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different boys - Weihnachten mit Colin und Tom

Inhalt

  1. Cover
  2. different boys - Die Serie
  3. Colin und Tom
  4. Freunde und Familie
  5. Über den Autor
  6. Titel
  7. Impressum
  8. Kapitel 1
  9. Kapitel 2
  10. Kapitel 3
  11. Kapitel 4
  12. Kapitel 5
  13. Kapitel 6
  14. Kapitel 7
  15. Kapitel 8
  16. Kapitel 9
  17. Kapitel 10
  18. Kapitel 11
  19. Kapitel 12
  20. Kapitel 13
  21. Kapitel 14
  22. Kapitel 15
  23. Kapitel 16

different boys – Die Serie

Weihnachten steht vor der Tür und in diesem Jahr liegt neben dem Duft von Glühwein und Zimtsternen auch ganz viel Liebe in der Luft. Tom hat mit Michael endlich den Mann gefunden, der ihn an kalten Winterabenden Wärme schenkt. Colin hingegen kann so viel Liebe und Kitsch nicht länger ertragen und will dem ganzen Weihnachtstrubel schnellstmöglich entfliehen. Und während Tom in Köln einen komplett verkorksten Heiligabend mit der Familie durchstehen muss, plant Colin einen Abend in New Yorks Gay-Szene, der alles andere als heilig werden soll …

Diese Weihnachtsfolge der erfolgreichen Gay Romance Serie »different boys« bietet eine in sich abgeschlossene Geschichte, die unabhängig von der Serie gelesen werden kann. Wie immer geht es auch zur Weihnachtszeit turbulent zu im Leben der Zwillingsbrüdern Colin und Tom, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch beide nur versuchen, ihr Leben, die Liebe und das Glück zu meistern.

Liebe, Drama, Witz und Erotik – das ist die bunte Welt der different boys!

Colin und Tom

Colin hält Monogamie für den größten Betrug an der Menschheit und stürzt sich von einem erotischen Abenteuer ins nächste. Sein Job als Flugbegleiter führt ihn dabei rund um die Welt zu den angesagtesten Gay-Hot-Spots und heißesten Kerlen.

Tom umgibt sich lieber mit anderen Dingen, die das Leben schöner machen. Er hat in Köln seinen eigenen Designladen für Wohnaccessoires eröffnet. Doch zwischen all den leuchtenden Kerzenständern und kuscheligen Kissen vermisst er eins mehr als alles andere: den perfekten Mann fürs Leben – bis der ihm eines Tages wortwörtlich vor die Füße fällt.

Freunde und Familie

Für zusätzlichen Wirbel und Konfusionen im Leben der Zwillinge sorgen Mutter Ela und ihre besten Freunde Jenny, Basti, Daggi, Valeska und Adrian. Und dann ist da noch Schwester Lisa, deren erzkonservativer Mann einen Keil in die Familie treiben will.

Über den Autor

Norman Stark ist das Pseudonym eines erfolgreichen Autors, der seit vielen Jahren vor allem für zahlreiche deutsche TV-Produktionen Geschichten entwickelt und Drehbücher verfasst. Er lebt mit seinem Partner in Köln und kennt sich in der bunten schwulen Welt bestens aus.

Norman Stark

Image

X-mas Special
Weihnachten mit Colin und Tom

Gay-Romance

Kapitel 1

»Meins!«

»Nein, meins!«

Tom und Colin stritten sich um das letzte Ingwerplätzchen auf dem Pappteller, während vom anderen Ende der Budengasse ein feierliches Alle Jahre wieder herüberwehte. Auf der Show-Bühne beglückte der schwule Männer-Chor Mein lieber Herr Gesangsverein mit seinem Liedgut die Besucher des kleinen Weihnachtsmarkts, über dem stolz die Regenbogenflagge wehte. Am Eingang der Budengasse stand ein pompöser Weihnachtsbaum und tauchte mit seinen tausenden Lichtern alles in einen heimeligen Schein. Unzählige Weihnachtsmänner und Engelein hatten sich auf den festlich erleuchteten Buden niedergelassen, und die Schar der Himmelsgeister verströmte eine feierliche Aura.

Doch Colin und Tom stritten sich wie die kleinen Kinder. Wie immer zur Weihnachtszeit machten sie sich über die Ingwer-Plätzchen ihrer Mutter Ela her. Denn auch wenn der dunkelhaarig Tom dem blonden Colin kaum ähnlich sah und sie auch sonst unterschiedlicher kaum sein konnten, gab es manche Dinge, für die die Zwillinge die gleiche Vorliebe teilten.

Zum Glück gehörten Männer nicht dazu. Da lag ihr Geschmack so weit auseinander, dass sie sich noch nie über ein und denselben Typen in die Wolle bekommen hatten. Dafür zankten sie umso verbissener um das letzte scharf-süße Plätzchen auf dem Teller.

»Nun hört schon auf, euch so zu fetzen!«, ging Ela mit mütterlicher Bestimmtheit dazwischen, der ihre beiden Sprösslinge nichts entgegenzusetzen hatten. Sie hatte sich mit beiden Händen auf die Theke ihres Weihnachtsmarktstands gestützt und schaute ihre Söhne eindringlich an. »Ihr seid fast dreißig, führt euch aber auf wie drei!«

»Sorry …« kam es kleinlaut zurück, und die Zwillinge schauten beschämt zu Boden.

»Keine Angst, ich backe heute Abend wie jedes Jahr eine neue Portion, damit ihr morgen am Heiligabend genug zu futtern habt«, versprach Ela beschwichtigend, nahm den letzten Keks, brach ihn unerschrocken in zwei Hälften und reichte sie ihren beiden Jungs.

Ela lächelte zufrieden, musste sich nun aber um ihre Kundschaft kümmern. Denn mittlerweile streckten ihr unzählige Hände leere Glühweinpötte entgegen. Fürsorglich füllte Ela einen Pott nach dem anderen mit dem dampfenden Sud auf, den sie selbst nach einem Geheimrezept zubereitet hatte, und schenkte jedem der Kunden noch ein warmherziges Lächeln. So kannte Ela jeder. Sie war die gute Seele des Kabuff, ihrer urigen Altstadtkneipe für Schwule, Lesben und alle, die sich – aus welchem Grund auch immer – nicht mit dem tradierten Sexual- und Geschlechterrollenbild identifizieren konnten.

KABUFF stand auch in großen Lettern am Giebel ihrer Bude, die sich zwischen einem Stand für Gänse-Döner und einer Verkaufsbude für knapp bemessene Herrenunterwäsche befand. Bei den vielen Besuchern des Weihnachtsmarktes, die sich einen Tag vor Heiligabend durch die enge Gasse zwischen den Buden drängten, sorgte Elas mütterliches Naturell und ihr hochprozentiger Glühwein für gelöste Stimmung, rote Wangen und viel Gelächter. Und ganz nebenbei brachte Ela mit Charme und verlockenden Worten die Lose für ihre Tombola unters Volk, für die heute noch die Gewinner gezogen werden sollten.

»Ich hab dafür eine Riesenüberraschung vorbereitet«, hatte Ela schon seit Tagen immer wieder freudig verkündet. »Ein richtiger Knaller. Das dürft ihr auf keinen Fall verpassen!«

Weder Tom noch Colin wollten ihr diesen Wunsch abschlagen, harrten deshalb bereits seit dem Morgen vor Elas Stand aus und hatten sich, abgesehen von den Ingwerkeksen, schon mit Gänsedöner und einigen Tassen Glühwein gestärkt. Trotzdem fror Tom mittlerweile und er klapperte etwas mit den Zähnen.

Doch die Kälte war wie weggeblasen, als sich plötzlich zwei starke Arme von hinten um seinen Oberkörper schlangen und ihn zärtlich umschlossen hielten. Sofort wurde Tom wieder wohlig warm. Er drehte den Kopf etwas nach hinten und gab dem Mann, der ihn so liebevoll umarmte, einen Kuss auf die weichen Lippen.

Michael war einfach immer zur Stelle, wenn man ihn brauchte. Auch wenn er Tom vor gut einem halben Jahr aus Zufall vors Fahrrad gelaufen war und sie erst einige Turbulenzen durchstehen mussten, war Michael der Mann, bei dem sich Tom von Anfang an geborgen fühlte. Nicht nur jetzt, sondern seit sechs Monaten jeden Tag, jede Stunde, ja, jeden Moment, den sie miteinander verbrachten.

»Ich dachte, ich schau kurz mal vorbei«, sagte Michael und lächelte, was wieder diese zwei unwiderstehlichen Grübchen auf seine Wangen zauberte, in die sich Tom gleich im ersten Augenblick verliebt hatte. Michael arbeitet als Internist an der Uni-Klinik, aber er nutzte jede Gelegenheit, um Tom auch tagsüber zu sehen und nicht nur abends, wenn sie wechselseitig beieinander übernachteten.

»Hallo, Hase«, freute sich Tom, drehte sich zu Michael um, sodass er ihn auch umarmen konnte, und gab ihm einen erneuten Kuss. Der Kuss hätte wohl eine halbe Ewigkeit andauern können, wäre nicht Colin gewesen.

»Oh, Mann, ihr tut ja glatt so, als hättet ihr euch jahrelang nicht gesehen«, macht Colin den romantischen Moment mit einem Satz zunichte und rollte mit den Augen. Natürlich war es wieder nur einer seiner Frotzeleien und er lachte Tom gleich danach entschuldigend an. Aber einen Sinn für Romantik hatte Colin tatsächlich nicht. Er genoss lieber die Vorzüge seines Jobs als Flugbegleiter, der ihn in die größten Metropolen der Welt und die Betten der heißesten Kerle brachte.

Dabei hatte Colin in den vergangenen Monaten eine erstaunliche Wandlung durchgemacht, die Tom nicht für möglich gehalten hatte. Wieder war es Ela, die unverblümt darauf zu sprechen kam.

»Ach komm, Weihnachten ist schließlich das Fest der Liebe. Außerdem, du erzählst ja auch immer von deinem Robin aus Puerto Rico und bekommst dabei ganz leuchtende Augen.«

»Er kommt aus Costa Rica«, verbesserte Colin seine Mutter, wobei er tatsächlich leuchtende Augen bekam. »Und ja, wir sind halt noch in Kontakt. Aber warum auch nicht?«

»Für dich ist das ja schon eine kleine Revolution«, foppte Ela ihn weiter, womit sie völlig recht hatte. Denn eigentlich verzichtet Colin darauf, Kontakt zu Männern zu halten, mit denen er im Bett war. Bis er im letzten Sommer Robin begegnet war …

»Und wann seht ihr euch endlich wieder?«, bohrte Ela neugierig nach.

»Noch nichts geplant. Mal sehen«, erwiderte Colin und ließ seine Stimme dabei so gleichgültig klingen wie nur möglich. Die ganze Fragerei ging ihm ziemlich auf die Nerven. Ja, verdammt, Robin war schon ein besonderer Typ gewesen. Die haselnussbraunen Augen und das freche Lächeln hatte er kaum aus dem Kopf bekommen. Aber Robin war nur für ein Auslandssemester in Köln gewesen und längst zurück in seine Heimat geflogen. Wieso erwarteten also alle, dass sich zwischen ihnen etwas anbahnen würde? Nur weil er ab und zu erzählte, was Robin ihm textete? Colin hatte die verkitschten Vorstellungen seiner Familie noch nie wirklich verstanden. Und er wollte auch nicht wieder mit ihnen über seinen Lebenswandel diskutieren müssen. Vor allem Tom wollte Colin andauernd davon überzeugen, dass die monogame Beziehung das einzig wahre und ehrenhafte Ideal sei.

»Na, ich finde du könntest dir mit deinem Robin schon etwas mehr Mühe geben«, mischte sich ein pummeliger Weihnachtsmann ein und schaute Colin streng an. »Es gibt doch nichts Schöneres, als verliebt zu sein.«

Beim Wort »verliebt« schloss der Weihnachtsmann sinnlich die Augen und legte die Hände auf die Stelle, unter der sein Herz offensichtlich für einen anderen Mann schlug.

Tom konnte sich nicht länger zurückhalten und lachte amüsiert los. Unter dem Weihnachtsmannkostüm steckte kein geringerer als Basti, sein romantisch veranlagter Assistent und die gute Seele in Toms Design-Store A-TOM auf der Ehrenstraße. Basti nahm nicht nur seinen Job als Berater in Stilfragen für Wohn-Accessoires besonders ernst, sondern auch die ordnungsgemäße Bekleidung zur Weihnachtszeit. Pünktlich zum ersten Dezember hatte er den Laden bis in den letzten Winkel mit allerlei Glaskugeln, Engelsfiguren, Glitzersternen und Lichterketten in ein bunt funkelndes Weihnachts-Wunderland verwandelt. Nur einen Weihnachtsbaum aufzustellen hatte Tom ihm verboten. Damit musste Basti bis zum zweiten Weihnachtstag warten, wenn Tom wie jedes Jahr Verwandte und Freunde zu einer großen X-Mas-Party in seinen Laden einlud.

»An Karneval verkleidet man sich schließlich auch!«, hatte Basti überzeugend argumentiert, und Tom ließ ihm großzügig seinen Spaß, denn Basti schien in diesem Aufzug auf die Kunden noch überzeugender zu wirken als sonst. Und er machte seine Sache natürlich um Längen besser als die studentische Aushilfe Sonja, die Tom für das Weihnachtsgeschäft angeheuert hatte. Auch jetzt war er unsicher, ob es so eine gute Idee war, ihr den Laden alleine zu überlassen. Aber er hatte seiner Mutter nun einmal versprochen, bei der großen Verlosung dabei zu sein.

Das Einzige, was Bastis Leidenschaft ebenso in Wallung brachte wie Weihnachts-Deko, war natürlich Pino – der schöne Italiener, für den Bastis Herz ständig auf höchster Stufe schlug. Und wenn er nicht von Weihnachten erzählte oder den neuesten Klatsch und Tratsch aus der Szene breittrat, sprach er unablässig von seinem Pino.

»Pino und ich halten es auch keinen einzigen Tag ohne einander aus«, schwärmte Basti durch seinen fusseligen Kunstbart. »Er will gleich auch noch vorbeischauen. Und ganz ehrlich weiß ich gar nicht, wie ich Weihnachten ohne ihn überstehen soll, wenn er zu seinen Eltern nach Hause fährt.«

Die Augen unterhalb der roten Zipfelmütze, die eben noch verträumt geglänzt hatten, wurden mit einem Mal ganz traurig. Bedrückt nestelte Basti an dem Gürtel, der sich um seinen Bauch spannte und den Nikolausmantel zusammenhielt.

»Ach, wir sind doch alle für dich da«, versicherte Ela gutherzig und stellte Basti einen frischen Pott dampfenden Glühwein vor die Nase.

»Danke«, seufzte Basti und beruhigte seine aufgewühlte Seele mit einem großen Schluck des heißen Gebräus.

»Du kannst wirklich gerne mit uns feiern«, bot Ela an und deutete nacheinander mit der Hand auf Tom, Colin und sich. »Wir machen es uns morgen alle richtig gemütlich unter meinem Weihnachtsbaum. Und für einen Nikolaus ist da immer ein Plätzchen übrig. Nur Geschenke sind tabu, das haben wir schon vor Jahren abgeschafft.«

Ela gluckste vergnügt, aber dann senkte sich eine Spur Trübsal auf ihre Miene herab. »Und vielleicht kommen Lisa und die Kinder ja doch noch.«

Tom und Colin konnten die gedämpfte Stimmung sofort nachvollziehen. Ein Weihnachten ohne ihre kleine Schwester Lisa war kein richtiges Weihnachten. Sie gehörte einfach dazu. Aber leider hatte Lisa vor Jahren Horst geheiratet, der alles unternahm, um Lisa und die gemeinsamen Kinder von ihrer kranken Familie mit zwei schwulen Brüdern und einer Kneipen-Oma fernzuhalten.

»Hat sich Lisa jetzt mal geäußert, was sie machen will?«, erkundigte sich Tom vorsichtig, obwohl er schon ahnte, dass es keine guten Neuigkeiten geben würde.

»Hat sie.« Ein Funken Bitterkeit mischte sich in Elas traurigen Blick. »Sie hat gesagt, sie will lieber ›mit ihrer Familie‹ feiern. Als wären wir nicht mehr ihre Familie!«

»Das hat sie bestimmt nicht so gemeint«, versuchte Colin seine Mutter zu trösten.

»Aber Horst!«, grollte Tom. Allen war klar, dass Lisas Mann ihr diese Worte in den Mund gelegt haben musste. Er soufflierte Lisa, was sie zu tun, zu lassen und eigentlich auch, was sie zu denken hatte.

»Vielleicht überlegt sie es sich ja doch noch«, hoffte Ela und bemühte sich um ein optimistisches Lächeln. Colin und Tom tauschten einen mulmigen Blick.

»Ist das Christkind abgestürzt?«, röhrte es plötzlich hinter ihnen, gefolgt von einer heiseren Lache, die ziemlich dreckig klang. Schon bevor sie sich umdrehten, wussten alle, dass diese raue Stimme und der ruppige Humor nur Daggi gehören konnten. Der Ton der Automechanikerin war ebenso scharfkantig wie ihr kurzer Bürstenhaarschnitt.

Und nun stand Daggi in einer unförmigen Daunenjacke da und lachte als Einzige über ihren Witz.

Ela verdrängte ihre familiären Probleme und begrüßte Daggi strahlend. »Hallo, schön, dass du da bist.«

»Klar bin ich da«, konterte Daggi nüchtern. »Du hast doch gesagt, ich soll vorbeikommen. Wegen deinem Pilz!«

Basti verschluckte sich lautstark an seinem Glühwein, und etwas von der roten Flüssigkeit triefte seinen weißen Plastikbart herab. »Wegen was?!«, krächzte er entgeistert und wischte seinen fusseligen Bart sauber.

»Na, wegen dem Heizpilz«, erklärte Daggi lapidar und schaute Ela fragend an. »Du hast doch gesagt, der wäre kaputt und ich soll den mal in die Werkstatt mitnehmen.«

»Ach so, ja«, erinnerte sich Ela etwas verlegen. »Der steht rechts hinter der Bude.«

Daggi zwängte sich kurz durch die Lücke zwischen den Buden, ohne die zur Schau gestellte Männerunterwäsche nebenan auch nur eines flüchtigen Blicks zu würdigen. Man hörte sie laut stöhnen und ächzen, und wenige Momente später kam sie in gebückter Haltung wieder nach vorne. Den Heizpilz hatte sie auf ihren Rücken gewuchtet, hielt ihn mit der einen Hand hinter ihrem Kopf und der anderen an ihrem Hintern fixiert und erinnerte so ein wenig an eine menschliche Raketenabschussrampe. Schwerfällig setzte sie einen Fuß vor den anderen. Dampfwolken quollen aus ihrem Mund wie bei einer Lok in voller Fahrt – kurz bevor sie wegen Maschinenschadens den Geist aufgab. Es war ein besorgniserregender Anblick.

»Moment, ich helf dir«, bot Basti an und krempelte die roten Ärmel seines Nikolausmantels hoch.

»Kein Bedarf«, wehrte Daggi schwer atmend ab. »Nur weil ich eine Frau bin, bin ich noch lange nicht behindert.«

Mit einer dicken Dampfwolke setzte sie sich wieder in Bewegung, drehte sich dann aber noch einmal um.

»Tom, du warst immer noch nicht bei mir, damit ich dir die Winterreifen draufziehen kann. Und deine Sommerreifen sind komplett durch. Also ich an deiner Stelle würde keinen Meter mehr mit der Karre fahren. Aber ich bin ja auch nur die lesbische Automechanikerin.« Und noch bevor Tom etwas darauf antworten konnte, hatte Daggi sich wieder umgedreht und stapfte zwischen den dicht gedrängten Marktbesuchern hindurch.

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