Logo weiterlesen.de
different boys - Folge 5

Inhalt

  1. Cover
  2. different boys - Die Serie
  3. Über das Buch
  4. Colin und Tom
  5. Freunde und Familie
  6. Über den Autor
  7. Titel
  8. Impressum
  9. Kapitel 1
  10. Kapitel 2
  11. Kapitel 3
  12. Kapitel 4
  13. Kapitel 5
  14. Kapitel 6
  15. Kapitel 7
  16. Kapitel 8
  17. Kapitel 9
  18. Kapitel 10
  19. Kapitel 11
  20. Kapitel 12
  21. Kapitel 13
  22. Kapitel 14
  23. Kapitel 15
  24. Kapitel 16
  25. Kapitel 17
  26. In der nächsten Folge

different boys – Die Serie

Die neue Gay-Romance-Serie »different boys« erzählt die turbulente Geschichte von Colin und Tom, den Zwillingsbrüdern, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch beide nur versuchen, ihr Leben, die Liebe und das Glück zu meistern.

Über das Buch

FOLGE 5: CSD UND ANDERE KATASTROPHEN

CSD-Wochenende in Köln und alle fiebern der großen Parade entgegen: Ela, die zum ersten Mal mit einem eigenen Wagen fürs Kabuff mitfährt. Colin, der kaum erwarten kann, welche heißen Jungs das Event in die Stadt spülen wird. Und Tom, der zum ersten Mal die Parade nicht als Single erleben wird. Aber dann kommt doch alles ganz anders: Ela sorgt mit ihrer ungewöhnlichen Wagendekoration für Aufsehen, Colin holt ein schrecklicher Fehler aus der Vergangenheit ein und Tom kommt Michael erneut gefährlich nah. Zu nah?

Colin und Tom

Colin hält Monogamie für den größten Betrug an der Menschheit und stürzt sich von einem erotischen Abenteuer ins nächste. Sein Job als Flugbegleiter führt ihn dabei rund um die Welt zu den angesagtesten Gay-Hot-Spots und heißesten Kerlen.

Tom umgibt sich lieber mit anderen Dingen, die das Leben schöner machen. Er hat in Köln seinen eigenen Designladen für Wohnaccessoires eröffnet. Doch zwischen all den leuchtenden Kerzenständern und kuscheligen Kissen vermisst er eins mehr als alles andere: den perfekten Mann fürs Leben – bis der ihm eines Tages wortwörtlich vor die Füße fällt.

Freunde und Familie

Für zusätzlichen Wirbel und Konfusionen im Leben der Zwillinge sorgen Mutter Ela und ihre besten Freunde Jenny, Basti, Daggi, Valeska und Adrian. Und dann ist da noch Schwester Lisa, deren erzkonservativer Mann einen Keil in die Familie treiben will.

Über den Autor

Norman Stark ist das Pseudonym eines erfolgreichen Autors, der seit vielen Jahren vor allem für zahlreiche deutsche TV-Produktionen Geschichten entwickelt und Drehbücher verfasst. Er lebt mit seinem Partner in Köln und kennt sich in der bunten schwulen Welt bestens aus.

Kapitel 1

Schwein-Ingwer, Hühnchen-Chili, Tofu-Estragon. Tom starrte auf die Platte mit den Dim-Sum. Er konnte sich einfach nicht entscheiden. Was aber nicht an der reichhaltigen Auswahl der kleinen chinesischen Köstlichkeiten lag, sondern an den Gästen, die mit am weiß lackierten Tisch saßen.

Die Segelohren hatte Sascha eindeutig von seinem Vater geerbt, dachte Tom, als er den gepflegten älteren Herrn auf der anderen Seite des Tisches genauer musterte. Die haselnussbraunen Augen und das spitze Kinn stammten hingegen von seiner Mutter, die in einem modischen Hosenanzug neben ihrem Gatten saß und an ihrem Glas Gavi di Gavi nippte.

»Bedienen Sie sich ruhig«, forderte Saschas Vater Tom freundlich auf und reichte ihm die Greifzange.

»Sollen wir nicht einfach alle Du sagen«, befand Sascha vergnügt und strich Tom sanft übers Knie. »Ist ja schließlich kein Geschäftsessen.«

Nein, ein Geschäftsessen war die Zusammenkunft in Saschas Wohnung auf keinen Fall. Trotzdem hatte der Abend eine ganz klare Agenda: Sascha wollte, dass Tom und seine Eltern sich kennenlernten. Seine Mutter und sein Vater sollten endlich den Menschen treffen, von dem ihr Sohn ihnen seit Wochen voller Begeisterung vorschwärmte. Das Du sollte nun die letzten Schranken aufheben, um Tom in seine Familie einzuführen. Und Saschas Eltern schienen mehr als bereit dazu. Ob Tom dazu bereit war, schien niemanden zu interessieren.

»Ich bin Yvonne«, strahlte die Frau mit dem spitzen Kinn, die Tom erst vor zwanzig Minuten kennengelernt hatte.

»Und ich Daniel«, sagte der Mann mit Saschas Segelohren, der Tom trotzdem ziemlich fremd vorkam. Aber anscheinend sahen die beiden in ihm schon so etwas wie ihren künftigen Schwiegersohn. Tom hatte das Gefühl, in einem Auto ohne Bremsen einen Berg hinunterzurasen.

»Ich bin Tom«, sagte er belegt, zog die Mundwinkel nach oben, damit es nach einem feierlichen Lächeln aussah, und erhob sein Weinglas.

Mit einem hellen Klingen der dünnwandigen Gläser wurde seine Aufnahme in Saschas Familie gekrönt. Und alles, woran Tom in diesem festlichen Moment denken konnte, war, dass Michael wieder Single war.

»Komm, jetzt iss aber mal was!«, sagte Daniel und drückte Tom grinsend die Greifzange in die Hand. »Sascha hat schon erzählt, dass ihr sonst immer Pommes zusammen esst, aber die Dim-Sum sind viel leckerer. Und gesünder.«

Mit einer intuitiven Bewegung strich Sascha Tom zärtlich über den Nacken und lachte. »Keine Sorge, ich hab auch andere Dinge erzählt. Nicht nur das mit den Pommes.«

»Aber nur Gutes!«, versicherte Yvonne und lächelte Tom warmherzig an.

Tom stieß einen Lacher hervor, der amüsiert klingen sollte, und ließ die Greifzange abwesend über der Platte kreisen. So merkte wenigstens niemand, dass er mit seinen Gedanken ganz woanders war.

Er konnte sich wirklich nicht entscheiden. Noch nicht mal zwischen Schwein-Ingwer, Huhn-Chili oder Tofu-Estragon. Geschweige denn zwischen Sascha und Michael. Tom kam es vor, als säße er im falschen Film. Ein Film, bei dem er nicht Regie führte, sondern zum Mitspielen verdammt war. Dabei flatterte das lose Ende einer Filmrolle in seinem Kopf, die noch lange nicht bis zum Ende abgespielt war. In diesem Film hatte die Natter am Frankfurter Flughafen mit Michael Schluss gemacht. Natürlich mit einem riesigen Eklat, damit es auch der ganze Flughafen mitbekommen konnte. Sie hatte Michael einen der großen Rollkoffer aus der Hand gerissen. Sodann hatte die Natter, also Alex, seinen kleinen Designer-Koffer auf den großen Koffer gehievt, der vollgestopft war mit Klamotten im Wert eines Kleinwagens, die er während des Kurztrips nach Miami eingeheimst hatte, natürlich alles bezahlt mit Michaels Kreditkarte. Unter größtem Gezeter war Alex davonstolziert. Wie versteinert hatte Michael dagestanden und seinem Exfreund hinterhergeblickt.

»Ich kommt schon klar«, hatte er mit bleiernem Blick gesagt, als Tom auf ihn zugegangen war, um ihn zu trösten. Michael war derart vor den Kopf gestoßen, dass er sich noch nicht mal gewundert hatte, warum Tom plötzlich aufgetaucht war. Er hatte nur Alex weiter hinterhergeschaut, obwohl der bestimmt längst ein Taxi genommen hatte, um damit nach Köln zu fahren.

»Das ist ja witzig«, hatte Michael noch gesagt, ohne die Miene zu verziehen, als Tom aufklärte, dass Colin sein Zwillingsbruder war. Dann hatte er sich die beiden schweren Koffer genommen und war aus dem Gebäude getrottet.

Tom hatte noch überlegt, ihm nachzurennen, ihn in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen, dass er da sein würde, wann auch immer Michael ihn brauchte.

Aber stattdessen hatte er sich irgendwann losgerissen und Colin zugeraunt: »Helfen kann man dem wohl gerade nicht. Lass uns gehen!«

Aber viel mehr hatte er vor der Erdspalte fliehen wollen, die sich in seinem Kopf auftat und aus deren Grund die Frage zu ihm heraufschallte, was das alles für ihn zu bedeuten hatte. Denn wenn Michael nicht mehr mit Alex zusammen war, gab es dann ein Happy End für Tom und Michael …?

»Probier doch einfach alle drei«, unterbrach Yvonnes glockenhelle Stimme Toms ausufernde Fantasie, bevor er zu der Szene kommen konnte, in der er mit Michael in einer alten Corvette in den Sonnenuntergang fuhr. Dieses Bild geisterte schon seit Wochen in seinem Kopf herum.

Tom lud drei Vorspeisen auf seinen Teller und reichte die Platte an Sascha weiter, dem es bestimmt völlig egal war, ob sie Dim-Sum, Pommes oder auch gar nichts aßen. Denn für ihn fand das Happy End schon allein dadurch statt, dass Tom neben ihm saß und sie zusammen waren. Und Tom verstand sich selbst nicht mehr, warum er nicht genauso fühlen konnte. Denn auf der Checkliste für erfolgreiche Beziehungen konnte er viele Häkchen vermerken. Sascha und er begeisterten sich beide für moderne Kunst. Sascha und er aßen gerne Pommes. Sascha und er hatten guten Sex. Und wenn sie keinen Sex hatten, schliefen sie einfach so aneinandergekuschelt ein.

Die erste Hürde des Schwiegereltern-Tests hatte er auch schon bestanden, denn Yvonne und Daniel lächelten ihn die ganze Zeit an wie einen zweiten Sohn und stellten abwechselnd Fragen, um die neue Flamme ihres richtigen Sohnes besser kennenzulernen.

Als Tom Schwein-Ingwer verputzt hatte, wussten sie bereits, welches Laden-Sortiment er für den Herbst geordert hatte.

»Ein Teeservice aus Japan würde mir auch gut gefallen«, überlegte Yvonne erfreut.

»Wir können ja mal in deinem Laden vorbeischauen und gucken, ob wir etwas Schönes finden«, schlug Daniel vor und zwinkerte Tom kumpelhaft zu.

Nach Huhn-Chili hatten sie erfahren, dass sein Zwillingsbruder als Flugbegleiter arbeitete.

»Da kommt er bestimmt viel herum …«, stellte Daniel interessiert fest.

Tom nickte. »Gerade dürfte er in Bangkok angekommen sein.«

»Bangkok!«, seufzte Yvonne verzückt. »Da müsst ihr beide auch mal zusammen hinfahren!«

Und nach Tofu-Estragon waren Saschas Eltern auch darüber im Bilde, dass Toms Mutter eine Schwulenkneipe in der Altstadt führte und sein amerikanischer Vater, der einst als GI nach Deutschland gekommen war, die Familie kurz nach dem Golfkrieg hatte sitzen lassen, um ausgerechnet im verfallenen Nest Gaylord in Minnesota mit einer dauergewellten Kassiererin ein neues Leben anzufangen.

»Ich freu mich echt, dass ihr so glücklich seid!«, sagte Yvonne, nachdem sie ihr Glas geleert hatte, und strahlte Tom herzenswarm an. »Nach allem, was Victor dir angetan hat.«

Saschas Hand, die bis dahin sanft Toms Knie gestreichelt hatte, zuckte zusammen.

»Mama, bitte …«, sagte Sascha gepresst und warf seiner Mutter einen strengen Blick zu. Die Stimmung am Tisch kühlte schlagartig ab. Victor war der Übeltäter, der Sascha verlassen und in eine tiefe Lebenskrise gestürzt hatte. Eine Lebenskrise, in der er Tom kennengelernt, ihn zu einem One-Night-Stand verführt, von sich gestoßen und dann doch an sein Herz gelassen hatte. Weil er Victor erst nicht vergessen konnte, später aber vergessen wollte, um mit Tom etwas Neues anzufangen und die Krise hinter sich zu lassen. Tom griff nach Saschas Hand, drückte sie und lächelte ihn bestärkend an. Doch es fühlte sich verlogen an, wie sollte er für Sascha der neue Anker im Leben sein, während er selbst zwischen Michael und Sascha hin- und hergeworfen wurde, ohne zu wissen, was er wirklich wollte.

»Ach, alte Geschichten«, schob Daniel das Thema beiseite und entkorkte die nächste Flasche Gavi di Gavi. »Noch jemand Wein?«

»Ja gerne«, flötete Yvonne und hielt ihr Glas hoch. »Wir sitzen doch gerade so schön zusammen.«

Tom ahnte, dass es ein langer Abend werden würde, in dessen Verlauf er viele weitere Fragen würde beantworten müssen. Jedoch ohne eine Antwort darauf zu bekommen, warum er nicht darüber hinwegkam, dass Michael wieder Single war.

Kapitel 2

»Ein Zimmer teilen?!«

Colins Blick fiel entsetzt auf Nils, dem der Gedanke nicht weniger schaurig vorzukommen schien.

»Wir hatten leider einen Wasserschaden im dritten Stock. Da müssen wir alle etwas zusammenrücken«, sagte die Empfangsdame hinter der marmorgetäfelten Rezeption und schenkte den frisch eingetroffenen Flugbegleitern ein unbeirrbar gastfreundliches Lächeln, als hätte sie ihnen gerade ein Upgrade in die Präsidenten-Suite offeriert.

Die besänftigenden Klänge, die die luftige Lobby des Hotels erfüllten und sich mit dem friedlichen Gluckern eines kleinen Springbrunnens vermischten, konnten trotzdem nicht verhindern, dass Colins Puls in die Höhe schnellte.

Dreizehn lange Stunden hatte er die Gesellschaft seines Kollegen Nils auf dem Flug nach Bangkok ertragen müssen. Üblicherweise ging es auf den Nachtflügen etwas ruhiger zu, weil die Passagiere größtenteils schliefen. Es waren die Momente, in denen Colin einen Plausch mit den anderen Flugbegleitern halten oder sich für ein paar Minuten ausruhen konnte, um genügend Energiereserven für seine Erkundungen am Zielort zu haben. Doch Nils legte keinen Wert auf entspannte Unterhaltungen oder einfach nur mal Die-Klappe-Halten. Denn schon Colins schiere Anwesenheit empfand er immer als Beleidigung, zumal Colin als Purser der Chef an Bord war und ihm Anweisungen geben durfte. Schon als sie das schöne Karlsbad in Tschechien überflogen, hatte Nils geklagt, weil Colin ihn angewiesen hatte, die Decken für die Nacht an die Passagiere auszuteilen. Bis Baku hatte er sich dann bei Katja in der hinteren Bordküche über Colin ausgekotzt und war dabei ständig mit dem Zeigefinger über seine Augenbrauen gefahren, was er immer tat, wenn er besonders eingeschnappt war. Irgendwo über dem pakistanisch-indischen Grenzgebiet hatte er erneuten Streit gesucht, weil er keine Lust hatte, die Toiletten zu reinigen. Und auch der hektische Frühstücksservice über dem Golf von Bengalen hatte ihn nicht davon abgehalten, sich darüber zu aufzuregen, noch einmal mit der Kaffeekanne herumgehen zu müssen. »Das ist voll die Schikane«, hatte er gefaucht und sich wieder die Augenbrauen gerieben.

Das tat er auch jetzt, während die Dame hinter dem Marmorwall ihnen ihre Schlüsselkarten für das gemeinsame Zimmer entgegenstreckte. Und ausnahmsweise konnte Colin Nils’ Verärgerung nachvollziehen. Denn nach den dreizehn Stunden Nahkampf an Bord der Boeing 777 hatte er das Bedürfnis, eine Woche am Strand in Südthailand zu verbringen. Leider musste er in 24 Stunden schon wieder den Heimflug und somit die Rückrunde gegen Nils antreten müssen.

»Das kommt gar nicht infrage«, legte Colin sein Veto ein. Das Lächeln der Empfangsdame bekam messerscharfe Ecken.

»Unsere Vereinbarungen mit K-Air erlauben es uns, in Ausnahmefällen solche Entscheidungen zu treffen«, flötete sie unbeirrt und hielt ihnen weiterhin die Schlüsselkarten entgegen.

Nils stieß verächtlich Luft aus und rubbelte seine linke Braue, sagte jedoch nichts.

»Dann werde ich mich eben nach einem anderen Hotel umschauen«, beschloss Colin frustriert. Dass er damit Nils ein triumphierendes Lächeln ins Gesicht zauberte, nahm er in diesem Moment widerwillig hin. Das war immerhin besser, als eine ganze Nacht dessen Fresse ertragen zu müssen.

Wenige Momente später stand Colin vor der Glasfassade des Hotels an der sechsspurigen Silom Road, die wie üblich chronisch verstopft war. Zäh wie Lava schob sich die Blechlawine an ihm vorbei. Seine Nase umwehte ein Gemisch aus brütend heißer Schwüle, beißenden Abgasen und dem scharfen Duft aus einer Garküche. Die Gerüche nahmen ihm beinahe den Atem.

Glücklicherweise hatte er über sein Smartphone so kurzfristig noch ein Zimmer in Sayam’s Guesthouse reservieren können, das er von einem früheren Bangkok-Aufenthalt kannte. Das hübsche Boutique-Hotel hatte nicht nur individuell eingerichtete Zimmer, sondern lag auch noch in Laufweite zur Babylon Sauna, in der Colin sich später noch etwas vergnügen wollte. Die Aussicht munterte ihn schlagartig auf, und er winkte ein Taxi aus dem endlosen Autokorso zu sich heran.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "different boys - Folge 5" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen