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Zieh dich aus!

Ich konnte nicht sehen, was er in den Händen hielt, doch dann spürte ich es. Er legte mir Handschellen an. Bevor ich wusste, wie mir geschah, waren diese schon an den Ringen, die an der Wand über dem Bett hingen, befestigt.

»Was machst du denn?«, keuchte ich.

Er streichelte mich. Ich lag nackt und feucht vor ihm und wünschte mir erneut nichts sehnlicher, als ihn in mir zu spüren. Doch gleichzeitig wurde ich immer aufgeregter. Das war etwas Neues. Ich hatte zuvor schon mit Bondage experimentiert, wie vermutlich jeder. Trotzdem kam mir das hier anders vor. Er meinte es ernst.

1

Der Mann unter mir stöhnte. Ich konnte sehen, wie sich seine Erektion gegen seine roten Satinboxershorts drückte. Männer sind immer so einfach gestrickt. Roter Satin. Ich bitte Sie. Er öffnete die Augen und starrte mich mit einem vor Verlangen verklärten Blick an. Ich legte die Beine um seine Körpermitte und presste sie so fest gegen ihn, bis er erneut stöhnte.

»Oh Gott«, bekam er gerade so hervor. Ich grinste, aber er bekam es nicht mit, da er die Augen schon wieder geschlossen hatte. Zehn Minuten hatten wir noch, sagte mir ein Blick auf die Uhr. Sein Penis konnte kaum steifer werden. Sollte ich mich vorbeugen und ihn einfach mit dem Mund zum Höhepunkt bringen? Das war nicht Teil der Vereinbarung. Er möchte die finale völlige Unterwerfung nach seinen eigenen Bedingungen genießen. Aber ich wünschte mir, er würde sich beeilen. Wenn er nicht in den nächsten zehn Minuten kommt, hat er Pech gehabt. Ich bewegte mich ein wenig und ließ ihn spüren, wie viel Kraft ich in den Beinen habe. Genau das mögen sie, diese Männer. Meine Kraft. Super. Das war genau richtig. Er kommt keuchend und zuckend. Ich muss bei meinem Job nicht einmal einen Orgasmus vortäuschen, um die Männer glücklich zu machen. Ich liebe dieses Gefühl der Macht. Sein Samen breitete sich auf den roten Shorts aus. Ich lockerte meine Beine, und sein Körper erschlaffte unter mir. Safer Sex? Das hier geht weit darüber hinaus.

»Du bist wunderbar, Lili«, murmelte er. »Das war himmlisch.«

»Danke«, erwiderte ich und grinste ihn auf diese ganz spezielle Weise an, mit der ich ihm sagen will, dass ich weiß, was er denkt. »Möchtest du aufstehen oder die letzten paar Minuten unter mir liegen bleiben? Schließlich sollst du ja auch was bekommen für dein Geld.«

»Ich glaube, mir reicht’s.«

»Bin ich dir etwa zu viel?«, fragte ich, was viel zu vorhersehbar war. So langsam klingen meine Sprüche abgedroschen.

»Das würde ich so nicht sagen. Beim nächsten Mal werde ich dafür sorge, dass du dich mir unterwirfst.«

»Ich werde erst in einem Jahr wieder hier sein.«

»Dann habe ich ja genug Zeit zum Üben. Kann ich dich jetzt schon buchen? Damit ich mich das ganze Jahr darauf freuen kann?«

»Danach solltest du Dexi fragen, wenn du rausgehst. Ich habe bis jetzt noch keine festen Termine gemacht. Wenn du möchtest, kannst du deinen Namen auf die Liste setzen lassen, dann melden wir uns.« Ich stand auf und sah auf meinen Klienten hinab. Dann streckte ich den Arm aus und half ihm auf. Er stöhnte wieder, dieses Mal allerdings weniger lustvoll.

»Ich glaube, du hast mich fertiggemacht«, jammerte er.

»War das nicht genau das, was du wolltest?« Ich warf mein langes, blondes Haar schwungvoll in den Nacken. Warum stehen Männer so auf lange Haare? Vermutlich ist das auch eines dieser Dinge, die ihre Fantasie anregt. Sein Nacken war völlig steif und verspannt. Ich legte die Hände auf seine Schultern, versteifte die Finger und drückte hart gegen diese festen Knoten. Als er sich wand, drückte ich noch fester zu.

»Au!«, rief er und keuchte. »Bestehst du aus Stahl, anstatt aus Haut und Knochen?«

Ich bearbeitete seine Muskeln etwas sanfter, bis er sich entspannte. Erst als er aufstand, realisierte ich, dass wir exakt gleich groß waren: 1,83 Meter. In der Schule war es mir immer peinlich, so groß zu sein, da ich alle anderen überragte. Heute bin ich froh darüber. Ich trage sogar hochhackige Schuhe, je höher, desto besser, aber natürlich nicht, wenn ich kämpfe. Ich genieße es, angestarrt zu werden. Schließlich arbeite ich hart an meinem Körper und nutze ihn, um vom Leben das zu bekommen, was ich haben will, und zwar, so lange ich kann. Es gefällt mir, wenn meine Klienten kleiner sind als ich. Sehr häufig sind sie auch dicker und bilden sich tatsächlich ein, gegen mich eine Chance zu haben. Aber ich bin viel zu fit für sie. Und zu gut. Je größer ihr Ego, desto mehr sind sie bereit, für den Sieg zu zahlen. Mein Stolz gestattet mir nicht, sie gewinnen zu lassen, und ich gebe niemals zu, wenn ich Schmerzen habe. Dadurch bin ich innerlich wie äußerlich stark.

Er hob seinen Arm und griff nach meiner Schulter. Ich hätte ihn problemlos zu Boden werfen können, aber es war die Sache nicht wert.

»Lili«, flehte er, »können wir nicht … ich meine, würdest du … mit mir was trinken gehen? Bitte.«

»Tut mir leid, aber ich trenne strikt zwischen Arbeit und Freizeit.«

»Dann nenn es Arbeit, wenn du dich dabei besser fühlst. Das ist mir egal. Ich mag dich, und ich würde dich gern besser kennenlernen.«

»Wenn es Arbeit ist, dann musst du meinen Stundensatz bezahlen. Doch ich bezweifle, dass du das tun möchtest. Nicht, wenn du nur mit mir was trinken gehen willst. Außerdem fahre ich morgen weiter. Möchtest du dich jetzt vielleicht lieber frisch machen? Es wäre nicht schlecht, wenn du dich umziehst, bevor du gehst.«

Er sah an sich herab und musterte den Fleck auf seiner Unterhose. »Da hast du recht. Wenn ich so draußen rumlaufe, verhaftet man mich noch wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Nochmals vielen Dank. Es hat sehr viel Spaß gemacht.«

Ich lächelte als Reaktion auf dieses Kompliment. Gedanklich war ich schon ganz woanders und konzentrierte mich auf meinen nächsten Termin. Eigentlich hätte ich gern etwas getrunken, aber ich musste mich damit zufriedengeben, schnell zu duschen und mich umzuziehen. Mr Smith, oder wie auch immer der Mann in Wirklichkeit heißen mochte, musste allerdings zuerst das Apartment verlassen.

Dexi, mein Rezeptionist, Sekretär und enger Freund, kam herein. Ich lächelte ihn an, deutete mit dem Kinn in Richtung Badezimmer, und er verstand.

»Dein nächster begieriger Klient wartet draußen«, sagte Dexi. »Und er kann es kaum erwarten.«

»Er ist früh dran. Ich muss noch duschen und mich umziehen, bevor er reinkommen kann.«

»Er hat um ein besonderes Kostüm gebeten.«

»Oh Gott, auch das noch. Was will er denn?«

»Etwas sehr Textilarmes. Er steht auf Beine, daher sollst du keinen Lycraanzug anziehen, der den ganzen Körper bedeckt.«

»Alles klar. Irgendeine bevorzugte Farbe?«

»Jungfräuliches Weiß wäre am besten. Und Stiefel. Er hätte gern hohe, weiße Schnürstiefel. Viel Glück. Hoffentlich ist er nicht fit und denkt, er würde billigen, heißen Sex kriegen.«

»An mir ist nichts billig. Er weiß, was ich verlange und dass dazu kein billiger Sex gehört. Die meisten dieser Typen kommen ja schon fast, bevor ich sie überhaupt bearbeite. Da fällt es mir schwer genug, es hinzubekommen, dass sie die Stunde durchhalten.«

Die Badezimmertür wurde wieder geöffnet, und der vierte Mr Smith dieses Tages kam heraus. Er trug einen Anzug und zeigte abgesehen von einer leichten Röte im Gesicht keine Anzeichen von dem, was er gerade hinter sich hatte.

»Nochmals vielen Dank, Lili. Dexi, bitte lassen Sie es mich doch wissen, wenn Sie wieder in der Gegend sind. Ich kann die nächste Sitzung kaum erwarten.«

»Aber natürlich, Mr Smith. Ich werde Ihre Adresse notieren und Ihnen einen Flyer schicken, wenn wir das nächste Mal in der Gegend sind.« Der unglaublich gut aussehende, 1,93 Meter große Dexi hielt dem Klienten die Tür auf, zwinkerte mir zu und ließ mich dann alleine, damit ich mich auf den Nächsten vorbereiten konnte.

Himmel, hatte ich einen Durst. Aber ich kann keinen Alkohol trinken, wenn ich kämpfen muss. Also nippte ich stattdessen an einem Glas Eiswasser. Hätte ich es heruntergestürzt, wie mein Körper es verlangte, wäre ich am Ende gewesen. Danach zog ich den Ganzkörperbody aus rotem Lycra aus und ließ mich unter der Dusche vom Wasserstrahl verwöhnen. Ich stellte die Temperatur so niedrig, dass meine Haut kribbelte. Doch diese Tortur half mir, meine Müdigkeit zu überwinden. Meine schmerzenden Muskeln fühlten sich erfrischt an. Trotzdem war ich sehr dankbar dafür, dass ich an diesem Tag nur noch einen Klienten hatte. Sechs an einem Tag waren viel zu viel, aber abgesehen vom finanziellen Aspekt wollte ich auch niemanden enttäuschen. Grinsend fragte ich mich, wo sie sich angeblich während der Stunde aufhielten, die sie bei mir waren. Ich hätte zu gern die Gesichter ihre Sekretärinnen gesehen, wenn sie die Wahrheit erfahren hätten:

»Ich werde in der nächsten Stunde mit Lili ringen. Bitte stellen Sie solange keine Anrufe durch!«

Ich seufzte, holte tief Luft und streckte die Arme über dem Kopf aus. Für sie war das alles ja gut und schön, dachte ich. Sie kämpften eine Stunde und waren erschöpft. Ich verliere dagegen bald den Überblick, wie viele Klienten ich jeden Tag habe. Morgen ging es in Somerset weiter. Ein anderes Hotelzimmer, eine andere Reihe von Männern, die meine exklusiven und auch recht ungewöhnlichen Dienste in Anspruch nahmen. Wenn es nicht so gut bezahlt würde, hätte ich das Ganze längst aufgegeben. Ich seufzte noch einmal. Noch ein weiteres Jahr, dann konnte ich langsam darüber nachdenken, mich zur Ruhe zu setzen und sesshaft zu werden. Ich würde mir irgendetwas Ruhiges und Konventionelles suchen und vielleicht das Restaurant eröffnen, von dem ich immer geträumt hatte.

Nachdem ich meinen Körper energisch mit dem Handtuch trocken gerubbelt hatte, musterte ich meinen Körper in einem der Spiegel, mit denen ich mich so gerne umgab. Ich hatte lange, sehr lange Oberschenkel. Zwar sorgte ich dafür, dass die Muskeln sehr ausgeprägt waren, aber dennoch nicht so auffällig wirkten wie die von Bodybuildern. Ich befühlte meine Brüste, die fest und wohlgeformt waren. Als ich mich so berührte, wurden meine Brustwarzen steif. Wer braucht schon einen Mann? Wow! Was sag ich denn da? Ich brauche einen Mann. Wenn ich unterwegs bin, ist es immer dasselbe. Ich will einen Mann. Ich gebe diesen Kerlen nie eine Chance, mit denen ich kämpfe. Die meisten von ihnen sind so … Ach, ich weiß auch nicht. Sie wollen nur kommen, wenn ich sie zwischen meinen Oberschenkeln halb zerquetsche. Eine Vergeudung von gutem Samen, würden viele sagen. Als Druckfetischisten könnte man sie auch bezeichnen. Daran ist eigentlich nichts falsch, aber es ist bei Weitem nicht so gut, wie einen guten, befriedigenden harten Schwanz da zu spüren, wo es wichtig ist.

Während ich mich nachdenklich im Spiegel anstarrte, wurde ich feucht. Ich schob meine Finger in meine heiße Spalte und rieb sie. Schnell. Schnell. Verdammt. Keine Zeit mehr. Er ist hier. Mr Smith der Neunhundertste. Du musst warten, Süße, sagte ich mir.

Erneut sah ich in den Spiegel. Hier konnte ich meinem Spiegelbild nicht entgehen. Sollte ich mir die Schamhaare färben? Das dunkle Dreieck zwischen meinen Beinen bewies nur, dass ich überall sonst chemisch nachgeholfen hatte. Aber ich bin in Bezug auf diesen bestimmten Teil meiner Anatomie sehr anspruchsvoll. Warum sollte ich mir die Mühe machen? Ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes hart gekämpft, um hierherzukommen. Ich hatte eine schwere Reise hinter mir.

Ich entschied mich für einen weißen hautengen Anzug. Mit meinen Outfits konnte ich jeden Wunsch erfüllen: PVC, Leder, Lurex, was auch immer. Der Beinausschnitt dieses Anzugs saß sehr hoch, fast schon an der Taille. Das Oberteil hatte vorne so gut wie keinen, hinten aber einen sehr tiefen Ausschnitt und kurze, enge Ärmel. Genau das Richtige für einen Mann, der auf Beine steht. Ich schlängelte mich in das Kleidungsstück und zog es mühsam an. Es hatte keinen Reißverschluss, damit sich niemand daran verletzen konnte. Meine Brustwarzen waren durch den Stoff zu sehen, wie sie sich steif und dunkel dagegendrückten. Dazu zog ich weiße weiche Ziegenlederstiefel an, die mir fast bis zum Knie reichten, und schnürte sie zu. Alles an diesem Outfit war glatt und fließend, und ich fühlte mich darin immer besonders sexy. Ich hoffte, dass er es auch wert war. Jetzt noch der letzte Schliff. Ich bürstete mir das Haar, bis es im hellen Licht glänzte. Dann band ich es zu einem hohen Pferdeschwanz. Er sah eindeutig wie ein Phallussymbol aus und ließ mich noch größer erscheinen. Ich sah gut aus und war mir dessen bewusst. Ich war das perfekte Sinnbild einer gesunden Frau und die Verkörperung von Männerfantasien. Und was für Narren diese Männer waren. Zahlten sie doch dreihundertundfünfzig Pfund für eine Stunde mit mir.

»Hör auf damit, Lili«, sagte ich mir. »Schon bald bist du einfach nur Penny Jackson. Die brandneue Version. Noch ein Jahr, dann kann Lili für immer verschwinden.« Ich fixierte das Lächeln in meinem Gesicht und öffnete die Tür.

Bill Davidson saß auf der Couch, die der Tür gegenüberstand. Er sah aus, als würde er sich nicht wohlfühlen. Seine Finger verdrehten den Griff seiner Sporttasche. Zögernd stand er auf.

»Miss, äh … Lili«, stammelte er. Meine Laune war schlagartig im Keller. Schon wieder nur einer dieser Trottel. Er holte tief Luft. »Ich bin Bill Davidson. Wie geht es Ihnen? Wow, Sie sehen wirklich umwerfend aus. Einfach perfekt.«

»Hi«, entgegnete ich. Ich musste für diesen Mann sexy klingen. Er wollte eine Fantasie ausleben, und ich musste bereit sein, sie für ihn zu verkörpern. »Möchten Sie sich im Badezimmer umziehen? Kann ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?«

»Oh, nein, vielen Dank. Das kann ich nicht. Ich finde, das sollte ich auch nicht tun, oder? Ich möchte nicht, dass der Alkohol irgendetwas verdirbt.«

»Ich kann Ihnen auch einen Fruchtsaft oder ein Mineralwasser anbieten. Ziehen Sie sich erst einmal um, und ich mache uns etwas zu trinken, damit wir einander etwas besser kennenlernen können, bevor es losgeht.«

»Super. Danke. Ideal«, sagte er und klang nervös, als er ins Badezimmer huschte.

»Ist alles okay?«, fragte Dexi und steckte wie üblich den Kopf durch die Tür. So weiß der Klient immer, dass Dexi zur Stelle ist, falls es irgendwelche Probleme gibt. Er ist so groß, dass er die perfekte Versicherung darstellt, doch wenn man ihn näher kennt, dann merkt man schnell, dass das alles nur Show ist. Aber es ist gut zu wissen, dass er da ist, falls ich mal Hilfe brauchen sollte. Er ist ein großer, gut aussehender Rock-Hudson-Typ mit denselben sexuellen Neigungen.

Bill kam zurück ins Zimmer. Er trug die üblichen Boxershorts und sonst nichts. Außerdem war er barfuß. Sein Körper war fest und sah kräftig aus. Sehr schön.

»Ich hoffe, das ist die angemessene Kleidung. Das ist mein erstes Mal mit jemandem wie Ihnen. Ich habe mir immer vorgestellt, wie das wohl sein müsste. Vermutlich halten Sie mich für einen sehr merkwürdigen Kerl.« In meinem Kopf gingen diverse Warnsignale los. Er klang nicht, als wäre er völlig ehrlich. Aber das machte mir nichts aus. Viele meiner Klienten bekamen Lampenfieber. Ich lächelte ihn aufmunternd an und hoffte, dass er mich nicht durchschaute.

»Ganz und gar nicht. Die meisten Männer, denen ich begegne, sagen das. Sie wären überrascht, wie wenige so etwas schon einmal ausprobiert haben. Wahrscheinlich gibt es aber auch nicht viele Frauen, die bereit sind, das zu tun, was ich tue.«

»Das stimmt.« Seine Stimme klang, als wäre er angespannt. Ich sah ihm in die Augen, während sein Blick an meinen Beinen auf und ab wanderte, doch sie wirkten ruhig. »Aber Sie sind wunderschön. Sie sind eine der schönsten Frauen, die mir je begegnet sind.« Sein Blick war noch immer auf meine Beine gerichtet, und er schien von Minute zu Minute zuversichtlicher zu werden.

»Vielen Dank«, erwiderte ich höflich und ließ einen Hauch gespielter Überraschung in meiner Stimme durchklingen. Als wäre er der erste Mann, der mir etwas erzählte, was mir nicht längst bewusst war. Ich hasste es, wenn sie plaudern wollten. Mir war es lieber, so schnell wie möglich aufs Ganze zu gehen. Dann hatte ich es schneller hinter mir und konnte mich entspannen. »Sie könnten mir jetzt erzählen, was genau Sie von mir erwarten. Außerdem sollten wir noch einige Grundregeln klären, bevor wir anfangen.«

»Darf ich Sie berühren?«, fragte er auf einmal. »Ich möchte spüren, wie stark Sie sind. Darf ich Ihre wunderschönen Beine streicheln?« Ich starrte ihn an und war einen Moment lang leicht verwirrt. »Nein, entschuldigen Sie. Vergessen Sie, was ich gesagt habe. Das war dumm von mir.«

»Glauben Sie mir, Bill …« Warum war ich der Ansicht, dass er gar nicht so hieß? Er sah nicht aus wie ein Bill … »Sie werden schon früh genug spüren, wie viel Kraft ich in den Beinen habe. Sie sind mein größter Trumpf. Aber zuerst müssen wir ein Zeichen vereinbaren, mit dem einer von uns beiden signalisieren kann, dass er aufhören möchte. Eine Unterwerfungsgeste. Ich schlage normalerweise vor, dass man mir auf den Rücken klopft. Vielmehr, dass ich Ihnen auf den Rücken klopfe.« Er sollte ruhig glauben, dass er gewinnen konnte.

»Das klingt gut.«

»Und welche Griffe bevorzugen Sie?«

»Die Kopfschere. Oder die Körperschere. Alles, wobei ich das Gefühl habe, richtig festgehalten zu werden. Aus diesem Grund habe ich mir auch gewünscht, dass Sie nackte Beine haben. Ich hoffe, das stört Sie nicht.«

»Ganz und gar nicht. Diese Griffe bevorzuge ich ebenfalls. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie lieber überwältigt werden wollen, anstatt den dominanten Part zu übernehmen?« Das war eigentlich selbstverständlich. Ich konnte wohl kaum die Unterwürfige spielen. Aber es konnte auch nicht schaden, sie in dem Glauben zu lassen, dass sie eine Wahl hätten.

»Ich denke schon, aber wir können ja mal abwarten, wie es läuft. Ich hätte da so einige Ideen, die ich gerne mal ausprobieren würde.«

»Okay. Sind Sie jetzt bereit?« Er nickte. Während unserer Unterhaltung hatte ich ihn gründlich gemustert. Er war einige Zentimeter größer als ich. Sein Körper sah eher drahtig als muskulös aus. Das bedeutete vermutlich, dass er kräftig war und somit eine Herausforderung darstellte. Dexi hatte ihn falsch eingeschätzt.

Wir hatten so gut wie alle Möbel aus dem Hotelzimmer geräumt. Die Couch und der kleine Tisch standen am Fenster, und in der Mitte des Raums lag meine blaue Wrestlingmatte aus Plastik. An einer Wand hingen Spiegel, hinter denen sich der Kleiderschrank verbarg. Sehr viele Spiegel, die es allen Beteiligten ermöglichten, sich bei dem zu sehen, was sie taten.

Ich genieße diese ersten Momente eines Kampfes immer sehr. Wir näherten uns einander mit leicht gebeugten Knien und locker herunterhängenden Armen. Ich blickte ihm in die Augen, während ich davon überzeugt war, dass ich ihn besiegen würde. Ich bin stark. Dominant. Männer sind unterlegen, selbst wenn sie glauben, unfassbar kräftig zu sein. Ich setze ihre Kraft gegen sie ein. Unser Ringkampf widerspricht allem, was sie darüber gelernt haben, dass sie Frauen respektieren sollen: »Man kämpft nicht mit Mädchen. Man schlägt keine Mädchen.« Als ob ihnen das gelingen würde! Ich sehe das eher so, dass ich ihren Ehefrauen das Leben leichter mache. Außerdem kann ich sehr gut auf mich aufpassen.

Wir taxierten uns auf der Matte aus, und ich wagte den ersten Angriff. Ich packte ihn und schob ihm die Beine weg, sodass er auf dem Boden landete. Im nächsten Moment stürzte ich mich auch schon auf ihn, damit ich weiterhin im Vorteil blieb. Danach begann ich langsam, die Kontrolle zu übernehmen. Er gab alles und stieß sich vom Boden ab, sodass ich ihn loslassen musste. Kurz gewann er die Oberhand, hielt meine Arme über meinem Kopf fest und drückte sie auf die Matte. Doch so leicht würde ich mich nicht besiegen lassen. Ich lächelte ihn an, sodass er für den Bruchteil einer Sekunde abgelenkt war. Schnell legte ich meine Beine um seinen Körper und drehte sie. Er verlor das Gleichgewicht und rollte über die Matte. Erneut legte ich die Beine um ihn und verschränkte die Knöchel. Jetzt drückte ich ihn in meiner unbezwingbaren Schere zusammen. Er keuchte, und auf seinem Gesicht zeichnete sich ein Grinsen ab. Ich packte ihn fester und spürte unter meinen Oberschenkeln, wie sich sein Puls beschleunigte. Er war leicht zufriedenzustellen. Als ich zu seinem Penis sah, stellte ich zufrieden fest, dass er bereits vollständig erigiert war und sich gegen den dünnen Stoff seiner Shorts presste.

»Sie sollten mich lieber loslassen«, rief er mit heiserer Stimme. »Es ist noch zu früh.«

Ich ignorierte ihn. Er hatte nicht das vereinbarte Signal gegeben.

»Bitte«, keuchte er. Er griff verzweifelt in meinen Rücken, versuchte, meinen Griff zu brechen und den Druck zu mildern. Nun spürte ich das vereinbarte Klopfen und ließ ihn augenblicklich los.

»Der erste Punkt geht an mich«, sagte ich und befeuchtete meine Lippen. Er sah mich mit einem Blick an, der sein Verlangen widerspiegelte. Nicht schon wieder, dachte ich. Ich hasse jede Art von Verehrung. Ich mag Macht, aber nur, wenn ich sie mir auch verdient habe, und nicht, weil ich sie aufgrund meines Aussehens oder weil jemand auf mich steht ausüben kann.

»Sie hatten recht. Sie haben unglaubliche Beine. Jetzt weiß ich, worauf ich achten muss.« Er trank einen Schluck Wasser, das ich auf einem Tablett auf dem Tisch bereitgestellt hatte, und drehte sich wieder zu mir um. Dann streckte er mir die Hand hin, als wollte er, dass wir uns die Hände schütteln. Der älteste Trick der Welt. Als ob ich darauf reinfallen würde.

»Oh nein, so leicht kriegen Sie mich nicht.«

»Es war einen Versuch wert.« Er legte mir beide Hände an die Taille, und ich spürte, dass seine langen Finger fast um meinen Körper herumreichten. Auf einmal zerrte er an mir und versuchte, mich aus der Balance zu bringen. Ich ließ mich gegen ihn fallen und setzte erneut meine kräftigen Beine ein, um die Dominanz zu gewinnen. Er stürzte zu Boden, ich hinterher. Der Plan war jetzt, meine Beine um seine zu wickeln und sie auseinanderzudrücken. Ihn gewissermaßen zum Spagat zu zwingen. So langsam fing ich an zu schwitzen. Der Kerl war zäher, als er aussah. Ich strengte mich noch mehr an und gewann die Oberhand. Jetzt lag er wehrlos da, doch auch nach einigen Sekunden gab er noch nicht das Signal zum Aufgeben. Wir waren in einer Pattsituation gelandet. Ich ließ ihn los.

Sofort sprangen wir beide auf die Beine. Fast wie Affen forderten wir einander heraus, machten kurze Ausfälle, um einen Angriff anzutäuschen, und zogen uns dann wieder zurück. Er packte einen Arm und drehte seinen Körper. Jetzt hatte er mich. Ich probierte es mit einer neuen Strategie und ließ mich auf den Boden fallen. Das war meine einzige Chance, seinem Griff zu entrinnen. Er stürzte mit mir, wir umklammerten uns und rollten herum. Zuerst lag ich oben, dann er. Er hielt meinen Arm noch immer in einem eisenharten Griff. Ich wollte ihn nicht erkennen lassen, dass er mir wehtat. Schlagartig wurde mir etwas klar: Dieser Bastard hatte das schon mal gemacht, und zwar nicht nur ein Mal.

Nach und nach drehte ich meinen Körper, um den Druck zu verringern. Ich holte tief Luft, um meine schmerzenden Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen. Der Tag war schon lang genug gewesen, und ein richtiger Gegner war das Letzte, was ich jetzt gebrauchen konnte. Für ihn völlig überraschend rollte ich mich in die andere Richtung, sodass sich unsere Körper voneinander lösten, und hatte schnell wieder die Oberhand gewonnen. Ich packte seine Arme, rollte mich herum und schlang meine Beine um seinen Kopf. Als ich die Knöchel verschränkt hatte, war er wehrlos und steckte fest in einer Kopfschere. Daraus konnte er sich nicht mehr befreien. Ich blickte ihm kurz ins Gesicht, um mich zu vergewissern, dass alles in Ordnung war. Schließlich konnte ich ihm in dieser Position mit einer kleinen Bewegung den Hals brechen. Aber das wäre schlecht fürs Geschäft. Er klopfte mir auf den Rücken, und ich ließ ihn los.

»War es das, was Sie wollten?«, fragte ich beiläufig. Die Sache durfte nicht zu ernst werden.

»Ja, dennoch wäre es mir lieb, wenn Sie diesen Griff in Zukunft nicht mehr anwenden würden. Ich mochte dieses Gefühl nicht, keine Kontrolle mehr zu haben.«

»Aber so war das nicht. Ich bin sehr erfahren. Sie müssen sich keine Sorgen machen.«

»Das mag sein, und Sie sind wirklich sehr gut. Ich trainiere regelmäßig, aber bis jetzt haben Sie jede Runde für sich entschieden.«

»Das ist nichts als Übung«, erwiderte ich. »Aber Sie sind gut, allerdings nicht sosehr ans Ringen gewöhnt wie ich.« Ich fand ihn nett. Er war etwas besser als die meisten anderen Klienten, die sich selbst als Amateurringer betrachteten.

»Okay. Ich bin entschlossen, wenigstens eine Runde zu gewinnen«, erklärte er. »Sind Sie bereit, Madame Lili?«

»Das kann ich Ihnen versichern. Ich habe Sie noch gar nicht gefragt, wie Sie kommen möchten.«

»Wie bitte?«

»Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie auf die übliche Art und Weise zum Höhepunkt kommen wollen? Ich nenne es die finale Unterwerfung. Möchten Sie festgehalten werden? Wenn ja, wie, und soll ich Ihnen helfen?«

»Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ich wäre beinahe schon gekommen, als sie mich mit der Körperschere gepackt hatten. Etwas in der Art wäre schön, aber vielleicht nicht ganz so fest zudrücken.«

»Jammerlappen!«, forderte ich ihn heraus. In seinen Augen flackerte etwas auf, das fast schon nach Verärgerung aussah. Er jagte mich um die Matte, brachte mich zu Fall, und ich landete mit dem Gesicht nach unten darauf. Ich spürte, wie sich sein Penis hart gegen meine Pospalte drückte. Gleichzeitig war da wieder diese Regung tief in meinem Bauch. Er war stark, anders als die meisten der anderen Männer. Jetzt glaubte er, mich besiegt zu haben. Er rollte mich herum, sodass ich ihn ansehen konnte. Sein Arm drückte fest gegen meine Brust. Als er bemerkte, dass er meine Brüste mit seinem Arm zerquetschte, lockerte er ein wenig den Druck. Er drückte mir einen Arm mit dem Knie auf den Boden und hatte den anderen unter seinem Körper verkeilt. Das war eine knifflige Situation.

»Ich habe den Eindruck, dass Sie mir in diesem Moment nicht auf den Rücken klopfen können. Wie wollen Sie mich denn wissen lassen, dass Sie sich ergeben?«

Ich lächelte ihn an und leckte mir über die roten Lippen.

»Vielleicht will ich mich ja gar nicht ergeben.«

Er beugte sich vor, bis sein Mund meinen fast berührte. Bevor ich überhaupt realisierte, was geschah, drückte er seine Lippen auf meine. Er küsste mich. Wütend setzte ich mich zur Wehr und versuchte, ihn wegzustoßen. Doch ich war vorübergehend wehrlos. Dieser Bastard. Vorsichtig zog ich die Beine an, bis ich sie zwischen die Beine meines Gegners zwingen konnte. Dann drehte ich mich rasch, sodass er das Gleichgewicht verlor und zu Boden stürzte. Wütend drückte ich ihn mit meinem ganzen Gewicht flach auf den Boden und starrte mit finsterer Miene auf ihn hinab.

»Ich küsse meine Klienten nicht«, zischte ich. »Falls doch, dann tue ich das nur, wenn ich es möchte. Sie mögen zwar für eine Stunde bezahlt haben, aber ich bin kein billiges Flittchen, das fürs Ficken bezahlt wird.«

»Entschuldigen Sie, aber ich dachte, das wäre genau das, was Sie tun: Sie lassen sich stundenweise anheuern, um andere körperlich zu erbauen.«

So langsam ging mir sein Grinsen auf die Nerven. Ich richtete mich auf und ließ mich auf ihn fallen, wodurch ich ihm die Luft aus den Lungenflügeln presste. Er keuchte, und ich klemmte ihn zwischen meinen Oberschenkeln ein, bevor er sich erholen konnte. Dann verschränkte ich die Fußknöchel und drückte noch fester zu. Er war ganz rot im Gesicht und versuchte, mir auf den Rücken zu tippen, aber ich beschloss, ganz unsportlich zu sein und es zu ignorieren. Allerdings behielt ich vorsorglich seine Atmung im Auge. Ich bin schließlich ein Profi, und ich weiß genau, wie weit ich gehen kann. Ich hielt ihn fest, lockerte meinen Griff jedoch ein wenig. Auch wenn ich es nur ungern zugab, so machte sich doch langsam eine gewisse Erschöpfung bemerkbar. Meine Muskeln verlangten lautstark nach Ruhe. Er war an diesem Tag mein sechster Klient und der bei Weitem kräftigste. Die meisten der anderen waren nicht wirklich fit gewesen und hatten die Sache nur mal ausprobieren wollen. Doch dieser hier, Bill oder wie auch immer er hieß, war anders. Auf interessante Weise anders.

»Bitte, Lili«, keuchte er. »Bitte lass mich los. Du kannst nichts mehr für mich tun.«

Ich spürte die Feuchtigkeit an meinen Beinen und blickte nach unten. Sein Penis war erschlafft, und der unvermeidliche Fleck zeichnete sich dunkel auf seinen Shorts ab. Sein Samen hatte sich auch auf meiner Haut verteilt.

»Ich glaube, wir müssen beide duschen«, meinte er, nachdem er die Fassung zurückgewonnen hatte. »Darf ich es wagen, dich zu bitten, mit mir zusammen zu duschen, oder wäre das unangebracht?«

»Gehen Sie ruhig duschen. Ich werde lieber noch etwas damit warten.«

Ich setzte mich auf die Couch und goss mir ein Glas Eiswasser ein. Lächelnd. Meine Wut war nur gespielt gewesen. Der Kuss hatte mir gefallen, und ich musste mir eingestehen, dass ich noch mehr wollte. Viel mehr. Die Dusche lief. Ich schnürte meine Wrestlingstiefel auf und zog sie aus. Das war eine Wohltat. Sobald Bill gegangen war, konnte mir Dexi meine schmerzenden Glieder massieren. Zum Glück hatten wir am nächsten Tag frei. Selbst wenn wir unterwegs waren, konnte ich so eine Pause genießen. Dexi fuhr unseren Van, in dem wir die riesige Matte, die Kleidung und die andere Ausrüstung transportierten. Dann wurde die Badezimmertür geöffnet, und Bill kam heraus. Er sah frisch und erholt aus und trug ein weißes Hemd und eine elegante Hose. Darin wirkte er ganz anders als der ungezogene Kerl, der erst vor einer Weile ins Zimmer gekommen war.

»Darf ich Sie heute Abend zum Essen einladen?«, fragte er beiläufig.

»Tut mir leid, aber ich bevorzuge eine strikte Trennung von Arbeit und Vergnügen«, erwiderte ich fast schon automatisch. Schließlich hatte ich heute bereits einen Klienten abgewiesen.

»Ach, ich hatte dabei nicht ans Geschäftliche gedacht, daher würden wir diese Trennung auch nicht gefährden.« Mir wurde erst jetzt bewusst, wie gut er eigentlich aussah. Hätte er nicht diesen dummen Versuch gemacht, mich zu küssen, dann hätte ich die Einladung vielleicht angenommen. Wenn er es jedoch nicht getan hätte, dann wäre ich jetzt vermutlich nicht derart an ihm interessiert gewesen. Das Abendessen könnte eigentlich ganz nett werden, dachte ich. Dexi war für heute Abend verabredet. Er wollte sich mit einem seiner besonderen Freunde treffen, von denen er eine ganze Menge hat und die im ganzen Land verstreut sind. Gewissermaßen ein Junge in jedem Hafen.

»Ich verspreche, dass ich nicht auf Stiefel oder weiße Kleidung bestehe und auch auf nichts, das Ihre wunderschönen Beine entblößt«, versicherte er mir mit einem seltsamen Grinsen. »Im Allgemeinen bin ich ganz umgänglich, und ich würde mich gern mit Ihnen unterhalten und Sie besser kennenlernen.«

»Ich weiß nicht.« Was hatte ich für eine Alternative? Ein einsames Abendessen auf dem Hotelzimmer? Meine Sachen packen und früh ins Bett gehen? Dieser Mann war schließlich etwas Besseres als der Durchschnitt. Möglicherweise erwartete mich ein amüsanter Abend.

»Wie Sie wollen«, meinte Bill ungeduldig. »Ich muss los. Ich habe noch einen Termin.«

»Okay. Danke. Normalerweise tue ich so etwas nicht, aber da wir morgen ohnehin abreisen …«

»Bestellen Sie für 19:30 Uhr ein Taxi und lassen Sie sich zum Green Dragon bringen. Das kennt jeder. Wir treffen uns dann dort. Ich würde Sie ja abholen, aber ich muss jetzt noch zu einem Termin. Ich weiß nicht genau, wie lange das dauert.« Er zog eine dünne Lederbrieftasche aus der Gesäßtasche und nahm einen Zehnpfundschein heraus. »Für die Fahrtkosten und das Trinkgeld. Dann bis später.« Er warf sich seine Sporttasche über die Schulter, lächelte mir noch einmal kurz zu und verließ das Zimmer.

Ich konnte nur hoffen, dass ich keinen schweren Fehler beging.

Dexi kam herein.

»Bereit für eine Massage?« Er baute den Falttisch auf, der zu unserer Ausrüstung gehörte. Man weiß nie, ob man etwas Passendes vorfindet, also nehmen wir ihn immer im Van mit. Manchmal, wenn es in der Gegend kein passendes Hotel gibt, müssen wir uns mit Gemeindesälen begnügen.

»Ich bin total erledigt.« Ich ließ meine Kleidung auf den Boden fallen und streckte mich nackt auf dem Handtuch aus. Dann lag ich da und wartete auf die Anwendungen des besten Masseurs, der mir je begegnet ist. Dexi goss mir warmes Öl über den Rücken und bearbeitete meine schmerzenden Muskeln mit seinen geschickten Fingern. Seine Hände waren sanft, fest und wohltuend. Er arbeitete sich an meinen Oberschenkeln entlang, lockerte meine verspannten Muskeln und ließ seine Hände über meinen ganzen Körper gleiten. Er besitzt magische Hände. Überaus sinnliche Hände. Dann drehte er mich um und ließ seine Hände an den Innenseiten meiner Oberschenkel nach oben gleiten, an dem dunklen Dreieck aus Haaren vorbei und über meinen flachen, straffen Bauch. Er umkreiste meine Brüste und drückte mit dem Daumen hin und wieder auf die aufgerichteten Brustwarzen. Obwohl Dexi durch und durch schwul ist, kann er mich mit seinen zärtlichen, sinnlichen Händen zum Orgasmus bringen. »Du weißt, dass ich das für keine andere Frau tun würde, Schätzchen.«

»Ich weiß, ich weiß. Aber ich liebe deine Massagen. Du bist so unglaublich talentiert.«

»Nur schade, dass ich es nicht genießen kann. Aber ich freue mich, dass es dir gefällt.« Lächelnd schob er seine Finger in meine Spalte. Er rieb sehr sanft über meine Klit und lächelte erneut, als er spürte, wie sie unter seinen Fingern fester wurde. Ich keuchte auf, als die ersten Wogen meinen Körper übermannten. Unwillkürlich bewegte ich die Hüften und schlug sie gegen den Tisch. Dann erschauderte ich und fühlte die Feuchtigkeit aus mir heraussickern, während mein Körper in andere Sphären transportiert wurde.

»Ihr Frauen seid schon seltsame Wesen«, meinte Dexi kopfschüttelnd. »Und du ganz besonders. Bei all deinen heißblütigen Klienten gibst du dich immer ganz kühl, doch ich kann dich von einem Höhepunkt zum nächsten bringen … nicht wahr?« Wieder schob er seine Finger vorsichtig in die pulsierende Spalte zwischen meinen Beinen. Ich spreizte sie weiter und sehnte mich danach, die beharrlichen Finger tiefer und immer tiefer in mir zu spüren. Ich wollte ausgefüllt werden, und wenn ich seinen Schwanz schon nicht haben konnte, dann mussten seine Finger reichen. Zwei Finger, dann drei schoben sich zusammen in die heiße, gierige Öffnung. Sein Daumen bearbeitete das Zentrum meiner Lust immer heftiger, und mein ganzer Körper wurde von einer brennend heißen Hitzewelle erfasst. Ich zuckte erneut und rammte meine Hüften immer wieder auf den Tisch, während mich schiere Erlösung und Wonne durchtosten. Als ich endlich wieder Luft holen kann, starre ich diesen Adonis an.

»Danke, Dexi. Du hast wirklich magische Hände. Du könntest damit bei den Frauen ein Vermögen verdienen.«

»Danke, Schätzchen, aber du weißt doch, worauf ich stehe. Bei Männern bin ich sogar noch besser. Obwohl du wunderschön bist, reichst du mir einfach nicht. Aber das muss ich dir doch nicht erklären, oder? Und jetzt geh unter die Dusche, während ich deine Sachen in die Wäscherei bringe. Dann sind sie morgen früh fertig. Was machst du heute Abend? Soll ich dir was zu essen bestellen?«

»Nein, danke, ich gehe heute Abend essen«, erwiderte ich und wartete auf seine Reaktion.

»Vermutlich mit Bill?«

»Woher weißt du das?«

»Reine Intuition. Der Mann, der vorhin aus dem Zimmer kam, war ein anderer als der, der hineinging. Ich habe mich auch in Bezug darauf, dass er nicht fit ist, geirrt, oder? Ich glaube, er hat mir seine Nervosität bloß vorgespielt.«

»Da hast du recht. Ist es dumm von mir, seine Einladung anzunehmen?«

»Du kannst auf dich aufpassen.«

»Ich schätze schon. Ich brauche lediglich eine Pause. Ich muss endlich wieder eine normale Frau sein und mich unterhalten lassen. Es ist Monate her, dass ich mich mit einem Mann getroffen habe, wenn man mal von der Arbeit absieht. Und ich glaube auch, dass es gut laufen wird. Ich habe nur ein Problem: Ich weiß nicht, was ich anziehen soll. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es wichtig sein könnte.«

»Wow, der Kerl hat ja einen ziemlichen Eindruck auf dich gemacht, oder nicht? In der Hotelboutique gibt es doch bestimmt was Passendes. Geh du schon mal duschen, und ich sehe auf dem Rückweg von der Wäscherei nach, ob sie was für dich haben. Wenn ja, dann bringe ich dir was mit.«

Er sucht immer genau die richtigen Kleidungsstücke aus. Dexi hat einen unglaublich guten Geschmack. Was für ein seltsamer, vielseitiger Mann. Alles an ihm sieht so männlich aus, und doch ist er für jede weibliche Eigenschaft empfänglich. Vielleicht hat das aber auch etwas damit zu tun, dass ich eine Frau bin, die sich auf Ringkämpfe mit Männern spezialisiert hat. Heterosexuelles Wrestling oder erotisches Wrestling, wie wir es nennen. Ich habe immer genug Klienten, insbesondere seitdem mir das Internet so viele neue Möglichkeiten eröffnet hat. Meine Webseite wird gut besucht. Inzwischen läuft fast die gesamte Buchung darüber. Manchmal kommt es mir so vor, als würden mich mehr Männer anfragen, als ich je unterbringen kann. Und wir reden nur von Großbritannien. Meine Zukunft sieht rosig aus.

2

»Ich habe dir ein Kleid mitgebracht, das du mal anprobieren solltest. Meiner Meinung nach ist es genau das Richtige«, sagte Dexi, als er zurück ins Zimmer kam, ohne anzuklopfen. Es fiel ihm nicht einmal auf, dass ich nackt auf der Couch lag. Dafür kennen wir den Körper des anderen – berufsbedingt – einfach zu gut. »Danke.« Er reichte mir ein langes, dunkelblaues Kleid, das einen Schlitz hat, der fast bis zur Achsel zu reichen scheint. »Hm. Schick, aber vielleicht etwas zu formell.«

»Wie du meinst. Ich habe ja keine Ahnung, wo ihr hingeht.«

»Ich auch nicht. Aber ein bisschen Glamour kann eigentlich nie schaden.«

Ich streifte mir das blaue Kleid über. Es klebte wie eine zweite Haut an mir. Der Schlitz reichte beinahe bis zu meiner Taille. Da musste ich ein sehr kleines Höschen anziehen, da selbst die mit dem hohen Beinausschnitt, die ich so gerne trug, zu sehen sein würden. Aber ich wollte auch nicht zu aufgetakelt aussehen oder wirken, als wollte ich ihn zu irgendetwas auffordern.

»Das stimmt«, stellte Dexi fest.

»Wenn du das sagst.«

»Du siehst darin jedenfalls sehr sexy aus, falls dir das zufälligerweise gefallen sollte. Verberge so viel wie möglich und ermögliche ab und zu verlockende Blicke auf das, was darunter liegt. Selbst ich würde dich beinahe begehren.«

»Ach, komm schon, Dexi. Wenn du das wirklich ernst meinen würdest, dann müsste ich jetzt die Beine in die Hand nehmen.«

»Und wenn ich glauben würde, dass ich es ernst meine, dann würde ich dich nicht daran hindern. Du siehst großartig aus, Schätzchen. Aber ich muss jetzt zu meinem eigenen unwiderstehlichen Date, sonst denkt er noch, ich hätte ihn sitzen lassen. Viel Spaß, und versuch, dich wie eine Lady zu benehmen.«

»Was, ich? Tue ich das nicht immer?« Ich lachte, als er aus dem Zimmer ging. Dann stolzierte ich vor dem Spiegel auf und ab. Das Kleid saß wie angegossen. Ich fühlte mich darin gut, war mir aber noch immer nicht sicher, ob es für diesen Abend das Richtige war. Ach, was soll’s? Es gefiel mir. Wenn es für Bill, oder wie immer er hieß, zu schick war, dann konnte ich das auch nicht ändern. Ich zog ein Paar silberne hochhackige Pumps dazu an. Er hatte seine Fantasie heute schon ausgelebt, aber mir war danach, alles ein wenig auf die Spitze zu treiben. Ich legte eine dünne Silberkette um den nackten Knöchel und bewunderte den Effekt. Mein Haar ließ ich offen. So sah das Kleid nicht mehr ganz so förmlich aus, und ich konnte gleichzeitig meine ganze Erscheinung ein wenig verändern.

Das Taxi setzte mich genau um 20 Uhr vor dem Green Dragon ab. Von außen sah das Gebäude nicht so aus, als würde sich darin ein Restaurant befinden. Es wirkte eher wie eine Bank. Vor den Fenstern hingen dicke Vorhänge, und die einzigen Lichter, die man erkennen konnte, waren durch die Glastür zu sehen. Ich drückte die Tür auf und musste sofort blinzeln. In der Eingangshalle hing der größte Kerzenleuchter, den ich je gesehen hatte, und glitzerte wie eintausend Diamanten. Überall waren Spiegelkacheln angebracht worden, die das Licht reflektierten, sodass man das Gefühl hatte, ins Rampenlicht zu treten. Eine Chinesin in einem wunderschönen smaragdfarbenen Kleid senkte anmutig den Kopf.

»Guten Abend, Madame. Zu wem gehören Sie?« Sie sprach perfektes Englisch und hatte nur den Hauch eines Akzents.

»Ich treffe mich hier mit Mr Davidson. Mr Bill Davidson. Er müsste mich bereits erwarten.«

Die Frau runzelte die Stirn.

»Ich wüsste nicht, dass sich jemand dieses Namens heute hier aufhält. Tut mir sehr leid.«

»Er muss aber hier sein. Vielleicht wurde er aufgehalten.« So langsam fühlte ich mich unwohl und dumm. Nur weil ich die Situation nicht kontrollierte. Ich hasste dieses Gefühl.

»Lili«, rief eine vage vertraute Stimme. »Entschuldigen Sie, dass ich nicht hier war, um Sie zu begrüßen.« Als ich mich umdrehte, sah ich Bill durch das Foyer auf mich zukommen, wobei er die Arme ausstreckte, um mich zu begrüßen. Ich warf der Dame in Grün einen Blick zu und sah, dass sie lächelte.

»Entschuldigen Sie bitte, Mr Travers. Ich wusste nicht, dass Sie die Dame erwarten.«

»Das ist allein meine Schuld. Ich hätte es erwähnen sollen. Sie sehen wundervoll aus, meine Liebe. Perfekt. Wir sitzen in der Jasmin-Suite. Kommen Sie doch bitte mit.« Ich fand, dass er in seinem Abendanzug ebenfalls großartig aussah. Sehr heiß sogar. Irgendwann begriff ich, was er gesagt hatte.

»Wir?«

»Einige Geschäftsfreunde. Ich musste sie nach unserem Meeting einladen, um den Geschäftsabschluss zu feiern. Hoffentlich macht Ihnen das nichts aus.«

»Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht wäre es besser, wenn Sie ohne mich feiern. Ich weiß nichts über Ihre Geschäfte, und ich gehe davon aus, dass Ihre Geschäftsfreunde nichts von unserer speziellen Verbindung erfahren sollen. Denken Sie, sie hätten Verständnis für das, was wir heute Nachmittag getan haben?«

»Ich würde vermuten, dass sie sehr neidisch wären.« Er grinste. »Dieses Kleid sieht aus, als hätte man es über Ihnen ausgegossen. Es ist einfach perfekt. Ich muss unbedingt dafür sorgen, dass ich links von Ihnen sitze. Ich darf auf keinen Fall riskieren, dass einer meiner Geschäftsfreunde auch nur einen Blick auf Ihren makellosen Oberschenkel werfen kann und in Versuchung gerät. Verraten Sie mir eins: Tragen Sie darunter noch etwas?«

»Seien Sie still, Sie machen mich ja ganz verlegen«, entgegnete ich wenig überzeugend.

»Das nehme ich Ihnen nicht eine Minute lang ab.«

»Ist Ihr Name wirklich Bill, Mr Travers?«

»Das tut mir sehr leid. Mein zweiter Vorname lautet William. Die meisten Leute nennen mich James. Ich war mir nicht sicher, ob es klug wäre, meinen richtigen Namen zu benutzen, da Sie ihn kennen könnten.«

»James Travers. Nein, ich wüsste nicht, dass ich diesen Namen schon einmal gehört hätte.«

»Vermutlich sagt Ihnen JWT mehr.«

»Die Baugerätefirma?« Wenn wir auf der Autobahn unterwegs waren, hatte ich schon häufiger Bagger gesehen, an denen diese Initialen standen.

»Genau die. Das ist leider kein sehr glamouröses Gewerbe.«

»Das sehe ich anders. Es ist gut zu wissen, dass der Geschäftsführer oder Direktor, oder was immer Sie in dieser Firma sind, an diesem Nachmittag mehrere Minuten lang machtlos zwischen meinen Beinen gelegen hat. Und sehr amüsant. Wenn nicht sogar erregend.« Er lächelte vielsagend.

Wir gingen durch einen dunklen, mit Teppich ausgelegten Flur zu einer schweren, holzverkleideten Tür. Als wir den Raum betraten, verebbten die Gespräche. Ich war drauf und dran, umzukehren und so schnell wie möglich von hier zu verschwinden, aber Bill oder James, wie er offenbar hieß, versperrte mir den Weg. Er schob mich weiter und hielt meinen Ellenbogen mit eiserner Hand fest, als ob er mein Zögern spüren konnte.

»Meine Herren, darf ich Ihnen meine gute Freundin Lili vorstellen?« Die leisen Begrüßungsworte gingen in dem bewundernden Flüstern unter, das ich einfach nicht überhören konnte. Ich hätte zu gern gewusst, was er ihnen über mich erzählt hatte, und bekam auf einmal Angst. Eine Frau – gerade ich –, die zu einem Geschäftsessen eingeladen wurde, das klang nicht gerade vielversprechend. Ich sah James an und erkannte in seinen Augen den Hauch eines Lächelns. Dabei fiel mir zum ersten Mal auf, dass er grüne Augen hatte. Er drückte mich auf einen Stuhl am Tischende, neben dem ein weiterer leerer Stuhl stand, auf dem vermutlich er saß. Dann stellte er ein Glas Champagner und einen Teller mit Vorspeisen vor mir ab. Ich dankte ihm mit einem Nicken. Rings um den Tisch saßen noch acht weitere Männer. Ansonsten hielt sich in diesem Raum, der offensichtlich Privatgesellschaften vorbehalten war, niemand auf. Auf einer Seite des Raums war eine Durchreiche in der Wand zu erkennen. Die Türen des Raums waren geschlossen, und auf einem Beistelltisch standen Besteck und Teller bereit. Das Licht war gedämpft, die Wände waren mit dunkelgrünem Stoff verhüllt, und daran hingen wunderschöne chinesische, auf Seide gemalte Bilder, die von oben geschickt beleuchtet wurden. Auf diese Weise wirkte alles sehr elegant und ich vermutete, dass in die Raumgestaltung sehr viel Geld und Sorgfalt investiert worden war. »Ich habe mir die Freiheit genommen, das Abendessen zu bestellen, und hoffe, dass niemand etwas dagegen hat. Dieses Restaurant serviert das beste Essen außerhalb von Beijing. Sie werden begeistert sein, wenn Sie chinesisches Essen mögen.«

»Ich freue mich schon darauf«, versicherte ich ihm. Natürlich erzählte ich ihm nicht, dass ich chinesisches Essen normalerweise nur liefern ließ und zusammen mit Dexi direkt aus dem Karton aß, während wir im Van saßen und zu unserem nächsten Termin unterwegs waren.

»Dann werde ich Ihnen jetzt mal meine anderen Gäste vorstellen«, sagte James. Er spulte die Namen herunter, und mir war sofort klar, dass ich mir nicht einen einzigen davon würde merken können. Jeder der Männer nickte, als er mir vorgestellt wurde, und lächelte mich auf eine Art und Weise an, die man nur als lüstern bezeichnen konnte. Sie wissen es, dachte ich. Sie wissen genau, was ich bin und was ich tue. Der Kerl, der neben mir saß und mit einer Hand über meinen Oberschenkel strich, hatte ihnen alles über mich erzählt. Ich merkte, wie ich vor Scham und Wut darüber, dass er mich zu diesem Essen überredet hatte, rot wurde. Wie hatte er das nur tun können? Wurde von mir etwa erwartet, dass ich an diesem Abend für die Unterhaltung sorge? Dass ich mit jedem dieser Männer einen Kampf mache und dafür gerade mal ein Abendessen bekomme? Wenn er sich das so vorgestellt hatte, dann war er auf dem Holzweg. Dabei hatte ich diese Einladung vor allem angenommen, um mich zur Abwechslung mal unterhalten zu lassen. Das bewies nur wieder, dass meine Einstellung richtig war und man Beruf und Freizeit stets trennen sollte.

»James, ich muss mal eben auf die Toilette«, flüsterte ich ihm zu.

»Ich zeige Ihnen den Weg«, erwiderte er, wobei seine Stimme leicht aufgeregt klang. »Entschuldigen Sie uns für einen Augenblick, meine Herren.« Er stand auf und zog meinen Stuhl nach hinten, als ich mich erhob. »Hier entlang, meine Liebe.« Dann führte er mich durch die schwere Eichentür auf den Korridor. »Sie sehen erhitzt aus, Lili. Ist alles in Ordnung?«

»Darauf können Sie Ihren Arsch verwetten. Wie können Sie es nur wagen? Glauben Sie, ich hätte Ihren Plan nicht durchschaut? Sie wollen mich wütend machen, damit ich umsonst kämpfe. Alle dürfen mal ran. ›Sie ist wunderbar. Die Beste. Und erst ihre kräftigen Oberschenkel. Sie werden nie etwas Besseres erleben.‹« Ich machte eine Pause, um Luft zu holen, woraufhin er sich einschaltete.

»Sie haben aber eine hohe Meinung von sich. Sie sind gut, aber ich weiß nicht, ob Sie die Beste sind.« Ich starrte ihn an, und mir fehlten die Worte.

»Ich ziehe Sie nur auf. Sie sind die Beste. Jedenfalls die Beste, der ich bisher begegnet bin. Und dieser Abend soll bei Weitem nicht so verlaufen, wie es Ihnen Ihre lebhafte Fantasie vorgaukelt. Das ist wirklich ein Geschäftsessen. Ich hatte Ihnen doch gesagt, dass ich nach unserem Kampf noch zu einem Termin musste. Der Deal wurde viel schneller abgeschlossen, als ich erwartet hatte. Eigentlich sollte diese Feier erst morgen stattfinden, aber es wäre albern gewesen, sie zu verschieben. Ich hatte einfach keine Zeit mehr, um Sie vorzuwarnen. Ich wollte Sie anrufen, aber Sie hatten das Hotel bereits verlassen. Kommen Sie jetzt bitte mit zurück und genießen das Essen? Dieses Restaurant ist wirklich großartig, und das Essen ist unvergleichlich.«

Ich zögerte. Ich kannte diesen Mann kaum und hatte keinen Grund, ihm zu glauben. Wenn er so erfolgreich und offenbar auch so reich war, was wollte er dann von mir? Es musste Hunderte von Frauen geben, die er einladen konnte. Vielleicht sogar eine Ehefrau. Möglicherweise sagte er aber auch die Wahrheit. Ich war mir nicht sicher. Also traf ich einfach eine Bauchentscheidung.

»Okay. Aber sobald Sie von Ringkämpfen, Scherengriffen oder etwas in der Art reden, bin ich verschwunden. Haben Sie verstanden?«

»Verstanden. Aber ich kann nicht dafür garantieren, dass diese Begriffe nicht fallen. Vielleicht hat ja einer der anderen einen Grund, über so was zu sprechen. Geflügelscheren beispielsweise oder ein Ringen mit einem Geschäftspartner …«

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