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Weltraumstürmer

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Inhalt

  1. Der Startschuss
  2. Der Traum
  3. Die verlachten Pioniere
  4. Aufgewachsen im Raketenrummel
  5. Treffer »auf dem falschen Planeten«
  6. In die Neue Welt
  7. Peenemünde Süd, USA
  8. Die Rückseite des Mondes
  9. Die NASA wird gegründet
  10. Menschen in der Schwerelosigkeit
  11. Chruschtschows Tricks und Bluffs
  12. Weihnachten hinter dem Mond
  13. Der große Sprung für die Menschheit
  14. Epilog
  15. Interview mit Buzz Aldrin
  16. Ausgewählte Literatur
  17. Chronologie
  18. Abkürzungsverzeichnis

Der Startschuss

Zwei Männer schieben ihren Dienst am Abend des 4. Oktober 1957 im Observatorium des Smithsonian Institute in Cambridge, USA. Keine besonderen Vorkommnisse am Himmel über dem Ostküstenstaat Massachusetts. Es ist ein Freitag, das Wochenende beginnt. Im kleinen Regal zwischen ihren Schreibtischen liegt eine Aufstellung, auf zwei Blättern ein paar Dutzend Adressen und Telefonnummern, allesamt von Himmelsbeobachtern und Amateurastronomen, von denen jeder wiederum selbst ein paar Dutzend erfahrener Sternengucker auf seiner Liste hat – ein Netz von Gleichgesinnten. Sie alle warten auf einen ganz besonderen Moment, an dem sie, jeder Einzelne von ihnen, ganz persönlich gefordert sein werden. Irgendwann, so heißt es – noch in diesem Jahr oder doch erst im nächsten? –, würde die US Navy einen künstlichen Himmelskörper in die Umlaufbahn schießen, der sich abends, in der Dämmerung, dort oben unter ihre Sterne mischen würde. Täglich nur für kurze Zeit, aber mit dem Teleskop sichtbar seine Bahn ziehend. Das erste von Menschenhand gemachte Ding im Weltall, und sie würden die Aufgabe haben, es zu beobachten, zu berichten, Protokoll zu führen, besondere Vorkommnisse gleich zu melden. Wenn es denn so weit wäre. Heute Abend, so viel steht fest, würde nichts mehr laufen. Das hätte man ihnen gesagt. Und das Internationale Geophysikalische Jahr (International Geophysical Year, IGY), zu dessen Anlass das Spektakel stattfinden soll, hat ja erst im Juli begonnen und soll noch bis Ende 1958 andauern. Inzwischen weiß man: Vanguard soll das Projekt wohl heißen.

Ebenfalls am Abend jenes 4. Oktober, seit dem späten Nachmittag, läuft ein Cocktailempfang knapp 2000 Kilometer südwestlich; in Huntsville, Alabama, in einem kubischen Verwaltungsbau auf dem weitläufigen Gelände des Redstone Arsenal, einer Landschaft aus militärischen Baracken, gewaltigen Lagerschuppen und Hallen für die Raketenmontage. Gastgeber ist der 45-jährige Deutsche Wernher von Braun. Gerade sind die geladenen Gäste wieder zurückgekommen, von Braun hatte seinen Begleitern ausführlich das Gelände präsentiert, darunter Neil McElroy, designierter US-Verteidigungsminister, der in den kommenden Tagen den amtierenden Charles E. Wilson ablösen soll. Nun plaudert man über die Zukunft verschiedener Raketenprojekte, die Air Force und Marine oder auch die Army im Schilde führen, bei der von Braun als führender Raketeningenieur selbst angestellt ist. Hin und wieder ist auch die Rede von Satelliten, die solche Raketen schließlich in die Erdumlaufbahn tragen könnten. Von Brauns Projekt kommt nicht recht voran, obwohl es unter den dreien das am weitesten gereifte und zugleich das hoffnungsvollste ist. Die Regierung in Washington bremst ihn aus, setzt aus außenpolitischen Gründen lieber auf das von der US Navy betriebene Projekt Vanguard. Von Braun beklagt sich beim künftigen Verteidigungsminister, der greift zu Ausflüchten, weicht in Smalltalk aus. Von Braun bittet um Verständnis, dass er sich für eine Stunde zurückziehen müsse, in sein Büro im selben Haus. Er habe dringend noch ein paar Papiere einzusehen für den morgigen Tag.

Ein weiterer Empfang findet an dem späten Freitagnachmittag statt. Im großen Saal der sowjetischen Botschaft in Washington, zweiter Stock. Anlass ist das nahende Ende einer bemerkenswerten Konferenz, die seit einer Woche in Washington tagt. Das internationale Komitee jenes Geophysikalischen Jahres (IGY) hatte die namhaftesten Fachexperten aus aller Welt nach Washington geladen. Man tauscht sich aus über die jeweiligen Vorhaben im Rahmen dieses internationalen Forschungsprojektes, über die Zukunft der eigenen Institute und über die wissenschaftliche Zusammenarbeit. Die beiden Supermächte USA und UdSSR rasseln zwar bereits wieder einmal hörbar mit ihren schweren Säbeln, doch während all der Konferenztage, auch jetzt beim Empfang in der sowjetischen Botschaft, genießen die Physiker den ungezwungenen wissenschaftlichen Austausch: Meeresforschung, Vulkanismus, das Erdmagnetfeld – was hat man nicht alles besprochen auf dem Kongress zuvor. Rundherum an den Tischchen gibt es an jenem Abend viele Themen. Unter anderem sind da auch die neuesten Fortschritte in der Astroforschung, die Idee gar, bald irgendwann einmal in den Weltraum vorzustoßen. In Wissenschaftsblättern ist schließlich seit Längerem davon die Rede, dass die Technik, egal ob in Ost oder West, jetzt langsam so weit sei, einen Satelliten in den Orbit der Erde zu schießen; man ventiliert Umlaufbahnen, Startfenster, Gewichte, Geschwindigkeiten. Boulevardblätter nehmen die Idee hin und wieder auf und reichern sie mit populären Gedankenspielen an: Wie etwa wird sich der Mann im Mond dazu verhalten? Nastrowje! Der Wodka beflügelt die Fantasie an diesem Abend auch in der sowjetischen Botschaft der UdSSR.

John P. Hagen geht besonders offenherzig an dieses Thema heran, gleichzeitig neugierig, vor allem im Gespräch mit seinen sowjetischen Kollegen. Hagen ist Direktor des Projektes Vanguard der US Navy. Von Anfang an hieß es dort und bei der Regierung in Washington, man wolle die wissenschaftlichen Erkenntnisse dieses Satellitenprogramms mit den anderen Teilnehmerstaaten des IGY teilen. Freimütig und mit nur leicht gebremstem Stolz berichtet Hagen an jenem Abend in der sowjetischen Botschaft von Details seines Projektes, aber auch von seinen Problemen: Der Zeitplan ist längst Makulatur, es hat Fehlstarts gegeben, das Budget ist überzogen. Wie es denn bei ihnen so aussehe, will er von den sowjetischen Wissenschaftlern erfahren, ob es ihnen nicht genauso gehe. Oder werden sie es schaffen? Doch wohl nicht im nächsten Jahr, also 1958, aber im übernächsten vielleicht, oder doch erst im nächsten Jahrzehnt? Er pflegt den jovialen Umgangston, gepaart mit dem unvermeidlichen Selbstbewusstsein desjenigen, der als Federführender der Nation berichtet, die laut eigener Ankündigung den ersten Satelliten ins All schießen werde, so oder so.

Umso größer die Überraschung bei Hagen, denn die russischen Forscher finden seinen kollegialen Tonfall nicht. Die einen weichen aus, drucksen herum, schauen weg. Die anderen, das hätte er am wenigsten erwartet, deuten Hagen gegenüber an, die Sowjets ihrerseits könnten in absehbarer Zeit selbst einen Satelliten starten. Nur inoffiziell sprechen sie davon, versteht sich, und es klingt ein wenig wie der erklärte Wille zum Mithalten. Gezwungenermaßen? Nein, das auf keinen Fall. Richtiggehend geschockt ist Hagen, als er mit dem jungen Sergej M. Poloskow spricht, führendes Mitglied der sowjetischen Delegation auf der Konferenz und Redner am Eröffnungstag. Im Zwiegespräch verkündet dieser unmissverständlich, die Sowjetunion stehe »kurz vor dem Start des weltweit ersten künstlichen Satelliten in den Weltraum«, und klingt dabei fast ein wenig pathetisch. Ist es Propaganda, Poloskow ein Aufschneider? Hagen fachsimpelt bemüht unerschrocken weiter. Natürlich könne man noch keine größeren Nutzlasten ins All tragen, nur drei, vier Kilo werde so ein Satellit bestenfalls wiegen, besonders viele Instrumente könne man da nicht unterbringen, alles andere sei Zukunftsmusik.

Mit seinem Gefühl der Verwunderung aus dem Gespräch mit Poloskow kann Hagen nicht an sich halten. Binnen einer halben Stunde sind, verteilt an den Cocktailtischen beim Wodka, die zahlreichen amerikanischen Wissenschaftler im Saal elektrisiert von der Vorstellung, es könnte bald so weit sein mit dem ersten Satelliten im All.

Es ist kurz vor 18 Uhr, als ein Mann von der Pforte der Botschaft in den Saal kommt und einen der Gäste ans Telefon bittet, den Reporter der New York Times. Der Redaktionsleiter der Zeitung im Washingtoner Büro will ihn sprechen. Er verlässt den Saal, und als er Minuten später zurückkommt, stellt er sich neben seinen Bekannten, Richard Porter, ein amerikanisches Mitglied des IGY-Komitees.

»Das Ding ist oben«, flüstert er ihm zu, die sowjetische Nachrichtenagentur TASS habe es soeben in alle Welt gemeldet. Um 19:28 Uhr Greenwicher Zeit habe vom sowjetischen Kosmodrom in Baikonur, Kasachstan, eine sowjetische R7-Rakete abgehoben. An Bord, oben auf ihrer Spitze: ein Satellit, Sputnik sei sein Name, Sputnik 1, um genau zu sein. Was ja fast so klingt, als solle morgen schon die nächste laufende Nummer in den Orbit folgen. 19:28 Uhr Greenwicher Zeit, das war vor knapp vier Stunden und bedeutet, Sputnik müsste den Orbit längst erreicht haben.

Als er die Nachricht hört, läuft Porters ohnehin schon rotes Gesicht noch stärker an. Umgehend sucht er Lloyd Berkner, den offiziellen US-Vertreter im IGY-Komitee. Berkner hört ruhig zu und lässt sich nicht erschüttern. Ganz der Gentleman aus den Südstaaten klatscht er ein paarmal in die Hände und verkündet laut und souverän:

»Ich möchte Ihnen allen etwas mitteilen. Von der New York Times bekomme ich soeben die Nachricht, dass ein russischer Satellit in der Erdumlaufbahn ist. Ich möchte den sowjetischen Kollegen gratulieren für ihren Erfolg.«

Am anderen Ende des Saales wird John P. Hagen bleicher und bleicher, fällt in ein Loch. Die Russen haben all seine Bemühungen und Hoffnungen, mit seinem Vanguard-Projekt der Erste zu sein, in die Weiten des Weltraums geschossen.

»Waren wir wirklich noch die größte Nation auf Erden, wie unsere Führung es jedem gegenüber immer wieder geltend machte?«, resümiert Roger D. Launius, Chefhistoriker des Washingtoner Smithsonian Museums für Luft- und Raumfahrt, Hagens Gedanken in jenem Moment. Dessen erste spontane Reaktion, lässt er im Nachhinein verlauten, war von konkreten Selbstzweifeln geprägt: »Werden sie uns wirklich einsargen, wie der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow vor den Vereinten Nationen angekündigt hat? Was müssen die Vereinigten Staaten tun, um international wieder respektiert zu werden?«

Die in der sowjetischen Botschaft versammelte Fachwelt ist erregt, einige Experten euphorisiert, viele, vor allem diejenigen aus den USA, sind deprimiert. Amerika steht am Vorabend des größten Schocks seiner Nachkriegsgeschichte.

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Ein Techniker arbeitet am Sputnik (Szene aus einem sowjetischen Dokumentarfilm).

Es ist kurz nach 20 Uhr, als an dem Abend im Office der Sternwarte in Cambridge, Massachusetts, dann doch noch Leben einkehrt. Die Nachricht aus Washington ist eingetroffen: Ein Satellit ist in der Erdumlaufbahn. Grundsätzlich hatten sie dort so etwas ja erwartet, aber eben auf keinen Fall, dass es ein sowjetischer und eben kein US-amerikanischer sein würde. Die Astronomen des Observatoriums öffnen erst einmal die schweren Luken in der Kuppel, um ihr Teleskop in Stellung zu bringen. Dann aber starten sie die Telefonkette, mit der sie ihre 2000 Sternengucker allesamt aktivieren. Sie sollen nun in Amerika und auf der ganzen Welt gemeinsam mit ihren Teleskopen auf die Suche gehen nach dem, was dort in bisher unerreichter Höhe seine Bahn zieht. Weder über die genaue Streckenführung noch über die Geschwindigkeit haben die Sowjets etwas verlauten lassen. Nur die ungefähre Höhe des Orbits hatte die Nachrichtenagentur TASS angegeben: In circa 900 Kilometern Höhe soll es die Erde umrunden, das unerwartete Flugobjekt. Immerhin wissen die Experten in Cambridge von den Berechnungen ihrer amerikanischen Raumfahrtingenieure, dass solch ein Satellit die Erde in etwa eineinhalb Stunden ein Mal umrundet haben dürfte. Aber wo ist er jetzt?

Was sie nicht wissen: Sputnik 1 hat die USA in der vergangenen Stunde bereits viermal überflogen, hat ein Signal nach unten gefunkt: »Piep, piep, piep.« Vielleicht hat es manch einer in seinem Kurzwellenradio zufällig gehört, ohne seine Herkunft auch nur zu ahnen – Amerika ist reichlich ahnungslos in diesen Stunden.

Wernher von Braun erhält in seinem Büro, in das er sich kurz von der Cocktailparty zurückgezogen hatte, einen Anruf von einem befreundeten britischen Journalisten.

»Wie finden Sie das?«, fragt er von Braun.

Der ist ahnungslos, fragt zurück, was er denn meine.

Na, den Satelliten, den die Russen doch in den Orbit gebracht hätten.

Von Braun, der sich zum Telefonieren gern weit in seinen Lehnstuhl drückt und die Beine auf den aufgeräumten Schreibtisch legt, sitzt nur Sekundenbruchteile später aufrecht, die Beine unter dem Stuhl angewinkelt. Er ist geschockt. Erstaunt ist er allerdings nicht.

»Ich war nicht mal überrascht«, zitiert ihn sein Biograf Michael Neufeld, »ich wusste längst, dass die Russen einen Satelliten bauen konnten. Ich war einfach enttäuscht und etwas verbittert, weil wir nicht die Erlaubnis bekommen hatten, das vor ihnen zu tun.«

Von Braun eilt zurück zur Cocktailparty, bestürmt McElroy regelrecht: Das sei doch klar gewesen, dass die Russen den Satelliten hochbrächten, aber man verfüge doch selbst auch über Raketen. Natürlich, das Vanguard-Projekt der Navy werde das ganz im Gegensatz zu seinem eigenen Team nie schaffen, die Leute dort denken zu kompliziert, die sind weit zurück im Plan.

»Wir können das, in sechzig Tagen können Sie von uns einen Satelliten haben. Geben Sie uns grünes Licht und sechzig Tage.«

General John Medaris, militärischer Chef des Raketenversuchsgeländes in Huntsville und demzufolge von Brauns Vorgesetzter, steht dabei und ist immerhin beeindruckt vom Gang der Dinge.

»Neunzig, Wernher, neunzig Tage«, sagt er, um etwas Realismus bemüht.

Immerhin, das ist ein erstes Zugeständnis. Von Braun legt eine kurze Pause ein in seinen Vorhaltungen, atmet durch, schaut ein wenig zufriedener, aber nur ein wenig. Er ist noch nicht vollkommen davon überzeugt, die Chance auch tatsächlich zu bekommen.

SPUTNIK, VERZWEIFELT GESUCHT

Die beiden Astronomen im Smithsonian Observatorium in Cambridge sind als Erste dabei, als sich gegen Mitternacht Ostküstenzeit in der amerikanischen Kollegengemeinde herumspricht, in Deutschland habe angeblich ein junger Kollege die Signale vom Sputnik empfangen und identifizieren können: »Piep, piep, piep«, drei Töne pro Sekunde. Heinz Kaminski soll er heißen, Leiter einer Bochumer Schulsternwarte, und er habe auch gleich die Frequenzen durchgegeben: abwechselnd 20 und 40 Megaherz. Wie im Schneeballsystem ist noch in dieser Nacht fast jeder Funkamateur aktiviert und um den Schlaf gebracht, um die ersten künstlichen Geräusche aus dem Weltall im Original zu hören. »Piep, piep, piep.« Auch mit einem guten Kurzwellenradio sollen sie angeblich zu hören sein. Der amerikanische Rundfunk- und Fernsehsender NBC ist der Erste, der das Sputnik-Signal in jede Wohnung weiterleitet, Töne, die am nächsten Tag schon in aller Welt zu hören sein werden. Die Radiosprecher streiten darüber, ob die Pieptöne sich anhören wie ein Morsetelegraf oder eine »Grille mit Schluckauf«, wie einer von ihnen sich ausdrückt.

Andere finden gewichtigere Worte: »Hören Sie nun den Ton, der ab sofort die neue von der alten Welt scheidet«, heißt es in der Anmoderation des NBC-Radios zum »Piep, piep, piep«.

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Der Bochumer Heinz Kaminski (sitzend) war der Erste im Westen, der das »Piep, piep, piep« des Sputniks in seiner Schüssel empfangen konnte.

Zu Gesicht bekommen die Astronomen den Sputnik an jenem Tag nicht, auch nicht durch die dicken Linsen ihrer Teleskope. Weder wissen sie, wohin sie schauen sollen, noch ist der Himmel klar. Das kleine, unbemannte Raumschiff bewegt sich in unsichtbaren Sphären. Noch wissen sie nicht, dass es wiederum eine Schulsternwarte aus Deutschland ist, in der man drei Tage später, am 8. Oktober, reklamieren wird, als Erste außerhalb der UdSSR den Sputnik gesehen zu haben – auch die Trägerrakete, die längst abgetrennt allein durch den Orbit jagt. Dies geschieht allerdings in Ostdeutschland, in der »Zone«, in Rodewisch. Beiden Sternwarten in Ost und West, in Rodewisch und Bochum, werden ihre frühen Pionierleistungen zu regelrechten Höhenflügen des eigenen Renommees verhelfen, Kaminski wird zum populärsten Astronomen Deutschlands aufsteigen. Ob die Sputnik-Kugel mit ihrem Durchmesser von 58 Zentimetern so viel Reflektionskraft entwickeln konnte, dass sie mit bloßem Auge von der Erde aus zu sehen gewesen wäre, ist heute umstritten. Dem Vernehmen nach soll sie allerdings vor dem Start besonders blank poliert worden sein.

Als die Gäste des Empfangs in der sowjetischen Botschaft in Washington, die ja eigentlich nur den Abschluss ihrer Konferenz zum Geophysikalischen Jahr IGY begießen wollten, die Gläser klingen lassen auf die sensationelle Neuigkeit, ist der Gedanke schnell gefasst, unverzüglich die Dachterrasse der Vertretung aufzusuchen. Nach oben, irgendwas sollte doch zu sehen sein am Himmel. Noch herrscht in der amerikanischen Community der Wille, den Sowjets zuzujubeln, Schultern zu klopfen, anerkennende Worte auszusprechen, und doch wird schon im Treppenhaus hier und da ein leiser Vorwurf über den offensichtlichen Alleingang der Russen laut, über ihren Coup, der weniger ein wissenschaftlicher ist als ein politischer. Warum teilen sie keine Einzelheiten über ihr Experiment mit? Wie groß ist der Satellit? Was enthält er? Eine Kamera etwa? Versuchsanordnungen für die Schwerelosigkeit? Bei einigen der Amerikaner regt sich die wissenschaftliche Neugier, Neid bei den anderen, zumal bei jenen, die selbst an Satellitenprojekten beteiligt sind. Jetzt sind sie ein wenig gesprächiger, die Wissenschaftler aus Moskau, Charkow und Leningrad, nachdem der Start des Sputniks bekannt wurde, und dadurch wird manches noch schlimmer. Vorhin, unten im Saal, noch bevor die Bombe geplatzt war, hatte Hagen seinen sowjetischen Kollegen im Smalltalk noch freimütig angedeutet, die Raketen der USA seien kaum in der Lage, mehr als drei, vier Kilo Nutzlast in den Orbit zu schießen. Jetzt aber muss er, als er dem Gespräch eines Geophysikers aus Charkow mit einem Schweden lauscht, hören, der Sputnik wiege womöglich 30 Mal so viel: 80 Kilogramm, gut eineinhalb Zentner, sollen jetzt da oben in vielleicht 900 Kilometern Höhe um die Erde jagen. Und dabei ein arrogantes – ja, so dachte Hagen insgeheim – »Piep, piep, piep« von sich geben.

Die Gesellschaft auf dem Dachgarten der sowjetischen Botschaft hat jedenfalls nichts gesehen, es zieht sie bald wieder zurück aus der wolkigen Kühle nach unten zu Wodka, Krimsekt und Kaviar. Viel ist aus den sowjetischen Kollegen heute Abend nicht mehr herauszuholen über die genaueren Umstände des Sputnik-Starts. Ganz offensichtlich sind sie selbst nicht alle eingeweiht in die Details ihres Sputniks. Das sowjetische Raumfahrtprogramm ist ein Geheimkommando. Kein Mensch, weder innerhalb noch außerhalb der Sowjetunion, weiß mehr darüber, als er für seine Arbeit wissen muss. Wer aber steckt dahinter? Welcher Meister genau hat das fertig gebracht, woran John P. Hagen und seine Mitarbeiter der Vanguard-Crew bislang gescheitert sind?

Wer jubelt denn jetzt 12000 Kilometer weiter östlich?, fragt sich auch von Braun, als er sich im selben Moment beim designierten Verteidigungsminister Neil McElroy bitter darüber beklagt. Darüber, dass man ihn nicht an Hagens statt loslegen lässt und einem zum Scheitern verurteilten Projekt der Marine den Vorzug gibt. Er hätte sein geheimnisvolles Gegenüber da drüben, irgendwo in der Sowjetunion, hinter dem Eisernen Vorhang, gewiss nicht den ersten Zug tätigen lassen, da ist sich der deutsche Edelmann ganz sicher. Kennenlernen würde er ihn allerdings doch gern mal.

Keiner der Beteiligten, weder in Washington noch in Cambridge, ahnt, was am nächsten Tag über die USA hereinbrechen wird, übrigens auch niemand in Huntsville. Dort allenfalls Wernher von Braun, der Routinier zwischen der US Army, der Marine und der Luftwaffe, der in Washington ein und aus geht und sich durch langjährige PR-Arbeit in den Medien inzwischen einen Namen gemacht hat, der weiß, wie in Zeitungen und Fernsehen Schlagzeilen und Spitzenmeldungen gemacht werden. Ihm dämmert, dass es am nächsten Tag rauschen wird im Blätterwald.

Mit seinem Martini on the Rocks geht von Braun zu McElroy hinüber und warnt ihn vor: »Wenn Sie morgen nach Washington zurückfahren, Herr Minister, und sehen, dass da die Hölle los ist, denken Sie daran: Wir können schon bald ebenfalls einen Satelliten hochbringen.«

Von-Braun-Biograf Michael Neufeld, auch er Historiker am Smithsonian Museum für Luft- und Raumfahrt, kennt noch eine weitere, etwas dramatischere Version dieser Szene. Nach von Brauns Rückkehr aus seinem Büro und dem erneuten Tête-à-Tête mit McElroy, dem Minister in spe, habe »einen Augenblick betretenes Schweigen« geherrscht. »Dann begann Wernher von Braun zu reden, als wäre er mit einer Grammofonnadel geimpft worden. Seine Worte überschlugen sich: ›Wir wussten, dass sie es tun würden! Die Vanguard wird es nie schaffen. Wir haben die Raketen. Um Himmels willen, geben Sie uns freie Hand und lassen Sie uns etwas tun. Mr. McElroy, geben Sie uns freie Bahn und sechzig Tage!‹«. Anschließend soll es dabei sogar etwas lauter geworden sein.

SOWJETS AM HIMMEL, AMERIKANER AM BODEN

Schon am nächsten Tag, am Samstag nach dem Sputnik-Start, ist die Hölle los, ganz so wie Wernher von Braun es vorhergesagt hat. Die Öffentlichkeit in den USA ist schockiert. Die Presse attackiert Washington und seine Schlafmützigkeit: Die USA hätten in der Weltöffentlichkeit »eine schwerwiegende Niederlage« einstecken müssen, schreibt die International Herald Tribune. Das Land sieht sich plötzlich bedroht. »Wenn die Sowjets einen 184 Pfund schweren ›Mond‹ auf eine vorherbestimmte Bahn in 560 Meilen Höhe um die Erde schicken können, ist der Tag nicht mehr fern, dass sie es vermögen, einen todbringenden Sprengkopf wo immer sie wollen abzuwerfen, auch über uns«, kommentiert die Chicago Daily News. Newsweek prophezeit, dass »Dutzende von Sputniks, bestückt mit Atombomben, ihren tödlichen Regen überall über den USA und Europa« niedergehen lassen. Schon ist in den USA von einem neuen Pearl Harbor die Rede, eine Anspielung auf den japanischen Luftschlag im Dezember 1941 auf Hawaii, den Bundesstaat im Pazifik. Es war der erste Angriff einer ausländischen Kriegsmacht auf US-Territorium. An jenem Wochenende ist den Medien kein Vergleich zu groß angelegt: Die New Republic stellt den Sputnik auf eine Stufe mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, der US News & World Report zieht die Parallele zur Entdeckung der Kernspaltung.

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Amateurastronomen in London suchen am Abend des 5. Oktober 1957 den Himmel nach dem Sputnik ab.

Und natürlich nutzen in Washington die oppositionellen Demokraten die Gunst der Stunde und klagen die US-Regierung an, die brandneue Gefahr nicht ernst genug zu nehmen. Senator Lyndon B. Johnson aus Texas sieht schon kommen, dass die Sowjets »Bomben aus dem Weltraum auf uns schmeißen wie Jugendliche Steine auf Autos von irgendwelchen Autobahnbrücken aus«. Der Begriff vom »Roten Mond« macht die Runde.

Im Ostblock dagegen waren die Medien bemüht, die Euphorie über den kosmischen Coup am Laufen zu halten, nicht ohne eine gewisse Wirkung zu erzielen. In einem Automobilwerk in Zwickau, DDR, fragte Anfang 1958 die Betriebsleitung ihre Belegschaft, welchen Namen sie dem neuen Modell geben würden. Die Mehrheit entschied sich für den Namen Trabant, die Übersetzung von Sputnik.

Die gewaltige Aufregung um den kleinen Sputnik erklärt sich aus der politischen Großwetterlage heraus. Es ist Oktober 1957, ein Jahr, das Deutschland mitten im Wirtschaftswunder sieht. Die Motorisierung ist so weit fortgeschritten, dass in den Ortschaften Tempo 50 eingeführt werden muss. Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), Vorläuferin der EU, wird gegründet. Es geht aufwärts. Auch in Amerika, zumindest wirtschaftlich – friedlicher wird die Welt dadurch nicht. Schon gar nicht in den USA, wo das oberste Bundesgericht die Rassentrennung offiziell aufhebt, der Gouverneur in Arkansas anschließend aber schwarzen Kindern durch seine Nationalgarde den Zugang zu »weißen« Schulen verwehren lässt, woraufhin Präsident Eisenhower eine Luftlandedivision entsendet, um den Zugang zu den Schulen zu öffnen. Die Regierung in Washington ist zunehmend herausgefordert durch internationale Konflikte. Die Suez-Krise, während der die USA sogar in Konflikt mit England und Frankreich gerieten, war erst ein Jahr her, genauso wie der Volksaufstand in Ungarn. Längst verfügen die UdSSR und inzwischen auch Großbritannien über Atom- und Wasserstoffbomben.

Die Völker, vor allem im medienoffenen Westen, sorgen sich vor den Massenvernichtungswaffen. Das Augenmerk der Öffentlichkeit richtet sich dabei inzwischen fast ausschließlich auf die Mittel- und Langstreckenraketen. Sie können Atomsprengköpfe über Zehntausende von Kilometern in einer viertel oder halben Stunde durch den Himmel an jedes beliebige Ziel tragen. Und bislang sind sie für Flugabwehrwaffen unerreichbar. Doch die Rüstungsingenieure arbeiten in jenen Tagen nicht nur an Trägerraketen für Atomladungen. Sprengköpfe und Satelliten haben annähernd dieselbe Größe, nehmen den gleichen Platz ein, sind austauschbar. Und so hegen die Ingenieure gleichzeitig Pläne, quasi als friedliche Variante, künstliche Himmelskörper mit denselben Geschossen in die Erdumlaufbahn zu schießen. So wie jene Pioniere, die am 4. Oktober 1957 Sputnik 1 in den Himmel schossen. Die R7, welche die 80 Kilo schwere Kugel in die Umlaufbahn in einer Höhe zwischen 215 und 939 Kilometern schaffte, hätte anstatt des Sputniks genauso gut eine nukleare Ladung in ihrer Raketenspitze deponiert haben können, mit verheerenden Wirkungen zum Beispiel für die USA.

Geschichtskundigen Wissenschaftlern in den USA, die sich schon länger mit den Möglichkeiten und Grenzen von Raketengeschossen beschäftigen, erinnern sich jetzt, da sie vom Sputnik hören, was ihre Militärs kurz nach dem Krieg in Deutschland in Erfahrung brachten. Ingenieure in der Raketenversuchsanlage Peenemünde an der Ostsee hatten in den 40er-Jahren die erste Interkontinentalrakete projektiert. Knapp 50 Meter hoch sollte sie sein, eine Reichweite von 5500 Kilometer haben und New York von Europa aus mit Sprengköpfen übersäen. Bis 1945 war jedoch nichts Einsatzfähiges zustande gekommen. Die Raketenentwicklung der Nazis war, auch das hatten die Siegermächte schnell ermittelt, technisch von solchen Zielen noch meilenweit entfernt. Deshalb war das schauerliche Szenario eines deutschen Angriffs auf den Times Square oder das Empire State Building auch schnell wieder vergessen. Aber jetzt? Die »Sputnik-Nacht« vom 4. auf den 5. Oktober 1957 hatte schlagartig für neue Unsicherheit gesorgt: Die Sowjetunion, die konkurrierende Weltmacht, ist also in der Lage, Atomsprengköpfe mit ihren Interkontinentalraketen über den USA zur Explosion zu bringen – wo und wann immer sie es will.

Wer hinter den Plänen der Nazis für Raketen auf New York stand, ist auch bekannt. Es war Wernher von Braun, der deutsche Ingenieur, der damals im Krieg freilich nicht nur diese Zukunftsprojekte hegte, sondern auch ein paar Tausend V2-Raketen baute, die große Schäden in London anrichteten – und der jetzt, 1957, in Huntsville, Alabama, Raketen für die Amerikaner entwirft. Von Braun aber sind die Hände gebunden, den Sowjets etwas entgegenzusetzen. Er, der die am weitesten gediehenen Pläne der USA für Raketen und Satelliten aufs Papier gebracht hat, wird von Präsident Dwight D. Eisenhower zurückgehalten. »Ike« Eisenhower will den Sowjets gegenüber jedweden Eindruck vermeiden, die Weltraumpläne seiner Leute hätten irgendeinen militärischen Beigeschmack. Von Braun, bei der Army angestellt, hat deshalb erst einmal keine Chance. Eher schon das Vanguard-Projekt, weil es von der US-Marine betrieben wird. Sie hat – für die nationale Wettervorhersage zum Beispiel – einen großen zivilen Bereich, bei dem das Satellitenprogramm angesiedelt werden kann, ohne den Sowjets willkommene Argumente zu liefern.

Eisenhower bemüht sich in den erregten Oktobertagen demonstrativ um Gelassenheit. Er zieht es vor, der Aufregung fernzubleiben und sich an seinem Landsitz bei Gettysburg nicht vom Golfspielen abbringen zu lassen. Tagelang weigert er sich, den Sputnik-Start zu kommentieren. Erst am 9. Oktober, dem Mittwoch nach dem Schock, hält er eine Pressekonferenz. Auch dort gibt er sich entspannt, lässt von der Aufgeregtheit der vorherigen Tage nichts an sich herankommen. Er begrüßt es vielmehr, dass die Sowjets mit dem Start ihres Sputnik nolens volens neues internationales Recht geschaffen haben: das Recht, mit eigenen Satelliten im Weltall das Territorium fremder Staaten zu kreuzen.

Sein noch amtierender Verteidigungsminister Charles Wilson versucht, die Öffentlichkeit zu beschwichtigen: »Niemand wird irgendetwas von einem Satelliten auf Sie herunterwerfen, während Sie schlafen, also machen Sie sich keine Sorgen darüber.« Noch Fragen?

Doch Eisenhower hatte sich verkalkuliert. Vor dem Sputnik-Schock genoss er noch das Vertrauen von 79 Prozent der Amerikaner, Anfang November ist der Anteil auf 57 Prozent gefallen. Der plötzliche Bruch im Gefühl der Sicherheit spielt dabei gewiss die größte Rolle. Es ist aber auch etwas anderes, Wesentliches verloren gegangen, und dabei geht es nicht nur um militärische Sicherheit: Der bisher unumstößliche Eindruck von der Überlegenheit Amerikas in Bezug auf Wissenschaft, Lebensstil und Wirtschaftssystem erhält einen ungeahnten Dämpfer. Warum sind wir nicht die Ersten im Weltall, wie konnte das passieren? Der Sputnik-Schock verändert das Verhältnis der beiden Supermächte untereinander fundamental, die Amerikaner stehen vor einer völlig neuen Situation: Die andere Welt, die alte, drüben in Europa, für deren Begebenheiten sie sich traditionell eher am Rande interessieren, ist plötzlich in Form einer 80 Kilo schweren Kugel in 900 Kilometern Höhe über sie gekommen. Etwa sieben Mal am Tag kreuzt sie den Luftraum der USA. Mitte Oktober 1957 beschrieb das Magazin Der Spiegel die amerikanische Situation vielleicht am trefflichsten: »Vor Jahren prophezeite Churchill: Wenn jemals die Vereinigten Staaten die Fähigkeit verlieren sollten, einen sowjetischen Angriff mit gleicher Waffe und gleicher Wucht zu beantworten, dann werde die westliche Welt ›wehrlos wie ein Mädchenpensionat‹ sein. Als am Freitag der vorletzten Woche in den Vereinigten Staaten zum ersten Male das ›Piep, piep, piep‹ des über den Kontinent hinwegsausenden sowjetischen Satelliten vernommen wurde, bemächtigte sich in der Tat der amerikanischen Nation ein Bangen, das den Gefühlen eines Mädchenpensionats beim Anblick einer Maus nicht unähnlich war.«

Der Sputnik-Schock ist die Geburtsstunde einer neuen Sportart, die den Amerikanern dieses Mal aufgedrängt wird: Das größte, das mit Abstand am längsten dauernde und am weitesten reichende Wettrennen der Welt wird nun seinen Lauf nehmen – das Rennen hinaus in den Weltraum, hinauf zum Mond.

»Die Amerikaner gehen immer erst ins Rennen, wenn jemand vor ihnen liegt, wie ein gutes Rennpferd. Die wollen nur die Ersten sein, wenn sie jemand überholt. Dann wird der Amerikaner zum Riesen. Das war schon in Pearl Harbor so, als die Japaner zum Erstschlag ausholten. Deshalb wird Pearl Harbor mit dem Sputnik verglichen. Das war so beim Computer, beim Auto. Wollen Sie Boeing aufwecken, müssen Sie Airbus gründen.« Das sagt Jesco von Puttkamer, der letzte noch verbliebene Deutsche in führenden Diensten der NASA. Heute ist er Chefvisionär der amerikanischen Raumfahrtagentur und ihr dienstältester Mitarbeiter überhaupt.

1957, mit der Zündung der 20 Raketensätze der ersten Stufe der Sputnik-Rakete R7 im hinteren Kasachstan, damals wie heute eine der abgelegensten Regionen der Welt, gaben die Sowjets den Startschuss für das große Rennen, das Space Race. Und sie selbst gingen sogleich viele Tausend Kilometer in Führung. Es sollte lange Jahre dauern, gewaltige Mühen und Kosten fordern, bis die Amerikaner sie endlich einholen, und anschließend die spannende Phase Kopf an Kopf ihren Lauf nimmt. Es wird ein Wettstreit, in dem getrickst und geblufft wird. In dem die UdSSR mit verdeckten Karten spielt, sämtliche Erfolge erst im Nachhinein bekannt gibt, sämtliche Misserfolge und Katastrophen dagegen Staatsgeheimnis bleiben, in dem keiner ihrer Beteiligten einen Namen oder ein Gesicht haben. Ein Wettstreit, in dem die USA dagegen ihre Strategie offenlegen, vorab, in ihrer Gesamtheit und in den Details. Es wird Helden geben, Opfer, Eitelkeiten, Geniestreiche, kapitale Fehler, menschenverachtende Überholmanöver. Ein Kampf, der am Ziel allerdings den alten Menschheitstraum Realität werden lässt – die Reise zu den fernen Himmelskörpern.

Der Traum

Im Jahr 2002 verpasste Buzz Aldrin, bekanntlich zweiter Mann auf dem Mond, im Alter von 72 Jahren dem jungen Bart Sibrel einen heftigen Faustschlag ins Gesicht. Der Filmemacher war dem alten Haudegen von Apollo 11 auf offener Straße entgegengetreten und hatte ihn vor laufender Kamera genötigt, er solle seine rechte Hand auf die Bibel legen und schwören, dass er und sein Kollege Armstrong tatsächlich auf dem Mond gewesen seien, dass die Landungen der Amerikaner nicht nur im Fernsehstudio stattgefunden haben, von dort live übertragen und als reale Mondlandungen verkauft wurden. Sibrel ist in den USA bekannt dafür, die Mondlandung anzuzweifeln. Tatsächlich holte Aldrin seine Hand aus der Hosentasche. Aber die Hand ging nicht zur Bibel, sondern blitzartig und zielstrebig an Sibrels Kinn.

Sie sind bekannt, all die Verschwörungstheorien, nach denen das Ganze nur eine Show gewesen sei und niemand den Erdtrabanten jemals betreten habe. Das Internet ist voll davon, absurde Behauptungen allesamt. Und dennoch: Wir treiben diese Spekulation an dieser Stelle noch eine Runde weiter und gehen – nur als Gedankenspiel – einfach mal davon aus: Es gibt gar keinen Mond. Es hat nie einen gegeben. Alles nur Projektion am Dach des Himmelszelts. Die Erde kreist ohne Begleitung um die Sonne. Wäre das denkbar? Denkbar ist alles. Aber es hätte, anders als die Frage »Mondlandung – Fakt oder Fälschung?«, handfeste Konsequenzen für uns alle. Nicht nur, dass wir nie eine totale Sonnenfinsternis erleben dürften, dass unsere Hunde spätabends keinen Mond zum Anheulen hätten und auf irgendeinen anderen Himmelskörper ausweichen müssten, den winzigen Mars etwa oder den nächstgelegenen Stern Alpha Centauri. Nein, eine solche Variante der kosmischen Entwicklung hätte weitergehende Konsequenzen: Wahrscheinlich gäbe es den Menschen gar nicht. Der geschätzte Leser wäre vielleicht noch eine Mikrobe, der Autor irgendein anderer Einzeller.

Wer den Mond wegdenkt, muss wissen: In viereinhalb Milliarden Jahre währender Geschichte ist seine Wirkung auf die Erde gar nicht groß genug einzuschätzen. Die größte Schubkraft in seiner Weiterentwicklung bis hin zum Menschen erfuhr das Leben nicht inmitten der Kontinente, auch nicht weit draußen auf dem Ozean, nicht in deren abyssischen Tiefen und auch nicht in der himmelhohen Atmosphäre. Nein, dieser Teil der Schöpfung fand statt im Grenzbereich zwischen Land und Meer. Gewiss, den gäbe es auch ohne den Mond, doch der Mond ist es, der das Auf und Ab herstellt, das Wechselspiel zwischen Überschwemmung und Trockenheit. Er ist es, der mit seinen Gezeiten die Wassermassen um den Globus schiebt, der das so dynamische Reich von Ebbe und Flut unter sich hertreibt. Und genau dieser verschwimmende Grenzbereich brachte im entscheidenden Moment Leben in die Krume. Anders als heute aber lief der mächtige Transport von nährstoffreichen Schwemmfrachten vor Milliarden von Jahren über unvorstellbare Flächen, mit himmelhohen Tidenhüben. Küste und Hinterland wurden zur Petrischale für alles, was Leben werden wollte. In jenem Erdzeitalter verpasste der Mond unserem Globus Wechselbäder mit einer Kraft, die wir ihm aus der Distanz heraus heute kaum zutrauen würden. Zu Recht, weil er seine Laufbahn anfangs weit näher über der Erde begann, als sie in unseren Tagen verläuft, seine Entfernung zu ihr betrug nur einen Bruchteil der heutigen. Stetig entfernte er sich anschließend weiter von uns und tut dies auch heute noch. Dunkel muss der Himmel zu Beginn immer wieder gewesen sein, Sonnenfinsternisse gab es jeden Tag, auch weil der Mond erheblich schneller um die Erde jagte. Nicht auszumalen, welch überirdische Gezeitenkräfte unter diesen Bedingungen damals gewirkt haben müssen.

Dabei ist auch heute noch genug übrig geblieben von der Kraft des Mondes. Die Erde bekommt es zu spüren: Nicht nur die Meere bewegt der Trabant, auch die Kontinente zieht er zu sich herauf und lässt sie wieder fallen. Um 30, 40 Zentimeter steigen und fallen die Sahara, die Tundra und der brasilianische Regenwald hinauf und hinunter, genauso wie Berlin, New York und Peking. Im Takt des Mondes, zweimal am Tag nach oben, zweimal nach unten. Wir spüren es nicht, aber die Seismologen und Geophysiker sind sich da sicher und deuten uns mit ihren Erkenntnissen an, welche Kraft dem Mond innewohnt. Leidenschaftlich wird heute darüber gerätselt und gestritten, inwieweit der Mond darüber hinaus wirklich auf das Wetter, die Gesundheit, die Periode der Frau und vieles anderes mehr, über das so gesprochen wird, einwirkt. Mondpsychosen, Mondkrankheiten, Verhaltensänderungen auch im Tierreich – alles und nichts wird dem kleinen Bruder der Erde zugeschrieben. So oder so: Der Mond gilt uns als ganz außerordentlicher Himmelskörper, zu dem wir in enger Beziehung stehen.

Sobald er zum Sehen in der Lage war, hat der Mensch den Mond deshalb mit einem besonderen Blick angeschaut. Er hat ihn vergöttert und gefürchtet, hat sich von ihm in Trance setzen lassen, sein Wesen fantasievoll zu ergründen versucht, sich gefragt, was der Mond ihm Gutes oder Böses antut. Und irgendwann lag für den Menschen die Frage auf der Hand: Wie es dort oben wohl aussieht? Ob dort Wesen leben wie du und ich? Die nächste Stufe: Eines Tages oder Nachts, als den Menschen seine Träume einmal besonders weit trugen, weil die volle, silbergraue Scheibe am früheren Abend allzu deutlich und zum Greifen nah vom Horizont aufgestiegen war, hat er sich Bilderfolgen ausgemalt, in denen er selbst einmal – aufsteigt zum Mond. Zu den dunkelgrauen Flächen, die aussehen wie Meere. Oder zu den helleren Regionen, die wohl Berge sind, schneebedeckt vielleicht. Warum nicht?

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Der Mond – schon sehr früh ließ er die Fantasien erblühen.

Wann der Mensch begann, diese Überlegungen zu systematisieren, wann er versuchte, die Bewegungen des Mondes genauer zu erfassen, bleibt im Dunkel der Vorgeschichte. Megalithmonumente, gewaltige Steinringe, bei denen uns heute jede Vorstellung fehlt, wie die Menschen sie vor vielen Tausend Jahren haben aufstellen können, lassen Forscher aufgrund ihrer Anordnung vermuten, dass sie mit dem Lauf des Mondes in Verbindung stehen. In Stonehenge etwa oder in Callanish auf einer der äußeren Hebriden-Inseln, in Megalithkomplexen der Bretagne und anderswo in Europa, Asien und Amerika – sie alle lassen Archäologen vermuten, dass schon mehrere Tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung gerade der Mond genauer verfolgt wurde. Der spektakuläre Fund aus dem Jahre 1999, die etwa 3600 Jahre alte »Himmelsscheibe von Nebra«, ausgegraben aus dem Untergrund Sachsen-Anhalts, deutet an, dass die Menschen auch in der Bronzezeit im Bilde waren über das Verhältnis des Umlaufs von Sonne und Mond. 5000 Jahre alte Kalender aus Ägypten sowie aus China belegen, dass all diese Erkenntnisse sich in mehreren Weltengegenden offenbar unabhängig voneinander herausbildeten.

Die Mondbeobachtung während der Antike schwankt zwischen gewagten Fantasien und genauen Beobachtungen. Plutarch, der griechische Schriftsteller und Historiker, sah den Mond voller Dämonen, die in Höhlen hausten. Der griechische Satiriker Lukian von Samosata wollte seinen Zeitgenossen weismachen, einst habe ein Wirbelwind ein Schiff in die Höhe getragen, immer höher, bis es nach sieben Tagen auf dem Mond gelandet sei. Auf der »leuchtenden Insel«, deren Bewohner über auswechselbare Augen verfügten wie auch angewachsene Bauchtaschen – obwohl im alten Europa doch noch niemand etwas von Kängurus hatte ahnen können. Anaxagoras, der große griechische Denker, philosophierte über die Ähnlichkeit von Erde und Mond, ihrer Berge und Täler, und behauptete, selbstverständlich sei der Mond bewohnt. Andere Zeitgenossen meinten, der Mond sei in Wahrheit ein flacher Spiegel, seine farblichen Strukturen seien nichts anderes als das Abbild der Erde. Aristoteles dagegen stellte bereits einigermaßen korrekte Behauptungen über den Lauf von Sonne, Mond und Erde auf. Und der Mathematiker Aristarch von Samos schaute nächtens bei einer Mondfinsternis einmal genau hin. Aus ihrer Dauer leitete er halbwegs richtig das mathematische Verhältnis vom Umfang der Erde zu ihrer Entfernung zum Mond ab. Als dann Eratosthenes nur wenig später aus dem Sonnenschatten den Erdumfang ermittelte, lagen die Zahlen erstmals ungefähr auf dem Tisch. Da ahnten die Griechen sogar schon die absolute Entfernung zum Mond. Sie gingen nun – umgerechnet auf die heutige Maßeinheit – von 300000 Kilometern aus (die tatsächliche Entfernung beträgt etwa 380000 Kilometer). In den folgenden Jahrhunderten, ja, das gesamte erste Jahrtausend unserer Zeitrechnung hindurch, machte die Mondbeobachtung dann keine wesentlichen Fortschritte mehr. Im Mittelalter, als Furcht und Ehrfurcht gegenüber allem, was aus der religiös besetzten Himmelssphäre auf die Erde herunterstrahlte, die menschliche Seele dominierte, war für nackte wissenschaftliche Erkenntnisse über Planeten und Erdtrabanten wenig Freiraum.

DER ERSTE BLICK DURCHS FERNROHR

Umso zügiger nahmen in der anschließenden Renaissance die Visionen und Projektionen neue Fahrt auf. Leonardo da Vinci etwa räumte gegen Ende des 15. Jahrhunderts mit allzu waghalsigen Fantasien aus der Antike auf, zum Beispiel mit jener Behauptung, der Mond sei nichts als ein Spiegel. Auch beschäftigte sich das Genie bereits theoretisch mit der Idee eines Mondfernrohrs. Im Codex Atlanticus, der später herausgegebenen Sammlung seiner überlieferten Schriften, ist eine Notiz von ihm etwa aus dem Jahr 1512 erhalten: Er »mache Brillen, um den Mond groß zu sehen«. Linsen für Brillen waren da bereits 200 Jahre lang bekannt, das Fernrohr noch nicht. Darüber, dass er seiner persönlichen Ankündigung entsprechend tatsächlich Linsen angefertigt hätte, mit denen er den Mond »groß« sah, ist allerdings nichts bekannt, sie blieben wohl sein Traum, so wie seine Hubschrauber und andere Geistesblitze.

Von Johannes Kepler (1571–1630), dem deutschen Naturphilosophen, Astronomen und Astrologen, Optiker und Theologen stammt die erste ausführlicher überlieferte Vision einer Reise zum Mond, im beginnenden 17. Jahrhundert. In seinem Buch Somnium, dessen Entstehung sich über 40 Jahre erstreckte, sind die wesentlichen Bedingungen dafür bereits berücksichtigt. Kepler versetzt sich darin als Autor in den Schlaf und startet hinauf in den Himmel. Sehr stimmig geht er davon aus, der Mensch müsse für den Ausbruch aus der Zone der irdischen Schwerkraft eine immense Kraft aufwenden, etwa die einer Kanone. Und dass der Mondfahrer dabei wohl an seine Grenzen käme, wenn er diesen Kräften körperlich ausgesetzt würde. Er sah darüber hinaus sogar, dass er bald darauf die Sphäre der Schwerelosigkeit genießen, in ihrer Umgebung frei schweben könne – obwohl Isaac Newton die Gesetze der Schwerkraft erst Jahrzehnte später genauer skizzierte. Auch was den Aufenthalt auf dem Mond angeht, verwob Kepler die Realität mit seiner Fantasie: Hitze während des Tages, Eiseskälte in der Nacht. Allerdings irrte er, als er auch gewaltige Stürme über die Mondoberfläche fegen ließ. Carl Sagan, der 1996 verstorbene populärste Astronom der USA, sah Kepler als den ersten Science-Fiction-Schreiber der Literaturgeschichte.

Der Mond avancierte zur Projektionskugel für Ferne, Fluchten, Fantasien und Fiktionen. Wenige Jahrzehnte nach Kepler schrieb der französische Schriftsteller Cyrano de Bergerac (1619–1655) seinen Roman Die andere Welt über eine Reise zum Mond und über seine Begegnungen mit den dortigen Bewohnern. Dabei war Bergeracs Beweggrund für sein Buch von eher handfester Natur, ganz irdisch – und durchaus lauter: Er legte den Mondmenschen Worte in den Mund, die im Frankreich jener Zeit unter Strafe standen, und nutzte den Mond so quasi als strafunmündiges Echo für seine verbotenen Worte. Dennoch reiht sich auch Bergeracs Buch ein in die nun zunehmenden Überlegungen darüber, wie es denn dort oben so wäre.

Welch ein Glück für alle, die in jener Zeit an derlei Dingen arbeiteten, dass die innovationsfreudige Renaissance ihnen eine damals großartige Neuheit schenkte, und zwar eine, die eine völlig neue Sicht auf den Mond gestattete: das Fernrohr. Erfunden hatte es zwar bereits im Jahre 1608 ein Niederländer, doch Galileo Galilei (1564–1642) entwickelte es bereits im nächsten Jahr entscheidend weiter. Mit seiner Eigenkonstruktion entdeckte der Professor aus Padua denn auch gleich vier Jupitermonde, stellte fest, die Mondoberfläche sei außerordentlich rau, veröffentlichte die erste genauere Mondkarte. 1611 konstruierte Kepler das erste Fernrohr speziell für die Zwecke der Astronomie. Der Blick auf den Mond war nun frei, mit jeder weiteren Verbesserung der optischen Geräte rückte der Himmelskörper näher und näher.

Im 19. Jahrhundert dann, dem Säkulum von Carl Zeiss, machte die Wissenschaft der Optik gewaltige Fortschritte. Schon in den 1820er-Jahren trug der Münchner Joseph von Fraunhofer mit seinen neuartigen Teleskopen dazu bei, dass die deutsche Mondforschung international an die Spitze stürmte. Der Mond wurde populär, immer neue Erkenntnisse über seine Krater und »Meere« machten die Runde, natürlich auch Fragen und Spekulationen über seine der Erde ewig abgewandte Seite. All dies lud ein zum Disput und zu Fantastereien in den Salons, Klubs und Kabinetten. Manche heute unbekannte Genies hatten dafür immer wieder neue Nachrichten geliefert, waren daran beteiligt, das Bild des Mondes zu schärfen, allzu unspektakulär jedoch, weshalb sie unserer Tage fast in Vergessenheit geraten sind. Der Dresdner Geodät und Astronom Gotthelf Lohrmann etwa, der all die damals zirkulierenden Visionen von Städten und Getreidefeldern auf dem Mond, von Wasserfällen, Kanälen, Ozeanen und Dschungeln unbeachtet ließ und sich nur daran hielt, was er durch seine Fernrohre wirklich sah. Auch er arbeitete mit Fraunhofers Teleskopen, als er sein Opus Magnum erstellte: die Mondkarte in 25 Sektionen. Doch alle zeitgenössische Neugierde auf den Mond konnte nicht dafür sorgen, dass dieses Meisterwerk unter die Leute kam. Lohrmann starb 1840, und erst 38 Jahre später, 1878, wurde es veröffentlicht. Immerhin trägt das Observatorium der Technischen Universität Dresden seinen Namen.

Aus Lohrmanns Todesjahr stammt auch die erste Fotografie des Mondes durch ein Teleskop – eine bemerkenswerte Aufnahme, die sich angesichts dessen, dass der Fotograf während der 20-minütigen Belichtung das Fernrohr von Hand nachführen musste, in bemerkenswerter Schärfe präsentiert. Wen es interessierte, der war ab sofort nicht mehr auf Abbildungen von Hand, auf abenteuerliche Erzählungen oder andere Ausschmückungen angewiesen, der konnte den Mond durch die Daguerrotypie des Angloamerikaners John W. Draper selbst in Augenschein nehmen. Wissenschaftler und Techniker der USA begannen, sich in ihrer Neugier für den Erdtrabanten einen Namen zu machen.

MIT JULES VERNE AUF REISEN

Die Fortschritte in der Mondforschung erfuhren eine enorme Breitenwirkung, als sich die Autoren der damals populär werdenden Zukunftsromane des Themas annahmen. Früher oder später musste Jules Verne, der erste große Science-Fiction-Meister der Moderne, den Mond entdecken. Sein Fortsetzungsroman in zwei Teilen aus dem Jahr 1873, Von der Erde zum Mond und Reise um den Mond, gelten als die bekanntesten Fantasien über die Raumfahrt aus der Literatur des 19. Jahrhunderts, ja, wohl als die bekanntesten zeitgenössischen Bücher über die Mondfahrt überhaupt. Was sie bis heute beachtenswert macht: In den Fiktionen steckt eine beachtliche Portion »Science«, Wissenschaft pur. Jules Verne mag sich »nur« als Schriftsteller begriffen haben, doch seine Wirkung in die Wissenschaft hinein war frappant. Er war es, der durch seine fantastischen Erzählungen die erste Generation der modernen Raumfahrtwissenschaftler fesselte.

Die heutige Fachwelt zollt Verne denn auch großen Respekt, weil er über weite Strecken die Bedingungen für eine Reise in diese damals doch so unbekannten Sphären zutreffend voraussah – nicht nur technisch, auch gesellschaftlich. Welch eine Weitsicht von Verne, die Basis seiner Mondfahrt in die USA zu verlegen, in die Nähe Washingtons; in ein Land, das erst wenige Jahre zuvor begann, in den ...

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