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Zwei Romantic Thriller: Dunkle Gebete/ Schwarzer Engel

Ann Murdoch

Zwei Romantic Thriller: Dunkle Gebete/ Schwarzer Engel





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Zwei Romantic Thriller: Dunkle Gebete / Schwarzer Engel

von Ann Murdoch

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Dieses Ebook beinhaltet folgende Romantic Thriller:

Dunkle Gebete

Schwarzer Engel

Der Umfang dieses Ebook entspricht 222 Taschenbuchseiten.

Dunkle Gebete

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de


1

Es ärgerte Allison Clinton immer noch. Nur um Haaresbreite war ihr der Traumjob ihres Lebens entgangen. Und schuld daran war nur dieser eingebildete Fatzke, dieser arrogante Angeber – dieser egoistische Blender Harvey Fletcher.

Die hübsche junge Frau mit den schulterlangen dunklen Haaren, die ein schmales Gesicht mit ausdrucksvollen Augen umrahmten, schlug jetzt enttäuscht den Ausstellungskatalog zu.

Allison war Historikerin mit dem Schwerpunkt auf Ägyptologie. Und sie war gut in diesem Fach, besser als ihr Rivale Harvey Fletcher, der das gleiche Fachgebiet belegte. Aber vor dem Bewilligungsausschuss hatte der Mann sich eindeutig besser verkauft. Er hatte dem Ausschuss geschmeichelt, während Allison sich auf die Fakten beschränkte. Und so war es gekommen, dass Fletcher jetzt der Ausstellungsleiter war und eine Menge Ruhm und Ehre einheimsen konnte. So eine Chance würde sich so schnell nicht wieder bieten, das wusste Allison, und das ärgerte sie zusätzlich. Und als sie jetzt noch einmal den Katalog studierte, fiel ihr auf, was sie alles anders und wahrscheinlich auch besser gemacht hätte.

Aber es hatte keinen Sinn, der verpassten Chance nachzutrauern, das Leben ging weiter, und Allison tat gut daran, diese Niederlage möglichst schnell wegzustecken und sich auf ihre täglichen Aufgaben zu konzentrieren. Sie musste eben ihre Arbeit an einem großen Londoner Museum als Expertin für ägyptische Geschichte weiterhin wahrnehmen und auf die nächste Gelegenheit warten, bei der sie dann zeigen konnte, dass sie es besser machen würde..

Aufseufzend legte Allison den Katalog endgültig beiseite und nahm sich vor, trotz des Ärgers die Ausstellung sehr genau anzusehen.



2

David Essex starrte mit gierigem Blick auf die kleine Statuette, die vor ihm auf dem Schreibtisch stand. So lange schon hatte er gewünscht, dass eines dieser wertvollen und eigentlich unerreichbaren Teile in seinen Besitz kam.

Die Statuette zeigte in wundervoller Handarbeit eine Abbildung des ägyptischen Gottes Anubis, mit dem Kopf eines Schakals und dem Körper eines Menschen. Und der Mann, der hier vor ihm stand, garantierte für die Echtheit. Wenn Essex diesem Mann nicht glauben konnte, dann vermutlich niemandem mehr.

Der Preis für dieses Kleinod war allerdings enorm, was jedoch nicht verwunderte, wenn man bedachte, dass die Statuette ein Teil der unersetzlichen Ausstellung war, die als Leihgabe von Kairo nach London gebracht worden war. Wie und warum die Statuette verkauft werden konnte, interessierte ihn nicht, nach dem Kauf würde ohnehin niemand außer ihm selbst jemals wieder ein Auge darauf werfen.

Essex war ein sehr reicher Industrieller, und seine Leidenschaft waren kostbare Kunstwerke, wobei es für ihn keine Rolle spielte, ob er sie auf legalem Wege erlangte, oder über dubiose Hintertüren.

„Sie kennen jetzt den Preis, Mr. Essex. Sie erhalten die Statue bei Geldübergabe. Kleine Scheine, bitte. Wir treffen uns auf der Rennbahn, Sonntag elf Uhr.“ Die dunklen Augen des Sprechers richteten sich voller Verachtung auf den Geschäftsmann, der in seiner Gier zu allem bereit war und zustimmend nickte.

Zwei schlanke Hände packten Anubis wieder ein, die Statuette wurde sorgfältig in eine Aktentasche gelegt, dann ging der Mann davon.

Kaum hatte sich die Tür hinter ihm geschlossen, griff David Essex nach dem Telefon und führte ein Gespräch mit seiner Bank. Es galt, eine größere Summe Bargeld flüssig zu machen, ohne dass die Steuer Verdacht schöpfte.



3

Faruk ben Sallah stammte aus Kairo, er war in einem Vorort als Sohn einer armen Familie aufgewachsen und hatte das unglaubliche Glück gehabt, durch seine gute Auffassungsgabe und seine unbestreitbare Intelligenz ein Stipendium zu erhalten und studieren zu können. Er galt in seinem Land als Experte für die eigene Geschichte und begleitete jetzt die Ausstellung, die vom Nationalmuseum veranstaltet wurde, nach London. Zusammen mit Harvey Fletcher war er jetzt verantwortlich für die unersetzlichen Artefakte.

Noch zwei Tage waren es bis zur Eröffnung, und längst waren noch nicht alle Kisten und Kartons ausgepackt. Doch das Prunkstück, der Nachbau einer Grabkammer mit verschiedenen Zugängen und den alten nachgebildeten Fallen, war bereits fertig. Der Nachbau würde dem Besucher deutlich vor Augen führen, wie raffiniert und klug die alten Ägypter Hab und Gut der mumifizierten Pharaonen geschützt hatten.

Faruk war nicht ganz glücklich über die Zusammenarbeit mit Fletcher. Der Mann war fast besessen davon, seine eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Für ihn war jedes einzelne Stück ein unschätzbarer Teil der Geschichte, das er am liebsten vor unerwünschten Blicken schützen würde. Faruk wunderte sich darüber, dass ein Mann mit dieser etwas engstirnigen Einstellung die Verantwortung übertragen bekommen hatte. Ihm wäre die reizende Allison Clinton lieber gewesen, die er schon kurz in Kairo hatte kennenlernen dürfen. Die junge Frau war auf ihrem Gebiet äußerst beschlagen, und sie legte vor allen Dingen Wert darauf, dass möglichst viele Menschen in den Genuss kamen, an der Geschichte des alten Volkes teil zu haben.

Nun gut, es war nicht ben Sallahs Aufgabe, sich darüber Gedanken zu machen, für ihn war es das Wichtigste, in Zusammenarbeit mit Fletcher die Ausstellung bestens zu präsentieren.

In gläsernen Vitrinen befanden sich Papyrusrollen und Statuen. Ein Elektriker bemühte sich darum, die Alarmanlage anzuschließen. Jedes einzelne Teil wurde gesichert, und nur im Nachbau der Grabkammer hatten Besucher die Möglichkeit, überhaupt etwas zu berühren.

„Wo sind die Schilder für den Rundgang?“ Harvey Fletcher tauchte aus seinem Büro auf und schaute sich aufmerksam um. Er war schlank, hochgewachsen, besaß dunkles Haar, das weit über den Kragen seines Hemdes reichte, und tiefdunkelblaue Augen. Er war Mitte dreißig und hatte durch seinen Ehrgeiz schon eine Menge erreicht. Er konnte ausgesprochen charmant sein, wenn er wollte, allerdings galt er bei ebenso vielen Leuten als arrogant und rücksichtslos.

Einer der Helfer kam heran. „Der Rundgang beginnt da vorne, die Schilder stellen wir erst auf, wenn auch die letzten großen Statuen stehen.“

„Vergessen Sie es nicht“, mahnte Fletcher von oben herab.

„Es wird schon alles rechtzeitig fertig werden“, sagte Faruk freundlich.

„Ich will vor der Eröffnung sehen, dass alles in Ordnung ist. Wo sind die Statuen des Seth?“ Fletcher meinte damit den Gott des Krieges und des Bösen, eine grausame Gottheit, die Faruk nicht sehr sympathisch war. Doch Harvey schien einen Narren daran gefressen zu haben. Er konnte lange Zeit davorstehen und schien stumme Zwiesprache mit dem Gott zu halten.

In Fletcher hatte sich so langsam Nervosität breit gemacht, und er gab sich gar keine Mühe, das zu verbergen. Doch als er sich jetzt wieder einmal den Statuen des Seth zuwandte, wurde er ruhiger.

Faruk schüttelte kurz den Kopf. Nein, ihm wäre ganz bestimmt Allison lieber gewesen, sie machte einen eher ruhigen Eindruck, und außerdem war die junge Frau ausgesprochen hübsch und dazu auch noch umgänglich. Ben Sallah hoffte, dass sie die Ausstellung besuchen würde, vielleicht ergab sich ja sogar die Möglichkeit sie zum Essen einzuladen.



4

Der Sonntagmorgen auf der Rennbahn war ein hektischer Tag. Sechs große Rennen standen für diesen Tag an, die Tribünen waren gut gefüllt, an den Wettschaltern herrschte Hochbetrieb, und bei den Ställen, wie auch am Abreitplatz wimmelten Menschen und Pferde durcheinander, ohne dass eine Ordnung erkennbar gewesen wäre.

David Essex trug die relativ hohe Geldsumme in seiner Tasche direkt am Körper. Um kein Aufsehen mit einer Aktentasche zu erregen, hatte er sich zu dieser Maßnahme entschlossen.

Kurz vor elf. Der Mann eilte hinunter in Richtung der Wettschalter, die sich gar nicht weit von der Zufahrt zu den Ställen befanden. Hier wollte er sich mit dem Verkäufer treffen, der ihm die heißersehnte Statue bringen würde. Essex wartete ungeduldig und schaute sich immer wieder um, sah das bekannte Gesicht jedoch nirgendwo auftauchen.

Und dann war der Mann plötzlich da, von einem Moment auf den anderen. Er trug ein kleines Paket in der Hand.

„Haben Sie das Geld?“

„Natürlich! Wie Sie es verlangt haben, kleine Scheine. Ist sie das?“ Wieder leuchtete die Gier unübersehbar in den Augen des Geschäftsmannes.

„Hier, überzeugen Sie sich!“ Der Verkäufer reichte das Päckchen hinüber, während Essex das Geld, das er in einen Briefumschlag gepackt hatte, aus der Tasche zerrte.

Mit zitternden Fingern entfernte Essex die Verpackung. Niemand befand sich in ihrer Nähe, die beiden Männer waren uninteressant für die Besucher der Rennbahn, die an anderen Dingen mehr interessiert waren.

Das Papier fiel zu Boden, und die vor Erregung feuchten Hände umklammerten die Anubis-Statuette. Er konnte sich kaum sattsehen daran, strich immer wieder über die feinen Strukturen, zeichnete die Konturen des Kopfes nach und bemerkte nur am Rande, dass der Verkäufer das Geld sehr langsam peinlich genau nachzählte.

Plötzlich spürte Essex ein Schwindelgefühl in sich aufsteigen, von seinen Fingern her breitete sich ein taubes Gefühl aus, erfasste rasch die Arme und kroch dann weiter in den Körper hinein. Die Statuette fiel ihm aus der Hand, kullerte zu Boden, und das Gesicht des Geschäftsmannes verzerrte sich zu einer erstaunten Grimasse. Dann gaben schließlich auch seine Füße nach, und Essex stürzte schwer zu Boden. Das taube Gefühl breitete sich immer mehr aus, mit rasanter Schnelligkeit. Eine Minute später blieb das Herz des Mannes stehen.

In aller Seelenruhe hob der Verkäufer die Statuette auf, er trug Handschuhe, die von feinstem Leder waren und hervorragend zu seinem sportlichen Anzug passten. Er wickelte die kleine Figur wieder in das Papier und steckte sie ein. Erst dann beugte er sich zu dem Mann hinunter, der jetzt reglos am Boden lag, und setzte ein bestürztes Gesicht auf.

„Zu Hilfe!“, rief er laut, um Leute aufmerksam zu machen. „Kommen Sie schnell her, hier ist jemand zusammengebrochen.“

Als zwei Männer angelaufen kamen, stand er auf. „Ich habe da eben den Arzt der Rennleitung gesehen, ich werde ihn schnell holen“, erklärte er aufgeregt und deutete vage in eine Richtung. Dann lief er davon – und wurde nicht mehr gesehen.

Als später wirklich ein Arzt kam, konnte er nur noch den Tod feststellen, der allerdings nicht ganz klar schien. Die Polizei wurde gerufen, und Inspector Francis Kelly stand nicht zum erstenmal vor einem Toten, dessen Ableben einigermaßen rätselhaft war.



5

Natürlich hatte niemand etwas gesehen. Es mochten wohl mehrere tausend Menschen auf der Rennbahn anwesend sein, aber selbst jetzt, da die Polizeiautos mit blinkenden Blaulichtern hier standen, ein Teil des Platzes abgesperrt war und auch ein Krankenwagen mit leuchtenden Signalfarben sich einen Weg über das Gelände bahnte, gab es nur wenige Blicke, die wirklich Interesse ausdrückten. Die Rennbahn war eine Welt für sich. Und wer hierher kam, hatte ein festes Vorhaben und ließ sich kaum davon ablenken.

Francis Kelly schüttelte den Kopf. Der noch recht junge Inspector fragte sich nicht zum erstenmal, ob er die Menschen jemals richtig verstehen würde. Wenn woanders jemand zusammengebrochen wäre, hätte sich in minutenschnelle ein Menschenauflauf gebildet, hier verschwendete niemand einen zweiten Blick, ja, manchmal nicht einmal den ersten.

„Doktor, wie sieht es aus? Können Sie schon etwas sagen?“, wandte er sich jetzt an den Gerichtsmediziner.

Der schüttelte ratlos den Kopf. „Auf den ersten Blick könnte man glauben, der Tote hätte einen Herzanfall erlitten. Dagegen spricht allerdings die seltsame Versteifung der äußeren Extremitäten, wie auch die Verfärbung der Pupillen und der Lippen. Es wundert mich ohnehin, dass das jemandem aufgefallen ist.“

„Der hier tätige Arzt hat uns verständigen lassen, statt einfach einen Totenschein auszustellen und Herzversagen hineinzuschreiben.“ Kelly musterte den Toten, nahm dann die Papiere entgegen, die sein Assistent ihm reichte. Die Spurensicherung war schon an der Arbeit, die nötigen Fotos wurden geschossen, und der Inspector stellte fest, dass die Leiche ein ziemlich einflussreicher Mann gewesen war.

„Doktor, wir haben doch schon zwei Tote, die ähnliche Symptome zeigen. Wollen Sie mir jetzt erzählen, dass wir drei Leichen am Hals haben, bei denen wir eindeutig sagen können, dass sie nicht eines natürlichen Todes gestorben sind, wir aber nicht feststellen können, was nun letztendlich den Tod herbeiführte?“

Der alte Polizeiarzt kratzte sich ratlos am Kopf. „So könnte man es ausdrücken.“

„Das kann doch nicht Ihr Ernst sein“, tobte Kelly aufgebracht.

„Es muss ein Gift sein, aber bisher widersteht es allen versuchen, sich aufspüren zu lassen.“

„Ja, wo sind wir denn? Ist Ihnen klar, dass die Zeitungen von morgen uns in der Luft zerreißen werden? Dieser Mann ist nicht einfach nur ein unbekannter Toter.“

„Und wenn es der Premierminister selbst wäre, ich kann Ihnen nichts anderes sagen.“

Damit musste sich Kelly erst einmal begnügen.

Die Autopsie erbrachte auch nichts Neues, ebenso wie bei den zwei anderen Leichen war nicht festzustellen, auf welche Weise die Männer gestorben waren. Im Blut gab es keine Rückstände irgendwelcher Gifte, es gab keine Verletzung auf oder unter der Haut – die Leute waren einfach tot. Und bei allen gab es diese merkwürdige Blau-Verfärbung der Pupillen und der Lippen, und die nicht erklärbare Verkrampfung der Glieder.

Natürlich hatten am nächsten Morgen sämtliche Zeitungen ihre Schlagzeilen, und die bissigen Fragen an die Polizei überschlugen sich fast. Doch Comissioner Gordon Jackson hielt daran fest, dass Kelly den Fall, beziehungsweise die Fälle, weiter bearbeitete. Und das galt auch noch, als man die nächste Leiche fand, deren Symptome denen der drei anderen glichen. Doch jetzt hatte man zum erstenmal einen weiteren Hinweis vorzuweisen, wenn auch dieser nicht sehr aufschlussreich schien.

„Dieser Fall treibt mich noch in den Wahnsinn“, schimpfte Kelly vor sich hin. Es waren ja nun eigentlich vier Fälle, aber sie alle hatten etwas miteinander zu tun, das wusste der Inspector absolut sicher.

Als die Leute des Gerichtsmediziners dieses Mal die Leiche von Anthony Parkinson, dem streitbaren Parlamentarier, auf die Bahre hoben, fiel etwas aus der verkrampften Hand. Kelly nahm den Gegenstand auf. Es handelte sich um die steinerne Nachbildung eines Käfers. Aber steinern? Nein, es war ein Halbedelstein, ein Topas, der kunstvoll bearbeitet worden war.

Ein Käfer! Kelly überlegte, da war doch noch etwas in seinem Hinterkopf – richtig, die alten Ägypter hatten solche Dinge hergestellt und benutzt. Kelly wusste nicht viel darüber, aber er kannte eine reizende Frau, die sich darauf spezialisiert hatte: Doktor Allison Clinton.

Die beiden hatten sich im Verlauf eines Betrugsfalles kennengelernt, und Allison hatte als Sachverständige einen guten Eindruck gemacht. Das hier war eine gute Möglichkeit sie wiederzusehen und vielleicht sogar endlich zu einem Essen einzuladen.

Wenn doch nur dieser Fall so kompliziert wäre! Wenn man doch wenigstens schon einmal die Todesursache hätte.

Kelly fuhr ins Präsidium, überprüfte dort noch einmal alles, was er bisher an Informationen hatte, und das war wenig genug. Vielleicht war dieser Käfer der erste wirklich Hinweis – auf was auch immer.



6

Die Eröffnung der altägyptischen Ausstellung war ein voller Erfolg. Schon lange vor der offiziellen Öffnung standen die Leute Schlange, und als der ägyptische Botschafter und der britische Kultusminister unter dem Blitzlichtgewitter zahlreicher Journalisten kurze Ansprachen hielten und dann als erste Besucher dem Rundgang folgten, war Faruk ben Sallah davon überzeugt, alles richtig gemacht zu haben.

Der Andrang der Besucher war enorm, und die Öffnungszeiten am Abend mussten verlängert werden.

Auch Allison kam, um zu sehen. Sie hatte eine Einladung bekommen und musste sich nicht mit den zahlenden Besuchern durch die Gänge drücken. Doch die Aussicht darauf, bei dem offiziellen Empfang auf Harvey Fletcher zu treffen, hatte sie davon abgehalten, dieser Einladung zu folgen. Also ging sie als ganz normale Zuschauerin hinein und wunderte sich, als plötzlich jemand ihren Arm fasste und sie zur Seite zog.

„Doktor Clinton, schön, Sie zu sehen. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Sie wollten sich doch nicht etwa heimlich hier einschleichen?“ Faruk ben Sallah strahlte sie an. Allison war einen Moment lang verlegen, doch dann lächelte sie den Ägypter an.

„Eigentlich ja, Mr. ben Sallah. Ich mag den Trubel offizieller Empfänge nicht besonders.“

Er schaute sie etwas spöttisch an, hätte sie statt Fletcher die Stelle bekommen, würde sie die Empfänge genießen, und das wussten beide.

„Kommen Sie, ich führe Sie herum“, bot er freundlich an.

„Gern, solange ich mich nicht einer der offiziellen Führungen anvertrauen muss“, grinste sie.

„Oh, Doktor Clinton – oder darf ich Allison sagen?“ Sie nickte. „Ich bin Faruk. Also, Allison, Sie dürften praktisch allen Leuten in diesem Hause an Wissen maßlos überlegen sein.“

„Sie scheinen der einzige zu sein, der so denkt“, stellte sie mit einer gewissen Bitterkeit fest.

Seine dunkelbraunen, fast schwarzen Augen blitzten auf. „Sie sollten das nicht so ernst nehmen, Allison. Ich weiß, es tut Ihnen jetzt weh. Aber ich bin sicher, dass sich diese falsche Auswahl auf irgendeine Weise auch noch zum Guten erweisen wird.“

„Falsche Auswahl?“ Allison war erstaunt.

Er griff nach ihrem Arm und zog sie sanft mit sich. „Ich hätte Harvey Fletcher nicht mit dieser Aufgabe betraut. Er mag gar kein schlechter Wissenschaftler sein, und ganz bestimmt ist er in der Lage, Menschen zu betören, wenn es darauf ankommt. Aber ebenso bestimmt ist er der falsche Mann am falschen Platz. Er ist ein Fanatiker, wild darauf bedacht, die Kunstschätze auf seine Art zu beschützen. Für ihn ist diese Ausstellung nur Mittel zum Zweck.“

„Wie meinen Sie das?“, fragte Allison erstaunt.

Faruk zog sie vor eine lebensgroße Statue des Gottes Seth, die aus purem Gold bestand. Die Augen bestanden aus Smaragden und schienen die beiden Menschen höhnisch anzublinzeln.

„Sehen Sie, ich dachte zuerst, er wollte das Gold, die Schätze an sich, lieben. Aber das ist es nicht. Er verehrt die Gottheit.“

„Aber das ist doch Unsinn, Faruk. Wie sollte...“

„Sie müssen mir nicht glauben, Allison, ich weiß ja selbst, dass es unwahrscheinlich klingt. Und jetzt lassen Sie uns von etwas anderem reden. Würden Sie mir die Freude machen, mit mir essen zu gehen?“

Die junge Frau war erstaunt über diesen raschen Themenwechsel, und für einen Augenblick schaute sie den Mann nachdenklich an. Ben Sallah sah ausgesprochen gut aus. Rabenschwarzes Haar lag eng an seinem Kopf, das Gesicht war länglich und schmal, die kühne Nase saß über einem Mund mit vollen Lippen, ein Grübchen im Kinn lockerte die strenge Schönheit auf. Die Haut war dunkler als die eines Mitteleuropäers, und Allison konnte sich mühelos vorstellen, dass dieser Mann auch in der traditionellen Kleidung seines Volkes, der Bourka, imposant und eindrucksvoll wirkte. Jetzt jedoch, in einem teuren und perfekt geschnittenen Anzug, sah er aus wie ein Diplomat mit einer beeindruckenden Ausstrahlung.

Allison fühlte sich auf unbestimmte Weise zu ihm hingezogen, doch so rasch wollte sie diesen plötzlich aufflammenden Gefühlen nicht einfach nachgeben. Aber mit ihm essen gehen? Warum eigentlich nicht?

„Gern, Faruk. Wann und wo?“ Bevor ben Sallah etwas sagen konnte, tauchte überraschend Harvey Fletcher auf. Ein überhebliches Lächeln lag auf seinen Lippen, und er machte eine umfassende Bewegung mit den Armen.

„Wie gefällt Ihnen meine Ausstellung, Allison? Es ist doch einfach großartig, dass sich die Götter bis heute so wunderbar erhalten haben. Und all das hier bei mir.“

„Ich glaube, Harvey, Sie übertreiben“, erklärte Allison kühl. „Sie mögen mitverantwortlich sein für die Ausstellung, aber das ist auch schon alles. So gern ich an Ihrer Stelle gewesen wäre, so weiß ich doch auch genau, dass anschließend der Ruhm nicht lange anhält.“

„Aus Ihnen spricht der pure Neid“, behauptete er kühn.

Allison hatte eine scharfe Antwort auf der Zunge, aber noch bevor sie ein Wort sagen konnte, versuchte Faruk die Situation zu entschärfen. „Ich bin sicher, dass jedermann es genießen würde, für einige Zeit im Mittelpunkt zu stehen, aber wer realistisch ist, weiß, dass dieser Ruhm wirklich vergänglich ist. Besonders dann, wenn man sich nicht darum bemüht, an sich und weiteren Projekten zu arbeiten.“

Fletcher warf ihm einen unmutigen Blick zu. „Ich glaube nicht, dass Sie in der Lage sind, hier mitzureden. Sie bleiben bei der Ausstellung, wenn sie weiterzieht. Und im Übrigen dürfte die Rivalität bei Ihnen längst nicht so scharf sein wie hier.“

„Auf jeden Fall wahren wir das Fair Play“, gab ben Sallah trocken zurück. „Oder ist es nicht auch in Ihrem Land grob unsportlich, den Unterlegenen noch anzugreifen und zu verspotten?“

„Ich denke nicht, dass es Ihnen ansteht, mein Verhalten zu kritisieren“, entgegnete Harvey kühl.

„Und ich denke, meine Herren, dass Sie beide noch zusammenarbeiten müssen und sich daher nicht in einer sinnlosen Auseinandersetzung verzetteln sollten“, warf jetzt Allison sehr vernünftig ein, obwohl sie sich über die Parteinahme von Faruk sehr freute. „Ich danke Ihnen, Faruk, dass Sie mir Ihre Zeit gewidmet haben. Guten Tag noch, Dr. Fletcher.“ Sie wandte sich ab und ging mit hoch erhobenem Kopf davon, die beiden Männer verblüfft stehen lassend.

„Diese Frau hat Stil“, murmelte der Ägypter. Mit einem aufgesetzten Lächeln wandte er sich einem der Ehrengäste und ließ Fletcher ebenfalls einfach stehen.

Dessen Blick verdüsterte sich. „Wir werden noch sehen, wer zuletzt lacht“, sagte er leise.



7

Allison stand noch ein wenig unter dem Einfluss der Enttäuschung, als Inspector Kelly sie am nächsten Tag aufsuchte. Aber sie sah keinen Grund darüber zu reden, das ging den Mann schließlich nichts an.

Es war nicht ungewöhnlich, dass die Polizei Historiker und andere Fachleute zu Rate zog, gerade bei Betrugsfällen war es oft wichtig, jemanden zu haben, der in der Lage war, Fälschungen eindeutig von Originalen zu unterscheiden. So vermutete die junge Frau auch, dass der Besuch von Kelly mal wieder etwas in dieser Richtung zu tun hatte.

Allison fand Francis sympathisch. Er hatte oft ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen, und seine freundliche, offene Art machte ihn zu einem angenehmen Gesprächspartner. Dazu war er klug, ohne überheblich zu sein, und er war durchaus in der Lage zuzugeben, etwas nicht zu wissen.

„Inspector Kelly, das ist ja mal ein schnelles Wiedersehen“, begrüßte Allison ihn.

Er drückte ihr die Hand und hielt sie einen Augenblick länger fest als nötig. Er empfand ihre Berührung als angenehm und wollte sie so lange wie möglich ausdehnen. Aber er war dienstlich hier, also nahm er schließlich den Käfer aus der Tasche. Die Experten der Spurensicherung hatten ihn gründlich untersucht und eigentlich nichts gefunden. Keine Fingerabdrücke außer denen des Opfers, keine Spuren von gar nichts. Der Käfer war so sauber, als hätten ihn Geisterhände erst am Tag vorher erschaffen.

„Doktor Clinton, hier habe ich ein Rätsel für Sie.“

Allison schaute einen Augenblick verblüfft. „Ein Skarabäus“, stellte sie dann fest. Fachkundig untersuchte sie ihn. „Ein sehr schönes Stück, sehr alt – echt. Woher haben Sie ihn?“

„Er lag in der Hand eines Toten.“

„Ist er für den Skarabäus gestorben?“

Kelly zuckte die Achseln. „Wenn ich das wüsste. Bis jetzt haben wir nicht einmal die Todesursache feststellen können. Ich hatte gehofft, Sie könnten mir helfen.“

„Was meinen Sie damit? Wenn ich Ihnen erzählen soll, dass dieses Ding verflucht ist und seinen Besitzer umbringt, dann muss ich Sie enttäuschen, er gilt eigentlich als Glücksbringer. Natürlich ranken sich um einige dieser Skulpturen die tollsten Geschichten. Und dieses hier ist ein außergewöhnliches Stück, aber speziell dazu weiß ich nichts.“

„Schade, das hilft mir also auch nicht weiter“, bedauerte Kelly.

Allison zögerte. Sie hielt den Skarabäus nachdenklich fest. „Wir könnten vielleicht noch jemanden fragen“, schlug sie dann vor.

Kellys Kopf ruckte hoch. „Wen?“

„Ja, wissen Sie denn nicht, dass im Augenblick eine wundervolle ägyptische Ausstellung hier gastiert?“, fragte sie verwundert. Kopfschütteln. „Na, dann kommen Sie, Inspector, der Kollege aus Kairo weiß vielleicht mehr.“

Das war eigentlich nicht die Art von gemeinsamer Freizeitgestaltung, die Kelly sich mit Allison vorgestellt hatte. Doch mit ihr zusammen würde er noch ganz andere Wege gehen. Wenn er jetzt auch noch den Mut hätte, sie um ein Rendezvous zu bitten...

Dieser sonst so hartgesottene Mann war der jungen Wissenschaftlerin gegenüber so schüchtern wie ein Pennäler.

Die junge Frau merkte nichts von der Verlegenheit Kellys. Sie griff nach ihrer Jacke, für sie war es selbstverständlich, jetzt sofort aufzubrechen.



8

Als Kelly den Ägypter sah, stellte sich auf den ersten Blick so etwas wie Eifersucht bei ihm ein. Der Mann sah gut aus, und der Blick, mit dem er Allison begrüßte, erweckte den Eindruck, als sei er vertraut mit der Frau. Doch sie zeigte nicht, ob ihr etwas an ihm lag.

Sie zeigte ihm den Skarabäus, und Kelly, der den Mann sehr aufmerksam beobachtete, bemerkte, dass Erschrecken, Unglauben und auch eine gewisse Wut in ihm aufloderten. Doch gleich darauf beherrschte er sich wieder mustergültig.

„Das ist Faruk ben Sallah, Inspector Kelly“, stellte Allison die Männer einander vor. „Faruk, was können Sie mir zu diesem Skarabäus sagen?“

„Ein sehr schönes Stück“, antwortete er ausweichend und betrachtete den Käfer genauer. „Woher haben Sie ihn?“

„Von einem Toten“, erwiderte Allison rasch, bevor Kelly etwas sagen konnte. Ben Sallah runzelte die Stirn.

„Dieser Skarabäus ist sehr alt, Inspector, und eigentlich würde er in eine Ausstellung wie diese gehören.“

So etwas Ähnliches hatte auch Kelly gerade gedacht. „Der Tote ist unter ungeklärten Umständen gestorben“, fuhr Allison fort.

„Ach, und jetzt vermuten Sie, dass die Skulptur etwas damit zu tun hat?“

„Der Verdacht drängte sich auf, Sie kennen nicht zufällig ein Gift, das ohne Spuren zu hinterlassen, tötet?“

Ben Sallah runzelte wieder die Stirn. „Meine Vorfahren kannten eine ganze Reihe von natürlichen Giften, allerdings ist das Wissen darum fast ganz verloren gegangen.“

„Dann hilft uns das auch nicht weiter. Tut mir leid, Sie belästigt zu haben, Mr. ben Sallah. Vielen Dank trotzdem“, meinte der Inspector abweisend.

Es war offensichtlich, dass Kelly den Ägypter nicht mochte, und Allison wirkte irritiert. Doch dann erstarrte sie plötzlich, als Harvey Fletcher auftauchte. Er kannte den Inspector natürlich ebenfalls und begrüßte ihn breit lächelnd.

„Was führt Sie denn hierher? Ich nehme nicht an, dass Sie unsere Ausstellung besuchen wollen?“

„Er hatte eine Frage zu diesem Skarabäus“, sagte Faruk rasch und hielt ihm den Käfer vor. Täuschte sich Kelly, oder wurde Fletcher blass und unruhig? Nein, bestimmt nicht. Warum auch?

„Ein sehr wertvolles Stück.“

„Das weiß ich mittlerweile. Können Sie mir nicht etwas erzählen, was ich noch nicht weiß?“ Kellys Stimme klang etwas gereizt.

„Nun, ein so schönes Stück würde gut in diese Ausstellung passen, aber ich nehme an, es ist für Sie ein Beweismittel.“

Fletchers Finger glitten sanft über die Konturen.

„So einen ähnlichen Skarabäus haben Sie doch schon hier“, warf Allison plötzlich ein.

„Nein, ganz bestimmt nicht!“ Diese Antwort kam unerwartet schnell von Fletcher.

„Kennen Sie Ihre eigene Ausstellung denn nicht, Harvey?“, fragte sie spöttisch nach. „Das wäre mir sicher nicht passiert.“

„Sie sind es aber nicht, die hier die Verantwortung trägt. Und Sie müssen mich wirklich nicht über meine Arbeit belehren. Allison, Sie hatten Ihre Chance, und Sie haben sie nicht genutzt. Lassen Sie Ihre Enttäuschung also bitte nicht an mir aus.“ Er warf ihr noch einen Blick zu, bei dem es Kelly eiskalt über den Rücken lief. Er hatte nicht einmal gewusst, dass die beiden Rivalen waren. Und augenscheinlich hatte Fletcher das bessere Ende für sich erwischt.

Faruk ben Sallah hatte dem Gespräch wortlos zugehört, obwohl er doch sicher auch etwas hätte dazu beitragen können. Doch er hatte geschwiegen. Und jetzt legte er der jungen Frau die Hand auf den Arm. „Wie Sie es aus mit unserer Verabredung?“, fragte er sanft, und Kelly fühlte, wie ein schmerzhafter Stich in sein Herz fuhr.

Allison lächelte Faruk an. „Morgen Abend?“

„Mit Vergnügen! Ich hole Sie ab, lassen Sie sich dann überraschen.“

Kelly packte den Skarabäus wieder ein, er hatte es jetzt plötzlich sehr eilig, sich zu verabschieden. Er musste nicht auch noch Zeuge werden, wenn dieser Kerl Allison anhimmelte. Warum hatte er selbst nicht dem Mut gehabt sie zu fragen?



9

Es war ein ungewöhnliches Restaurant, in das Faruk an diesem Abend Allison führte. Er war durch Zufall darauf gestoßen und freute sich darüber, der jungen Frau etwas Ungewöhnliches bieten zu können. Statt der üblichen Tische, die man normalerweise fand, hatte der Besitzer die Zelte der arabischen Nomaden imitiert. Die Gäste saßen am Boden auf weichen Kissen, das Essen wurde in Schüsseln und auf Platten serviert, die auf einem offenen Feuer in der Mitte des Zeltes standen. Und die Auswahl der Speisen orientierte sich an der klassischen arabischen Küche, also den Köstlichkeiten von eingelegten Datteln, Reis, Lamm- und Ziegenfleisch, das in der Küche am Spieß gegraben wurde, bis hin zum klebrig-süßen Halwa, Fladenbrot und Gebäck.

Allison war entzückt. Sie hatte von diesem ungewöhnlichen Restaurant noch nicht gehört, obwohl das Lokal gut gesucht war und die Mund-zu-Mund-Propaganda sicher schon eifrig Werbung machte.

Das Essen war vorzüglich, und die beiden jungen Menschen machten sich den Spaß stilecht zu essen – mit den Händen. Später gingen sie noch etwas spazieren, und irgendwie führte ihr Weg zum Museum, so als müsste es so sein. Faruk besaß einen Schlüssel, und der Alarm war auch rasch ausgestellt. Der Wachdienst kam nur jede Stunde, denn eigentlich wurde jede Störung über den elektronischen Alarm sofort gemeldet.

Wie die meisten Museen auf der Welt litt auch dieses hier an chronischem Geldmangel. Und um den Besuchern mehr bieten zu können, musste an anderer Stelle gespart werden, deshalb war diese Alarmvorrichtung eigentlich nicht sehr wirksam und damit doch ein schlechter Schutz vor Einbrecher. Zum Glück wusste das niemand außer den höchsten Verantwortlichen.

„Was tun wir hier?“, fragte Allison neugierig.

„Kommen Sie mit in meine Welt, nur wir zwei allein, in der Nacht – glauben Sie nicht auch, dass das ein kleines privates Abenteuer ist?“

Hier im Halbdunkel der Nachtbeleuchtung blitzten die weißen Zähne von Faruk auf, als er lächelte.

„Ja, warum eigentlich nicht?“, stimmte sie zu. „Besuchen wir den Pharao in seinem Grab und entdecken es neu.“

„Sie wissen, dass wir einen Teil der alten Fallen nachgebaut haben?“, erkundigte er sich. „Bei den Führungen für Gruppen lösen wir die Fallen aus, und die Leute sind immer wieder verblüfft.“

„Na, dann verblüffend Sie mich doch auch“, lachte Allison und ging rasch einige Schritte voraus, denn Faruk hatte den Ansatz gemacht, sie an sich zu ziehen. Sie wusste nicht, ob sie es soweit kommen lassen sollte, dass er sie küsste. Natürlich war er anziehend und sympathisch, aber eine Beziehung würde doch keine Zukunft haben, denn bald schon ging er mit der Ausstellung weiter in der Welt herum und dann irgendwann wieder zurück nach Kairo. Und sie? Nein, sie würde ihm nicht nach Ägypten folgen – so glaubte sie zumindest.

Die große Eingangshalle des Museums war mit dem Skelett eines Mammut gefüllt, drum herum hatte man eine Jagdszene aufgebaut, die in der spärlichen Beleuchtung skurril aussah. Faruk und Allison gingen durch die Halle, durchquerten dann zwei Säle und kamen schließlich zum Eingang des nachgebauten Labyrinths, das zur Grabkammer führte. Auch hier herrschte Halbdunkel, und Faruk betätigte einen gut versteckten Kontakt. Die Wände rechts und links waren mit Nachbildungen der Malereien geschmückt, wie man sie in den alten Gräbern gefunden hatte, und jetzt plötzlich schob sich eine dieser Wände zur Seite und gab den Blick frei auf eine Nische. Neugierig blickte Allison hinein, und im nächsten Augenblick zischte von oben eine Klinge herab, verharrte dann zitternd einen halben Meter über dem Kopf der Frau.

Erschreckt fuhr sie zurück.

„Im Ernstfall war der Grabräuber tot“, grinste Faruk. „Und das war nur eine der einfachen Installationen. Die Falle wurde meist durch den Tritt auf einen Stein ausgelöst, den man unweigerlich betreten musste, wenn man ...

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