Logo weiterlesen.de
Zeitreisen leicht gemacht: Eine SF-Erzählung

Gerd Maximovic

Zeitreisen leicht gemacht: Eine SF-Erzählung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

ZEITREISEN – LEICHT GEMACHT!

Eine Erzählung

Band 4

von Gerd Maximovic

 

IN ALTER RECHTSCHREIBUNG

 

© dieser Digitalausgabe by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

EDITION BÄRENKLAU, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius

ZEITREISEN-LEICHT GEMACHT! Eine Erzählung (Band 4) by Gerd Maximovič 2014

Cover: Steve Mayer

 

Der Umfang dieses Ebook entspricht 46 Taschenbuchseiten.

 

Die Edition Bärenklau bietet in mehreren Bänden die Möglichkeit für den eBook-Leser das breite Schaffen des Autors wiederzuentdecken. In seinen Novellen und Erzählungen spannt sich der Bogen von der ausgebeuteten Erde in den nahen Weltraum, bis in die unendlichen Weltraumtiefen.

Band 4 der Werkschau des Autors mit einer längeren Erzählung.

 

 

Der junge Fergelfoot hatte am Zeitschloß gespielt. Seinen Eltern, Maria und Edelbert, war nicht klar, wie er in das temporäre Zimmer gekommen war. Sie wachten gegen Mitternacht von der charakteristischen Stichflamme auf, die der Schub solcher Veränderungen hinterläßt. Es roch verbrannt in der Luft. Die Kondensatoren qualmten noch.

Ein Zettel lag auf dem Tisch, in ihm teilte Fergelfoot mit: "Ich habe es satt. Ich halte es hier nicht mehr aus. Ich muß weg. Seid mir nicht bös, Mama und Papa, aber ich will mir die Welt selber ansehn. Ich habe mir ein Vorratspaket aus der Küche geholt. Das Brotmesser nehme ich mit. Grüßt auch Elvira von mir. Bob."

Die Eltern verständigten sofort die Zeitpolizei, die mit einem Greiftrupp kam, der chronometrische Linien in alle Richtungen auswarf. Aber der junge Mann war schon sehr gewitzt. Er hatte Milchflaschen, Bierdosen und Geleegläser in alle temporären Ebenen gejagt, so daß es fast unmöglich, jedenfalls ungeheuer aufwendig war, hätte man in alle diese Richtungen Spürkommandos losgeschickt.

Der Vater unternahm einige Ausflüge mit einem gemieteten Zeitgerät, indem er einen Kredit für die Reisen aufnahm. Er gab erst auf, als er total verschuldet und von den vielen Streifzügen zerschunden war. Sein Nasenbein war kaputt, zwei Zähne fehlten jetzt, und eine Kugel hatte seine Rippen verletzt. Von diesem Einschnitt in seinem Leben an war Edelbert Fergelfoot ganz verstört, so, als habe man ihm etwas sehr Wichtiges amputiert, und auch der Trost durch seine Frau richtete kaum etwas gegen diesen Zustand aus.

Es schien, als habe der junge Fergelfoot ebenfalls etwas von diesem Gefühl gespürt, da die große Maschine vibrierend anlief. Er klemmte die Hubschalter ein wenig ein, damit ihn nicht im letzten Augenblick der Zweifel zurück in seinen Alltagstrott trieb. Lichter blitzten auf den Skalen auf, eine große Zahl für das Jahr 2234 schwamm im Sichtfenster zitternd und schwankte wie Rauch.

Der Leuchtbogen, der das Gerät mit der Sonne und dem Zwischenraum verband, wurde dunkelrot, dann blau, und das Geräusch des sich erhitzenden Apparats war so intensiv und laut, daß aus Fergelfoots Gesicht der letzte Blutstropfen wich. Seine Zähne klapperten jetzt, und als seine Hand schon zum Nothebel kroch, löste sich die Maschine aus der Gegenwart - in einem blauen gleißenden Licht, ihr Inhalt war durchsichtig, wie wenn man in einem gläsernen Käfig sitzt.

Nur für einen kurzen Moment war dem Fergelfoot schwindelig. Eine Reizung, als stünde er unter großem Streß, zog über seine Kopfhaut hin. Er wurde rot und dann blaß und taumelte und wäre, hätte ihn der große rote Krafthebel nicht gestützt, auf den Boden des durchscheinenden Geräts gestürzt. Bei dieser Bewegung, im Fallen halb, riß er zwei, drei aus der Wand hängende Spulen heraus.

Die Folge war ein Blitz, der durch die ganze Maschine fuhr; er machte einen Teil der Fenster blind. Der Apparat hing jetzt schief in der Ewigkeit und rumpelte etwas, während der Sonnenmotor, aus dem er Milliarden Jahre vorwärts und rückwärts seine Kraft bezog, auf superheißen Touren lief. Fergelfoot wurde bei diesem Vorgang eng an die Schaltstangen gepreßt, und erst in einer Phase, da die Oberfläche der großen Kugel stark mit Flecken bedeckt war, ließ der Druck nach, und der junge Mann sank auf den Flur hinab, wo er halb ohnmächtig, schwer atmend lag.

 

Als er zu sich kam, besaß die Maschine wieder ihre ursprüngliche Form und Gestalt. Durch die intakt gebliebenen Fenster fiel ein graues, von Schatten überwobenes Licht. Der junge Fergelfoot hatte Durst, wie auch aus dem Salzrand um seine Lippen hervorging. Es schien ihm, das Gefährt stehe still. Er rappelte sich auf und wich erstaunt vor den seltsamen Zeichen im Zeitanzeigefenster zurück.

Was war das für eine Schrift? Er wußte, daß es nicht Kyrillisch oder Arabisch war. Auch Hebräisch, fiel ihm ein, konnte es nicht sein. Was war das überhaupt für ein Jahr, das man so schrieb? Die Symbole flackerten und zogen sich zurück, standen klein in der Ferne, obwohl die Anzeige doch gar nicht perspektivisch war. Heiß fiel ihm ein, wie wenig - trotz seines von der Schule herrührenden Interesses für Technik - er doch mit chronomatischen Mechanismus vertraut war.

Er drehte an dem Rändelrad. Die seltsame Zahl schwappte wie in einem Spielautomat und kam, als Fergelfoot die Rasterung losließ, zurück. Da wurde dem Jungen abwechselnd heiß und kalt. Auch fiel ihm jetzt auf, daß der schwingend aufgehängte Käfig mit Schlagseite zwischen den Wolken lag. Ein Glas Milch in der Hand, das er aus seinen Vorräten nahm, warf Fergelfoot einen Blick in das graue Licht hinaus.

Zuerst glaubte er, die Bäusche draußen hätten sich zu einem bizarren, steilen Gebirge aufgetürmt, von dessen Gipfeln ein rotes, von Schleiern umwogtes Licht herunterschien. Dann aber - als ein heftiger Wind aufkam, der die Schwaden von den Türmen blies - erkannte Fergelfoot wie von einer künstlichen Hand gestalteten Basalt und Kristall. Vor ihm erhob sich eine Burg, ein Kastell, das aus schwarzen, glänzenden Steinen bestand.

Die Zinnen ragten hoch in den Himmel hinein und waren in regelmäßigen Abständen mit gelbschwarzen Fahnen besetzt, auf denen ein mächtiger Drache in steifer Brise seinen feurigen Atem blies. Das rote Licht war eine Glut, deren Widerschein aus gigantischen Pfannen in das nächtliche Dach hochschlug. Die Mauern des Schlosses fielen viele hundert Meter bis zur Wolkendecke ab, die, weiß und grau, den Erdboden von Fergelfoots Blick abschloß, und dampften über ihre ganze Fläche wie in einem physikalischen Versuch.

 

Jetzt erst - er hatte die Milch stumm weggestellt - heulte der Wind in seinen Ohren, raste über das Wunderwerk der Technik hinweg, rüttelte an ihm, daß das instabile Ding auf und nieder stieg, aber immer noch im Fadenkreuz der Zeitebenen verblieb. Man wird glauben können, daß Fergelfoots Verstand fast zum Stillstand kam, als auf der ihm zunächst gelegenen Zinne eine Gestalt auftrat - im Feldstecher eine weißgekleidete junge Frau, deren Haut wie Alabaster war mit einem dünnen, feinen Mund, ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Zeitreisen leicht gemacht: Eine SF-Erzählung" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen