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Zwischen Hoffen und Bangen

1. KAPITEL

Alexanders Lippen waren noch immer so nah. Laura konnte seinen Atem spüren, das Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie müsste ihren Mund nur wenige Millimeter auf ihn zu bewegen, dann würde sie ihn endlich wieder küssen – Alexander, den sie noch immer über alles liebte, obwohl es verboten war.

Er war ihr Bruder.

Sie öffnete die Augen. „Wir dürfen das nicht.“ Ein Flehen lag in ihrem Flüstern. Trotzdem verharrten beide, rührten sich nicht. Sie sahen sich an, als fänden sie nur in den Augen des anderen das, was sie am Leben erhielt. Das, was ihnen einen Weg weisen würde durch den dunklen Dschungel ihrer Gefühle. Laura brauchte all ihre Kraft, um endlich ihren Blick von ihm loszureißen. Sie wich ein Stück zurück.

„Laura ...“ Aus Alexanders Mund klang ihr Name wie eine Beschwörung. Aber sie durfte sich nicht hinreißen lassen. Tränen stürzten ihre Wangen hinunter, als sie verzweifelt aus dem Pferdestall stürmte. Aufgewühlt sah er ihr nach.

Es brauchte eine Weile, bis er wieder in der Lage war, einen klaren Gedanken zu fassen. Schließlich beschloss er, ihr nachzugehen, und erreichte sie am Hintereingang des „Fürstenhofs“. Sie wischte sich die Tränen aus dem Augenwinkel.

„Laura, es tut mir Leid. Das eben, im Stall, hätte nie passieren dürfen. Bitte glaub‘ mir, ich habe das nicht gewollt.“ Wieder versanken sie in einem Blick, der all das sagte, was sie nicht auszusprechen wagten. „Nein, glaub‘s mir nicht“, fuhr Alexander leise fort. „Ich habe es gewollt, und ich will es jeden Tag. Laura!“

Voller Verzweiflung schüttelte sie den Kopf und gab sich alle Mühe, ein Schluchzen zu unterdrücken. „Mir geht es doch genauso“, brach es aus ihr hervor. „Ich sehne mich nach dir ... morgens, mittags, abends, nachts ... du bist bei mir, wo immer ich bin. Ich fühle mich so schuldig.“ Nun rann doch eine Träne ihre Wange hinunter. Was sollte sie nur tun? Ihr Herz tat so weh, dass sie beinahe meinte, es müsse zerspringen.

„Das darfst du nicht“, erwiderte Alexander nun. „Es ist nicht deine Schuld und meine auch nicht. Ich weiß nicht, warum das Schicksal uns vor eine solche Aufgabe stellt, aber wir dürfen nicht davor weglaufen.“

Sie schluckte. Wie gern wäre sie tapferer gewesen. „Ich halte das nicht aus. Vielleicht ist es besser, wenn ich von hier weggehe. Ehe noch ein Unglück passiert.“

Er sah sie erschrocken an. „Nein! Du darfst nicht gehen! Ich kann ohne dich nicht leben.“

Die Liebe, die in seinen Worten lag, ließ Laura erzittern. Sie versuchte zu sprechen, brachte jedoch nur ein heiseres Flüstern zustande.

„Das ist es ja. Was soll aus uns werden, wenn ich hier bleibe?“ Der Kummer schien ihr beinahe die Luft zum Atmen zu rauben, und auch in Alexanders Augen schimmerten Tränen.

„Bleib trotzdem hier“, bat er sie. „Sei einfach in meiner Nähe. Ich verspreche dir, dass wir uns nicht mehr allein sehen werden, ja? Weil ... weil ich sonst für nichts garantieren kann.“ Stumm blickten sie sich an. Was gab es noch zu sagen? Hätten sie die Wahrheit nicht gekannt, sie hätten niemals davon abgelassen, einander zu lieben. Miteinander zu leben. Aber so? Hinter ihren tiefen Gefühlen füreinander hatte sich ein Abgrund aufgetan. Und sie durften nicht hineinstürzen.

Plötzlich stand Katharina neben ihnen.

„Alexander, was tust du hier?“ Die Geschwister fuhren ertappt auseinander. „Wir waren doch im Pferdestall verabredet.“

„Im Pferdestall, ja, Katharina, also ...“, stotterte er, während er verzweifelt nach einer Ausrede suchte. Seine Frau sah prüfend zwischen den beiden hin und her.

„Ich spüre, dass hier etwas nicht stimmt“, stellte sie fest, und ihre Stimme durchschnitt die unangenehme Stille. „Und ich will jetzt wissen, was.“ Bestürzt blickten Laura und Alexander sie an.

Es war Laura, die schließlich das Schweigen brach und behauptete, sie würden sich Sorgen um Robert machen. Und Alexander griff diese Notlüge dankbar auf.

„Der zweite Stern fürs Restaurant ist für unser Unternehmen mit hohen Kosten verbunden“, begann er.

„Die Küche muss aufgerüstet werden“, fuhr Laura fort. „Robert ist am Planen und Umstrukturieren. Das alles wird sehr viel Geld kosten.“

„Und dann müssen wir unser Personal weiterbilden, eine neue Weinkarte ... Das Preisniveau wird steigen ...“

„Die Frage ist, ob die Gäste da so mitziehen“, ergänzte Katharina, die nun einigermaßen beruhigt wirkte. Laura und Alexander nickten. „Ihr findet es zu gewagt?“

„Finanziell können wir das kaum leisten“, antwortete er. „Ein zweiter Stern würde dem ,Fürstenhof‘ mehr schaden als nützen.“

„Ich verstehe ... Die Situation ist sicherlich nicht einfach für euch“, bemerkte Katharina und ahnte nicht, wie Recht sie damit hatte.

Laura verabschiedete sich eilig und floh in die Küche.

Sie war noch immer vollkommen durcheinander. Alexander war mit Katharina verheiratet. Laura hatte die ganze Zeit geglaubt, gehofft, sie könnte sich von ihm lösen, wenn sie nur einen anderen Mann kennen lernen würde. Doch jetzt wusste sie, dass er genauso empfand wie sie ... Wie sollte sie nun von ihm loskommen? Was sollte werden, wenn sie sich das nächste Mal allein begegneten? Sie vergrub das Gesicht in ihren Händen. Es half nichts, es zu leugnen. Sie liebte ihn. Und es machte nicht den Anschein, als ob sich das jemals ändern würde.

Als sie mit ihrem Mann allein war, schlug Katharina vor, selbst mit Robert und Maxim zu sprechen, doch Alexander wehrte ab.

„Entschuldige bitte, dass ich dir als deine Ehefrau helfen wollte“, erwiderte sie gereizt.

„Ich will dich da nicht mit reinziehen“, wollte er beschwichtigen, machte es damit aber nur schlimmer.

Verletzt sah seine Frau ihn an. „Danke für dein Vertrauen. Wenn dein Vater das Hotel genauso geführt hat wie du, wundert es mich nicht mehr, dass Charlotte sich irgendwann aus den Geschäften herausgehalten hat.“ Alexander war sichtlich verwirrt. „Was ist eigentlich mit dir los? Dich quälen doch nicht nur Robert und Maxim?“

Es kostete Alexander all seine Kraft, sich zusammenzureißen und seine Frau in die Arme zu schließen. „Es tut mir Leid“, entschuldigte er sich. „Der ganze Stress mit der Fusion, den Anteilen, meinem Vater, Maxim, Robert...“

„Ich verstehe dich ja. Du warst schon immer sehr sensibel. Das ist auch ein Grund, warum ich dich so liebe.“ Versöhnt schmiegte Katharina sich an ihn und wollte nicht wahrhaben, wie weit ihr Mann in Wirklichkeit von ihr entfernt war.

Sie nahm sich vor, ihr Glück bei Maxim und Robert auch ohne seine Zustimmung zu versuchen.

Nachdem Lars Hoffmann ein weiteres Mal versucht hatte, sie zu einer Weinprobe einzuladen, gab Marie ihm zu verstehen, dass sie sein Gespräch mit Robert im Weinkeller mit angehört hatte. Der Restaurantleiter war bestürzt und wollte seinen Fehler unbedingt wieder gutmachen.

„Was Sie da mit angehört haben ... Das Kind von uns beiden bin wohl eher ich. Und für mein Verhalten möchte ich mich entschuldigen.“ Dieses Mal ließ sie sich jedoch nicht von seinem charmanten Lächeln beeindrucken.

„Das macht es auch nicht wieder gut.“

„Meinen Sie nicht, Sie können einem dummen Jungen wie mir noch einmal verzeihen?“ wollte er wissen.

„Also war das Gerede für Sie nur ein ganz bedeutungsloser Dumme-Jungen-Streich und mehr nicht? Wollen Sie sich mit so einer faden Erklärung herausreden?“ Marie schien ehrlich empört.

„Nein. Es war wirklich nicht in Ordnung. Aber ich habe es nicht böse gemeint.“ Er versuchte es mit einem Scherz: „Habe ich Ihnen eigentlich schon erzählt, dass ich an einer grässlichen Krankheit leide, bei der das Mundwerk zu locker ist und die Verbindung zum Hirn manchmal unterbrochen wird?“

Sie winkte ab. „Geben Sie mir noch eine Chance, Marie“, bat er, „und fahren Sie mit mir nach Würzburg zur Weinprobe.“ „Geht nicht, ich habe zu tun.“ Sie wandte sich einer Kundin zu, die gerade den Feinkostladen des Hotels betreten hatte. Und Lars begriff, dass im Moment nichts mehr zu machen war. Wortlos verließ er den Laden, und Marie blickte ihm verletzt hinterher.

Tanja traf Marie kurze Zeit später im Personalraum. Marie starrte reglos in eine Tasse Kaffee, die vor ihr auf dem Tisch stand. Natürlich bemerkte Tanja den Kummer ihrer Freundin sofort.

„Marie, was ist denn los? Wie soll ich dir helfen, wenn du nicht mit mir sprichst?“

Seufzend blickte Marie auf. „Es hat so wehgetan, wie Lars über mich mit Robert geredet hat“, erklärte sie. „Deshalb fahre ich auch nicht mit ihm zur Weinprobe. Er soll mich einfach in Ruhe lassen!“

„Aber er hat dich dazu eingeladen, keine andere“, versuchte das Zimmermädchen vorsichtig zu widersprechen.

„Weil er ein schlechtes Gewissen hat. Oder Mitleid. Damit ich mal rauskomme, weil ich sonst so einsam bin.“

„Mach‘ dich doch nicht immer so klein! Du bist nett, und du bist hübsch. – Und du musst dich gar nicht aufbrezeln und ihn eifersüchtig machen.“ Überrascht sah Marie sie an – das waren ganz neue Töne aus Tanjas Mund. „Lars soll dich so lieben, wie du bist.“

„Und wenn er das nicht tut?“

Die Freundin zuckte mitleidig die Schultern. „Wenn du dabei unglücklich bist und eingehst wie eine Primel, schlag ihn dir aus dem Kopf. Dann tut er dir nicht gut.“

„Zu spät“, seufzte Marie, und ein Schatten huschte über ihr zartes Gesicht. „Das kann ich nicht mehr.“

Währenddessen fragte Lars den Küchenchef um Rat.

„Ich wollte Marie wirklich nicht verletzen. Hast du eine Idee, wie ich das wieder gutmachen könnte?“ Robert konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und schlug seinem Freund auf die Schulter. „Ich will sie nicht erobern“, wehrte der sich gegen die kumpelhafte Geste. „Sie ist eine tolle Kollegin. Und ich möchte mit ihr weiterarbeiten, in Frieden. – Komm schon, Robert, hilf mir!“

„Das mit der Weinprobe war ein guter Anfang“, sagte der Küchenchef und lächelte noch immer verschmitzt.

Aber Robert mochte Lars viel zu gern, um nicht ein gutes Wort für ihn einzulegen, und so machte er sich auf den Weg, um mit Marie zu reden.

„Du bist eine wunderbare, warmherzige, hübsche und humorvolle Frau“, sagte er kurz darauf zu seiner Ex-Freundin. „Ich weiß das, und Lars weiß das auch. Es tut ihm wirklich Leid, was er gesagt hat.“

„Du hast ihm nicht widersprochen, als er so abfällig über mich geredet hat“, entgegnete sie.

„Doch, hab ich“, beteuerte er. „Wie könnte ich da nicht widersprechen? Marie, wir hatten wunderbare Zeiten, auch wenn es letztlich mit uns nicht geklappt hat. Du bist die Einzige, die es mit mir ausgehalten hat!“

„War nicht immer einfach“, gab sie zu und hatte Mühe, ihre Rührung zu verbergen.

„Du hättest nachher übrigens Zeit, mit Lars zur Weinprobe zu gehen. Ich brauchte nur den Schlüssel von dir, dann organisiere ich den Laden.“ Auf Maries Gesicht breitete sich langsam ein Lächeln aus. Sie bedankte sich bei Robert, der ihr einen Kuss auf die Wange gab und ihr Glück wünschte, bevor er wieder an seine Arbeit zurückging.

Gegen Mittag fuhr Maxim Klinker-Emden mit seinem Sportwagen vor dem „Fürstenhof“ vor. Werner kam gerade von einem Spaziergang zurück.

„Na, warst du spazieren? Beneidenswert, wie viel Zeit Rentner haben“, spottete der neue Geschäftsführer. „Du entschuldigst mich? Ich habe zu tun.“

„Aber gern. Man kann nicht früh genug mit dem Arbeiten anfangen, nicht wahr, Maxim?“ hielt der Seniorchef dagegen. Er wollte die Lobby betreten, als er zwei finstere Gestalten erblickte, die direkt auf Katharinas Bruder zugingen. Maxims coole Fassade bröckelte sichtlich.

„Ihr könnt gleich wieder abzischen“, knurrte er die beiden an. „Im Hotel habt ihr nichts zu suchen, das war so abgesprochen!“

Seinen Besuch schien das jedoch völlig kalt zu lassen. „Hättest du dich an die Absprachen gehalten, wären wir gar nicht gekommen“, sagte der eine. „Aber wenn du deine Pokerschulden nicht ganz fix zahlst, kommen wir wieder und nehmen die Bude hier auseinander.“ Bei dieser Vorstellung bekam es sogar der leichtfertige Geschäftsführer mit der Angst zu tun.

„Hey, Heiko, du kennst mich doch“, wollte er beschwichtigen.

„Du sagst es“, entgegnete Heiko ungerührt.

Maxim versuchte es weiter auf die sanfte Tour. „Komm, hab ich euch je hängen lassen? Ihr kriegt das Geld, großes Hotelchefehrenwort.“

„Heute?“

Er biss sich auf die Unterlippe. „Na ja ...“

„Verarsch‘ mich nicht!“ Heiko packte ihn drohend am Kragen, sein Kompagnon ließ demonstrativ die Fingerknochen knacken.

„Nie, ich schwör‘s“, flüsterte Maxim erschrocken.

„Also, wann fließt die Kohle?“

„In zwei Tagen, okay? Bis dahin boomt das Geschäft, und ich bin wieder flüssig.“ Er wollte seinem Gegenüber kumpelhaft auf die Schulter klopfen, aber Heiko ließ es nicht zu.

„Das ist alles? Leere Versprechungen?“

„Ich schwör‘s dir. Nur achtundvierzig Stunden!“ beteuerte Katharinas Bruder vergeblich.

„Ich hab‘ die Faxen dicke. Ich gehe nicht mit leeren Händen von hier weg.“

Maxim blickte sich nervös um. Die Situation wurde immer brenzliger. „Heiko, komm schon. Du kriegst sogar Zinsen.“ Sein Gläubiger pustete ihm verächtlich ins Gesicht und griff blitzschnell nach dem Autoschlüssel, den Maxim noch immer in der Hand hielt.

„Ey, was soll das?“

Die beiden Männer grinsten ihn bösartig an. „Du kriegst zwei Tage Aufschub. Aber bis dahin behalten wir dein schönes Spielzeug als Pfand. Ist doch ein fairer Deal, oder?“

„Das könnt ihr nicht machen!“

Doch die zwei gingen wie selbstverständlich zu seinem Wagen und setzten sich hinein. Maxim war entsetzt, traute sich jedoch nicht, sie daran zu hindern.

„Wir können noch ganz anders“, drohte Heiko ein letztes Mal. „An deiner Stelle würde ich es aber nicht unbedingt drauf anlegen.“ Dann ließ er den Motor aufheulen, winkte grinsend und brauste davon. Beunruhigt und fassungslos starrte Maxim seinem Auto hinterher.

Werner hatte nicht hören können, was gesprochen worden war – aber allein das, was er gesehen hatte, beunruhigte ihn zutiefst.

Als er Charlotte aufsuchte, um sie noch einmal nachdrücklich vor dem jungen Klinker-Emden zu warnen, gab sie ihm deutlich zu verstehen, dass sie an seinem Rat nicht interessiert war.

Um sich abzureagieren, kehrte Katharinas Bruder Herrn Sonnbichler gegenüber erst einmal den Chef heraus: „Alfons, ab morgen wird sich im ,Fürstenhof‘ einiges ändern. Und Sie haben das genau zu befolgen. Ist das klar?“

Der Portier musste sich zusammenreißen, um den Befehlston des neuen Geschäftsführers zu ertragen. „Das gehört im Allgemeinen zu meinen Aufgaben“, entgegnete er indigniert.

„Gut“, erwiderte Maxim, der sich in seiner Rolle gefiel. „Erstens: Ich werde in jedem einzelnen Fall prüfen, ob die Stammgäste Rabatt erhalten. Zweitens: Alle Personalfragen werden in Zukunft mit beiden Geschäftsführern abgesprochen. Und drittens: Sonderzulagen sind ab sofort abhängig vom Engagement und auch von der Position eines Mitarbeiters. Merken Sie sich das!“

Nun gelang es Alfons nicht länger, seinen Unmut zu verbergen. „Ich bin zwar schon über dreißig Jahre in diesem Haus tätig, aber deshalb noch lange nicht senil, Herr Klinker-Emden. Besprechen Sie Ihre Änderungswünsche doch bitte mit Herrn Saalfeld. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie das bereits alles mit ihm geklärt haben.“

Maxim funkelte ihn wütend an. „Sie haben hier nicht mit mir zu diskutieren, sondern nur meine Anweisungen entgegenzunehmen. Sonst muss ich mir noch ernsthaft Gedanken über Ihren zu hohen Lohn machen. Und das wollen Sie doch nicht ...“ Damit wandte er sich ab und ließ Herrn Sonnbichler an der Rezeption stehen.

Alfons schnaubte verächtlich. „Wenn Sie wüssten, was ich hier alles nicht will“, knurrte er.

Nachmittags war Laura noch immer vollkommen aufgelöst. In ihrer Pause zog sie sich in den Personalraum zurück und ließ ihren Tränen freien Lauf. Tanja platzte herein und plapperte fröhlich drauflos, ohne zu bemerken, in welcher Verfassung sich ihre Freundin befand. Erst als sie in Lauras Gesicht blickte und sah, wie ihr die Tränen über die Wangen liefen, unterbrach sie sich mitten im Satz.

„Süße, was ist denn mit dir los?“ fragte sie besorgt, ließ sich neben Laura auf einen Stuhl fallen und legte einen Arm um ihre Schultern.

„Es ist so furchtbar.“ Laura starrte verzweifelt vor sich hin. „Ich habe Alexander beinahe geküsst.“

„Nein ...“, entfuhr es Tanja.

„Und das Allerschlimmste ist, ich wollte es.“

„Und Alexander? Wollte er es auch?“

Laura nickte. Die ganze Hoffnungslosigkeit der Welt lag in ihrem Blick. „Ja. Er hat sich genauso danach gesehnt wie ich. Das habe ich ganz deutlich gespürt.“ Sie machte eine Pause. „Wir lieben uns immer noch. Was sollen wir denn nur machen?“ Schluchzend warf sie sich in Tanjas Arme.

Das Zimmermädchen hatte nun zwei Freundinnen, die ihre Hilfe brauchten. So gern wollte sie Laura trösten, und außerdem hatte sie sich fest vorgenommen, Lars von Maries Qualitäten zu überzeugen. Sie wusste, dass er heute an einer Weinprobe teilnehmen würde, und sie wusste, dass Marie nicht vorhatte, ihn zu begleiten. Das war die perfekte Gelegenheit, um an Maries Stelle mit ihm nach Würzburg zu fahren und ihm unterwegs pausenlos von Marie vorzuschwärmen.

„Würzburg soll eine total schöne Stadt sein“, lächelte sie den Restaurantleiter an. „Darf ich mit?“

Er grinste. „Als ob du dich für Weine interessierst. – Aber von mir aus. Marie kommt sowieso nicht.“ Das war für sie der perfekte Aufhänger, so lange in den höchsten Tönen von ihrer Freundin zu erzählen, bis Lars sie unterbrach: „Weißt du, dass Kuppelei öfter schadet als hilft?“

Tanja setzte eine unschuldige Miene auf. „Wer sagt denn was von verkuppeln?“

„Du weißt, dass mein Herz für Laura schlägt.“ Seine Stimme klang ernst.

„Wie lange denn noch?“ entgegnete Tanja ungeduldig. „Das ist doch sinnlos.“

„Aufgeben kann ich immer noch.“

Marie hatte Tanja und auch Lars nicht gesagt, dass sie sich doch dazu entschlossen hatte, mit zur Weinprobe zu kommen. Nach der Arbeit hatte sie sich schnell umgezogen und hübsch gemacht. Und nun stand sie am Hinterausgang und beobachtete fassungslos, wie ihre Freundin mit dem Mann davonbrauste, in den sie sich so schrecklich verliebt hatte.

Am Abend ließ Katharina Laura zu sich bitten, die sich nur sehr ungern auf den Weg in die Saalfeld‘sche Privatwohnung machte.

„Du wolltest mich sprechen?“ fragte sie unsicher.

Katharina nickte und bat sie, sich zu setzen.

„Ich habe über Alexander und dich nachgedacht.“ Laura stockte der Atem, sie versuchte nach außen jedoch, weiterhin ruhig zu erscheinen. „Ihr wart vorhin so durcheinander, als ich mit euch sprach. Und ich wollte dem gern auf den Grund gehen.“ Laura war einer Panik nahe, schluckte und sah Alexanders Frau mit aufgerissenen Augen an. „Deshalb habe ich selbst mal mit Robert und Maxim geredet“, fuhr Katharina fort. Laura spürte, wie eine Last von ihren Schultern fiel – Katharina ahnte nichts. „Ich glaube, ihr habt Recht. Die beiden verrennen sich in etwas Unüberschaubares. Ohne Alexander und seine Erfahrung werden sie es nicht schaffen.“

„Ich bin froh, dass du das auch so siehst“, entgegnete Laura. „Maxim ist immerhin dein Bruder.“

„Und Robert deiner. Trotzdem, wenn Männer nicht mehr klar denken können, müssen wir ihnen helfen.“ Laura gefiel diese Vorstellung gar nicht. „Allein habe ich es heute schon versucht, aber ich bin nicht wirklich vorangekommen.“ Katharina sah sie erwartungsvoll an.

„Ich glaube nicht, dass ich mit Maxim oder Robert besser zurechtkomme als du.“

„Ich dachte auch mehr an Alexander.“ Laura zuckte unmerklich zusammen. „Du musst mit ihm sprechen. Er darf die beiden jetzt auf keinen Fall im Stich lassen. Sie brauchen ihn.“

„Wieso sprichst du nicht einfach selbst mit ihm?“

„Weil er immer ganz woanders ist mit seinen Gedanken“, seufzte Katharina. „Du bist zurzeit die Einzige, die an ihn herankommt.“

„Nein. Ich kann das nicht“, wehrte Laura unbeherrscht ab.

„Bitte. Nimm dir die Zeit. Auf dich hört er.“

„Das kannst du nicht von mir verlangen.“

Alexanders Frau zog die Augenbrauen hoch. „Warum denn nicht? Du hast einfach das richtige Gefühl für Alexander. Du weißt, wie du mit ihm umgehen musst, damit er auf dich hört.“

Laura war aufgesprungen. „Tut mir Leid. Ich bin nicht die Richtige dafür.“ Und damit verließ sie eilig die Wohnung. Irritiert blickte Katharina ihr hinterher.

Warum nur war alles so ungerecht? Laura hatte doch nichts Böses getan, und trotzdem meinte es das Schicksal so grausam mit ihr. Warum war sie ausgerechnet hierher gekommen? Um sich rettungslos in Alexander zu verlieben ... und dann festzustellen, dass er ihr Bruder war. Sie wäre besser in Halle geblieben! Aber dort hätte sie niemals die Chance bekommen, so schnell Dessertköchin zu werden. Geschweige denn, einen Preis für ihre Pralinen zu gewinnen und sie in einem eigenen Laden verkaufen zu können. Außerdem hatte sie hier eine große Familie gefunden, auch wenn es bei den Saalfelds nicht gerade friedlich zuging ... Doch der Preis dafür war hoch. Wie sollte sie sich als Schwester für Alexanders Ehe freuen, wenn sie ihn als Frau noch immer begehrte?

2. KAPITEL

Robert hatte mitbekommen, wie sehr es Marie verletzt hatte, dass Lars mit Tanja nach Würzburg zur Weinprobe gefahren war. Am nächsten Tag sprach er seinen Freund darauf an.

„Marie wollte doch noch mit dir fahren. Aber gerade, als sie zu dir kam, stieg Tanja ins Auto.“

Der Restaurantleiter verzog betroffen das Gesicht.

„Oh nein. Jetzt denkt sie bestimmt wieder etwas ganz Falsches.“

„Schon möglich“, nickte der Küchenchef.

„Wieso schaffe ich es eigentlich immer wieder, Marie zu verletzen?“ Lars wirkte ehrlich ratlos. Seufzend fuhr er sich mit der Hand durchs Haar. Das musste er wieder gutmachen ...

Unterdessen bekam auch Tanja von ihrer Freundin zunächst kein Wort des Dankes für ihren selbstlosen „Einsatz“.

„Lass mich in Ruhe, du gemeines Miststück“, fauchte Marie Tanja an, als sie in den Laden kam. Das Zimmermädchen brauchte eine Weile, um Marie davon zu überzeugen, dass sie nur ihretwegen mit nach Würzburg gefahren war.

„Ich habe Lars den ganzen Abend von dir vorgeschwärmt. Ich musste doch nachhelfen, wenn er nicht von selbst sieht, wie toll du bist.“

„Oh nein, das ist ja noch peinlicher“, stöhnte Marie. „Das klingt, als hättest du mich angepriesen wie Sauerbier.“

„Glaub‘ mir, ich habe es genau richtig angestellt. Er wird ab jetzt gar nicht mehr anders können“, erwiderte Tanja und strahlte Marie an. Ihre Freundin war nun doch gerührt davon, dass sie sich so für sie ins Zeug gelegt hatte. Dennoch blieb sie skeptisch, was den Erfolg der Aktion anging. Aber als Lars ihr zu verstehen gab, dass er viel lieber mit ihr zur Weinprobe gefahren wäre, begannen die Schmetterlinge in Maries Bauch wieder zu tanzen.

Alfons Sonnbichler hatte wegen der Auseinandersetzung mit Maxim Klinker-Emden eine schlaflose Nacht verbracht. Er musste Alexander einfach darauf ansprechen, sonst würde der von dem neuen Geschäftsführer sicherlich irgendwann ausgebootet werden. Doch Alexander zeigte wenig Interesse für das, was der Portier zu berichten hatte.

„Hören Sie mir überhaupt zu?“ fragte Alfons schließlich verwirrt.

Alexander entschuldigte sich: „Ich bin momentan etwas durcheinander.“

„Das kann ich gut verstehen“, entgegnete der gutmütige Portier. „Es ist sicherlich nicht leicht mit Herrn Klinker-Emden.“

„Mit Maxim?“ Der Juniorchef blickte ihn verständnislos an.

Alfons dachte einen Augenblick nach, dann gab er sich einen Ruck. „Sie wissen, dass Sie mit mir immer über alles reden können. Von mir erfährt niemand was, das wissen Sie.“

Alexander rang mit sich, bevor er nickte und zugab: „Sie haben Recht. Es geht mir miserabel.“

Der Portier erschrak. Er hatte nicht damit gerechnet, dass es so schlimm stand. „Wenn es nicht wegen des Hotels ist, nehme ich an, es geht um private Probleme?“ Zwischen den beiden Männern entstand eine Pause, in der sie einander in die Augen sahen.

„Ja“, antwortete Alexander schließlich. „Ich habe Katharina geheiratet, weil ich sie liebe. Das stimmt auch, irgendwie. Ich will sie nicht noch mal enttäuschen. Aber vielleicht war das alles ein großer Fehler.“

Langsam begriff Alfons. „Es geht um eine andere Frau ...“, murmelte er.

„Das mit Laura und mir ... das ist so stark zwischen uns. Ich sage mir jeden Tag, dass sie meine Schwester ist, und mehr nicht. Aber jedes Mal, wenn ich sie dann sehe, will ich sie umarmen und küssen und ...“

Alfons Sonnbichler hob abwehrend die Hände. „Vielleicht bilden Sie sich das auch nur ein.“

Verzweifelt schüttelte Alexander den Kopf. „Leider nicht. Ich liebe Laura immer noch.“ Alfons biss sich auf die Unterlippe. Es tat ihm in der Seele weh, seinen Sohn so zu sehen. Nur ein Wort von ihm ... und Alexanders Liebe zu Laura wäre nichts Verbotenes mehr. Aber er hatte versprochen, ihm nicht die Wahrheit zu sagen.

„Ich kann Sie besser verstehen, als Sie denken“, entgegnete er leise. „Und Sie glauben gar nicht, wie gern ich Ihnen helfen würde, Alexander. Aber ich kann es nicht...“ Betroffen senkte er den Blick.

Wie konnte er seinen Sohn länger anlügen? Wie konnte er es zulassen, dass diese beiden Menschen, die sich liebten, so sehr quälten? Alfons fasste einen Entschluss und suchte abermals das Gespräch mit Charlotte.

„Ich glaube, Alexander leidet immer noch unter seinen Gefühlen für Laura“, begann er. „Ich bin nicht sicher, ob er weiterhin mit Katharina zusammen wäre, wenn er wüsste, dass er und Laura gar keine Geschwister sind.“

Charlotte starrte ihn erschrocken an.

„Alfons, du hast mir versprochen zu schweigen. Wenn jetzt herauskommt, dass Werner gar nicht Alexanders Vater ist, bricht hier alles zusammen.“

Der Portier seufzte, und es war ihm deutlich anzusehen, wie schwer ihm das alles fiel.

„Ich ertrage es bald nicht mehr. Alexander leidet so unter seiner jetzigen Situation, da leide ich einfach mit. Wie ein Hund.“

Sie betrachtete ihn nachdenklich. „Ich kann es dir nicht verbieten. Wenn du es nicht mehr aushältst, sag‘ es ihm. Aber wenn du es tust, dann denke vorher an mich und, was du mir damit antust.“

Alfons nickte unglücklich. Es schien für dieses Problem einfach keine Lösung zu geben.

Katharina konnte nicht aufhören, sich zu fragen, warum Laura so abrupt die Wohnung verlassen hatte. Sie hatte sie doch nur darum gebeten, einmal in Ruhe mit Alexander zu sprechen ...

Als sie zufällig Lars Hoffmann über den Weg lief, packte sie die Gelegenheit beim Schöpfe und fragte ihn ganz offen nach seinen Gefühlen für Laura. Der Restaurantleiter wehrte ab.

„Entschuldigen Sie, ich wollte nicht indiskret sein“, sagte Katharina. „Ich würde mich nur freuen, wenn Sie beide zueinander fänden. Sie passen so gut zusammen.“

„Das sieht Laura wohl etwas anders“, entgegnete Lars nachdenklich. „Sie ist in Gedanken immer woanders. Ich komme gar nicht mehr an sie heran.“

„Fürchten Sie, dass ein anderer Mann dahintersteckt?“ Nervös knetete Katharina ihre Hände.

Doch Lars zog sich sofort wieder zurück und antwortete ausweichend. „Sie redet nicht über ihre Gefühle“, entgegnete er vorsichtig.

Beunruhigt blickte Katharina den Restaurantchef an. Das Gespräch mit ihm hatte ihre Bedenken nicht zerstreuen können – im Gegenteil. Nun gab es nur noch eine Möglichkeit: Katharina nahm sich vor, ihren Mann direkt zur Rede zu stellen.

„Laura ist so seltsam“, begann sie das Gespräch. „Verwirrt und unruhig – genau wie du.“ Sie beobachtete Alexander mit größter Aufmerksamkeit.

Sichtlich alarmiert senkte er den Blick. „Was willst du damit sagen?“ murmelte er und sortierte fahrig einige Unterlagen auf seinem Schreibtisch.

„Ich glaube, Laura ist noch immer in dich verliebt.“

Erschrocken zuckte Alexander zusammen, versuchte aber, seinen Schreck zu überspielen.

„Unsinn! Wir sind Geschwister. Laura weiß das und hat es längst akzeptiert.“

„Das habe ich auch gehofft“, hielt seine Frau ihm entgegen. „Aber sie benimmt sich so komisch. Lars ist das auch schon aufgefallen.“

„Lars ... Was weiß der schon!“ Alexander konnte seine Gereiztheit nicht mehr verbergen.

„Sei jetzt bitte ehrlich zu mir.“ Sie sah ihm fest in die Augen. „Bist du noch in Laura verliebt?“

„Katharina, ich bitte dich, sie ist...“

„... deine Schwester, jaja. Es geht nicht darum, ob sie deine Schwester ist und man seine Schwester nicht lieben darf. Es geht darum, ob du es tust! Als deine Frau habe ich ein Recht darauf zu wissen, was du für andere Frauen empfindest!“

Einen Moment lang dachte Alexander nach und entschloss sich, es mit einer ehrlicheren Antwort zu versuchen.

„Du weißt, dass ich mal sehr viel für Laura empfunden habe. Und deswegen sind meine Gefühle auch nicht von heute auf morgen rein geschwisterlich geworden.“

Katharina war blass geworden. „Ich hatte also Recht“, flüsterte sie tonlos.

„Nein, warte! Es ist nicht so, wie du denkst. Ich kann das Gefühl nur schlecht beschreiben ... Laura ist mir nah. Nicht wie eine Schwester, aber auch sicher nicht so wie eine Frau, die man liebt.“ Katharina wirkte keineswegs beruhigt und blickte ihn wortlos an. „Es ist nichts, worüber du dir Sorgen machen müsstest, es hat nichts mit uns zu tun!“ fuhr er fort. „Bitte, hab‘ einfach noch dieses eine Mal etwas Geduld mit mir.“

Sie verschränkte die Arme vor der Brust. „Geduld wofür?“ wollte sie wissen.

„Ich brauche noch etwas Zeit. Bis Laura auch in meinem Herzen völlig zu dem geworden ist, was sie ab jetzt immer für mich sein wird: meine Schwester.“

Katharina rang sich ein halbherziges Lächeln ab, doch die Angst hatte wieder Besitz von ihr ergriffen ... Die Angst, von der sie gehofft hatte, die Hochzeit mit Alexander würde sie zum Schweigen bringen. So sehr liebte sie ihren Mann, und bevor Laura im „Fürstenhof“ aufgetaucht war, hatte sie sich gar nicht vorstellen können, dass er ihre Empfindungen nicht erwiderte. Aber als Alexander auf einmal die Hochzeit abgesagt hatte, war die Möglichkeit eingetreten, dass er sie nicht mehr lieben oder sogar verlassen könnte. Und von diesem Augenblick an lief ein Riss durch ihr Leben. Sie hatte sich selbst kaum wiedererkannt... wie sie um seine Liebe gebettelt und ihm die bedauernswerte Blinde vorgespielt hatte. Katharina war eine starke und erfolgreiche Frau. Doch in den letzten Monaten hatte sie begriffen, dass ihre Kraft ein Fundament brauchte – die Liebe Alexanders. Wenn es dieses Fundament einmal nicht mehr geben sollte ... sie wüsste nicht, wie sie ohne ihn auch nur einen Schritt tun könnte.

Viola Liebertz hatte, seitdem sie für die Wäsche des „Fürstenhofs“ zuständig war, schon einige Pannen erlebt. Am schlimmsten war das Malheur mit Xavers Pagenuniform gewesen, die sie zu heiß gewaschen hatte, sodass sie ihm nicht mehr passte. Sie sollte sie auf eigene Kosten ersetzen, wusste jedoch nicht, woher sie das Geld dafür nehmen sollte. Tanja weigerte sich, ihr etwas zu leihen. Glücklicherweise war Hildegard Sonnbichler so gutmütig, ihr die einhundertfünfzig Euro vorzustrecken. Einsteigen wollte die Portiersfrau jedoch nicht in Violas Wäscheservice, so sehr diese auch versuchte, sie dazu zu überreden.

Doch schon kurze Zeit später sollte eine unangenehme Überraschung Hildegards Leben vollkommen auf den Kopf stellen.

Der Küchenchef hatte sie zum Gespräch zitiert. Bevor er überhaupt etwas sagen konnte, erklärte sie ihm, wie großartig sie die Idee fände, einen zweiten Stern für das Restaurant zu erkochen. Und dass sie selbst vollen Einsatz dafür geben würde. Robert unterbrach ihren begeisterten Monolog durch ein Räuspern.

„Frau Sonnbichler, bei all unseren Querelen, Sie sind eine sehr geschätzte Kraft. Doch im Zuge unserer neuen Ziele sehe ich mich gezwungen, Ihre Stelle umzubesetzen.“

„Umzubesetzen?“ Sie sah ihn verständnislos an.

„Ich habe bereits einen neuen Sous-Chef eingestellt, der die entsprechenden Erfahrungen aus einer Zwei-Sterne-Küche mitbringt. Er kann mich vertreten, kann meine Kreationen selbstständig zubereiten ...“

„Und ich?“ fiel Hildegard ihm ins Wort.

„Das ist doch wirklich nicht Ihr Ding, und – ganz ehrlich – auch eine Nummer zu groß für Sie. Es tut mir wirklich Leid ...“ Jetzt wurde die Portiersfrau wirklich wütend.

„Was bilden Sie sich eigentlich ein? Nach all den Jahren - wissen Sie überhaupt, wie lange ich hier schon arbeite? Und Sie wollen mich rausschmeißen?“

„Davon kann keine Rede sein“,

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