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Zurück in den Armen des Scheichs

1. KAPITEL

Vor 27 Monaten

„Jetzt hast du es also sogar geschafft, mit einem Mord davonzukommen.“ Jalal al Shalaan verzog verächtlich das Gesicht.

Er stand in der Tür des prächtigen Salons in einem der glanzvollsten Anwesen in den Hamptons, wo er über Jahre ein gern gesehener Gast gewesen war. Eigentlich hatte er nie wieder einen Fuß in das Haus setzen wollen wegen der Frau, die ihm jetzt den Rücken zukehrte und Herrin über das Anwesen war.

Lujayn Morgan. Einst seine Geliebte.

Seine Worte trafen sie wie ein Schlag. Gerade war sie dabei gewesen, einige Briefe von einem antiken Marmortisch zu nehmen. Sie zuckte kurz zusammen, dann ließ sie sich nichts mehr anmerken.

Jalal spürte seine eigene Anspannung, er hatte die Kiefer zusammengepresst, die Hände zu Fäusten geballt. Seine Muskeln vibrierten.

Verdammt, warum hatte er nicht einfach den Mund gehalten?

Er hatte ihr keinerlei Gefühle zeigen wollen, hatte sich vorgenommen, ihr völlig neutral gegenüberzutreten. Nur aus einem Grund war er hierhergekommen: um sich ein Urteil über sie zu bilden, das frei war von der Leidenschaft, die ihn während ihrer vierjährigen Affäre blind gemacht hatte. Er war hier, um mit allem abzuschließen.

Damals hatte Lujayn ihm nicht die Gelegenheit dazu gegeben, sondern sich einfach aus seinem Leben gestohlen. Erst war er in eine Art Schockstarre gefallen, dann hatte ihn die Wut gepackt, schließlich hatte er nach Erklärungen gesucht.

In den zwei Jahren seither dachte er, sich völlig erholt zu haben und nichts mehr für sie zu empfinden als leidenschaftslose Neugier und tief sitzende Abneigung.

Doch er hatte sich getäuscht. Zwar hatte sich die Natur seine Gefühle für sie geändert, nicht aber deren Intensität.

Jalal hatte sich nach außen hin schon selbstsicher und innerlich unberührt gegeben. Auch wenn es seinem Naturell entsprach, so versteckte er gleichzeitig seine Verletzlichkeit dahinter – in der Kindheit ein notwendiger Schutz gegen seine Mutter Sondoss, die berüchtigte Königin von Zohayd, und seinen Zwillingsbruder Haidar. Nur den beiden war es je gelungen, ihn aus der Fassung zu bringen. Doch dann war Lujayn gekommen.

Auch jetzt noch fühlte er sich bei ihrem Anblick hilflos. Dabei hatte sie ihm bisher noch nicht einmal das Gesicht zugewandt.

Bis sie sich endlich umdrehte.

Ihm blieb die Luft weg, sein Herz begann wild zu hämmern.

Sie war schon immer von hinreißender Schönheit gewesen, arabische und irische Gene vermischten sich in ihr auf atemberaubende Weise. Nach ihrer Trennung von Jalal hatten weltbekannte Konzerne miteinander konkurriert, sie als exklusives Aushängeschild für ihre Produkte zu gewinnen. Kosmetikfirmen wollten für ihre Hochglanzanzeigen Lujayns unvergessliches Gesicht mit den faszinierenden Augen, deren Glut niemanden kaltließ.

Doch Jalal hatte auch die Schattenseiten registriert. Im Verlauf ihrer Affäre war Lujayn immer dünner geworden. Es hatte ihn zunächst nur beunruhigt, dann hatte es ihn wütend gemacht. Wie konnte sie für ihre Karriere die Tatsache verdrängen, dass sie sich selbst schadete? Außerdem hatte sie das gar nicht nötig bei ihrer makellosen Schönheit.

Aber die ausgemergelte Frau von früher war Vergangenheit, vor ihm stand nun ein Inbild von Gesundheit und Weiblichkeit, mit Rundungen, die nicht einmal ihr strenges schwarzes Kostüm kaschieren konnte.

Sofort reagierte seine Libido auf ihren Anblick.

Die Ehe war ihr offensichtlich ausgesprochen gut bekommen. Die Ehe mit einem Mann, den er einst für seinen Freund gehalten hatte und der kaum zwei Jahre nach der Hochzeit gestorben war. Einem Mann, für dessen Tod er sie gerade verantwortlich gemacht hatte.

Sie neigte den Kopf und brachte so den eleganten Schwung ihres Halses und den perfekten Halt ihrer hochgesteckten schwarzen Haare zur Geltung.

Demonstrativ führte sie ihre Unbewegtheit vor, ein herrliches Schauspiel. Dennoch nahm er ihr Erschrecken wahr. Ihre Pupillen, silbern, wie es der Bedeutung von Lujayns Namens entsprach, reagierten wie immer, wenn sie aufgewühlt oder erregt war: Pulsierend dehnten sie sich aus und zogen sich wieder zusammen. Als würden ihre Augen Lichtblitze aussenden.

Magnetisch zog Jalal das Verlangen an, in diesen Augen zu versinken. Er trat näher. Spontan entfuhren ihm Worte, höhnische Bemerkungen, die Fortsetzung seines ersten Frontalangriffs.

„Es überrascht mich nicht. Schließlich hast du schon immer selbst die skeptischsten und schlauesten Menschen getäuscht. Genau wie mich. Kein Wunder, dass selbst die New Yorker Polizei gegen deine Gerissenheit machtlos war.“

„Was willst du hier?“

Ihre Stimme ließ ihn erzittern. Einst zart und samten, schwang in ihr jetzt etwas Dunkles, Raues mit, was die Wirkung noch dramatischer machte.

Lujayn schüttelte den Kopf, als wäre ihr aufgegangen, wie dumm die Frage war. „Vergiss es. Wie bist du hereingekommen?“

Er näherte sich ihr bis auf einen Schritt. Mit jeder Faser seines Körpers begehrte er sie. Er wollte sie an sich pressen wie damals während ihrer Affäre, wenn Lujayn sich ihm leidenschaftlich und stürmisch hingegeben hatte.

„Deine Haushälterin hat mich hereingelassen.“

Sie sah ihn ungläubig und verächtlich an.

Warum ärgerte ihn das eigentlich? Hatte er sich nicht schon lange damit abgefunden, dass ihre schwärmerische Liebe früher nichts als ein schlechtes Schauspiel gewesen war? Eines, das sie nicht länger hatte aufrechterhalten können, als es seinen Zweck nicht mehr erfüllte. Er bewunderte sie sogar dafür, dass es zwei Jahre gedauert hatte, bis sie hin und wieder aus der Rolle gefallen war, die Misstöne sich gehäuft hatten.

Und doch hatte er sich noch lange gegen die Einsicht gewehrt, dass sie ihn die ganze Zeit nur hatte manipulieren wollen. Er hatte ihre Launen auf ihren schwierigen Job geschoben, hatte gedacht, seine dominante Position in der Beziehung habe sie gereizt. Gleichzeitig war er überzeugt gewesen, die Reibung zwischen ihnen würde die Leidenschaft nur noch weiter anheizen. Jalal hatte es geradezu genossen. So groß war seine Überzeugung gewesen, dass die Explosion am Ende für ihn wie aus heiterem Himmel gekommen war.

Jetzt, nachdem er zwei Jahre Zeit gehabt hatte, um darüber nachzudenken, sah er alles ganz klar. Es war ganz einfach: Er hatte damals nicht ohne ihre Leidenschaft leben können, darum hatte er alle Anzeichen ignoriert und an einer Täuschung festgehalten. Damals?

Lujayn reckte sich zu ihrer vollen Größe empor. Ihre ganze Erscheinung wirkte herausfordernd. „Entweder du gehst freiwillig, oder ich rufe meinen Sicherheitsdienst. Oder noch besser gleich die Polizei.“

Er ignorierte ihre Drohung. Heiß brandete in ihm die Leidenschaft auf. Schon immer hatte sie ihn mit einem einzigen Blick oder Wort erregen können. „Was willst du ihnen sagen? Dass deine Haushälterin mich hereingebeten hat, ohne vorher deine Erlaubnis einzuholen, und uns beide ganz allein in dem leeren Haus zurückgelassen hat?“ Er war froh, dass es genau so gewesen war. „Als frühere Kollegin deiner Mutter war es für Zahyah völlig normal, mir die Tür zu öffnen.“

„Du meinst, weil Zahyah und meine Mutter beide einmal Dienerinnen deiner Mutter waren?“

Er erstarrte bei der Erwähnung seiner Mutter. Die Erinnerung an ihre Verschwörung zum Sturz seines Vaters König Atef und zum Ausschluss seiner Halbbrüder von der Thronfolge in Zohayd saß ihm wie ein Stachel im Fleisch.

Lujayn allerdings ahnte nichts von der Verschwörung. Niemand außer ihm, seinen Geschwistern und seinem Vater wusste davon. Sie hatten alles getan, damit es bis zur endgültigen Aufklärung ein Geheimnis blieb. Zunächst einmal mussten sie herausfinden, wo seine Mutter die Kronjuwelen versteckt hatte.

So altmodisch und ärgerlich es war, aber die Überlieferung – und mittlerweile auch das Gesetz – bestimmten, dass derjenige Herrscher über Zohayd war, in dessen Besitz sich die Kronjuwelen befanden. Darum würde das Volk nicht die Bestrafung der Diebe fordern, sondern erklären, weder sein Vater noch seine Nachkommen seien des Throns würdig, nachdem sie die Juwelen „verloren“ hatten. Es herrschte der unerschütterliche Glaube, die Juwelen selbst würden sich ihren Besitzer danach auswählen, ob er die Königswürde verdiente.

Jalals Mutter hatte trotz der Androhung von lebenslanger Haft nicht verraten, wo die Juwelen waren. Stattdessen hatte sie Jalal und Haidar versichert, sie werde auch aus dem Gefängnis weiterhin an der Vernichtung ihres Vaters und ihrer Halbbrüder arbeiten. Die beiden würden es ihr noch danken, wenn Haidar erst König und Jalal sein Thronerbe sei.

Jalal schüttelte die schlimmen Erinnerungen ab. „Ich meine, dass Zahyah als Azmaharerin, die seit Jahren im königlichen Palast von Zohayd –“

„De facto als Sklavin deiner Mutter, genauso wie meine Mutter.“

Ihm blieben die Worte im Hals stecken, so sehr schämte er sich bei der Erwähnung der Schandtat seiner Mutter.

Erst nach Aufdeckung von Sondoss’ Verschwörung hatten sie das ungeheuerliche Ausmaß der Untaten seiner Mutter erkannt. Sklavin war vielleicht etwas übertrieben, aber es war unbestreitbar, wie schlecht sie die Bediensteten behandelt hatte. Lujayns Mutter Badreyah hatte als Sondoss’ Kammerfrau offenbar als Blitzableiter für ihre furchtbaren Launen herhalten müssen. Allerdings war Badreyah einige Zeit nach Lujayns Trennung von ihm aus dem Dienst seiner Mutter ausgeschieden. Nach der Heirat ihrer Tochter mit Patrick McDermott hatte sie es sich offenbar leisten können.

Möglicherweise war das sogar ein Grund für Lujayns Heirat gewesen. Was nichts an Jalals Verbitterung über die ganze Geschichte änderte. Lujayn hätte zu ihm kommen müssen, falls sie von den Qualen ihrer Mutter gewusst hatte. Sie hätte ihn um Hilfe bitten sollen.

„Was auch immer Zahyah von meiner Mutter hält, ganz offensichtlich bin ich für sie immer noch der Prinz. Und darum hat sie mich hereingebeten.“

„Du glaubst doch nicht wirklich, dass die Leute diesen Unsinn vom Prinzen der zwei Königreiche ernst nehmen.“

Ihr verächtlicher Ton ließ ihn zusammenzucken. Das war die Bezeichnung, die man ihm und Haidar gegeben hatte, da sie als Prinzen halb azmaharischer, halb zohaydischer Abstammung waren. Jalal wusste nicht, wie Haidar darüber dachte, er jedoch hatte sich nie als Prinz eines der beiden Königreiche gefühlt. In Zohayd war er wegen seiner gemischten Herkunft von der Thronfolge ausgeschlossen und in Azmahar – nun, es gab unzählige Gründe, warum man ihn dort nicht als Prinzen ansehen würde.

Die pompöse Bezeichnung, die ihnen seit der Geburt anhing, war für ihn schon immer Unsinn gewesen. Da stimmte er ganz mit Lujayn überein.

Seine Mutter allerdings hatte sich irgendwann entschlossen, sie tatsächlich zu Prinzen zweier Königreiche zu machen, und alles darangesetzt, die Region entsprechend zu verändern.

Jalal atmete tief durch. „Diese alten Geschichten spielen doch keine Rolle. Ich war schon so oft hier, dass niemand auf die Idee käme, mich nicht hereinzulassen.“

„Das war damals bei Patrick –“

„Der nicht mehr lebt“, ging er dazwischen. Seine aufgestaute Wut machte sich Luft. „Du hast wohl nicht erwartet, dass ich hier noch einmal auftauche, sonst hättest du den Wachen befohlen, mich aufzuhalten.“

„Ein Versäumnis, das ich sofort beheben werde.“

Jalal packte ihren Arm, als sie an ihm vorbeiging. Ein heißes Prickeln durchfuhr ihn. Er presste die Zähne zusammen und zwang sich, den Jasminduft ihres Parfüms zu ignorieren, damit die Erinnerung an leidenschaftliche Abendstunden und lustvolle Nächte seine Erregung nicht ins Unermessliche steigen ließ.

„Spar dir die Mühe. Mein Besuch wird sich nicht wiederholen.“

Sie riss sich aus seinem nicht allzu festen Griff los. „Ich finde es unverschämt, dass du überhaupt hier auftauchst, nach dem, wofür du verantwortlich bist.“

Sie meinte die geschäftlichen Streitereien mit Patrick, die sie beide viel Geld gekostet hatten. Auch das ein Schaden, an dem sie die Schuld trug.

„Ich habe dich jedenfalls nicht einfach sitzen gelassen und deine beste Freundin geheiratet, um sie gegen dich aufzubringen. So, wie du es im Gegenzug gemacht hast.“

„Du unterschätzt Patrick, wenn du meinst, er hätte auf mein Drängen hin die Geschäftsbeziehungen mit dir abgebrochen.“

„O nein, sogar der Teufel würde nach deiner Pfeife tanzen. Und wie wir beide wissen, war Patrick ein Engel. Das perfekte Opfer für die schwarze Witwe, als die du dich erwiesen hast.“

Voller Verachtung musterte sie ihn von Kopf bis Fuß. „Bitte, Jalal, hör auf mit diesen Geschichten vom Dolch im Gewand. Wenn du die weite Reise nur auf dich genommen hast, um mir die Schuld dafür zu geben, dass mein Mann an einer Überdosis gestorben ist, kannst du jetzt aufhören. Diesen Punkt hast du schon mit deinem ersten Satz abgehakt. Kehr lieber zurück in deine rückständige Wüstenheimat und genieße deine unverdiente Macht.“

Jalal zuckte zusammen. Nicht, weil ihre Worte ihn verletzten, sondern weil sie so etwas überhaupt denken konnte. Doch die Enttäuschung machte ihn nur noch empfänglicher für sie, und das Blut schoss ihm in die Lenden.

Grimmig verzog er den Mund. „Du hast ja nie ein Blatt vor den Mund genommen, aber selbst dich kenne ich nicht so giftig.“

„Du hast mir einfach nie zugehört. Und nicht nur mir nicht. Eure ehrwürdige Hoheit hat niemanden für wert befunden, ihm Gehör zu schenken. In einem Punkt muss ich dir recht geben: Ich habe mich damals allzu oft zurückgehalten und dir nicht alles gesagt, was ich gedacht habe. Doch ich bin nicht mehr dieselbe wie früher.“

„O doch, das bist du. Nur dass du es dir jetzt als Erbin eines milliardenschweren Geschäftsimperiums erlauben kannst, mir dein wahres Gesicht zu zeigen und es mit mir aufzunehmen.“

Ihre Augen bekamen einen spöttischen Glanz. „Das ist nicht der Grund, warum ich meinen Widerwillen gegen dich und wofür du stehst nicht mehr länger unterdrücken muss. Aber ich habe nicht vor, dir meine Gründe zu erklären. Also, danke für deinen Besuch.“

Sie dankte ihm?

Lujayn fuhr fort: „Seit zwei Jahren brodelt es in mir, weil ich bei unserer letzten Begegnung nicht meinen ganzen Ärger herausgelassen habe. Danke für die Gelegenheit, ihn endlich loszuwerden. Da du nun dein Anliegen erledigt und dein so lange gezügeltes Verlangen, mich zu beleidigen, ausgelebt …“

„Deswegen bin ich bestimmt nicht gekommen.“

Bevor sie kontern konnte, zog er sie spontan an sich und presste sie an seinen mittlerweile vor Leidenschaft brennenden Körper.

Lujayn entfuhr ein Protestlaut. Jalal beugte sich zu ihr, seine Lippen kamen ihren ganz nahe. Er sog ihren lieblichen Duft ein, und die selbst auferlegte Zurückhaltung fiel von ihm ab. Sie zu spüren, löschte auch den letzten Rest an Selbstkontrolle aus, entführte ihn wieder in die sinnliche Welt der gemeinsamen lustvollen Nächte.

„Ganz gleich, wie sehr du mich hasst, dem hier konntest du nie widerstehen.“ Während er es sagte, ließ er die Lippen über ihren weichen, vor Schreck geöffneten Mund gleiten. „Du warst verrückt danach. Nach meiner Berührung, meinem Verlangen, meiner Lust. Und bist es immer noch.“

„Nein …“ Ihre Lippen zitterten, und sie presste den Mund hungrig auf seinen.

So war es schon immer gewesen. Schon die kleinste Berührung hatte die Lust in ihnen geweckt und mit der Macht einer Kettenreaktion blindes und leidenschaftliches Verlangen in beiden auflodern lassen.

„Doch, Lujayn, das bist du. Du spürst genau wie ich dieses verzehrende Begehren, das nur der andere befriedigen kann.“

Ihr stoßweiser Atem vermischte sich mit seinem, und sie gab ein heiseres Stöhnen von sich, als seine Zunge tastend vordrang. Lujayn ließ es geschehen. Heißes Verlangen pulsierte in ihr. Jalal genoss ihren Geschmack und ihre Bereitschaft. Als sich ihre Zungen trafen, durchfuhr die Erregung sie beide wie ein elektrischer Schlag.

Lujayn zuckte zusammen, wollte sich aus Jalals Armen befreien, schaffte es nicht. Mit den Zähnen fuhr sie ihm über die Lippen. Er stöhnte auf. Heftig erschauernd schmiegte sie sich eng an ihn. Wieder küssten sie sich voller Leidenschaft, und Jalal spürte, wie er mehr wollte – alles.

Er schob sie gegen die Wand, seinen harten Körper an ihre weichen Rundungen gepresst. „Gib zu, dass du nachts ebenso wach gelegen hast wie ich, fast verrückt vor unbefriedigtem Verlangen. Gib zu, dass du dich vorhin schon beim ersten Blick an all unsere gemeinsamen Erlebnisse erinnert hast. Dass du, auch wenn du dich noch dagegen wehrst, es gar nicht abwarten kannst, bis ich in dich eindringe, dich nehme und endlich dein Verlangen stille, bevor du es nicht mehr aushältst.“

Er sah sie an, suchte nach einem Zeichen der Zustimmung.

Und entdeckte es. Sie begehrte ihn noch immer, hatte nie damit aufgehört.

Das brennende Verlangen und die Bestürzung in ihrem Blick verrieten es. Was auch immer sie sich seit ihrer Trennung von ihm vorgemacht haben mochte: Jetzt musste sie sich die Wahrheit eingestehen.

Ohne den Blick von ihr zu lösen, hob er sie hoch. Seufzend schmiegte Lujayn sich an ihn, bewies ihm so noch einmal, wie recht er hatte.

Ihre Bereitschaft ließ ihn alles um sich herum vergessen. Erst als er sie auf ein riesiges Bett legte, wurde ihm bewusst, dass er instinktiv den Weg in ihr Schlafzimmer gefunden hatte.

Jalal ließ sich halb auf sie sinken, fing ihre Hände ein und hielt sie über dem Kopf zusammen. Mit der freien Hand strich er ihr über Gesicht und Hals, berührte leicht ihre Brüste. Dann, während sie ihn mit einem Blick fixierte, der ihr heißes Verlangen verriet, beugte er sich vor, um sie zu küssen und dabei ihre Kostümjacke zu öffnen.

Lujayn schnappte nach Luft und drehte das Gesicht zur Seite, als hätte sie eine plötzliche Scheu befallen, sodass er mit den Lippen ihre Wange traf. Auch gut … Als er anfing, ganz sanft an ihrem Ohrläppchen zu knabbern, bog sie sich ihm verlangend entgegen und drückte ihre runden Brüste gegen seine Brust. Lustvolle Schauer ließen ihren Körper erbeben.

Jalal löste sich von ihr, versuchte, in ihrer Miene zu lesen, was er als Nächstes tun sollte. Ihr Blick war durchdringend und hypnotisch, ihr Atem keuchend. Unter dem dünnen Stoff ihrer Bluse zeichneten sich deutlich ihre festen Brustspitzen ab.

Er stand auf, und sie seufzte enttäuscht, wie er zufrieden registrierte. Rasch befreite er sich von seinem Jackett. Dann knöpfte er langsam, ganz langsam sein Hemd auf, wobei seine Aufmerksamkeit allein ihrem verräterischen Blick galt.

Sein bedächtiges Vorgehen gab ihr Gelegenheit, ihn zu stoppen, falls sie das wirklich wollte. Und ihm gab es die Möglichkeit, ihre Reaktion zu beobachten, während er sich für sie auszog. Fasziniert beobachtete er jede Nuance ihres Gesichtsausdrucks. Begehren war darin zu lesen und ein Anflug von Wehmut, als erinnerte sie sich an die unzähligen sinnlichen Stunden mit ihm. Ihre Augen leuchteten, ihre Lippen glänzten, und eine intensive Röte überzog ihre Wangen und ihr Dekolleté.

„Danach hast du dich die ganze Zeit gesehnt, oder?“

Lujayn nickte benommen. In stummer Zustimmung erbebte ihr geschmeidiger Körper. Ihr Mund zitterte. Jalal presste ihre Hände an sich, die eine auf sein wild schlagendes Herz, die andere gegen seinen Bauch. Sofort übernahm sie die Initiative und ließ die Hände tiefer gleiten. Er gab ein langes, tiefes Stöhnen von sich, als sie über seine Muskeln strich und ihn schließlich lustvoll umfasste.

Endlich … Wie hatte er die ganze Zeit danach gehungert, ihre Berührung, ihr Begehren zu spüren. „Na los, Lujayn. Nimm dir, was du schon immer gewollt hast. Genieß meinen Körper, gib dich ganz hin. Verschling mich wie früher mit deiner Leidenschaft, ya yooni’l feddeyah.“

Es durchfuhr sie heiß, als er sie bei ihrem Kosenamen nannte, mein Silberauge. Das Silbergrau ihrer Pupillen wurde noch intensiver und nahm die Farbe der Dämmerung in Zohayd an. Lujayns Atem kam stoßweise, während ihr Blick mit seinem verschmolz.

Seine Entschlossenheit, sie so weit zu treiben, bis sie es nicht mehr aushielt und ihn anflehte, sie zu nehmen, geriet mit jedem ihrer Seufzer mehr ins Wanken. Und als sie traumverloren die Augen schloss, während sie ihn weiter liebkoste, konnte er sich nicht länger zurückhalten.

Aufkeuchend zog er ihre Hände weg. Doch ehe er sich auf sie schieben konnte, zuckte sie leicht zusammen und setzte sich auf. „Jalal, wir dürfen nicht …“

„Warum nicht?“

Sie schloss die Augen. „Patrick …“

Jalal umfasste ihr Gesicht, zwang sie, ihn anzusehen. „Er ist tot. Du und ich aber, wir leben. Nur leben wir nicht wirklich. Oder nennst du es leben … ohne das hier …?“ Er küsste sie, rieb seine Erektion an ihrem Bauch, bis sie sich entspannte und sich ihm ergab. Ein triumphierendes Lächeln um die Lippen, blickte er sie glutvoll an. „Sag mir, ob du nach mir jemals mit einem anderen Mann echte Lust oder Befriedigung empfunden hast. Sag mir, dass du mich nicht ebenso begehrst wie ich dich. Dann verschwinde ich sofort.“

Ihr Blick konnte ihre wahren Gefühle nicht verbergen, dennoch meinte sie: „Begehren ist nicht alles.“

„Es ist genug.“ Geschickt löste er ihr Haar, ließ die seidige schwarze Flut über das schneeweiße Kissen rieseln. „Es ist das, was wir haben, was wir brauchen, wogegen wir machtlos sind.“

„Das ändert trotzdem nichts.“ Ihr Blick hielt seinen gefangen.

Jalal wollte, dass Lujayn die Regeln bestimmte. Sollte es sich um eine rein physische Sache handeln? Oder um etwas, was weit darüber hinausging, etwas, wofür er keine Worte fand?

„Doch, es ändert alles. Wir müssen dieses alles verzehrende Verlangen stoppen, ehe es uns auffrisst. Gib zu, du hast dich genauso sehr nach mir gesehnt wie ich mich nach dir. Nur du kannst meine Sehnsucht stillen. Und ich deine.“

Nach kurzem Zögern nickte Lujayn. Ihre dunklen Wimpern senkten sich und verbargen den Ausdruck ihrer Augen. Seufzend zog sie Jalal an sich, suchte seine Lippen in einem hungrigen Kuss.

Erleichtert ließ Jalal sich fallen, gab sich ganz Lujayns forschender Leidenschaft hin. Sie nahm sich, was sie wollte. Ihre Glut fachte seine weiter an, ihr heißes Begehren war einfach mitreißend.

Eine Hand mit ihrem Haar verflochten, streifte er ihr mit der anderen Bluse und Rock hinunter. Geschickt öffnete er ihren BH und befreite ihre Brüste von dem zarten Seidenstoff. Ihr lustvolles Keuchen befeuerte seine Erregung. Langsam senkte er sich auf sie und drückte seine Erektion gegen das Zentrum ihrer Weiblichkeit.

Endlich flehte Lujayn ihn an: „Mach mit mir, was du willst, Jalal! Nimm mich, jetzt, sofort …“

Leidenschaftlich riss er ihr den Slip herunter, streichelte ihre weiche, heiße Haut. Mit dem Finger drang er in sie ein, tief und in immer schnellerem Rhythmus, bis Lujayn sich berauscht unter ihm aufbäumte. Jeder Moment, der ihn noch von ihr trennte, wurde zur Qual. Er spürte, wie sie die Beine um seine Hüften schlang, beherrscht von dem gleichen fieberhaften Verlangen wie er. Endlich drang er in einer einzigen fließenden Bewegung in sie ein.

Lujayn stöhnte wollüstig auf. Hingebungsvoll bog sie sich ihm entgegen, überließ sich seiner Dominanz. Oh, wie gut Lujayn sich ...

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