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Zwei Hochzeiten an Thanksgiving

Herausgeber

 

ZWEI HOCHZEITEN AN THANKSGIVING

 

© Norma Banzi

 

© November 2014, Edition Banzini, Hamburg

 

Die Einzelteile des Covers stammen von Fotolia:

Herbstlaub © Smileus

Gutscheinkarte © Artenauta

 

Gestaltung des Covers:

Norma Banzi

 

Edition Banzini

Kurvenstraße 25

22043 Hamburg

www.banzini.de

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Inhalt

Der mit Brandnarben entstellte ehemalige Navy SEAL Lee arbeitet als Housesitter für die richtig reichen Leute und wohnt gerade in einer Villa auf Long Island. Sein Kunde, das Model Nathaniel Barr, flirtet heftig mit ihm, was Lee überhaupt nicht verstehen kann. Lee ist allerdings nicht so stolz, einen Mitleidsfick abzulehnen, er ist geradezu ausgehungert nach körperlichem Kontakt zu einem anderen Menschen. Ist es nur Mitleid oder was treibt Nat wirklich in die Arme von Lee?

Nat ist reich, aber nicht glücklich. Ein schwulenfeindlicher Richter hat ihm das Milliardenerbe seines verstorbenen Mannes aberkannt und es dessen Eltern zugesprochen. Abgefunden mit einem Zehntel seines Erbes driftet er komfortabel, aber ohne wirklichen Sinn durch sein Leben. Eine Zufallsentdeckung gibt ihm eine Waffe gegen seine verhassten Exschwiegereltern in die Hand. Er kämpft um das Vermächtnis seines geliebten Mannes und hat dabei stets Lee an seiner Seite. Nur: Kann sich Lee auf Dauer im Schatten des übermächtigen Vorgängers behaupten?

Richter James LeGrass lernt das Model Griffin Blake über eine elitäre Mitwohnzentrale kennen und lädt ihn kurz vor Thanksgiving ein, bei sich zu wohnen. Eigentlich braucht er seine ganze Konzentration für den Fall Redshield gegen Barr, der erneut auf seinem Tisch landet, aber Griffin ist eine sehr appetitliche Ablenkung und sein Trost, als Senator LeGrass, James Vater, plötzlich einlenkt, um ihm doch dabei zu helfen, zum Bundesrichter aufzusteigen. Dafür soll James zugunsten der Redshields ein Auge zudrücken. Ein Ansinnen, was James natürlich rigoros von sich weist. Und weshalb hält Nathaniel Barr ihn eigentlich für schwulenfeindlich? James ist schon seit seinem sechzehnten Lebensjahr geoutet.

Ausgerechnet an Thanksgiving müssen Entscheidungen gefällt, alte Fehler korrigiert und Lebenswege neu gestaltet werden.

Erstes Buch: Lee und Nathaniel - Eins

Mit kräftigen Zügen bewegte sich Lee durch das Wasser des Pools, der so groß war, dass er vernünftig darin schwimmen konnte. Er liebte große Pools. Nicht jeder seiner Kunden hatte einen, der seinen Ansprüchen genügte. Manche besaßen eher ein Bassin zum Plantschen und daran war ja auch nichts auszusetzen – wenn man nicht ein ehemaliger SEAL war und eher daran gewöhnt, systematisch zu trainieren. Nach seinem Abschied aus der Navy hatte sich Lee eine Weile verkrochen, war praktisch niemals ausgegangen, selbst die Lebensmittel hatte er sich liefern lassen. Der Anruf eines Kameraden holte ihn damals aus seinem Schneckenhaus ins Leben zurück. Jamie, Eigentümer einer Sicherheitsfirma, bot ihm einen Job als Housesitter an - total durchsichtig, das Ganze. Jamie hatte ihm auf die Beine helfen wollen und ihm eine Aufgabe angeboten, bei der er nicht viel in Kontakt mit anderen Menschen kam.

Lee nahm an, nicht sofort, aber Jamie blieb da sehr hartnäckig. Und das Housesitting war so ziemlich das Beste, was ihm in den letzten Jahren passierte. Er bekam einen Haufen Geld dafür, in den Villen oder Luxuswohnungen von Leuten zu wohnen, die mehrere Residenzen besaßen oder einfach nur auf Reisen waren. Gerade lebte er auf Long Island, in dem Haus eines jungen, männlichen Models. Schade, dass der Auftrag bald auslief. Der Hausherr kam in einer Woche zurück und dann zog Lee nach New York in ein Penthouse. Was auch ein angenehmes Wohnen versprach, aber das Penthouse hatte keinen privaten Pool. Und mit seiner verbrannten Haut auf der linken Körperseite würde Lee nie und nimmer einen für alle Bewohner des Hauses zugänglichen Pool benutzen. Er war nun nicht mehr so scheu wie frisch nach der Navy, ging mittlerweile selbst seine Lebensmittel einkaufen und in New York auch schon einmal in einen Gayclub. Hin und wieder gab es Männer, die seine muskulöse Figur schätzten und über die Narben in seinem Gesicht hinwegsahen. Und wenn er sie von hinten nahm, sahen sie die Narben ja nicht.

Gott, er hatte eine kleine Schwäche für Marc Stone entwickelt, den berühmten Popstar, der früher unter dem Künstlernamen Angel aufgetreten war. Angel hatte Lust auf einen Gangbang gehabt und marschierte deshalb mit seinem Butler in den Club. Der Butler hatte das gar nicht gerne gesehen und Vorbereitungen getroffen, den Dummkopf zu schützen, indem er eine Art menschliche Schutzmauer für seinen Schützling organisiert hatte – aus Exsoldaten. Natürlich! Ein ehemaliger SEAL wie er vertraute eben am meisten seinen Kameraden und Kameradinnen.

Der süße Angel hatte sich auf einem Jackenstapel von mehreren Soldaten nacheinander durchnehmen lassen. Lees Kameraden bestanden darauf, dass auch er zu den Glücklichen gehörte. Lee wollte erst nicht, sie mussten ihn fast schon gewaltsam zu Angel zerren. Und dann hatte Angel ihn so einladend angelächelt, so, als würden ihm die Narben überhaupt nichts ausmachen. Lee genoss ihn von Angesicht zu Angesicht, er war an diesem Abend der letzte von Angels Partnern gewesen. Der Junge schmiegte sich erschöpft auf seinen Schoß. Ein wunderbares Geschenk, dieses Vertrauen, diese natürliche Hingabe. Lee war glücklich gewesen, Angel in den Armen halten zu dürfen, seinen Duft zu atmen, etwas zu bekommen, wonach sich Millionen Fans sehnten.

Diesen Abend bewahrte sich Lee im Herzen und dachte daran, wenn er einmal wieder einsam war oder er dumme Bemerkungen hinter seinem Rücken über seine Narben hörte. Ich habe Angel gefickt und du bist ein Arsch, dachte er dann.

Die Außenbeleuchtung des Poolbereichs ging an. Jemand war durch die Lichtschranke getreten, die Lee mit der Beleuchtung gekoppelt hatte. An den Sicherheitssystemen seiner Kunden gab es meistens noch etwas zu verbessern und er ließ sich ungerne überraschen. Schnell warf er einen Blick in die Runde, ohne sein Training zu unterbrechen. Himmel! Sein Kunde war wieder zu Hause. Das Model saß in einem der Liegestühle, hatte eine Sonnenbrille auf und sah ihm beim Training zu. Lee irrte sich als Exsoldat nie in der Zeit. Also war Nathaniel Barr wahrscheinlich früher nach Hause zurückgekehrt. Wie es aussah, fand er seinen Housesitter sehr interessant. Früher hätte Lee das nichts ausgemacht und wohl die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen. Nun fragte er sich, wie er sich unauffällig aus der Affäre ziehen konnte. Er trainierte länger, als er vorgehabt hatte, doch er musste einsehen, dass Mr. Barr einfach nicht verschwinden würde.

Innerlich seufzend schwamm er an den Rand des Pools und zog sich hoch. Mr. Barr nahm die Sonnenbrille ab, offensichtlich, um ihn besser mustern zu können. Mit einer Art masochistischer Aufmerksamkeit beobachtete Lee die Reaktion dieses schönen Mannes auf seine Narben und die ließ auch nicht lange auf sich warten. Mr. Barrs Augen zogen sich überrascht zusammen und er keuchte leise, fast unhörbar auf. Nun erwartete Lee den fast immer einsetzenden Ekel in den Zügen seines Gegenübers. Komischerweise kam der nicht. Mr. Barrs Blick glitt tiefer, zu Lees Körpermitte. Das Feuer hatte Lee schlimm verletzt, aber sein Schwanz hatte wie durch ein Wunder nichts abbekommen. Jetzt lächelte sein dreister Kunde ein wenig und leckte sich die Lippen. Stellte sich der Mann etwa vor, ihn zu blasen? Das konnte sich Lee kaum vorstellen. Seit dem schrecklichen Ereignis hatte niemand mehr seine Lippen auf Lees Körper drücken wollen.

„Keine Badehose?“ Die Frage wurde von einem kleinen Lächeln begleitet und etwas glitzerte in den Augen des Hausherrn, was Lee früher, vor dem Brand, als Flirten interpretiert hätte. Gerade irritierte es Lee mehr, als es ihm schmeichelte.

„Habe niemanden erwartet, Mr. Barr.“

„Sie wissen also, wer ich bin.“

„Klar, es hängen viele Fotos von Ihnen in der Villa.“

„Nat, bitte.“

Lee griff sich seinen Bademantel von einer Liege und schlüpfte hinein. Er fühlte sich dadurch nicht wirklich besser oder geschützter, aber ein wenig half der Mantel schon.

„Waren Sie früher Feuerwehrmann, Lee?“ Nats Blick wirkte offen und interessiert.

„Soldat“, antwortete Lee und bemühte sich, höflich und offen zu wirken. Sein Kunde konnte schließlich nichts dafür. Doch Nat bemerkte trotzdem die Anspannung.

„Sie reden nicht gerne darüber.“

„Nein!“ Das klang etwas zu heiser und verletzlich und Lee ärgerte sich darüber, denn schließlich hatte Nat ihn als Sicherheitskraft engagiert. Eine Sicherheitskraft zeigte keine Schwäche, sie strahlte Stärke aus.

„Kann ich verstehen.“

„Sind Sie nur kurz hier oder benötigen Sie meine Dienste nicht mehr, Mr. … Nat?“

„Ich bleibe hier, aber bitte bleiben Sie die vereinbarte Zeit, ich …“

„Haben Sie ein Sicherheitsproblem, Sir, ist vielleicht ein durchgeknallter Fan hinter ihnen her? Ich müsste das wissen, um entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Wenn Sie wünschen, arbeite ich natürlich auch kurzfristig als Ihr Guard, bis sie jemanden gefunden haben, der Sie beschützt.“

„Nein, das ist es nicht. Es ist alles in Ordnung, nur, ich, ich …“, Nat seufzte und sah auf einmal so verloren aus, in seinen Augen schimmerte es feucht, als würde er jeden Moment anfangen zu weinen. „Ich habe mich gerade von meinem Freund getrennt und da könnte ich etwas Gesellschaft gebrauchen. Ich, ich … will jetzt nicht allein sein.“

„Sie wollen … mich … als Gesellschaft?“, fragte Lee und seine Stimme musste so überrascht geklungen haben, dass Nat auflachte.

„Warum denn nicht? Kochen Sie gerne? Ich liebe es zu kochen. Wir könnten ein Spiel im Fernsehen anschauen oder einen Film. Keine Angst, ich gehe Ihnen nicht an die Wäsche. Ich will nur Ihre Gesellschaft, keinen Sex, also ich will schon Sex, aber ich kann ja nicht erwarten, dass Sie zufällig auch schwul sind und Ihnen die Vorstellung, mit mir ins Bett zu gehen, nicht zuwider ist und ich … plappere.“

Lee starrte Nat einfach nur an, sein Mund stand wohl offen und Nat erhob sich mit einer geschmeidigen Bewegung von der Liege. Er schlenderte lächelnd die wenigen Meter zu Lee und drückte ihm mit dem Zeigefinger auf das Kinn. Automatisch schloss Lee den Kiefer. „Du bist schwul, ja? Dann wird das ein sehr schöner Abend.“

Nat hauchte ihm einen Kuss auf den linken Mundwinkel, den, wo seine Lippe von der Narbe auf der Wange etwas verzerrt war. Lee musste schlucken. Und dann drehte sich Nat um und schlenderte ins Haus zurück. Gott hatte dieser Mann einen knackigen Hintern in seiner Jeans. Sollte Lee wirklich die Chance bekommen, den zu erobern? Er verstand Nats Beweggründe, sich jemanden zu suchen, der ihn über seine Trennung hinwegtröstete. Aber einen entstellten Exsoldaten? Hatte er Mitleid mit Lee? Okay, Lee war nicht so stolz, um Mitleidsficks abzulehnen. Er nahm sie, um wenigstens hin und wieder etwas menschliche Nähe zu erhaschen. Der Abend würde sicherlich … hm … interessant werden.

xxx

Als Lee in die Küche kam, hatte sich Nat umgezogen. Er trug nun ein weißes Leinenhemd und eine dazu passende, weit ausgestellte Tunnelzughose. Seine Haare glänzten noch feucht, also hatte er sich wie Lee geduscht. Entweder trug Nat einen Jockstrap oder gar keine Unterhose, denn da zeichnete sich rein gar kein anderer Stoff unter seiner weißen Hose ab. Sexy!

Nat lächelte ihn an, nicht schüchtern, aber auch nicht wie ein Mann, der alles im Griff hatte, eher vorsichtig abwartend.

„Rosé, Martini, Rotwein, Bier?“, fragte er Lee.

„Ich trinke, was du trinkst.“

„Also Rosé?“

„Ist mir recht.“

Die Flasche hatte praktischerweise einen Drehverschluss und der Wein war schnell eingegossen. Sie prosteten sich zu. „Komm, setz dich neben mich, lass uns das Menü planen. Du magst doch Kochen?“

„Ja, ich koche gerne.“ Lee zögerte, sich rechts neben Nat zu setzen, aber Nat hatte den Barhocker ganz links an der Küchentheke für sich gewählt.

„Wenn wir die Plätze tauschen würden, hättest du nicht die ganze Zeit meine verbrannte Seite vor Augen“, sagte Lee. Er sah, wie Nat die Hand hob. Was zum Teufel hatte er vor? Automatisch trat Lee einen Schritt zurück, als Nat sie ihm auf die linke Wange legen wollte. Nat seufzte frustriert auf, lehnte sich auf dem Hocker vor und Lee hatte das Bedürfnis zu flüchten oder diese schmale, wunderbare Hand festzuhalten, deren zarte Haut sollte nicht mit seiner Hässlichkeit in Berührung kommen. Nat rutschte nun fast vom Stuhl und geistesgegenwärtig hielt ihn Lee an den Hüften fest. Die Hand fand ihr Ziel und Lee wimmerte kurz auf – peinlicherweise. Niemand berührte ihn sonst an dieser Wange – außer sein kosmetischer Chirurg, und der hatte dann Handschuhe an. Ah, diese unerwartete, zärtliche Geste ging Lee durch und durch. Er musste schwer schlucken und schloss die Augen. Ein Mann wie er weinte nicht. Himmel, er hatte geheult, in der Klinik, vor Schmerzen, das war in Ordnung. Aber zu heulen, weil ihn ein anderer Mann an der Wange berührte? Großer Gott, er war ein SEAL, kein heulendes Weichei.

„Das macht mir nichts aus“, hörte er Nats Stimme. Sie klang so weich und zärtlich.

Lee öffnete die Augen wieder, räuspert sich und fragte: „Warum macht dir das nichts aus?“ Lee konnte ihn einfach nicht verstehen.

„Mein Dad ist Feuerwehrmann. Er hat nicht so viele Narben wie du und auch keine im Gesicht, aber ich kenne so was von Kindesbeinen an. Deine Narben sind übrigens gut verheilt. Bei meinem Dad sieht`s schlimmer aus.“

„Ich hatte mehrere kosmetische Behandlungen deswegen. Bin so etwas wie ein Versuchskaninchen der Navy-Ärzte.“

„Aber es wird immer zu sehen sein, oder?“

„Ja!“ Schnell schluckte Lee die bittere Galle der Erinnerung herunter, als ihm in der Klinik für Brandverletzte das erste Mal klar geworden war, dass er in Zukunft mit seinem Gesicht nicht mehr die Herzen anderer Menschen nur mit einem charmanten Lächeln gewinnen konnte, dass er vielmehr bei den meisten gegenteilige, erschreckte Reaktionen auslösen würde.

„Nun setz dich endlich, ich habe Hunger!“

Lee lächelte Nat an, ein bisschen, und setzte sich, wie befohlen. Wenn er für sich alleine kochte, beschränkte er sich meistens auf das Hauptgericht. Nat wollte eine Vorspeise, eine Hauptspeise und einen Nachtisch.

„Kochst du immer so üppig?“, fragte Lee.

Ein Schatten glitt über Nats Gesicht. Ärger? Traurigkeit? Trotz? „Mein Ex hat mir vorgeworfen, ich sei zu dick, und da hat er sich eben ein anderes Model zum Ficken gesucht. Versteh mich nicht falsch, ich hab nix gegen Dreier, nur war ich nicht eingeladen.“

„Ich finde, du wirkst ein wenig unterernährt. Sorry, wenn ich das so offen sage.“

„Typisches Modelproblem. Wir müssen sehr schlank sein, weil die Kamera uns dicker macht. Die kräftigen Muskelmodels brauchen weniger auf ihr Gewicht achten, solche mit einem Körper wie deinem. Du siehst toll aus! Ich stehe auf solche Schränke wie dich.“

Lee räusperte sich. „Danke!“

„Heute wird nicht gegessen, heute wird gefressen! Und ab morgen bin ich wieder brav, damit ich meine Millionenverträge nicht verliere.“

„Ist dir vertraglich vorgeschrieben, wie viel du wiegst?“, fragte Lee.

Nat nickte und verzog den Mund angespannt. Das war kein angenehmes Thema für ihn. Also wechselte es Lee, überlegte kurz, was im Kühlschrank war und machte dann einen Vorschlag für eine Vorspeise. Sie einigten sich schließlich auf eine Tomatensuppe mit Garnelen und Basilikum nach Cajun-Art als Vorspeise, Steaks mit selbst gemachten Nudeln und einer Pilzsoße als Hauptspeise und Vanilleeis als Nachspeise. Das Eis war praktischerweise schon im Eisfach. Nat wollte noch einen Erdbeerspiegel dazu zaubern. Er hatte gefrorene Erdbeeren in seinem Eisschrank, die er dafür verwenden konnte.

Während sich Lee um die Zubereitung der Suppe kümmerte, zum Glück hatten sie genug Dosen mit Tomaten, knetete Nat den Nudelteig. Und Nat bestäubte mit seinen bemehlten Händen Lees Jeans, weil er ihm regelmäßig an den Arsch fasste. Lee ließ es sich gefallen, erstens hatte er mehr als eine Jeans und zweitens gab es in der Villa eine Waschmaschine und einen Trockner. Wenn Nat Freude daran hatte, ihn zu befummeln, dann war er der Letzte, der ihn daran hinderte. Der Nudelteig landete im Eisfach, damit er schnell herunterkühlte und sich später besser ausrollen ließ, die Suppe simmerte auf dem Herd. Lee ging zum Kühlschrank, nahm den Rosé raus und goss ihnen ein weiteres Glas ein. Nachdem er die Flasche zurückgestellt hatte, drehte er sich um und zuckte zusammen. Nat saß auf dem Tresen – ohne Hose! Er lächelte verführerisch und auch ein bisschen unsicher.

„Du hast wohl eine ganz konkrete Idee, wie wir die kleine Pause ausfüllen?“ Lee ging zu ihm und stellte sich zwischen seine leicht gespreizten Beine.

„Wenn es dir keine zu großen Umstände macht …“

„Es wird mir ein Vergnügen sein.“

Langsam neigte Lee den Kopf und wartete ab, ob Nat vielleicht zurückzuckte. Nicht alle wollten sich von Lippen küssen lassen, auf denen noch einige Spuren von Verbrennungen zu sehen waren. Nat streckte seine Hand aus, legte sie auf Lees Hinterkopf und zog ihn zu sich heran.

Wow, konnte der Mann küssen. Wow, wow, wow! Lee merkte, wie ausgehungert nach Liebe er war, als Nats Zunge in seinen Mund glitt. Sein Geschmack, sein Duft, seine sinnlichen Bewegungen. Alles an Nat war süchtig machend. Gott! Lee überkam die Gier, Nat regelrecht zu verschlingen. Mit der Zunge fuhr er über dessen glatt rasiertes Kinn weiter in die zarte Halsbeuge. Nat hatte fast so etwas wie eine Babyhaut, praktisch makellos und … ah … sinnlich erregend. Lee wollte daran saugen, aber er wagt es nicht.

„Tu es! Ich habe in nächster Zeit keine Fototermine“, keuchte Nat und neigte den Kopf einladend noch ein bisschen mehr. Yeah, Lee musste es tun und er würde es tun, Nat markieren. Vorsichtig schlug er seine Zähne in die weiche Haut, knabberte daran und saugte, bis ein sehr schöner roter Fleck entstand. Sein Mund glitt wieder nach oben, zurück zu den sinnlichen Lippen, die ihm so freigiebig angeboten wurden. Er tupfte federleichte Küsse darauf, sog an der Unterlippe und wich neckend aus, wenn Nat den Mund öffnen wollte, um seine Zunge ins Spiel zu bringen. Nat nahm nun beide Hände, um Lees Kopf festzuhalten, zu sich heranzuziehen und sich seinen Kuss zu nehmen. Das war kein bedeutungsloser, kurzer Sex mit einer Zufallsbekanntschaft, so viel Mehr schwang schon in ihren Küssen mit. Verzweiflung, die Suche nach etwas, was länger Bestand hatte als ein Quickie? War Nat vielleicht genauso einsam wie Lee? Aber so ein erfolgreiches, schönes Model musste doch Freunde haben, die ihn auffingen. Weshalb tröstete er sich hier mit einem hässlichen Kriegsveteran und tat so, als gäbe es nichts Schöneres, als mit ihm rumzuknutschen? Seine Zweifel überwältigten Lee gerade und er brauchte etwas Abstand, machte sich von Nat los.

„Was?“, fragte Nat und seine Stimme klang dunkel vor Lust.

„Ich, ich … das ist gerade etwas schwierig für mich. Ich bin es nicht gewöhnt, dass sich jemand wie du für mich interessiert, so sinnlich und … hm … begeistert auf mich reagiert.“

„Ich mache dir nichts vor, ich finde dich toll!“ Nat warf ihm einen verletzten Blick zu und sprang von der Theke. Eilig zog er seine Hose wieder an. „Lass uns die Nudeln machen!“ Er wendete sich zum Eisschrank, doch Lee umarmte ihn von hinten. „Sorry, wenn ich seelisch verkorkster Idiot es jetzt verdorben habe.“

Das schien Nat zu besänftigen, denn er hörte sich jetzt viel milder an. „Hast du nicht. Ich verstehe dein Bedürfnis, dir Zeit zu lassen. Wir machen später weiter, in meinem schönen, großen Bett. Aber eines lässt du vor der Tür zurück!“

„Was?“, fragte Lee und saugte tief den Duft aus Nats Haaren ein.

„Deine Zweifel, du könntest nicht attraktiv genug für mich sein.“

„Okay! Werd`s versuchen.“

Nat drehte sich in seinen Armen um, gab ihm einen Kuss auf den Mund und machte sich dann sanft los. Das Nudeln ausrollen und schneiden machte ihnen Spaß und sie waren etwas abgelenkt, weil sie sich oft küssten und auch schon das eine oder andere Mal eine intime Berührung riskierten. Am Ende mussten sie sich gegenseitig das Mehl von ihrer Kleidung klopfen. Lee ging in die Kammer hinter der Küche, holte den Robotsauger und steuerte ihn mit der Fernbedienung einmal durch den Bereich, den sie so eingesaut hatten, während Nat Wasser für die Nudeln aufsetzte und etwas von der Suppe naschte. Jetzt sah der Boden schon wieder etwas manierlicher aus, nicht wirklich sauber, aber besser. Die Putzfrau würde wahrscheinlich stöhnen, wenn sie morgen kam. Mit den Reinigungskräften hatte Lee mitunter seine liebe Not. Manche schienen zu glauben, dass er als Housesitter gefälligst seinen Dreck selber wegmachen sollte oder noch besser: Möglichst auf Zehenspitzen durch die von ihm bewohnten Räume zu schleichen habe. Aber so funktionierte es nicht. Lee bewohnte die Wohnungen auch, die er betreute, mit Respekt vor der persönlichen Sphäre von deren Eigentümern, er benutzte nicht ihre Schlafzimmer, soff ihnen nicht die teuren Weine oder Spirituosen weg und rauchte auch nicht die edlen Zigarren aus deren Humidoren. Aber natürlich benutzte er die Wohnzimmer, sah dort fern, hörte Musik aus den Anlagen, kochte in den Küchen und schwamm in den Pools oder benutzte die Sportgeräte. Das war alles mit den Kunden abgesprochen. In der Regel waren sie froh, wenn es jemanden gab, der ihre Residenzen zu schätzen wusste und ihnen sozusagen mit seiner Anwesenheit Leben einhauchte. Und bisher hatte Lee noch jede verstockte Reinigungskraft dazu gebracht, das zu tun, was er wollte. Kunststück! Sie putzen lieber doch richtig, als mit einem Mann von fast zwei Metern Größe zu diskutieren, dessen Gesicht sie gruselte.

Da Nat das Braten der Steaks auf der Teppanyakiplatte selbst übernehmen wollte, deckte Lee den Tisch in der Küche. Es gab auch noch ein Esszimmer, aber hier war es gemütlicher, nicht so förmlich. Nat lächelte ihn an, als er eine weiße Decke auf den Tisch legte. „Du kennst dich gut in meinem Haus aus.“

„Ich schaue nur in die Schubladen der offiziellen Räume und auch nur, wenn ich einen Gebrauchsgegenstand suche. Der Privatbereich meiner Kunden ist tabu.“

„Das sollte kein Vorwurf sein. Wenn ich Bedenken dagegen gehabt hätte, dass jemand Fremdes in meinem Haus wohnt, dann hätte ich dich nicht über deine Agentur gebucht. Du hast übrigens einen sehr guten Ruf als Housesitter.“

„Danke!“

Das Essen schmeckte wunderbar und am Ende gönnten sie sich erst einmal einen Espresso. So vollgefressen war Sex möglich, aber nicht unbedingt eine gute Idee. Sie setzten sich in das Wohnzimmer, tranken noch ein Glas Wein und sahen sich einen Film an. Nat schlief in Lees Armen ein. Vorsichtig trug ihn Lee ins Schlafzimmer und wollte in das Gästezimmer gehen. An der Tür drehte er sich noch einmal um. Wie er sich danach sehnte, diesen Mann in seinen Armen zu halten, während er schlief. Er entschied sich, das Risiko einzugehen und es darauf ankommen zu lassen. In seinem eigenen Bad putzte er sich noch schnell die Zähne, dann kehrte er zu Nat zurück und legte sich zu ihm unter die leichte Sommerdecke. Nat murmelte etwas und schmiegte sich an ihn. Kein schlechter Anfang! Lee hoffte nur, dass Nat im Unterbewusstsein auch mitbekam, an wen er sich da kuschelte.

xxx

Eine keifende weibliche Stimme drang durch das Haus. „Mr. Housesitter! Wenn Sie glauben, ich mache Ihren Dreck in der Küche weg, dann sind Sie falsch gewickelt! Ich werde Mr. Barr mitteilen, wie Sie hier gewütet haben.“

Lee hörte eine Tür klappen, wahrscheinlich die Tür des Gästezimmers, wo die Frau ihn wohl vermutete. Jetzt kam sie den Flur hoch und immer näher. Die Tür des Schlafzimmers wurde aufgerissen. „Was haben Sie hier drin zu suchen?“, kreischte der Racheengel.

Frauen! Sie tat ja gerade so, als würde das Haus ihr gehören. Wahrscheinlich hatte sie nur keine Lust, die Bettwäsche im Hauptschlafzimmer zu wechseln.

„Eigentlich hatte ich vor zu schlafen, bis mich ein schrilles Geräusch geweckt hat. Sie verschwinden jetzt aus meinem privaten Bereich und werden das tun, wofür unser gemeinsamer Chef sie bezahlt. Haben wir uns verstanden?“

Lee richtete sich im Bett auf schaute die Reinigungskraft an. Entsetzt sah sie auf seinen nackten Oberkörper, dann floh sie.

„Hier bei diesem Monster bleibe ich keine weitere Minute“, hörte er sie zetern, als sie den Flur hinunterstürmte. Kurze Zeit später fiel die Eingangstür hinter ihr ins Schloss.

„Da hat wohl gerade jemand gekündigt“, kam es müde aus den Kissen der anderen Bettseite.

„Sorry!“

„Sie hat dich beleidigt. Mir tut es leid, jemanden beschäftigt zu haben, der so etwas Gemeines zu dir sagt.“

„Schon gut.“

„Lass mich dir beweisen, dass du kein Monster bist.“ Nat hielt Lee schnell an der Hand fest, als dieser aus dem Bett steigen wollte. Lee fiel auf den Rücken und Nat rutschte über ihn, knabberte an dem einen Nippel der rechten Brust, den anderen gab es nicht mehr, der war ein Opfer der Flammen geworden. Das schien Nat nicht sonderlich zu tangieren, er hielt sich an den, der noch da war. Seine Hand streichelte sanft und beruhigend über die schlimme Seite, so, als wolle er Lee versichern, dass alles in Ordnung war und er dessen Körper so akzeptierte, wie er war. Außer Ärzten und Krankenschwestern hatte ihn dort nie jemand berührt und schon wieder kamen ihm fast die Tränen. „Nat, ich …“

„Pst, genieße es!“

Nat glitt jetzt tiefer … und noch tiefer … und dann spürte er das erste Mal seit dem Feuer wieder Lippen um seinen Schwanz. Und diese wahnsinnig aufreizende Zunge. Wow! Und diesen vorwitzigen Finger, der sich in seinen Anus bohrte. Yeah! Lee war standhaft – normalerweise. Jetzt überfluteten ihn mit einem Mal all die Reize, die er so lange vermisst hatte, und er spritzte tief in Naths Mund ab. Peinlich!

Sorry, ich habe dich nicht vorgewarnt, ich … es blieb keine Zeit …“ Lee wurde doch tatsächlich rot. „Ich meine, ich meine …“ Und jetzt stotterte er auch noch.

Nat leckte sich über die Lippen und lächelte lüstern. „Ich wollte es schlucken, Darling.“

Lee zog die rechte Augenbraue nach oben, die, die er noch bewegen konnte, die andere war ihm dank der Schutzbrille, die er damals getragen hatte, erhalten geblieben und auch sein linkes Auge hatte das Feuer überlebt. Aber er konnte nicht mehr alle Gesichtsmuskeln der linken Hälfte benutzen.

Nat stutzte kurz und dann lachte er, er amüsierte sich köstlich über Lees etwas verunglückte Mimik. Ein Mann, der gerade sein Sperma geschluckt hatte, durfte auch über ihn lachen, fand Lee, auch wenn er sich etwas unwohl dabei fühlte. Nat gab ihm einen letzten Kuss auf den Penis und stand dann auf.

„Was ist mit dir?“, fragte Lee und zeigte auf Nats steifen Schwanz. „Ich muss dringend auf die Toilette und auf Golden Shower Spiele stehe ich nicht.“

Lee auch nicht, also ließ er ihn ziehen. Er ging in sein Gästebad, wo er sich ebenfalls erleichterte. In seinem Bademantel schlenderte er in die Küche, setzte eine Kanne Kaffee auf, nahm das Telefon und rief die Agentur an, sie sollten am Nachmittag eine andere Putzfrau schicken, die a.) keine Angst vor Männer mit Brandnarben hatte, b.) kein Problem damit hatte, Anweisungen entgegenzunehmen und c.) auch wirklich putzte und nicht nur so tat. Die Agentur entschuldigte sich wortreich. Lee ging in den Vorraum, um zu schauen, ob die keifende Ziege den Schlüssel dagelassen hatte. Hatte sie, er lag in einer Glasschüssel. Lee änderte den Code der Alarmanlage und schrieb den neuen Code auf einen Zettel, den er Nat mit seinem Kaffee reichte.

„Wieder neue Zahlen zu merken“, grummelte Nat.

„Besser, als unangenehm überrascht zu werden.“

Schweigend trank Nat seinen Kaffee, er sah noch etwas müde aus. Vielleicht lag ihm der Jetlag in den Knochen. „Lee, kannst du auch Sicherheit?“

„Du fragst mich, ob ich schon einmal als Leibwächter gearbeitet habe?“

„Ja!“

„Von der Ausbildung her wäre ich dafür geeignet, aber sieh mich an, ich bin zu auffällig, um unauffällig agieren zu können.“

„Was, wenn ich dich einstellen wollte?“

„Dann willst du nicht mehr mit mir schlafen?“

„Natürlich will ich mit dir schlafen. Gibt es irgendwo ein Gesetz, was Leibwächtern verbietet, mit ihren Schützlingen ins Bett zu gehen?“

„Eine intime Beziehung würde die Sache verkomplizieren.“

„Aber nicht unmöglich machen?“

„Wohl nicht.“

„Dann biete ich dir offiziell eine Stelle als mein Leibwächter an.“

„Ich werde in New York als Housesitter erwartet. Und ich habe nicht vor, diesen Auftrag abzulehnen.“

„Wie lange dauert das?“

„Sechs Wochen.“

„Und danach?“

Lee seufzte. „Du bist vielleicht beharrlich. Über die sechs Wochen hinaus habe ich keine weiteren Verpflichtungen, aber es findet sich immer jemand, auf dessen Haus oder Anwesen ich aufpassen soll. Und wenn ich keinen Auftrag habe, kann ich trotzdem in den Gäste- oder Poolhäusern einiger Stammkunden wohnen.“

„Praktisch!“

„Ja, sie mögen es, einen ehemaligen SEAL auf dem Grundstück zu haben.“

„Und?“

„Was und?“

„Nimmst du mein Jobangebot an?“

„Das wäre ein sehr großer Schritt für mich. Du bewegst dich in einer Welt, in der Schönheit alles ist. Ein Bodyguard mit Brandnarben könnte Aufsehen erregen.“

„Vermutlich weniger, als du befürchtest. Angestellte werden kaum beachtet.“

„Was genau soll ich für dich sein, Nathaniel? Ein Leibwächter mit Extras?“

„Wenn du es so sehen möchtest. Ich mag dich, will dich um mich haben und kann es mir leisten, dich zu bezahlen. Du bist ein Ex-SEAL, also stelle ich dich als Leibwächter ein. Wenn du Buchhalter wärst, dann würde ich dich wahrscheinlich als Assistent einstellen, nur befürchte ich, dann würde ich dich nicht so sexy finden und keine Lust haben, dich einzustellen.“

„Du findest mich wirklich sexy?“

Nat legte die Hand auf sein Herz. „Ich schwöre es.“

Lee lächelte ihn geschmeichelt an, auch, wenn er es nicht verstand. Die Vernunft ermahnte ihn, das seltsame Angebot abzulehnen, aber sein Herz wollte etwas anderes – mit diesem Mann zusammen sein, der ihn so unkompliziert akzeptierte, dessen Körper nicht zurückschreckte, wenn sie einander berührten, der ihn anlächelte, der behauptete, ihn sexy zu finden, und dabei ein so aufrichtigen Ausdruck im Gesicht hatte.

„Okay! Lass uns sehen, wie es in dieser Woche mit uns läuft, danach gehe ich für die sechs Wochen nach New York und wenn du mich dann noch willst, als Leibwächter und als Liebhaber, bin ich dein Mann.“

„Also ich mache bestimmt keinen Rückzieher.“

Wir werden sehen, dachte Lee.

Zwei

 

Sechs Wochen konnten zur Qual werden, wenn man sich verliebt hatte und der Mann seines Herzens in einer anderen Stadt war. Gelegentlicher Telefonsex, ein paar Skype-Anrufe und Selfies von Nat auf dessen Facebook-Seite ließen Lee mehr schlecht als recht die Zeit überbrücken. Beim Abschied auf Long Island hatte sich Lee cool gegeben. Er wollte, dass sich Nat wirklich sehr gründlich überlegte, ob er ihn auf Dauer um sich haben wollte. Aber Nat machte keinen Rückzieher, er ließ Lee ein Flugticket nach Paris reservieren – erste Klasse. Sehr aufmerksam!

Jetzt wartete Lee gerade am Band, dass der Flughafen seinen Koffer endlich ausspuckte. Er ignorierte die neugierigen oder auch verstohlenen Blicke seiner Mitreisenden. Daran würde er sich als Nats Leibwächter gewöhnen müssen. Ein Leibwächter mit Extras. Wenn das nur gutging. Lee war zu verliebt, um das Angebot von Nat abzulehnen, als dessen Angestellter zu arbeiten. Himmel! Er war verliebt! Grässlich! Und wenn es Nat nur um etwas Abwechselung in seinem Leben ging? Lee war sich so gut wie sicher, dass er nicht verarscht wurde. Nat konnte ihn gut leiden und die Woche auf Long Island hatte ihnen gezeigt, wie wunderbar sie sexuell miteinander harmonierten. Es knisterte gewaltig zwischen ihnen, nur war Sex eine Sache, Liebe eine andere. Sex war vergänglich und Nat verlor vielleicht bald das Interesse. Konnte Lee es aushalten, wenn sich sein Arbeitgeber dann einem anderen Lover zuwandte? Zum Glück kam endlich dieser verfluchte Koffer und er zog ihn kraftvoll vom Laufband. Eigentlich hatte er vorgehabt, mit seinem üblichen Seesack zu reisen, aber der Koffer war ein Geschenk von Nat.

Den Koffer hinter sich herziehend, strebte er den Ausgängen des Flughafens zu und schaute sich um. Nat! Da stand er und winkte. Sie begrüßten sich lächelnd, aber umarmten sich nicht. In der Öffentlichkeit waren sie das Model und sein Leibwächter. Was sie privat miteinander taten, ging niemanden etwas an.

„Hi Darling“, sagte Nat leise und seine Stimme war heiser vor sexueller Vorfreude. Lee musste schlucken.

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