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Wer zweimal lügt

Über die Autorin

Nathalie Kuperman, geboren 1963 in Paris, ist Autorin mit Leib und Seele. Sie schreibt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche, und ihre Bücher erscheinen bei namhaften französischen Verlagen.

Über die Illustratorin

Claude K. Dubois, geboren 1960 in Verviers, Belgien, unterrichtet Illustration am Institut Saint-Luc in Lüttich. Sie hat schon über 80 Bilder- und Kinderbücher veröffentlicht und wichtige Preise in Deutschland gewonnen, darunter den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis sowie den Jugendliteraturpreis.

Nathalie Kuperman

Wer zweimal lügt

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Aus dem Französischen von Julia Süßbrich

Mit Illustrationen von Claude K. Dubois

BASTEI ENTERTAINMENT

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1
Der Tag fängt schlecht an

In der Klasse herrscht Schweigen. An der Tafel steht in großer Schrift: Erkläre, wie der Däumling sich und seine Brüder rettet. Frau Gorse, unsere Lehrerin, wagt es tatsächlich: Sie lässt uns noch ein paar Tage vor den Weihnachtsferien einen unangekündigten Test schreiben!

Ich werfe einen verzweifelten Blick zu Anna hinüber. Sie antwortet mit einem entmutigten Schulterzucken.

Alle hängen mit den Köpfen über dem Papier und scheinen sich zu konzentrieren. Na ja, alle außer mir.

Den Däumling habe ich nicht gelesen. Ich kann also gar nicht erklären, wie er sich und seine Brüder rettet. Ich stelle mir schon vor, wie Frau Gorse mich fragt, warum ich das Buch nicht gelesen habe. Ich kann ihr doch nicht antworten: »Lesen mag ich einfach nicht. Ich liebe Filme, treffe mich unheimlich gern mit meinen Freundinnen, gehe mit Vergnügen spazieren und habe richtig Spaß daran, Gedichte auswendig zu lernen und mir Geschichten auszudenken.«

Ich versuche, einen Blick auf das Blatt von Emilie zu werfen.

»Schreib ja nicht ab!«, zischt sie mir zu.

Ich kann sie nicht ausstehen. Zwei Minuten später versuche ich es noch einmal: Emilies Blatt zieht mich einfach unwiderstehlich an.

»Clara! Soll ich dir meine Augen leihen?«

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Ich zucke zusammen. Frau Gorse hat mich gesehen.

»Ich habe nicht abgeschrieben«, sage ich. »Außerdem schreibt Emilie sowieso so klein, dass man nichts erkennt.«

Ein paar Kinder lachen. Aber der verkniffene Mund von Frau Gorse macht mir nicht gerade Mut, jetzt noch mehr von meinem Talent als Komikerin zu zeigen.

Um sie abzulenken, tue ich so, als ob ich weiterschreiben würde.

Eine Stunde später gebe ich mein Blatt ab: Es ist leer. Obwohl, nicht ganz. Ich habe meinen Namen oben in die Ecke geschrieben, meine Klasse, 4b, und ich habe die Aufgabenstellung abgeschrieben. Mein Vater würde dazu sagen: »Das ist Verschwendung.« (Ja, mein Vater liebt Bäume und meckert ständig über Leute, die Papier verschwenden.)

In der Pause stehen alle aus der Klasse in Grüppchen zusammen, um zu vergleichen, was sie im Test geschrieben haben. So ein Mist! Sogar Anna beteiligt sich, bla, bla, bla und noch mehr bla, bla, bla, wir können über nichts anderes mehr reden.

Anna ist meine beste Freundin.

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