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Wendezeit

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Klima(k)terium

Graue Energie – Stiefkind des Klimaschutzes?

Obst und Gemüse global

Der Wald brennt hell und leidet

Suffizienz - Genügsamkeit

„Die Papiere, bitte“…

Sonne, Wind und Bio – und alle machen mit?

Frust, Lust und Trotz

Oma allein im Haus

Der Rebound-Effekt

Alle Jahre wieder…

Was ist eigentlich öko-sozial?

Sand und Torf

Bauern zwischen Baum und Borke

Wie können wir es wagen?

Plastik – die Politik ist gefordert!

Deutschland kann doch das Weltklima nicht retten!

Die letzte Meile – für Pakete und Personen

Wie misst man die jährlichen CO2-Emissionen eines Landes?

Entscheidungen – Lebensphasen und Nachhaltigkeit

Der ökologische Fußabdruck – Symbolik oder Wissenschaft?

Zukunftsinvestitionen und die schwarze Null

Energie aus Biomasse – ein Hit mit Haken

Resilienz – Widerstands- und Anpassungsfähigkeit

Deutsche Importe und die Ausbeutung von Mensch und Natur

Freiwillig? Manchmal werde ich lieber gezwungen

Digital, nachhaltig und frei?

Die Sache mit dem Ökostrom

Vom roten Punkt zur share economy

Corona-Krise in der Wendezeit

Geburtenrate und planetare Grenzen

Wir Obsoleszenz-Komplizen

Wasserstoff – ein Joker für die Energiewende

Es geht um die Wurst

Mein Mobilitäts-Traum für Hamburg

Geld stinkt nicht!?

Ist Nachhaltigkeit messbar?

Sektorkopplung: Ökostrom verbindet

Konsum ist auch keine Lösung

„Ich bin dann mal weg“

Emissionshandel – Markt mit Ziel?

Fair übers Meer

Klimaneutralität ist käuflich

Wasser – real und virtuell

Geo-Engineering – genial oder GAU?

Was schützt der Artenschutz?

Hält unsere Gesellschaft noch zusammen?

Lärm

Wind- und Solaranlagen: Ein Leben nach dem Tod?

Nachhaltigkeit ins Grundgesetz

Kreislaufwirtschaft: Abfall ade?

Wendezeit-Pioniere

Stichwortverzeichnis

Vorwort

Informativ, aber nicht akademisch; unterhaltsam, aber seriös; persönlich, aber ohne erhobenen Zeigefinger – so habe ich die Wendezeit-Kolumne angelegt.

Ab September 2019 entstanden in einem Jahr 52 Einzelbeiträge unterschiedlicher Art - mal aktuell, mal zeitlos, mal allgemein, dann wieder detailreich, manchmal Ausdruck persönlicher Erfahrung, meist Ergebnis von Recherchen. Jeder Titel steht für sich. Den inneren Zusammenhang gibt der gemeinsame Bezug zur „Wendezeit“. Gemeint ist damit das Ende einer Epoche, die am quantitativen Wachstum des Bruttoinlandsproduktes orientiert und von fossilen Ressourcen abhängig ist. Und der Anfang einer an Generationengerechtigkeit und planetaren Grenzen ausgerichteten, nachhaltigen Entwicklung. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen nennt es: die Große Transformation.

Im Frühjahr 2020 brach die Corona-Pandemie über uns alle herein. Sie forderte auch neue Überlegungen zu einer „nachhaltigen Entwicklung“. Die zweite Corona-Welle war noch Zukunft.

Die nachfolgende Zusammenstellung der Kolumnenbeiträge folgt der Reihenfolge ihrer Entstehung. Die Titel-Übersicht sowie das Stichwortverzeichnis mögen es erleichtern, aus den vielen Mosaiksteinen ein – allerdings niemals vollständiges - Gesamtbild einer nachhaltigen Entwicklung zusammen zu setzen.

Jochen Menzel

Dezember 2020

Nr.1

Klima(k)terium

Welch ein September für die Klimapolitik! Am 20.9.2019 demonstrieren in Deutschland 1,4 Mio. Menschen für Klimaschutz. Das Klimakabinett beschließt „Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030“. Drei Tage später hält Greta Thunberg ihre Wutrede „Wie könnt ihr es wagen“ beim Klima-Sondergipfel der UNO. Am 25.9. legt der Weltklimarat IPCC seinen Bericht über Eisschmelze und Ozeane vor.

Mutter Erde erlebt ein menschengemachtes „Klimakterium“ im ursprünglichen griechischen Wortsinn: eine kritische, gefahrvolle Zeit. Niemand weiß, ob und wie eine Weltbevölkerung von bald 9 Mrd. Menschen bei einer Erderwärmung von 3-5° überlebt. Und ob diese noch verhindert werden kann.

Foto: NiclasPntk auf Pixabay

Die Erkenntnisse der Wissenschaft sind düster und drohend, aber (noch) nicht hoffnungslos. Inzwischen setzt sich die Methode des CO2-„Restbudgets“ durch: Um eine Obergrenze von 1,75° C Erderwärmung einzuhalten, darf Deutschland ab 2020 nur noch ein Restbudget von 6,6 Mrd. Tonnen CO2 emittieren. Machen wir weiter wie bisher, sind diese bereits 2028 verbraucht. So der Sachverständigenrat für Umweltfragen. Blasen wir mit anderen Industriestaaten dann weiter CO2 in die Luft, wird es noch in diesem Jahrhundert lebensfeindlich heiß auf dem Planeten. Länger – z.B. bis 2050 – würde das Restbudget reichen, wenn die CO2-Emissionen früh und radikal bis auf 0 reduziert würden. Soweit die Forschung.

Und die Politik – in Deutschland und anderswo? Muss sie nun jegliche Entscheidung dem Klimaziel unterordnen? Also: Strom nur noch aus Wind, Sonne und Biomasse, keine Diesel- und Benzin-Autos mehr, kein Flugverkehr mit Kerosin, keine Öl- und Gasheizungen, keine industrielle Land- und Viehwirtschaft mehr? Ja, so ist es, und zwar so bald wie möglich.

Was aber, wenn das Klimaziel dies alles fordert, bevor die CO2-freien Alternativen tatsächlich zur Verfügung stehen? Wenn das „Mögliche“ nicht ausreicht und das Notwendige nicht „möglich“ erscheint? Immerhin erfordern Wärmepumpen, Wasserstoffantriebe und synthetische Kraftstoffe Unmengen mehr Strom aus erneuerbaren Energien. Eine Vervielfachung von Windrädern, Photovoltaik-, Biogas- und Speicher-Anlagen aber stellt den Naturschutz in Frage, verschandelt die Landschaft. 1000m-Abstand zu Wohngebäuden? Illusion. Von den sozialen Verwerfungen am Arbeitsmarkt ganz zu schweigen.

Das aber hält keine Demokratie aus – Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Unzufriedenheit würden dramatisch wachsen. Es würde die Gesellschaft zerreißen.

Doch die Jugend ist aufgebracht, misstrauisch und wütend: Die Alten haben mit ihren kapitalistischen Wachstumsidealen die Klimakrise verursacht, werden weniger unter den Folgen leiden und definieren nun, was beim Klimaschutz „möglich“ ist?! Erst sie, die Enkel, aber werden die Kluft zwischen „möglich“ und „notwendig“ zu erleiden haben, hier und global.

Das Klimakabinett macht es sich zu leicht. Die Zeit der schmerzfreien Kompromisse mit viel Geld ist vorbei. Dafür ist es heute zu spät. Es muss Zumutungen geben, liebgewordene Gewohnheiten – übrigens auch der Jungen – müssen aufgegeben werden. Und es braucht eine ehrliche Analyse des Wirtschaftsmodells, das den Planeten an den Rand der Unbewohnbarkeit gebracht hat. Seine Protagonisten und Politiker tragen die Verantwortung für die dramatischen Wechseljahre unserer Erde.

Nr.2

Graue Energie: Stiefkind des Klimaschutzes?

Waschmaschinen, Autos, Heizungen: Was verbrauchen sie pro Waschgang, pro 100 km, pro Jahr? Möglichst wenig und möglichst öko – wegen des Klimaschutzes und weil wir es direkt bezahlen müssen.

Was uns kaum interessiert: Wie viel Energie braucht es, um die Waschmaschine in China, die Autoteile in Osteuropa oder die Baustoffe für das Wohnhaus hier herzustellen und später zu entsorgen - die verborgene „graue Energie“? Dem Klima ist es schließlich egal, wo und wann das CO2 in die Atmosphäre gelangt. Beim weltweiten Vergleich der CO2-Bilanzen der Länder ist das jedoch ziemlich entscheidend – wenn man ehrlich rechnet.

Das Smartphone aus China braucht in 2 Lebensjahren in Deutschland fürs Aufladen vielleicht 1 kWh (= 0,5 kg CO2), für die Herstellung - noch vor der ersten Whatsapp also - aber ca. 220 kWh. Das sind ca. 200 kg CO2 nach den chinesischen Stromerzeugungsverhältnissen.

Allein der Riesen-Akku für den Tesla S erzeugt bei der Herstellung einige Tonnen CO2 - je nach dem Anteil erneuerbarer Energie an der Stromproduktion. Von wegen 0-Emission!

Spannend ist die „graue Energie“ in der Bauwirtschaft: Wer denkt als privater Häuslebauer oder als Großinvestor in Bürohochhäuser schon an die CO2-Emissionen, die der ganze Stahlbeton verursacht. Bauherren richten sich nach der Energieeinsparverordnung (EnEV), und die begrenzt nur den Energieverbrauch nach Einzug. Übrigens immer restriktiver: Ab 2021 dürfen – aus Gründen des Klimaschutzes - nur noch Niedrigstenergiehäuser gebaut werden, mit minimaler fossiler Heizenergie.

Das setzt jedoch nicht nur einen erhöhten Dämm- und Bauaufwand (3fach-Verglasung), sondern auch komplizierte Energietechnik (Wärmepumpen, Solaranlagen) voraus. Fazit: weniger Betriebsenergie, aber mehr Herstellungsenergie (graue Energie). Schon heute halten sich beide über die Lebensdauer des Neubaus gesehen vielfach die Waage. Aber der Gesetzgeber denkt nur an die Heizenergie.

Foto: Nikguy auf Pixabay

Besonders die übliche Stahlbeton-Bauweise nutzt gleich zwei Energie- und CO2-intensive Vorgänge: die Stahl- und die Zementproduktion. Allein die Zementherstellung ist weltweit für ca. 5-8% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich, viel mehr als der Flugverkehr insgesamt. Trotz aller Bemühungen, alternative Brennstoffe für die nötige Energie zu nutzen, verursacht eine Tonne Zement in deutscher Produktion immer noch 0,57 t CO2.

Und die Moral von der Geschicht‘? Der Gesetzgeber muss beim Bauen den gesamten Energieaufwand vom Ressourcenabbau bis zur Entsorgung im Blick haben, und nicht nur die Betriebsenergie. Projektentwickler sollten Bestandsgebäude nicht vorschnell abreißen, sondern lieber sanieren. Die Industrie muss den Anteil erneuerbarer Energieträger am Strommix erhöhen und weniger CO2-intensive Materialien entwickeln und einsetzen (Stichworte: Carbonbeton, grüner Zement).

Und wir Privatleute? Wir kennen die graue Energie unserer Konsumgüter nicht. Aber wir können vermuten: Alles, was von weit her transportiert wurde, was (wahrscheinlich) viele industrielle Verarbeitungsschritte durchlaufen hat und was technisch komplex ist, enthält im Zweifel auch viel graue Energie und ist damit eher klimaschädlich. Jedenfalls wünsche ich mir mehr Ehrlichkeit bei den Energieverbrauchsangaben.

Nr.3

Obst und Gemüse global

Oktober. Erntedank und Welternährungstag. Früher wurde gefeiert, was die Bauersfamilien durch den Winter brachte. Heute geht es um eine Agrarwende, um Klima- und Artenschutz, um Hunger und Food-Logistik weltweit.

Ernährungswissenschaftler empfehlen 5 Portionen Obst oder Gemüse am Tag – dafür weniger Fleisch und Wurst. Das Dumme ist: Wovon wir weniger essen sollen, davon produziert Deutschland mehr als genug; wovon wir mehr essen sollen, da reicht die Produktion bei weitem nicht zur Selbstversorgung: die Quote bei Gemüse liegt um die 40% - Ausnahme: Kartoffeln: 140% - und bei Obst nur um die 20%.

In Omas Keller und Speisekammer standen noch (stromlose) Batterien von Weckgläsern, Saftflaschen, Marmeladengläsern, Kartoffelstiegen, ein Sauerkrautfass, ein Rumtopf: Die Hausfrau kochte im Sommer ein, konservierte für den Winter. Heute wird lieber Frischware gekauft – egal, wann: innerhalb oder außerhalb der heimischen Saison; egal, woher: Äpfel aus Neuseeland, Trauben aus Chile, Bananen aus Ekuador, Apfelsinen aus Südafrika.

Dem Klima ist das nicht egal: Fast 13.000 t Gemüse und 10.600 t Obst kommen jährlich im Flugzeug zu uns, die allermeisten Importe allerdings mit dem Schiff aus Übersee und mit LKW und Bahn aus Europa. Die sehr unterschiedlichen Klimawirkungen sind bekannt.

Aber auch die am weitesten gereiste Frucht stößt übrigens insgesamt – für Produktion und Transport – nur einen Bruchteil der Klimagase aus, die ein Steak vom Rind nebenan erzeugt. Da sind sich Ernährungs- und Klimawissenschaftler einig.

Was sind heute die Alternativen zum Einkochen bzw. zum Verzicht?

Etwa Frühkartoffeln aus Ägypten im Januar? Hier ist das Hauptproblem der immense Wasserbedarf der Pflanzen in einem Wüstenland. Und deutsche Kartoffeln gibt es schließlich das ganze Jahr, die Frühen im Juni.

Und im Februar Tomaten aus einem beleuchteten und gewärmten Glashaus im Umland? Je nach Treibhaus- und Energieart fallen hier 5- bis 30-mal mehr Klimagase an als bei der Freiland- und Tunnelproduktion.

Aber im März knackige Äpfel und Birnen aus dem CA-Lager? CA ist die Aufbewahrung beim (hiesigen) Obstbauern unter Sauerstoffentzug, hoher Luftfeuchtigkeit und geringer Temperatur. Äpfel vom September schmecken auch im nächsten Juli noch gut. Der Vorteil im Vergleich zur CO2-Bilanz von frischen Überseeäpfeln schmilzt allerdings bis ca. April auf null.

Und wie wäre es mit Tiefkühlkost und selbst eingefrorener Saisonware? Das kostet zwar laufend Energie. Aber auch nicht mehr als die Konservierung in Gläsern oder Dosen. Bei der CO2-Gesamtbilanz kommt es eher auf die Herstellung der Produkte selbst und die Lagerung im Haushalt an, sagt das Öko-Institut.

Meine Meinung: Es ist schwierig, sich nachhaltig zu ernähren. Immerhin ist seit 2008 bei Frischware das Ursprungsland anzugeben. Nicht aber die Erntezeit, ob Schiff oder Flug, ob frisch oder gelagert, ob Feld oder Glashaus. Und dann gibt es ja nicht nur den Klimaschutz: auch den Geschmack, die Schadstoffbelastung, die Arbeitsbedingungen der Produzenten vor Ort, entwicklungspolitische Aspekte bei Importware… Mein Kurz-Schluss: möglichst heimische Frischware, sonst gerne mit Bio- und Transfair-Siegel. Ein Verzicht auf Exotisches spart wiederum Geld und gibt Pluspunkte in der eigenen Klimaschutzbilanz. Das wäre mein Erntedank.

Nr.4

Der Wald brennt hell und leidet…

Sorry, Matthias Claudius! Der Wald als solcher, selbst der deutsche, hat seine Romantik verloren. Er brennt vor allem – jedenfalls in den Medien: 2018 in Kalifornien, auch in Brandenburg. 2019 im Norden von Kanada bis Sibirien. Und in Brasilien und Indonesien absichtlich: Platz für Soja, Rinder, Palmöl – auch für den Export zu uns. Der deutsche Wald leidet am Klima, an Hitze, Dürre und Borkenkäfern.

Das ist bekannt: Bäume kühlen, halten Wasser und Boden und sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen - und sie schützen als CO2-Speicher das Klima. Brandrodung, Windwurf und Holzverarbeitung vernichten nicht nur die CO2-Aufnahmefähigkeit für die Zukunft, sondern setzen auch das bisher gespeicherte CO2 wieder frei. Bäume atmen CO2 ein, aber mit dem Ableben auch wieder aus. Deswegen sollten sie lange leben.

Von den menschengemachten 300 Mrd. Tonnen CO2 in der Atmosphäre könnten 200 Mrd. durch neue Wälder aufgenommen werden. Durch zusätzliche Waldflächen von 900 Mio. ha, etwa die Fläche der USA. Das sagt eine neue Studie der technischen Hochschule Zürich. Platz dafür gebe es - städtische und Agrarflächen ausgenommen - besonders in Russland, Kanada und Brasilien – gerade die Länder, in denen zuletzt besonders viel Wald verloren ging. Idee und Wirklichkeit. Weltweit verliert die Menschheit heute jährlich mehr als 25 Mio. ha Wald – die Fläche Großbritanniens, geschätzt 10 Milliarden Bäume.

Foto: skeeze auf Pixabay

Besonders erbost sind wir über den brasilianischen Präsidenten Bolsonaro. Für ihn ist das Amazonasgebiet eine nationale Ressource zur eigenen Landesentwicklung. Und nicht die Lunge, der CO2-Speicher und der Artenschatz für die Welt, „unser“ Weltnaturerbe eben.

Deutschland hat das längst hinter sich: Vor Jahrhunderten rodete die Bevölkerung den Waldbestand, bis im 19. Jahrhundert nur noch 1/10 des heutigen Waldbestandes übrig blieb. Auch für Landwirtschaft, Energie und Holzgewinnung wie heute in Brasilien. Inzwischen können wir es uns leisten, unseren Wald zu schützen. Stattdessen verbrennen wir noch immer Braunkohle und bauen jedes Jahr Millionen Verbrennungsmotoren. Das sind unsere Ressourcen zur Landesentwicklung. Mit den CO2-Emissionen heizen auch wir das Klima für die ganze Welt auf. Pro Kopf und Jahr mit insgesamt 8,88 t (2016); Brasilien mit weniger als einem Viertel: 2,01 t. Vor 3 Jahren.

Zurück zum Wald: Wo Wälder und Bäume – aus welchen Gründen auch immer - nicht gerettet werden (können), muss Aufforstung her. Neben nationalen Aufforstungsprogrammen haben sich auch Nichtregierungsorganisationen dieser Aufgabe verschrieben. Sie verbinden weltweit Baumpflanzungen mit Verbesserungen für die lokale Bevölkerung. Die Jugend-Initiative „Plant for the planet“ will weltweit bereits 13,6 Milliarden Bäume gepflanzt haben, Tree AID 17 Millionen. Die billigste, aber nicht die schlechteste Idee: Wechsel der Internet-Suchmaschine – statt Google: ecosia.org! Ecosia finanziert Aufforstungsprojekte lokaler Partner in vielen Ländern auf der Südhalbkugel – inzwischen ist der Zähler bei über 71,5 Mio. Bäumen. Aber das alles reicht nicht.

1713 „erfand“ Oberberghauptmann von Carlowitz im Wald das Prinzip der Nachhaltigkeit: Nicht mehr Holz ernten, als nachwächst! Das gilt noch immer – im globalen Maßstab und auch im übertragenen Sinne. Der Traum bleibt: Der Wald steht schwarz und schweiget (1779). Oder grün oder bunt.

Nr.5

Suffizienz – Genügsamkeit

Auch in Hamburg gibt es Arme, die auf Konsum oft verzichten müssen. Und es gibt die freiwilligen Konsumverweigerer – aus Erziehung oder Überzeugung. Die allergisch sind gegen glitzernde Einkaufszentren, Riesenauswahl, Kundenkarten und jegliche Werbung. Die fleischarm essen und nur kaufen, weil es zur Ersatzbeschaffung notwendig ist. Die keine Lust und Zeit haben, sich immer wieder auf neue Konsummoden einzulassen. Die ihre soziale Anerkennung in Sportvereinen, Musikgruppen oder Naturschutzinitiativen finden.

Und dann gibt es die anderen, die immer auf der Höhe der Zeit sind, auf allen Modewellen mit schwimmen, Erlebnis-Shopping genießen. Die oft und gerne online bestellen und bei Nichtgefallen alles zurückschicken. Die liken, bewerten, teilen und immer online sind. Die Shopping-Flüge, SUV und Cluburlaub in Thailand mit gesellschaftlichem Status verbinden und Anerkennung im Besitz suchen. Premium-Kunden, Poser, Schnäppchenjäger.

Und es gibt sehr viele dazwischen.

Es ist klar, wessen Lebensstil ökologisch nachhaltiger ist. Aber es ist auch klar, wer Wirtschaftswachstum, Steuereinnahmen, Arbeitsplätze sichert. Heute. Aber wie lange noch? Endloses Wachstum mit abnehmenden endlichen Ressourcen bei einer wachsenden – konsumorientierten – Weltbevölkerung kann nicht funktionieren. Wir leben hier und heute auf Kosten anderer Weltregionen und auf Kosten zukünftiger Generationen: Der Lebensstil der Deutschen bzw.

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