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Weihnachten mit Bibi

Danksagung

 

Es gibt so viele Menschen, denen ich danken möchte.

Diese einzeln aufzuführen, würde ein eigenes Buch füllen können, von daher sage ich schlicht und einfach:

 

Danke!

 

Und wer sich jetzt angesprochen fühlt, der ist auch gemeint.

 

Mein besonderer Dank gilt Wiebke Worm, die mir die Ehre gibt, ihre ersten zeichnerischen Werke in meinem Buch veröffentlichen zu dürfen.

 

Deine Bibi Rend

Plötzlich und unerwartet

Andrea und Peter sitzen gemeinsam auf der kleinen Couch in ihrem Wohnzimmer, im Kamin lodert ein wärmespendendes Feuer und vor ihnen steht eine Kanne mit heißem Tee auf dem Stövchen.

»Hast du mal auf den Kalender gesehen?« Andrea kuschelt sich enger an ihren Mann.

»Hm, Vater hat morgen Geburtstag.« Peters Gedanken schweifen ab, er muss an seine Kindheit denken. Plötzlich springt er auf, Andrea fällt seitlich auf die Sitzfläche.

»Hey, was hat dich denn gebissen?«

»Andrea, wir müssen unbedingt in die Stadt und einkaufen. Wenn Vater morgen Geburtstag hat, dann ist in drei Tagen Weihnachten.« Er beginnt hektisch im Zimmer umherzugehen.

Andrea setzt sich bei seinen Worten ruckartig auf. »Ach du Schreck. Das habe ich ja total vergessen. Weihnachten! Hol mal was zum Schreiben, wir müssen eine Liste für die Geschenke machen.«

Peter nickt ihr zu und geht an den Schreibtisch, um einen Schreibblock und einen Stift zu holen. »Warum muss das immer so schwer sein, für jeden das passende Geschenk zu finden? Reicht es nicht, wenn wir jedem einen Zwanzig-Euro-Schein in eine Karte stecken?«

Sie schüttelt den Kopf und stöhnt leise. »Das habe ich als Kind immer gehasst. Man freut sich auf die Bescherung und steht dann vor einem Berg Weihnachtskarten, in denen sich immer wieder ein unpersönliches Geschenk befindet – Geld! Nein, wir werden für jeden etwas ganz Persönliches aussuchen!«

Ihr Mann holt hörbar Luft und seufzt laut auf. »Für jeden? Du weißt schon, dass wir für neunzehn Personen etwas auf die Schnelle finden müssen? Das artet ja in Arbeit aus – und dazu hab ich jetzt keine Lust, meine entzückende Gemahlin.« Mit einem frechen Grinsen hält er ihr den Schreibblock hin.

»Mein einfallsloser Gemahl, es gibt jetzt wichtigeres als ihre Lust.« Mit ernstem Blick starrt sie auf das leere Blatt.

Damit überhaupt etwas darauf steht, schreibt sie alle Namen untereinander auf. »Die Namen habe ich jetzt, wollen wir bei den Kindern anfangen?«

Sie unterteilt die einzelnen Familien mit Querstrichen zwischen den Namen.

Helmut – Svenja

Max – Leonie

Dirk – Gesa – Korinna – Vera – Lars

Marko – Sylvia – Daniela – Marvin – Anna – Florian – Lena

Eike – Astrid – Chantal

Peter sieht kopfschüttelnd auf die Liste. »Eines muss man deinem Bruder Marko lassen, er scheint ein fruchtbares Früchtchen zu sein. Vergiss nicht sein Ungeborenes. Wenn das genauso schnell auf die Welt kommen möchte wie die anderen Zwerge, dann brauchen wir am Heiligen Abend wieder eine Hebamme.«

Sie lacht fröhlich auf. »Könnte passieren, aber wir Frauen haben ja schon Übung damit, dass Sylvia ihre Kinder immer in den unmöglichsten Situationen bekommt. Kannst du dich noch an die Geburt von Florian erinnern?«

Er lässt sich theatralisch stöhnend auf den Sessel fallen. »Das werde ich nie vergessen können, das kannst du mir glauben. Mir bricht jetzt noch der Schweiß aus.«

Mit einem besinnlichen Leuchten auf dem Gesicht denken die beiden an die Geburt des kleinen Florians.

Das Baby sollte laut Frauenarzt im Februar geboren werden, hatte sich aber bereits Mitte Dezember bei dem gemeinsamen Familienurlaub entschlossen, alles auf den Kopf zu stellen.

 

~oO…Oo~

 

Es war der letzte gemeinsame Urlaub mit der gesamten Familie in den Bergen:

Skiurlaub nannten sie es, aber es wurde die reinste Katastrophe mit einem feuchtfröhlichen Ausgang.

Am dritten Advent sind sie morgens früh mit einem Reisebus in die Alpen gefahren, einige wollten Skifahren und die anderen einfach nur die Wintersonne genießen. Es schneite in einer Tour, immer wieder verdunkelte sich der Himmel und dicker Hagel prasselte herunter, um direkt danach wieder in Schnee überzugehen. Nur die Sonne kam nicht durch.

Kaum an ihrem Ziel angekommen, hagelte es wieder verstärkt und wollte einfach nicht aufhören. Nach vierzehn Stunden Fahrt, nicht das, was die Familie erhofft hatte. Statt sich die Beine vertreten zu können, flüchteten sie in das Hotel.

Über Nacht fielen dann achtzig Zentimeter Neuschnee. Achtzig und es schneite immer noch! Für die aus Norddeutschland stammende Großfamilie unvorstellbar. Drei Tage saßen sie in ihren Hotelzimmern, weil die Schneefräsen gegen die Schneemassen nicht ankamen.

Endlich am vierten Tag, dem Donnerstag, konnten sie hinausgehen und die frische, klare Bergluft genießen. Die Frauen wollten in dem Ort einen Einkaufsbummel machen und die Männer endlich auf dem Idiotenhügel ihre Künste erproben, während die Kinder in der hoteleigenen Kita blieben.

Voller Unternehmungslust und guter Laune schwärmte die Familie aus. Am späten Nachmittag kehrten die Frauen belustigt, aber erschöpft von ihrem Bummel zurück und wurden bereits in der Hotelhalle vom Familienoberhaupt Helmut mit einer neuen Hiobsbotschaft empfangen: Dirk und Marko hatten sich zu viel zugemutet und waren mit ihren laienhaften Skikünsten den Abhang zu schnell heruntergebraust.

Marko hatte sich den linken Unterarm angebrochen und Dirk den rechten Unterschenkel. Die nächsten Tage wurden eine Tortur für die beiden Ehefrauen. Die hochschwangere Sylvia hatte am meisten zu leiden, weil ihr Mann Marko ein echter norddeutscher Jammerlappen war.

Am vierten Adventsabend bekamen die Kinder hohes Fieber. Der Dorfarzt musste spät abends noch alle untersuchen, stellte aber nur eine heftige Erkältung fest. Mit Medikamenten versorgt, schliefen die Kinder ruhig durch. Alle waren froh und konnten übermüdet in ihre Betten gehen.

Montagmorgen herrschte emsiger Trubel in den Gemeinschaftsräumen des Hotels. Die schon weihnachtlich geschmückten Räume wurden noch mehr herausgeputzt, die Weihnachtsdekoration vervierfachte sich. Die Familie aus Norddeutschland bestaunte die vielen kleinen, bunten Lichter, beleuchteten Sternchen und himmlischen hellblauen Wattewölkchen.

Die Kinder blickten mit großen Augen und geöffnetem Mund zu der mit dunkelblauem Samt bezogenen Zimmerdecke hinauf, in der kleine Lichter blinkten.

Die Inhaberin des Hotels trat an die Familie heran. »Kinder sind immer wieder von unserer Dekoration fasziniert. Morgen Abend nach der Kirche werden Sie kaum noch einen Platz bekommen können. Aus allen Himmelsrichtungen kommen die Einheimischen hier her und feiern mit uns die Geburt Jesu. Es wird auch ein kleines Schauspiel geben. Die Dorfkinder führen jedes Jahr die Weihnachtsgeschichte auf. Ich habe Ihnen den großen Tisch reserviert für die Feier. Sie kommen doch?«

Alle Erwachsenen freuten sich über das Angebot und stimmten freudig zu. »Für die Kinder wird es eine ganz neue Erfahrung sein, die wir ihnen nicht nehmen wollen. Wir kommen sehr gerne zu der Aufführung und freuen uns, dass wir ihrem Fest beiwohnen dürfen.«

Die Inhaberin freute sich und ging mit einem wissenden Blick zur Rezeption. »Madeline, lade bitte Schwester Ursula ein. Ich glaube, wir können ihre Dienste am Heiligen Abend brauchen.«

Die Frau, die das Hotel von ihren Eltern geerbt hatte, lebte schon ihr Leben lang in dem Dorf. Viele schwangere, junge Frauen wurden von ihr betreut und mit Hilfe der Dorfschwester hatte sie schon vielen Babys auf die Welt geholfen. Ihr Gefühl sagte ihr, dass es in den nächsten Tagen bei Sylvia soweit sein würde.

Ein Aufruf des Busfahrers erinnerte die Großfamilie an ihr Vorhaben. Die Kinder wurden wieder in die Kita gebracht. Mit lautem Getöse bekundeten die Zwerge ihre Freude. In der Kita durften sie Kind sein, was ihnen im Alltag zu Hause oftmals nicht möglich war. Die zweijährige Anna freute sich besonders. Sie liebte es, bei den Hunden zu sein und mit ihnen zu schmusen. Angrenzend an die Räumlichkeiten der Kita befand sich ein großer Raum, in dem sich die Haustiere aufhalten konnten, und da alle Tiere an Kinder gewöhnt waren, genossen auch sie die vielen Streicheleinheiten.

Die Erwachsenen wollten an diesem Tag mit der Seilbahn auf den Gipfel, um sich dort zu erholen. Der Bus fuhr sie direkt an die Seilbahnstation und die Männer halfen ihren verletzten Verwandten in die Gondel.

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