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Zurück ins Leben

1. KAPITEL

Xaver schwankte zwischen Wut und Fassungslosigkeit, nachdem er begriffen hatte, dass die Affäre zwischen Natalie und Carsten Lorenz noch immer nicht vorbei war.

„Du willst nicht wirklich weiter mit diesem Typen rummachen? Der nutzt dich doch nur aus!“ Aber Natalie gab keine Antwort. „Hast du denn überhaupt keine Selbstachtung?“, wollte der Page aufgebracht wissen. Weil sie nur einen genervten Seufzer von sich gab, schaltete sich Carsten ins Gespräch ein:

„Dann würd’ ich mal sagen, ihr klärt das jetzt sofort untereinander … Ich nehme inzwischen eine angenehm warme Dusche.“ Er gab seiner Geliebten einen Kuss. „Bis gleich, Schatz.“

Sie sah ihn entschuldigend an. „Ich komme gleich …“

Carsten verschwand pfeifend im Bad.

„Das verstehst du nicht“, wandte sich Natalie nun an Xaver, und ihre Stimme klang herablassend. „Vielleicht bist du noch zu jung dafür.“

„Ich glaube kaum, dass das mit meinem Alter zu tun hat“, erwiderte er empört. „Dass der Typ dich verarscht, hätte ich vor zehn Jahren auch schon erkannt.“

„Du kennst dich doch in Gefühlsdingen einfach noch nicht so genug aus“, fuhr sie ungerührt fort. „In der Liebe trifft man eben wirklich manchmal Entscheidungen aus dem Bauch heraus.“ Xaver maß sie mit einem verächtlichen Blick.

„Ich glaube, ich kenne mich in solchen Gefühlsdingen besser aus als du!“ Ohne ein weiteres Wort verließ er nun den Raum.

Auch Lars war nicht davon angetan, wie sich seine Schwester verhielt.

„Gestern Xaver, heute Carsten … Ich will mich ja nicht einmischen, aber ich habe die Befürchtung, dass einer von euch dabei gehörig unter die Räder kommt“, sagte er zu Natalie, nachdem sie eine neue PR-Kampagne für den „Fürstenhof“ besprochen hatten.

„Ich passe schon auf mich auf“, entgegnete sie selbstbewusst. „Und Carsten, der lässt sich im Notfall wieder von seiner Frau trösten.“

„Ich dachte eigentlich eher an Xaver.“ Sie winkte ab.

„Um den brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Die Sache, die zwischen ihm und mir läuft, war von vornherein klar. Ich will nichts von ihm, und er will nichts von mir.“ Sie lächelte beinahe entschuldigend. „Ich mag ihn wirklich gern, aber … ich bitte dich. Er ist doch noch ein halbes Kind.“ Auf seinen skeptischen Blick hin setzte sie nach: „Xaver ist nicht in mich verliebt.“

„Da bin ich mir nicht mehr so sicher.“

Aber sie wollte nichts davon hören.

„Das war von Anfang an eine klare Sache!“

„Wenn du dir sicher bist …“, lenkte er ein.

„Das bin ich. Und Carsten meint es dieses Mal wirklich ernst mit mir.“ Lars verzog das Gesicht.

„Oh bitte, nicht wieder die alte Leier. Dann wirklich lieber Xaver!“

Nur kurze Zeit später wurde der Page Zeuge des Abschieds zwischen Natalie und Carsten Lorenz. Wegen der anwesenden Gäste in der Lobby gaben die beiden einander nur ausgesprochen förmlich die Hand, in der Stimme des Chefredakteurs lag jedoch ein recht deutlich erkennbarer erotischer Unterton, als er sagte: „Ich freue mich schon darauf, demnächst wieder einmal mit Ihnen zusammenzuarbeiten, Frau Hoffmann.“

Versonnen blickte sie ihm hinterher, als Xaver hinter sie trat.

„Ach, das ist aber schade“, bemerkte er sarkastisch, „muss er schon wieder zu seinem Frauchen.“ Natalie warf ihm einen wütenden Blick zu. „Das hätte ich nicht gedacht, dass er uns schon so früh verlässt. Oder sollte ich besser sagen: Dich!“

„Mach hier jetzt keine Szene!“, meinte sie drohend.

„Ich?“, fragte er unschuldig. „Das würde ich doch nie tun. Sag mal, hättest du vielleicht Lust, heute Abend mit mir ins Kino zu gehen?“ Sie sah ihn verblüfft an. „Ich meine, du hast doch Zeit. Jetzt, wo deine große Liebe wieder heim zu seiner Familie gefahren ist.“ Die PR-Managerin schluckte, straffte dann jedoch die Schultern.

„Nein, vielen Dank!“

„Ich dachte nur. Vielleicht fühlst du dich einsam …“

„Mach dir um mich keine Sorgen! Mir geht es bestens“, erwiderte sie mit betonter Lässigkeit.

Lars wollte unterdessen das Abendmenü mit Laura besprechen. Er fand sie im Personalraum vor ihrem Spind.

„Hast du mich gesucht?“, fragte sie unsicher. Seit ihrer Trennung war es für beide schwierig geworden, unbefangen miteinander zu reden.

„Ich wollte dich fragen, welche Desserts für heute Abend geplant sind“, erwiderte er sachlich. Sie verzog verständnislos das Gesicht. „Wir haben eine Gesellschaft von 35 bis 40 Leuten“, erklärte er.

„Aber ich mache die Desserts im Moment nicht. Ich habe keine Ahnung, was geplant ist.“ Nun war es an ihm, überrascht zu gucken.

„Wieso machst du keine Desserts?“

„Weil ich wieder zu Alexander ins Krankenhaus fahre. Katharina will, dass ich mich um ihn kümmere …“

„Und sie hat dir gesagt, dass du nicht arbeiten sollst?“ Verwunderung lag in seiner Stimme.

„Ja, sie hat mich extra dafür von der Arbeit freigestellt. Hat sie dir das nicht gesagt?“ Verärgert schüttelte Lars den Kopf.

„Nein, das höre ich zum ersten Mal.“

„Komisch …

Ich dachte, du als Hotel- und Restaurantleiter wüsstest es“, meinte Laura nebenbei. Aber sie hatte zu viele andere Dinge im Kopf, als dass sie sich damit nun auch noch beschäftigen wollte.

Christian Deville, den sie in der Klinik kennen gelernt hatte und dessen Frau seit über einem Jahr im Koma lag, hatte ihr eine Broschüre über Koma-Patienten gegeben. Daraus las sie dem immer noch regungslosen Alexander vor, als sie wieder an seinem Bett saß:

„Der Patient kann auf Körperbewegungen reagieren. Die Reaktionen folgen direkt auf die Stimulation, zum Beispiel Drehen des Kopfes, Verfolgen eines Objekts oder eines Gesichts, Bewegung von Körperteilen …“

Sie legte die Broschüre auf den Nachttisch und blickte Alexander hoffnungsvoll an. „Ich streiche dir jetzt über die Stirn“, sagte sie leise. Zärtlich berührte sie ihn. „Willst du mir irgendwas sagen? Wenn ja, tu es irgendwie. Ich bin da.“ Doch er zeigte keine Reaktion auf ihre liebevollen Worte. „Ich nehme jetzt deine Hand. Weißt du noch, wie du mir die Hand gedrückt hast? Kannst du das noch mal versuchen?“ Er rührte sich nicht. „Komm, probier’s. Bitte. Ich weiß, dass du es kannst.“ Sie gab sich alle Mühe, ihn ihre Enttäuschung nicht merken zu lassen.

Nachmittags ging sie ein paar Schritte auf dem Klinikgelände spazieren und traf dabei auf Christian Deville. Er war damit beschäftigt, die Äste eines Baums mit safrangelben Bändern zu umwickeln.

„Sind Sie für solche Vergnügungen nicht schon ein bisschen zu alt?“, fragte Laura freundlich.

„Sophia und ich … wir haben jedes Jahr einen Baum geschmückt. So etwas wie ein Ritual … Wir haben so den Winter verabschiedet“, antwortete er traurig und sah zu einem Fenster des Krankenhauses. „Wenn sie aufwacht, soll sie dies als Erstes entdecken.“

Laura betrachtete ihn voller Mitgefühl. „Darf ich Ihnen helfen?“

Er nickte lächelnd.

„Zusammen macht es mehr Spaß. Außerdem lenkt es mich ab“, setzte sie hinzu. Während sie sich daran machte, auch ein farbiges Band an einen Ast zu knoten, erzählte sie von Alexander: „Ich habe versucht, so eine Art Zeichensprache mit ihm auszumachen. Ich habe ihm gesagt, er soll meine Hand drücken, wenn er mir etwas sagen will. Ich weiß, dass er das kann … Er hat es schon einmal getan … Aber jetzt … nichts.“

Ihr Gesicht hatte inzwischen einen mutlosen Ausdruck angenommen.

„Sie müssen schon ein bisschen Geduld mitbringen. Vielleicht schafft er es wieder“, versuchte Christian, sie aufzumuntern. Die beiden betrachteten den fertig geschmückten Baum.

„Ich finde, er ist toll geworden“, meinte Laura. Er lächelte traurig.

„Jetzt muss er nur noch seinen Zweck erfüllen.“

„Ich drücke Ihnen die Daumen. Ich finde es toll, dass Sie so was machen. Was Sie sich alles für Ihre Frau einfallen lassen!“

„Das habe ich letztes Jahr auch getan“, sagte er tonlos.

„Sie machen das auch für sich, oder?“, fragte sie.

„So hangele ich mich von Monat zu Monat“, seufzte er. „Irgendwas muss ich ja machen. Schon allein, um zu beweisen, dass ich nicht aufgebe.“

Werner wollte gemeinsam mit seiner Frau ins Krankenhaus fahren, aber Charlotte schüttelte nur den Kopf.

„Ich darf nicht auf die Intensivstation, so erkältet, wie ich bin.“

„Hast du mit dem Arzt gesprochen?“, wollte er wissen. „Was sagt er?“ Sie zögerte einen Moment.

„Es gibt keinerlei Fortschritte“, sagte sie dann, und die Angst um ihren Sohn stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Je länger das Koma dauert, umso weniger glaube ich, dass Alexander wieder gesund wird.“ Werner sah sie fest an.

„Ja. Dr. Löwenstein hat leider auch gesagt, je länger es dauert, desto größer wird gleichzeitig die Gefahr, dass er nicht mehr aufwacht. Andererseits … Naja, er hat ja schließlich auch gemeint, noch ist alles offen. Alexander kann genauso gut bereits morgen wieder die Augen aufschlagen.“ Sie seufzte.

„Glaubst du daran?“

„Wir müssen daran glauben!“, erwiderte er tapfer. Seine Frau warf ihm einen nachdenklichen Blick zu.

„Es ist nur …

Ich glaube, für mich ist es besser, mit dem Schlimmsten zu rechnen. Wenn es dann nicht eintrifft …“

„Ich bitte dich! Denk nicht an so was! Es wird alles gut werden!“

„Und wenn nicht?“ Hilflos hob er die Schultern.

„Darüber machen wir uns Gedanken, wenn es so weit ist. Aber jetzt sollten wir fest daran glauben, dass alles gut wird.“

„Das versuche ich ja“, meinte Charlotte versonnen.

„Außerdem musst du auch an dich denken“, mahnte er vorsichtig. „Du bist auch nicht … gesund.“

Sie winkte ab.

„Mir geht es gut. Eines meiner Kinder liegt im Koma. Da kann ich nicht daran denken, wie es mir geht.“ Ihr Mann musterte sie besorgt.

Gegen Abend traf Lars Katharina an der Bar. Sie bedeutete ihm, sich zu ihm zu setzen.

„Nur, wenn es geschäftlich ist“, lächelte er. „Ansonsten muss ich wieder ins Restaurant.“ Sie erwiderte sein Lächeln.

„Es ist geschäftlich! Und wenn nicht, dann machen Sie eben mal eine kleine Verschnaufpause.“ Er setzte sich mit gespielter Untertänigkeit. „Kommen Sie zurecht mit der Leitung des Hotels?“, wollte sie wissen.

„Ja, keine Probleme. Die Umsätze sind äußerst erfreulich. Und Roberts Themenwochen kommen bei den Gästen sehr gut an. Das Restaurant ist morgen und übermorgen Abend komplett ausgebucht.“

„Das sind wirklich gute Nachrichten“, freute sie sich.

„Allerdings … Es wäre nicht schlecht gewesen, wenn ich gewusst hätte, dass unsere Dessertköchin momentan von Ihnen beurlaubt worden ist.“

„Das ist doch kein Problem“, meinte Katharina. „Robert war vor Laura für die Desserts verantwortlich, er wird das auch jetzt schaffen.“

„Bestimmt. Aber Lauras Desserts sind nun mal eine Klasse für sich“, gab der Restaurantleiter zu bedenken.

„Deswegen werden die Gäste aber nicht ausbleiben. Und ich brauche Laura im Moment für Alexanders Betreuung.“ Lars nickte nachdenklich. Katharina betrachtete ihn prüfend. „Es tut mir natürlich Leid, dass ich Ihnen Laura sozusagen weggenommen habe“, fuhr sie dann fort. „Aber ich sehe keine andere Lösung. Sie ist diejenige, die mit Alexanders Zustand am besten zurechtkommt. Ich weiß, dass sie dadurch wenig Zeit für Sie hat. Und ich kann auch verstehen, dass Sie deswegen sauer auf mich sind. Aber Sie müssen mich verstehen – es geht um Alexander.“

„Ich bin nicht sauer auf Sie“, bemerkte er sachlich.

„Das freut mich“, erwiderte sie mit einem Lächeln.

„Laura und ich … wir haben uns getrennt.“

Katharinas Lächeln erfror. Und als sie hörte, warum es zu der Trennung gekommen war, begann ihr Herz angstvoll zu klopfen.

„Laura ist nicht der Mensch, der auf zwei Hochzeiten tanzen kann“, erklärte Lars. „Wenn sie etwas macht, dann mit vollem Einsatz. Und der gehört momentan nun mal ihrem Bruder.“ Die beiden schwiegen einen Moment.

„Ich finde es nett, dass Sie es für mich so umschreiben“, meinte Katharina dann gefasst. „Aber das brauchen Sie nicht. Ich weiß, was zwischen Laura und Alexander gelaufen ist. Ich weiß, dass da mehr als geschwisterliche Gefühle waren. Und vielleicht auch noch sind. Aber was soll ich denn machen?“ Er wusste keine Antwort.

„Natürlich war ich eifersüchtig“, fuhr sie fort. „Und ich bin es immer noch. Laura ist Alexander näher, als ich es bin. Das merkt man schon daran, wie er jetzt, im Koma, auf ihre Anwesenheit reagiert.“ Ihre Miene war bitter geworden.

„Das ist wirklich außergewöhnlich“, konstatierte der Restaurantleiter nicht weniger bitter.

„Im Moment geht es eben nicht um mich! Ich will, dass Alexander so schnell wie möglich gesund wird! Und wenn er Laura dazu braucht …“

Resigniert hob sie die Schultern.

„Da gehört was dazu“, fand er und sah sie nun bewundernd an.

„Da bin ich mir nicht so sicher.“

„Doch! Ich könnte das nicht!“, gab er ehrlich zu. Und trotz ihrer Angst war Katharina ihm dankbar für seine Offenheit.

Zur gleichen Zeit versuchte Natalie vergeblich, Carsten auf seinem Handy zu erreichen. Es sprang immer nur die Mailbox an. Den Tränen nahe warf sie ein Kissen vom Sofa.

„Ich warte seit einer Stunde auf deinen Anruf!“, rief sie verzweifelt ins Leere. „Und erzähl mir nicht, dass du in einem Funkloch steckst! Ich habe dir jetzt schon fünf Mal auf die Mailbox gesprochen, du Schwein!“ Sie atmete tief durch und versuchte, sich zu beruhigen. Dann griff sie erneut zum Telefon und wählte eine andere Nummer. Xaver meldete sich sofort.

„Ja, hallo?“

„Xaver? Hier ist Natalie. Ich weiß, es ist zu spät fürs Kino, aber könnten wir uns doch noch sehen?“ Seine Stimme klang zögerlich, als er antwortete:

„Ich weiß nicht …“

Da klingelte es an ihrer Wohnungstür.

„Warte mal kurz“, sagte sie. „Lars hat wahrscheinlich seinen Schlüssel vergessen.“ Doch als sie die Tür öffnete, stand zu ihrer Überraschung der Page davor und hielt sich fröhlich grinsend sein Handy ans Ohr.

„Ich dachte, du hast vielleicht Hunger?“, meinte er und streckte ihr eine Plastikdose entgegen. Überglücklich fiel sie ihm in die Arme und zog ihn in die Wohnung.

Doch als die beiden am nächsten Morgen beim Frühstück saßen, klingelte Natalies Handy. Sie reagierte nicht. Kurz entschlossen griff Xaver sich das Telefon.

„Guten Tag! Hier ist der Privatsekretär von Natalie Hoffmann. Was kann ich für Sie tun?“ Carsten Lorenz wirkte leicht irritiert.

„Ist Frau Hoffmann zu sprechen?“

„Nein, tut mir Leid. Für verheiratete Männer ist Frau Hoffmann nicht zu sprechen“, erklärte der Page freundlich. Natalie warf ihm einen Blick zu, ließ ihn aber gewähren.

„Ach, du bist es!“ Carstens Stimme klang ärgerlich. „Das hätte ich mir ja denken können. Gib mir Natalie!“

„Lässt das Hörvermögen in Ihrem Alter schon nach? Ich sagte doch, sie ist nicht zu sprechen.“ Und damit legte er auf. Er lächelte Natalie an, doch die sagte nur:

„Ich glaube, es ist besser, wenn du jetzt gehst …“

Sein Gesicht nahm einen betretenen Ausdruck an.

„Tut mir Leid. Aber irgendwie konnte ich nicht anders.“ Sie nickte langsam. „Schon okay, ich gehe. Aber nur, wenn du mir versprichst, dass du den Typen nicht mehr anrufst.“

„Das geht dich nichts an“, entgegnete sie tonlos.

„Und ob mich das was angeht“, widersprach er. „Ich habe nämlich keinen Bock, mit anzuschauen, wie du vor die Hunde gehst.“ Er nahm seine Jacke und ging. Natalie sah ihm nach, und etwas wie Rührung lag in ihrem Blick.

2. KAPITEL

Viola Liebertz’ Wäscherei lief auf Hochtouren. Und trotzdem gelang es ihr nicht, rechtzeitig die Miete an den „Fürstenhof“ zu überweisen – die Auftraggeber zahlten zu spät, und obwohl sie und Hildegard schufteten wie verrückt, war noch kein Plus auf dem Geschäftskonto. Auf Drängen seiner Frau nahm Alfons sich der Sache an, verlängerte die Frist für die Mietzahlung und kümmerte sich darum, die ausstehenden Beträge bei den Auftraggebern anzumahnen. Dabei wurde ihm Viola beinahe sympathisch.

Als sie zufällig mitbekam, dass der Sonnbichler’sche Fernseher seinen Geist aufgegeben hatte – und das auch noch so kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft – kaufte Tanjas Mutter einem Kunden kurzerhand seinen Plasma-Fernseher ab. Als Gegenleistung würde sie in Zukunft seine Wäsche umsonst waschen.

Hildegard und Alfons taten sich schwer, ein so teures Geschenk anzunehmen, aber Viola bestand darauf. Immerhin ließ sie sich darauf ein, dass Alfons ihr bei ihrer persönlichen Buchhaltung half – sie blickte da schon längst nicht mehr durch und hätte all die Kartons mit Mahnungen und Pfändungsandrohungen am liebsten in den Müll geworden. Dem Portier wurde ganz schummerig, als er begriff, in was für einem finanziellen Chaos Hildegards Freundin steckte.

„So ein Verhau!“, rief er aus. „Da soll sich noch einer auskennen.“ Viola stellte einen Teller mit Schnitzel und Kartoffelsalat vor ihn hin, aber er ließ nicht davon ab, ihre Unterlagen zu durchforsten. „Sagen Sie mal, Frau Liebertz, wie viele Gläubiger haben Sie eigentlich?“ Sie sah ihn verständnislos an. „Ich meine, wie vielen Leuten schulden Sie eigentlich noch Geld?“

„So genau kann ich das nicht sagen“, gab sie kleinlaut zurück. „Aber … schon vielen. Sehen Sie das nicht anhand der Papiere?“

„Das ist ein riesiger Haufen. Da haben Sie bestimmt seit Monaten nichts mehr sortiert, oder?“ Sie nickte nur. „Außerdem fehlen die Steuerbescheide. Überhaupt alle Unterlagen vom Finanzamt.“ Die beiden vereinbarten, am nächsten Tag bei Viola zu Hause weiterzumachen, wo sich auch die benötigten Dokumente befanden.

Marie war baff, als sie den neuen Fernseher im Wohnzimmer entdeckte. Und als ihre Mutter erklärte, sie hätten ihn von Viola geschenkt bekommen, war sie sprachlos vor Überraschung.

„Weil Alfons ihr bei den Schulden geholfen hat“, meinte Hildegard. „Da hat sie uns eben unbedingt was schenken wollen.“

„Ich dachte, sie hat kein Geld?“

„Irgendwie wird sie sich’s schon leisten können … Und außerdem hilft Alfons ihr dafür noch bei ihrer Buchhaltung.“ Marie war nachdenklich geworden.

„Papa hilft Viola bei der Buchführung? Und du hast nichts dagegen?“

„Warum sollte ich?“, fragte ihre Mutter verständnislos.

„Da sind die doch die ganze Zeit allein zusammen!“

„Na und?“ Aber in Marie hatte es zu arbeiten begonnen.

Am Spätnachmittag des folgenden Tages saß Alfons beinahe verzweifelt in Frau Liebertz’ Wohnung und studierte ihre Unterlagen.

„Oh mei, oh mei. Sie haben so viele Schulden. Das Beste wäre, Sie würden einen Offenbarungseid leisten.“ Viola war sprachlos vor Schreck. „Wissen Sie, was das bedeutet?“

„Ja, schon“, entgegnete sie leise. „Aber … so was mache ich nicht. Das ist nicht mein Stil. Da muss ich darlegen, was ich alles habe und so. Und danach … Nein, das möchte ich nun wirklich nicht.“

„Frau Liebertz, es wird Ihnen wohl gar nichts anderes übrig bleiben.“

„Gibt es denn keine andere Möglichkeit?“ Der Portier dachte nach.

„Doch, schon … Es gibt jetzt auch eine sogenannte Privatinsolvenz. Das ist so ähnlich wie ein Offenbarungseid, hat aber zwei große Vorteile: Erstens, Sie kommen nicht ins Gefängnis, und zweitens, nach sieben Jahren sind Sie schuldenfrei, auch wenn Sie nichts zurückzahlen können …“

„Und wo ist der Haken?“, wollte sie wissen.

„Sie dürfen sieben Jahre kein Geschäft führen.“

„Wie soll dass denn gehen? Von was soll ich denn leben?“ Er wusste keine Antwort darauf. „Und was ist, wenn ich mich weigere? Einem nackten Menschen kann man schließlich nicht in die Tasche greifen!“ Er holte tief Luft.

„Ganz einfach … Dann werden Sie wohl oder übel ins Gefängnis müssen.“

Für eine Weile schwiegen beide. Dann stammelte Viola:

„Aber ich … ich habe doch nichts verbrochen.“

Es wurde später und später. Der Haufen mit den unbezahlten Rechnungen war zu einem beachtlichen Stapel angewachsen.

„Ich muss Tanja im Hotel anrufen, dass ich später komme.“ Frau Liebertz tippte eine Nummer in ihr Handy und hielt es an ihr Ohr. „Komisch, ich habe keinen Empfang. Sonst geht es hier doch immer …“

„Darf ich mal?“ Sie reichte Alfons das Telefon. „Kein Wunder. Die Leitung ist abgestellt worden. Sie haben schon seit drei Monaten keine Rechnung mehr bezahlt. Da hat Ihnen der Betreiber den Anschluss gesperrt.“

Viola sah kurz betroffen drein, dann zuckte sie mit den Schultern.

„Dann nehme ich eben das Festnetz!“

„Also, Frau Liebertz, ich verstehe Sie nicht. Wie können Sie da so ruhig bleiben?“, fragte er aufgewühlt. „Ich an Ihrer Stelle könnte kein Auge mehr zumachen bei den Schulden.“ Sie lächelte naiv.

„Ach, das darf man nicht so eng sehen. Irgendwie geht es immer weiter. Hauptsache, man ist gesund.“ Gegen seinen Willen musste auch Alfons lächeln.

„Um Ihre Ruhe sind Sie wirklich zu beneiden. Ich habe mir allein beim Durchschauen der Unterlagen solche Sorgen gemacht, dass ich ganz verspannt bin.“

„Wollen Sie dann lieber aufhören?“

„Nix da“, widersprach er. „Wir machen das jetzt fertig. Sonst kriege ich zu meinen Rückenschmerzen auch noch Albträume!“

„Aber dann könnte ich Sie ja zumindest massieren“, schlug sie vor. Er schüttelte den Kopf. „Doch, das kann ich! Los! Ausziehen!“ Der Portier stand vor ihr wie ein kleiner Junge.

Marie und Hildegard waren zur gleichen Zeit damit beschäftigt, den neuen Plasma Fernseher anzuschließen, und mussten feststellen, wie wenig das riesige Gerät in ihre kleine Stube passte.

„Warum muss Papa auch bei Viola rumhocken?“, murrte Marie.

„Ich weiß gar nicht, warum du so dagegen bist, dass Alfons ihr ein bisschen unter die Arme greift?“, meinte ihre Mutter verständnislos.

„Weil es bei Herrn Saalfeld und Frau Franke genau so angefangen hat. Am Anfang war er auch immer öfter bei ihr, und du weißt, wo die Sache hingeführt hat.“ Hildegard schüttelte den Kopf.

„Erstens ist dein Vater nicht ständig bei ihr, sondern hilft ihr jetzt ein paar Tage. Und außerdem sind wir nicht die Saalfelds!“ Marie nickte kleinlaut. „Dein Vater und Viola … Auf was für komische Gedanken du kommst!“

Trotz aller Bemühungen gelang es den beiden Frauen nicht, die Sender richtig einzustellen.

„Mit Bedienungsanleitung wär’s einfacher“, seufzte Marie.

„Die hat Viola uns aber nicht mitgegeben.“

„Die gehört aber dazu.“ Hildegard griff nach dem Telefon, um ihre Freundin anzurufen. Doch Violas Handy war nicht erreichbar.

„Komisch, dass sie nicht rangeht“, murmelte Hildegard. „Alfons ist doch bei ihr. Mit was soll sie da so beschäftigt sein, dass sie nicht ans Telefon gehen kann?“ Der Gedanke ließ ihr keine Ruhe. Schließlich beschloss sie, in Violas Wohnung selbst nach dem Rechten zu schauen.

Von draußen hörte sie ihre Freundin kichern. Was Alfons antwortete, war nicht zu verstehen. Hildegard klingelte energisch. Nach kurzer Zeit öffnete ihre Freundin gut gelaunt die Tür.

„Hallo Hildegard! Was machst du denn hier?“ Hildegard war sprachlos vor Schreck: Sie sah ihren Mann mit freiem Oberkörper in Violas Wohnzimmer stehen. Geschockt blickte sie von einem zum anderen.

„Was ist denn hier los?“, flüsterte sie tonlos.

„Du kommst gerade richtig“, meinte Viola. „Willst du auch eine Rückenmassage? Ist eine Spezialität von mir.“ Die Portiersfrau wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihr Mann ahnte, was in ihr vorging.

„Das kann ich bestätigen. Ich habe mich selten so entspannt gefühlt“, versuchte er, die Situation zu entschärfen. Aber Hildegard war nicht daran interessiert.

„Wieso geht dein Telefon nicht?“, wollte sie wissen.

„Sie haben mir die Leitung gesperrt“, antwortete ihre Freundin geknickt. „Ich wollte mir keine Rechnungen mehr antun, die habe ich alle ungeöffnet in die Schublade gelegt. Ohne deinen Mann wäre ich verloren, Hildegard. Ich kann dir gar nicht genug danken.“ Die Portiersfrau konnte nur mit Mühe an sich halten.

„Danke nicht mir. Danke ihm. Ich habe damit nichts zu tun.“ Viola sah konsterniert von einem zum anderen.

„Na, hör mal. Dein Mann hilft mir, weil du ihn darum gebeten hast. Glaubst du, das weiß ich nicht?“

„Alfons ist alt genug. Er entscheidet allein, was er zu tun oder zu lassen hat.“

„Was willst du damit sagen?“, schaltete sich ihr Mann wieder in das Gespräch ein. „Du unterstellst mir doch wohl nicht …“

Sie ließ ihn nicht ausreden.

„Ich unterstelle gar nichts. Aber du musst doch wohl zugeben …“

„Stopp!“, schrie Viola. „Fangt jetzt bloß keinen Streit an wegen mir! Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass ich euch beiden dankbar bin.“ Doch Hildegards Misstrauen war noch nicht beseitigt.

Am nächsten Vormittag saß sie in der Hotelküche vor einer Tasse Kaffee. Sie brachte es einfach nicht über sich, zu Viola in den Waschkeller zu gehen, obwohl sie wusste, dass die Aufträge sich dort stapelten. Als ihre Freundin sie schließlich suchen kam, wollte sie sie mit mürrischen Ausreden abfertigen, aber Viola hatte längst begriffen, worum es ging:

„Die Rückenmassage!“, sagte sie. „Du glaubst, es geht mir gar nicht um die Papiere. Du glaubst, es geht mir um Alfons.“ Die Portiersfrau maß sie mit einem herablassenden Blick. „Du willst mich bestrafen, weil ich deinen Mann angefasst habe.“

„Mach dich nicht lächerlich!“, leugnete Hildegard.

„Ich bin vielleicht chaotisch, aber blöd bin ich nicht. Und du übersiehst dabei, dass du dir ins eigene Fleisch schneidest.“ Hildegard runzelte die Stirn. „Jetzt komm! Wir sind doch Partnerinnen. Wenn ich die Wäsche nicht termingerecht ausliefern kann, verlieren wir Kundschaft. Das trifft dich doch genauso wie mich.“ Diesem Argument konnte die Portiersfrau nicht widersprechen. Aber nachgeben wollte sie auch nicht. Also stand sie auf und begann, Gemüse zu schneiden. Viola platzte der Kragen. „Glaubst du, ich weiß nicht, was sich in deinem Kopf abspielt? Du bist eifersüchtig! Du platzt ja fast vor Eifersucht.“ Hildegard ließ ein verächtliches Schnauben hören, behandelte ihre Freundin ansonsten aber wie Luft. „Aber ich kann dich beruhigen.“ Viola stellte sich demonstrativ neben sie. „Erstens ist Alfons nicht mein Typ, und zweitens ist er dein Mann. Wir sind Freundinnen, Hildegard. Ich spanne einer Freundin doch nicht den Mann aus.“ Und damit rauschte sie davon. Hildegard ließ das Messer sinken und starrte ratlos auf das Gemüse. Wenn ihre Eifersucht nun wirklich unbegründet war?

Schließlich gab sie sich einen Ruck und machte sich auf den Weg in den Waschkeller. Viola zog hektisch ein Wäschestück nach dem anderen durch die Mangel.

„So schlecht war die Wäsche noch nie gemangelt“, stellte Hildegard nüchtern fest.

„Allein und in so kurzer Zeit geht es nicht besser“, gab ihre Freundin zurück. Wie selbstverständlich stellte die Portiersfrau sich neben sie und half. Eine Weile arbeiteten die beiden schweigend.

„Tut mir Leid wegen vorhin“, meinte Hildegard schließlich. „Das war nicht in Ordnung von mir.“ Viola sah sie an und musste lachen.

„Du bist wirklich unmöglich! Wie kannst du glauben, dass ich von deinem Mann mehr will, als dass er mein finanzielles Chaos in Ordnung bringt?“

„Ich weiß auch nicht. Aber du tust immer so locker, und mein Mann steht da halbnackt in deiner Wohnung …“

„Aber du wolltest doch, dass er mir hilft?“

„Ja, schon“, musste Hildegard zugeben. „Und ich bin auch froh, dass ihr euch jetzt so gut versteht, wo er am Anfang so gegen dich war.“

„Was Alfons über mich denkt, ist mir ziemlich egal. Mir ist viel wichtiger, dass unsere Freundschaft nicht zerbricht.“

„Das will ich auch nicht, und das würde ich auch nicht zulassen.“ Die beiden Frauen lächelten sich an. „So, und jetzt brauche ich deine Hilfe“, fuhr Hildegard in resolutem Ton fort. „Das ganze verknitterte Zeug muss nämlich noch mal gemangelt werden.“

Laura und Tanja gingen derweil im winterlichen Park spazieren. Laura war müde und blass, tiefe Augenränder zeugten von ihren langen Sitzungen am Krankenbett.

„Ich hatte gehofft, ich könnte Alexander einen Duft von zu Hause mitbringen, aus seinem geliebten Park“, sagte sie und zog einen Zweig zu sich heran. „Aber das hier riecht alles nach nichts.“

„Am besten wartest du auf den Frühling“, bemerkte das Zimmermädchen trocken.

„Was sagst du denn da!“, fuhr Laura sie an. „Ich bete zu Gott, dass er früher aufwacht.“

„Ich auch. Weil wir dich sonst neben ihn legen können. Wenn du so weitermachst, klappst du zusammen.“

„Blödsinn!“ Doch Tanja ließ nicht locker.

„Hast du mal in den Spiegel gesehen? Wenn du mich fragst, siehst du erbärmlich aus. Du hängst nur noch im Krankenhaus. Das tut niemandem gut. Du brauchst mal wieder Leben um dich herum.“

„Alexander ist mein Leben“, erwiderte Laura bockig.

„Du bist seine Schwester“, seufzte ihre Freundin. „Nicht seine Frau.“

„Aber Katharina ist überfordert. Hast du vergessen, dass er fast einen Herzstillstand hatte? Wenn er nicht unser Lied gehört hätte …“

Tanja fiel ihr ins Wort.

„ … wäre er jetzt vielleicht tot oder hinge noch am Sauerstoff.“

„Wenn Alexander mich je gebraucht hat, dann jetzt“, erklärte Laura. „Er will wieder aufwachen, das spüre ich. Und er braucht meine Hilfe dazu.“

„Du kannst nicht immer nur Kraft geben, du musst selbst auch mal auftanken.“ Dieser Gedanke brachte das Zimmermädchen auf eine neue Idee. „Das ist es! Wir veranstalten eine Housewarming-Party!“

„Eine Einweihungsfete für die Wohnung?“, fragte Laura wenig begeistert.

„Ja! Die ist längst überfällig.“

„Mir ist aber nicht nach Party.“

„Ach was! Der Hunger kommt beim Essen“, widersprach Tanja. „Eine Party ist genau das, was du brauchst.“

„Und wann?“

„Heute Abend!“ Laura sah die Freundin entgeistert an.

„Spinnst du? So kurzfristig kommt kein Mensch.“

„Ich kriege die Bude schon voll, keine Sorge.“

„So eine Party muss vorbereitet werden“, gab Laura zu bedenken. „Ich muss wieder ins Krankenhaus, du musst arbeiten. Wie soll das gehen?“

„Du brauchst dich um gar nichts zu kümmern“, erklärte das Zimmermädchen resolut. „Meine Mutter und ich kriegen das allein gedeichselt. Du musst nur da sein, mehr nicht.“ Laura gab ihren Widerstand auf.

„Okay. Du gibst ja doch keine Ruhe.“

Am Krankenbett erzählte sie Alexander von Tanjas Plänen. „Sie will mich unbedingt auf andere Gedanken bringen.

Dabei ist mir überhaupt nicht nach Party. Ich bin viel lieber bei dir.“ Sie strich ihm liebevoll über die Wange. „Ich weiß, du hast eine ruhige Nacht gehabt, aber was du geträumt hast, konnte mir die Schwester nicht sagen.“ Sie lächelte unwillkürlich. „Ich würde zu gern wissen, ob du überhaupt etwas träumst. Und wie du dich fühlst, wenn du hier nachts allein liegst. Bist du dann einsam? Bitte mach deine Augen auf und sag ja. Oder gib mir ein Zeichen.“ Sie griff nach seiner Hand. „Wenn du mich hörst oder spüren kannst, dass ich bei dir bin, dann drücke meine Hand. Bitte Alexander. Nur ein ganz kleines bisschen.“ Sie wartete gespannt. Aber die gewünschte Reaktion blieb aus. Enttäuscht entzog sie ihm die Hand. Christian hatte Recht gehabt. Sie erwartete einfach zu viel. Sie durfte nicht jeden Tag mit der Hoffnung ins Krankenhaus kommen, dass Alexander aufwachte. Jedes Mal war sie enttäuscht, und bestimmt spürte er das. Damit setzte sie ihn nur unter Druck, und das machte es schlimmer für ihn. Sie musste einfach Geduld haben.

Sie stand auf und entfernte sich einige Schritte ...

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