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Zeitmanagement im Lehrerberuf

 

Inhaltsverzeichnis   

Vorwort: Keine Zeit, keine Zeit!

I

Zeit und Persönlichkeit

  1. Zeitverwendung – Zeitverschwendung

  2. Jeder Mensch tickt anders

  3. Biorhythmus und Leistungskurven

  4. Erwartungen von außen und innen

  5. Nein sagen

II

Grundlagen des Zeitmanagements

  6. Ziele des Zeitmanagements

  7. Zeitdiebe

  8. Zielsetzung, Planung und Prioritäten

  9. Pausen, Puffer, Wartezeiten

10. Arbeitsorganisation an verschiedenen Arbeitsplätzen

11. Rituale und Routine

12. Probleme lösen – gelassen und kreativ

13. Teamfähigkeit und Delegation

14. Kontrolle und Motivation

15. Zeitmanagement-Methoden

III

Hilfsmittel zur Zeitmanagement-Optimierung

16. Visualisierung und Fantasie

17. Konzentration und Gedächtnis

18. Lesetechniken und Informationsmanagement

19. Grundlagen für eine erfolgreiche Kommunikation

20. Effektive Besprechungen und Konferenzen

21. Kurze, zielführende Gespräche

IV

Stressbewältigung

22. Ursachen und Folgen von Stress

23. Strategien zur Stressbewältigung

24. Trennung von Arbeitszeit und Freizeit

V

Auf einen Blick

25. Sind Sie ein Zeitmanagement-Profi?

26. Alle Tipps auf einen Blick

Medientipps

Vorwort: Keine Zeit, keine Zeit!

Die Geschichte von dem Mann und der Säge:

„Ein Spaziergänger geht durch einen Wald und begegnet einem Waldarbeiter, der hastig und mühselig damit beschäftigt ist, einen bereits gefällten Baumstamm in kleinere Teile zu zersägen. Der Spaziergänger tritt näher heran, um zu sehen, warum der Holzfäller sich so abmüht, und sagt dann: „Entschuldigen Sie, aber mir ist da etwas aufgefallen. Ihre Säge ist ja total stumpf. Wollen Sie diese nicht einmal schärfen?“ Darauf stöhnt der Waldarbeiter erschöpft auf: „Dafür habe ich keine Zeit, ich muss sägen!“

(aus: Seiwert, L. J.: „Das 1x1 des Zeitmanagements“, Gabal: Offenbach 1997, S. 20)

Liebe Lehrer*,

warum ist es wichtig, dieses Buch zu lesen, obwohl dies Zeit kostet?

– Was erwarten Sie?

Es gibt keine Zeitsparkasse, in der Sie gesparte Zeit einzahlen können. Sie erhalten jedoch in jeder Silvesternacht mehr als 30 Millionen Sekunden geschenkt und Sie entscheiden, wie Sie diese Zeit verbringen. Sie setzen die Prioritäten, und wenn Sie ständig das Gefühl haben, Ihnen stehe nicht genügend Zeit zur Verfügung – sei es für die Familie, für Freunde und vor allem auch für sich selbst, also für Entspannung und andere Aktivitäten, die Ihnen guttun und Ihnen wieder Energie für den (Schul-)Alltag geben –, so brauchen Sie vielleicht ein paar Informationen und Tipps, damit Sie in Zukunft sowohl im Beruf als auch in Ihrer Freizeit zufriedener und gelassener sein können. Machen Sie es nicht wie der Waldarbeiter, der sich bis zur Erschöpfung abmüht und trotzdem kaum weiterkommt, geschweige denn glücklich ist. Warten Sie nicht bis zum Burnout oder bis Ihr Körper sich in irgendeiner anderen Form krankmeldet, sondern informieren Sie sich rechtzeitig. Dieser praxisorientierte Ratgeber speziell für Lehrer bietet Ihnen aber nicht nur Hintergrundinfos, sondern gibt Ihnen vor allem auch zahlreiche, ganz konkrete Tipps, Strategien und Methoden an die Hand. So erhalten Sie „Hilfe zur Selbsthilfe“ und können anhand der verschiedenen Checklisten und Übungen direkt selbst aktiv werden!

Während Sie in Kapitel I zunächst viel über sich selbst erfahren, z. B. darüber, wie Sie Ihre Zeit verwenden und verschwenden, über Ihre individuelle Leistungskurve oder auch über die Erwartungen, die nicht nur von außen an Sie gestellt werden, sondern die Sie selbst an sich haben, geht es in Kapitel II um die Grundlagen des Zeitmanagements. Hier finden Sie z. B. heraus, für welche „Zeitdiebe“ Sie besonders anfällig sind, lernen, richtig Ziele und Prioritäten zu setzen, und erhalten hilfreiche Anregungen zum Thema Arbeitsorganisation an zwei Arbeitsplätzen und Delegation. Darüber hinaus lernen Sie die bewährtesten Zeitmanagement-Methoden kennen. Kapitel III geht noch einen Schritt weiter: In diesem Abschnitt finden Sie verschiedenste Anregungen, wie Sie ein bereits bestehendes Zeitmanagement noch weiter optimieren können, bspw. durch das Trainieren von Schnelllesetechniken oder durch Konzentrationsübungen. Außerdem erhalten Sie zahlreiche Tipps, wie Sie durch kurze, zielgerichtete Gespräche zusätzlich Zeit sparen können. Kapitel IV befasst sich schließlich noch einmal separat mit dem Thema Stressbewältigung, das untrennbar mit dem Zeitmanagement verknüpft ist. Auch dieser Teil des Buchs liefert Ihnen konkrete praktische Hilfen, mit denen Sie Stress vermeiden oder abbauen können, z. B. auch durch Anregungen für eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit.

Das Buch schließt in Kapitel V mit einer Abschluss-Checkliste und bietet Ihnen noch einmal alle Zeitmanagement-Tipps auf einen Blick.

Erwarten Sie jedoch nicht, dass Sie es schaffen, sofort alle Informationen und Tipps umzusetzen und ab morgen alles wunderbar zu meistern, denn:

„Gut Ding will Weile haben!“

Gewohnheiten und Verhaltensweisen, die Ihren Schulalltag und Ihr Leben über Jahre bestimmt haben, können Sie nur in kleinen Schritten und mit viel Geduld positiv verändern. Beginnen Sie mit einem Tipp, bei dem Ihnen die Umsetzung relativ leicht fällt. So sind Sie motiviert, den nächsten Schritt in die richtige Richtung zu gehen.

Gönnen Sie sich täglich 10 Minuten für dieses Buch und Sie werden schnell feststellen, dass es Sie unterm Strich keine Zeit kostet, sondern Ihnen ganz im Gegenteil dabei hilft, für die Tätigkeiten und Menschen Zeit zu gewinnen, die Ihnen besonders wichtig sind – vor allem auch für sich selbst.

„Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“

Freuen Sie sich auf das Ziel und beginnen Sie jetzt.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg!

Ursula Oppolzer

 

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir in diesem Buch durchgehend die männliche Form verwendet. Natürlich sind damit auch immer Frauen und Mädchen gemeint, also Lehrerinnen, Schülerinnen etc.

1. Zeitverwendung – Zeitverschwendung

„Liebst du das Leben? Dann verschwende nicht die Zeit. Denn das ist der Stoff, aus dem das Leben gemacht ist.“ (Benjamin Franklin)

Bevor Sie eine Optimierung Ihres Zeitmanagements in Angriff nehmen, ist es zunächst wichtig, sich ein Bild davon zu verschaffen, wie Sie die Ihnen zur Verfügung stehende Zeit bisher überhaupt nutzen. Machen Sie also mit diesem Kapitel erst einmal eine Bestandsaufnahme über die Verwendung Ihrer Zeit. Die folgenden Übungen werden Ihnen dabei helfen, sich darüber bewusst zu werden, wann Sie was im Laufe eines Tages bzw. in einer Woche tun.

 Der Wochenplan-Check: Tätigkeiten vom Aufstehen bis zum Einschlafen

Je nach Stundenplan sind die Wochentage eines Lehrers sowohl beruflich als auch privat sehr unterschiedlich ausgefüllt. Führen Sie doch einmal eine Woche lang genau Buch über Ihre Tätigkeiten vom Aufstehen bis zum Einschlafen.

1. Tragen Sie in den Wochenplan auf der übernächsten Seite zu jeder Uhrzeit eine entsprechende Tätigkeit ein. Diesen Wochenplan können Sie dann später mithilfe der Informationen über Zeitmanagement, die Sie im Laufe der Lektüre sammeln, zu Ihren Gunsten überarbeiten.

2. Verteilen Sie in Ihrem Wochenplan in einem zweiten Schritt gelbe Sternchen oder lachende Smileys für Tätigkeiten, bei denen Sie mit der Zeitverwendung zufrieden sind, und schwarze, schmollende Smileys für die Aktivitäten, die Ihrer Meinung nach zu kurz kommen oder bei denen Sie das Gefühl haben, zu viel Zeit für sie aufzubringen. Sie können auch die Tätigkeiten entsprechend farbig markieren. Ziel sollte es sein, dass Sie mithilfe dieses Buches die schmollen- den Smileys in lachende umwandeln.

3. Tragen Sie die Dauer der jeweiligen Tätigkeiten in die Tabelle auf S. 12 („Wochenplan-Check – Teil 2“) ein. So sehen Sie deutlich, an welchen Tagen Sie wodurch besonders belastet sind. Wenn Sie beeinflussbare und nicht beeinflussbare Tätigkeiten farbig unterschiedlich markieren, wird Ihnen schnell klar, wo Sie etwas verändern können.

4. Nehmen Sie anschließend ein leeres Blatt Papier und zeichnen Sie darauf nebeneinander Quadrate für jede Tätigkeit, die Sie nicht beeinflussen können (z. B. Schlafen, Fahrt zur Arbeit, Mahlzeiten, Unterrichtsstunden, Sportkurs etc.), und darunter Kreise für jede beeinflussbare Tätigkeit (z. B. Unterrichtsvorbereitung, Familie/Partner, Gartenarbeit, private Telefonate, Treffen mit Freunden, Fernsehen, im Internet surfen etc.). Addieren Sie in der rechten Spalte der Tabelle auf S. 12 die Zeitaufwände jeder Tätigkeit und übertragen Sie die Summe dann in das entsprechende Quadrat oder den entsprechenden Kreis.

Tipp: Wenn Sie die Quadrate und Kreise farblich unterschiedlich markieren und diejenigen, in denen besonders viele Stunden/Minuten vermerkt sind, größer zeichnen als die anderen, wird besonders deutlich, wofür Sie viel Zeit verwenden und wofür weniger bzw. was beeinflussbar ist und was nicht.

5. Als Mathematiker oder/und Diagrammliebhaber können Sie für eine noch bessere Visualisierung Ihre wöchentlichen Zeitaufwand-Werte auch in Prozente umwandeln und die Zeitaufwendung für die verschiedenen Tätigkeiten in einem Kreisdiagramm und/oder Säulendiagramm darstellen. Als kreativer Mensch macht es Ihnen vielleicht mehr Freude, Ihren persönlichen „Zeitgarten“ zu zeichnen. Darin verdeutlicht jedes Beet, jeder Teil des Gartens, Ihre Tätigkeiten und die dafür verwendete Zeit innerhalb einer Woche – z. B. steht der Vorgarten für Haushalt, Kochen, Einkaufen und Essen, die Rasenfläche für Sport und Hobbys, der Teich für stille Stunden und Entspannung, die Kiesfläche für Schlaf, das Gemüsebeet für Schulweg, Unterricht, Konferenzen usw. Ihrer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt!

Egal ob Diagramm oder Zeichnung – wichtig ist, dass Sie Ihren wöchentlichen Zeitaufwand visualisieren, um sich einen guten Überblick darüber zu verschaffen, für welche Tätigkeit Sie vielleicht zu viel, zu wenig oder genau das richtige Maß an Zeit aufwenden.

Wochenplan-Check – Teil 2

Tätigkeiten

Zeitaufwand in Stunden

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

Summe

Schlafen

 

 

 

 

 

 

 

 

Haushalt/Kochen

 

 

 

 

 

 

 

 

Einkaufen

 

 

 

 

 

 

 

 

Essen

 

 

 

 

 

 

 

 

Familie/Partner

 

 

 

 

 

 

 

 

Freunde treffen

 

 

 

 

 

 

 

 

Private Telefonate

 

 

 

 

 

 

 

 

Gartenarbeit

 

 

 

 

 

 

 

 

Fernsehen/Computer

 

 

 

 

 

 

 

 

Sport

 

 

 

 

 

 

 

 

Musik

 

 

 

 

 

 

 

 

Kulturelle Veranstaltungen (Kino, Theater etc.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Andere Hobbys

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterrichtsvorbereitung

 

 

 

 

 

 

 

 

Schulweg

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterrichtsstunden

 

 

 

 

 

 

 

 

Konferenzen

 

 

 

 

 

 

 

 

AGs

 

 

 

 

 

 

 

 

Korrekturen

 

 

 

 

 

 

 

 

Elterngespräche

 

 

 

 

 

 

 

 

Anderes:_____________

 

 

 

 

 

 

 

 

Anderes:_____________

 

 

 

 

 

 

 

 

Anderes:_____________

 

 

 

 

 

 

 

 

Anderes:_____________

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipp: Lesen Sie das nächste Teilkapitel „Jeder Mensch tickt anders“ über Ihren Biorhythmus und schauen Sie sich dann noch einmal Ihren Wochenplan-Check inklusive der Quadrate und Kreise an. Überlegen Sie sich, ob Sie einige der beeinflussbaren Termine und Aufgaben von Ihren leistungsstärkeren Phasen in leistungsschwächere Phasen oder umgekehrt verschieben können und wollen.

 Was ist für Sie Zeitverschwendung?

Überlegen Sie nun einmal genauer, welche Aufgaben und Termine Sie als „Zeitverschwendung“ empfinden. Welche davon behindern Sie beruflich, z. B. bei einer optimalen Unterrichtsvorbereitung, und welche privat bei der Erfüllung Ihrer Zeitwünsche? Notieren Sie Ihre Ergebnisse!

 

 

 

Seien Sie einmal ganz ehrlich mit sich selbst und denken Sie anhand der folgenden Checkliste darüber nach, in welchen Situationen Sie viel Zeit verlieren:

Checkliste 1 – Wobei verliere ich viel Zeit?

 Ich lasse mich durch Gespräche mit Kollegen oder am Telefon ablenken. (1)

 Ich vergeude viel Zeit mit dem Suchen von Dingen. (2)

 Ich brauche viel Zeit, da ich ein Perfektionist bin. (3)

 Ich brauche viel Zeit, weil ich oft keinen Plan habe und unstrukturiert arbeite. (4)

 Ich bin oft sehr unkonzentriert und muss Texte wiederholt lesen. (5)

 Ich nutze meine Freistunden weder zur richtigen Entspannung noch zur Arbeit. (6)

 Ich bin immer sofort zur Stelle, wenn ich glaube, dass mich jemand braucht. (7)

 Ich mache am liebsten alles selbst; das kostet Zeit, aber ich bin dann sicher, dass es so wird, wie ich es mir vorstelle. (8)

Wenn Sie sofort nachlesen wollen, wie Sie in Zukunft weniger Zeit verlieren, dann schauen Sie zunächst, bei welchen Ziffern Sie ein Kreuzchen gemacht haben, und schlagen Sie dann das entsprechende Kapitel auf:

1 + 5 „Konzentration und Gedächtnis“, S. 92
2 „Zeitdiebe“ (Sucher-Zeitdieb), S. 39
3 + 7 + 8 „Zeit und Persönlichkeit“ und „Jeder Mensch tickt anders“, S. 27 und S. 14
4 „Zielsetzung, Planung und Prioritäten“, S. 46
6 „Strategien zur Stressbewältigung“, S. 127

Zusammenfassung

Mithilfe der Übungen in diesem Kapitel haben Sie nun eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustands Ihrer individuellen Zeitverwendung und -verschwendung gemacht – das ist die ideale Grundlage für erfolgreiche Veränderungen!

2. Jeder Mensch tickt anders

„Jeder Mensch sieht und empfindet, was er denkt!“

 Typsache

Jeder Mensch ist ein Individuum und jeder Lehrer ein besonderer „Typ“. Wenn es um das Zeitmanagement und damit um die Lebensgestaltung geht, so gibt es mindestens fünf unterschiedliche „Grundtypen“.

Bevor Sie die Beschreibungen dieser Typen lesen, machen Sie doch einen kleinen Test und kreuzen Sie in der folgenden Checkliste an, was bei Ihnen zutrifft:

Checkliste 2 – Was für ein Typ bin ich?

Die folgenden Aussagen treffen auf mich …

gar nicht (–)

zeitweise (2)

fast immer (3)

zu.

Ich fühle mich oft gestresst. (S)

 

Bereits morgens bin ich müde und gereizt. (S)

 

Ich kann sehr gut Aufgaben delegieren. (G)

 

Ich arbeite ständig. (W)

 

Ich lege großen Wert darauf, dass abends mein Schreibtisch aufgeräumt und alles erledigt ist. (P)

 

Ich habe Angst, nicht alles zu schaffen. (S)

 

Ich bleibe auch in schwierigen Situationen gelassen. (G)

 

Ich verlege oft wichtige Unterlagen, Tests oder Arbeiten. (C/S)

 

Ich leide zwar unter dem Stress, aber ich brauche ihn auch. (S/W)

 

Ich versuche, perfekt zu sein. (P)

 

Bereits morgens, wenn ich die Schule betrete, fühle ich mich gestresst. (S)

 

Prioritäten setzen ist eine leichte Übung für mich. (G)

 

Ich fühle mich schnell überfordert. (S)

 

Ich lasse mich leicht ablenken. (C)

 

Ohne mich würde vieles schieflaufen. (P)

 

Ich fühle mich auch gestresst, wenn ich wenig zu tun habe. (S)

 

Ich bin mit meinem Beruf in der Schule zufrieden bis glücklich. (G)

 

Für die Unterrichtsvorbereitung habe ich so viele Ideen, dass ich mich oft verzettele – dabei wäre weniger manchmal mehr. (C)

 

Ich habe immer alles im Griff. (P)

 

Ich merke zunächst nicht, wenn ich meinem Körper zu viel zumute. (W)

 

Ich habe das Gefühl, mein Leben selbst zu gestalten, und überfordere mich dabei nicht. (C/G)

 

Ich fühle mich wie ein Hamster im Rad. (S/P)

 

Ich kann sehr schlecht Nein sagen. (S/W)

 

Mir gelingt es gut, nach der Schule abzuschalten. (G)

 

Ich schaffe es nicht, Korrekturen übers Wochenende liegen zu lassen, sondern versuche immer, Arbeiten so schnell wie möglich zu korrigieren. (W/P)

 

Ich schaffe es nicht, langatmige Telefonate mit Eltern zu verkürzen. (P)

 

Ich schaffe es nicht, die Pausen in der Schule wirklich zum Auftanken zu nutzen. (W)

 

Ich erreiche meine von mir gesetzten Ziele ohne Mühe und ganz gelassen. (G)

 

Ich verliere leicht den Überblick. (C/S)

 

Störungen beeinträchtigen mein Wohlbefinden; sie machen mich nervös. (S)

 

Ich vergesse wichtige Termine oder wichtige zu erledigende Aufgaben. (C)

 

Abends gibt es immer noch unerledigte Aufgaben – das nervt mich furchtbar. (S)

 

Ich bin ein sehr pünktlicher Mensch. (P)

 

Unangenehme Aufgaben schiebe ich gern lange vor mir her. (C)

 

Zeitmanagement gehört für mich dazu und fällt mir leicht. (G)

 

Auswertung – Haben Sie Ihre Kreuzchen ehrlich gemacht? Dann zählen Sie zusammen, wie oft sie welchen Buchstaben (jeweils am Ende der Aussagen) angekreuzt haben. Es gilt folgende Punktevergabe:

Kreuz bei „gar nicht“

0 Punkte für den Buchstaben

Kreuz bei „zeitweise“

2 Punkte für den Buchstaben

Kreuz bei „fast immer“

4 Punkte für den Buchstaben

Stehen hinter einer Aussage zwei Buchstaben, teilen Sie die Punkte auf. Tragen Sie Ihre Punkte hier ein:

Grundtypen

Ergebnis Checkliste

1. Stresstyp (S-Typ)

_________ Punkte

2. Workaholic (W-Typ)

_________ Punkte

3. Chaot (C-Typ)

_________ Punkte

4. Perfektionist (P-Typ)

_________ Punkte

5. Glücklicher Zeitmanager (Z-Typ)

_________ Punkte

Je höher die Punktzahl, desto mehr entsprechen Sie dem jeweiligen Typ. Wo haben Sie die höchste Punktzahl erreicht?

1. Stresstyp (S)

Der Stresstyp fühlt sich immer gestresst und unter Druck – egal ob er viel oder wenig zu tun, ob er viel oder wenig Zeit für sich zur Verfügung hat.

 Unter-Typ A hat immer Angst, nicht alles zu schaffen oder nicht gut genug zu sein; er hat oft Angst, überfordert zu sein.

 Unter-Typ B leidet zwar unter dem Stress, braucht aber dieses Stressgefühl, um sich wichtig, anerkannt und wertgeschätzt zu fühlen.

2. Workaholic (W)

Der Workaholic-Typ arbeitet permanent und oft über seine Kräfte hinaus, fühlt sich dabei aber weniger gestresst, sondern super, weil er sich sehr wichtig bis unentbehrlich vorkommt und glaubt, alle Situationen und Menschen zu beherrschen und sein Leben selbst zu gestalten. Oft merkt der Workaholic-Typ erst, wie sehr er seinen Körper total überlastet, wenn dieser sich mit einer Krankheit oder einem Zusammenbruch Gehör verschafft.

3. Chaot (C)

Der Chaot besitzt einen vollen Schreibtisch, keinen Terminkalender (oder er benutzt ihn selten) und kein Zeitplanbuch, vergisst so manchen Auftrag und so manche Besprechung, ist aber meistens trotzdem im Großen und Ganzen mit sich und der Welt zufrieden und hat das Gefühl, sein Leben selbst zu gestalten. Für seine Kollegen ist der Chaot-Typ allerdings eine große Belastung und so kommt es für ihn oft zu Ärger und Schwierigkeiten.

4. Perfektionist (P)

Der Perfektionist plant sein Leben beruflich wie privat vollkommen durch und besitzt alle Hilfsmittel dafür. Er vergisst nichts, erledigt alle Aufgaben fristgerecht und ist immer super vorbereitet. Entscheidend ist jedoch, dass er dabei oft nicht zufrieden, geschweige denn glücklich ist und sich wie ein Hamster im Rad fühlt, der nicht selbst gestaltet, sondern gestaltet wird.

5. Glücklicher Zeitmanager (G)

Der glückliche Zeitmanager nutzt alle Hilfsmittel des Zeitmanagements, sorgt damit für Stressarmut, für Erfolg im Beruf und für genügend Freizeit. Er denkt positiv, bleibt auch in schwierigen Situationen gelassen und hat immer das Gefühl, sein Leben selbst zu gestalten.

In der Realität gibt es natürlich fast niemanden, der zu 100 % genau einem der fünf Grundtypen entspricht. Die meisten Menschen sind Mischtypen mit einer Tendenz in eine dieser fünf Richtungen.

Mit diesem kleinen Test haben Sie herausgefunden, zu welchem Grundtyp Sie gehören. Jetzt können Sie mithilfe dieses Buches gezielt dagegensteuern – es sei denn, Sie haben herausgefunden, dass bei Ihnen der Typ Nr. 5 „Glücklicher Zeitmanager“ dominant ist. Sollten Sie zu diesen glücklichen Gestaltern des Lebens gehören, so überfliegen Sie die folgenden Seiten nur. Für Sie ist es gar nicht dringend notwendig, Ihr Zeitmanagement zu optimieren, aber vielleicht entdecken Sie doch noch den einen oder anderen Hinweis, um noch erfolgreicher, leichter und beschwingter durchs Leben zu gehen.

 Wie sieht es in meinem Leben aus?

Bevor Sie die konkreten Zeitmanagement-Tipps dieses Buches lesen, sollten Sie sich die Fragen stellen: „Wie sieht es in meinem Leben momentan überhaupt aus und welche Erwartungen habe ich an die Zukunft?“. Um zu einer differenzierten Antwort zu gelangen, wird Ihnen der folgende Fragenkatalog helfen. So sind Sie motivierter, gewisse Dinge zu verändern, und können Ihr Zeitmanagement gezielter angehen.

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und schreiben Sie Ihre Antworten zu den folgenden Fragen auf ein Blatt Papier, in eine Datei oder in Ihr Tagebuch. Notieren Sie das Datum und machen Sie im nächsten Schuljahr diese Bilanz noch einmal. Anschließend vergleichen Sie Ihre Antworten und reflektieren die Ursachen der Veränderungen.

Fragenkatalog – Wie sieht es in meinem Leben aus?

 Was ist mir wichtig?

 Was macht mich zurzeit glücklich (zufrieden)?

 Was macht mich zurzeit unglücklich (unzufrieden)?

 Was kann ich verändern?

 Womit muss ich mich arrangieren?

 Zu welchen Veränderungen im Beruf hat mir bis jetzt der Mut gefehlt?

 Was mache ich in meinem Lehrerberuf am liebsten?

 Was möchte ich in 10 (oder 20) Jahren rückblickend über diese Zeit sagen können?

 Was würde ich tun, wenn ich heute 3 Millionen Euro gewinnen würde?

 Was wäre, wenn mein Tag 28 statt 24 Stunden hätte? Was würde ich in den geschenkten 4 Stunden tun? Wer und was ist mir wichtig?

 Wer und was ist mir wichtig?

„Beziehungsbild“

Nehmen Sie ein großes, leeres Blatt Papier, notieren Sie rechts oben das Datum, malen Sie in die Mitte einen Kreis und schreiben Sie Ihren Namen oder einfach „Ich“ hinein. Jetzt gehen Sie in Gedanken Ihren Freundes- und Bekanntenkreis und Ihr Kollegium durch und schreiben die Namen der wichtigen und weniger wichtigen Menschen zum aktuellen Zeitpunkt auf das Blatt. Je wichtiger Ihnen jemand im Moment ist, desto näher steht er um Sie herum. Ganz außen auf dem Blatt stehen also die Namen der Personen, die zurzeit eine eher untergeordnete Rolle in Ihrem Leben spielen. Markieren Sie mit Ihrer Lieblingsfarbe, mit wem Sie in den ver- gangenen Wochen zu wenig Zeit verbracht haben und mehr gemeinsame Stunden verbringen möchten. In einer anderen Farbe kennzeichnen Sie die Personen, für die Sie sehr viel, vielleicht zu viel Zeit verwendet haben.

Anhand dieser Personenkonstellation können Sie nun genau ablesen, wie Sie die Zeit, die Sie für Ihre Mitmenschen aufwenden, in Zukunft umverteilen möchten. Dabei helfen Ihnen die konkreten Zeitmanagementmethoden in Kapitel II und III.

Diese Übung lässt sich auch auf die Frage „Was ist mir zurzeit am wichtigsten?“ abwandeln:

„Bild der Wichtigkeiten“

Nehmen Sie ein weiteres Blatt Papier, notieren Sie wieder rechts oben das Datum, malen Sie in die Mitte wie oben einen Kreis und schreiben Sie Ihren Namen oder einfach „Ich“ hinein. Was Ihnen zurzeit besonders wichtig ist, schreiben Sie dicht um Ihren „Ich-Kreis“ herum. Je weniger wichtig eine Aufgabe oder Angelegenheit für Sie ist, desto weiter entfernt steht der entsprechende Stichpunkt von Ihrem „Ich“ entfernt.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie für eine Angelegenheit genau das richtige Maß an Zeit aufwenden, malen Sie einen Smiley dazu. Wenn Sie jedoch der Meinung sind, dass Sie für etwas, das nah an Ihrem „Ich“ steht, zu wenig Zeit haben bzw. für etwas, das am äußersten Blatt-Rand steht, zu viel Zeit verschwenden, malen Sie dick, rote Fragezeichen hinzu. Schauen Sie sich Ihre „Gemälde“ genau an und überlegen Sie, was Sie genau verändern möchten und wie Sie es tun können.

Die Ergebnisse dieser beiden Übungen sind Momentaufnahmen, die Sie aufheben sollten, bis Sie in einigen Monaten noch einmal eine solche Bilanz ziehen. Wenn Sie in regelmäßigen Abständen ein „Beziehungsbild“ und ein „Bild der Wichtigkeiten“ herstellen, können Sie sie miteinander vergleichen und sich bewusst überlegen, ob die Konstellationen mittlerweile für Sie so okay sind oder ob es einige Menschen in Ihrem Umfeld gibt, die Sie zu viel Zeit kosten, obwohl Sie das eigentlich gar nicht wollen, und ob Sie andere Prioritäten im Beruf oder/und privat setzen sollten, um einer Überforderung entgegenzuwirken und um mehr Kraft zu tanken und Ausgeglichenheit und Zufriedenheit zu empfinden.

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Damit Schule und Privatleben im Gleichgewicht bleiben, sollten Sie sich den Anteil dieser ...

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