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Wer keinen Stress hat ist faul!

Marcel Kollmann

Wer keinen Stress hat ist faul!

… oder er hat gelernt, mit den Anforderungen des Lebens gut umzugehen!

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Stress: (K)ein neues Thema, oder?

Ein erster Überblick, und doch (k)ein alter Hut

Was bedeutet Stress?

Eine Definition

Gesundheit und Krankheit

Was bedeutet Krankheit?

Was bedeutet Gesundheit?

Salutogenese versus Pathogenese

Salutogenese nach Antonovsky

Unser Lebensfluss

„App“solut stressfrei

Mit neuen Apps mehr Achtsamkeit

Digitalisierung

Stress neu erleben: Dank Digitalisierung

Stressauslöser Teil 1

Welche Stressoren gibt es?

Balance von Anforderungen und Ressourcen

Stressauslöser Teil 2

Gibt es digitale Stressoren?

Relevante digitale stressauslösende Faktoren

Ergebnisse der Studie

Omnipräsenz

Überflutung

Komplexität

Verunsicherung

Jobunsicherheit

Unzuverlässigkeit

Verhaltensprävention – Teil 1

Was stresst mich eigentlich?

Das SMART-Prinzip

Verhaltensprävention – Teil 2

Was kann ich selbst tun?

Ich check das mal - ganz analog

Die Stress-Waage

Tipps zur Verhaltensprävention

Verhältnisprävention

Omnipräsenz

Überflutung

Komplexität

Verunsicherung

Jobunsicherheit

Unzuverlässigkeit

Grundsätzliches zu künftigen Verhältnissen

Fazit

Das T-W-M-Konzept ©

Was kann mir noch helfen?

Methoden der Entspannung

Wer keinen Stress hat ist faul!

Kontaktdaten

Literatur- und Quellenverzeichnis

Internetverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Vorwort

Wer keinen Stress hat ist faul!

So würde es mein Vater formulieren: Menschen, die keinen Stress haben sind faul. Oder zumindest nicht so arbeits- und strebsam wie er. Und mein Vater hat in den letzten Jahrzehnten viele Menschen kennengelernt, die nicht so leben, wie es für ihn gut und richtig ist. Und er hat sie durch die Art seines Umgangs mit ihnen spüren lassen, dass sie seinem Idealbild nicht entsprechen. Diese Lebensweise begleitet meinen Vater bis heute. Immerhin ist er mittlerweile achtzig Jahre alt. Er kann somit auf ein sehr arbeitsreiches Leben zurückblicken.

Ich selbst habe ihn auch nie zur Ruhe kommen sehen, sondern ihn immer beschäftigt und aktiv erlebt. Freie Zeiten gab es bei ihm nicht. Selbst die Urlaubsreisen in meiner Kindheit waren immer geprägt von Aktivitäten. Es gab wenige Momente, in denen wir als Familie einfach den Augenblick genießen konnten, ohne von Programmpunkt zu Programmpunkt zu hetzen.

Und nun lebe ich selbst seit vielen Jahren im und mit dem Stress. Wahrscheinlich immer ein bisschen mehr, um auch als wichtiger und produktiver Teil dieser Gesellschaft angesehen zu werden und nicht als faul zu gelten. Und möglicherweise insbesondere, um meinem Vater zu zeigen, dass ich mir seine einprägsamen Worte und seine Lebensweise sehr zu Herzen genommen habe und ihn nicht enttäuschen wollte. Und ich erwische mich dabei, dass ich dieses Lebensmotto auch an unsere vierzehnjährige Tochter weitergebe. So hat sie in den letzten Jahren oft erfahren müssen, dass Stress bei uns im Privaten und im Beruflichen wichtig ist und dazugehört. Oder um es mit den Worten des deutschen Top-Managers Rudolf von Bennigsen-Foerder zu sagen:

„Stillstand ist Rückschritt“ 1. Mit Goethe lässt sich der Druck auf uns alle noch ein wenig weiter erhöhen, indem er formuliert: „Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun“ 2.

Doch seit geraumer Zeit merke ich, dass ich mit diesem Anspruch nicht mehr zurechtkomme. Ich werde ungerecht (oft und insbesondere auch zu mir selbst), bin unzufrieden mit mir und dem Rest der Welt und ich setze mich enorm unter Druck, immer alle Aufgaben und Herausforderungen mit höchster Präzision, sofort und möglichst schnell umzusetzen. Und sobald eine Umsetzung erfolgt ist, muss die nächste Aufgabe erledigt werden. Die eigene To-Do-Liste darf niemals kleiner werden. Nur gut, dass es viele Möglichkeiten gibt, seine täglichen, wöchentlichen, monatlichen und jährlichen Aufgaben und To-Do’s aufzuschreiben und abzuarbeiten. Und wenn mir selbst jährliche Aufgaben nicht mehr genügen, dann erweitere ich den Zeitraum beliebig.

Es sind mittlerweile einfach zu viele Bereiche, die mit Tatendrang ausgefüllt werden wollen. Und ich möchte mir diesen Zustand der Unzufriedenheit nicht mehr zumuten. Und schon gar nicht, nur um der Welt und meinem Vater zu zeigen, dass ich als arbeitsamer, pflichtbewusster und pünktlicher Mensch wichtig bin (zumindest im Menschenbild meines Vaters). Wahrscheinlich ist es der Welt sogar total egal.

Auf der Suche nach der Herkunft besagter Unzufriedenheit bleibt mir nur, mich selbst auf den Prüfstand zu stellen und absolut ehrlich zu sein. Meine Vita und – ich Glücklicher- die Zugeständnisse meiner Familie die Karriere betreffend zogen beruflich gesehen immer mehr Verantwortung nach sich. Heute trage ich sowohl für den Geschäftserfolg wie auch für eine Menge Menschen die Verantwortung. Und ich trage insbesondere Verantwortung für mich selbst. Leider vergesse ich das immer wieder.

Als Führungskraft leite ich über fünfundzwanzig Filialen mit über 180 Mitarbeitern in einem regionalen Kreditinstitut. Ich habe den Schreibtisch ständig voll und es kommt jeden Tag immer mehr dazu. Schon lange hatte ich nicht mehr das Gefühl, dass ich mit meiner Arbeit fertig werde oder zumindest mal eine Aufgabe in Ruhe erledigen kann.

Womöglich war die Menge der Aufgaben in früheren Jahren auch nicht anders. Heute empfinde ich es jedoch als Belastung. Hinzu kommt ein vielleicht zu hoher Anspruch an mich selbst und oftmals viel zu viele Termine und Verpflichtungen selbst in meiner Freizeit. Alles in allem war ich mehr als unzufrieden. Ich hatte für mich keine wirkliche Zufriedenheit, konnte den Moment weder intensiv spüren noch mich an schöne Momente erinnern. Insbesondere machte mir in den letzten Jahren der zunehmende Zeitdruck im Büro zu schaffen.

War es tatsächlich der erhöhte Zeitdruck, Dinge erledigen zu müssen?

War es die Aufgabe selbst, die mich mehr forderte?

Waren es die Menschen um mich herum, die meinen Ansprüchen nicht genügten?

Meine Tage und Wochen rauschten an mir vorbei. Oftmals konnte ich mich nur schwer daran erinnern, was ich in den letzten Tagen gemacht und erlebt hatte. Ich wusste nur, dass ich unzählig viele Termine wahrgenommen habe, konnte diesen jedoch keine tiefgehenden Gedanken, Erlebnisse, Gefühle oder Stimmungen zuordnen. Ich fühlte eine Leere in mir selbst. Und meine eher oberflächlichen Gedanken waren oft schon wieder bei meinem nächsten Termin. Das Hier und Jetzt hatte für mich keine spürbare Bedeutung, ich konnte mich auf den gerade stattfindenden Moment nicht wirklich einlassen. Es war vielmehr bloß ein zeitlicher Moment, der wie von einem Schleier bedeckt an mir vorbeizog. Sind das Situationen, Beschreibungen und Gefühle, die auch Sie kennen beziehungsweise schon einmal erlebt haben? Wenn ja, dann sind wir schon mindestens zwei!

Es scheint allerdings nach statistischen Erhebungen tatsächlich nicht nur mir (oder möglicherweise Ihnen) so zu gehen, sondern ganz vielen anderen Menschen auch. Wir sind also nicht allein. Genau das hat mich veranlasst, die folgenden Seiten zu verfassen und mich intensiv mit dem Thema „Stress“ und dessen Auswirkungen auseinanderzusetzen. Und ich wollte Möglichkeiten finden, wie ich mit meinen Herausforderungen im Leben besser umgehen und Stress möglichst vermeiden kann. Ja, ich wollte lernen, faul zu sein. Nach einer Umfrage in 2018 3, bei der über 1.000 Menschen in der Bundesrepublik Deutschland befragt wurden, bieten insbesondere folgende Bereiche besonderen Nährboden für Stress:

Abb. 1: Umfrage in Deutschland zu Situationen, in denen Stress empfunden wird

Quelle: eigene Darstellung (in Anlehnung an Statista, 2019)

Für mich waren die prozentualen Werte keine wirkliche Überraschung. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Befragung ein echtes und meines Erachtens massives Problem in unserer Gesellschaft offenbart. Und ich persönlich könnte an viele dieser oben aufgeführten Bereiche einen gedanklichen Haken machen:

Ja, einiges trifft auch für mich zu. Hätte man mich bei dieser Umfrage erwischt, dann hätte ich die Prozentzahl in einigen Feldern stabilisieren können. Es gibt also scheinbar nicht nur den einen oder den anderen Lebensbereich, sondern vieles bedingt sich womöglich sogar. Ich merke das an mir selbst. Wenn ich zu viele berufliche Termine und Verpflichtungen in meiner eigentlichen Freizeit habe, ergibt sich oft Ärger mit meiner Familie zu Hause. Verständnislosigkeit macht sich breit für meine doch so wichtigen beruflichen Aufgaben, die uns schließlich einen gewissen Wohlstand sichern. Druck baut sich auf, zwischen den Stühlen zu sitzen, der kein Ventil finden will. Die Spirale dreht sich unaufhörlich, es ist subjektiv kein Entkommen möglich.

Wie ist das bei Ihnen? Können Sie auch Punkte aus der Umfrage unterstreichen und bestätigen?

Ich persönlich wollte so nicht weitermachen und habe mir vorgenommen, mein Leben zu verändern, den Druck zu verringern. Ich begann, viel zu lesen und fing an, mich mit mir selbst und meinen Lebenskompetenzen zu beschäftigen. Hierfür habe ich mir Zeit genommen, die eigentlich bereits verplant war. Was sonst?! Aber mir war klar, Veränderung zu wollen, bedeutet Prioritäten zu setzen.

Meine erste intensive Auseinandersetzung mit meiner Lebenszeit hatte ich im Rahmen eines Klosteraufenthalts. Im Jahr 2018 habe ich mir bewusst eine Auszeit genommen und besuchte für eine Woche ein Franziskaner Kloster, um bei und vor allem mit den Mönchen zu leben. Es war eine zwar kurze, jedoch sehr intensive Zeit, in der das Arbeiten fast meditativen Charakter hatte. Obwohl der Tagesablauf im Kloster geregelt und fast schon minutiös geplant war, gab es zu keiner Zeit auch nur den Hauch von Hektik oder gar Stress.

Besonders die vielen intensiven Gespräche mit Bruder Josef haben mich den Tatsachen ins Auge blicken lassen. Ich erkannte, dass es immer eine Frage der Perspektive ist, sich Herausforderungen zu nähern.

Auch hier ist es wieder Goethe, der uns philosophisch den Weg zum Ziel weist: „Ein Problem lösen heißt, sich vom Problem zu lösen“ 4. Der Klosteraufenthalt war für mich sehr bedeutsam und hat mir eines klar gemacht: Herausforderungen, Krankheiten, Probleme, Streit, Ärger und so weiter gehören zum Leben dazu. Es ist der eigene Umgang damit und die Haltung zu mir und den Dingen, die entscheidend sind, ob ich gut mit meinem Leben umgehe oder eben nicht.

Nach meinem Klosteraufenthalt war ich sehr auf der Suche, was ich denn nun konkret für mich tun kann, um meine eigene Lebensveränderung gut umsetzen zu können. Und ich hatte den starken Willen, nicht wieder in die alten Muster und Gewohnheiten zurückfallen zu wollen. Allzu oft ist mir das in der Vergangenheit immer wieder passiert. Nach Seminaren oder einem erkenntnisreichen Buch hatte ich immer wieder für mich den Entschluss gefasst, etwas ändern zu wollen. Gelungen ist es mir nie. Dieses Mal sollte es anders sein. Meine intensive Suche und Recherche führte mich schließlich zum Bundesverband der Präventologen, der den gleichnamigen Studiengang anbietet. Nachdem ich mich mit den Studieninhalten auseinandergesetzt hatte, war mir bewusst, dass ich mit dem zu Lernenden mein eigenes Leben gut verändern konnte. Insbesondere weil es inhaltlich sehr stark um Gesundheits- und Lebenskompetenz geht. Und genau diese Kompetenzen braucht es, um mit allen Lebenseinflüssen gut umgehen zu können. Neben der Möglichkeit, mein eigenes Leben verändern zu können, dienen die Studieninhalte und der dazugehörige Abschluss auch dazu, andere Menschen begleiten, beraten und coachen zu können.

Je mehr ich mich nun im Rahmen des Studiums mit dem Thema Stress befasste, umso klarer wurde mir, dass ich selbst noch ein ganz anderes Problem hatte:

Ich ließ mich in meinem Leben extrem durch Digitalisierung beeinflussen. Und damit meine ich nicht, dass ich mir alle zwei Jahre ein neues Smartphone zulege. Oder vielleicht doch? Zumindest musste ich feststellen, dass die digitalen Veränderungen für mich ganz hohe Stressauslöser waren. Je mehr Menschen und „digitale Endgeräte“ mit meinem Leben und mir vernetzt wurden, umso schlimmer wurde es für mich. Als ich dann zum Schluss unseren Backofen zu Hause im WLAN eingebunden habe und selbst das „handwerkliche“ Backen zu Hause digitalisiert wurde, merkte ich, dass die digitalen Stressauslöser zumindest bei mir einen Höhepunkt erreicht hatten. Ständig wurde ich per Push-Nachrichten an meinen Backofen erinnert, alles wurde überwacht und kontrolliert. Als ich einmal in einem Meeting saß und mir mein privates Smartphone zum wiederholten Male signalisierte, dass eine vor Ort eingestellte Backzeit dringend abgelaufen war, rief ich meine Tochter zu Hause an, um nachzufragen, ob denn alles in Ordnung sei. Die Antwort meiner Tochter erspare ich Ihnen an dieser Stelle. Der Backofen hatte mich also in der Hand. Und zusätzlich hatte ich noch ein berufliches Smartphone, ein Tablet, eine mit den Smartphones gekoppelte Fitnessuhr, einen Laptop mit zwei Bildschirmen, einen Smart-TV mit Internet, die Küchenmaschine im WLAN eingebunden, und…. und…. und….!

Spätestens jetzt hatte ich zwei Punkte für mich auf einem großen Zettel handschriftlich formuliert, die ich dringend ändern wollte. Und diese beiden Punkte sollten nicht als Teil meiner bisherigen To-Do’s verstanden werden, sondern vielmehr als eigene Aufforderung etwas zu verändern.

• Ich werde mein Leben so verändern, dass ich mit Stress und insbesondere digitalem Stress gut umgehen kann

• Ich schreibe meine Erfahrungen und Erkenntnisse auf, um einerseits auf meinem Weg zu bleiben und andererseits an diejenigen weiter zu geben, die auch etwas verändern möchten (weil ich der Überzeugung bin, dass es nicht nur mir so geht)

Das erste habe ich geschafft und bin extrem stolz auf mich. Neben meinem Studium zum Präventologen gehe ich heute mit Stress (und insbesondere digitalem Stress) deutlich anders und in meinen Augen sehr gut um. Ich bin achtsam mit mir selbst und damit auch mit anderen. Und ich bin endlich wieder zufrieden! So wie es ist, ist es gut und wird jeden Tag besser!

Am Aufschreiben meiner Erfahrungen sitze ich nun gerade und überlege mir, wie ich all meine Themen zu Papier bekomme. Für mich ist es das erste Mal, dass ich ein Buch schreiben möchte. Das einzige was ich früher als Kind einmal gemacht habe, war ein bestehendes

Buch abzuschreiben. Das war so öde und langweilig, dass ich maximal bis Seite drei gekommen bin. Etwas Eigenes zu formulieren ist zwar viel spannender und überhaupt nicht öde, dafür jedoch gar nicht so einfach. Das hatte ich mir deutlich leichter vorgestellt. Früher hätte eine solche Situation bei mir Stress ausgelöst, weil ich nicht wusste, wie ich mit solch einer neuen Herausforderung umgehen soll. Heute ist dies für mich kein Stressauslöser mehr.

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