Logo weiterlesen.de
Was Kinder brauchen

Erziehung streut keine Samen

in die Kinder hinein,

sondern lässt den Samen aufgehen,

der in ihnen liegt.

(Khalil Gibran)

Vorwort

Dieses Buch soll Eltern helfen sich zu erinnern. Was bedeutet es ein Kind zu sein? Was braucht mein Kind?

Was habe ich mir in meiner eigenen Kindheit am tiefsten gewünscht?

Diese Fragen geraten im Alltagsstress oft in Vergessenheit. Man ist so beschäftigt mit den Aufgaben des Tages, dass man manchmal den Blick für das wirklich Wichtige verliert.

Als wir Eltern wurden, wollten wir es gut machen. Und trotzdem verhalten wir uns oft so unseren Kindern gegenüber, wie wir es gar nicht wollen. Vor allem, wenn wir uns überfordert fühlen, reagieren wir nach Handlungsmustern, die wir in der eigenen Kindheit erfahren haben, die aber wenig geeignet sind.

In solchen Situationen kann es helfen, sich bewusst in die Lage des Kindes zu versetzen. Viele unserer Reaktionen können wir dann leichter als unangemessen und falsch erkennen.

Deshalb sind die meisten der folgenden Texte aus der Sicht des Kindes verfasst. Natürlich spiegeln sie nicht die Einsichten eines Kindes, wohl aber versuchen sie seine wahren Bedürfnisse zu beschreiben.

Geholfen hat mir dabei, mich an meine Kindheit zu erinnern, vor allem aber das Nachdenken über mein eigenes Verhalten als Vater und Lehrer.

Wann entstehen Nähe und Verständnis zwischen Eltern und Kindern? Unter welchen Bedingungen wird gemeinsames Wachstum möglich? Was muss ich tun, wie muss ich mich verhalten, damit mein Kind in seinem Forscherdrang, in seiner Lernmotivation nicht behindert oder blockiert wird?

Ich habe die Form von Gedichten gewählt, weil sie eine besonders knappe und einprägsame Form der Darstellung ermöglichen. Wie oft wir unsere Vorsätze in die Tat umsetzen können, hängt auch davon ab, wie leicht und schnell wir uns an sie erinnern.

Deshalb behandeln die Gedichte Kernfragen im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern.

Hilfreich könnte es sein, wenn Sie sich Schwerpunkte setzen und sich die Zeit nehmen, über das, was Ihnen besonders wichtig erscheint, nachzudenken, bevor Sie es schrittweise in die Tat umsetzen.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und gemeinsame Freude.

Roland Greis

1

Am Tag Deiner Erschaffung

haben sich tausend Willen verbündet,

das Wissen des Universums,

um ein Wesen entstehen zu lassen,

das alle Möglichkeiten der Welt

in sich trägt.

Ein Geschöpf,

begabt mit dem Wunsch und der Kraft

sich selbst zu erschaffen.

Jetzt, wo Du geboren bist,

ist alles, was getan werden kann,

Dir den Raum zu geben,

den Deine Entfaltung erfordert,

dabei zu sein

und Dich zu begleiten,

mit Liebe,

Verständnis

und Achtsamkeit.

2

Weil Du einzigartig bist,

kann ich über Dich

in Büchern wenig erfahren.

Weil Du Du bist,

Weiß ich so gut wie nichts

über Dich.

Aber wenn ich Dir nahe sein will,

kann ich von Dir

jeden Tag lernen.

3

Bevor Du zur Welt kamst,

dachte ich

über Kinder etwas zu wissen.

Jetzt, wo ich Dich

Eine Zeit lang begleitet habe,

weiß ich,

dass ich nicht einmal über mich

das Wichtigste wusste.

4

Du hast mich gelehrt

die Bäume wieder zu sehen,

das Gras

und das Blühen der Blumen.

Mit Deinen Ohren

habe ich dem Atem des Windes gelauscht,

dem Zirpen der Grillen

und dem Rauschen des Baches.

Mit Deinen Händen

habe ich die Welt neu entdeckt

und gefunden,

was mir so lange verloren war.

5

Wenn ich Deine Forderung

nach Aufmerksamkeit

als Belastung sehe,

werden wir uns beide

bald

eine Last sein.

Wenn ich mich von Dir

herausfordern lasse,

das Gefängnis meiner Bedürfnisse

zu verlassen,

um Dir zu begegnen,

können wir beide lernen,

wie schön es ist

über sich selbst

hinauszuwachsen.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Was Kinder brauchen" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen