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Wer das liest, stirbt!

Über den Autor

Stefan Jansen, 1985 in Bochum geboren, studiert Germanistik und Italienisch in Münster. 2010 eröffnete er dort das Café Teilchen und Beschleuniger, in dem regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Abende, an denen Gäste aus ihren Teenager-Tagebüchern vorlesen. Dort rekrutierte er auch die Beiträgerinnen für Wer das liest, stirbt!.

Inhalt

  1. Vorwort
  2. Kapitel 1: Clara
  3. Kapitel 2: Eva
  4. Kapitel 3: Stefanie
  5. Kapitel 4: Anja
  6. Kapitel 5: Mara
  7. Kapitel 6: Franziska
  8. Kapitel 7: Viviane
  9. Kapitel 8: Linda
  10. Kapitel 9: Eva II
  11. Kapitel 10: Helen
  12. Kapitel 11: Clara II
  13. Kapitel 12: Annicka
  14. Kapitel 13: Linda II
  15. Kapitel 14: Franziska II
  16. Kapitel 15: Anja II
  17. Kapitel 16: Maike
  18. Kapitel 17: Annicka II
  19. Stefans Nachwort
  20. Tafelteil
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Vorwort

Vorworte werden ja gerne übersprungen. Sie sind erfahrungsgemäß langweilig und öde, und man kann es meistens nicht erwarten, endlich zum eigentlichen Text zu kommen. Aufgrund dieser allgemeinen Ungeduld könnten wir hier auch einfach ein wenig Platzhaltertext einfügen. Liest ja eh niemand.

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So. Jetzt reicht’s auch wieder. Bei uns verhält es sich nämlich mit dem Vorwort ein wenig anders. Besonders der letzte Absatz ist wichtig, um zu verstehen, wie dieses Buch aufgebaut ist. Wer es also nicht erwarten kann, der blättert jetzt bitte zwei Seiten weiter, liest den Absatz und kann sich dann auf den eigentlichen Text stürzen. Und wer ein bisschen geduldiger ist, der darf auch die folgenden Zeilen lesen.

Ich möchte kurz erzählen, wie es überhaupt zu diesem Büchlein gekommen ist. Alles hat in Münster angefangen. Vor gut zwei Jahren kam ein Gast in das kleine Café Teilchen und Beschleuniger und klatschte uns einen Zeitungsartikel auf den Tresen, in dem von Tagebuchlesungen in London die Rede war. Wir haben nicht lange gefackelt und nach Freiwilligen gesucht, die bereit waren, aus ihren alten Tagebüchern vorzulesen. Nach ein paar Monaten hatten sich genügend Menschen, na ja, seien wir ehrlich: Mädchen gefunden, und die erste Tagebuchlesung ging an den Start. Irgendwie bekam die Presse von der Nummer Wind, und bei der zweiten Lesung ein paar Monate drauf waren fast mehr Presseleute als Zuhörer anwesend. Hat uns das mediale Echo anfangs noch geschmeichelt, so wurde es irgendwann ein wenig anstrengend. Gott sei Dank gibt es mittlerweile auch in anderen deutschen Städten Lesungen, und die ganzen Presseleute müssen nicht mehr zu uns ins kleine Café in Münster pilgern.

Letzten Endes ist das mediale Echo aber auch schuld daran, dass dieses Buch hier überhaupt erscheint. Also danke, liebe Pressefuzzis. Denn ohne euch wäre der Bastei Lübbe Verlag nicht mit der Frage auf mich zugekommen, ob wir ein Buch aus der Geschichte machen wollten. Daraufhin habe ich alle Mädels angeschrieben und gefragt, ob Interesse an einer Veröffentlichung besteht. Elf Freiwillige haben sich so gefunden, in deren Tagebucheinträgen ihr, liebe Leser, nun nach Herzenslust schmökern dürft.

Hauptthema aller Texte ist und bleibt das andere Geschlecht. Einige der Mädchen sind schüchtern, andere vorlaut, einige naiv, andere skeptisch. Es gibt Spät- und Frühzünder. So unterschiedlich die Geschichten rund um das Thema erste Liebe sind, so facettenreich sind auch unsere Charaktere hier im Buch.

Alle sind auf ihre Art sehr liebenswert. Und seltsamerweise kann man fast all ihre Probleme nachvollziehen. Man schlägt sich automatisch auf ihre Seite und möchte mitwettern gegen gemeine Eltern, böse Lehrer oder blöde Mitschüler. Manchmal möchte man sich aber auch an den Kopf fassen bei all dem Unfug und unüberlegtem Kram, den die Mädels anstellen. Viele Eltern werden sich wundern, was in den Köpfen von zwölfjährigen Mädchen so vorgeht. Und einige werden vielleicht auch ein wenig schockiert sein, wie früh Sex, Alkohol und Drogen bereits eine Rolle spielen. Kiffen ist (bei den meisten) etwas ganz Normales, und auch heimliche Besäufnisse sind an der Tagesordnung. Aber irgendwie werden sich das alle Eltern auch schon gedacht haben, denn sie waren ja vermutlich nicht viel besser.

Den Sexualkundeunterricht sollte man aber wirklich schon in der Grundschule im Lehrplan verankern, so früh, wie einige Mädels hier schon ihre ersten Erfahrungen machen. Und doch geht es neben Schmetterlingen im Bauch, Zungenküssen und Petting am Ende immer nur darum, einen lieben und netten Freund zu finden. Alle wünschen sich eine echte Beziehung. Das ist natürlich nicht so einfach, denn Männer sind schon wirklich sehr, sehr seltsam, und außerdem gibt es unglaublich viele potenzielle Dreamboys. Da kann es leicht passieren, dass man sich alle drei Minuten in einen anderen Jungen verliebt. Wir werden Zeuge von überschwänglicher Verliebtheit, verunglückten Versuchen, eine Beziehung zu führen, aber auch vom ersten schweren Liebeskummer. Daneben analysieren unsere Mädels messerscharf historische Ereignisse wie den 11. September, die französischen Atomtests oder den tragischen Tod von Lady Di.

So. Und nun der wichtige Absatz.

Die Texte werden euch nicht kommentarlos serviert. Das Erläutern und Zusammenfassen übernehme ich. Ich bin Stefan. Tach zusammen! Ich gebe meinen Senf an der einen oder anderen Stelle dazu und leite die unterschiedlichen Tagebucheinträge ein. Da wir einige Geschichten aufteilen und zu diesen später wieder zurückkehren, habe ich die glorreiche Aufgabe, die Erinnerung an das bereits Geschehene wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Alles andere, was ihr in diesem kleinen Büchlein vorfindet, sind Originaltexte der Mädels. Die Rechtschreibung habe ich verbessert. Oder vom Verlag verbessern lassen. Danke. In einigen Fällen haben wir einen besonders schönen Fehler mal im Text gelassen. Den werdet ihr aber sofort erkennen.

Und zu guter Letzt melden sich auch die Verfasserinnen selbst zu Wort. Also nicht nur in ihren Tagebucheinträgen, sondern auch in Kommentaren von heute. Wir haben nämlich das Glück, dass alle Mädels noch einmal kurz erzählen, was aus den ganzen tollen Typen ihrer Jugend geworden ist. Was sie selbst heute machen, was ihre Freundinnen so treiben und was sonst noch so passiert ist. Wir kommen also nicht nur in den Genuss von elf schwer pubertären Schicksalen, wir werden damit auch nicht im Regen stehen gelassen, denn wir werden erfahren, wie die Geschichten am Ende ausgegangen sind.

Also los geht’s. Ich wünsche viel Spaß mit unseren Mädels!

Kapitel 1: Clara

Die Erste, die in diesem Buch zu Wort kommen wird, heißt Clara. Wir dürfen sie in ihrem Tagebuch von ihrem zwölften bis zu ihrem sechzehnten Lebensjahr begleiten. Sie reitet gern, ist ständig im Urlaub und für ihr Alter schon sehr reflektiert. Da könnten sich andere eine Scheibe abschneiden.

Ihre Familienkonstellation ist ein wenig schwierig, und sie hat nicht nur Probleme mit den neuen Freundinnen ihres Papas, sondern auch mit ihrem Bruder. Der kifft, und das mag Clara gar nicht. Aber natürlich ist Thema Nummer 1 bei ihr das Verhältnis zum anderen Geschlecht, denn Clara verliebt sich alle zwei Wochen neu – mindestens! Und du, lieber Leser, der du das Vorwort nicht gelesen hast: Du bist selbst schuld, wenn du spätestens ab Seite 50 vollkommen durcheinander bist! Also blättere eine Seite zurück und lies dir wenigstens den letzten Absatz durch. Der ist wichtig. Der Rest zugegebenermaßen nicht so.

Steckbrief Clara

Name: Clara

Erkennungsmerkmale: viel zu groß aussehende Skater-Schuhe, dunkelrot getönte Haare, im Winter überdimensionale Daunenjacke, Zahnspange mit roten und blauen Gummis

Alter: 12

Hobbys: Reiten, Voltigieren, Klavier spielen, Chor

Bester Freund/beste Freundin: meine Cousine Janna

Das mag ich am liebsten: unsere Haustiere Amy und Tigger

Lieblingsband: Madonna, Sasha

Tagebuchversteck: im Regal auf meinem Hochbett

Clara, 12 Jahre

10. Mai 2000

Hi Tagebuch!

Bis heute war ich mit Max zusammen. Der war voll süß und total nett. Aber heute habe ich gemerkt, dass er voll die feige Sau ist. WEGEN DIESEM BRIEF HIER:

Liebe Clara,

ES IST AUS VORBEI

SCHLUSS FINITO

MIT UNS!! OK?

Dein Max

Er hat sich nicht getraut, ihn mir selber zu geben. Er hat ihn Henrik gegeben, und Henrik hat ihn mir gegeben. Ich hasse Max!!!

Nein … Max war immer so nett und lieb … und jetzt … ist alles vorbei! So ein Arschloch!! ♥ (Ich mag ihn trotzdem noch!)

Okay, dann tschau. Bis irgendwann.

19. Juni 2000

Hi Tagebuch!

Ich habe lange nicht mehr geschrieben! Es war in letzter Zeit viel los bei uns. Einmal erfreuliche, aber zum meisten Teil scheiß Neuigkeiten!!!

ALSO: Mama und Papa streiten sich sehr oft und auch schon sehr lange! Jetzt haben sie überlegt, dass sie sich !!trennen!! Papa zieht bald in eine andere Wohnung! Ich finde das alles so scheiße! Ich würde mich am liebsten selber umbringen. Ich weiß, so was sagt man nicht, aber trotzdem … Ich finde die ganze Welt zum Kotzen!

Ich meine: Ich kann reiten und habe viele Pferde, die ich reiten darf. Ich kriege Klavier-, Chor- und Geigenunterricht und … Aber das ist noch lange nicht so viel wert wie GEFÜHLE! Oder?

22. August 2000

Hi!

WOW! Max hat mich nach langer Zeit wieder angeguckt und mit mir gesprochen! Gut, ne …? Vielleicht wird das ja doch noch mal was mit uns!?! (Hoffentlich!)

26. Januar 2001

Hi Tagebuch!

Heute ist Freitag, und wir haben Zeugnisse bekommen. Ich telefoniere gerade mit meinem Schwarm (Julian). Ich hab ein bisschen Streit mit Hanna! Ich meine, was heißt ein bisschen … eigentlich ziemlich dollen! Ich setz mich jetzt wahrscheinlich neben Lisa! Die ist nämlich supernett, und mit der kann man sich total gut unterhalten!

10. Februar 2001

Hi Tagebuch!

Wir sind gerade auf Klassenfahrt in Österreich. Heute Morgen kamen wir um 5.30 Uhr an der Jugendherberge an. Da mussten wir erst mal superlange (2-3 Stunden) warten. Schneeballschlacht … Jungen gegen Mädchen. Endlich, um ca. 8 Uhr, durften wir dann rein (aber noch nicht in unsere Zimmer) und fuhren dann gegen 9 Uhr Ski! Das war superlustig und hat megadoll Spaß gemacht! Dann waren wir heute noch rodeln! Auf einem cooooolen Berg! Um 18 Uhr gab es ein … ekeliges, na ja … Essen. Das sind voll die armen Schlucker hier (die Besitzer)! Die Zimmer sind voll klein und dreckig und … eben scheiße!

Okay, ich schreib morgen noch mal (auf jeden Fall)!

Deine Clara

PS: Wir spielen gerade Wahrheit, Pflicht und Konsum!

13. Februar 2001

Tagchen!

Wir kommen gerade vom Rodeln wieder. War wirklich lustig. Ich bin total oft mit Thomas gefahren. Der ist total nett. Aber als ich dann mit Julian gefahren bin, war Thomas irgendwie sauer. Und Julian war sauer, als ich mit Thomas gefahren bin. Scheiße aber auch!

Na ja. Thomas ♥ oder Julian ♥??

16. Februar 2001

HI!

ICH BIN MIT JULIAN ZUSAMMEN!

Kam gerade von der Party wieder. Ich bin voll happy! Hab mit Julian getanzt! War voll … cool!

27. März 2001

Hallo!

Ich hasse Julian! Bin schon etwas länger nicht mehr mit ihm zusammen (ich habe Schluss gemacht)! Er nervt mich jetzt immer voll, und für ihn bin ich jetzt das »Arschloch«! Letztens hat er mir noch folgende SMS geschrieben:

Mir wurde damals beigebracht, dass ein Tag 24 Stunden, eine Stunde 60 Minuten, eine Minute 60 Sekunden hat, aber mir wurde nie beigebracht, dass eine Sekunde ohne dich die Ewigkeit bedeutet!

Versteh ich nicht. Jetzt findet er mich total scheiße. Und ich ihn auch! Er findet einfach keine Grenzen! Voll scheiße!!! Na ja …

28. März 2001

Ich hänge immer noch an Max! Der ist so süß! Ich frag morgen Henrik, ob Max ein Handy hat, und wenn ja, welche Nummer! Dann schreib ich ihm mal ’ne SMS.

Heute Abend habe ich Chor! Da sehe ich wieder Max! Ich wünschte, das würde was werden mit uns!!! Hoffentlich!

10. April 2001

Hi Tagi!

Ich fahre heute nach Berlin! Mit Papa und seiner Freundin Maria.

Ach so: Ich habe Max’ Handynummer! Hab ich selbst rausgekriegt. (Ich hab ihn danach gefragt, und er hat auch meine!)

11. April 2001
Ca. 1 Uhr (hab keinen Bock auf die Uhr zu gucken)

Ich liege gerade im Bett in Berlin. Ist voll das verfallene Haus. Man muss in den Garten pinkeln. Und das soll ich eine Woche aushalten? Nein … so schlimm ist es auch wieder nicht! Aber manchmal, wenn ich Maria und Papa so sehe, bekomme ich ’ne Wut auf beide! Das verdirbt mir immer die Laune!

Ich habe trotzdem noch Klamotten bekommen. Ein bordeauxrotes T-Shirt, eine blaue Jeansjacke. Voll schön!

Eben hatte ich wieder so schlechte Laune! Da hat Papa gesagt (als Maria nicht da war), dass ich ruhig, wenn Maria da ist, etwas netter sein könnte. Da bin ich ausgeflippt und habe zu ihm gesagt, dass er nie merkt, wie es mir geht und so. Dann bin ich weggegangen!

12. April 2001

Noch mal hallo!

Ich wollte nur noch eins loswerden: Ich habe irgendwie das Gefühl, dass mir Maria Papa wegnehmen will! Ich hasse sie!!!

Clara, 13 Jahre

20. Juli 2001

Ich habe totalen Streit mit Lisa! Warum? Das ist eine lange Geschichte: Wir hatten Abschlusszelten mit unserer Klasse. Abends saßen alle am Lagerfeuer, und plötzlich haben die Jungs ein paar Flaschen Bier rausgeholt. Lisa hat sich voll aufgeregt und meinte, sie würde das niemals trinken! Ich hab ihr dann gesagt, dass das ja nicht mein Problem wär, und da hat sie sich natürlich wieder voll aufgeregt! Dann ist sie heulend in ihr Zelt gegangen. Mit Christina! Ich hab mir von ihr aber nicht den Spaß verderben lassen und lag dann mit Lena, Jana und Sophie am Feuer. Wir haben auch ein paar Schlücke Bier getrunken. Ja und? Ein paar Schlücke! Christina & Co haben mich dann »besoffenes Arschloch« und so genannt! Ab da habe ich nicht mehr nett mit ihnen geredet.

Okay, das war’s! Deine Clara

12. September 2001

Hallo Tagebuch!

Gestern ist etwas ganz Schreckliches passiert. In die World-Trade-Center-Türme sind zwei Flugzeuge reingeflogen! Extra! Wahrscheinlich waren das die Moslems … Terroranschlag!

Das läuft die ganze Zeit nur noch im Fernsehen. Schrecklich! Das könnte den Dritten Weltkrieg bedeuten! Bitte nicht!

07. Januar 2002

Ich habe heute meine Tage bekommen! Ich hatte zwar vor ein bis zwei Monaten schon mal Blut in der Unterhose, aber heute hat es richtig angefangen. Voll scheiße! Aber irgendwie auch gut. Dann werde ich endlich eine Frau!

Clara, 14 Jahre

23. März 2003

Hallo,

heute werde ich dir mal wieder nach langer Zeit etwas schreiben! Liege gerade im Bett bei meiner Gastfamilie in Frankreich. Schüleraustausch. Ist superschön hier! Ich versteh zwar fast kein Wort, aber es ist trotzdem total cool! Meine Gastfamilie ist voll nett + lieb. Ich bin froh, dass ich hier bin!

À bientôt, Clara

26. März 2003

Hallo!

Es ist jetzt Dienstag, und ich bin nicht mehr lange hier (in Frankreich). Ich glaub, das ist auch ganz gut so! Hier ist nämlich so ’n komischer Austauschtyp aus Frankreich … der ist voll durchgeknallt! Der denkt die ganze Zeit nur an Sex und so … voll zurückgeblieben, echt gestört!!! Na ja, wie gesagt, ich bin ja nicht mehr lange hier! *g*

03. April 2003

Naaaa … Heute ist der letzte Abend hier in Frankreich! Irgendwie bin ich auch froh, dass ich hier morgen weg bin. Laurent, mein Gastbruder, hat echt ganz schön komische Freunde!! Die meinen alle, sie wollen mit mir schlafen und so ’n Scheiß!

Habe gerade gegessen, und dann haben wir ’ne Fotosession gemacht. *g* Sind voll cool geworden, die Bilder! Von Laurent und mir und Laurents Eltern! So, ich pack jetzt meine Sachen, weil ich morgen schon soo früh fahre!

Clara, 15 Jahre

13. August 2003

Lukas hat mich gerade angerufen und gefragt, ob er am Samstagabend bei mir pennen kann, weil sein Bruder und die Freundin von ihm kommen und nicht genug Betten da sind … Mal gucken, vielleicht werde ich mir dann noch ’ne Matratze holen, wenn’s mir zu eng wird.

Vorgestern hat meine Mama mich besucht, voll lieb! Und gestern mein Papa. Und weißt du, was er mir erzählt hat? Eine, die früher bei mir im Chor war, ist letzte Woche, bevor sie auf ’ne Party wollte, ’ne Treppe runtergestürzt, hatte Gehirnblutungen und ist sofort gestorben! Krass, oder? Vor allem, die war ja auch nicht betrunken, das war ja vor der Party! Das lässt mich nicht mehr los. Ich kannte sie schließlich auch ganz gut! Echt ganz schön heftig!

17. August 2003

SMS von Lukas:

Vielleicht irgendwann, ja? Danke für alles. Pass auf dich auf, und schlaf schön. Werd dich nie vergessen …

Lukas hat gestern Abend nicht bei mir gepennt! Wir haben noch bis ca. halb drei gequatscht. Er weiß, dass ich nicht mit ihm zusammenkommen will. Aber heute Morgen hat er bei mir angerufen und ist dann doch noch bei mir vorbeigekommen. Er meinte, dass er mit mir zusammenkommen will, er will es einfach so ausprobieren, hat er gesagt. Wenn es scheiße sein sollte, könnten wir es dann auch wieder lassen, es müsse ja keiner wissen!

Krass, oder? Ich hab echt nur gedacht, der spinnt doch! Er merkt nicht, dass ich ihn nur als guten Freund haben will … Er macht sich alles so leicht … Ich habe ihn echt verdammt doll lieb, aber ich liebe ihn nicht! Verstehst du, was ich meine? Stell dir mal vor, wir wären zusammen. Er könnte das NIE geheim halten!

Wenn er mir ’ne SMS schreibt, würde er bestimmt »Ich liebe dich« drunterschreiben, und genau das würde ich nicht aushalten, weil ich das nicht erwidern kann! Was hätte er denn davon? Gar nichts, oder? Und ich auch nicht.

Aber wie soll ich ihm das sagen? Ich weiß auch nicht, ob er es verstehen würde.

19. August 2003

Habe eben mit Lukas Titanic geguckt! Dann war da plötzlich so ’ne hammerfette Spinne im Zimmer. Wir haben uns beide voll zu Tode erschreckt, superheftig! Dann hat Lukas die mit ’nem Glas kaputt gemacht. Eben, als er dann gehen wollte, haben wir uns dann so verabschiedet (wie immer so einmal umarmt), und dann hat er versucht, mich zu küssen. Ich habe aber abgeblockt!!! Dann hat er gefragt, ob wir es nicht einfach versuchen könnten! Ich hab dann gar nichts gesagt, nur weggeguckt. Als ob das so einfach wäre … bescheuert, oder?

Ich habe das Gefühl, ich habe mich ganz schön verändert … vor ’ner kurzen Zeit habe ich alle Gedanken, die ich mir so mache, immer nur für mich behalten und nicht gerne darüber geredet. Aber seit ein paar Tagen/Wochen fange ich an, darüber zu reden, und wie du siehst, sie aufzuschreiben! Das tut echt gut!

SMS von Lukas:

Entschuldige, es tut mir leid. Ich vermisse dich so sehr, dass ich nicht mehr nachdenke. Wenn du dich verändert hast, lass uns darüber reden, ja? Ich liebe dich …

20. August 2003

Es tut voll gut, sich einfach mal alle Gedanken so von der Seele zu schreiben! Weißt du, was ich mir überlegt habe? Ich werde in der elften Klasse für ’n halbes Jahr ins Ausland gehen … und dann eventuell nach dem Abi für ein Jahr auf ’ne Ranch oder so (Amerika). Das wäre doch cool, oder? Na ja, wie schön, dass es Träume gibt! :-)

Stehen gerade auf ’nem Rastplatz! Mama, Johann und ich sind auf dem Weg in den Urlaub an die Ostsee. Johann raucht eine … wie immer! Voll schlimm, dieses Rauchen!

Vorhin hat mir Lukas eine SMS geschrieben, ich glaub, er war schon ’n bissel besoffen!

Und bevor ich’s vergesse, grüss mal dass Mehr von mir *g* und sieh dir wenigstens einen Sonnenuntergang am Strand an … Hab dich LIEB.

Seit wann schreibt man das Meer so: das Mehr? :) Seltsam. *g* :-)

22. August 2003

Hi du!

Johann & ich haben uns gestern Abend mit ’n paar Leuten hier vom Campingplatz getroffen! Sind zu ’ner Beachparty gegangen. Erst waren wir zu siebt. Drei andere Mädchen, die waren alle über zwanzig, ein Typ, der einundzwanzig war, einer sechzehn und Johann und ich. Der Typ, der meinte, er wär sechzehn, sah gar nicht so schlecht aus … Auf jeden Fall hat er sich den ganzen Abend voll an mich rangemacht! Superschlimm. Ich hab ihn dann immer so abgewehrt … irgendwann meinte er so, dass er noch gar nicht sechzehn wär, sondern erst vierzehn. Ich hab voll den Schock bekommen. Aber dann hab ich auch sein kindisches Verhalten verstanden und ihn den Rest des Abends voll abblitzen lassen!

Dann war da noch so ’n anderer Typ, Nils, sechzehn. Ich hätte ihn auf den ersten Blick älter geschätzt. Der war echt supernett! Und nachher lagen wir noch alle mit Wolldecken am Strand, und da hat er sich voll an mich rangekuschelt, weil ihm superkalt war! Echt süß! *g*

Johann, Mama und ich fahren jetzt nach Eckernförde, das ist so ’ne Stadt hier inner Nähe.

PS: War gestern in Kappeln (ist auch so ’ne Stadt hier), da hab ich mich erst mal mit Zeitschriften eingedeckt! Hab mir drei Zeitschriften gekauft: 1. Young Miss 2. Young 3. Glamour ♥ Voll toll!!!

23. August 2003

Ich liebe Nils!!!!

04. September 2003

Aber er mich nicht mehr … glaub ich! Seit drei Wochen höre ich nichts von ihm. Nils, was ist los?? Was habe ich falsch gemacht?? Bitte melde dich!

17. November 2003

Du hast mich verletzt, Nils. Mein Herz hat dich nun vergessen!

Ich habe mir überlegt, dieses Buch »Gedankenbuch« (den Ausdruck »Tagebuch« finde ich nicht so toll) zu nennen.

30. November 2003

Ich bin mit Ben zusammen!!! Happy!!! Der ist so süß, das gibt’s gar nicht!! Ich liebe ihn.

Ich habe Angst vor den Sprüchen der anderen, aber ich glaub, da muss ich einfach durch. Ich muss es überstehen … auch wenn es schwierig ist.

Aber ich bin so froh, dass ich Nina habe. Sie ist so eine tolle Freundin und immer für mich da, egal wann. Da bin ich echt verdammt froh drüber!!! Ich hab sie sooo superdoll lieb!

Gute Nacht! Alles Gute, Clara

03. Dezember 2003

Der Wald

In tiefem Schweigen lag er da,

von Nebel umhüllt.

Einsamkeit durchdrang die Stille,

die schwer zu ertragen schien,

die mich herabdrückte.

Langsam tappe ich hindurch,

durch die immer mehr werdende

Dunkelheit.

Meinen Hund Caspar dicht neben mir,

seinen schnellen Atem spürend.

Das Gefühl der Verfolgung ließ mich

schneller laufen. Nur undeutlich nahm

ich den Weg wahr, der kein Ende nahm.

Ständiges Umgucken,

Geräusche, die meine Aufgeregtheit zu Angst

umwandelten.

Warum war ich allein?

Der Wald,

so groß und mächtig,

so unheimlich und beängstigend,

so leer und verloren,

und doch so schön.

24. Dezember 2003

Heute ist Weihnachten! Ich liege jetzt im Bett! Wir waren eben alle bei Papa, es war hammerschön! Hätte ich echt nicht gedacht. Ich hab voll die super Geschenke bekommen:

  • ’ne Wasserpfeife
  • Lederreitstiefel (jippie, endlich … ♥)
  • voll den schönen Spiegel von meiner Schwester Lena
  • Piercing (den Stab für ’n Bauchnabel)
  • und noch vieles mehr

Nachher habe ich Lukas angerufen, weil er mir so ’ne schöne SMS geschrieben hat. Dann haben wir uns getroffen und gelabert. Über alles Mögliche! Aber ich merk irgendwie, dass ich jetzt schon wieder Abstand von ihm brauche … Ich weiß auch nicht, das war schon wieder zu viel. Voll seltsam. Ich kann seine Art einfach nicht ertragen!

Na ja, ich höre jetzt Bibi & Tina! Bis später, tschaui.

22. Januar 2004

Nils (der aus dem Urlaub an der Ostsee) hat mir ’n paar SMS geschrieben!! Er meint, er will sich mit mir treffen. Voll krass! Nach allem, was der abgezogen hat … Er hat geschrieben:

Wie wär’s mit nächste Woche? Bei mir?

Heftig! Plötzlich kommt er wieder an! Na ja, ich werd mich aber mit ihm treffen (irgendwann), und dann werde ich ihm auch noch mal richtig sagen, was für ’n Scheiß der gemacht hat! Ich glaub, er weiß auch gar nicht, dass ich ’n Freund habe! :-) Das wird ihn bestimmt auch noch mal schocken! Ach, der Arme! :-) Na ja, wir werden sehen!

Bin voll müde, hab morgen Schule und keine Englischhausaufgaben! Bonne nuit, good night, gute Nacht.

25. Januar 2004

Es ist jetzt 20:40 Uhr, und ich bin voll müde! In einer Woche hat Ben Geburtstag. Ich werde ihm, denk ich, die Karte fürs Ärzte-Konzert zum Geburtstag schenken, oder? Hmm … mal sehn! :-)

Werde gleich noch mal mit Nils telefonieren. Dann werd ich ihn mal fragen, was das alles sollte und so! Eigentlich müsste ich voll sauer auf ihn sein, aber irgendwie bin ich das gar nicht so … Hmm! Ich mein, er hat echt voll die Scheiße da abgezogen! Na ja, abwarten! Ich hoff, er weiß, dass zwischen uns niemals mehr als ’ne Freundschaft sein kann! Ich hab ja jetzt auch Ben, und ich bin verdammt glücklich mit ihm!

So, ich mach jetzt mal Schluss! Schreib morgen ’ne Mathearbeit und bin voll müde!!!

27. Januar 2004

Johann fängt jetzt mehr und mehr an, wieder hier einzuziehen, und wohnt nicht mehr bei Papa. Seit Papa ihn rausgeschmissen hat, redet er kein Wort mit ihm. Ich hab das Gefühl, dass ich ziemlich dazwischenstehe. Ich bin die Einzige, die noch richtig Kontakt zu Papa hat. Aber ich stehe einfach zu ihm, und ich hab ihn lieb! Sehr lieb sogar. Er ist immer da, wenn ich ihn brauche.

Über Johann rege ich mich gerade auf, weil er meiner Meinung nach wieder gekifft hat. Find ich richtig scheiße! Dieses Zeug verändert ihn voll. Eben war er z. B. total kindisch, hat sich voll lange mit Tigger, unserem Kater, unterhalten … irgendwie ’n bisschen verpeilt. Und als ich ihm dann gesagt habe, dass Kiffen seinen Geist verändert, war er plötzlich voll abweisend. Das Einzige, was er gesagt hat, war: »Hast du das von Papa?«

Nein, ich hab das nicht von Papa! Das ist meine persönliche Einstellung! Meine eigene Meinung! Ich hoffe, er versteht es bald und kommt von dem Zeug weg! Ich habe wirklich Angst um ihn!

In diesem Sinne, good night, Clara

Kapitel 2: Eva

Wir kommen später noch mal zurück zu Clara. Da wird sich noch so einiges tun.

Als Nächstes möchte ich euch Eva vorstellen. Sie ist schon ein paar Jährchen älter als Clara, was man auch unschwer am Ton der Einträge erkennen kann. So kindlich lieb und nett wie Clara ist Eva schon lange nicht mehr. Sie ist zu Beginn der Aufzeichnungen sechzehn Jahre alt, durchgeknallt, spielt sehr gut Basketball, ist eher mittelmäßig in der Schule, aber dafür ein riiieeesen Donots-Fan.

Evas Beziehung zu ihrem ersten langjährigen Freund Simon ist eher problematisch. Die beiden erleben gemeinsam schlimme Zeiten, als ein guter Freund verunglückt, Simons Papa an Krebs erkrankt und Evas Oma stirbt. Doch auch wenn sie diese Zeit gemeinsam durchstehen, so recht harmonisch soll es einfach nicht werden. Nicht zuletzt, weil ein Nebenbuhler Eva einfach nicht aus dem Kopf gehen will.

Steckbrief Eva

Name: Eva

Erkennungsmerkmale: schwarz gefärbte Haare, Möchtegernpunkmädchen, Sterne

Alter: 16

Hobbys: Konzerte, Basketball

Bester Freund/beste Freundin: Emi

Das mag ich am liebsten: Basketball, die Donots, Konzerte

Lieblingsband: Donots

Tagebuchversteck: unterm Kopfkissen

Eva, 16 Jahre

20. Februar 2002

Ich hab schon wirklich lange nicht mehr Tagebuch geschrieben. Aber ich fang jetzt einfach mal wieder an, denn irgendwie hat’s mir immer geholfen und irgendwie ist mal wieder alles – oh Wunder! – total beschissen …

Irgendwie hab ich das Gefühl, mein Leben mit meinen sechzehn Jahren schon ganz schön verwurschtelt zu haben, und ich hätte einfach mal riesige Lust, dass das alles wieder anders wird. Ziel steht, Plan und Weg völligst im Dunkeln.

Okay, ich will aufhören zu rauchen, vielleicht doch mal besser in der Schule werden − Abi ist ja nicht mehr weit − und mich nicht ständig in irgendeinen Idioten verknallen, der mich dann eh nur zum Heulen bringt. Und wenn ich das hinkriege, kann ich mich vielleicht auch wieder vernünftig aufs Basketball konzentrieren und wieder so gut werden, wie ich mal war. Okay, so gut wie Sandra werde ich wohl nie werden, aber sie spielt auch doppelt so lange wie ich und ist viel größer.

Nun. Auf jeden Fall möchte ich nicht mehr ganz so verwirrt sein. Alles Verwirrte und das ganze Chaos kommen einfach hier rein in mein kunterbuntes Wurschtelbuch und ist dann im besten Fall aus meinem Kopf raus!!!

25. Februar 2002

Vorhin war Benny hier. Und ich hab was gemacht, was ich mich noch nie getraut hab: Ich hab ihm gesagt, dass ich ihn gut finde. Er hat sich jetzt noch nicht wirklich dazu geäußert, aber schon durchblicken lassen, dass er das ähnlich sieht. Nur so richtig ausgesprochen haben wir uns nicht …

10. März 2002

Ich hatte keine Zeit zu schreiben, denn aaaaaaaaaaaaaaaah, seit einer Woche und zwei Tagen bin ich mit Benny zusammen!!! Und find’s erstaunlicherweise immer noch toll. Und was noch viel erstaunlicher ist: Er findet es auch immer noch toll!

Ich hab beschlossen, jetzt doch mal wieder öfter hier reinzuschreiben, sonst kann selbst ich zwischen den Einträgen überhaupt keine Logik mehr erkennen. Und hallo, es ist mein Tagebuch!!

Momentan läuft echt alles beängstigend gut, im Verein und im sonstigen Leben. Nur in der Schule nicht, aber das wird schon wieder.

Ich bin immer noch verknallt in Benny, aber eine Sache ist echt komisch: Gestern Abend war auch Simon im Altenberg, und auf einmal fand er mich wieder toll, hat mich die ganze Zeit umarmt und meine Schulter gestreichelt, aber nö, nicht mit mir! Ich find’s zwar komisch, aber ich hab Benny, und das bleibt auch so.

27. März 2002

Mir geht’s absolut scheiße, meine Laune ist auf dem Tiefpunkt, Weltuntergangsstimmung.

Irgendwie hat sich mein ganzes Leben in einer Nacht komplett auf den Kopf gestellt. Ich hatte einen merkwürdigen Traum, der mich total verwirrt hat. Und ich weiß absolut nicht, was ich damit anfangen soll. Ich war mir sicher, dass ich echt verliebt in Benny bin und dass ich alles für ihn tun würde, aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Was ich jetzt schreiben werde, hört sich – mal wieder – echt nach Teenie-Schwärmerei an (na gut, das isses ja auch), aber irgendwie fühlt es sich dann doch wieder so an, als ob es das nicht wäre.

Ich hab geträumt, dass ich mit Simon zusammen gewesen bin. Das ist nicht gut gegangen, und wir mussten uns sehr traurig wieder trennen.

01. April 2002

Heute bin ich genau einen Monat mit Benny zusammen. Und eigentlich sollte das ein ganz toller Tag sein, aber es ist ein total beschissener. Er ist wieder aus dem Urlaub zurück und hat mir getextet. Da hab ich ihn erst mal ein bisschen angeschissen, weil ich sauer war, dass er sich die ganze Zeit über nicht gemeldet hat.

Und er meinte, er hätte kein Netz gehabt!! Okay, er war bei seiner Familie im Osten, aber auch die haben Telefone und Handynetze!

21. April 2002

War ich das wirklich, die gesagt hat, dass sie voll happy wäre und alles so toll wäre?

Alles vorbei. Aus.

Wer glaubt eigentlich an Liebe auf den ersten Blick?

Ich nicht. Aber die auf den 234 923. Blick gibt’s wohl. Ich hab doch erzählt, dass ich den merkwürdigen Traum von Simon hatte. Und ich hab ihn ganz oft gesehen, und nie war was. Und auf einmal: Peng! Wie in diesem komischen Schlager.

Freitag haben Benny und ich Schluss gemacht, aber ich möchte nicht so viel drüber schreiben, weil ich irgendwie ganz schön traurig bin.

Dann lieber über Simon. Er hat mir getextet (woher hat der eigentlich meine Handynummer?) und mich gefragt, ob ich am Samstag ins Altenberg komme, und da haben wir uns dann auch gesehen. Er hat die ganze Zeit geguckt und megasüß gegrinst. Und als er endlich zu mir kam, kam das scheiß Jugendamt und ich musste raus, weil es schon Mitternacht war. Zum Abschied hat er mich dann auf die Wange geküsst. ♥

24. April 2002

Hm. Doof. Er findet mich nett. NETT! Und er kann mich total gut leiden, aber mehr dann irgendwie doch nicht. So ganz komm ich da jetzt nicht drauf klar.

Aber er möchte mit mir befreundet sein (was ein Scheiß!!!), und ich will’s wenigstens versuchen, besser als nix. Hab ich wenigstens ein bisschen was von ihm. Doof nur, dass ich echt immer feuchte Hände und zittrige Knie bekomme, wenn ich den Kerl sehe. Muss das denn alles immer so verdammt kompliziert sein?

Gott, meine Mama kannte meinen Paps in meinem Alter schon, und sie waren auch schon zusammen – was ist denn in den paar Jahren passiert, dass alles auf einmal so schwer sein muss?

Aber irgendwo rennt ’n Typ rum, der mich gut findet. Mit allen Macken und Problemen. Und egal wo, den finde ich!

29. April 2002

Hm. Wirklich gut geht’s mir nicht. Natürlich wegen Simon. Er versteht aber auch nichts!

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