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Wir sind die Obrigkeit

Silke Kruse, Udo Kruse

Wir sind die Obrigkeit!

So regier(t)en uns die Herren der Stadt

Erfahrungen mit Patriziern, Honoratioren und Demokraten in unseren Rathäusern

Überarbeitete Neuauflage 2021

jetzt mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen

Einleitung: Politik vor Ort

Untertanen in den Amtsräumen der Obrigkeit – Das Ende einer Legende – Die Patrizierherrschaft in den Händen weniger - Die abgehobene Honoratioren-Obrigkeit - Ohne Inszenierungen geht es nicht – Ist die Zeit der Obrigkeit vorbei? - Früher regierten die Alten. Und heute?

1. Kapitel:
Stationen kommunaler Selbstverwaltung im Wandel der Jahrhunderte

Von den enthusiastischen Anfängen bis zur Erstarrung

Moderne Forschung schafft Klarheit über die bürgerliche Selbstverwaltung im Mittelalter – Vom Selbstbewusstsein welterfahrener Kaufleute - Wenn Eliten abheben – Robert Michels „Ehernes Gesetz der Oligarchie“ – Der Ratseid als Instrument der Herrschaftspflege – Die hoch- und wohlgeborenen Ratsherren – Unregelmäßigkeiten im Celler Rat – Selbstzerstörung der traditionellen Selbstverwaltung

Ein erbitterter Kampf um die Macht im Rat

Aufstände der Peffersäcke in rund 200 Städten – Wütende Augsburger und rebellische Braunschweiger lernen dem Rat das Fürchten – Enthauptungen abgesetzter Ratsherren – „Wehret den Anfängen!“ – Probleme mit dem ratsherrlichen Gottesgnadentum – Kanalisierung unterschiedlichster Interessen

Der Mythos von den blutigen Befreiungsbewegungen

Antifeudal eingestellte Städte im Zeitalter des Feudalismus – Der Schultheiß, der Schuld heischt - Ein Herzog „überzieht“ und wird deshalb vertrieben – Max Webers Antwort – In Lüneburg lassen Bürger Ritter hinrichten - Stadtherren als Förderer – Rathaus ohne gewählte Reopräsentanten - Der Widerstand der Leeraner gegen die Erhebung zur Stadt

Das Bürgertum demonstriert Selbstbewusstsein

Die Bremer trumpfen für alle sichtbar auf – So wird Herrschaft inszeniert - Modernisierung der Rathausbauten im Stil der Zeit – Auch der Schein gehört zur Herrschaftspflege – Wer hat das prächtigste Rathaus? – Die Gänse von Bützow – Der Hecht von Teterow - Solide Politik „vor Ort“

Honoratioren übernehmen die Herrschaft

Als die Rathäuser zu klein wurden - Immer mehr Aufgaben, immer größerer Raumbedarf – Viele neue Rathäuser - Nachdenklichkeit des Hamburger Bürgermeisters Johann Georg Mönckeberg und ausgeprägtes Selbstbewusstsein des Direktors der Hamburger Kunsthalle Alfred Lichtwark

Die Geburtsurkunde der modernen kommunalen Selbstverwaltung

Ein veraltetes politisches System mit höchst effizienter Verwaltung – Vom Steins neue Städteordnung – Umsetzungsschwierigkeiten – scheinbare Traditionsverbundenheit – Erfolgsgeschichten vieler Kommunen - Machiavellis „Auf den richtigen Schein kommt es an!“

Noch immer: Die unumschränkte Herrschaft der Obrigkeit

Vertritt die Bürgerschaft die Bürgerschaft? - Michels „Ehernes Gesetz der Oligarchie“ – Vom Steins Enttäuschung über Hamburg – Tod in Hamburg – Heinrich Heines Senatskritik – Stefan Zweigs Erinnerungen an die „Welt von Gestern“ - Der Bürgereid – Ohne Experten läuft nichts mehr – Übernehmen McKinsey, Roland Berger & Co. die Macht? - So sah das Max Weber

Unmoderne Menschen in einer modernen Welt

Honoratioren geben den Ton an – „Zwölfender“ mit Anspruch auf Beamtenstellen – Die kaiserlichen Postämter - Herrliche Tage - Historismus ist angesagt – So wie es früher einmal war? - Und was für Treppenhäuser!

Jetzt wird „Nicht-Herrschaft“ demonstriert

Die Zeit der Prachtbauten ist vorbei – Ein zäher Wandel - Wir haben die Verwaltung umgestaltet! - Der Bürger ist etwas anderes als ein Kunde - …und manchmal höchst modern, ja futuristisch – Gesellschaftlicher Kitt - Bürger, die den Rat nicht verstehen

2. Kapitel
Architektur und Inszenierungen als Instrumente der Politik

Die ersten Rathäuser

Versorgung hatte höchste Priorität – Ratssaal im Obergeschoss - Und dann wurden Tanz- und Hochzeitshäuser, Stadtwaagen und Kaufhäuser gebaut - Die Freitreppe - Gefängnisse im Kellergeschoss - Vor Sitzungsbeginn ging es in die Ratskapelle

Es wird inszeniert und immer wieder inszeniert

Würde zum Umhängen - Die Leibwache des Rates – Die ältesten Festmahle der Welt: Matthiae-Mahl und Schaffermahlzeit – Skurile Gepflogenheiten im Hamburger Rathaus - Darstellung von Rang und Wohlstand - Der Gürzenich in Köln - Bachs Lobpreisung der Obrigkeit

Der Ratskeller gehört dazu

Priölken für Gespräche hinter verschlossenen Türen - Platz für die Ratsherren - Eine Wendeltreppe von der Ratsstube direkt in den Ratskeller - Eine Goldgrube - Der legendäre Bremer Ratskeller - „Natürlich“ war auch Heinrich Heine da - Tradition und Moderne im Hamburger Ratskeller - Urbane Kulturrevolution in den Innenstädten

Die Obrigkeit stellt die Versorgung auf dem Markt sicher

Das Marktrecht, ein wichtiges Privileg – An den Pranger! - Die unerbittliche Gewerbepolizei – Kleine Brötchen - Ein Ort der Norm: Die Celler und die Homberger Elle – Die Stadtwaage: Wie sich die Städte selbst halfen – Der unbestechliche Waagmeister – Probleme mit der Weinpanscherei - In Bremen ist Freimarkt - Die lange Tradition der Weihnachtsmärkte - Letzte Spuren

Jetzt werden Ämter gebildet

Das moderne Rathaus wird von der Verwaltung beherrscht -Zurschaustellung der gesellschaftlichen Ordnung – - Keine Heimlichkeiten: Gericht unter freiem Himmel – Das stolze Ratsherrenbewusstsein

Instrumente der Herrschaftspflege

Die große Zeit der Bilder - Moralische Appelle an die Regierenden und an das Volk - Der berühmte Freskenzyklus im Rathaus von Siena – Die Drohung an die Wand gemalt - Ralf Dahrendorfs homo sociologicus – Justitia mit oder ohne Augenbinde? – Der Galgen: Demonstration, wer die Obrigkeit ist - Renaissance des Prangers im Internet

Bürgerliche Freiheit rund um den Roland

Eine Machtgeste gegen den Stadtherrn - …mit Doppeladlerwappen, aber ohne Schwertscheide - Quedlinburg: gestürzt und zerstört, das Wappen unkenntlich gemacht - Viele Rolandsstandbilder in den Hansestädten der Altmark - Erinnerungen an das Rolandslied

Immer wieder um- und an und manchmal auch zurückgebaut

Gebaut wurde im Stil der Zeit – Historismus: alles ist vertreten - Verfallen, abgerissen und vergessen – Lichtwarks Kritik: Freie und Abbruchstadt Hamburg - Heinrich Heines Abrisskritik - Rückwärtsblickende Romantiker als Retter - Hamburgs aktuelle Diskussion über Abrisse an Erinnerungsorten – Ein Denkmal fällt

Die Bürgerliche Klassengesellschaft und das idealisierte Rathaus

Ein enormer Raumbedarf – Städtische Macht und bürgerliche Repräsentationsarchitektur - Lange Entscheidungsprozesse - So ging man mit den letzten Kaisern um - Ein prachtvolles Rathaus in Hamburg

Die Nachkriegsmoderne

„Das sehen wir nüchtern!“ - Auf den Mentalitätswandel kommt es an - Marl: Ein Beispiel innovativer Nachkriegsmoderne - Ernüchterung kam später - Neue Bundesländer: Erneuerung in den 1990er-Jahren: Demmin

Einleitung:

Politik vor Ort

Untertanen in den Amtsräumen der Obrigkeit – Das Ende einer Legende Die Honoratioren-Obrigkeit des 19. Jahrhunderts – Ohne Inszenierungen geht es nicht Ist die Zeit der Obrigkeit vorbei?