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Willst du mein Single sein

Inhalt

  1. Cover
  2. Über den Autor
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Widmung
  6. 1. Ein Buch wie ein Mückenstich
  7. 2. Dezente erotische Anspielungen
  8. 3. Ich Apfel, du Kirsche
  9. 4. Blickfang
  10. 5. Ferngespräche
  11. 6. Eine Nummer auf dem Infotisch
  12. 7. Wahrheit und Fiktion
  13. 8. Der letzte Tinosaurier
  14. 9. Pornos für Pandas
  15. 10. Meine Friseurin
  16. 11. First-Class-Klaus
  17. 12. Mit liebem Gruß, Dein Julius
  18. 13. Muskelberge unter sich
  19. 14. Das Sauna-Fiasko
  20. 15. Wochenend und Einsamkeit
  21. 16. Mehr Wirklichkeitssinn üben
  22. 17. Nicht ohne mein Buch
  23. 18. Ist sie hübsch?
  24. 19. Kleider machen Leute
  25. 20. Ein verheißungsvoller Auftakt
  26. 21. Die Königin des Mittelmaßes
  27. 22. Ende einer guten Unterhaltung
  28. 23. Ich Hornochse
  29. 24. Tests und Niederlagen
  30. 25. Reif für die Insel
  31. 26. Freundin hinzufügen
  32. 27. Scheißleben
  33. 28. Immer wieder sonntags
  34. 29. Wie wenig doch nötig ist
  35. … SPÄTER

Über den Autor

Peter Godazgar, geboren 1967, studierte in Aachen Germanistik und Geschichte, absolvierte ein Volontariat bei der Mitteldeutschen Zeitung und besuchte die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Sein Debüt als Autor gab er mit dem Roman zum Kinofilm Knockin’ On Heaven’s Door. Außerdem hat er mehrere Krimis veröffentlicht. Peter Godazgar lebt mit seiner Familie in Halle an der Saale, wo er als Redakteur bei der Mitteldeutschen Zeitung arbeitet. Besuchen Sie auch die Homepage des Autors: www.peter-godazgar.de

1.
Ein Buch wie ein Mückenstich

Oh, wie ich sie hasse! Ich hasse sie wirklich. Ich hasse sie, ich hasse sie, ich hasse sie.

Ich hasse diese Bücher, in denen irgendeine Walburga Witzig oder eine Jaqueline Jedermann ihre Männergeschichten ausbreitet. Ja, die Frauen heißen wirklich so in diesen Büchern. Haben Sie schon mal eine Frau namens Walburga Witzig kennengelernt? Oder eine Jaqueline Jedermann? Eben! Jemand sollte mal recherchieren, ob es irgendwo im deutschsprachigen Raum eine Walburga Witzig gibt. Oder eine Jaqueline Jedermann. Solche Namen gibt es nicht. Es gibt sie nur in den Büchern, die ich so sehr hassehassehasse.

Aber jetzt halten Sie sich fest. Ich sitze nämlich quasi im Glashaus. Mein Name ist: Liebe. Jawohl, Liebe, Tino Liebe. Kein Witz. Guter Name, was?

Könnte von Romelia sein. In einem Buch von Romelia wäre ich der Traummann, der ihre Heldin – sagen wir mal: Simone Sonnenschein – über hundertfünfzig Seiten verschmäht, während sie in der Zwischenzeit mit drei Torten wirft und von vier Torten getroffen wird, auf sechzehn Bananenschalen ausrutscht und es mit dem zwanzigjährigen Tierpfleger aus dem Nilpferdhaus im Zoo treibt, was ihr später natürlich furchtbar unangenehm ist. Und während sie sich mit dem Nilpferdpfleger im Stroh wälzt, würde ich, Tino Liebe, mit einem kleinen Mädchen namens Lola Langohr an der Hand vorbeispaziert kommen. Simone Sonnenschein würde vor Scham im Boden versinken wollen, und natürlich würde sie glauben, Lola Langohr sei meine Tochter, obwohl sie in Wirklichkeit mein Patenkind wäre, was sich aber erst hundert Seiten später herausstellen würde. Also, Tino Liebes Patenkind, wenn Tino Liebe die verschmähte Hauptfigur in einem Roman von Romelia Rauchhaupt wäre …

Romelia Rauchhaupt! Ha! Das ist der beste Witz überhaupt. Die Verfasserin jener Bücher, die ich so sehr hasse, trägt einen Namen, der einer ihrer Hauptfiguren würdig wäre. Das Allerbeste ist: Romelia Rauchhaupt ist kein Pseudonym. Die Dame heißt tatsächlich so.

Warum auch nicht? Ich heiße schließlich auch tatsächlich Tino Liebe. Aber abgesehen von meinem vielleicht etwas klischeehaften Namen habe ich mit den Figuren aus Romelias Romanen wenig gemein. Mein Leben treibt eher ruhig dahin. Wenn ich mich recht erinnere, bin ich noch nie auf einer Bananenschale ausgerutscht. Ich habe noch nie mit Torten geworfen und noch nie eine Torte ins Gesicht bekommen. Ich habe es aber auch noch nie – und damit kommen wir zu den entscheidenden Dingen – mit einer Astrophysik-Professorin auf der Motorhaube eines alten VW Käfers getrieben. Ich wurde noch nie von einer gleichermaßen dusseligen wie sexsüchtigen Blondine in der Umkleidekabine von H&M vernascht. Und erst recht war ich noch nie in den Fängen einer Bauarbeiterin, die mich beim Beischlaf auf dem Gerüst am Rohbau eines neuen Altenpflegeheims mit ihren Oberschenkeln fast erwürgt hätte. Ich hatte weder Sex in einer Dampfsauna noch auf dem Turm einer Burgruine. So was passiert nur und ausschließlich in Romanen von Romelia Rauchhaupt.

Ich hatte in meinem Leben – aufgepasst – drei Frauen. Drei! Nicht dreihundert, auch nicht dreißig und nicht einmal dreizehn, sondern drei. Und mit einer von den dreien habe ich noch nicht mal geschlafen, weil sie sich von mir getrennt hat, bevor es dazu kommen konnte.

So sieht’s aus.

Ich werde wahnsinnig bei diesen Berichten, in denen Frauen und Männer die aufregendsten Orte schildern, an denen sie es je getrieben haben: auf dem Kirchturm, im WC eines Reisebusses, im Zoo, im Hamsterkäfig eines Zoohandels, auf dem Zehnmeterturm im Freibad, als blinde Passagiere in einer Frachtgutkiste voller unreifer Mandarinen, in der Schreibtischschublade des Chefs, während der Chef auf dem Schreibtisch seine Sekretärin vögelt … Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede, manchmal muss ich in unserem Laden die Zeitschriften einordnen, und wir verkaufen nicht nur Geo.

Der aufregendste Ort, an dem ich mit einer Frau geschlafen habe? Da muss ich nachdenken.

Darf ich das Auto nennen? Oder mache ich mich damit lächerlich? Zumal das Auto auf einem einsamen Parkplatz stand und sich nicht mit Tempo 140 auf das Kamener Kreuz zubewegte. Ein Auto also, parkend, nicht zur Mittagszeit im Halteverbot einer belebten Einkaufsstraße, sondern eine Stunde vor Mitternacht an einem sehr stillen Ort. Mehr habe ich nicht zu bieten, tut mir leid. Und es war, ehrlich gesagt, auch nicht besonders antörnend. Es war ein ziemlich kleines Auto, und zu den Hauptergebnissen gehörte, dass ich tagelang den Abdruck einer Gurtschnalle an meinem Hintern hatte.

Zurück zu Romelia Rauchhaupt und ihren Büchern. Was soll ich sagen? Eigentlich hasse ich diese Bücher gar nicht. Doch, ich hasse sie – aber ich liebe sie auch. Sie kennen das vielleicht: Manche Bücher findet man so doof, dass es einem schon wieder Spaß macht, sie zu lesen. So wie es auch Fernsehsendungen gibt, vor denen man einfach deshalb sitzen bleibt, weil man nicht fassen kann, wie bescheuert sie sind. Das ist wie mit dem Juckreiz bei einem zwei Tage alten Mückenstich: Man möchte ihn immer wieder spüren, weil es so guttut, sich daran zu kratzen. Die Figuren aus Romelia Rauchhaupts Büchern sind wie Mückenstiche, sie verursachen Juckreiz.

Romelias Heldin würde wahrscheinlich sagen: »Ich haliessbe diesen Typ.« Und in der Verfilmung würde sie natürlich nicht Typ sagen, sondern »Tüpp«, und genau das wäre die Macke, deretwegen sich der Tüpp am Ende in Simone Sonnenschein verlieben würde.

Also: Ich haliessbe Romelia Rauchhaupts Bücher. Und ich kann ihnen nicht aus dem Weg gehen. Ab Montag werden sie wieder stapelweise am Ort meiner Tätigkeit herumliegen. Ich arbeite nämlich in einer Buchhandlung. Nicht in so einer kleinen, feinen mit geschmackvoller Möblierung, sondern in einem dieser Buchsupermärkte. Tut mir leid, aber ich muss auch mein Geld verdienen.

Es gibt übrigens einen einfachen Grund dafür, dass Romelia Rauchhaupts Bücher in unserem Laden in besonders hohen Stapeln zu finden sind: Die Bestsellerautorin Romelia Rauchhaupt lebt in derselben Stadt, in der auch ich lebe und in der sich der Buchsupermarkt befindet. Sie wohnt sogar nur ein paar Straßen von dem Laden entfernt, und sie schneit regelmäßig herein und schleppt einen Stapel Bücher raus. Wenn sie nicht alle Schwarten verschenkt, dann liest sie ziemlich viel.

Ich wüsste gern, ob sie mich kennt. Ob sie mich überhaupt registriert. Mein Kumpel Markus sagt immer: »Die hat mich noch nicht mal ignoriert.« Der Satz könnte für mich erfunden worden sein.

Markus hat gut reden: Er hat seit sage und schreibe vierzehn Jahren eine Freundin, und zwar immer dieselbe – allerdings verstehe ich nicht, was die beiden zusammenhält. Manchmal sagt er, er verstehe es selbst nicht. Ich glaube, beide warten darauf, etwas Besseres zu finden.

Ich warte darauf, überhaupt was zu finden.

Markus habe ich auch meinen Sex-Kalender zu verdanken. Das ist so ein kleiner Abreißkalender, den man auf den Tisch stellen kann, mit dem schönen Titel: 365 heiße Sextipps – Tag für Tag näher zu einem erfüllten Liebesleben.

Ein ziemlich perfides Geschenk für jemanden, der seit sieben Jahren solo ist, keine Frage, aber erstens habe ich Markus im Gegenzug das Buch Partnerschaft ist keine Einbahnstraße – der Beziehungscheck für Krisenpaare geschenkt; und zweitens stellt der Kalender an den meisten Tagen meine einzige Freude dar. Noch größer ist die Freude nur bei der niemals unoriginell werdenden Frage meiner Mutter, ob ich denn »endlich ein nettes Mädchen« kennengelernt hätte. Manchmal fragt sie auch, ob ich »inzwischen ein nettes Mädchen« kennengelernt hätte.

In gewisser Weise habe ich Verständnis für die Frage. Ich bin vierunddreißig.

2.
Dezente erotische Anspielungen

Am Montag sollte also Romelia Rauchhaupts neuer Roman erscheinen. Es ist ihr sechster. Romelia ist sechsunddreißig – so steht es jedenfalls bei Wikipedia. In den Klappentexten ihrer Bücher wird ihr Alter verschwiegen.

Mir ist aufgefallen, dass das Alter von Frauen häufig verschwiegen wird, öfter sogar als »früher«, so kommt es mir jedenfalls vor. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein Erfolg oder eine Niederlage des Feminismus ist, aber im Zeitalter des Internets finde ich diese Zurückhaltung etwas albern.

Auch wenn erst am Montag Erstverkaufstag war, lief mein Chef schon am Samstag mit einer dicken Hose rum und nervte uns alle. Er könnte übrigens ebenfalls einem Romelia-Buch entsprungen sein: Er heißt Jürgen Schweinske, aber er sieht zugegebenermaßen nicht so aus. (Bei Romelia würde er so aussehen.)

Schweinske hatte Heike und mich schon vor Wochen in seinem Büro antanzen lassen, weil er uns erklären wollte, wo im Laden er die Stapel mit Romelias Büchern gerne sehen würde. Dabei hielt er permanent ein Vorabexemplar in die Höhe. Er sah aus wie einer von diesen Fanatikern aus dem Leben des Brian, einer von denen, die Brian zu ihrem Messias auserkoren haben und ständig eine Sandale in die Luft halten.

Niemand zweifelte daran, dass Romelias neues Buch ein Bestseller werden würde. Die Startauflage war sechsstellig.

Eigentlich habe ich mit Romelias Werken beruflich nichts zu tun, weil ich in der Sachbuchabteilung arbeite. Aber Heikes Belletristik-Kollegin Natascha war seit zwei Wochen krank, und darum durfte ich jetzt beides machen.

Ich hätte mir ebenfalls schon längst ein Vorabexemplar schnappen können, aber ich wollte erst am Montag damit beginnen, Romelias neues Werk zu lesen, um den Juckreiz noch ein bisschen hinauszuzögern.

Abends musste ich noch auf eine Party. Sie sollte in einem Hinterhof stattfinden, mehr wusste ich nicht. Ich hatte keine große Lust, aber die Perspektive, einen weiteren Samstagabend allein vor der Glotze zu verbringen, war auch nicht eben prickelnd.

Freilich ist es eine mir wohlbekannte Perspektive. Ich habe mir irgendwann abgewöhnt, an Wochenenden allein auf die Pirsch zu gehen. Es ist zu frustrierend. Man sitzt im Kino, und wenn man richtig Glück hat, sitzt in der Nähe ein frisch verliebtes Paar, das sich ständig gegenseitig versichert, wie toll es den Film findet (oder meinetwegen auch, wie doof). In einem Buch von Romelia würde neben dem einsamen Tino Liebe ein Paar sitzen, das Petting macht; diese Erfahrung ist mir bisher immerhin erspart geblieben. Dennoch: Ein Film muss mich schon sehr interessieren, damit ich diese Unannehmlichkeiten auf mich nehme.

Dabei ist das Kino einer jener Orte, an denen ich es vorziehe, allein zu sein. Ich möchte nämlich im Kino nicht über den Film reden. Viele Menschen haben aber die Angewohnheit, über das zu sprechen, was sie sehen – oder auch über was ganz anderes. Hier meine kleine Typologie des Kinoquatschers, der übrigens fast immer eine Kinoquatscherin ist:

– Der abschweifende Quatscher: In irgendeinem Film – ich meine, es sei Frankie und Johnny gewesen – isst einer der Darsteller Erdnussbutter. Oder Erdnusscreme. Ich weiß es nicht mehr genau, der Film ist aus dem Jahr 1991. Jedenfalls entspann sich zwischen zwei Frauen in der Reihe hinter mir ein zwar getuschelter, aber gleichwohl gut hörbarer Disput darüber, wie ekelhaft es doch sei, Erdnussbutter/-creme zu essen: »Bäh, Erdnusscreme.« – »Das essen die in Amerika zum Frühstück.« – »Iiih, wie kann man nur?« – »Ich nehm das aber manchmal zum Kochen.« – »Wieso?« – »Für die asiatische Küche braucht man das immer mal.« – »Eeecht? Und das schmeckt?« – »Superlecker« … Und so weiter und so weiter. Ich frage mich, warum diese Menschen ins Kino gehen. Jedenfalls nicht, um einen Film zu gucken.

– Der Wir-hätten-besser-in-die-Kneipe-gehen-sollen-Quatscher: Immer paarweise, immer Frauen, mindestens ein Paar pro Vorstellung: »Und dann sagt er zu mir: ›Ich fühl mich total eingeengt von dir!‹« – »Eingeengt?« – »Ich sag: ›Wieso?‹ Und er so: ›Du lässt mir überhaupt keine Freiheiten.‹« – »Der spinnt doch.« – »Und ich so: ›Bloß, weil ich den Rudi nicht mag, was soll denn der Quatsch?‹« – »Oh Mann!« – »Und er: ›Ich lass dich doch auch mit deiner Freundin weggehen.‹ Oh, guck mal, das Kleid sieht ja toll aus!« – »Ja, toll, Sarah Jessica Parker hatte so ein ähnliches an in Sex and the City 2.« – »Den hab ich immer noch nicht gesehen« … Und so weiter und so weiter.

– Der beeindruckte Quatscher: Er quatscht eigentlich nicht, er raunt nur. Ich traf ihn zuletzt im Film Brokeback Mountain. Zwei Reihen hinter mir kriegten sich zwei Damen gar nicht mehr ein angesichts der – tatsächlich umwerfenden – Landschaftsaufnahmen. Immer wieder zischten sie »kraaass« oder »wooooow« oder »irre«, was bei ihnen aber mehr wie »örre« klang. Das Gegenstück ist der unbeeindruckte Quatscher: Ausschließlich männlich, erträgt es nicht, Liebesszenen unkommentiert zu lassen. Macht dann zum Beispiel laute Knutschgeräusche, lässt auch gerne mal einen Rülpser los. Gibt dem Hauptdarsteller hilfreiche Tipps (»Geh ran, Junge!«) oder ergeht sich in der halb gesungenen Aufforderung »Auszieh’n!«.

– Der Kapier-ich-nicht-Quatscher: Sowohl männlich als auch weiblich. Tut laut und deutlich kund, dass er rein gar nichts schnallt. Kommt vorzugsweise in Filmen mit verschiedenen Zeitebenen vor. Der Klassiker hier: Reservoir Dogs von Quentin Tarantino. »Ist das jetzt Mr. Pink oder Mr. Orange?« – »Ich glaub Mr. Blonde … oder Black?« – »Es gibt doch überhaupt keinen Mr. Black!« – »Dann halt Mr. White, was weiß denn ich?« – »Und wieso haben die überhaupt alle diese schwarzen Anzüge an?« – »Und wer hat sie nun an die Polizei verraten?« – »Ist das jetzt wieder ’ne Rückblende?« – »Ach du Scheiße, hat der dem jetzt echt das Ohr abgeschnitten? Und wieso? Ist der jetzt der Verräter?« … Und so weiter und so weiter. Man darf einen Film selbstverständlich nicht verstehen! Auch ich muss ab und zu bei Wikipedia die Handlung nachlesen, um die Pointe zu kapieren. Aber, bitte, kann man das nicht hinterher klären?

– Der Knisterer: Ein Sondertyp, der nicht quatscht, sondern knistert. Ist in der Lage, ein Bonbon auf die denkbar nervtötendste und zeitraubendste Weise aus dem Papier zu pulen. Versucht, ganz, ganz leise zu sein, erreicht damit aber das genaue Gegenteil. Sein Bruder im Geiste ist der Popcornmampfer, der auf Dezenz keinen gesteigerten Wert legt. Hat eine Drei-Liter-Box auf dem Schoß, starrt auf die Leinwand und macht knirschende Kaugeräusche ähnlich einem Nagetier, das Erdnüsse knackt: Krappkrappkrappkrappkrapp – Pause – krappkrappkrappkrappkrapp – Pause – krappkrappkrappkrappkrapp. Und so weiter. Bis er schlürfend an einem Strohhalm saugt, der in einem Drei-Liter-Eimer Cola steckt.

Fazit: Kein Kino mehr.

Markus kann ich auch nicht immer überreden, was zu unternehmen, erst recht nicht am Wochenende. Schon komisch: Er und Yvonne nerven sich permanent, aber das Wochenende ist ihnen offenbar heilig. Am Wochenende nehmen wir uns meist gar nichts vor, das wollen wir ganz für uns haben. Da wollen wir uns mal so richtig schön auf die Nerven gehen.

In Diskos gehe ich schon aus Prinzip nicht mehr alleine. Das ist noch frustrierender als Kino. Grundgütiger, wie viel Lebenszeit habe ich zwischen wogenden Leibern und wummernden Bässen sinnlos vergeudet? Wie viele Frauen habe ich angestarrt und mit meinen Blicken zu hypnotisieren versucht, ohne dass sie auch nur die geringste Notiz von mir genommen hätten?

Halt! Das stimmt nicht! Einmal, jawohl, ein einziges Mal bin ich in der Disko angesprochen worden. Von einer Frau, jawohl! Ihren Namen habe ich nie erfahren, sie stand auf einmal neben mir und sagte: »Tanz doch auch mal.«

Ich dachte, na, das ist doch mal ein charmanter Gesprächsauftakt und antwortete ganz spontan: »Was?«

Und sie: »Du stehst hier nur so rum.«

Und ich: »Ähm … na ja … Ich warte noch auf die richtige Nummer.«

Und sie: zuckte mit den Achseln und ging auf die Tanzfläche. Den Rest der Nacht verbrachte ich damit, Blickkontakt mit der Unbekannten aufzunehmen und mir andere Gesprächsverläufe auszudenken. Ohne Erfolg, versteht sich.

Ich würde gerne wissen, ob sich jemals aus einer Diskobekanntschaft etwas Dauerhaftes entwickelt hat. Ich meine, die dummen Anmachsprüche sind doch Legion:

– Hallo, ich bin vom ADAC, ich soll dich hier abschleppen.

– Hat es eigentlich wehgetan, als du vom Himmel gefallen bist?

– Ich hoffe, du bist gut versichert, du hast nämlich gerade eine Beule in meine Hose gemacht.

Und so weiter und so fort. Dämliche Anmachsprüche gibt es genug, und sie sind natürlich alle indiskutabel. Aber wie funktioniert es dann? Ehrlich, ich weiß es nicht, aber ich wüsste es gern. Keiner meiner Freunde ist je mit einer unbekannten Frau in der Disko ins Gespräch gekommen.

Doch, halt, wenn ich mich recht erinnere, hat Markus mal einer Frau den Satz »Ziemlich laut hier, was?« ins Ohr gebrüllt.

Sie brüllte zurück: »Dann könntest doch wenigstens du die Klappe halten!«

Natürlich wollte ich nicht mit so einer negativen Einstellung an den Abend rangehen, aber ich ahnte doch, wie er enden würde. Ich würde dumm rumsitzen und keine Sau kennen, abgesehen von Markus und Yvonne, die vermutlich ebenfalls dumm rumsitzen und sich auf den Keks gehen würden. Torsten und seine Suse waren diesmal nicht dabei, sie mussten zu einer Hochzeit.

Vielleicht half mir ja mein Kalender, die richtige Einstellung zu finden. Seit Tagen ging es um das Thema Flirt, und ich fragte mich zum wiederholten Mal, wer sich diese Tipps ausgedacht hatte. Der heutige Tipp lautete:

Bei Flirts mit einem bestimmten Ziel sollten Sie dezente erotische Anspielungen nicht scheuen. Lecken Sie mit Ihrer Zunge wie zufällig immer mal wieder über Ihre Lippen, und signalisieren Sie: »Ich bin heiß auf dich.« Auch ein nachdenklich in Kuss-Stellung gebrachter Mund hat Signalwirkung.

Also bitte! Wie bringe ich denn meinen Mund nachdenklich in Kuss-Stellung? Und, meine Damen, was würden Sie denken, wenn Ihnen ein Typ gegenübersitzt, der sich immer mal weder mit der Zunge wie zufällig über die Lippen leckt? Würden Sie denken: Der ist offenbar heiß auf mich? Oder würden Sie sich nicht viel eher fragen, wo er ausgebrochen ist? Dieser Tüpp.

Wie soll das überhaupt gehen? Soll ich mir nur über die Oberlippe lecken? Nur über die Unterlippe? Oder doch eher im munteren Wechsel? Wie weit soll ich die Zunge rausstrecken? Soll ich auch meine Mundwinkel ablecken? Oder soll ich mit der Zunge gleich einmal die komplette Runde über die Lippen drehen?

Ja, schon ulkig, mein Kalender. Und denken Sie bitte nicht, ich hätte mir das alles nur ausgedacht. Diesen Kalender gibt es wirklich. Ich frage mich, ob der Autor die Tipps alle im Selbstversuch erprobt hat. Vor Kurzem riet er mir, ruhig auch mal eine »direktere Methode« anzuwenden, um ins Gespräch zu kommen. Allerdings erfordere sie schon »etwas mehr Mut«. Eine gewagte Formulierung. Ich finde es jedenfalls schon verdammt mutig, mir in aller Öffentlichkeit mit der Zunge über die Lippen zu lecken oder meinen Mund in eine nachdenkliche Kuss-Stellung zu bringen. – Ach ja, die direktere Methode. Die geht so:

Fallen Sie jemandem spontan um den Hals, und entschuldigen Sie sich einen Moment später kokett lächelnd mit den Worten: »Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, aber da drüben war mein Exfreund/meine Exfreundin, der/die einfach nicht verstehen will, dass es aus ist.«

Das ist übrigens eine weitere putzige Nuance des Kalenders: Ganz politisch korrekt heißt es immer »er/sie«, »der/die«, »Ihr Freund/Ihre Freundin« und »Ihr Partner/Ihre Partnerin«.

Aber der Tipp geht noch weiter: Ich falle also dem/der anderen um den Hals und sage meinen Satz auf. Und warum das Ganze? Weil ich auf diese Weise gleich ein gutes Thema habe und sich durch den spontanen Körperkontakt die idealen Voraussetzungen für einen aufregenden Flirt bieten.

Vielleicht sollte ich auch ein Kreuzworträtselheft mitnehmen. Dann könnte ich einen meiner absoluten Lieblingstipps anwenden. Der geht so:

Setzen Sie sich mit einem Kreuzworträtsel ins Café. Nach einer Weile fragen Sie in die Richtung der Person, für die Sie sich interessieren, wie geistesabwesend laut nach einem Rätselbegriff, ohne dabei den Blick zu heben. Dann sehen Sie plötzlich hoch, als wären Sie gerade aufgewacht, und lächeln ihr/ ihm, der/die Sie jetzt mit Sicherheit aufmerksam ansieht, freundlich zu.

Markus und Torsten haben sich weggeschmissen, als ich ihnen diesen Tipp vorgelesen habe. Wir saßen da und malten uns die Situation aus:

Du sitzt also in der Kneipe und murmelst zum Beispiel »südamerikanischer Kuckuck mit drei Buchstaben« oder »Läuse-Ei mit fünf Buchstaben« – und die Frau ruft zurück: »Schade, dass nicht nach einem Volltrottel mit vier Buchstaben gefragt wird, da hätte ich nämlich die Antwort: Mann!«

Torsten bemängelte, der Tipp ende viel zu früh, er müsse doch weitergehen, nämlich so: »Warten Sie dann, bis der Notarztwagen erscheint. Leisten Sie keine Gegenwehr, wenn man Sie in eine Zwangsjacke steckt. Das weckt bei demjenigen/derjenigen, der/die Sie interessiert, das zärtliche Bedürfnis, Ihnen helfen zu wollen. Sollten Sie nach einem vierwöchigen Klapsmühlenaufenthalt von demjenigen/derjenigen, der/ die Sie interessiert, immer noch keinen Besuch bekommen haben, wenden Sie sich neuen Zielen zu.«

Mein zweiter Lieblingstipp geht übrigens so:

Setzen Sie sich doch einmal mit einer Zeitung in ein Café. Halten Sie die Zeitung vor Ihr Gesicht, und werfen Sie der Person, die Sie interessiert, über den Rand hinweg lange, tiefe Blicke zu. Wiederholen Sie diese Blicke ein paar Mal, und Sie werden sehen, dass Ihre Signale Wirkung zeigen.

Diese Signale will ich sehen. Sollten Sie einen der beiden Tipps jemals anwenden, lassen Sie mich bitte wissen, wie die Sache ausgegangen ist.

Der Kalender hat jedenfalls eindeutig den falschen Titel. Passender wäre: 365 tolle Tipps, um sich komplett lächerlich zu machen.

3.
Ich Apfel, du Kirsche

Wer hätte das gedacht? Es war gar nicht so schlimm wie befürchtet. Auch ein Blickfang war da, und im Laufe des Abends habe ich sogar kurz mit dem Blickfang geredet. Natürlich hatte der Blickfang einen Freund dabei. Und natürlich war der alles andere als ein Blickfang. Trotzdem war ich dankbar für den Blickfang – weil ich einfach etwas hatte, an dem ich mich festhalten konnte, rein optisch betrachtet. Dabei hatte es anfangs nach einem kompletten Fiasko ausgesehen.

Man hatte Biertische und -bänke in dem Hinterhof aufgestellt, und in einer Ecke wurde gegrillt. Dazu gab es ein ziemlich opulentes Buffet. Es war so eine Zwischenfete, wie sie Mittdreißiger gerne feiern: nicht mehr Kindergeburtstag, aber auch noch kein völlig steifes Beisammensein. Mit ein paar kulinarischen Besonderheiten, weil man ja inzwischen Geld verdient (zumindest diejenigen, die schon über die Praktikumsphase hinaus sind). Eigentlich ganz nett.

Leider saß mir in den ersten anderthalb Stunden eine Frau gegenüber, deren kleiner Sohn tatsächlich Malte hieß. Neben ihr saß ein langhaariger (!) Typ mit runder (!!) Brille, der zu Stand by me mitsang (!!!) und mit seinem Plastikbesteck kleine Trommeleinlagen (!!!!) machte. Ich musste die ganze Zeit an den Sketch von Rüdiger Hoffmann denken, in dem zwei Kinder ein Lokal auseinandernehmen und – wenn ich die Geschichte richtig im Kopf habe – am Ende sogar irgendjemanden mit dem Besteck erdolchen.

Ich mag keine Kinder, um hier mal gleich die Fronten zu klären. Vor allem mag ich keine Kinder auf Partys. Alle sitzen da und glotzen auf die Kleinen, und wenn eines von ihnen mal rülpst, finden das alle ganz doll süß. Ich bin nicht der Meinung, dass Rülpsen ein Zeichen für Hochbegabung ist, aber ich fürchte, damit stehe ich ziemlich alleine da.

Ich weiß natürlich, dass ich den Kindern unrecht tue; die Ohrfeigen, die ich in Gedanken verteile, würden eher den Eltern zustehen. Ich habe mal erlebt, wie so ein Knirps auf einem belebten Marktplatz auf einen Straßenmusiker zugetapst ist. Der Musiker hatte ein merkwürdiges Saiteninstrument vor sich aufgebaut, an das diverse Effekt- und Hallgeräte angeschlossen waren. Damit machte er ganz erstaunliche Musik. Vor allem machte er erstaunlich schöne Musik, ausgesprochen schöne Musik sogar, und man hätte auch als grober Klotz in eine mächtig romantische Stimmung kommen können, wenn sich der Knirps nicht einen Trommelstock geschnappt und auf den Drumcomputer eingehauen hätte. Die Eltern standen stolz dabei und erfreuten sich an ihrer Brut. Der Musiker guckte anfangs noch freundlich und murmelte: »Hey, it’s Free-Jazz«, aber mit der Zeit blickte er zunehmend verkniffen drein, vor allem angesichts der ebenfalls zunehmend verkniffen dreinblickenden Zuschauer, die schließlich auseinanderströmten, bevor er ihnen seine CDs andrehen konnte. Ist man gleich ein schlechter Mensch, wenn man so einem Kind den Trommelstock entreißt und es in die Rabatten schubst? Niemand tat es.

Schon klar, ich hätte mich woanders hinsetzen können, in dem Hinterhof war genügend Platz. Aber ich kannte ja keine Sau; Markus und Yvonne waren noch nicht erschienen. In derartigen Situationen fühle ich mich wie festgetackert, keine Ahnung, woran das liegt. Vielleicht ist es ein Kindheitstrauma, vielleicht auch nur eine Form der Lethargie, die einen nach Jahren des Singledaseins befällt, denn es ist in der Regel ja nicht so, dass dem Single alle Türen offenstehen. In der Regel sitzt der Single ziemlich blöd zwischen all den Pärchen rum.

Glücklicherweise fing Malte dann ganz furchtbar an zu plärren, was in dem Hinterhof zu erstaunlichen Resonanzen und mich zu der Frage führte, wann wohl der erste Nachbar ein Fenster aufreißen und einen Eimer kaltes Wasser herunterkippen würde. Maltes Mutter hob ihn hoch, hielt ihre Nase an den ausgebeulten Hintern des Knirpses, der mit seiner Windel aussah wie eine Biene, und rief fröhlich: »Puh, na, da ist aber ordentlich was drin!« Eindeutig meine Lieblingsgeste und mein Lieblingssatz von jungen Eltern! Und eindeutiger Beleg dafür, dass hier jemand den Kontakt zur Außenwelt komplett verloren hat. Hochheben, schnuppern und der Umgebung mitteilen, dass der hochbegabte Fratz die Windel spektakulär gefüllt hat. Ich war drauf und dran aufzustehen, um zu applaudieren. Die Mutter beugte sich zu ihrem Trommler und meinte, der Malte müsse langsam mal ins Bett – und ich dachte, der Malte braucht doch vielleicht eher mal ’ne frische Windel. Aber ich mischte mich nicht ein. Jedenfalls bot die Mutter dem Trommler an, er könne gern noch bleiben, aber der Trommler antwortete: »Nö, ich komme mit.« Und weg war’s, das Duo mit dem miefenden Kind, natürlich erst nach einer ausgiebigen Verabschiedungsorgie mit zahllosen durch den Hof gebrüllten Tschüssis und Tschüssikowskis und Tschauis und Bis Dannimanskis.

Am anderen Ende meiner Bank saß ein mir unbekanntes Trio, völlig ins Gespräch vertieft. Ich kannte niemanden hier. Kein Wunder, ich war schließlich nur das Anhängsel von Markus – und Markus war gewissermaßen auch nur ein Anhängsel, nämlich das von Yvonne. Partyveranstalterin war eine Freundin von Yvonne. Markus hatte mich gefragt, ob ich nicht mitkommen wolle, er finde die Freundin nämlich bescheuert und gehe davon aus, dass auch sonst nur Idioten kämen. Toll – und jetzt saß ich hier im Hinterhof von Yvonnes bescheuerter Freundin, umzingelt von Idioten, und Markus ließ mich im Stich! Hätte ich mir denken können: Markus ist nie pünktlich, was übrigens einer der Punkte ist, die Yvonne rasend machen, was ich wiederum verstehen kann.

Die Gastgeberin hatte mich mit dem Satz begrüßt: »Ach, du bist der, den Markus mitbringen wollte.« Nachdem ich mich mit dem Satz vorgestellt hatte: »Tach, ich bin der, den Markus mitbringen wollte.«

Ich fummelte zum wiederholten Mal das kleine Papier aus meiner Hosentasche, das mir die Gastgeberin am Eingang in die Hand gedrückt hatte, gleich nachdem sie mir einen Post-it-Zettel in Form eines grünen Apfels ans Hemd gepappt hatte. »Na, dann Hallo, du, der du von Markus mitgebracht worden bist«, hatte sie gesagt. »Du bist heute ein Apfel.«

Das war der Moment, in dem ich mir wünschte, eine Erdspalte möge sich auftun. Aber nichts tat sich, und so sagte ich: »Ein Apfel. Toll. Ich mag Äpfel.«

»Ja, ich bin eine Kirsche.«

»Liegt nahe.«

»Wir haben Äpfel, Kirschen, Bananen …«

»Lecker.«

»… und Trauben.«

»Klingt nach einem gesunden Abend.«

Ihr nächster Satz bestätigte meine schlimmsten Erwartungen: »Wir machen nachher noch ein paar Spielchen.«

Dies sind einige Dinge, die ich wirklich doof finde auf dieser Welt:

Hunger.

Ungerechtigkeit.

Krieg.

Und Partyspielchen!

Bei Spielchen bekomme ich Beklemmungen. Das sage ich nicht einfach so dahin. Es ist wirklich so. Mir bricht in solchen Momenten der Schweiß aus. Ich sah mich schon mit einer fremden Frau einen Luftballon zwischen unseren Stirnen balancieren oder mit einem Ei auf einem Löffel durch den Hof stolpern.

»Keine Angst«, sagte die Gastgeberin. »Du musst nicht mit einer fremden Frau einen Luftballon an deiner Stirn balancieren und auch nicht mit Eiern auf Löffeln durch den Hof stolpern. Ich erkläre alles, wenn es so weit ist.«

»Freu mich schon.«

Sie griff in eine Dose, die sie die ganze Zeit in der Hand gehalten hatte. »Und dann noch das hier.« Sie zog ein winziges zusammengefaltetes Stück Papier hervor. »Da steht eine Aufgabe drauf, die du im Laufe des Abends lösen sollst.«

»Eine Aufgabe«, wiederholte ich tonlos.

»Ja, du sollst zu jemand anderem nett sein.«

»Aha.«

»Und dann noch das.« Sie kramte erneut in der Dose und drückte mir fünf runde blaue Spielchips in die Hand. »Das sind Charmepunkte.«

»Schampunkte?«, murmelte ich.

»Charme«,

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