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Winterzauber auf Snape Castle

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1. KAPITEL

Snape Castle, Northumberland, England

November 1553

Ich dulde deine üble Laune nicht länger!“, herrschte Sir Guy Cavendish seine einzige noch unverheiratete Tochter an. „Hier geht es nicht um deine Wünsche! Ich schwöre, dass du verheiratet werden wirst, noch ehe der Februar kommt!“

Ungläubig starrte Alyssa ihren Vater an. Sonst der geduldigste aller Männer legte er nun tatsächlich das berüchtigte Temperament der Cavendishs an den Tag. Sie atmete tief ein. „Ich weigere mich, jemanden zu heiraten, den du für mich kaufen musst, Papa. Ich bin keine Gans, die auf dem Marktplatz feilgeboten wird.“

Energisch schob Guy das Kinn vor. „Wärst du so sanft wie deine Schwester, müsste ich kein fürstliches Vermögen bieten, um Bewerber für dich anzulocken.“

„Ganz genau“, ergänzte Lady Celeste von ihrem Sessel am Kamin aus. „Wahre Schönheit kommt von Herzen und strahlt von innen heraus. Damit wirst du die Liebe eines Mannes gewinnen.“

Sie warf ihrem hochgewachsenen Gemahl ein strahlendes Lächeln zu.

Alyssa verdrehte die Augen. Wie konnten ihre so klugen Eltern nur so begriffsstutzig sein? „Ich will nicht die Närrin spielen, nur um mir einen noch größeren Narren einzufangen. Und ich bin nicht wie Gillian!“, setzte sie heftig hinzu.

Wieso konnten ihre Eltern nicht verstehen, wie sehr sie es hasste, immer nur eine von den Zwillingsschwestern zu sein? Sie verabscheute es, als Hälfte eines Ganzen gesehen zu werden, als das Spiegelbild der süßen, unendlich perfekten Gillian, deren zuckriges Lächeln und heuchlerische Plattitüden allgemeine Zustimmung fanden. Alyssa hingegen wollte sich nicht verstellen. Sie wünschte sich Anerkennung ihrer selbst willen und verfolgte daher einen anderen Kurs, der oft zu Missverständnissen und Bestrafungen führte. Doch diese Widrigkeiten hatten ihren Entschluss, ganz sie selbst zu bleiben, bisher nur verstärkt.

Seufzend wandte Celeste sich wieder ihrer Stickerei zu. „Naja! Gillian ist glücklich verheiratet und guter Hoffnung. Wünschst du dir nicht das gleiche Glück, cherie?“

Alyssa wandte den Blick ab. Natürlich wünschte sie sich das. Doch nicht mit einem Gemahl, der gekauft werden musste. „Ich werde mich nicht an einen habsüchtigen Taugenichts binden lassen!“

Guy kniff unwillig die Augen zusammen. „Was war denn an Sir Nathaniel Falwood so übel, dass du es für notwendig erachtetest, ihn seiner Wege zu schicken? Er kommt aus guter Familie.“

Darauf schnaubte Alyssa nur verächtlich. „Oh, er hatte ein nettes Gesicht – und einen intriganten Sinn. Während aus seinem linken Mundwinkel Ruhmesworte über meine Schönheit troffen, quollen aus dem rechten unzählige Fragen an dich über meine Mitgift. Er fand deinen Reichtum wesentlich interessanter als meine Gesellschaft.“

Verzweifelt fuhr Guy sich mit den Fingern durch das ergrauende Haar. „Du gabst Lord Falwood gar nicht erst Gelegenheit, sich zu beweisen.“

Alyssa warf den Kopf zurück. „Wozu, ich habe schon ehe er seinen Mund geöffnet hatte erkannt, wie er ist. Du solltest froh sein, dass ich deinen Besitz vor seinen gierigen Fingern bewahrt habe.“

„Genug geschwätzt, kleine Miss!“, sagte Guy bestimmt. „Ich bin es müde, mit dir zu streiten. Du bist beinahe zweiundzwanzig und weit und breit besteht keine Aussicht auf Heirat. Bist du noch ein paar Jahre so halsstarrig, kann nicht einmal mein Gold dich noch jemandem versüßen. Ich habe einen Beschluss gefasst: Wenn die Weihnachtszeit anbricht, werde ich so viele junge Männer vom königlichen Hof hier bewirten, wie sich mit dem Vermögen, das deine Mitgift ist, nur herlocken lassen. Am dreizehnten Tag nach dem Fest wirst du einem davon versprochen sein.“

Alyssa setzte zu Protest an, sah jedoch den warnenden Blick ihrer Mutter und schwieg lieber. Sie wirbelte auf dem Absatz herum und stürmte aus dem Raum. Erst in der Zuflucht ihres Gemachs blieb sie stehen. Behutsam hob sie ihre Katze, die inmitten der Bettpolster schlummerte, auf und drückte die Wange in ihr seidiges Fell. „Wie können meine Eltern mir etwas so Grässliches antun, Mika? Ich wünschte nur, dieses Jahr würde der Advent nie enden.“

2. KAPITEL

Queen Marys Hof in Greenwich nahe London

Als er seinen Namen hörte, wandte Sir Robert Maxwell den Blick von den Schachfiguren auf dem Spielbrett vor sich ab. Mit einem Lächeln schaute er seinem Jugendfreund entgegen, der entlang der Galerie auf ihn zusteuerte.

„Nate! Schon so bald zurück? Ich dachte, du wandeltest auf Freiersfüßen.“

Seufzend ließ Sir Nathaniel Falwood sich ihm gegenüber auf den Stuhl sinken. „Still, Max! Ich kann froh sein, dass ich mit dem Leben davongekommen bin.“

„Also hast du dir das mit der Ehe noch einmal überlegt.“

Nate berührte die frische Narbe über seinem Wangenknochen. „Aye, als ich den Zankteufel kennenlernte. Kein Wunder, dass ihr Vater eine so hohe Mitgift bietet.“

Gedankenverloren drehte Max die elfenbeinerne Königin zwischen den Fingern. „Tatsächlich?“

Nate verzog das Gesicht. „Ich höre jetzt, dass Lord Cavendish sein Gebot noch erhöht hat – zwölftausend Pfund plus Anspruch auf einen Landsitz, der noch einmal zweitausend pro Jahr einbringt.“

Obwohl Max selbst reich war, nahm ihm diese Mitgift doch den Atem. Er stieß einen anerkennenden Pfiff aus. „Ist die Dame solch ein Scheusal?“

Nate schüttelte den Kopf. „Nein, das ist ja das Teuflische daran. Das Mädchen ist eine Schönheit – nachtschwarzes Haar und strahlend blaue Augen. Sie ist groß und schlank und ihre Brüste wohlgerundet, soweit ich sehen konnte … Aber sie gestattete mir keine nähere Prüfung.“

„Ein sittsames Weib?“

„Eine der Hölle entsprungene Furie, und das ist die Schwierigkeit.“

Max setzte die Königin zurück aufs Brett. „Kein zurückhaltendes Mädchen, das jäh errötet, dann verschämt kichert und verlegen stammelt?“

Nate lachte rau auf. „Wohl kaum! Sanftes Betragen ist Alyssa Cavendish unbekannt, und ihre Worte triefen von Essig und Galle. Mit ihrem Lächeln könnte sie ein Einhorn betören, nur sah ich sie nie lächeln, außer …“ Er brach ab.

„Außer wann?“, drängte Max. Diese widerstrebende Braut klang irgendwie faszinierend. „Sag, was brachte die Dame zum Lächeln?“

„Als sie mich verhöhnte und feststellte, ich sei verstimmt“, fauchte er. „Und wie immer man das Wort auslegt – sie ist keine Dame.“

Max sank in seinen Stuhl zurück und bedachte die Beschreibung der Cavendish-Tochter. Seine beträchtlichen Erfahrungen mit Frauen hatten ihn gelehrt, nach verborgenen Motiven zu suchen, wenn umwölkte Stirn und Wutanfälle über Lächeln und Sanftheit triumphierten. Vielleicht waren Unglück und Unzufriedenheit der Schlüssel zu Alyssa Cavendishs Betragen. Sein Interesse war geweckt. „Ich bin gerade dreißig geworden“, sagte er grüblerisch. „Es wäre an der Zeit, eine Familie zu gründen. Erzähl mir mehr von dieser kleinen Hexe.“

Nate gaffte ihn an. „Du scherzt wohl! Alyssa Cavendish würde ich meinem ärgsten Feind nicht gönnen und schon gar nicht meinem besten Freund. Hier in Greenwich gibt es genug frische, verlockende Blumen für dich.“

Ungeduldig wehrte Max ab. „Ich finde junge Mädchen langweilig. Ich suche eine Frau mit Feuer im Blut.“

Nate schüttelte den Kopf. „Du bist schon reich genug, warum solltest du eine solche Höllenbraut überhaupt in Betracht ziehen?“

„So schlimm ist sie?“ Max grinste.

„Du hast den Verstand verloren. Ich sag’s dir geradeheraus, Alyssa ist ein Zankteufel.“

Nun grinste Max noch breiter. Die Vorstellung, diesen feuerspeienden Drachen zu zähmen, würde seinem öden Leben eine willkommene Abwechslung bieten. „Ich wette mit dir um tausend Goldkronen, dass ich das Herz dieses Wildfangs gewinnen kann.“

Lachend schlug Nate sich auf die Knie. „Rache ist süß! Ich erleichtere dich nur zu gern um dein Geld, wenn du auf diesem Unsinn beharrst.“

„Meinst du etwa, ich schaffte es nicht?“

„Ganz genau!“

Max streckte ihm die Hand hin. „Schlag ein, die Wette gilt!“

Nate ergriff seine Hand und schüttelte sie kräftig. „Es wäre mir das Doppelte wert, dich mit diesem frechen Fratz verheiratet zu sehen.“

Um Max’ Lippen spielte ein kaum merkliches Lächeln. „Sagte ich etwas von Heirat, Nate? Ich wette nur darum, dass ich die Zuneigung dieses holden Mägdeleins erringen kann.“

„Bei Gott! Ich hätte dran denken sollen, welch ein Spitzbube du bist.“

In Max’ Kopf überschlugen sich schon die Pläne für sein neues Abenteuer. Er wusste, dass Sir Guy eine uneingeschränkte Einladung an die Junggesellen des Hofes hatte ergehen lassen, sich zu den Weihnachtsfestlichkeiten der Familie Cavendish auf Snape Castle einzufinden. Max würde dieser Einladung folgen, doch nicht offensichtlich um Alyssa werben. Er würde auf einem Umweg Zugang zu ihrem Herz finden. Jetzt musste er sich beeilen, wenn er bis dahin alles vorbereitet haben wollte. In fünf Wochen war bereits Weihnachten!

Snape Castle, 23. Dezember 1553

Molly, Alyssas Zofe, steckte den Kopf durch die Tür ins Gemach ihrer Herrin. „Seid Ihr taub, M’lady?“ Da sie Alyssa schon angekleidet hatte, als die noch im Laufgurt steckte, war sie die Einzige, die derart unverblümt zu ihr sprechen durfte. „Hört Ihr nicht die Trompetenstöße?“

Alyssa machte ob des blechernen Lärms vor ihrem Fenster eine abfällige Handbewegung. „Vermutlich ein weiterer Freier? Ist das nun der dritte oder der vierte?“ Sozusagen aus Notwehr heraus plante sie, von nun an so viel Zeit wie möglich in ihrem Gemach zu verbringen, um den spindelbeinigen Pfauen aus dem Weg zu bleiben, die nun in der Großen Halle des Schlosses umherstolzierten.

Molly huschte zum Fenster, wischte den Dunst von einer der Scheiben und schaute nach draußen. „Nein, M’lady, ’s ist der Narrenkönig, der eingetroffen ist.“

Alyssa gab vor, gelangweilt zu gähnen. „Na, dann lass uns beten, dass Peter Sheepshanks ein paar neue Kunststückchen und Lieder gelernt hat. Ich schwöre, in den letzten fünf Jahren hatte er sein Repertoire nicht um ein Haar verändert. Letztes Weihnachten waren selbst seine besten Spottreden zum Einschlafen.“

Molly gluckste amüsiert. „Überraschung, M’lady. Es ist nicht der alte Peter, sondern ein neuer Mann, geradewegs vom Königshof, sagen sie.“ Sie drückte sich die Nase an der Scheibe platt. „Bei meiner Seel’, der ist ein stattlicher Teufel!“

Alyssa schaute von ihrem Stickrahmen auf. „Wirklich?“

„Seht selbst.“ Erneut wischte Molly die Scheibe mit ihrem Ärmel frei.

Alyssa schob die Nadel in den Stoff und schlenderte zum Fenster. Jeder Spaßmacher war besser als der eingerostete Sheep­shanks. Auch sie rieb eine der rautenförmigen Scheiben frei und lugte hinaus. Im Hof unten herrschte hektische Betriebsamkeit, schlimmer als zu Gillians Hochzeit vor einem Jahr. Ein Zug Maultiere verstopfte die ummauerte Fläche. Diverse junge Männer, angetan mit engen, grellbunten Beinkleidern und Tuniken, luden unzählige, dem Anschein nach schwere Kästen und Kisten und gestopft volle Segeltuchsäcke ab.

Zwei berittene Pagen, ebenfalls in buntem Narrenkostüm, bliesen immer noch ihre mit Wimpeln geschmückten Trompeten. Die geblähten Wangen der Knaben waren vor Anstrengung und von der Kälte gerötet. Inmitten des Durcheinanders saß auf einem tänzelnden, milchweißen Ross ein breitschultriger Mann.

Das unregelmäßige Glas verzerrte die Züge der Menschen im Hof. Um besser sehen zu können, öffnete Alyssa das Fenster. Molly hinter ihr stellte sich neugierig auf die Zehenspitzen.

„Seht Ihr?“, krähte sie Alyssa ins Ohr. „Er ist ein Prachtexemplar von einem Mann.“

„Pscht, Molly!“, fauchte Alyssa. „Du blökst wie ein Ochsenfrosch.“

Der neue Narrenkönig musste die Zofe gehört haben. Als er zum Fenster aufschaute, entdeckte er Alyssa. Einen atemlosen Herzschlag lang starrte er sie unverschämt an; seine dunklen Augen funkelten mutwillig. Dann verzog sich sein hübsches Gesicht zu einem schalkhaften Grinsen. Mit ausholender Bewegung schwenkte er seinen federgeschmückten Hut und verneigte sich elegant im Sattel. Die blasse Wintersonne malte blitzende Lichter in sein dunkelbraunes Haar. Dann schwang er sich mit einer einzigen geschmeidigen Bewegung von seinem Reittier und wandte ihr den Rücken zu, während er seinem Gefolge Anweisungen gab, wo das ausufernde Gepäck hingeschafft werden sollte.

„Füllt seine Hosen recht nett aus, nicht wahr?“, bemerkte Molly.

Alyssa tadelte sie nicht für ihre lüsterne Bemerkung. In der Tat spannten sich die grün-weiß gestreiften Beinkleider des Mannes eng um seine muskulösen Schenkel und schmiegten sich dicht um sein straffes Gesäß. Alyssa fiel das Atmen schwer. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. In ihren Schläfen hämmerte das Blut. Halt suchend umklammerte sie das Fenstersims.

„Ha, in der Küche wird es während der nächsten vierzehn Tage heiß hergehen“, prophezeite Molly genüsslich. „’s würd’ mich wundern, wenn der hübsche Schurke nicht mindestens drei von den Küchenmägden verführte.“

In Alyssas Magen kribbelte es, als sie dem Mann zusah, wie er seine schwer beladenen Helfer zu einem der Lagerhäuser führte. Sein mehr als beschwingter Gang und sein gebieterisches Auftreten wiesen ihn eindeutig als den Narrenkönig aus. Entsetzt ob ihrer unerwarteten Reaktion auf diesen aufgeblasenen Spaßvogel schlug sie das Fenster so fest zu, dass die Scheiben klirrten.

„Lass das Geschwätz, Molly“, verlangte sie und wandte sich wieder ihrer Stickerei zu. Als sie die Nadel aufnahm, bebten ihr die Hände.

Molly lachte und wandte sich zur Tür. Im Hinausgehen warf sie über die Schulter: „Glaubt mir nur, Mylady, unser neuer Narrenkönig wird viele Herzen erobern.“

„Ein Narr in der Tat!“, schnaubte Alyssa und schickte sogleich einen Fluch hinterher, als sich die Nadel in ihren Finger bohrte. „Teufel auch!“

Obwohl der farbenprächtige Fremde nicht zum Essen in der Großen Halle erschien, war seine Ankunft doch das Hauptgesprächsthema.

Alyssa war dankbar, sich nicht mit den drei Anwärtern auf ihre Hand unterhalten zu müssen, die ihre Mahlzeit Reden schwingend am anderen Ende der Hohen Tafel einnahmen. Welch ein langweiliges, unattraktives Dreigestirn!

Sir Jeremy Mackarel hatte einen Sprachfehler und zog ein Bein nach. Sir Lionel Scudamore, der schlürfend und rülpsend sein Essen in sich hineinstopfte, war nichts als ein grober Klotz im Gewand eines Gentleman, und Sir Lucian Dugdale fluchte wie ein Viehtreiber, und wenn er lachte, klang es wie Eselsgeschrei. Alyssa beobachtete sie aus dem Augenwinkel und überlegte dabei, mit welchen Mitteln sie sie am besten noch vor Neujahr wieder zurück an den königlichen Hof scheuchen könnte. Anfangs achtete sie nicht auf das Gerede über den neuen Narrenkönig.

„Sheepshank schrieb eine ausgezeichnete Empfehlung“, erläuterte Guy der Gesellschaft. „Ich wusste nicht einmal, dass der gute alte Peter die Feder führen kann.“

Alyssa tunkte ein Stück Brot in ihre Suppe. Sie bezweifelte außerordentlich, dass der schwachköpfige Peter je etwas Schwierigeres als ein „X“ neben seinem Namen zu Papier gebracht hatte. Sie hatte den Verdacht, dass der bunte Fremde in seinen skandalös eng gestrickten Beinkleidern das überschwängliche Schreiben selbst aufgesetzt hatte.

Lady Celeste strahlte über das ganze Gesicht. „Oh lala, ich musste schon über ihn lachen, bevor er auch nur seinen Umhang abwarf. Der hat ein fröhliches Herz.“

Alyssa schaute starr in ihren Suppenteller. Mama, du lachst über alles – außer natürlich über mich.

„Und sein Name“, setzte Gillian hinzu, die mit ihrem schottischen Ehegatten nach Snape Castle zurückgekehrt war, um hier die Geburt ihres ersten Kindes zu erwarten, „Sir Hoodwink! Ob er wohl seinem Namen alle Ehre macht, indem er uns recht oft an der Nase herumführt?“

Eine interessante Namenswahl, fand Alyssa. Papa sollte so klug sein, seine silbernen und goldenen Platten wegzuschließen, ehe dieser Tunichtgut sie in einem seiner Bündel verschwinden ließ. Für den Rest des schlichten Mahls war sie vollauf damit beschäftigt, Vermutungen darüber anzustellen, was in des Narren rätselhaften Gepäckstücken enthalten sein mochte. Schon als Kind hatte sie nie die Bescherung am Neujahrstag abwarten können. Jedes Jahr fand sie das Versteck, das ihre Mutter gewählt hatte, und entdeckte nicht nur ihr eigenes Geschenk, sondern auch die aller anderen. Sollte die einfältige Gillian sich nur überraschen lassen. Alyssa genoss ihr geheimes Wissen.

Auch Sir Hoodwinks Kisten und Bündel lockten unwiderstehlich. Sie würde später, wenn alle anderen in ihren Betten lagen, ein wenig herumschnüffeln. Immerhin, versuchte sie sich einzureden, war es im Interesse ihres Vaters, herauszufinden, ob dieser Fremde vielleicht heimlich Waffen eingeschmuggelt hatte, um während der Feiertage das Schloss mithilfe seiner Helfershelfer zu überfallen.

Der helle Mond, der am klaren Winterhimmel stand, beleuchtete den Weg, sodass Alyssa problemlos zum Lagerhaus fand. Zu ihrer Erleichterung war alles unbewacht. Zweifellos saßen Hoodwinks Leute in der warmen Küche, schäkerten und tranken. Insgeheim schalt Alyssa sich, weil sie nicht daran gedacht hatte, ein Werkzeug mitzubringen, um die hölzernen Kisten aufzustemmen. Die Segeltuchbündel hingegen ließen sich leicht aufschnüren. Das erste enthielt eine Anzahl niedlicher Gewänder, die mit zierlich aufgesteppten Efeuranken und Stechpalmblättern aus Seide verziert waren, alle höchst kunstvoll gearbeitet. Doch von solch winzigen Ausmaßen waren sie, dass Alyssa sich fragten musste, für wen die bestimmt sein sollten.

„Ist alles zu Ihrer ...

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