Logo weiterlesen.de
Wie mir Nîzamî unter einem Anaab Gottfindung erklärte

Rolf D. Kaufmann

Wie mir Nîzamî unter einem Anaab Gottfindung erklärte

oder

Beten kostet nichts Beten lassen kostet Milliarden

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Das gilt insbesondere für elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und für die öffentliche Zugänglichmachung.

Originaltitel: Pregare non costa nulla. Editore Libertà Intellettuale, C. Moretti, Venezia, Rolf D. Kaufmann, 2013.

Tredition GmbH, Hamburg

© 2017 Rolf D. Kaufmann

ISBN 978-3-7345-9557-8 (Paperback)

ISBN 978-3-7345-9558-5 (Hardcover)

ISBN 978-3-7345-9559-2 (E-Book)

>Beten kostet nichts<. Aus einem Predigtthema: The old life is burned? Are angels over the mortals? Einlassung zu einer Predigt eines unbekannten Priesters in der Schutzengelkirche für italienische Einwanderer im Hyde Park in London. Aus: Asylsuche des Li Ning, 1976, Rolf D. Kaufmann.

Rolf Dieter Kaufmann

Wie mir Nîzamî unter einem Anaab Gottfindung erklärte

oder

Beten kostet nichts Beten lassen kostet Milliarden

1960 bis 2012

Auftakt – Mein Freund Giorgio

Fundamentalismus

Mein Freund Giorgio stellt bei einer meiner Dienstreisen nach Rom im Jahr 2012 fest: Wie soll das möglich sein, dass unzählige Menschen unter Fundamentalismus nur die Weltanschauungen von Terroristen verstehen und nicht die so genannten Glaubenswahrheiten der – sagen wir – normalen Gläubigen, des normalen Kirchenvolkes der großen Weltreligionen? Christlicher Fundamentalismus hat Jahrhunderte überdauert und gilt als Glaubensverständnis von Aber-Millionen Christen weltweit.

Fundamentalismus wird aktuell im 21. Jahrhundert fast ausschließlich mit Volksverdummung, Gewalt, Indoktrination, Fanatismus, Intoleranz, Wahnideen und Terror in Verbindung gebracht.

Die Konsequenz aus dem christlichen Fundamentalismus, der sich ausdrücklich an der Bibel orientiert bzw. sich auf das von Gott inspirierte Wort beruft, ist der Glaube an die absolute Irrtumslosigkeit der Bibel.

Erstmals im Jahr 1960 begegnete ich Giorgio. Er war Theologe und damals postgraduierter Student an der päpstlichen Universität in Rom - Pontificia Universitas Gregoriana.

Es war auf dem Flohmarkt Porta Portese im Trastevere, im 13. Stadtteil, dem damals – neben dem Arbeiterviertel San Lorenzo – ärmlichsten und am meisten heruntergekommenen Stadtteil von Rom.

Ich ging damals auf mein achtzehntes Lebensjahr zu und ich hatte mir fest vorgenommen, im schönen Rom Kunst zu studieren.

Die Antwort meines Vaters auf dieses Ansinnen, Kunst zu studieren, war übrigens die übliche: Wie bitte? Kunst? Brotlose Kunst? Willst du nicht etwas Vernünftiges lernen.

Nicht, solange ich lebe!

Nicht, solange ich lebe! So lautete meine Antwort. Zwischen Altzeugverkäufern, Hütchenspielern und anderen Spitzbuben versprach mir Giorgio auf dem Flohmarkt in Trastevere feierlich, er werde herausfinden, wo ich eine Wohnung oder ein Zimmer in Rom bekommen könne.

Sein Versprechen beruhigte mich sehr, da ich seit mehr als drei Wochen im Zentralbahnhof statione termini nächtigte.

Meine Studienjahre in Rom fielen in die Zeit des Pontifikats des von Giorgio verehrten Papstes Johannes XXIII.

Giorgios Meinung zu Johannes XXIII, achtundvierzig Jahre später, im Jahr 2012:

Nach meiner Auffassung hat Johannes XXIII wie kein anderer in die Zukunft geschaut. Er hat die katholische Kirche reformieren wollen. Er hat jedoch nicht den Fundamentalismus und die Rigorosität Altgläubiger in der Kurie und denselben im administrativen Katholizismus überwinden können.

Er hat zur Mäßigung bei Rechtfertigungen von Letztbegründungen in der vorgegebenen Ordnung der Kirche aufgerufen. In Folge wurde er gegen seinen Willen zu Lebzeiten zum >Guten Papst> il papa buono hochstilisiert. Dabei hat man ihm die Flügel gestutzt und ihn als Reformer absichtlich verharmlost.

Johannes hat das Ende des Einflusses des >Schwarzen< und >Weißen Adels< Nobile d´ italia, delle famiglie Nobile del regno d´ italia, Nobilità mediterraneo, und damit das Ende einer ganzen Epoche des Einwirkens des italienischen Adels auf Vatikan und die gesamte katholische Kirche eingeleitet. Das ist von den Betroffenen als Angriff auf die Tradition und als zerstörerischer, letzter Akt gegen die auslaufende Macht des Adels epilogo triste erlebt worden.

Der italienische Adel, vor allem der des Südens Italiens, führte über Jahrhunderte eine Ethik und einen religiösen und politischen Stil >Epilogo triste< in die katholische Kirche ein, der die Kirche der Wirklichkeit entfremdete und Unfähigkeit in der Bewältigung religiöser sowie gesellschaftliche Problemstellungen nach sich zog.

Johannes XXIII. hat das Vatikanum II, das 21. Ökumenische Konzil, (11. Oktober 1962 bis 8. Dezember 1965) einberufen.

Giorgio: Absicht des Papstes ist es gewesen, die katholische Kirche zu einer pastoralen und ökumenischen Erneuerung zu führen.

Um dem Erstarken des Islam die Brisanz zu nehmen und die Abwendung vieler Christen von der Kirche aufzuhalten, hat auf Drängen des Papstes das Konzil halbherzig zu einem – wenn auch nur abstrakten – Bekenntnis zur >Religionsfreiheit< (kirchliches Religionsfreiheitsdekret) und zu einer nur scheinbaren Anerkennung der >Menschenrechte< gefunden.

Was den Islam betrifft: Wie stünde die katholische Kirche im Verhältnis zum weltweit quirligen Islam ohne das Zweite Vatikanische Konzil heute da?

Johannes XXIII Wunsch ist es gewesen, eine Kirche des JETZT, eine Kirche von HEUTE zu gestalten bzw. diese für die tatsächlichen Nöte und Lebensnotwendigkeiten der Menschen zu öffnen. Die Kirche sollte nicht für sich selber da sein. Johannes hat eine Veränderung des Hirten- und Priester-Amtes angestrebt, vom Vatikan später als Modernisierung interpretiert und vornehm abgetan.

Mein Resümee im Jahr 2012: Die katholische Kirche war nicht auf der Höhe der Zeit bzw. keine zeitnahe Kirche. Sie ist es auch heute nicht. Die Euphorie jener Jahre ist längst verflogen. Hoffnung auf Erneuerung wurde zwar geweckt, doch >Von Hoffen ist nichts zu hoffen<.

In Wirklichkeit hat sich in der katholischen Kirche bis heute nichts Wesentliches geändert.

Die hauptsächliche Leistung des Kirchenvolkes ist weiterhin das mühevolle, wenig überzeugende, indifferente SICH FÜGEN.

>Wer uns gehorcht, der gehorcht Gott und ist auf dem richtigen Weg<.

Derweil leben viele Gläubige auf einer neuen, von der Kirche nicht erkannten oder ignorierten Ebene der Realität.

Exkurs

Aus der Einlassung zu einer Predigt eines unbekannten Priesters in der Schutzengelkirche für italienische Einwanderer im Hyde Park in London:

Ergebenheit des gläubigen Christen? Die hauptsächliche Leistung eines gläubigen Menschen ist das SICH FÜGEN. Wer ist ein tatsächlicher Christ, ein freier Christ? Wer ist ein komischer Heiliger? Wer ist frei von Manipulation?

Der Ämtler in Sachen kirchlicher Karriere? Der Anhäufer in Sachen Geld? Der Artige in Sachen Ehre? Der Aufschieber in Sachen Entscheidungen? Der Beflissene in Sachen Kirchendienst-Tauglichkeit und Treue? Der ewige Gängler?

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Wie mir Nîzamî unter einem Anaab Gottfindung erklärte" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen