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Wir kommen alle wieder!

Dieses Buch widme ich meinem Freund Pascal Ladwein

sowie seiner bezaubernden Familie. Ohne Dich

wäre ich heute noch in Indien!

Danke für Deine Freundschaft!

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort

Kapitel 1

Der Hausbesuch

Kapitel 2

Ein weiterer Hausbesuch

Kapitel 3

Die Geburt einer Präexistenz

Kapitel 4

Eine unbeschwerte Kindheit

Kapitel 5

Schulische Noten

Kapitel 6

Eine Ausbildung als Schreibkraft

Kapitel 7

Eine Arbeitsstelle in Rüsselsheim

Kapitel 8

Die Begegnung einer Liebe

Kapitel 9

Die Hochzeitsglocken läuten

Kapitel 10

Eine Theorie in Form eines Kuchens

Kapitel 11

Ein Haus im Kloppenh. Wäldchen

Kapitel 12

Das Maß ist voll

Kapitel 13

Sterben soll er!

Kapitel 14

Meine erste Recherche vor Ort

Kapitel 15

Die Zeit danach

Kapitel 16

Ein Reich, ein Führer u. Katharina

Kapitel 17

Bomben auf die Stadt

Kapitel 18

Am Ende alles verloren

Kapitel 19

Alpha und Omega

Kapitel 20

Veritas

 

Schlusswort

 

Danksagung

Vorwort

Ich hatte mich sehr lange mit der Frage beschäftigt, ob ich das, was heute hier vor Ihnen liegt, tatsächlich veröffentlichen sollte. Einerseits, da ich es scheute, diese unglaubliche Masse an Informationen aufzuarbeiten und somit einer Ordnung zuzuführen, andererseits zu wissen, dass der Inhalt durchaus mit unseren religiösen Ansätzen erheblich kollidieren könnte. Durch ein Schlüsselerlebnis mit einer todkranken Frau kam mir Derartiges überhaupt in den Sinn, denn ich hatte es nie in Erwägung gezogen. Ich konnte ihr aus rein therapeutischer Sicht leider nicht mehr helfen, dennoch wollte ich etwas Mut machen, indem ich ihr von dieser Geschichte erzählte, die nun in diesem Buch vorliegt. Sie fand es so hilfreich für sich, dass sie mich sogar um die entsprechenden Audiodateien bat, da ich jede Sitzung aufgezeichnet hatte. Drei Wochen später starb sie in meinem Beisein und ich habe bis zum heutigen Tage ihre letzten Worte noch in Erinnerung: „Schreibe es auf für andere Menschen, mir hat es sehr geholfen, ich danke Dir! “. Diesen letzten Worten konnte ich mich nicht entziehen und so ging ich an die Arbeit. Wir alle haben uns schon einmal die Frage gestellt, was nach dem Tod wohl passieren wird. Werden wir auf irgendeine Weise weiterexistieren? Wird es so sein, dass wir unsere lieben Vertrauten, die uns schon früh verlassen haben, noch einmal wiedersehen? Wie empfinden wir den Tod, wenn er eintritt? Werden wir bestraft für die schlechten Dinge, die wir in unserem Leben getan haben? Fragen also, die eigentlich niemand beantworten kann, solange er noch am Leben ist. Und ich glaube, das ist auch ein gewichtiger Punkt, weshalb wir überhaupt Religionen benötigen, denn sie stehen uns letztendlich als Mentor und Wegbereiter für das unausweichlich Kommende zur Seite. Jedoch wirkliche Antworten, liefern sie auch nicht! Das vorliegende Buch wäre tatsächlich in der Lage, all diese gestellten Fragen zu beantworten, insofern wir bereit sind, uns für etwas völlig Neues zu öffnen. Sie werden nun sicherlich mit dem Gleichen argumentieren, wie ich es selbst ein paar Zeilen oberhalb getan habe, denn derjenige, der über Solches berichten könnte, müsste ja folglich tot sein! Nun, meine wehrten Leserinnen und Leser, in gewisser Weise stimmt das auch so. Hier gibt es eine Frau, die in einem tiefen hypnotischen Zustand aus einem vergangenen Leben berichtet und uns eine verstorbene Persönlichkeit mit dem Namen „Katharina“ näher bringt.

Der vorliegende Detailgrad sowie die Fülle an Informationen, sind absolut einzigartig! So kann ich Ihnen versichern, dass Sie so etwas zuvor noch nie gelesen haben! Aufgrund meiner Schweigepflicht, dem ethischen Aspekt und dem Sicherheitsanspruch heraus, habe ich mich entschieden, den Namen der betreffenden Person mit „Frau B.“ zu bezeichnen. Auch verzichte ich gänzlich auf eine Ausschmückung ihres Lebens. Lediglich die Dinge, die für ein besseres Verständnis erforderlich sind, stelle ich dementsprechend auch dar. Jede Sitzung und praktisch damit alle Aussagen von Frau B., die sich in diesem Buch als Text wiederfinden, wurden in Form von Audiodateien gespeichert und können nachgewiesen werden. Im Falle einer wissenschaftlichen Prüfung stehen wir jederzeit zur Verfügung, um in jeglicher Hinsicht dienlich zu werden! Hierzu wäre es noch wichtig, Folgendes zu erwähnen: In den sehr frühen Anfängen der Sitzungen fand ich einen begangenen Mord heraus. Dieser Umstand hatte zur Folge, dass das Unterbewusstsein versuchte Frau B. gezielt zu schützen, indem es Namen und Adressen vertauschte. Bedauerlicherweise tut es das immer noch bis zum heutigen Tage! Dieser Umstand wurde mir leider erst viel später bewusst, insbesondere als ich tief in die Recherchen hineinging. Die vielen Sitzungen, lieferten ein derartig überwältigendes Informationspotenzial, dass es praktisch unmöglich war, diese komplett in ein Buch einzubringen. Viele Stunden an Schweiß, Ehrgeiz und auch Enttäuschung, begleiteten mich tagtäglich für die Fertigstellung dieses Buches. Ich hatte mir vorgenommen, unter all den unzähligen und unsortierten Aussagen, eine gewisse chronologische Reihenfolge zu erschaffen. Eine, die in der Lage war, die verstorbene Persönlichkeit Katharina, in einer gewissen Art und Weise wieder zum Leben zu erwecken. So kam ich nicht drumherum, alle Audiodateien wegen der besseren Übersicht, zunächst als Textform zu erfassen. Dies war ein wirkliches Mammutprojekt, zumal ich vorher keine einzige Recherche über die Aussagen gemacht hatte. Diese begannen erst mit dem Buch und sind noch bis zum heutigen Tage nicht komplett abgeschlossen, denn auch meine Freizeit ist - wie alles im Leben - begrenzt. Anfänglich glaubte ich wirklich noch daran, schnell und effizient die entsprechenden Untersuchungen durchführen zu können, aber die Realität nahm mich sehr schnell ein. Besonders die Recherchen vor Ort kosteten Geld und eine Menge Zeit. Zudem stellte sich heraus, dass selbst ein Stadtarchiv nicht mehr in der Lage war, verschiedene Informationen zur Verfügung zu stellen. Auch kam noch hinzu, dass egal wo ich Hinweisen nachging, immer die Frage entstand, weshalb ich überhaupt derartige Informationen benötigte. Das war für mich nicht immer leicht, besonders wenn man als Therapeut seine Seriosität bewahren möchte. Ich bin Heilpraktiker und behandle alle Formen von Krankheitsbildern und Beschwerden, die auf psychosomatischer (vom Geist zum Körper) Entstehung beruhen und somit die Grundlage für viele chronische Erkrankungen darstellt. Hierzu setze ich ganz gezielt Hypnosetechniken mit herausragendem Erfolg ein, welche mit einer Heilungsquote von 98 % einhergehen! So möchte ich besonders an dieser Stelle mit Nachdruck darauf hinweisen, dass ich absolut kein „Rückführungstherapeut“ bin! Ich rutschte einfach durch diesen großen Zufall hinein und erlag immer mehr meinem stetig wachsenden Interesse für dieses Phänomen, das mich bis zum heutigen Tage nicht mehr losließ. So gelang es mir, aufgrund der intensiven Auseinandersetzung mit all den mir vorliegenden Informationen, eine Theorie zu entwickeln, die einen möglichen Mechanismus der Wiedergeburt erklären könnte. Diese habe ich in das Buch eingebracht ohne den Anspruch eines Wissenschaftlers zu erheben, sondern lediglich aufgrund meiner gewonnenen Erfahrung.

Alles, was Sie in diesem Buch lesen werden, habe ich nach bestem Wissen und Gewissen niedergeschrieben. Es war mir ein großes Anliegen, diese Arbeit so lesefreundlich wie möglich zu gestalten, und ich denke, dass es mir mit dem nun Vorliegenden gelungen ist. Auch freue ich mich sehr darüber, dass Frau B. viele Zeichnungen nach den Sitzungen anfertigen konnte, um somit bestimmte Personen und Erlebnisse, noch plastischer darstellen zu können. Sämtliche Antworten und Schilderungen von Frau B. sind unverändert übernommen. Ich habe mir lediglich erlaubt, Textpassagen zu kürzen und die ein- oder andere Aussage etwas deutlicher zu gestalten, um dem Leser ein besseres Verständnis zu ermöglichen. Jede zeitliche Verzögerung ihrer Aussagen, habe ich in Form von kleinen Punkten dargestellt. Meine Fragen mit F: und ihre Antworten mit A: in den Dialogen vermerkt. Alles, was Sie in diesem Buch lesen werden, entspricht der vollen Wahrheit! Nichts wurde verfälscht oder in irgendeiner Weise manipuliert, dafür stehe ich mit meinem Namen! So darf ich Ihnen nun sagen, dass mir im wahrsten Sinne des Wortes, ein kleines Wunder gelungen ist, nämlich eine komplette Rekonstruktion eines vergangenen Lebens, welches nun vor Ihnen liegt und dessen Name „Katharina“ war.

Detlef K.H. Würth

Lateinamerika 2013

(Zeichnung Frau B.) Katharina im Alter von 20 Jahren

Kapitel 1.

Der Hausbesuch

Es war 8.30 h, ein kühler Novembermorgen im Jahre 2012. Es begann immer frostiger zu werden, was mir meine Autoscheibe mehr als deutlich in kleinen Eiskristallen zu verstehen gab. Der Winter stand vor der Tür. Noch während ich das Eis entfernte, ging ich nochmal im Inneren die Dinge durch, die mir Frau B. bei unserem Telefonat mitgeteilt hatte. Sie litt seit frühester Kindheit an leichten bis mittelschweren Panikattacken, sobald sie im Dunkeln und ganz alleine war. Der Zustand trat nicht immer auf, eher unregelmäßig, allerdings über die ganzen Lebensjahre ansteigend in der entsprechenden Symptomatik, die sich in Herzrasen, Angstschweiß und dem Gefühl des wie gelähmt seins ergab. Frau B. hatte bereits schon mehrere Jahre an Psychotherapie hinter sich, was ihr jedoch keine Besserung brachte. Auch berichtete sie von einer unterschwelligen Angst, die sie empfand, sobald sie grüne Augen sah. Dieses Gefühl hätte sich zwar über die Jahrzehnte etwas gebessert, aber ein Unwohlsein würde sie immer noch überkommen, auch wenn die entsprechenden Personen vollkommen nett und sympathisch auf sie wirkten. Noch eben meinen Gedanken nachhängend, drehte ich meinen Zündschlüssel um und befand mich gute 45 Minuten später an der Tür von Frau B.

Eine hochgewachsene dunkelhaarige Frau im Alter von 48 Jahren lächelte mich mit freundlichen blauen Augen an und bat mich mit weicher Stimme einzutreten. Es duftete nach frisch gemahlenem Kaffee, dem ich unmöglich widerstehen konnte, als mir Frau B. eine Tasse davon anbot. Ihre Wohnung war zweckmäßig eingerichtet und man vermisste weitestgehend luxuriöse Dinge. Irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass Frau B. schon Einiges in ihrem Leben mitgemacht hatte, wenn auch in ihrem Äußeren dafür keine Anzeichen zu finden waren. Meine Annahme sollte sich später noch als richtig erweisen. Nach eingehender Exploration (Untersuchung) der bereits geschilderten Symptome erklärte ich Frau B. die entsprechende Vorgehensweise hinsichtlich der Hypnosetherapie und dessen, was sie zu erwarten hatte. Etwas Ängstlichkeit in ihren Augen war nicht zu übersehen. Alles, was sie jemals über Hypnose hörte oder kannte, waren die typischen Bühnenshows, bei denen es um diese willenlosen Menschen ging, die alles Mögliche machten, was der Hypnotiseur von ihnen verlangte. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, denn ich kann schon nicht mehr sagen, wie oft ich diese Aussage in meiner Praxis gehört hatte. Ich erklärte ihr, dass dazu keinerlei Anlass bestünde und dass die klinische Hypnose nicht im Geringsten mit den Bühnenshows zu vergleichen wäre. Die Hypnose ist, wenn man es richtig betrachtet, eine der ältesten und effektivsten Therapieformen der Menschheit! Dort, wo die meisten herkömmlichen Therapien schon im Ansatz scheitern, zeigt die Hypnose - vorausgesetzt in der Hand des richtigen Therapeuten - schon nach wenigen Interventionen die besten Resultate. Völlig unabhängig von Alter oder Glaubensgrundsätzen eröffnet sie ihr volles Potenzial. Ich verzichte hier ganz bewusst auf das Rezitieren der Geschichte sowie der Anwendungsmöglichkeiten von Hypnose, denn das würde sicherlich ein weiteres Buch an Seiten füllen.

Frau B. machte es sich nun bequem und ein paar Sekunden später waren Ängstlichkeit und Zweifel verflogen. Sie befand sich in einer tiefen entspannten Trance, die sie mit einem harmonischen Lächeln quittierte. Während ich sie vertiefte, bemerkte ich rasch, dass sie sehr schnell einen somnambulen Zustand zeigte. Die Bezeichnung "Somnambulismus" kommt aus dem Lateinischen und steht für das Wort "Schlafwandeln" und bezieht sich, im hypnotischen Sinne, eher auf die Tiefe und die besondere Aufnahme für Suggestionen. Ihr Zustand war nun regungslos und vollkommen entspannt und ich begann mit der Therapie. In der Regel löse ich Angstzustände, wie im Falle von Frau B., sehr schnell. Routiniert und behutsam versuchte ich, zu den möglichen Urhebern zu gelangen, die für die Entstehung der Angst verantwortlich waren. Therapeutisch nennt man dies „eine Altersregression durchführen“ und bedeutet, dass man zunächst beginnt, Auslöser für die vorhandene Leidenssituation in der Kindheit zu suchen. Besonders bei somnambulen Patienten geht das sehr schnell und man kann damit gut arbeiten. Für alle anderen Patienten gibt es eine Fülle genauso effektiver Vorgehensweisen.

So befand Sie sich nun in einem Alter von 18 Jahren allein im Bett ihres Zimmers und schilderte das Erleben, was jedoch keinen Aufschluss über die Genese brachte. Auch die weitere Regression in das Alter von 16 Jahren ergab nichts Konkretes. Somit machte ich mir den somnambulen Anteil von Frau B. etwas mehr zunutze. Durch eine spezielle Technik gab ich dem unbewussten Anteil (dazu später mehr) die Anweisung, zur Verbindungssuche der Panikattacken. Es verging etwas Zeit und Frau B. begann daraufhin mit starken Augenbewegungen unter ihren Lidern. Die Reaktion zeigte mir, dass sie bereits etwas zu erleben schien. Behutsam fragte ich, wo sie sich befinden würde, und die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Sie sagte mir in leicht verändertem und ängstlichem Tonfall: "Ich bin in meinem Schlafzimmer, … im Wäldchen!“

F: im Wäldchen?

A: ja…es ist dunkel!…Kerze brennt!..

F: was passiert?

A: ..ein Mann!…..Ein Mann kommt!

F: wer ist das?

A: ..(Atmung wird schneller, wirkt plötzlich extrem unruhig)…kommt ins Zimmer!!..

F: kennst Du diesen Mann?

A: …es ist ein…ein Freund von meinem Mann..(sehr unruhig)..

F: was macht er, was ist mit ihm?

A: (atmet schneller, wirkt immer belasteter)…..sie haben Karten gespielt…sie haben Karten gespielt…Klaus hat verloren!!….. (Atmung nimmt immer mehr zu)….

F: weiter!

A: ……(sehr belastet und sehr ängstlich)….er…zieht mich aus…..(weinerlich)..

Die Atmung ging ihrem Höhepunkt entgegen und Frau B. schien die Situation noch einmal vollkommen zu durchleben. Deutlich zeigten sich Abwehrhaltungen unter der dünnen Decke, die auf ihr lag. Es war klar, das, was sich hier zeigte, war der Beginn einer Vergewaltigung. Die ganze Situation wurde zu einer schaurigen Atmosphäre.

A: .. (weinerlich)…er sagt, ich wäre der Hauptgewinn……der Gewinn! (atmet sehr erregt)..

F: was macht er?

A: …ich halt die Decke fest!!…..Er zieht die Decke weg!!..(aufgeregt)….. Ich hab ein weißes Nachthemd an…er lacht….er stinkt!…..Er zieht mir das Nachthemd hoch……….(atmet sehr schnell)

F: ist der Klaus nebenan im Zimmer?

A: …..(schnelle Atmung)….er ist unten…

F: vergewaltigt Dich dieser Mann?

A: ……ja (ängstlich)

Zu diesem Zeitpunkt war für mich klar, diese Frau schien unter einer nicht verarbeiteten Vergewaltigung zu leiden. Nur komischerweise erhielt ich in der Anamnese, ein deutliches Nein verheiratet zu sein.

F: was passiert jetzt, nachdem er Dich vergewaltigt hat?

A: er geht runter……..er hat sich seinen Gewinn geholt!! (hasserfüllt)..

F: der Klaus hat Dich verspielt?

A: ja! (hasserfüllt)

F: was geht Dir durch den Kopf, was denkst Du?

A: ….ich hasse meinen Mann!!!

F: hat er das schon öfter getan?

A: .. ja!!

F: wie oft denn?

A: ….(weint leicht)…ein paarmal…(presst die Lippen aufeinander)..

F: also Du bist mit dem Klaus verheiratet?

A: ja (klingt völlig abwertend)

F: habt ihr Kinder?

A: ja..

F: wie viele?

A: zwei!

F: wo sind die Kinder jetzt?

A: .. die sind unten…die sind im Zimmer!…..Sie schlafen in ihrem Zimmer!

F: in welchem Alter sind die Kinder?

A: ..drei…..fünf..

So lief für mich noch alles in der gewohnten Bahn und ging weiter den Dingen auf den Grund. Schon allein aus der Tatsache heraus, dass es sich hier um eine Vergewaltigung handelte und dies im Sinne meiner Patientin, nicht ungestraft bleiben sollte. So gab ich dem unbewussten Anteil die Aufforderung, zu dem allerersten Mal eines Missbrauchs zu gehen.

F: wo bist Du?

A: …Wäldchen!

F: und wer ist es?

A: ..ich kenne ihn nicht…

F: und sagt der Klaus etwas zu Dir?

A: steht auch an der Tür…

F: was sagt er denn?

A: ..er nimmt die Wiege raus!

F: wo?

A: (flüstert)…aus dem Schlafzimmer!

F: warum?

A: er sagt…er hat das Spiel verloren…ich sollte nett sein..(wirkt sehr emotional)

F: was passiert jetzt?

A: ..er geht runter…mit der Wiege……ich werde…(unverständlich)…(Gesicht verzieht sich extrem)…

F: was ist?

A: ….der Mann vergewaltigt mich!!..(weinerlich, sehr emotional)..

F: was passiert, nachdem er fertig ist?

A: zieht sich an und geht…(weinerlich)..

F: was sagt der Klaus?

A: …er ist unten..

F: spricht er mit Dir?

A: ……..er kam später hoch….er ist betrunken!

F: was sagt er?

A: (atmet schwer aus)…fragt…ob es mir gefallen hat…

F: was sagst Du?

A: ich gebe ihm keine Antwort!…(atmet belastet)…Er ist ein Schwein!!………Ich hasse ihn!!! (sehr emotional)

Durch weiterführende Schilderungen stellte sich dann heraus, dass sie insgesamt dreimal, immer nach dem gleichen Schema vergewaltigt wurde. Was mich jedoch sehr misstrauisch machte, war die Aussage, dass ihr Mann ein Polizist wäre. Irgendwie machte sich ein ungutes Gefühl in mir breit, eines das ich so noch nie, während einer Therapie erlebt hatte. Die Art und Weise des geschilderten Erlebens war real, keine Frage, aber die Umstände, ein betrunkener Polizist, ein Kartenspiel und die Frau als entsprechenden Spieleinsatz, nun, das erschien fast unglaublich. Meine pragmatische Einstellung, immer klares Ziel vor Augen den Patienten von seinem Leiden zu befreien, veranlasste mich, weiter voranzuschreiten, um in gewohnter Arbeitsweise die verdrängte Vergewaltigung zu verarbeiten. Dennoch muss ich gestehen, konnte ich mich einer gewissen Neugierde nicht entziehen und ließ mich somit noch auf etwas mehr ein.

F: und Dein Mann ist wirklich Polizist?

A: ja!

F: und er sagt gar nichts dazu?

A: wenn er getrunken hat, weiß er nicht mehr, was er tut!

F: was sagst Du?

A: ..er soll mich in Ruhe lassen!! (energisch)

F: beschreib doch mal das Schlafzimmer, in dem Du liegst, wie sieht das aus?

A: Doppelbett…gegenüber vom Bett ist ein…kleines… Fenster…links…Nachtschrank…rechts ist die Waschkommode und links ist eine Tür!..

F: wo führt sie hin?

A: ….es ist…wie….eine Klappe…wo man Stufen…wie mit einer Leiter hinunter geht!

Die geschilderte Umgebung schien in keiner Weise mit ihrem tatsächlichen Wohnraum in Verbindung zu stehen. Aber das war in diesem Moment auch nicht so wichtig, denn ich erhoffte mir lediglich durch mehr Informationen, eine bessere Nachbesprechung mit ihr führen zu können. Meine nächste Frage galt Ihrem Empfinden, ob sie nicht das Bedürfnis gehabt hätte, sich danach im Badezimmer zu reinigen. Dann kam das hier …

A: gibt’s kein Badezimmer!

F: wo wascht Ihr euch denn?

A: …Waschschüssel!

F: in welchem Raum?

A: …Küche….mit der Waschschüssel!

F: und mit der Waschschüssel wäschst Du Deinen ganzen Körper?

A: ..ja! (runzelt die Stirn)

Meine Frage ließ sie die Stirn runzeln, denn das schien für sie völlig normal zu sein. Und in diesem Moment wurde es mir klar. Das hier hatte nichts mehr mit unserer Zeitrechnung zu tun, denn selbst Menschen in sozial schwachen Bereichen, verfügen zumindest über einen Waschtisch.

F: was nimmst Du für Dich zu reinigen?

A: Seife!

F: und welche Seife ist das?

A: Kernseife!

F: hast Du auch ein Parfüm?

A: ……Rosenblüte Duft!

F: wer stellte es her?

A: ..Frankfurt….ein Laden in Frankfurt!…Es ist ein kleines Fläschchen…mit so einem silbernen Verschluss!…Es ist eine Rose drauf!……Ich sehe nur eine Rose…eine Holzkiste!

F: steht da was drauf?

A: ..Mat…usell..Matumsell…Mademoiselle..Rosé…. auf dem Holz ist…wie eine Rose eingebrannt…

F: trägst Du das oft an Dir?

A: nein!

F: wann machst Du es denn an Dich?

A: ……….wenn ich….unter Leute gehe!…

F: wo gehst Du dann hin?

A: zur Kirche!

F: und wo befindet sich die Kirche?

A: Kloppenheim!

Ich hatte genug gehört und begann mit der Auflösung ihres langjährigen Leidens. Fast jedem Therapeuten, der mit Hypnose arbeitet, ist dieses Phänomen bekannt. Plötzlich findet man sich mit seinem Patienten in einem - früheren Leben -, das scheinbar irgendwie mit der Erkrankung in der Gegenwart, in Verbindung steht. Man redet nicht darüber, weil die Dinge, die man hört, auf der einen Seite nicht unbedingt gehört werden möchten und andererseits auch nicht wirklich nachprüfbar sind. Meinen Pragmatismus kennzeichnend, hegte ich nie wirklich großes Interesse an derartigen Schilderungen und konzentrierte mich nur auf das Ziel, schnellstmöglich Besserung für meinen Patienten zu schaffen. Zählend begann ich Frau B. aus dem Trancezustand zu nehmen. Langsam öffneten sich ihre Augen und ihr Blick, kreiste im Raum umher, ganz so, als müsse sie sich neu orientieren. Sie konnte sich an jedes kleinste Detail erinnern, denn hierzu hatte ich die Anweisung in der Trance gegeben. Ebenso hatte ich die verdrängte Vergewaltigung so neutralisiert, dass kein emotionaler Bezug mehr vorhanden war. Das Erste was ich von ihr vernahm, war die erstaunte Reaktion: Ich war das! Jetzt ist mir klar, warum ich in der Dunkelheit Angst hatte. Ich wurde mehrmals vergewaltigt! Sie war sichtbar erleichtert über ihre gewonnene Erkenntnis, andererseits völlig irritiert über die doch so real stattgefundene Situation, die eigentlich nicht wirklich etwas mit ihrem Leben zu tun hatte. Ganz zu schweigen von den genannten Örtlichkeiten Frankfurt und Kloppenheim. Zugegeben, mein Interesse war irgendwie geweckt. Berichte über irgendwelche mittelalterlichen Dörfer im Wald hörte ich zu genüge. Auch mal von einem napoleonischen Soldaten, der sich auf einer Wiese eine Kugel fing. Aber etwas, das nur 250 km von mir entfernt stattgefunden hatte, war mir bis zu diesem Tage noch nicht untergekommen! Gerade noch in meinen Gedanken versunken, nahm ich eher unbewusst die Frage von Frau B. wahr: Herr Würth, glauben Sie, dass das alles jetzt echt war oder bilde ich mir das nur ein? Meine Antwort darauf war knapp: Um ehrlich zu Ihnen zu sein, ich weiß es nicht!

Es gibt in dieser Hinsicht leider so gut wie keine Untersuchungen, als dass man mit Bestimmtheit sagen könnte, was es wirklich ist oder wie dieses Phänomen funktioniert. So zumindest, war bis dahin mein Wissensstand und eigentlich auch meine Meinung darüber. Aber eines ließ ich sie ganz sicher wissen, dass ihre Angst- und Panikzustände nun der Vergangenheit angehörten, aus der sie auch entsprungen waren. Sofort brach es aus hier heraus: Ja, weil ich jetzt weiß warum! Irgendwie hab ich auch jetzt ein anderes Gefühl dazu! Die Zeiger meiner Uhr signalisierten mir nun mehr als deutlich, dass es Zeit war zu gehen. Schnell vereinbarten wir noch den nächsten Termin und Frau B. verabschiedete mich dankend an ihrer Tür. Zügig fuhr ich los und die ersten Schneeflocken rieselten langsam vor sich hin. Mein Unterbewusstsein steuerte mein Fahrzeug, während mein bewusster Anteil noch immer bei Frau B. war. Irgendetwas spulte die Sitzung immer und immer wieder in mir ab. Was war es, was mich im Kopf nicht abschließen ließ? War es vielleicht eine Möglichkeit, die sich hier bot? Hm, vielleicht sollte ich, sobald zu Hause angekommen, nur mal kurz nachschauen, wo dieses Kloppenheim liegt. Das würde auch Aufschluss darüber geben, um welches Frankfurt es sich handelte. Aber sollte ich wirklich damit Zeit verschwenden? Mit diesen Gedanken kam ich dann endlich zu Hause an, um schon wenige Minuten danach den nächsten Patienten zu behandeln. Einen halben Tag später dachte ich schon nicht mehr daran. So verging die Zeit bis zu unserem nächsten Wiedersehen.

Kapitel 2.

Ein weiterer Hausbesuch

Es war morgens gegen zehn Uhr und ich befand mich wieder, in der Wohnung von Frau B. Ihr ging es bestens, wie sie mir sagte. Seit unserem letzten Treffen waren mittlerweile drei Wochen vergangen und seither hätten sich die Symptome bei ihr nie wieder gezeigt. Sie wirkte deutlich ausgeglichener, aber auch bedeutend neugieriger, was ich in einem Bombardement an Fragen von ihr zu spüren bekam. Besonders der angenehme Trancezustand war ihr noch bestens in Erinnerung, über den sie doch etwas mehr wissen wollte. Das Erlebte von damals, wie sie mir sagte, hatte sie in den Bereich ihrer Fantasie verschoben und die Dinge schienen immer mehr zu verblassen. Während wir noch gemütlich am Tisch mit dem guten Kaffee saßen, begann sie frei von der Seele zu reden. Sie berichtete mir von einer Kindheit, die sich kein Mensch in seiner Fantasie so vorstellen möchte. Ihr ganzes Leben schien sich wie unter einem „Damoklesschwert“ zu befinden.

Geboren in eine sozial schwache Familie und hinsichtlich ihrer Entwicklung in keiner Weise gefördert, war ihr Schicksal, in solch ärmlichen Verhältnissen aufzuwachsen. Ständig unterdrückt und lebend in Ängsten multipler Art, einerseits bedingt durch den Vater, andererseits durch die gesellschaftlich ablehnende Haltung gegenüber sozial schwacher Personen. Was sie auch sehr schmerzlich in Form von Schlägen auf dem Schulhof erkennen musste. Das daraus zwangsläufig resultierende Versagen schulischer Leistungen, endete mit der Eingliederung in eine Sonderschule. Es berührte mich. Ich höre jeden Tag viele schlimme Dinge, was sich Menschen unentwegt gegenseitig antun, aber die Art und Weise mit der Frau B. ihr Leben schilderte, ließ mich verstummen. Irgendwie hatte ich das Gefühl vom typischen Kloß im Hals. Was sich damals schon leise an Verdacht regte, hatte sich nun vollends vor mir ausgebreitet. Ich rang in mir zu verstehen, wie ein Mensch mit solchen Erlebnissen überhaupt noch in der Lage war, ein einigermaßen geordnetes Leben zu führen. Bei ihr war wirklich viel passiert! Es schien, als hätte sich das Tor des Leidens, über einer einzigen Person ergossen. Mit leichten Tränen in den Augen sagte sie mir in einer mehr gezwungen anmutenden Ironie: Wie Sie sehen, gibt’s bei mir noch viel zu tun!, was ich leider nur nickend bejahen konnte. So befand ich mich nun bei ihr, um die geschilderten Symptome im Zusammenhang mit den „grünen Augen“ zu beseitigen. Sie nahm wieder auf ihrer Couch eine liegende Position ein, um sich anschließend in einer angenehmen Trance wiederzufinden. Meine Vorgehensweise war die Gleiche: Erst mal die Kindheit etwas beleuchten, um darin Näheres zu erfahren. Aber wie schon beim ersten Mal, wollte sich die Ursache nicht zeigen.

Da ich den unbewussten Anteil bereits im vorherigen Kapitel erwähnt hatte, möchte ich nun auch die Erklärung dafür geben. Zuerst einmal ist es sehr wichtig zu wissen, dass wir auf psychischer Ebene aus zwei Anteilen bestehen. Der eine Anteil ist unsere Analyse, also unser bewusstes Sein. Er ist dafür da, Entscheidungen zu treffen oder Probleme zu lösen. Der andere ist der, der praktisch hinter der Bühne lebt und dort die Fäden zieht, das Unbewusste. Es regelt die automatisierten Abläufe, also wenn etwas verinnerlicht wurde, wie zum Beispiel das Autofahren, Schwimmen etc. So nutze ich in einer tiefen Hypnose auch die Möglichkeit, mit dem Unterbewusstsein zu kommunizieren, während der bewusste Anteil weitestgehend „eingeschläfert“ ist.

Schon bereits kurz nach der hypnotischen Induktion (Einleitung), gebe ich die Anweisung über Folgendes zu kommunizieren: ein Zeigefinger des Patienten für ein - Ja -, ein Mittelfinger für ein - Nein - sowie ein Daumen für ein - Vielleicht -. Wenn ich dann eine Frage stelle, sehe ich als Antwort die Reaktion an den entsprechenden Finger. Man kann sich das in etwa so vorstellen, wie ein Zucken, das man mal hin und wieder kurz vor dem Einschlafen haben kann. Es ist nicht bewusst gesteuert, sondern unterliegt einem völlig unbewussten Reflex, einer sogenannten ideomotorischen Steuerung. Wenn man dieses Vorgehen richtig anwendet, stellt es ein hervorragendes Werkzeug dar, das unglaublich hilfreich sein kann. Im Übrigen ist das keine Erfindung von mir, sondern wurde maßgeblich von den Therapeuten Milton H. Erickson, Lesley le Cron und David Cheek entwickelt. Diese Technik wird von vielen Therapeuten erfolgreich genutzt. Nun aber zurück!

Ich vertiefte Frau B. noch etwas mehr in ihrer Trance, nutzte den unbewussten Anteil und gab diesem die Anweisung, an den Zeitpunkt zu gehen, der im Zusammenhang dieser grünen Augen stand. Es dauerte etwas, dann aber sah ich den ideomotorischen Reflex, der sich in einem kurzen Zucken des Daumens äußerte. Das war ein klares „Vielleicht“! Aus irgendeinem Grund wollte es nicht genau an diesen Zeitpunkt. Ich wusste, dass es dafür viele Gründe gab. Aber ich erinnerte ich mich noch gut an die erste Sitzung mit Frau B. und dem Erlebnis, das nicht viel mit unserer Zeit zu tun hatte. Zugegeben ein wenig Neugierde saß in meinem Hinterkopf, so tat ich etwas, was ich noch nie getan hatte. Ich befragte den unbewussten Anteil, ob das Problem der grünen Augen, mit diesem Leben oder einem vorherigen Leben in Verbindung stand. Ein - Ja - für das vorherige Leben, ein - Nein - für das Jetzige! Ich hatte meine Frage noch nicht richtig ausgesprochen, da zuckte schon Frau B’s Zeigefinger. Ein ganz klares „Ja“ für ein vorheriges Leben!

Ein Schauer lief mir über den Rücken, denn so etwas hatte ich bis zu diesem Moment auch noch nicht erlebt. Scheinbar unterschied dieses Unterbewusstsein ganz exakt zwischen einem bereits gelebten Leben und dem Jetzigen. Da lag nun Frau B. vor mir in tiefer Trance und vielleicht lag auch hier die Antwort auf eine Frage, die sich wohl jeder Mensch schon mindestens einmal in seinem Leben gestellt hatte: Was passiert mit uns nach dem Tod? Meine Neugierde nahm jetzt ein unvergleichliches Maß an. Ich bat den unbewussten Anteil, ob es möglich wäre, nur ansatzweise etwas über den Zusammenhang zu zeigen. Das Ja-Zeichen des Fingers war nicht zu übersehen. Was sich hier für den Leser wahrscheinlich wie ein großer Hokuspokus anhört, kam mir selbst ganz genauso vor. Aber egal was man davon halten mag, das Unbewusste von Frau B., tat genau das, worum ich es gebeten hatte. Es zeigte mir die Verbindung, nämlich ihre erste Begegnung mit einem Mann, der später ihr Ehemann werden sollte.

A: ..ich hatte es eilig!…..Er hatte eine Uniform an und ich war an ihn gestoßen!…Ich hatte etwas in meiner Tasche gesucht und hatte es eilig…ich hatte ihn umgerannt! Er drehte sich hoch und blickte sich um!……War an ihn gestolpert und hatte mich entschuldigt….er hatte schöne Augen…(lächelt)..er hatte gelacht und er sagte, das müsste ich wieder gut machen und so hatte ich….mich mit ihm verabredet im Park zu treffen!

F: in welchem Park?

A: in Rüsselsheim….da gibt’s einen Park, wo man spazieren kann und…da hatte ich mich mit ihm getroffen!…..Wir hatten geredet und ich….hatte ihm von meiner Arbeit erzählt!….Er hatte bei der Polizei angefangen…er war noch nicht lange dort!

F: wie alt ist er denn jetzt?

A: ich weiß nicht…zwanzig..

F: und Du?

A: achtzehn!

(Zeichnung Frau B.) Die schicksalshafte Begegnung

F: was hast Du von Deiner Arbeit erzählt?

A: ich schreibe…Berichte bei der Firma Woll…..er war begeistert…

F: wohnt er auch in Rüsselsheim?

A: ja!

F: wo wohnt er denn?

A: in einer kleinen Wohnung!

F: wo genau?

A: das weiß ich nicht, er hat nur gesagt, er wohnt in einer kleinen Wohnung!

F: beschreibe ihn doch mal!

A: er ist groß…schlank…spitzes schmales Gesicht!….Schönes Lächeln…fröhlich ist er…..lächelt und lacht viel!

(Zeichnung Frau B.) Klaus Burghard

F: habt Ihr euch nach dem Park wieder verabredet?

A: nein…

F: weshalb nicht?

A: ich hab mich nicht getraut und er hat nicht gefragt!

F: und wie ging das weiter mit euch?

A: ich hatte ihn später wieder gesehen….er stand an der gleichen Straße! Ich hatte ihm gesagt, dass ich es eilig hatte, auf die Arbeit zu kommen!…..Er schien sich das gemerkt zu haben…er kannte die Straße!

F: wohnst Du in dieser Straße?

A: ja! Kapellenstraße!

F: hattest Du ihm das gesagt?

A: ja…ah…ich mag ihn! (lächelt)

F: hast Du Dich in ihn verliebt?

A: ja…

F: und er?

A: ich glaub, er mag mich auch!

F: habt ihr euch wieder verabredet?

A: wir wollen uns wiedersehen in einem Café zur Laterne…Tanzcafé!..

Dieser zweite Hausbesuch bei Frau B., war der Grundstein für meine Neugierde und so förderte ich in einem Zeitraum von über zwei Jahren, ein komplettes „Vorleben“ von 1877 bis 1959 wieder an die Oberfläche! Was sich hier langsam zu einer Liebesromanze entwickelte, sollte mir später völlig die Sprache verschlagen. Für einen der beiden, wird es in einer verhängnisvollen Tragödie enden. Was ich in den Sitzungen herausfand, veränderte alles! Es veränderte mich, mein Leben und meine Einstellung zu vielen Dingen. Ich habe mich bemüht, all die Informationen, die ich von Frau B. erhielt, so gut wie möglich in einen chronologischen Ablauf zu bringen, was mitunter manchmal sehr schwierig war. Es hatten sich einfach unzählige Daten angesammelt und mussten erst einmal zeitlich eingeordnet werden. Bestimmt fragen Sie sich, wie es denn eigentlich dazu kam, dass so viele Sitzungen über die Jahre mit Frau B. entstehen konnten. Nun, es war praktisch eine Übereinkunft, die auf einer Art Symbiose zwischen uns beiden beruhte. Frau B. bedurfte einiges an therapeutischer Intervention, wogegen aber ihre finanziellen Mittel standen, und ich hatte ordentlich Bedarf, nach dem Ausleben meiner gerade eben erworbenen Faszination, für die Wiedergeburt!

Man möge mir nun vorwerfen, dass aufgrund dieser Abmachung Frau B. sich in einen Fantasie Wolf verwandelte, um möglichst ihre Kosten zu decken. Aber ich kann Ihnen versichern, dass der tatsächliche Anteil verschwindend gering war. Zudem arbeite ich schon seit etlichen Jahren mit Hypnosetherapie, sodass ich ein bewusstes Handeln sofort erkannt hätte. Auch möchte ich noch erwähnen, dass es sich bei Frau B. um einen der ehrlichsten Menschen handelt, den ich je kennen und schätzen lernen durfte. Für jeden sicherlich nachvollziehbar ist auch die Tatsache, dass sich hier mit den Jahren eine ganz natürliche respektvolle Freundschaft entwickelte, die bis zum heutigen Tage besteht. Bereits während der Fertigstellung dieses Buches gelang es mir, noch viele weitere Vorleben von Frau B. festzustellen. Fast jedes Jahrhundert, brachte ein Vorleben hervor, die in unterschiedlichen Ländern lebten. Der Detailgrad ist keineswegs weniger als in diesem Fall, eher sogar noch höher! Tauchen wir nun gemeinsam ein, in ein vergangenes Leben lange vor unserer Zeit …

Kapitel 3.

Die Geburt einer Präexistenz

Ein monotones, immer wiederkehrendes Signal riss mich aus meinem tiefen Schlaf. Ich hatte mir schon sehr früh meinen Wecker gestellt, denn heute stand wieder ein Treffen mit Frau B. auf meiner Terminliste. Hatte ich doch neunzig Minuten für unsere heutige Sitzung eingeplant, so erschien es mir trotzdem wenig für das, was ich mir in den Kopf gesetzt hatte. Irgendwie wollte ich mehr über das alles erfahren und am liebsten jedes Detail in seine Bestandteile zerlegen. Viele Fragen in mir suchten nach Antworten und es schien wie eine endlose Kette. Wie konnte das Unterbewusste von Frau B. zwischen zwei Leben unterscheiden? Sie war streng katholisch und eher mit dem „Garten Eden“ vertraut, als mit dem unvereinbaren Gedanken nochmals geboren zu werden. Wenn man bedenkt, dass eine Religion schon in frühester Kindheit regelrecht konditioniert wird, unser Unterbewusstsein aber mit Konditionierung arbeitet (Autofahren, fast alle eingespielten Prozesse laufen unbewusst ab), hätte es niemals die Existenz eines anderen Vorlebens erschaffen können! Nehmen wir dann halt an, Frau B. hätte die Situation selbst bewusst herbeigeführt, so müsste man sich die Frage stellen, aus welchem Grund sie das hätte tun sollen, denn dazu bestand keinerlei Anlass. Zudem wäre sie niemals in der Lage gewesen, eine ideomotorische Steuerung des Fingers bewusst herzuleiten, denn das hätte ich sofort bemerkt. Dieses Zucken des Fingers ist absolut speziell und deutlich von einer bewussten Handlung zu unterscheiden. Mit diesen Gedanken im Kopf fuhr ich los.

Etwas später befand ich mich wieder an der Seite von Frau B. und diese bereits in tiefer Trance. Fingersignale waren vereinbart und ich bat den unbewussten Anteil, ob es möglich wäre, vor die Geburt des vorherigen Lebens zu gehen. Ich wollte wissen, ob ich mithilfe des Unterbewusstseins tatsächlich an jede x-beliebige Stelle des Vorlebens - sollte es das überhaupt in dieser Form geben - springen konnte. Und wieder ließ es mich nicht lange warten, der Ja-Finger meldete sich und die Spannung stieg. Frau B. gab noch nichts von sich, also fragte ich …

F: wie fühlst Du Dich?

A: ….es ist eng….ich hab Angst..(verzieht plötzlich das Gesicht)..

F: beschreib mal alles, was passiert!

A: es drückt um mich herum…..es schiebt mich was vor….(verkrampft das Gesicht)…was vor…..es ist dunkel…..es schiebt mich immer mehr…immer mehr nach vorne…….es wird hell!! Es wird…es wird hell!!…….Es dreht sich alles, atmet tief ein…ich nehme Luft! Ich atme!……Ich….hab….ist kalt……..ist eine Frau…….die dreht mich…die dreht mich auf den Bauch…..die dreht mich wieder rum…….die hält meine Arme hoch…..sie wickelt mich ein…ganz fest!! (Gesicht wirkt verkrampft) Meine Arme liegen an mir gepresst!!…..Ich…kann…meine Arme nicht bewegen..

F: findest Du das angenehm?

A: nein!!! (weinerlich)

F: erzähl weiter!

A: ..ich sehe meine Mutter…

F: was macht sie?

A: ….sie hält mich..

F: ist das gut?

A: ja!…Sie gibt mir die Brust….hmmaah..

F: was?

A: …. dieser erste Schluckmoment…(wirkt plötzlich ruhiger)..

F: dieser erste Schluckmoment? Die Milch?

A: …ja

F: wie war das?

A: …..das war so warm…..das läuft so warm in den Körper…in den Bauch…

F: ist das angenehm?

A: ja…es tut gut..

F: sagt sie etwas zu Dir?

A: …. sie sss…….sie summt..

F: sie summt?

A: ja

F: was summt sie denn?

A: ….sie…sie wiegt mich im Arm und summt, während sie mir die Brust gibt..

F: sagt sie auch Deinen Namen?

A: ….meine Katharina…

F: fühlst Du Dich wohl jetzt?

A: ja……ich bin müde…

F: wer ist denn bei Dir?

A: … (unverständlich)

F: wer ist da?

A: …die Frau……die mich….bei der Geburt…….geholt hat…

F: hast Du ihren Namen gehört?

A: ……Hannelore……………und meine Oma…

F: sagen sie etwas?

A: bist Du die Oma…sagt meine Mutter…bist Du die Oma……….bist Du die Oma Waltraud.. jetzt bist du……Oma Waltraud!

F: wer sagt das?

A: meine Mutter..

Es war unglaublich und fantastisch zugleich. War ich nun wirklich Zeuge von der Geburt einer Präexistenz geworden? Die Atmosphäre des Geschehenen lag noch im Raum. Die Gesichtszüge von Frau B. hatte ich deutlich wahrgenommen, die das Erlebte durch starke Verkrampfungen widerspiegelte. Ich hatte sie nicht darauf vorbereitet, weder auf mein Vorhaben, noch auf meine Fragen. Aber wer oder was war dafür verantwortlich? Waren es meine Fragen, die immer wieder eine Verkettung an Fantasie auslösten, um mir die entsprechenden Antworten zu liefern? Nein! Dazu passten die Emotionen nicht, die sich ja unverkennbar zeigten. Das sehr enge Wickeln ihres Körpers empfand sie als sehr unangenehm. Viele Völker machen das heute noch so und wie es scheint, ist das wohl nicht die beste Vorgehensweise! Könnten wir aus solchen Dingen lernen?

Ganz besondere Beachtung sollte man der Zeile widmen, in dem sie einen außerordentlich subjektiven Prozess beschreibt, nämlich das erstmalige Schlucken der Muttermilch, die so warm in ihren Körper lief. Ebenso ihr erster Atemzug. Solche Empfindungen, die sich im Moment des Erlebten zeigten, können nicht einfach mit einer Fantasie erklärt werden, zumal es vollkommen an Ausschmückung fehlte. Weiter ging es, ich wollte in ihr zweites Lebensjahr und bekam es!

F: was machst Du?

A: ich laufe…

F: wo denn?

A: …in der Stube…auf dem Holzboden…..die Schuhe klackern…von den kleinen Schritten…

F: hast Du Schuhe an?

A: ich habe Schuhe!

F: wie sehen denn diese Schuhe aus?

A: ..sind…so Stoff…oben drüber ist Stoff!…Ein kleines Holz…..ist so…harte Sohle und darüber ist Stoff!

Es ist so am Fuß gebunden…es klackert so, wenn man läuft!

F: und was hast Du an?

A: ..Kleidchen…ich hab braune Haare…Locken…hab so…ein Bändchen in den Haaren …hab große Augen!

F: was für eine Augenfarbe hast Du denn?

A: …grau…

F: wo läufst Du denn jetzt hin?

A: …ich laufe an den Tisch und unter den Tisch….ich hab…ein Seil…in der Hand….da….ist so ein Holzrad dran!…Das zieh ich hinter mir her!…Ein kleines rundes…wie ein Rad……das zieh ich hinter mir her…da lauf ich immer mit rund!

F: was sagt denn Deine Mutter so zu Dir?

A: …das ich leise sein soll….das ich…nicht so schnell laufen soll!…..Sie unterhält sich mit einem Mann…den kenne ich nicht!… Der hat einen schwarzen Anzug an!

F: hörst Du, was sie sagen?

A: …sie hat einen Kessel auf dem Herd….da hat sie Feuer gemacht!…Der Kessel kocht……sie sitzen da …reden und trinken…

Mein Handy vibrierte und ich wurde regelrecht aus diesem Sog des Unglaublichen herausgerissen. Ein Notfall kündigte das Ende der Sitzung an. Da ich nicht nur Hypnotherapeut, sondern auch Chiropraktiker bin, kommt es hin und wieder vor, dass ich schnell zu einem Patienten muss, der aufgrund eines ausgerenkten Wirbels oder einem ordentlichen Hexenschuss starke Schmerzen erfährt. Ich zählte Frau B. wieder aus der Trance und achtete darauf, dass sie keine hypnotische Amnesie erlitt, indem ich die Anweisung gab, sich an alles zu erinnern, was vorgefallen war. Diese Entscheidung war in erster Linie dafür gedacht, dass ich die Gelegenheit einer detaillierten Nachbesprechung mit ihr hatte. Später jedoch, sollte sich das noch als folgenschwerer Fehler herausstellen. Denn mit der Zeit wurden die Sachverhalte deutlicher und nahmen ein ungeahntes Ausmaß an, welches ich mir nie hätte so vorstellen können. Dies hatte zur Folge, dass das Unbewusste von Frau B. eine Art Schutzreflex entwickelte, was im Nachhinein sehr ärgerlich war. Aber genau deswegen war ich auch später in der Lage, ein viel besseres Verständnis für eben dieses Unbewusste zu entwickeln. Ebenso war es sehr förderlich für meine noch ausführlich folgende Theorie über den Funktionsmechanismus der Wiedergeburt. Aber in diesem Moment, wusste ich eigentlich nichts darüber. Ich sprang, getrieben von einer Mischung aus Neugierde und unendlichem Forscherdrang, in ein völlig kaltes Wasser und verließ somit erstmals meine therapeutische Grundlage. Bis zum heutigen Tage bin ich froh diesen Schritt getan zu haben, wurde ich doch mit so unendlich tiefen Erkenntnissen belohnt.

Für Sie liebe Leserinnen und Leser, wird es nun Zeit, in eine faszinierende Lebensgeschichte einzutauchen, die es eigentlich von unserem heutigen Stand der Wissenschaft überhaupt nicht geben dürfte, die nun aber schwarz auf weiß vor Ihnen liegt und Sie garantiert nicht unberührt lassen wird. Die Sachbezogenheit sowie der Detailgrad werden Sie mit Sicherheit in Ihren Bann ziehen. Und da wäre noch etwas ganz Besonderes zu erwähnen, dieses Buch enthält eine bis ins kleinste Detail, lückenlose Schilderung über das Erleben des Todes und sogar noch weit darüber hinaus.

Kapitel 4.

Eine unbeschwerte Kindheit

Durch die Menge der erhaltenen Informationen zeigte sich eine recht unbeschwerte Kindheit, die ich nun in diesem Kapitel erwähnen möchte. Behütet als Einzelkind wuchs sie in einer finanziell gut gestellten Familie auf. Ihr Name: Katharina! Graue Augen, lange braune Zöpfe und die typische Kleidung ihrer Zeit. Genau so nahm sie Frau B. wahr, während sie wieder in tiefer Trance vor mir lag. Ruhig, tief und gleichmäßig gingen ihre Atemzüge und es sah fast so aus, als hätte ihre Atmung im gleichen Moment aufgehört. Es hatte immer etwas Gespenstiges an sich, wenn sich plötzlich nach meiner Frage eine Stimme meldete, die irgendwie überhaupt nicht zu der Frau passte, die ich kannte. Manchmal und besonders bei sehr emotionalen Erlebnissen, kam eine sehr eigensinnige Person zum Vorschein, die Frau B. noch nicht im Ansatz ähnelte. Irgendwie verspürte ich eine andere Präsenz und es ist wirklich schwer, so etwas zu erklären noch zu beschreiben. Ab und an erinnerte es mich an die Séancen, in denen ein Medium plötzlich in gruseliger Stimme zu reden begann. Nun, hier war es jetzt nicht so schauerlich, allerdings klang die Stimme manchmal doch recht energisch und insbesondere dann, wenn der Zorn in ihr aufstieg! Aber lassen wir doch Katharina selbst zu Wort kommen …

F: wie alt bist Du?

A: sieben!

F: was machst Du?

A: ..ich sitze am Tisch!

F: was hast Du an? Wie bist Du gekleidet?

A: ich hab einen Rock an…hab…Strümpfe…ich hab Schuhe…schwere Schuhe!

F: schwere?

A: die sind so schwer an den Füßen!

F: wie sehen die denn aus?

A: ….die haben…eine schwere harte Sohle…so braun…braunes Leder!…Die schnürt man so hoch…bis zum Bein…sind schwer!

F: wie sind Deine Haare?

A: ….lang!…Zwei Zöpfe!

Ich ließ sie das Zimmer beschreiben, in dem sie sich befand und all die darin befindlichen Dinge wurden, gemäß in der Zeit in der sie lebte, korrekt wiedergegeben. Ich möchte Sie aber nicht mit solchen Dialogen langweilen, sondern vielmehr zu Wichtigerem übergehen.

F: hast Du eine Puppe?

A: ja!…Die hat schöne Augen…blaue Augen…große Augen und einen schönen roten Mund…und ein Kleid an!..

F: und das Gesicht? Ist das Holz oder Metall?

A: ….das ist….kann kaputt gehen..(runzelt die Stirn)..

F: ist das wie eine Tasse?

A: ja!

F: weißt Du, wie man so etwas nennt?

A: ….nein..

Wir erkennen, dass Katharina die Puppe beschrieb, aber keine Information darüber besaß, aus welchem Material sie gefertigt wurde. Das spricht absolut für ihren Altersstand! Und das lässt den Schluss zu, dass nur die Informationen vorhanden sind, die auch zu einem gegebenen Zeitpunkt gespeichert wurden. Das ist eigentlich recht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der unbewusste Anteil im Grunde ja über den gesamten Inhalt eines ganzen Vorlebens verfügt, Informationen aber nur zu einem bestimmten Moment frei gibt oder freigeben kann. Wenn ich doch per Fingersignal zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt eines Vorlebens springen kann, so setzt das doch ein allumfängliches Wissen voraus! Somit müsste doch auch die Information "Porzellan" in der siebenjährigen Katharina vorhanden sein? Genau das ist aber nicht der Fall! Sie kann nur darüber Auskunft geben, was sie auch tatsächlich zu diesem Zeitpunkt an Wissen besaß. Genau das hatte in mir unendliche Gedanken ausgelöst, auf die ich später noch in meiner Theorie genauer eingehen werde. Kommen wir nun aber zu einer interessanten Schilderung eines Gerätes, dass sich an der Seite des Elternhauses befand.

A: ..da ist Wiese…(unverständlich)..da..steht eine Wasserpumpe!

F: eine Wasserpumpe?

A: im Garten…auf der Wiese steht ein..ich weiß nicht…wie man das nennt..(runzelt die Stirn, Augen rollen unter den Lidern)..

F: beschreib es mal!

A: …das…hat so zwei Räder….kann man vor ein Tier spannen…steht in der Wiese…so aus Holz!…Das ist Eisen…wo man den Boden aufmacht….so ein Eisen!…Es hängt an einer Kette …ist aus Holz…das macht man dann an eine Kuh oder ein Pferd!…Dann zieht man das und das zieht eine ….Furche in den Boden…dringt so ein…damit man dort…das….Gemüse machen kann!

F: ist das ein Pflug?

A: ja!

Gehen wir mal davon aus, dass alles der reinen Fantasie entsprungen wäre, dann bräuchte man sicherlich nicht so viele Worte um eine einzige Sache zu beschreiben. In der Fantasie wäre das Gerät vollständig verinnerlicht. In diesem Falle aber ist der kindliche Charakter sehr deutlich zu erkennen! Aber wie kann das überhaupt sein? Wollen wir uns das Ganze mal etwas genauer betrachten. Zum einen haben wir Frau B. in tiefer Trance auf dem Sofa. Ihr Unterbewusstsein war so freundlich, uns etwas aus dem Vorleben zu zeigen, in diesem Fall die kleine Katharina, die sich im Vorgarten befand. Sie reagierte auf meine Frage, betrachtete das Gerät, und begann es zu beschreiben. Zudem fing sie ganz klar an, sich zu erinnern, wie und für was man es eingesetzt hatte. Sie musste also folglich auch auf einen (unbewussten) Anteil zugreifen, um überhaupt zu erinnern. Erst nach dem Abgleich der gespeicherten Informationen wurde ihr der Umgang des Gerätes bewusst und letztendlich auch, dass aus der gezogenen Furche einmal Gemüse wuchs. Kommen wir somit zu folgender Feststellung. Frau B hat ein Unterbewusstsein, das ich nutze um an die Erinnerung eines Vorlebens zu kommen. Das Vorleben selbst, also Katharina, muss aber auch ein Unterbewusstsein besitzen, da sie sich nun mal eigenständig erinnerte. Das jedoch wäre doch sehr verwunderlich, denn dann wäre sie doch praktisch eine eigenständige Persönlichkeit, nur halt ohne eigenen Körper? Sie denkt, sie beschreibt und sie erinnert und noch dazu in einer kindlichen Art und Weise! Lieh sich Katharina das Unbewusste von Frau B. aus? Demnach würde es sich um ein und dasselbe Unterbewusstsein handeln! Ich werde später noch ganz gezielt darauf eingehen, somit seien Sie versichert, es bleibt spannend! Ich befragte sie nach dem Haus, in dem sie lebte und erhielt eine vollständige Beschreibung, aber das eigentlich Wichtige für mich war, die Adresse zu erhalten, die sie mir auch tatsächlich nennen konnte.

F: kannst Du eine Hausnummer sehen?

A: ………3…

F: und die Straße?

A: Tannenweg…

F: also wohnst Du im Tannenweg 3?

A: ja!

F: gibt es einen Friedhof?

A: …ja…

F: wo ist der denn?

A: hier!

F: wo genau?

A: am Tannenweg….auf der anderen Seite!..

Ich fragte gezielt nach einem Friedhof, denn dieser ist immer ein guter Orientierungspunkt und wird meist über viele Jahre, manchmal sogar Jahrhunderte nicht verlegt. Die Überraschung war groß, als sich herausstellte, dass er praktisch gegenüber lag. So war es mir bei meinen späteren Recherchen möglich, den ehemaligen Stand- und Wohnort ausfindig zu machen, die genau den Angaben der kleinen Katharina entsprachen. Hier ein kleiner Einblick über ihren Vater.

F: hat Dein Vater ein Fahrzeug?

A: ….nein!

F: wie kommt er denn auf die Arbeit?

A: …der geht…ein Stück zu Fuß!

F: was arbeitet denn Dein Vater?

A: er …beratet für…Menschen..

F: was?

A: weiß nicht…der hilft Menschen…er beratet!

F: beschreib mal Deinen Vater!

A: …….er ist groß…schlank…..eine spitze Nase…hat…braunes Haar…langen schwarzen Mantel…

F: trägt er etwas auf dem Kopf?

A: ….Zylinder!…Hat eine….eine Mappe…Ledermappe!

F: und wie sehen die Schuhe aus?

A: …..glänzen…sind so schwarz!

F: wie ist seine Stimme?

A: ….sehr weich! Er ist ein sehr ruhiger…ruhiger Mensch!..

F: hat Dein Vater einen eigenen Raum im Haus?

A: ja!

F: beschreib den mal!

A: …da ist ein Schrank…mit einer Glastür!…Ein Schrank mit Türen und kleinen Fenstern dran!

F: hat er auch Bücher?

A: ja!

F: was gibt’s noch in dem Zimmer?

A: …eine Feder…ein Tintenbehälter zum Schreiben!…Papierrollen..

F: und für was sind die Papierrollen?

A: ….ich weiß es nicht!…Da liegen Papierrollen…für zu schreiben!…Ein gemaltes Bild..

F: was noch ?

A: …einen Besen…der ist rund!…Ein Holzstiel…mit Bast…gebunden!..

F: kann man solche Besen kaufen?

A: ….ja!

F: wo kauft man denn solche Besen?

A: es gibt jemand, der die anfertigt…der auch Körbe macht…aus Weide!…Manchmal kommen solche…die die verkaufen wollen!…Die haben einen Ziehwagen und dann fahren sie durch die Straße und rufen!..

F: was rufen die denn?

A: .."Der Flechtenhennes ist wieder unterwegs!"….Und der hat Körbe drauf…Körbe und Besen…und die hat er, in seinem Ziehwagen!

F: weißt Du, was so ein Besen kostet?

A: …nein

In einer späteren Sitzung ließ ich sie in ihr 10. Lebensjahr gehen, sie befand sich auf der Wiese ihres Elternhauses.

A: ich bin draußen

F: was machst Du?

A: ….ich spiele!

F: was denn?

A: ich habe ein Stöckchen in der Hand!

F: was machst Du damit?

A: ….ich spiele mit einem Hasen!

F: läuft er frei herum?

A: ja! Ich hab ihn aus dem Stall geholt.. (kindlich gesprochen).. ich hau ihm mit dem Stöckchen auf den Kopf!..

F: Du schlägst ihm auf den Kopf?

A: ja!

F: weshalb tust Du das?

A: .. weiß es nicht..

F: macht Dir das Spaß?

A: ja!…Ich ähm…er hat lange Ohren……ich heb mit dem Stöckchen die Ohren hoch!..

F: und das macht Dir Spaß?

A: ..ja…er ist groß…und…er frisst das Gras…in der Wiese!..

F: tut Ihr den auch essen?

A: ja! (wirkt völlig emotionslos)

F: isst Du gerne Hase?

A: ohhh ja!! (ganz erfreut)

F: und Du weißt, dass Du diesen Hasen auch mal essen wirst?

A: jaa!!

F: macht Dir das nichts aus?

A: ..(Augen rollen unter den Lidern)…nein!

F: warum nicht?

A: dafür sind die da!! (energisch gesprochen)

Hier kann man sehr gut die andere Zeit erkennen, in der Katharina aufwuchs. Es ist nicht der niedliche kleine Hase, den man gerne streicheln möchte, wie es wohl alle heutigen Kinder gerne tun würden. Für Katharina war dieser Hase eher ein Ding, mit dem man zwar spielen konnte, der früher oder später aber auf ihrem Teller zu landen hatte. So mögen ihre Handlungen für uns recht emotionslos erscheinen, näher betrachtet jedoch, zeigen sie nichts anderes als ihre damalige Erziehung. Und diese ist völlig nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass die zehnjährige Katharina im Jahre 1887 lebte! Wahrscheinlich fragen Sie sich in diesem Moment, wo ich diese Zahl hernehme. Nun, ich habe aufgrund der chronologischen Darstellung etwas vorgegriffen, denn sie wird später noch öfters ihr Geburtsdatum nennen, sei es durch ein Ausweisdokument oder durch eine Zufallsbeschreibung. Sie wurde 1877 geboren! Ebenfalls wäre interessant zu erwähnen, dass Frau B. nach der Trance die Situation mit dem Hasen intensiv aufgriff. Sie erklärte mir, dass sie zu solch einer Handlung, wie die von Katharina, emotional gar nicht in der Lage wäre. Selbst drei Katzen versorgend, bedeutet ihr das Wohl ihrer Tiere alles! Hier noch schnell eine Selbstbeschreibung von Katharina als Kind.