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Wer mit dem Tod handelt

Pete Hackett

Wer mit dem Tod handelt

FBI Special Agent Owen Burke





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Wer mit dem Tod handelt …

Special Agent Owen Burke

 

Krimi von Pete Hackett

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author www.Haberl-Peter.de

© 2012 der Digitalausgabe 2012 by AlfredBekker/CassiopeiaPress

www.AlfredBekker.de

 

 

»Der Mann heißt Aleksandr Smirnov«, gab der Beamte von der SRD zu verstehen. »Er trieb tot im Wasser, und zwar dort, wo der Newton Creek in den East River mündet. In seiner Brust fanden wir zwei Einschusslöcher.«

»Wie lange war er schon tot?«, fragte Special Agent Owen Burke. Er, sein Kollege Ron Harris, Bill Carter vom Police Department und der Pathologe, Dr. Bellows, befanden sich im Kühlraum der Gerichtsmedizin. Einer der Schübe war herausgezogen. Carter hatte das weiße Tuch über dem Gesicht des Leichnams zurückgeschlagen. Das Gesicht des Toten war gelblich-grau, die Augen waren halb geöffnet, der Mund wie zu einem stummen Schrei aufgerissen.

Es war ein schrecklicher Anblick. Selbst die Agents, die einiges gewöhnt waren, verspürten Beklemmung. Sie mussten die Brutalität des gewaltsamen Todes wieder einmal hautnah erleben.

»Der Coroner meint, dass der Tod am Nachmittag beziehungsweise am frühen Abend des 19. Oktober zwischen 17 und 19 Uhr eingetreten ist. Der Leichnam kann nur eine Nacht im Wasser gelegen haben. Am Morgen des 20. Oktober sah ihn eine Frau, die mit ihrem Hund unterwegs war, im Wasser treiben.«

»Hatte der Tote Ausweispapiere bei sich? Oder ist er polizeilich registriert?« Ron Harris stellte diese Frage.

»Smirnov ist vorbestraft. Er verschob bis vor fünf Jahren zusammen mit einem Mann namens Morgan Hudgins gestohlene Nobelkarossen nach Saudiarabien. Hudgins sitzt deswegen immer noch. Smirnov, der in dem Geschäft nur eine kleinere Rolle spielte, kam mit drei Jahren davon. Er ist russischer Staatsangehöriger, zweiunddreißig Jahre alt, geschieden, und wohnte in der 10th Street, Ecke Columbia Avenue. Die Hausnummer ist 214.«

»Was ist mit dem anderen Mann?«, fragte Owen Burke.

Der Pathologe deckte das Gesicht des Toten wieder zu und ließ die Bahre in der Wand verschwinden, ging einen Schritt weiter, zog den nächsten Schub heraus und schlug das Tuch zurück. Die G-men schauten in ein erstarrtes Gesicht. Auch die Augen dieses Leichnams waren geöffnet. In ihnen schien sich das letzte Grauen im Leben des Mannes auszudrücken.

»Den Namen dieser Person kennen wir nicht«, erklärte Carter sachlich. »Sie lag tot – erschossen – auf der Yacht, die vor Roosevelt Island, etwas südlich der Queensboro Bridge führerlos im East River trieb. Sein Alter dürfte bei Mitte dreißig liegen, und der Tod dürfte zur selben Zeit eingetreten sein wie bei Smirnov.«

»Und es ist sicher, dass beide Morde in Beziehung zueinander stehen?«

»So gut wie, Agent«, versetzte Carter nickend. »Auf der Yacht wurden Blutflecke sichergestellt, die nur von Smirnov stammen können. – Wie ich schon sagte: Dieser Tote ist noch nicht identifiziert. Aber wir wissen, wer Besitzer der Yacht ist. Sein Name ist Dimitri Fjodorow. Er ist ein russischer Millionär, der in New York lebt. Sein Geld machte er mit Erdgas. Fjodorow ist zweiundfünfzig Jahre alt. Er besitzt mehrere Villen in Long Island, lebt aber die meiste Zeit in seiner Wohnung in Tribeca, Hubert Street. Er bewohnt dort ein Penthouse mit Blick auf den Hudson und New Jersey.«

»Interessant«, murmelte Owen Burke. »Wir werden uns mit Mr. Fjodorow ganz sicher etwas intensiver befassen. Gibt es sonst noch etwas, was wir wissen müssen?«

»Auf der Yacht wurden außerdem die Fingerabdrücke eines Mannes namens Demjan Saizew sichergestellt. Ebenfalls Russe, siebenunddreißig Jahre alt, er wohnt in den Jacob Rijs Houses. Saizew war mal wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt, kam aber mit einer Bewährungsstrafe davon.«

»In welchem der Häuser lebt Saizew?«, erkundigte sich Ron Harris.

Carter konnte nicht nur mit der Hausnummer, sondern auch mit der Nummer des Apartments aufwarten, in dem Saizew wohnte.

Ron Harris notierte sich Namen und Anschriften.

»Mehr kann ich Ihnen im Moment nicht sagen, Agents«, gab Carter zu verstehen. »Die Akte erhalten Sie, sobald sämtliche Berichte fertig gestellt sind. Sollte sich wider Erwarten noch irgendetwas ergeben, was von Bedeutung sein könnte, dann lassen wir Sie es wissen.«

»Danke.«

Burke, Harris und Carter verließen die Gerichtsmedizin. Draußen verabschiedete sich der Mann von der SRD. »Wen knöpfen wir uns zuerst vor?«, fragte Ron Harris. »Fjodorow oder Saizew.«

»Saizew«, antwortete Burke. Und als sie im Dodge Avenger saßen, ließ er erneut seine Stimme erklingen. Er sagte: »Wie es scheint, sind nur Russen im Spiel. So ganz nebenbei habe ich vernommen, dass sich in Manhattan die Russen stark zu machen beginnen. Drogen, Prostitution, Schutzgelderpressung … Kann es sein, dass Smirnov und Co. einer anderen Mafia in die Quere gekommen sind?«

»Ich schließe es zumindest nicht aus«, antwortete Ron Harris, der am Steuer saß und sich auf den Verkehr konzentrierte. »Aber sprechen wir doch mit Saizew. Vielleicht erfahren wir etwas, das für uns von Interesse ist.«

»Oder der Bursche hat Dreck am Stecken und hustet uns was«, knurrte Burke.

In der 10th Street fand Ron Harris einen Parkplatz, in den er mit viel Geduld und Können den Dodge manövrierte, dann marschierten die Agents zwischen die Hochhäuser der Wohnsiedlung, die nach einem Journalisten benannt war, der von 1849 bis 1914 lebte.

Das Apartment lag in der neunten Etage eines der Gebäude. Die Agents wiesen sich beim Doorman aus, durften passieren und benutzten den Aufzug. Wenig später läutete Ron Harris an der Wohnungstür. Es knackte im Lautsprecher der Gegensprechanlage, dann erklang eine dunkle Stimme: »Wer ist da?« Der Mann sprach mit hartem Akzent.

»Die Special Agents Burke und Harris vom FBI New York«, antwortete Owen Burke. »Wir möchten Mr. Demjan Saizew sprechen.«

»Moment.«

Drei Herzschläge später wurde die Tür geöffnet. Der Mann, der sich den G-men zeigte, war ungefähr eins achtzig groß und dunkelhaarig. Er verriet nicht die Spur von Nervosität oder Unruhe. »Ich bin Demjan Saizew. Weshalb möchten sie mich sprechen?«

»Es geht um zwei Leichen und Ihre Fingerabdrücke, die auf der Yacht eines reichen Mannes mit Namen Dimitri Fjodorow sichergestellt worden sind.«

Saizew kniff die Augen leicht zusammen. Ansonsten zuckte in seinem Gesicht kein Muskel. Es war glatt und wirkte undurchsichtig. Ein Pokerface. »Ich bin ein guter Bekannter von Dimitri Fjodorow. Aber bitte, drücken Sie sich etwas deutlicher aus, Gentlemen. Was hat es mit den beiden Leichen auf sich?«

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