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Zerbrochen - Geliebte Kreatur der Nacht

Aileana Blair

Zerbrochen - Geliebte Kreatur der Nacht

Vampirroman





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

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 Die Geschichte und die in ihr vorkommenden Personen sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit zu Lebenden oder Verstorbenen wäre rein zufällig und nicht beabsichtigt. 

Das Urheberrecht des Textes liegt allein bei mir und jegliche Vervielfältigung ist nicht erlaubt - auch wenn die Geschichte von mir kostenlos angeboten wird.

Diebstahl geistigen Eigentums ist strafbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Du!"

(Lolita)

 

Julien

  Geliebte Kreatur der Nacht

 

 

 

Mein Name ist Julien Dubois und ich möchte euch eine Geschichte über die Liebe erzählen - Meine Geschichte, meine Liebe.

 Geboren wurde ich im November 1877 in Paris, habe dunkle Augen, dunkelbraune, schulterlange Haare, bin relativ groß und einigermaßen gut gebaut.

Damals arbeitete ich als Klavierlehrer und gab vorzugsweise Privatunterricht bei Schülern, die meist aus gutem Hause stammten. Da ich ein recht talentierter Spieler war, gab ich auch des öfteren kleine Privatkonzerte bei Soireen und Feierlichkeiten der höheren Gesellschaft. Bei solch einem Anlass lernte ich Nicolas DeMarais kennen, ein Maler und Zeichner, der begeistert war von meinem Spiel.

Wir unterhielten uns an jenem Abend lange, Nicolas hatte eine faszinierende Ausstrahlung und seine türkisfarbenen, schelmischen Augen blitzten mich vergnügt an. Ich fühlte mich magisch von ihm angezogen und er wollte unbedingt seine Zeit mit mir verbringen. Also trafen wir uns in den nächsten Wochen immer öfter, zogen durch die Bars der Stadt oder unterhielten uns angeregt in seinem Haus über Kunst, Musik und Gott und die Welt. Er zeigte mir auch seine Werke, unglaublich detailgetreue Bilder, die mein Herz berührten. Unsere Freundschaft vertiefte sich zusehends und wir verbrachten fast jeden Abend zusammen.

Irgendwann fiel mir auf, dass ich ihn immer nur Abends oder Nachts zu Gesicht bekam. Nie gingen wir in der Mittagssonne spazieren oder im Sommer, wenn es heiß war, zur Abkühlung im See schwimmen. Er war so blass, als ob seine Haut noch nie einen Sonnenstrahl abbekommen hatte. Eines Abends sprach ich ihn darauf an und er reagierte ungehalten, sagte er wäre eben ein Nachtmensch. Malen und Zeichnen wären für ihn Nachts am einfachsten, tagsüber küsse ihn die Muse nicht. Er schlug mir vor, wenn mir langweilig wäre, solle ich mir doch für den Tag eine hübsche Mademoiselle nehmen, aber die Nächte würden ihm gehören. Dabei sah er mich mit einem Ausdruck in den Augen an, als wollte er sagen: Bitte tue es nicht.

Erst musste ich lachen, doch dann wurde ich ernst und dachte über seine Worte nach. Es gefiel mir überhaupt nicht. An Frauen, waren sie noch so verführerisch, hatte ich noch nie Interesse gehabt.

Es fiel mir wie Schuppen von den Augen – ich hatte mich in einen Mann verliebt! Das ich solche Neigungen haben könnte, war mir bis dahin gar nicht klar gewesen. Ich war komplett verwirrt und wusste nicht, wie ich reagieren sollte.

Nicolas stand da, ein blonder Engel mit verletztem Blick in den Augen. Ich erkannte, dass es ihm genauso erging wie mir. Wir sahen uns eine Ewigkeit lang so an, dann nahm er mich in den Arm, küsste mich sanft und gestand mir seine Liebe. Durcheinander wie ich deswegen war, stieß ich ihn von mir und rannte davon.

Am nächsten Tag konnte ich nicht arbeiten, ich dachte die ganze Zeit nur über Nicolas und meine Gefühle für ihn nach. Abends stand ich dann innerlich bebend vor seiner Tür. Als er öffnete, und mir in die Augen sah, wusste er alles. Er zog mich in seine Arme, ich klammerte mich an ihn und wir küssten uns voller Leidenschaft.

Es begann die romantischste Zeit meines Lebens. Nick und ich waren zusammen, in inniger Freundschaft und im Herzen. Bis irgendwann die Schwierigkeiten begannen.

 

Ich gab weiterhin Klavierunterricht, doch fühlte ich mich oft einsam, denn Nicks nächtliche Ausflüge belasteten mich. Nie sagte er mir, wohin er ging, wenn ich ihn danach fragte. Er ging einfach, ohne ein Wort, oder mich nur anzusehen.

Sein Verhalten verletzte mich und irgendwann fing ich dann mit einigen meiner Schülerinnen eine Affäre an. Ich war jung, gut aussehend und die Initiative ging immer von ihnen aus. Ein koketter Blick, eine kleine Berührung meiner Finger, während ich ihnen den richtigen Griff auf der Klaviatur zeigte, und ich wusste was sie wollten. Vierundzwanzig Jahre lang hatte ich an so etwas nicht gedacht und jetzt, vor lauter Wut auf Nicolas, tat ich solche Dinge. Es ging gegen meine Überzeugung und Moral, denn ich war eigentlich ein Mensch, der sich ganz und gar einem anderen verschrieb. Wenn ich liebte, dann war es für immer, mit allem, was dazu gehörte: Treue, Vertrauen und Hingabe. Nick hatte mein Herz im Sturm erobert. Er war meine Liebe und nichts konnte daran etwas ändern.

Natürlich bemerkte er meine Liebeleien und reagierte eifersüchtig deswegen. Wir stritten dann immer.

»Du hast es mir doch selbst vorgeschlagen«, erinnerte ich ihn schroff an seine Worte. »Also hör auf, dich zu beschweren.«

»Das war vor einer Ewigkeit Julien, es tut mir weh, wenn du mit anderen das Bett teilst«, antwortete er mit traurigem Blick, sodass mir trotz meiner Wut über ihn, das Herz schwer wurde.

»Und wo bist du immer, wenn du Nachts stundenlang nicht nach Hause kommst?«, entgegnete ich und sah ihn eindringlich an. Doch selbst dann antwortete er nie darauf, kein einziges Wort.

Unsere Streitigkeiten endeten meist im Bett und wenn Nicolas meinen Namen lustvoll stöhnte, war alles wieder gut.

 

Ich litt immer mehr darunter, dass er oft einfach für Stunden, sogar Tage, verschwand. Ich wachte morgens alleine auf und vermisste ihn. Nicolas war immer fort. Ich verstand das nicht. Warum sagte er mir nichts? Wieso die Geheimniskrämerei?

Anfangs suchte ich das ganze Haus nach ihm ab, rief nach ihm, während ich durch jedes Zimmer lief. Am Abend, wenn er dann kam, war ich froh ihn wieder zu sehen und der Ärger war verflogen. Doch mit der Zeit wurde ich immer wütender deswegen, und weil er mir nichts dazu zu sagen hatte und weiterhin eisern schwieg, stritten wir immer heftiger.

Und dann war ich es, der Nachts weg blieb. Ich trieb mich vor Verzweiflung in irgendwelchen Spelunken herum und betrank mich, oder ich verbrachte die Nacht mit irgendeiner Hure und reagiert mich an ihr ab.

Das wiederum machte Nick sehr wütend und er schrie mich an und tobte, wenn ich nach Hause kam. Manchmal suchte er auch nach mir und wenn er mich dann endlich fand, nahm er mich einfach, und brachte mich nach Hause. Auch wenn ich mich noch so sehr dagegen wehrte, ich hatte keine Chance gegen ihn, er war stärker.

Eines Nachts als ich wieder sturzbetrunken zurück kam, schrie er mich an: »Verdammt Julien, ich will, dass du bei mir bleibst! Höre mit der Trinkerei auf und lasse die Huren sein!«

Doch ich lachte ihm nur ins Gesicht. »Du machst es doch genauso!«

Da wurde er so zornig, dass er mich heftig gegen die Wand stieß und mich wütend anblitzte. »Du hast doch keine Ahnung, was ich überhaupt mache«, zischte er mich an und ging.

»Dann sag es mir doch endlich!«, rief ich ihm nach, doch Nicolas war schon fort. Ich blickte auf die geöffnete Tür, durch die er verschwunden war, und die Stille und Leere des Hauses legte sich wie ein schwerer Schleier über mich. »Ich liebe dich doch...«, flüsterte ich traurig und hilflos.

Tagelang sah und hörte ich nichts von Nicolas. Nacht für Nacht suchte ich verzweifelt in der Stadt nach ihm, doch ich fand ihn nicht. Manchmal sah ich in den Augenwinkeln einen Schatten und dachte: Da ist er, ich habe ihn wieder. Doch wenn ich dann den Kopf drehte, sah ich niemanden. Ich fühlte mich so einsam und verloren ohne ihn. Alles was ich wollte, war meinen Nicolas wieder in den Armen zu halten, nichts anderes.

Ich konnte nicht arbeiten, ich aß nichts mehr, sondern betrank mich nur noch. Ich erinnerte mich an kaum etwas, torkelte von Kneipe zu Kneipe, manchmal fiel ich einfach auf der Straße um und blieb liegen, bis ich mit stechenden Kopfschmerzen und ausgeraubten Taschen am nächsten Tag erwachte.

 

Dann kam die Nacht, in der ich in seinen Armen erwachte. Zärtlich strich er mir die Haare aus dem Gesicht und schaute mich mit blutigen Tränen in den Augen an. Ich lächelte und flüsterte heiser: »Endlich bist du wieder bei mir.« Ich war so glücklich ihn wiederzusehen. Nick lächelte zurück und seine Blutstränen fielen heiß auf mein Gesicht. Er beugte sich hinab und küsste mich ganz zärtlich.

»Alles wird gut«, flüsterte er mir ins Ohr und ich glaubte ihm, hielt mich an ihm fest und lehnte meinen Kopf an seine Schulter. Er strich mir das Haar hinters Ohr und küsste meinen Hals. Kleine Schauer liefen mir den Rücken hinab und ich zitterte innerlich. Seine Lippen fühlten sich kühl auf meiner Haut an, ich konnte nicht mehr denken, nur noch fühlen und ihn ganz nah bei mir spüren.

Als ich den stechenden Schmerz seines Bisses in meinem Hals spürte, bekam ich Panik und fing ich an, mich mit allen Kräften zu wehren, doch Nicolas hielt mich ganz fest an sich gepresst, trank gierig und nahm mein Leben in sich auf. Ich wurde schwächer, kraftlos hing ich in seinen Armen und endlich ließ er von mir ab. Völlig berauscht sah er mir in die Augen und mein Blut rann ihm aus den Mundwinkeln. »Du gehörst mir, Julien Dubois.«

Ein Kuss von ihm, ich schmeckte mein eigenes Blut.

»Du und ich auf ewig!«

 

Nicolas nahm mich mit in die Nacht. Schenkte mir ein neues Leben, ohne zu altern, ohne Krankheit und mit Sinnen, die einer Raubkatze glichen. Die Welt war mein Jagdrevier geworden und die Menschheit meine Beute.

Jetzt wusste ich endlich, warum er über seine nächtliche Abwesenheit geschwiegen hatte. Wir taten von nun an gemeinsam, was er sonst ohne mich getan hatte. Zusammen streiften wir durch die Nacht, auf der Suche nach Opfern, doch ich war ein junger, ungestümer Vampir, und hinterließ zu viele Leichen. Die Tageszeitungen nannten es eine fürchterliche, unbekannte Epidemie.

Wir mussten Paris verlassen, bevor es zu schlimm wurde, packten unsere Sachen und stiegen auf ein Schiff Richtung Amerika. Die Upper West Side in New York wurde unsere neue Heimat. Ich versprach Nick, vorsichtiger zu sein und nicht jedesmal, wenn mich der Blutdurst überkam, zu töten.

So lebten wir und liebten uns. Die Jahrzehnte vergingen, wir erlebten den ersten und zweiten Weltkrieg und sahen die Welt moderner werden. Doch jeden Tag, wenn ich in den Spiegel sah, war ich um keine Falte reicher, kein graues Haar zeigte sich und ich sah noch aus, wie damals um die Jahrhundertwende. Ich war immer noch der junge, hübsche Mann auf den Bildern, die Nicolas von mir gemalt hatte.

Meine Liebe zu ihm war immer noch ungetrübt. Als er mich zu seinem Gefährten machte, verschrieb ich ihm mein Herz, meine Seele, mein Blut. Ich fasste keine andere Frau an, keinen anderen Mann, Nick war der einzige. Für ihn würde ich durch die Hölle gehen und wieder zurück, ich würde sogar für ihn sterben, und er wusste das.

 

Nicolas liebte mich. Dann betrog er mich. Immer wieder. Ich roch das fremde Parfüm an ihm und mein Herz brach entzwei. Er hatte mein Liebe und mein Vertrauen verraten.

 

Ich ließ mir nichts anmerken und tat wie immer, denn ich hatte im Laufe meines untoten Lebens gelernt, mich gut zu verstellen. Doch wenn ich alleine war, ließ ich meinen Tränen freien Lauf und mein Herz wurde zunehmend verschlossener. Er spürte, das etwas anders war, denn manches mal sah er mich einfach nur an, den Kopf auf die Hand gestützt. Ab und zu fragte er auch, ob alles mit mir in Ordnung sei. Ich lächelte dann nur, manchmal küsste ich ihn auch, aber ich antwortete nicht.

Seine Augen verrieten mir alles. Reue, Schuldbewusstsein und die Bitte um Vergebung las ich in ihnen. Ich ließ ihn im Glauben, alles wäre gut, aber Vergebung fand ich keine für ihn.

 

Eines Nachts suchte ich nach dem Geruch, der seit einigen Monaten an ihm haftete. Es war der Duft einer sterblichen Frau, die in der Upper East Side wohnte. Ich fing an, sie zu beobachten. Reich war sie, schön und verführerisch. Typisch Nicolas, der Schöngeist. Ihr Name war Rita. Ich konnte ihn verstehen, als ich sie sah, aber dass er tatsächlich unsere Liebe für sie verriet, das konnte ich nicht verstehen.

Ich beobachtete die beiden, wenn sie zusammen waren, sah ihnen zu, wenn sie sich liebten. Meine Seele weinte, wenn er gefühlvoll ihren Namen raunte. So hatte er immer zu mir gesprochen, aber er tat es schon lange nicht mehr. Mein Herz schmerzte, als ob Nicolas einen Dolch hinein gestoßen hätte und ihn immer tiefer bohrte.

Blutige Tränen liefen mir die Wangen hinab, als ich meinen Entschluss fasste. Eine ganze Nacht verbrachte ich allein in einem Hotelzimmer, denn ich konnte jetzt nicht nach Hause gehen und ihm gegenüber treten. Dieses mal konnte ich nicht so tun, als ob nichts wäre.

Mein Handy blieb stumm. Er rief nicht an, um zu fragen, wo ich blieb. Ich schloss die Rolläden, zog die Gardinen zu und verbrachte auch den Tag im Hotel. Das Kissen war am nächsten Abend blutverschmiert von meinen Tränen.

 

Es war der Abend, den wir immer zusammen feierten, die Nacht meiner Wandlung. Nicolas sah schick aus in seinem grauen Anzug, mit einem schwarzen Hemd und schwarzer Krawatte. Ich musste schlucken, als ich ihn so sah und er mich liebevoll anlächelte.

Ich ging zu ihm und umarmte ihn, hielt ihn fest, klammerte mich an ihn wie ein Ertrinkender, und er erwiderte diese Umarmung. Mit geschlossenen Augen sog ich seinen Duft ein, den Duft meines geliebten Untoten.

Seine Hand berührte zärtlich meinen Nacken und er flüsterte meinen Namen. Es war wie damals, ganz am Anfang unserer Liebe. Mein Herz sprach noch einmal zu seinem, ich ließ meine Gefühle dieses eine Mal noch zu und suchte seine Lippen mit meinen. Sie vereinten sich zu einem hungrigen Kuss den ich nicht enden lassen wollte. Ich wollte mich für immer daran erinnern, wollte Nick nicht loslassen. Irgendwie schien es ihm auch so zu ergehen, denn er erwiderte den Kuss genauso leidenschaftlich.

Wir rissen uns gegenseitig die Sachen vom Leib und berührten uns, als ob wir das zum ersten mal taten. Ich hielt jede Sekunde davon fest, schloss die Erinnerung in mein Herz ein, um sie für immer bei mir zu tragen.

Wir fielen aufs Bett und er flüsterte so sanft und zärtlich wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr: »Julien…«

Ich sah ihn an und bereute alles, was ich ihm jetzt antun würde.

»Vergib mir, Chérie«, erwiderte ich mit zitternder Stimme. Seine türkisfarbenen Augen schauten mich bestürzt an als ich ihn festhielt und meine Fangzähne entblößte. Brutal schlug ich sie in seinen Hals und sein heißes Blut sprudelte unaufhaltsam in mich.

Nicolas wehrte sich nicht, er ließ es geschehen, als ob er ahnte, dass ich ihn strafte. Heiser stöhnte er dabei meinen Namen.

Sein Blut floss in mir, berauschte mich und ich nahm gierig jeden Schwall. Kostete ihn, küsste ihn, biss wieder zu. Nicolas DeMarais lag hilflos unter mir, er umschlang mich verlangend mit Armen und Beinen, während ich mir sein kostbares Blut nahm. Mit den Nägeln zerkratzte er mir den Rücken, packte mein Gesäß, presste seinen Unterleib gegen meinen und rieb seine Erregung an mir, massierte mein hartes Glied. Sein lustvolles Stöhnen, seine Berührungen und sein heißes Blut trieben mich bis zur Ekstase. Die Wellen meines Orgasmus fuhren durch mich hindurch und ich stieß ein kehliges Knurren aus, als ich endlich meine Fänge aus seinem Hals zog. Sein Blut floss elektrisierend durch meine Adern und es war so viel belebender, als Menschenblut.

Er lag da, seiner Kraft beraubt, genau so, wie ich es vorgehabt hatte.

Kalt blitzten meine Augen ihn an. Nicolas würde büßen, für den Schmerz, welchen er mir angetan hatte. Ich stand auf, sein Blut tropfte noch von meinem Kinn und mit dem Handrücken wischte ich es ab.

»Julien, was ist nur mit dir?«, wisperte er und wollte sich aufsetzen, doch er fiel wieder in die Laken zurück.

»Ich habe ein Geschenk für dich, Chérie. Heute ist doch unser Tag«, gab ich zur Antwort und zog einen rotfarbenen Geschenkkarton unter dem Bett hervor. Ich öffnete ihn. Darin befand sich ihr Kopf, Rita, die mir meine einzige Liebe genommen hatte. Mit Lippenstift hatte ich ihr ein Lächeln auf das tote Gesicht gemalt.

Ich zog ihren Kopf an den Haaren aus dem Karton und hielt ihn vor Nicks Augen. Er winselte und heulte auf, als er sie erkannte. Ich warf den Kopf zu ihm aufs Bett, er rollte neben ihn und die gebrochenen Augen starrten ins Leere.

»Ein Beweis meiner Liebe zu dir«, zischte ich, »der einzigen Liebe, die ich je kannte und die du verraten hast.«

Ohne noch einen Blick auf ihn zu werfen verließ ich das Zimmer, zog mich an und verschwand aus unserer Wohnung. Ich ließ alles zurück, nahm ein Flugzeug und landete ein paar Stunden später in Paris.

 

 

 

Aimée

 

 

 

 Paris - meine Heimat.

F

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