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Zucker - Der heimliche Killer

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EIN WORT
ZUVOR

»Sweets for my sweet, sugar for my honey …« Wie unbeschwert die Zeilen dieses Ohrwurms aus den Siebzigern klingen. Ja, süß tut gut, schmeckt toll und macht das Leben erst so richtig schön. Vor allem, wenn wir gestresst sind oder müde, eine kleine Belohnung zwischendurch brauchen oder uns abends auf der Couch vor dem Fernseher erholen. Und wer denkt beim Mitsummen und stummen Genießen schon an seine Zähne? An zu enge Jeans und im Bauchfett verborgene Risikofaktoren, die sehr krank machen können? An metabolisches Syndrom oder Typ-2-Diabetes? An Alzheimer und Depressionen? Nicht zuletzt: an eine stoffgebundene Abhängigkeit, ähnlich wie nach Zigaretten oder Alkohol, von der man nur schwer wieder loskommt? Eine Sucht, die Hunger macht und nie satt – und zu dick?

In Wahrheit hat die Liebe zu allem, was süß ist, in den westlichen Ländern und zunehmend auch in den Schwellenländern ihre Unschuld längst verloren. Ärzte und Ernährungswissenschaftler warnen insbesondere vor Zucker als einem der gefährlichsten Gifte unserer Zeit. Gleichzeitig steigt der Zuckerkonsum, der Jahr für Jahr von der Industrie mit Milliarden Werbe-Euros und -Dollars angeheizt wird, nach wie vor. Mit dem süßen Gift lässt sich viel Geld verdienen. In den letzten fünfzig Jahren hat sich der Zuckerverbrauch weltweit verdreifacht. Allein in Deutschland hat er seit 1995 um 400 Gramm pro Kopf und Jahr zugenommen. Pro Jahr verzehrt jeder Deutsche 36 Kilogramm Zucker, jeder Amerikaner sogar 58 Kilogramm – das meiste davon versteckt in hochverarbeiteten Lebensmitteln und Süßgetränken.

Was im Lauf der menschlichen Evolutionsgeschichte ein wichtiger und vor allem seltener Energieträger war, ist heute zu einem billigen, ständig verfügbaren und unbegrenzt haltbaren Grundlebensmittel geworden, obwohl es sich bei ihm nur um ein Genussmittel handelt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt ihn »leer«, weil er kein einziges Vitamin und keine für den Körper wichtigen Mineralstoffe enthält.

Trotzdem macht Zucker glücklich, gilt als ein hochwirksames Antistress- oder Antifrustmittel und sorgte zumindest, als unsere Steinzeit-Vorfahren auf der Suche nach Nahrung noch den ganzen Tag auf den Beinen waren, für die nötigen Energiereserven. Da sich unsere Welt seither radikal geändert hat, der menschliche Stoffwechsel aber immer noch im Urzeitmodus tickt, haben wir heute ein erhebliches Problem. Die extreme Mehrproduktion von Lebensmitteln sowie die Vorratshaltung sind einerseits Zeichen eines wohlhabenden Lebensstils, haben aber sich epidemisch verbreitende Stoffwechselstörungen wie Diabetes und neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer im Schlepptau. Zahlreiche Studien zeigen, dass Zucker nicht nur dick, müde und schlapp macht, sondern extrem zell- und stoffwechsel- und damit organschädigend wirkt. Auf lange Sicht verändert er außerdem den Gehirnstoffwechsel so, dass die Substanz zum Suchtmittel wird und damit den Hunger nach immer mehr Zucker antreibt.

Die Erkenntnisse in diesem Buch sind das Ergebnis der engen Zusammenarbeit und des daraus resultierenden Lernprozesses zwischen verschiedenen Disziplinen: die umfassende Praxiserfahrung des Arztes Dr. med. Kurt Mosetter, die biochemische Forschung von Dr. Wolfgang A. Simon, die Rezepte für das Zucker-Entwöhnungsprogramm der renommierten Food-Journalistin Angelika Ilies und die Umsetzung in Buchform durch die Wissenschaftsautorin Anna Cavelius. Miteinander und voneinander haben wir im Dialog gelernt und gemeinsame Konzepte entwickelt, die einen Ausstieg aus der Zuckersucht möglich machen. Danken möchten wir an dieser Stelle vor allem Dr. med. Klaus Erpenbach aus Köln und dem Zahnarzt Prof. Dr. med. dent. Tilman Fritsch aus Bayerisch Gmain für ihre wertvollen Beiträge (> und >).

Die Frage, was Vorrang habe, eine gesunde Ernährungsweise oder eine, die schmeckt, wird in diesem Buch ganz klar mit einem »Sowohl-als-auch« beantwortet. Gesund genießen ist möglich! Alle Genussrezepte ab > helfen Ihnen dabei, einen entgleisten Zuckerstoffwechsel umzuerziehen, ohne dass Sie dabei auf Süßes verzichten müssten. Hier finden Sie für alle Mahlzeiten, die ohne Süßes gar nicht auskommen können – also Brot & Brötchen, süße Frühstücke & Hauptspeisen sowie Desserts –, tolle Alternativen, die Ihren Stoffwechsel entlasten und ein süßes, aber zuckerfreies Leben möglich machen. So wird aus dem Entwöhnungsprogramm ein echtes Wohlfühl- und Gesundheitsprogramm, mit dem Sie sogar bereits bestehende Folgebeschwerden aufgrund entgleister Stoffwechselprozesse erfolgreich ausgleichen können.

Wir wünschen eine spannende Lektüre und alles Gute!

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