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Zum Sterben nach Sonora: Western

Alfred Bekker

Zum Sterben nach Sonora: Western

Cassiopeiapress Spannung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Zum Sterben nach Sonora

 

 Der amerikanische Westen in den Jahren nach dem Bürgerkrieg: Jeff Kane ist vor dem Gesetz über die Grenze nach Mexico geflohen und trifft auf Männer, die nicht wahrhaben wollen, dass der Krieg vorbei ist. Männer, die die Ermordung von Präsident Lincoln bejubeln und sich für eine Wideraufnahme des Kampfes rüsten... 

 

 

Alfred Bekker (Neal Chadwick)

 Zum Sterben nach Sonora

© 2007 und 2012 by Alfred Bekker, CassiopeiaPress

All rights reserved.

Ein CassiopeiaPress E-Book

www.AlfredBekker.de

 

 

 

 

Jeff Kane hatte einen tagelangen Ritt hinter sich, als er Magdalena erreichte, eine kleine Stadt in der mexikanischen Provinz Sonora. Der Mann, den man seit seiner Zeit als Postreiter zwischen San Antonio und Laredo auch ‚Laredo Kid’ nannte, zügelte auf einer nahen Anhöhe vor der Stadt sein Pferd und ließ den Blick schweifen. Wie hingeworfen wirkten die wenigen Häuser von Magdalena in dem schroffen, kargen Land, das einem Glutofen glich. Ein Land, das Gott im Zorn erschaffen haben musste.

Kane ritt die Main Street entlang, die sich in diesem Ort „Calle de los Santos“ nannte – die Straße der Heiligen. Mochte der Teufel wissen, warum sie diesen Namen trug. Es musste einen Grund dafür geben. Vielleicht war die Antwort auf dem Friedhof zu finden, an dem Kane vorbeigekommen war. Viele der Gräber trugen keine Namen und noch mehr trugen Namen, die amerikanisch klangen.

Ansonsten bestand die Stadt nur aus einer schneeweißen Kirche, ein paar Häusern aus Sandstein oder Lehm und einigen Bodegas, in denen die Vaqueros der Gegend ihren Tequila tranken.

Am Ende der „Calle de los Santos“ war die größte dieser Bodegas. Ein hässlicher Holzbau, dessen Fassadenfarbe schon vor Jahrzehnten verblichen sein musste.

Jeff Kane zügelte sein Pferd, stieg ab und machte am Hitchrack vor der Bodega fest. Dann klopfte er sich den Staub von den Sachen. Ein wochenlanger Ritt durch trockene, wüstenähnliche Gebiete ließ den Sand überall hin kriechen und es wurde zweifellos Zeit, dass er mal wieder ein Bad bekam.

In Laredo war er seinen Verfolgern entkommen, die ihn fälschlich des Mordes beschuldigt hatten. Seitdem hatte er sich auf der mexikanischen Seite der Grenze gehalten und außerdem Ortschaften weitgehend gemieden.

Aus der Bodega war zänkisches Stimmengewirr zu hören.

Kane ließ die Schwingtüren auseinander fliegen und trat ein.

Innen herrschte ein angenehmes Halbdunkel.

Der Bodegero war ein kleiner gedrungener Mann mit dunklen Augen und einem buschigen Schnauzbart. Er starrte Kane an wie einen Geist. Die fünf Männer in der Bodega drehten sich um und verstummten. Sie hatten Englisch gesprochen. Es handelte sich offenbar um Amerikaner. Kane fiel gleich auf, dass sie hervorragend bewaffnet waren. Sie trugen tief geschnallte Revolvergurte und Bowie Messer. Ihre Kleidung war zerschlissen. Abgeschabte Drillich-Hosen, die aus ehemaligen Beständen der Konföderierten-Armee stammen mochten, Leinenhemden. Einer der Kerle trug einen bis zum Boden reichenden Saddle Coat. Zwischen den Zähnen steckte ein Zigarillo. Die Hose hatte ihre beste Zeit längst hinter sich, aber der Revolvergurt und die Stiefel waren von so edler Verarbeitung, dass man auf die Idee kommen konnte, dass sie ihm beide noch nicht so lange gehörte.

Ein anderer trug einen dunklen Bart, der ihm bis fast unter die Augen wucherte und eine graue Konföderierten-Mütze, an der die Abzeichen entfernt waren. Ihre Umrisse konnte man deutlich sehen, da der Stoff darunter weniger von der Sonne gebleicht war.

Kane ging zum Schanktisch.

Er trug zwei Revolvergurte um die Hüften – den zweiten so, dass der Coltgriff nach vorne ragte. Der Mann mit der Südstaatenmütze starrte schon die ganze Zeit dort hin. Er selbst trug ein abgewetztes Holster mit einem lang gezogenen Navy-Colt darin. Seine Hand umschloss den Griff des langen Bowie-Messers.

Kane wandte sich an den Bodegero.

Kann man bei Ihnen ein Bad und ein Zimmer für die Nacht bekommen?“, fragte er.

Nun, Senor…“, sagte der Bodegero. Kane war nicht entgangen, dass er zunächst zu einem Mann am Ende geblickt hatte, der an einem der Tische saß. Er trug einen Anzug und eine Schleife um den Hemdkragen. Um die Hüften hing ein Army Holster, bei dem die Lasche entfernt worden war, sodass man den Colt sofort ziehen konnte. Sein Gesicht wirkte wie aus Stein gemeißelt. Die Linien waren hart und der Blick seiner stahlblauen Augen durchdringend. Erst nachdem er nickte, gab der Bodegero seine Zustimmung. „Kein Problem, Senor. Wenn Sie im Voraus zahlen.“

Kane legte ein paar Münzen auf den Tisch.

Das wird für eine Nacht reichen. Wenn Sie Tortillas mögen, ist sogar noch eine Mahlzeit mit drin.“

Danke. Haben Sie Whiskey? Meine Kehle ist staubtrocken.“

Nur Tequila, Senor!“

Meinetwegen…“

Der Bodegero schenkte Kane ein und dieser leerte das Glas in einem Zug.

Der Mann mit dem Saddle Coat deutete auf Kanes Waffen.

Sie sind ja gut ausgestattet, Mister – zwei Colts! Hat sicher seine Vorteile, wenn man zwei Eisen im Gürtel hat. Vor allem wenn mal eine der Zündhütchen in der Revolvertrommel blockiert.“

Einen davon verkaufe ich, wenn Sie interessiert sind!“, sagte Kane. „Ich brauche nämlich etwas Geld. Interessiert?“

Sicher.“

Hundert amerikanische Dollar – keine Pesos.“

Lassen Sie mal sehen, Mister.“

Kane schnallte den zweiten Gurt ab, legte ihn zusammengerollt auf den Tresen und schob ihn zu dem Kerl mit dem Saddle Coat hinüber.

Der Kerl mit der Südstaatenmütze spuckte aus und deutete auf den Saddle Coat Mann. „Machen Sie besser keine Geschäfte mit ihm.“

Weshalb?“, fragte Kane.

Weil er keine hundert Dollar hat - sondern gerade mal genug Pesos, um sich hier einen Tequila leisten zu können.“

Halt’s Maul, Dooley!“, knurrte der Saddle Coat Mann, nahm die Waffe aus dem Holster und öffnete die Trommel des Revolvers.

Ist doch wahr!“, verteidigte sich Dooley und schob die Südstaatenmütze in den Nacken.

Du bist doch nur selbst scharf auf die Waffe!“, knurrte der Saddle Coat Mann.

Dooley verzog das Gesicht und wandte sich an die anderen Gringos in der Bodega. „Hat jemand von euch schon mal gesehen, dass Brannigan hundert Dollar beisammen hat!“

Gelächter erfüllte den Raum.

Brannigan, der Mann im Saddle Coat, bleckte die Zähne wie ein Raubtier. „Wenn hier jemand anzweifelt, dass ich meine Schulden bezahle, dann soll er es offen sagen, damit ich ihm eine Kugel in den Kopf jagen kann!“

Immer mit der Ruhe!“ erwiderte Kane. „Ich habe nichts dagegen, den Colt meistbietend zu versteigern!“

Dooley lachte rau.

Danke, aber ich habe eine Waffe!“

Brannigan sagte: „Ich gebe Ihnen die hundert Dollar, Mister… Wie heißen Sie?“

Nennen Sie mich Laredo Kid“, erwiderte Kane, weil ihm im Moment nichts Besseres einfiel und er vermeiden wollte, dass sich sein tatsächlicher Name in der Gegend herumsprach. Schließlich wusste er nicht auszuschließen, dass diejenigen, die ihn ungerechtfertigter Weise des Mordes beschuldigten, nicht vielleicht auch in Mexiko an seiner Spur klebten, auch wenn texanische Marshals jenseits der Grenze ...

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