignisse der letzten Tage durchgegangen. Die Tatsache, dass die Desai Group angegriffen worden war, irritierte ihn. Zusammen mit dem Tod der drei Mitglieder der »Water Boys« und dem Anschlag auf Rebeccas Leben schien alles darauf hinzudeuten, dass Shylock seinen Plan in die Tat umsetzte und versuchte, alle Zeugen zu beseitigen. Aber was wussten sie denn?

Es ärgerte Mitchell ungemein, dass Shylock direkt vor seiner Nase gesessen hatte, ohne dass ihm ein Licht aufgegangen war. Er hatte sich immer eingebildet, eine gute Menschenkenntnis zu besitzen, aber der Mann, den er als Stacy kennengelernt hatte, war wie ein durch und durch amerikanischer Junge aufgetreten; es wäre Mitchell nie in den Sinn gekommen, dass der Killer einfach bei der NCCU reinspazieren und die vollständige Freigabe erhalten könnte. Wieder einmal musste er Shylock dafür bewundern, wie meisterhaft er die soziale Manipulation beherrschte.

Als Strider hatte Mitchell in der Vergangenheit selbst einige mutige Verkleidungsaktionen durchgeführt, aber er hatte noch nie einen derart lang angelegten Angriff unternommen, bei dem er länger als vierundzwanzig Stunden eine bestimmte Rolle spielte – das war bewundernswert. Mitchell war sich nicht sicher, ob er selbst zu so etwas in der Lage wäre. Bei seinen Verkleidungen hatte er sich immer auf Geschwindigkeit und Täuschung verlassen und die Aufmerksamkeit auf bestimmte Eigenschaften gelenkt, an die sich andere erinnern sollten, während er andere, die niemand sehen sollte, verborgen hatte. Deshalb war es ihm ein Rätsel, wie Shylock den Mut hatte aufbringen können, über einen derartigen Zeitraum und unter diesen Bedingungen eine Rolle zu spielen.

Es betrübte Mitchell beinahe, dass der Salesman mit Shylock einen besseren Gehilfen gefunden hatte, als er selbst je gewesen war. Als Strider hatte Mitchell häufig Jobs für seinen alten Mentor übernommen, insbesondere dann, wenn sie in seinen selbst auferlegten Moralkodex passten. Doch das gesamte Ausmaß des Imperiums, über das der Salesman herrschte, war Mitchell erst bewusst geworden, als Striders Zeit längst abgelaufen war. Er fragte sich, ob er Shylock als Phoenix überhaupt gewachsen war. Aber er musste einfach davon ausgehen. Eigentlich gelangte er sogar mehr und mehr zu der Überzeugung, dass Shylock genau das richtige Mittel war, mit dem er den Salesman endlich bezwingen konnte. Aber Phoenix musste sich etwas Zeit verschaffen, um die Sache richtig anzugehen, und im Moment war es ihm wichtiger, dafür zu sorgen, dass Rebecca nichts passierte und dass Shylock aufgehalten wurde.

Er warf die Plastikbecher vor der Stationstür in den Mülleimer und sprühte sich die Hände mit dem obligatorischen Handreiniger ein, bevor er die Schwingtür mit dem Fuß aufstieß. Die Krankenschwester blickte auf. Mitchell bemerkte, wie sie ganz kurz die Lippen schürzte, aber sie wandte den Blick sofort wieder ab und beschäftigte sich mit ihrem Papierkram. Er ging zu ihrem Schreibtisch und wartete geduldig und schweigend darauf, dass sie den Kopf wieder hob. Als sie ihm schließlich den Gefallen tat, sah er, wie sie mit Mühe einen neutralen Gesichtsausdruck aufsetzte.

»Kann ich Ihnen helfen?«, fragte sie so wenig hilfsbereit, wie man nur sein konnte.

»Rebecca MacDonald«, sagte Mitchell. »Gibt es schon Neuigkeiten? Geht es ihr gut?«

Die Krankenschwester sah wieder nach unten, schürzte die Lippen und blickte auf den Bildschirm vor sich. Sie ließ sich Zeit. Offensichtlich hatte ihre Kollegin sie vorgewarnt, dass Mitchell hier Wache halten würde, und sie hatte nicht die Absicht, ihm die Sache leicht zu machen. Ihm war es egal; er wollte nur die Informationen. Er war nicht hier, um neue Freunde zu finden.

»Es geht ihr besser«, sagte die Krankenschwester schließlich. »Sie hatte einen Atemstillstand und musste beatmet werden. Sie bleibt noch ein paar Stunden auf der Intensivstation.«

»Aber es geht ihr gut?«, hakte er nach. Er hörte, dass seine Stimme leicht schwankte, und bemerkte, dass die Miene der Krankenschwester ein wenig sanfter wurde.

»Es sieht ganz danach aus«, antwortete sie. Ihm fiel auf, dass sich die typische Zuversicht in ihre Stimme einschlich, die Krankenhauspersonal oft an den Tag legte. »Sie ist jetzt auf der Aufwachstation und muss noch einige Stunden dort bleiben, bis man sich davon überzeugt hat, dass sie nicht mehr in Gefahr ist.«

»Wie sicher ist sie dort?«, wollte er wissen. »Vor der Öffentlichkeit, meine ich.«

»Tja, Sie dürften da beispielsweise nicht rein«, erwiderte sie und lächelte sogar. »Mir ist klar, dass Sie sich Sorgen um sie machen, aber wir lassen im Allgemeinen nicht zu, dass unsere Patienten in ihren Betten angegriffen werden. Sie können runtergehen und sich vor die Station setzen, wenn Sie sich dann besser fühlen, aber Sie dürfen nicht zu ihr. Und auch sonst niemand.«

Er dankte ihr, sammelte seine Sachen zusammen und ging zur Aufwachstation. Dort meldete er sich bei der diensthabenden Schwester, die ihn zu einem Plastikstuhl auf dem Gang führte, ihm versicherte, dass Rebeccas Zustand stabil sei, und ihm versprach, ihm Bescheid zu sagen, wenn sich etwas daran änderte. Dann schloss sie ihm die Tür vor der Nase.

Er ging zum Münztelefon auf dem Gang und informierte Franklin über das, was passiert war. Danach setzte er sich. Ihm blieben noch ein paar Stunden, um sich auf die Suche nach Shylock zu machen, und diese Zeit wollte er nicht vergeuden. Er fuhr seinen Laptop hoch und verband ihn mit einem persönlichen Hotspot, den er über eines seiner Wegwerfhandys aufbaute – denn das, was er vorhatte, wollte er nicht über das Krankenhaus-WLAN machen.

Dann tauchte er ab ins Dark Web.

*

Man hatte Jack Willis angerufen, damit er den Tatort untersuchte, direkt nachdem Niall McCartneys Leiche gefunden worden war. Der Taxifahrer hatte sich als Erster gemeldet; Franklins Agenten waren wenige Augenblicke später am Haus eingetroffen, um McCartney wie befohlen abzuholen, doch sie fanden nur noch seine Leiche in einer Pfütze seines eigenen Blutes. Sie waren zu spät gekommen. Als die Polizei zehn Minuten später eintraf, teilte man den Beamten mit, Jack Willis sei bereits auf dem Weg quer durch die Stadt, und Franklins Agenten hatten den Tatort bereits gesichert. Die Polizisten konnten nur noch dafür sorgen, dass niemand sonst in die Nähe des Hauses kam. Dann befragten sie die Nachbarn in der Hoffnung, dass jemand etwas beobachtet hatte.

Als Erstes fiel Willis auf, dass Franklins Leute den Täter beinahe auf frischer Tat erwischt hätten. Seiner ersten Einschätzung zufolge war McCartney noch keine Stunde tot gewesen, als er am Tatort eintraf, und er hatte nach dem Anruf fast eine halbe Stunde bis hierher gebraucht. Sie mussten wenige Minuten nach der Tat hergekommen sein, und Willis wusste, dass Franklin sich sehr darüber aufregen würde. Der Taxifahrer hatte einen anderen Wagen gesehen, der auf die Straße eingebogen war, konnte ihnen aber nur sagen, dass es sich bei dem Fahrzeug vermutlich um einen silbernen Mercedes gehandelt hatte. Doch er hatte sich das Nummernschild nicht gemerkt; es gab auch keinen Beweis, dass der Fahrer etwas mit dem Mord zu tun hatte.

Willis holte seine Forensikausrüstung aus dem Wagen und näherte sich dem Tatort. Auf der Auffahrt blieb er stehen, drehte sich langsam um und nahm jedes Detail in sich auf, um ja nichts zu übersehen. Auf dem Kies waren Reifenspuren, aber es war nicht zu erkennen, ob sie vom Wagen des Mörders, vom Taxi oder irgendeinem anderen Besucher stammten. Diese Spur musste Willis gar nicht erst weiterverfolgen, daher wandte er sich dem Haus zu – ein schönes Haus in einem angenehmen Vorort, was bedeutete, dass die Sicherheitskameras der benachbarten Gebäude vermutlich nichts Hilfreiches aufgenommen hatten. Aber Willis hatte Franklins Männer gebeten, trotzdem danach zu fragen.

Als er sich das große alte Haus anschaute, stellte Willis fest, dass nur im Eingangsbereich Licht brannte. Als McCartney ermordet wurde, war es bereits seit einigen Stunden dunkel gewesen – warum hatte er dann im restlichen Haus kein Licht angehabt? Gut, der Taxifahrer war als Erster am Tatort gewesen, daher hatte McCartney offenbar vorgehabt, das Haus zu verlassen. Willis ging zu dem Taxifahrer, der hinten im Krankenwagen saß und eine Tasse Tee trank.

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