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MICHAEL SQUAR, geboren 1955 in Gimmeldingen, Kreis Neustadt an der Weinstraße, aufgewachsen in Frankfurt am Main, Ausbildung zum Versicherungskaufmann, Diplomstudium der Geografie mit Meteorologie und Ethnologie sowie Lehramtsstudium Geschichte und Erdkunde an der Johann-Wolfgang- Goethe-Universität in Frankfurt am Main, zur Zeit wohnhaft in Maintal / Hessen.

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Inhalt

  • Einleitung
  • Klimawandel
    • Wetter - Klima
    • Ursachen des Klimawandels
      • Wer stößt dieses Gas aus ?
      • Wodurch wird dieses Gas ausgestoßen?
      • Kraftfahrzeuge
      • Kraftwerke
      • Globaler Treibhauseffekt
    • Folgen des Klimawandels
  • Bevölkerungswachstum
    • Welche Staaten tragen zum Weltbevölkerungswachstum bei?
  • Nahrungsmittel ohne Ende?
    • Folge
  • Wasser - ein unerschöpfliches Reservoir?
  • Zwischenbilanz
  • Menschliche Ideenvielfalt und Verhaltensweisen
    • Beispiel Gütertransport:
    • Beispiel »Obsoleszenz«
    • Beispiel Haustierhaltung
  • Folgen menschlicher Handlungsweisen
    • Entwaldung
    • Naturkatastrophen
    • Kriege im Makro- und Mesokosmos
    • Kriege im Mikrokosmos
    • Pandemien
  • Ansätze zur Problembewältigung
    • Technologische Ansätze
    • Änderung des Konsumverhaltens
    • Vorbild Schweiz?
  • Quellenverzeichnis
  • Tabellenverzeichnis

Einleitung

Wandlungsprozesse, also Veränderungserscheinungen in Naturund anthropogenen Räumen unserer Erde, sind zunächst einmal keine »neuartig-sensationellen« Erscheinungen. Sie laufen auf naturräumlicher Ebene seit Beginn der Erdgeschichte, auf anthropogener Ebene seit dem Auftreten der ersten Menschen ab. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegen allerdings einige Jahre, etwas genauer ausgedrückt eine einstellige Zahl im Milliardenbereich.

Ganz anders gestaltet sich die zeitliche Sichtweise vom schleichenden Beginn der Menschheitsgeschichte bis in unsere heutige, ach so hochkomplizierte, schnelllebige, pseudo-intelligenzgesteuerte, postmoderne Neuzeit. Dazwischen liegt lediglich eine einstellige Zahl im unteren Millionenbereich. So ganz genau kann das allerdings niemand sagen. Immerhin beglückt der Mensch seinen Planeten erst seit den letzten rund 0,03 % der gesamten Erdgeschichte. Das ist verblüffend, insbesondere bei Betrachtung der Veränderungen, die Homo sapiens erectus bewirkt hat. Inwiefern dies mit positiven oder negativen Auswirkungen verbunden ist, sei zunächst dahingestellt. Hierüber werden sich auch zukünftig die Geister streiten. Festzustehen scheint nach den bisherigen Erfahrungen lediglich, dass das eine wohl in fast allen Fällen an das andere gekoppelt ist.

Die Versuche des Menschen, Neuerungen zu seinem Wohle durchzusetzen, zeigen in aller Regel auch schädliche Aspekte, die unter dem Strich ein eher negatives Saldo ergeben.

Sein Umgang mit den ihm von der Natur geschenkten Ressourcen wie den dinglichen in Form von Wasser, Erde, Luft, Bodenschätzen sowie mit seinen gegebenen kognitiven Fähigkeiten ist oftmals eher zweifelhaft als verantwortungsvoll, mehr auf sein eigenes Ego gerichtet als global-gemeinschaftlich vorausschauend.

Vor diesem Hintergrund haben sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte eine Vielzahl von Problemen ergeben, die zusammenwirken und in ihrem bedrohlichen Ausmaß erst jetzt von einigen Regierungen ernst genommen werden.

Es geht um Faktoren wie, mag es auch mittlerweile schon fast abgedroschen klingen, den Klimawandel mit all seinen Folgeerscheinungen, das Bevölkerungswachstum, die Nahrungsmittelversorgung, die Ungleichverteilung der Süßwasservorkommen, aber auch um Gewalt, Konflikte und Kriege.

Die Weltbank deutete beispielsweise 2014 in Hinsicht auf das Bevölkerungswachstum bereits eine zukünftige »globale Jobkrise« an. So müssten nach deren Schätzungen bis 2030 weltweit mindestens 600 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, um mit dem prognostizierten Bevölkerungswachstum auf der Erde mithalten zu können. Allein diese gewaltige Aufgabe erfordert ein Umdenken hinsichtlich der damit verknüpften und zu erwartenden Umweltbelastungen.

Unser Lebensstil, damit sind wir in den entwickelten, konsumverwöhnten Ländern gemeint, trägt nicht bloß zum gegenwärtigen Temperaturanstieg auf der Erde bei, er ist der ausschlaggebende Faktor. Zwei Grad Celsius über der globalen Durchschnittstemperatur ist eine Grenze, ein sogenannter »tipping point«, dessen Überschreitung katastrophale Klimaveränderungen mit Dominoeffekten für weitere Kipppunkte bewirkt.

Welche Ursachen liegen diesem Entwicklungsgefüge zugrunde, in welcher Art und Weise korrelieren sie, wie bedingen sie sich? Schließlich stellt sich die entscheidende Frage, wie der bereits im

D-Zug-Tempo abgefahrene Zug gebremst oder gar zum Stehen gebracht werden kann …

Ist dies überhaupt noch möglich?

Klimawandel

Ein Paradebeispiel hierfür ist der vieldiskutierte Klimawandel, über den bis vor gar nicht langer Zeit noch gestritten wurde, ob er anthropogen, also vom Menschen bedingt sei oder naturgegebene Veränderungen wie beispielsweise erdgeschichtliche Wechselfolgen von Eis- und Warmzeiten hierfür den Ausschlag gegeben haben könnten. Insbesondere die US-amerikanische Regierung unter der Bush-Administration zog anthropogene Ursachen in Zweifel. Mittlerweile setzt sich zunehmend die Meinung durch, menschliche Einflüsse seien die ausschlaggebenden Faktoren, welche zum Begriff des Klimawandels geführt haben.

Erhebungen über dessen Ursachen, Ausmaß und Dynamik werden seit Ende der 1980er Jahre vom Klimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Charge) mit Sitz in Genf durchgeführt, dessen Mitglieder sich aus Wissenschaftlern verschiedener Mitgliedstaaten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sowie des UN-Umweltprogramms UNEP zusammensetzen. Im Vordergrund stehen dabei objektive Forschungsergebnisse, die einzelstaatliche wirtschaftliche Interessen außer Acht lassen sollen.

Zum besseren Verständnis sind folgende Definitionen von Bedeutung:

Wetter – Klima

»Wetter« ist der kurzfristige (Stunden bis maximal wenige Tage), momentane atmosphärische Zustand (Sonne, Wolken, Regen, Schnee, Hagel, Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchte, Wind) eines bestimmten Orts.

»Klima« hingegen ist das langfristige (Zeitraum mindestens ein Jahr) statistische Verhalten der Atmosphäre, gemessen in Form von Mittelwerten, Standardabweichungen, maximalen und minimalen Werten, Häufigkeitsverteilungen, durchschnittlichen Tages- und Jahreswerten.

Klimabeeinflussende Faktoren sind:

  • das Wasser (Hydrosphäre, in erster Linie die Weltmeere),
  • das Eis der Arktis und Antarktis sowie Gletscher (Kryosphäre),
  • sämtliche Lebewesen auf der Erde (Biosphäre). Hierzu zählt eben auch der Mensch als anthropogener Einflussfaktor.

Das globale Klima, also das langfristige statistische Verhalten der Erdatmosphäre, zeigt einen signifikanten Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um rund 0,8° Celsius seit etwa 1900.

Das ist nicht viel? Ist es aber!

Bisher messbar festgestellt wurden aufgrund dieses Temperaturanstiegs u. a.:

  1. ein durchschnittlicher globaler Anstieg der Meerestemperatur um etwa 0,15° Celsius in den Oberflächenschichten (bis knapp 1 km Tiefe) der Weltmeere seit Anfang der 1990er Jahre
  2. ein durchschnittlicher Anstieg des globalen Meeresspiegels um rund 17 cm im Verlauf des 20. Jahrhunderts
  3. ein Abschmelzen der Schneedecke auf der Nordhalbkugel um 8–10 % (entspricht einer Fläche von 3–4 Millionen Quadratkilometer)

Weitere Folge dieses Klimawandels ist die Beobachtung immer häufiger in Erscheinung tretender extremer Wetterereignisse auch in Gebieten, die hiervon sonst kaum betroffen waren. Unwetter mit Wirbelstürmen, Überschwemmungen, starken Gewittern oder fortschreitende Desertifikation nehmen in immer kürzeren Zeitabständen deutlich zu.

Beispiele:

  • die Anzahl der extremen Hochwasserereignisse auf dem asiatischen Kontinent stieg von rund 100 Anfang der 1970er Jahre auf über 600 bis zum Jahr 2010,
  • die Flächenbrände auf dem gesamten amerikanischen Kontinent erhöhten sich zwischen dem Ende der 1980er Jahre und dem Jahrtausendwechsel von 10 auf über 50.

Dies alles ist im Wesentlichen auf den globalen durchschnittlichen Temperaturanstieg von augenscheinlich geringen 0,8° Celsius zurückzuführen. Geht die Entwicklung weiter, dann würde bis zum Ende dieses Jahrhunderts ein Anstieg um mehr als 2° Celsius erfolgen, mit verheerenden Folgen, die nicht mehr umkehrbar wären:

  • weiterer Anstieg des Meeresspiegels mit Überflutungen großflächiger küstennaher Bereiche und ganzer Staaten wie beispielsweise die Malediven oder Bangladesch, letzterer mit 155 Millionen Einwohnern,
  • Freisetzung des Treibhausgases Methan (das den globalen Treibhauseffekt weitaus »effektiver« forciert als Kohlendioxid) durch das Auftauen von Permafrostböden,
  • Wanderungswellen von Klimaflüchtlingen, die aus ihrer überschwemmten Heimat im wahrsten Sinne des Wortes weggespült werden.

Wahrscheinlich werden weite Kreise der Menschen diesem Szenario keinen Glauben schenken, sie werden sich schmunzelnd zurücklehnen und sich denken: Was für ein Schwachsinn, alles wird so bleiben wie es ist, ich habe mein Auto, mein Boot, mein Haus, wir werden es schon richten, so wie wir es immer geschafft haben, Verfehlungen der anthropogenen Spezies irgendwie zu korrigieren.

Dies gelang tatsächlich, nach dem Ersten Weltkrieg, nach dem Zweiten, wir, damit sind die entwickelten Industrienationen gemeint, leben im Großen und Ganzen in Saus und Braus, verfügen über sämtliche Grunddaseinsfunktionen, haben ein Dach über dem Kopf, reichlich zu essen und zu trinken, Kleidung von kik bis Hollister, werden medizinisch und sozial bis zum Exzess betreut, sind verwöhnt bis zum Abwinken und haben noch immer nicht genug im Rachen.

Dabei hat der Mensch diese sich abzeichnende Situation, die die Masse verdrängt, durch den Überfluss an Waren und Dienstleistungen in einer kapitalistisch-marktwirtschaftlich, gewinnorientierten Gesellschaft sukzessive über eine Entwicklung von vielen Jahren selbst heraufbeschworen. Es liegt nun einmal in der Natur des Menschen, alles überall und sofort verfügbar zu haben. Diese Überflussgesellschaft hat ihren Preis, das Perpetuum mobile ist noch nicht erfunden, die Ressourcen auf der Erde sind begrenzt.

Ursachen des Klimawandels

Hauptursache: Ausstoß von Kohlendioxid durch Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas zur Energieerzeugung (Elektrizität, Wärme, Treibstoffe für Beförderungsmittel etc.)

Bis zum Beginn der Industriellen Revolution im 18. Jahrhundert lag die CÖ2-Konzentration innerhalb der Atmosphäre bei etwa 280 parts per million (ppm), das war nur unwesentlich höher als zur Zeit Christi Geburt. Sie hielt sich also seit fast 2000 Jahren relativ konstant. In einem Zeitraum von rund 200 Jahren stieg sie dann bis 2013 auf 400 ppm an, das entspricht einem Konzentrationszuwachs von über 40 %. Mehr als 75 % aller Treibhausgase entfallen auf Kohlendioxid.

Wer stößt dieses Gas aus?

Tab. 1: Hauptverursacher CO2 (mit mehr als 300 Mio. Einwohnern) in Tonnen (2010):

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Diese Staatengruppe vereinigt knapp die Hälfte der gegenwärtigen Weltbevölkerung und emittiert 55 % des weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids.

Die USA und die Europäische Union produzieren zusammen etwa ein Viertel des gesamten Ausstoßes bei einem globalen Bevölkerungsanteil von gerade mal 12 %.

Allerdings sind die momentanen Zuwachsraten dieses Treibhausgases im Falle Chinas und Indiens als die mit Abstand bevölkerungsreichsten Staaten enorm hoch, während sie bei den USA und der EU leicht sinken.

Trotzdem müssen wir uns darüber bewusst sein, dass dies lediglich der gegenwärtige Zustand ist. All die Jahre und Jahrzehnte zuvor waren die Industrienationen Nordamerikas und Europas die ursächlichen Triebfedern des nun alarmierenden Treibhauseffekts, der schleichend und zunächst unbemerkt entstanden ist. Dies ist das Ergebnis unseres Konsumdenkens und wirtschaftlichen Expansionsdrangs. Es ist der Preis für unseren Wohlstand, auf den wir so maßlos stolz sind.

Tab. 2: Energieverbrauch in % des Weltverbrauchs:

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Tab. 3: Energieverbrauch pro Kopf der Bevölkerung (Welt = 100)

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Der ungezügelte Energieverbrauch infolge der habgierigen, unersättlichen Güterproduktion unter dem Vorwand eines unbedingten Wirtschafts- und Wohlstandswachstums der klassischen Industriestaaten nach dem Beginn der industriellen Revolution, allen voran die USA, tragen die ursächliche Verantwortung für den Klimawandel und seine Folgen.

Daran ändert auch nichts an der Tatsache, dass andere Schwellenländer, in diesem Fall allen voran die Volksrepublik China, »aufholen«, die wollen schließlich auch einige Rosinenstücke vom weltweiten Wohlstandskuchen abhaben. Das ist ihnen nun auch wirklich nicht zu verdenken!

Ja, die USA und die anderen »alteingesessenen« Industriestaaten haben, nachdem die Situation immer bedrohlicher wurde und wird, ihre Emissionen und den Energieverbrauch etwas zurückgeschraubt; sie liegen aber, bezogen auf ihre Einwohnerzahl und damit dem Pro-Kopf-Index, u. a. noch immer weit vor den großen Schwellenländern China und Indien.

Es ist ungefähr so, als ob ein zum Multimillionär mutierter Dieb ein paar Euro oder Dollar abgibt, um sein Gewissen wegen seiner ehemaligen Missetaten zu erleichtern und so tut, als ob er nun Großes für den Armutsausgleich geleistet hätte.

Multimillionär bleibt er trotz niedrigen Zinsniveaus trotzdem! SEINE Ren(di)te ist sicher …

Wodurch wird dieses Gas ausgestoßen?

Kohlendioxid wird zum weitaus überwiegenden Teil durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Erdgas oder Kohle und den daraus hergestellten Produkten (Benzin, Diesel und andere Treibstoffe) freigesetzt. Ein weiterer Teil, ein knappes Viertel, entsteht durch Brandrodung, insbesondere der Abholzung riesiger Waldflächen tropischen Regenwälder.

Betroffen sind insbesondere Kraftwerke zur Energieerzeugung von Wärme und Elektrizität, auf der die gesamte Industrieproduktion unserer Wohlstandsgesellschaft fußt sowie sämtlicher Personenund Güterverkehr auf Straße, Schiene, Luft und Wasser:

Hierbei ist der anthropogene, also der vom Menschen verursachte Ausstoß von rund 35 Milliarden Tonnen CO2 gemeint: Nun wird dieses Gas auch auf natürliche Weise durch Vulkane, absterbende Pflanzen etc. freigesetzt, und zwar zu 95 %.

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