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Wenn eine Begegnung alles verändert

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Unglaublich, was geschieht da?

 


»Haben Sie sich vielleicht verliebt?«

Valeria Milani

 

»Das kostet Sie ein Heidengeld!«

Eberhard Helm

 

»Dann bemühst du dich vielleicht nicht genug«

Christian Jackisch

 

»Selbst Banales erklärt sich nicht von selbst«

Astrid Schareina

 

»Diese Therapie will ich nicht mehr!«

Matthias von Hofen

 

»Gewalt – das schleichende Gift im Verborgenen«

Stephanie Boßerhoff

 

»Wir können durchaus über Hoffnung sprechen«

Friedemann Nauck

 

»Ein starkes Signal ist der Schmerz«

Philipp Traut

 

»Aufgeben gilt nicht!«

Arnd Denecke

 

»Danach wusste ich, wie ich als Ärztin auf keinen Fall werden will!«

Dora Scheipers

 

»Wir würden das in erster Linie tun, um Zeit zu gewinnen«

Michael Hallek

 

»Ich habe ja kürzlich den lieben Gott mal wieder in Dinslaken getroffen«

Wolf-Rüdiger Weisbach

 

»Heute waren Sie für mich der Arzt!«

Jürgen Strenger

 

»Wissen Sie, ich hoffe jetzt einfach«

Andrea Petermann-Meyer

 

»Aber was ist mit dem Tod, der sich vielleicht schon auf den Weg gemacht hat?«

Alexander Cherdron

 

»Es gibt keine hoffnungslosen Fälle!«

Joseph Fischer

 

»Der Herr Seidel hat Zwillinge bekommen!«

Leonhard Seidel

 

»Demut lernt man nicht im Studium, demütig machen Situationen, die nicht nach Plan verlaufen«

Johanna Ritter

 

»Man tut einfach so, als wäre nichts«

Valentin Z. Markser

 

»Es gibt noch eine andere Geschichte«

Jens Ulrich Rüffer

 

»Habe ich ein Recht auf ein gutes Leben?«

Manfred Nelting

 

»Natürlich entscheiden Sie mit, aber ich helfe Ihnen!«

Annette Wagner

 

»Ohne diese Schwestern und Pfleger könnten wir den Betrieb hier zumachen«

Ann Kristin Schmitz

 

»Die Depression kann wie eine feindliche Übernahme sein«

Robert Gaertner

 

Charlie: »Eines Tages werden wir alle sterben.«
Snoopy: »Ja, aber an allen anderen nicht.«

Heinz-Wilhelm Esser

 


Anhang

Glossar

Biografien

Autorenbiografien

Dank

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Als wir – Michael Lohmann, Rechtsanwalt und Patient, und Jens Ulrich Rüffer, Onkologe – uns 1991 in der Kölner Uniklinik trafen, wussten wir nicht, dass sich aus der Begegnung zwischen Arzt und Patient eine jahrelange Freundschaft entwickeln würde. Damals galt Michael Lohmann von seinem Hodgkin-Lymphom als geheilt, doch vier Jahre später wurde bei ihm ein Befall der Leber festgestellt. Was tun?

 

»Jetzt schauen mich diese großen Augen etwas herausfordernd an. Die Situation ist schwierig und Michael nach vielen Jahren verständlicherweise therapiemüde. Doch ich bemerke trotz allem auch seinen Kämpfergeist und Lebenswillen, und deshalb werde ich ihn in der nächsten, ausgesprochen harten Therapie begleiten. Denn ich spüre, dass sowohl Michael als auch seine Freundin mir vertrauen. Die Erwartungen an mich sind hoch. Ich soll nicht nur eine fehlerfreie Therapie abliefern, sondern auch jederzeit die Reißleine ziehen, wenn das Maß des Erträglichen bei meinem Freund voll ist.«

 

»Es gibt noch eine echte Chance«, höre ich Uli sagen.

 

»Ein neues Therapieverfahren mit realer Aussicht auf Heilung. Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Transplantation – ich weiß, das hört sich erstmal schlimm an. Und ich will auch gar nicht leugnen, dass die Therapie hart ist – aber sie ist machbar.«

 

Spätestens hier müsste ich eigentlich zumachen. Ich hatte mir geschworen: nie wieder Chemo, und jetzt eine Hochdosis-Chemo?! Und dann noch Transplantation? Ulis Worte dringen nach und nach zu mir durch. Unglaublich, was geschieht da? Zögerlich fange ich an, mir vorzustellen, dass unter Umständen – mit der Unterstützung von ihm als Arzt und meiner Freundin – so eine Therapie vielleicht doch möglich wäre.

 

»Ich bin hier der Stationsarzt und ich wäre an deiner Seite!«

 

Bei diesem Gespräch gelingt es uns, das Band des Vertrauens neu zu knüpfen. Und deshalb machen wir uns gemeinsam auf einen Weg, der uns beide nicht nur als Arzt und Patient verändern wird, sondern auch als Menschen.

 

Viele Ärztinnen und Ärzte haben ähnlich intensive Begegnungen mit Patienten erlebt, die sie und ihre Sicht auf die Medizin verändert haben. Wir haben uns auf die Suche gemacht und Ärzte sowie Ärztinnen aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen gefunden, die von ihrer besonderen Begegnung erzählen wollten. Der Leser wird Zeuge dessen, was hinter der weißen Wand der Medizin los ist. Wie die Menschen im weißen Kittel ticken, was sie bewegt und was sie von ihren Patienten lernen.

 

Als Arzt und als Patient und nach jahrzehntelangen Erfahrungen sind wir beide davon überzeugt, dass unser deutsches Gesundheitssystem weltweit eines der Besten ist. Und doch gibt es auch hier noch einiges zu verbessern. Die notwendige Verbesserung sehen wir nicht unbedingt in der oft beschriebenen Spitzenforschung, sondern eher in der Haltung, mit der sich Ärzte und Patienten in diesem System bewegen. Wir sind davon überzeugt, dass wir einen gewaltigen Schritt hin zu einer patientenzentrierten Versorgung schaffen können, wenn die Begegnung zwischen Arzt und Patientin, Ärztin und Patient wieder in den Mittelpunkt gestellt wird.

 

Denn wir haben es ja selbst erlebt: Eine Begegnung kann alles verändern!

 

Köln im Juli 2020

 

Michael Lohmann, Jens Ulrich Rüffer

 

Von den 25 teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten haben vier ihre Geschichten unter Pseudonym erzählt; die Namen der Patientinnen und Patienten sind bis auf wenige Ausnahmen auf ihren Wunsch hin anonymisiert worden.

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»Ich möchte endlich nicht mehr krank sein, endlich keine Medikamente mehr nehmen! Endlich normal leben!«

Einen Tag nach ihrem 18. Lebensjahr sitzt Carola vor mir. Lange blonde Haare, große lebendige Augen – ein hübsches Mädchen. Tolle Ausstrahlung, auch wenn eine gewisse Traurigkeit durchscheint. Diagnose: Schwere Bluterkrankung mit Blutungsneigung, ihr Knochenmark bildet zu wenig Blutplättchen (Thrombozyten).

»Seit meinem zehnten Lebensjahr bestimmt diese Krankheit mein Leben. Ich durfte nie Sport machen, nie Ski fahren, nie das tun, was alle in meiner Klasse machen. Stattdessen Krankenhaus. Immer wieder Krankenhaus. Ich will das nicht mehr! Und jetzt bin ich 18 und kann endlich selber entscheiden!«

Carola ist mit ihrer Schwester gekommen; gleich zu Anfang erklärt sie mir, dass sie auf keinen Fall möchte, dass ihre Eltern irgendetwas von unserem Gespräch erfahren. »Meine Mutter hat immer Druck gemacht: ›Hast du auch deine Tabletten genommen?‹ Ständig war sie hinter mir her – wie ein Hirtenhund. Ich ertrage das nicht mehr!«

»Alles, was Sie hier sagen, unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht«, versuche ich sie zu beruhigen.

Carola berichtet von den üblichen Standardtherapien in der Kinderklinik: Man hat es mit Immunsuppressiva versucht und als die nicht halfen, musste sie sich subkutan ein Medikament spritzen. Das sollte dafür sorgen, dass sie mehr Blutplättchen bildet. Doch all das führte nicht dazu, dass sie endlich tun konnte, was Kinder und Jugendliche in ihrem Alter eben tun. Stattdessen traumatische Erlebnisse: So wurde ihr mit 12 unter Narkose eine Kinderspirale gelegt, damit sie keine Monats-Blutungen bekommt. Wenn ich mir vorstelle, meine 12-jährige Tochter müsste so etwas über sich ergehen lassen … Und dürfte kein Sport machen, kein Ski fahren, nicht toben wie die anderen Kinder – eine Katastrophe!

 

Bis vor ein paar Wochen ging Carola noch in die Kinderklinik, nun ist sie in einer Praxis, in der fast alle Patienten älter als ihre Eltern sind, das Durchschnittsalter ist 50 plus. Auch für mich ist es neu, eine so junge Patientin zu betreuen. Ich nehme mir viel Zeit für sie, versuche ihr Vertrauen zu gewinnen. Nicht einfach, nach so vielen Enttäuschungen.

»Ich kann sehr gut verstehen, dass Sie mit Ihrer Geduld am Ende sind. Aber ich kann Ihnen hier eine Therapie anbieten, mit der viele meiner Patienten sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Das sind Tabletten, die sind gut verträglich und die werden Sie stabilisieren. Sie wissen, welches Risiko besteht, wenn wir nichts machen?«

»Das weiß ich ganz genau, dann ist es halt vorbei!« Wieder bricht der ganze Frust aus ihr heraus. »Ich möchte nicht jeden Tag Tabletten nehmen – ich will das nicht mehr! Ich möchte frei sein und Kinder haben!«

»Das kann ich sehr gut verstehen! Sie müssen das auch nicht jetzt entscheiden. Nehmen Sie sich Zeit, um in Ruhe darüber nachzudenken und alles vielleicht mit ihrer Schwester zu besprechen. Sehen wir uns bald wieder?«

»Ja!«, sagt sie mehr genervt als überzeugt.

 

Ungern lasse ich Carola ohne Rezept gehen. Schließlich zeigt das Ergebnis ihrer Blutwerte, dass die Blutplättchen deutlich unter dem Normwert liegen. Beim nächsten Infekt könnten die Thrombozyten so abstürzen, dass sie eine Hirnblutung bekommt und stirbt. Ich kann also nur hoffen, dass ihre Schwester sie zur Vernunft bringt und wir die Therapie zeitnah starten können.

Eine paar Wochen später sitzt Carola wieder vor mir. Diesmal ist sie allein gekommen.

»Ich habe mir alles überlegt und ich möchte keine weitere Therapie!«, sagt sie sanft aber entschlossen.

»Sie wissen, was das bedeutet? Der kleinste Infekt …«

»Ich weiß, und das ist mir egal!« Sie klingt trotzig und resigniert.

Was jetzt? Soll ich ihre Eltern anrufen? Nein, das hat sie ausdrücklich verboten.

»Ich möchte jetzt erst mal mein Abi machen. Damit habe ich genug an der Backe, da will ich jetzt nicht noch eine neue Therapie anfangen.«

»Abi machen, bedeutet Stress. Und Sie wissen, dass Stress Gift für Sie ist.«

»Gift ist vor allem die Medizin, und die will ich nicht mehr!«, sagt sie lakonisch.

»Das ist kein Gift, sondern ein gut verträgliches Medikament. Ich kann Ihnen den Kontakt zu anderen meiner Patienten vermitteln. Dann hören Sie aus erster Hand, dass man sehr gut damit leben kann.«

»Das ist sehr nett von Ihnen, aber ich will vorläufig nichts mehr von Krankheiten hören!«

»Carola, Sie sind in einer Ausnahmesituation. Wollen Sie sich nicht Unterstützung holen und es mit einer Psychologin besprechen? Ich könnte Ihnen jemand empfehlen.«

Aber auch diesen Vorschlag lehnt sie ab. Ich kann ihr nur das Versprechen abnehmen, dass sie weiterhin in unsere Praxis kommt, um ihr Blut zu kontrollieren.

Mit Bauchschmerzen verlasse ich abends die Praxis. War das richtig? Es ist schließlich eine Notfallsituation: Carola ist verzweifelt – vielleicht steckt sie mitten in einer schweren Depression und ist suizidal?! Müsste ich nicht eine Zwangseinweisung veranlassen? Wenn ihr jetzt etwas passiert, bin ich dran. Schließlich ist es meine Aufgabe, Leben zu retten. Aber wie soll ich das machen, ohne ihr Vertrauen zu verlieren?

Ich bespreche alles mit einem Kollegen, der mehr Erfahrung mit jungen Patienten hat. Er bestärkt mich darin, ihre Entscheidung zu respektieren. »Du kannst dem Patienten nur etwas Gutes tun, wenn du seine Würde wahrst!«, meint er. »Vielleicht ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass jemand sie respektiert und nicht bevormundet?!«

Ich muss mich sehr beherrschen – nicht nur als Ärztin, sondern auch als Mutter. Schließlich hätten wir valide Optionen. Gleichzeitig spüre ich, dass Carola mir vertraut. Nicht ihren Eltern, nicht ihren Kinderärzten, sondern mir. Und ihr Vertrauen will ich nicht verspielen, zumal es eine aufgeklärte Entscheidung ist. Sie weiß alles über ihre Krankheit und ich bewundere, wie eine 18-Jährige so bewusst über ihr Schicksal entscheidet.

 

Die nächsten sieben Monate werden zur Herausforderung. Mittlerweile haben alle in der Praxis die selbstbewusste, junge Frau in ihr Herz geschlossen. Sie zittern mit, denn die Blutwerte von Carola werden unter dem Abiturstress noch schlechter. Das war leider zu erwarten, denn eine solche Bluterkrankung reagiert äußerst empfindlich auf Stress. Immerhin kommt Carola weiter zur Kontrolle. Bei jedem Besuch starte ich vorsichtig einen neuen Versuch, für eine Therapie mit Medikamenten zu werben. Leider ohne Erfolg.

Und dann kommt der Sommer. Das Abitur ist geschafft und Carola erscheint mit strahlendem Gesicht in der Praxis. Wir untersuchen ihr Blut. Nicht zu fassen, alle Werte im Normbereich! So gute Resultate hat sie selbst unter der Therapie in der Klinik nie gehabt. Wir kontrollieren noch dreimal, aber die Ergebnisse stimmen. Ich sehe ein neues Licht in ihren Augen.

»Haben Sie sich vielleicht verliebt?«, frage ich sie.

»Ja!«, sagt sie lächelnd. »Nach dem Abi habe ich eine Kreuzfahrt gemacht und da habe ich ihn getroffen.« Carola scheint zwei Meter über dem Boden zu schweben. Die Freude ist groß, alle atmen auf. »Dann kann ich mir endlich das Tattoo machen lassen?« Ja, auch das ist jetzt möglich.

Einige Wochen später ist Carola wieder da. Nicht mehr so strahlend. »Leider ist nichts draus geworden. Die Entfernung. Er in Hamburg – ich in München. Wie soll das gehen?«

»Das tut mir so leid!« Am liebsten hätte ich sie in den Arm genommen. »Dann gucken wir mal, wie Ihre Werte sind.« Leider nicht gut! Sie sind noch schlechter als vorher.

Doch trotz ihres Liebeskummers wirkt Carola stabiler. Offensichtlich hat ihr die Erfahrung Ich-kann-doch-wieder-gesund-werden einen echten Schub gegeben.

»Wollen Sie es nicht doch einmal mit den Medikamenten versuchen? Fragen Sie meine anderen Patienten: Ich habe damit noch nie eine Enttäuschung erlebt«, versuche ich es erneut.

»Ich werde es mir überlegen«, verspricht sie.

Ein paar Wochen später kommt sie in Begleitung eines Freundes. Wieder geht es ihr deutlich besser und sie sagt: »Na gut, probieren wir es mal.«

 

Das ist jetzt fast drei Jahre her. Mittlerweile ist Carola bei ihren Eltern ausgezogen und hat ihre Ausbildung zur Beamtin in der Verwaltung mit Erfolg beendet. Die Tabletten, die sie nimmt, verträgt sie gut. Zwar hat sie keine Normwerte, aber sie ist aus der Gefahrenzone raus. Und sie hat es selber entschieden! Genauso wie sie vorher entschieden hat, ihr Leben zu riskieren und ich diese Entscheidung respektiert habe. Und abends mit Bauchschmerzen die Praxis verließ.

Inzwischen kenne ich Carola so gut, dass ich ihr nur in die Augen schauen muss, dann weiß ich, wie ihre Werte sind. Die sind jetzt in einem Bereich, wo sie fast alles machen kann. Eine größere OP ginge allerdings nicht. Auch ein Kind könnte sie so nicht bekommen. Die Entbindung wäre viel zu riskant für Mutter und Kind. Es gäbe allerdings noch eine Therapieoption, mit der wir bei Erwachsenen gute Erfahrungen gemacht haben: die Entfernung der Milz. Die führt dazu, dass die Blutplättchen nicht mehr so stark abgebaut werden. Wenn alles gut ginge, könnte sie dann auch Kinder bekommen.

 

Ich habe viel aus der Begegnung mit Carola gelernt. Vor allem, dass unser Ziel nicht nur sein kann, die Gesundheit zu erhalten und Leben zu retten, sondern auch die Würde des Patienten zu wahren. Ja, dass die Würde des Patienten eigentlich sogar wichtiger ist. Und dass ich als Ärztin eine Entscheidung respektieren muss, selbst wenn ich anders entscheiden würde. Vorausgesetzt, dass diese Entscheidung – wie bei Carola – wohl überlegt ist und nicht aus einem Affekt heraus getroffen wird.

Für mich war es auch ein Lernen im Umgang mit jungen Patienten. Der Übergang vom Teenie zum Erwachsenen ist eben ein besonderer Zustand. Man ist nicht mehr Kind, aber auch noch nicht wirklich erwachsen und jede Menge Entscheidungen stehen an. Welche Ausbildung, welcher Beruf, wo will ich leben und mit wem?

Dieser Übergang ist auch für uns als Ärzte eine Herausforderung. Daher haben wir eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, die Ärzte im Umgang mit jungen Patienten berät, vor allem Kinder mit chronischen Bluterkrankungen wie die Mittelmeeranämie, die schon im Kindesalter entsteht. Weil die Therapie so gut geworden ist, können diese Kinder jetzt erwachsen werden. Und genau wie Carola kommen sie, wenn sie 18 sind in eine Praxis, in der vielleicht gerade ein 80-Jähriger mit seiner Chemotherapie über die Flure läuft. Wahnsinn! Sie haben ganz andere Bedürfnisse als die älteren Patienten, wollen Sport machen, mit ihren Freunden ausgehen – und sie vergessen die Termine. Wir müssen den Umgang mit ihnen erst lernen.

 

Ja, und Liebe kann Wunder bewirken. Das konnte ich bei Carola neu erfahren. Denn ausgerechnet bei den Blutplättchen spielen die Glückshormone scheinbar eine unglaubliche Rolle. Ich habe noch eine andere Patientin, die zu viele Blutplättchen produziert. Ihre Werte waren nach einer schmerzhaften Trennung dramatisch angestiegen. Dann habe ich gesagt: »Jetzt warten wir mal ab«, und tatsächlich beruhigten sich die Werte nach und nach wieder. Und dann – nach einem schönen Urlaub in Italien – waren ihre Werte auf einmal signifikant besser. Ich sah Liebe in ihren Augen. »Haben Sie sich verliebt?«

»Ja!«, sagte sie und strahlte.

Offensichtlich wird in der Verliebtheit etwas frei gesetzt, was uns unglaublich gut tut. Und bei einer Erkrankung der Blutplättchen ist das besonders signifikant. Sowohl bei Patienten, die zu viele als auch bei denen, die zu wenig Thrombozyten produzieren. Leider ist die Liebe ein Zustand, der nicht lange hält. Könnte ich doch dieses Molekül finden, dann könnte ich es herstellen lassen und wäre Millionärin …

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Die 7-jährige Stieftochter von Franz Oswald kam atemlos in meine Praxis gerannt: »Sie müssen schnell kommen, meine Eltern brauchen Hilfe!«

Ein plötzlicher Notfall ist an sich nichts Ungewöhnliches für einen Landarzt, doch was mich im Winter 1993 bei Familie Oswald erwartete, hatte nichts mit meinem normalen Praxisalltag zu tun. Nein, kein gebrochenes Bein, sondern ein mürrisch dreinblickender Gerichtsvollzieher mit seinem Aktenkoffer stand vor der Tür meines Patienten.

»Ich gehe hier nicht eher weg, bis diese Forderung beglichen ist.« Er wedelte mit dem Vollstreckungsbescheid, den sich das Kaufhaus Quelle wegen einer Forderung über 300 DM hatte ausstellen lassen. Die Familie war in Tränen aufgelöst und wusste nicht mehr weiter. Nach kurzem Zögern sagte ich zu dem Mann mit dem Aktenkoffer: »Ich werde dafür sorgen, dass Sie Ihr Geld bekommen.« Worauf dieser erwiderte: »Nicht irgendwann, sondern hier und jetzt.« Also lief ich zurück in meine Praxis und holte das Geld.

Mit dieser Episode stolperte ich in eine Geschichte hinein, die mich bis heute beschäftigt und meine Fähigkeit, meinen Patienten zwar empathisch, aber mit professioneller Distanz zu begegnen, immer wieder infrage gestellt hat.

 

Im November 1992 kam Franz Oswald erstmals in meine Praxis. Kurz zuvor war er mit seiner Frau und drei Kindern nach Ostheim gezogen. Damals kam er mit einer Schnittwunde, die er sich bei seiner Arbeit als Fensterbauer zugezogen hatte. Ich habe die Wunde versorgt und ein paar Worte mit ihm gewechselt. Nichts Auffälliges, wenn man davon absieht, dass Herr Oswald mit seinen 25 Jahren und einer Größe von 169 cm stolze 111 Kilo auf die Waage brachte. Einige Wochen später kam Herr Oswald wieder; diesmal mit einer Lungenentzündung. Da er ein starker Raucher war – mindestens eine Packung pro Tag – habe ich ihm geraten, mit dem Rauchen aufzuhören. Bei diesem Besuch berichtete er mir auch von seinen Schlafstörungen und finanziellen Sorgen. Und wir kamen auch auf den Alkohol zu sprechen, mindestens sechs Bier am Tag, manchmal auch acht oder zehn trinke er.

»Das ist deutlich zu viel!«, ermahnte ich ihn. »Wenn Sie das jeden Tag brauchen, dann sind Sie Alkoholiker!«

Empört schaute er mich an: »Ich bin doch kein Trinker! Meine Kollegen trinken mindestens so viel.«

»Dann denken Sie doch auch mal an das Geld. Jeden Tag sechs Bier und eine Packung Zigaretten – das kostet Sie ein Heidengeld!«

Dass diese schlechten Angewohnheiten ganz erheblich zu seinen Schulden beigetrugen, war ihm in keiner Weise bewusst .

Warum Herr Oswald mit seiner Familie im Herbst 1992 von dem 20 km entfernten Ort, wo er auch seine Arbeitsstelle hatte, nach Ostheim gezogen ist, erfuhr ich dann auf Umwegen von Bekannten. Offensichtlich war ihm das Pflaster dort zu heiß geworden. Am alten Ort war er als Schläger und Heißspund bekannt – als jemand, der zu viel trinkt und dann die Kontrolle verliert. Aber immerhin hatte er eine feste Anstellung als Fensterbauer und galt als zuverlässiger Arbeiter.

Nachdem ich Herrn Oswald gegenüber dem Gerichtsvollzieher geholfen hatte, lag das Thema »Schulden« auf dem Tisch. Es stellte sich heraus, dass die Familie mit ihren drei Kindern keineswegs mit einem exorbitanten Betrag in der Kreide stand, es ging um ungefähr 8000 DM. Schulden, die wohl vor allem durch unüberlegte Bestellungen bei Quelle – »Jetzt bestellen, später zahlen!« – entstanden waren. Die Schulden nahmen der Familie die Luft zum Atmen. Dabei verdiente Herr Oswald mit brutto 3153 DM für die damalige Zeit gar nicht schlecht.

Doch wenn er jetzt Geld abheben wollte, bekam er von der Sparkasse nur 100 DM pro Woche, was für zwei Erwachsene und drei Kinder hinten und vorne nicht ausreichte. Doch die Sparkasse war gnadenlos, meine Bitte um Nachsicht verlief erfolglos: »Wenn er mit 4000 Mark im Minus ist, dann kriegt er gar nichts mehr!«

Nachdem ich mich bereit erklärt hatte, für Herrn Oswald zu bürgen, wurde die Sperre aufgehoben. Als nächstes nahm ich mir die Geschäfte am Ort vor, denn ich musste dem Familienvater klarmachen: »Ihr wohnt jetzt in Ostheim und müsst sehen, dass Ihr hier auch einkaufen könnt. Wenn Ihr bei jedem Geschäft Schulden habt, dann habt Ihr ein Problem.« So fingen die Oswalds an, ihre Schulden zu begleichen und konnten wieder guten Gewissens einkaufen.

Mir selbst sagte ich, dass es mir und meiner Familie mit unseren fünf gesunden Kindern so gut geht und uns wegen ein paar Tausend Mark nichts passieren kann. Denn es heißt ja häufig: »In unserem reichen Land muss keiner verhungern!« Und dann liest man: »Ein Vater brachte seine drei Kinder um und erschoss sich danach selbst, weil das Geld nicht reichte.« Das ist die Kehrseite unseres reichen Landes, gar nicht so wenige Familien stecken so tief in der Klemme, dass sie nicht mehr ein noch aus wissen. Deshalb wollte ich handeln und habe bei Familie Oswald mehr als drei Jahre die Oberaufsicht über das Konto geführt. Ich habe das Geld zugeteilt und bestimmt: »Wir müssen jetzt auch ein Haushaltsbuch anlegen, darin werden die Schulden und die Schuldtilgung genau aufgelistet.«

Mittlerweile hatte Herr Oswald großes Vertrauen zu mir gefasst und wir waren per Du. Eines Tages habe ich ihn zu Hause nach der Arbeit abgeholt.

»Ich habe heute Abend etwas für dich – du musst unbedingt mitkommen.«

»Wohin soll ich denn kommen?«

»Das wirst du schon sehen.«

Ich habe ihn mit in die Kreuzbundgruppe genommen. Der Leiter dieser Gruppe war auch ein Patient von mir und mit ihm hatte ich besprochen, dass ich an diesem Abend mit Herrn Oswald kommen würde. Das Ende vom Lied war, dass er zwar nie wieder in die Gruppe gegangen ist, aber sofort mit dem Trinken aufgehört hat. »Ich schäme mich so, ich trinke nichts mehr!«, murmelte er. Und tatsächlich hat er das durchgehalten. Zum Glück hatte er keine starke körperliche Abhängigkeit, sodass es ihm relativ leicht gefallen ist. Heute kann er abends ein Bier trinken, ohne gleich fünf weitere kippen zu müssen.

Wenig später gestand er: »Jetzt sollte ich auch mal langsam den Führerschein machen.« Mir blieb die Spucke weg, schließlich war er ständig mit dem Firmenwagen unterwegs. Sein Chef hatte ihm den Wagen anvertraut, ohne je danach zu fragen, ob er einen Führerschein besaß. Sein Mitarbeiter hat ja immer gut und zuverlässig angepackt, da konnte sich sein Chef wohl nicht vorstellen, dass ihm die nötigen Papiere fehlen. So hat Herr Oswald mit 26 Jahren seinen Führerschein gemacht. Genügend Fahrpraxis hatte er ja inzwischen!

 

Nachdem die Familie entschuldet war, spitzte sich die Lage 1994 noch einmal zu. Frau Oswald war wieder schwanger. In der 11. Schwangerschaftswoche rief sie mich an: »Bis übermorgen kann ich das Kind noch abtreiben. Ich möchte es nicht, aber finanziell schaffen wir das nicht. Kannst du mich zur Abtreibung nach Thüringen in die Klinik fahren?«

»Nein, das mache ich nicht! Aber wenn Ihr das Kind behaltet, werde ich es die nächsten zehn Jahre unterstützen!« Das war ich meiner christlichen Grundüberzeugung schuldig. Und so kam 1994 der dritte Sohn zur Welt.

Als nächstes tauchte die Frage auf, ob ich nicht die Patenschaft für das Kind übernehmen könne. Meine Frau war einverstanden und wir haben zugestimmt. Doch dann überraschte mich Herr Oswald mit der Nachricht, die Patenschaft würde der Leiter der Kreuzbundgruppe übernehmen. Der wohnte bei ihm in der Nachbarschaft, und offensichtlich hatte sich Herr Oswald an jenem Abend vor allem vor ihm geschämt. Daraus ist ein guter Kontakt entstanden – nicht in der Gruppe, sondern in der Nachbarschaft. Eine wunderbare Lösung. Für mich blieben die beiden älteren Jungen übrig, die waren nämlich auch noch nicht getauft.

»Gut, das mache ich für einen der beiden.«

Zwei Tage vor der Taufe rief mich Frau Oswald an und klagte, sie hätten keinen Paten für den anderen Jungen gefunden, ich müsste nun doch für beide einspringen.

»Nein, das mache ich nicht!«

»Dann wird eben keiner getauft«, gab Frau Oswald zurück; sie kann durchaus sehr fordernd sein. So bin ich 1994 Pate der beiden älteren Jungen geworden.

 

Natürlich hatte ich damals immer wieder die Sorge, meine Unterstützung könnte zum Fass ohne Boden werden. Was würde als nächstes kommen? Mehr als 25 Jahre später muss ich sagen: Es hat sich gelohnt! Schließlich hat Herr Oswald sein Leben in den Griff bekommen. Und auch seine Söhne sind gut geraten: Zwei sind bei der Polizei, der andere ist bei der Bundeswehr.

 

Da ich selber leidenschaftlicher Läufer bin, kannte ich hier in der Gegend zwei Kollegen, die ebenfalls Marathon laufen. Wir hatten eines Tages die Idee: Jeder von uns trainiert einen seiner Patienten für den nächsten Köln-Marathon. Sofort habe ich an Herrn Oswald gedacht: »Wäre doch nicht schlecht, wenn du mal von deinen 111 kg runterkommst und mit dem Rauchen aufhörst?! Und mal anfängst, dich zu bewegen.« Das fand er auch eine gute Idee; wir haben dann ein halbes Jahr trainiert und sind zusammen den Köln-Marathon gelaufen. Was für ein großes Erfolgserlebnis: Er war sehr stolz, dass er das geschafft hat und schließlich nur noch 85 kg wog. Das hat auch einen seiner Söhne motiviert, der ist sogar Deutscher Meister im Langstreckenlauf geworden.

Vor drei Jahren hat Herr Oswald dann ein Fußleiden bekommen, sodass er jetzt keine langen Distanzläufe mehr machen kann. Doch auch heute noch wandern wir ab und zu zusammen.

 

Im Laufe der Jahre ist mir die Familie Oswald ans Herz gewachsen. Als ich damals dem Gerichtsvollzieher die 300 DM gegeben habe, hatte ich gewiss nicht den Plan, die nächsten drei Jahre für die Familie das Konto zu führen. Offen gestanden, hatte ich überhaupt keinen Plan. Es gab nur den Gedanken: Es darf doch nicht sein, dass diese Familie wegen ein paar Hundert Mark zugrunde geht. Und auch wenn ich dieses Geld nie zurückbekommen habe, so ist mir Franz Oswald immer behilflich, wenn ich eine Reparatur am Haus vornehmen muss oder ein Fenster undicht ist.

In dieser Zeit habe ich gelernt, wie wichtig es ist, hinter die Kulissen körperlicher Symptome zu schauen. Was ist los in einer Familie? Und dann stellt man zum Beispiel fest, dass Schulden wirklich krank machen, dass sie zu schlimmen Schlafstörungen führen können oder zu übermäßigem Alkoholkonsum. Man muss also an die Ursachen gehen, und wenn dann jemand wieder gesünder wird, ist das auch für den Arzt eine gewisse Genugtuung.

Diese Erlebnisse ermuntern mich auch in anderen Fällen, nicht immer gleich zu urteilen: »Ach, der muss wohl jede Nacht den Kühlschrank leermachen. Muss er sich nicht wundern, wenn er Übergewicht hat!« Denn: Was bedrückt ihn eigentlich? Das ist doch Frustessen, wenn er 30 kg zu viel wiegt und dann einen Diabetes entwickelt.

Mittlerweile habe ich auch gelernt, das Unvollkommene in den Menschen zu achten. Heute kann ich gelassener damit umgehen. Nicht jeder muss zu 100 Prozent gesund leben, es reicht durchaus, wenn er »nur« glücklich ist!

 

Als Arzt weiß ich, wie wichtig Resilienz für Patienten ist. So habe ich mich auch bei der Familie Oswald darum bemüht, etwas zu finden, woraus sie Stärke ziehen können. Bei Vater Oswald ist mir das gelungen, weil ich ihn zum Sport motivieren konnte. Er bewegt sich auch heute noch jeden Tag zweimal, weil er mit dem Hund raus muss. Und er merkt, wie gut ihm die Bewegung tut. Auch geht er heute anders mit Geld um und ist stolz darauf, dass er nicht mehr trinkt noch raucht. Und natürlich ist er vor allem stolz, dass aus seinen Kindern etwas geworden ist. Es stützt einen Vater, wenn er weiß, dass er trotz großer Schwierigkeiten, die er in den ersten 20 Jahren seines Lebens hatte, die Kurve gekriegt hat und sein Leben nun auf einem festen Fundament steht.

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Es war ein erschreckender Anblick: Frau S., eine junge Frau von 24 Jahren, bis auf 43 Kilo abgemagert. Grunddepressiv. Endzeitstimmung.

Ich war damals – vor 25 Jahren – Assistenzarzt an der Uniklinik in Münster und hatte schon manches Schlimme gesehen, aber den Anblick von Frau S. werde ich nie vergessen. Sie wurde kurz vor Weihnachten liegend eingeliefert, weil ihr Brustkrebs so diffus metastasiert war, dass sie nicht mehr laufen konnte. Ihre Knochen waren massiv befallen und der Tumor brach durch ihre Brust. Ein übler Geruch lag in der Luft. Es war eine Situation, in der jeder sagen würde: »Da ist nicht mehr viel zu machen!« Frau S. hatte vielleicht noch eine Lebenserwartung von vier bis sechs Wochen.

 

Diese junge Frau besaß eine unglaubliche Fähigkeit zur Verdrängung. Selbstverständlich hatte sie erkannt, dass sie schwer krank war, nur kam sie aus ihrer Muschel nicht heraus: Ihre Angst vor Operationen, Chemotherapie und Schmerzen war so groß, dass sie nicht zum Arzt ging. Eher war sie bereit, mit ihrem Leben abzuschließen. Als sie schließlich allein nicht mehr aufstehen konnte, wurde sie von ihren Eltern zu uns in die Aufnahme gebracht.

 

Was konnten wir noch für sie tun? Wegen des starken Befalls der Knochen kam eine intensive Chemotherapie nicht mehr in Betracht, die hätte ihr Knochenmark nicht ausgehalten. Genauso wenig kam eine Strahlentherapie infrage und eine Operation war auch keine Option. Schmerztherapeutisch gesehen konnte man Frau S. helfen, aber ansonsten mussten wir eigentlich sagen: »Wir können Ihnen leider nichts mehr anbieten!«

 

Damit wollte ich mich nicht abfinden. Wir waren doch gerade in San Antonio (USA) beim Brustkrebskongress gewesen und hatten dort von Erfolgen einer neuen Antikörper-Therapie gehört. Das Problem war nur, dass diese Therapie in Deutschland noch nicht zugelassen war und wir deshalb auch keinerlei Erfahrung damit hatten. Doch die Studien, die in San Antonio vorgestellt wurden, waren ermutigend. So habe ich meinem damaligen Chef vorgeschlagen, diese neue Therapie bei Frau S. zu versuchen. Er stimmte zu und tatsächlich gelang es uns, die entsprechenden Medikamente zu bekommen.

 

Frau S. brachte uns unendliches Vertrauen entgegen. Das hat mich damals sehr beeindruckt. Wir hatten ja überhaupt keine Ahnung, welche Nebenwirkungen auftreten würden. Natürlich hatte sie auch nichts mehr zu verlieren und so sagte sie einfach: »Wenn Sie meinen, dass das funktioniert, dann mache ich mit!«

 

Und tatsächlich hat es funktioniert: Frau S. war das, was wir als lucky shot bezeichnen. Wir erleben es vielleicht alle drei oder vier Jahre einmal, dass wir einem Menschen ohne viel Leid seine Lebensqualität zurückgeben können. So war es bei Frau S. Über einen Zeitraum von einigen Wochen bekam sie eine ganz niedrig dosierte Chemotherapie und dazu eben die Antikörper. Innerhalb von sechs Wochen konnten wir sehen, wie gut die Therapie wirkte. Erstmals ging der Bedarf an Schmerzmitteln stark zurück, und dann verkleinerte sich auch der durch die Brust brechende Tumor dramatisch. Nach acht Wochen konnte man ihn fast nicht mehr sehen und auch die Leber- und Lungenmetastasen schmolzen weg wie Butter in der Sonne.

 

Frau S. blühte förmlich auf. Als sie dann nach wenigen Wochen mit einem Korsett wieder aufstehen konnte, ging sie als Erstes mit ihren Freunden in ein Restaurant. Es machte sie glücklich, wenn Freunde sie fragten, ob sie länger weg gewesen sei. Man sah ihr ja nichts an. Weder hatte sie ihre Haare verloren, noch war ihr Äußeres durch eine Operation verändert. So konnte sie ganz still und leise wieder in ihren Beruf als Bürofachangestellte beim Finanzamt zurückkehren.

Sie war voller Lebensfreude und fing an, lang gehegte Träume zu verwirklichen.

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