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Warum nicht mal anders?

Inhalt

Teil 1

Mein Weg hinaus

Vorwort

Essstörung

Migräne

The Work®

Abgrenzung

Ängste

Was hat Stress mit mir zu tun?

Dankbarkeit

Migräne IST heilbar!

(Selbst) -Therapie

Das Unmögliche wollen

Was sind Glaubenssätze und Hinderungsprogramme?

Das Gesetz der Anziehung

Die Sedona-Methode®

Was bedeutet Loslassen?

Wunschliste

Zulassen

Essen was ich will und trotzdem schlank! Es funktioniert!

Fragen und Antworten

Gleichgültigkeit

Partnerschaften und Beziehungen

Meine Erfolgsgeschichte

Teil 2

Workshop

Vorwort

Teil 1 – Problemanalyse

Teil 2 – Zielformulierung

Teil 3 – Ressourcen und Techniken

Gefühlsbarometer

Teil 3

Glaubenssätze

Vorwort

Loslassen Grundlagen

Loslassen der tieferen Wünsche

Loslassen von Glaubenssätzen beim Thema Figur und Abnehmen

Loslassen von Glaubenssätzen beim Thema Partnerschaft und Beziehungen

Loslassen von Glaubenssätzen beim Thema Geld, Erfolg und Beruf

Zulassen

Nachwort

Buchempfehlungen

Über die Autorin

Blick in den Spiegel

In Liebe für Mutti

Teil 1
Mein Weg hinaus

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“

(Mahatma Gandhi)

Vorwort

Es gibt Momente in unserem Leben, die zwingen uns in die Knie. Wir sind erschöpft und möchten am liebsten aufgeben. Einfach liegenbleiben und nie wieder aufstehen. Es ist von außen meist nicht sichtbar, weil alles still ertragen wird. Wir fühlen uns wie ein Hamster im Laufrad und das Leben ist trist und öde geworden. Wir sind im Zwiespalt und fühlen uns hin- und hergerissen zwischen Kindern, Partnerschaft, Beruf und Haushalt. Wir haben uns oft übersehen, unsere Wünsche und Talente unterdrückt. Wir wollen in allen Bereichen perfekt sein und vergessen uns dabei selbst. Wir leben nicht, sondern werden gelebt. Wir werden krank und leiden, sind deprimiert und überfordert. Wir suchen die Schuld bei den anderen, werden unausstehlich und tun uns selber leid. Die Folgen sind körperliche Schäden, die in Krankheiten ausufern und meistens erkennen wir auch dann nicht, dass unsere Seele schreit.

Wir können uns aus diesem Dilemma selbst befreien, wir haben uns ja auch hinein gebracht. Wenn wir das Leben der anderen führen und die anderen führen ihr eigenes Leben: Wer lebt dann unseres? Genau das gilt es herauszufinden. Wir können alles erreichen was wir wollen! Das Problem bei vielen von uns ist, dass wir nicht wissen was wir wollen. Wir wissen nur, was wir nicht wollen! Ich gebe Ihnen Anregungen zum Umdenken. Eine geänderte Sichtweise auf die Dinge des Lebens kann viele neue Erkenntnisse hervorbringen. Ich lege Ihnen die nötigen Instrumente in die Hand, so dass auch Sie sich Ihr Leben zum Besseren gestalten können. Alles was Sie möchten existiert bereits! Sie müssen nur genau hinschauen!! Das, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit richten, wird sich vermehren!

Ich möchte Sie nicht belehren, sondern einfach über meinen Weg erzählen, wie ich es in ein glückliches, schmerzfreies und erfülltes Leben geschafft habe. Ich spare mir absichtlich meine Vergangenheitsgeschichte. Es ist völlig egal, was wir erlebt haben und erleiden mussten. Wichtig ist nur, dass wir den gesamten Müll loslassen. Erst als ich meine Geschichte losgelassen habe, war ich bereit für dieses Buch. Es erzählt über meine innere Heilung ohne Schuldzuweisungen und mit viel Vergebung in meinem Herzen. Mein Wunsch ist es, Ihnen Mut zu machen, nach vorne zu blicken und immer wieder aufzustehen.

Vor neun Jahren war ich an einem absoluten Tiefpunkt angekommen. Ich war voller Trauer, Verzweiflung und Wut. Ich war zwar mit meinen zweiunddreißig Jahren eine selbständige Frau, die mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in einem schönen Haus wohnte und einen gut bezahlten Teilzeitjob hatte. Ich konnte mich jedoch weder emotional abgrenzen noch meine Bedürfnisse benennen. Ja, ich wusste gar nicht, welche diese waren. Ich wollte das Beste für meine Kinder und für meinen Mann. Ich fragte mich: „Was möchte ich für mich allein?“ Keine Ahnung! Ich wusste es nicht! Abgesehen von einem gestörten Essverhalten hatte ich ständig starke Migräne, Rückenschmerzen und Anginen mit Stimmverlusten. Danach wurde ich abhängig von Schmerzmitteln, hatte depressive Phasen und war wütend auf alle. Niemand wusste davon, lediglich die Kopfschmerzen waren manchmal nicht zu übersehen. Die Menschen und alle Umstände sollten sich meiner Meinung nach so ändern, wie ich es wollte und dann würde ich glücklicher sein. Das trat jedoch nicht ein. Also hatte ich unter ständigen Schmerzen stehend und wütend auf alle eine Wahl: Entweder ich suhle mich weiter in meinem gemütlichen Elend oder ich tue etwas. Ich habe mich für letzteres entschieden und bin mir so dankbar…

Essstörung

Das beste Geschenk wurde mir im Sommer 2007 gemacht, als ich, nach Hilfe suchend, auf der Homepage von „Frau TV“ gelandet bin. Die hatten Sommerpause und verwiesen unter anderem auf die Seite „lebenshungrig.de“. Neugierig las ich Zeile für Zeile und es traf mich wie ein Blitz: Ich hatte eine Essstörung! Ich sog die Seiten auf wie ein Schwamm.

Wir kennen den Begriff Essstörung, oder? Nein! Wir glauben nur, darüber Bescheid zu wissen! Der Allgemeinheit zu Folge sind nur Magersucht, Bulimie und Adipositas Essstörungen. Na Gott sei Dank betrifft uns das nicht!! Was viele nicht wissen: es gibt eine weitere Form, nämlich Binge Eating, was bedeutet: sich mit Essen „besaufen“. Wie ein Alkoholiker mit Alkohol. Es ist die häufigste Form eines gestörten Essverhaltens. Aber Fressanfälle kennt doch jede von uns, oder? Ist doch normal. Genau wie Diäten. Was soll’s. All meine weiblichen Verwandten, Freundinnen, Kolleginnen und Bekannten machten doch auch Diäten und kämpfen gegen die Pfunde. Sie sind sicherlich nicht betroffen, aber vielleicht kennen sie eine gute Freundin oder eine Kollegin, der es auch so geht . Was gab es also zu jammern? Ich wusste es nicht. Ich wusste nur, dass ich nichts dafür konnte. „Es“ hatte einen Namen: Binge Eating. Ich weinte bei dieser Erkenntnis so sehr und war trotzdem so erleichtert. Andere sahen mir diese Probleme nicht an, bis auf den Jo-Jo-Effekt, manchmal mehr, manchmal weniger. In schlanken Zeiten wurde mir erzählt, dass ich doch mal wieder was essen soll, dass es nicht schön aussieht und krank. Wenn ich wieder zugenommen hatte, waren alle zufrieden, weil ich mir endlich mal wieder etwas gönnte, es mir eben gut gehen ließ. Doch dann musste ich wieder abnehmen, denn der Sommer nahte. Das bedeutete Disziplin und Mangel. Wer schön sein will muss eben leiden. Ich fragte mich, warum ich nach einem Fressanfall nicht wenigstens brechen konnte. Aber das wäre ja dann nicht mehr normal, oder? Ein weiterer Trugschluss ist, dass Bulimie und Magersucht automatisch zusammengehören. Denn viele Bulimie-Betroffenen sind normaloder sogar übergewichtig.

Für mich fängt ein gestörtes Essverhalten bereits in dem Moment an, in dem wir anfangen, Diät zu halten. Ausnahme ist eine Diätkost aufgrund einer Krankheit. Wir haben dieses Verhalten übernommen. Von unseren Müttern, der Gesellschaft, den Medien wurde uns immer wieder gesagt, dass es falsches Essen gibt, dass uns Essen dick macht, nur schlank schön ist und nur Diäten und Sport zur Abnahme führen. Da wir unsere Aufmerksamkeit genau auf das richteten, wurde es für uns wahr. Ist es aber eine Tatsache? Nein. Da wir bei den unzähligen Diäten (Ernährungsumstellung oder Punktezählerei gehören ebenfalls dazu), die wir in unserem Leben schon gemacht haben, ja eigentlich nie hungern mussten, stellt sich doch die Frage, warum wir danach nicht ohne Probleme unser neues Gewicht gehalten haben? Warum haben wir dann Essgelüste und werden „schwach“? Weil es von innen kommt! Wir geben uns nicht das, was wir wollen und brauchen, sondern versuchen über den Verstand zu handeln. Das funktioniert aber nie auf Dauer!

Ich bin überzeugt davon, dass alle Betroffenen hundert Bücher über gesundes Essverhalten schreiben könnten. Es geht nicht darum, dass sie es nicht wissen, sondern um die falsche Umsetzung. Sie benötigen nicht die tausendste Ernährungsberatung, sondern endlich ein Werkzeug, mit dem sie sich von innen heraus reparieren können. Meiner Meinung nach sind all diejenigen nicht psychisch krank, sondern psychisch gesund mit einem Ess-Problem.

Es gibt Menschen, die alles essen was sie wollen und schlank sind. Es gibt Menschen, die haben in ihrem Leben noch keinen Sport gemacht und sind dünn. Was haben die nur? Einen guten Stoffwechsel oder gute Gene? Oder lügen die uns an? Nein, die haben nur das Richtige gelernt. Sie müssen Gefühle nicht mit Essen betäuben und können sich einfach um ihr Leben kümmern, das Essen genießen und auf ihr Sättigungsgefühl hören.

Als ich zur Welt kam, war ich ein kleines zierliches Wesen. Leider war das nicht erwünscht und ich wurde „aufgepäppelt“. Es spielte keine Rolle, ob ich Hunger meldete oder nicht. Die Nahrung wurde reingeschoben. Der natürliche Instinkt von Hunger und Satt wurde erfolgreich unterdrückt. Selbstverständlich geschah das nicht böswillig, davon bin ich überzeugt. Das war halt die Angst davor, dass ich verhungern könnte. Diese Angst wurde ja nur aus der Vergangenheit mitgebracht. Bald schon kam, was kommen musste. Seit dem Kindergartenalter mochte ich mich selbst nicht mehr und hatte Übergewicht. Es gab sicher schlimmere „Fälle“, ich fühlte mich aber sehr unwohl. Ich fand Trost im Essen, so hatte ich es schließlich gelernt. Irgendwie war ich in der Zwickmühle. Dünn war ich nicht richtig, aber dick auch nicht. Immer wieder wiesen mich die Leute darauf hin, dass ich zu dick bin, meist in Kombination mit einer kleinen Leckerei. Ich zog nach einer Weile wieder die „Notbremse“ und machte irgendwann die hundertste Diät, so wie alle Frauen, die ich kannte. „Was esse ich wann und wieviel?“, „Was wiege ich heute?“ usw., ich versuchte vergeblich mein Essverhalten zu kontrollieren. Ist ja normal, das ist eben so als Frau. Ich habe mir Appetitzügler, Abführmittel und diverse Pulver zu Gemüte geführt. So nahm ich ab und wieder zu und wieder ab und wieder zu. Ich bin auch schönen Dingen des Lebens nachgegangen, hatte Spaß und war glücklich. Aber eben immer mit meinen treuen Gefährten „Ess- und Gewichtsproblem“. Da ich sehr willensstark bin, habe ich mich ab einem bestimmten (Gewichts-) punkt immer wieder „gesund ernährt“, „drauf geachtet“, akribisch Kalorien oder Punkte gezählt, gehungert, übertrieben Sport gemacht und es somit in den Normalbereich der Gewichtstabellen geschafft. Darauf war ich stolz. Leider ist es mir bis dahin noch nie gelungen, mein Gewicht dauerhaft zu halten. Es bewegte sich immer in einem Zehneroder Zwanzigerbereich auf und ab. Denn solange ich meine selbst auferlegten Regeln befolgte, war alles in Ordnung. Aber sowie es auch nur eine kleine Abweichung vom Plan gab, sagte ich mir: “Heute ist sowieso alles egal!“ und so konnte ich in kürzester Zeit Unmengen in mich hineinstopfen. Aber danach erbrach ich mich nicht. Das hatte ich damals einmal mit meiner Freundin zusammen getan. Auf keinen Fall wollte ich da hineinrutschen. Trotzdem hatte ich Versagensgefühle und ärgerte mich sehr über meine Schwäche. Ich lebte mit Tunnelblick, von Mahlzeit zu Mahlzeit und nahm kaum wahr, dass mein Leben ja dazwischen stattfand.

Was tat ich also auf „lebenshungrig.de“? In dem Forum las ich zuerst nur. Bald schrieb ich meine eigenen Zeilen. Dabei liefen mir die Tränen unkontrolliert über mein Gesicht. Ich fing an, Tagebuch zu schreiben. Ich schrieb einfach drauf los. Was mich alles stört, wer mich ärgert und mich wütend macht. Anfangs schämte ich mich für einige Zeilen, das wurde aber immer besser. Niemand außer mir hat dieses Tagebuch je zu Gesicht bekommen. Es konnte auch gar nichts falsch daran sein. Es waren ja meine Gedanken.

Migräne

Ein Problem kommt selten allein, nicht wahr? So war es auch bei mir. Seit Jahren litt ich fast täglich unter starker Migräne und überstand den Tag nur mit Schmerzmitteln. Schließlich musste ich ja funktionieren. Mein Körper gewöhnte sich daran und ich musste immer häufiger immer stärkere Mittel einnehmen. Die weitverbreitete Meinung teilte auch ich: Migräne ist nicht heilbar. Des Weiteren plagten mich häufig Rückenschmerzen und vereiterte Anginen, meistens mit Stimmverlust. Eines Tages machte ich automatisch und ohne es zu wissen den ersten Schritt zur Genesung. Aus Angst, einen Hirntumor zu haben, vereinbarte ich einen Termin beim Neurologen. Durch Beziehungen war dies sehr kurzfristig möglich. Ich war fest davon überzeugt, dass dieser Arzt mir helfen wird. Und genau das tat er. Nur nicht so, wie ich dachte. Ich wollte sofort einen Termin zur Computertomographie (CT). Er sagte zu mir, dass es wahrscheinlich nach einer Depression aussieht und dass ich von den Tabletten los kommen müsste. „Je mehr Schmerzmittel Sie nehmen, umso mehr Schmerzen werden Sie haben.“ Wenn der Migräneanfall kommt, sollte ich schlafen. Ich könnte einen stationären Entzug machen. Na toll. Genau das wollte ich nicht! Ich wollte und konnte meine Kinder nicht verlassen, selbst wenn irgendwer sich hätte um sie kümmern können. Der Arzt gab mir ein Schmerzbuch mit. Dort sollte ich sorgfältig eintragen, wann ich welche Schmerzen hatte. Bei Bedarf dürfte ich noch einmal wieder kommen. Dann könne immer noch ein CT-Termin gemacht werden. Er glaubte nicht, dass ich einen Tumor hatte. Ich konnte das jedoch nicht positiv sehen. Meiner Meinung nach nahm er mich eindeutig nicht für voll! Was ist der doch inkompetent! Was mache ich denn nur? Ich muss doch funktionieren!!! Ich war so wütend, weil er mir nicht half. Wo blieb der CT-Termin? ‘Was ist, wenn ich doch einen Hirntumor habe und es in einem halben Jahr zu spät ist?‘, dachte ich. Das war’s! Keiner wollte mir helfen! Er und seine tollen Tipps. Wann sollte ich bitteschön zwischendurch die Migräneanfälle wegschlafen? Ist ja zum Totlachen (wenn es nicht so traurig wäre)!

Ich sehe es noch genau vor mir: ich saß in meinem Auto vor dieser Arztpraxis und weinte. Mir dröhnte der Schädel und ich griff zur Handtasche, um eine Tablette zu nehmen. Plötzlich lief das Leben meiner Mutter in Zeitlupe vor meinen Augen ab: Schmerzen, Tabletten, Depression, Übergewicht, stärkere Schmerzen, tiefere Depression, mit vierzig Diabetes, Bluthochdruck, Rente, Mitte fünfzig Nierenversagen, Spaziergänge selten und nur noch mit Rollator, Badewanne mit Lift, offene Füße durch Polyneuropathie und letztendlich Tod nach Herzinfarkt mit neunundfünfzig. Ich stand an der Kreuzung. Will ich den Weg meiner Mutter gehen? Möchte ich mich über Krankheit und Schmerzen definieren? Will ich immer jammern? Möchte ich, dass sich meine Kinder für mich verantwortlich fühlen? Möchte ich, dass sie sich nicht trauen, ihren eigenen Weg zu gehen? NEIN!!!!! Ich liebte meine Mutter so sehr! Aber NEIN! Sie traf keine Schuld. Mich ebenso wenig. Es wäre auch bei mir eine Kette ohne Ende gewesen. Immer mehr Medikamente würden zu mehr Schmerzen führen, mein Magen würde bald nicht mehr mitmachen und ich bekäme Magenmedikamente, bald darauf hätte ich Bluthochdruck, durch die Essstörung Diabetes und alle Folgeerkrankungen. Jeder Arzt wäre für „sein“ Organ zuständig und alles würde sich am Ende wieder aufheben. Ich fasste einen Entschluss: Ich mache einen Entzug und werde gesund! Ich gehe meinen Weg, auch wenn er unbekannt und beängstigend ist. Ohne die Tablette zu nehmen, machte ich meine Handtasche zu. Wir haben immer die Wahl!

Es folgten die drei schlimmsten Wochen meines Lebens. Abgesehen von heftigsten Schmerzen hatte ich extreme Entzugserscheinungen. Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen, Ohrensausen, kalter Schweiß, starkes nächtliches Schwitzen incl. Bettbeziehen, Halluzinationen, Angstzustände, innere Leere, Trostlosigkeit, Lähmungen, völlige Erschöpfung. Natürlich ließ ich mich nicht stationär behandeln, sondern machte das allein, nebenbei. Niemand hatte eine Ahnung! Ich ging selbstverständlich zur Arbeit, kümmerte mich um meine Kinder, meinen Vater, Haushalt, Hund, Garten und mein Mann war (wie immer) nicht da. Er wusste von alledem nichts. Ich erzählte ihm erst viel später, was ich jahrelang durchgemacht hatte. Aber in dem Moment? Was hätte es genützt? Gar nichts. Ich bin kein Freund des Jammerns. Helfen hätte er mir sowieso nicht können. Irgendeine innere Kraft trieb mich wieder mal zu Höchstleistungen an und ich schaffte es da durch. Dann kam der Freitag vor unserem Urlaub. Ich hatte noch zwischendurch die Reise gebucht und die Koffer gepackt. Mir ging es hundeelend. Zwischen Arbeit und Kinderabholen wollte ich mich nur noch eine halbe Stunde hinlegen. Dann wäre alles wie gewohnt gelaufen und ich hätte es geschafft. Aber dieses Mal wusste ich, dass mein Mann von Montage zurück und in seiner Firma erreichbar war. Ich robbte mit letzter Kraft auf dem Fußboden vom Schlafzimmerbett zum Telefon im Flur, nahm den Hörer ab, rief ihn an und bat ihn, zu kommen. Im Krankenhaus ersparte ich mir die Details, bekam eine Infusion und war nach fünfzehn Minuten wie ein neuer Mensch. Es wurde die Computertomographie von meinem Kopf gemacht sowie Blut entnommen. Die Befunde waren alle ok. Ich hatte also keinen Tumor. Es war organisch alles in Ordnung. Schön, ich war so erleichtert. Im darauf folgenden Urlaub trank ich literweise Wasser, sobald ich Kopfschmerzen spürte. Das tat ich zu Hause weiterhin und somit wurden es immer weniger Schmerzen. Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt bereits an mir und wurde kontinuierlich stabiler.

The Work®

Was bedeutete Arbeit an mir? Ich wurde zufällig auf eine Selbstbefragungstechnik aufmerksam: „The Work®“. Entwickelt wurde sie von Byron Kathi. Ansatzpunkt ist die Erkenntnis, dass wir immer dann leiden, wenn wir Widerstand gegen die Realität leisten. Die Realität ist das, was gerade ist. Es regnet oder es regnet nicht. Wir Menschen bewerten dies aber mit unserem Verstand, der auf „Autopilot“ läuft. Deshalb ist Regen für den einen wunderschön und für den anderen nervig. Er ist entweder eine Wohltat bei glühender Hitze oder ein Fluch bei einer Gartenparty. Sachlich betrachtet ist und bleibt es Regen. Wir geben die Bedeutung hinzu. Wenn wir etwas oder jemanden kritisieren, dann benutzen wir häufig die Wörter „immer“ oder „nie“ „Mein Mann ist nie da.“, „Mein Chef schreit mich immer an.“ Machen wir uns mal die Mühe und beleuchten das näher. Ist das wirklich wahr? Wie oft passiert das tatsächlich? Und wie oft geschieht das nur in meinen Gedanken? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst das schlimmste Ereignis niemals so schlimm ist wie meine Gedanken darüber. Denken Sie an sich. Welches Erlebnis verfolgt Sie? Wie oft ist das in Ihrem Leben wirklich passiert? Einmal? Mehrere Male? Und wieviel Jahre schleppen Sie das schon mit sich herum? Wie oft lagen Sie nachts wach und grübelten? Wie oft haben Sie dieses Erlebnis in Ihren Gedanken wieder und wieder durchlebt? Wer ist grausamer? Die Realität oder wir? Häufig sind es Kindheitserlebnisse, die uns einfach verfolgen und dazu führen, unser gesamtes Leben lang zu leiden. Sechzig, siebzig Jahre lang täglich immer wieder Krieg, Missbrauch und Gewalt! Wie oft ist das passiert? Wie lange hat es tatsächlich gedauert? Einmal? Zehnmal? Drei oder sechs Jahre? Diese Sichtweise ist schon et- was befremdlich, so ging es mir auch. Denn selbstverständlich sind diese Erlebnisse furchtbar gewesen. Doch sie sind vorbei! In Wahrheit fallen keine Bomben mehr, außer in unseren Gedanken! Wir sind keine wehrlosen Kinder mehr, die vergewaltigt werden, außer in unseren Gedanken! Lassen wir los!! Dann ändern wir zwar die Vergangenheit nicht, das ist nicht möglich, aber wir befreien uns von Angst und Schmerz. Ich ging in die Tiefe, nahm alle aufsteigenden Gefühle an, schrieb meine Gedanken auf und ließ sie nach Anleitung der Selbstbefragungstechnik The Work® los. Für mich war es sehr wichtig, dass ich diese Methode jederzeit und überall anwenden konnte. Was nutzten teure Seminare oder Heilpraktikerbesuche ohne die nötigen Werkzeuge zu Hause auch anwenden zu können? Beides unterstützt und hilft. Meinen eigenen Weg musste ich aber allein gehen. Ich musste durch alle Phasen meiner Entwicklung selbst hindurch. Theorie ist gut, doch WIE geht es nun?

Ich nahm also eine Behauptung, z.B.: „Mein Mann ist immer verantwortungslos.“ und fragte mich:

1.

Ist das wahr?

Zuerst antwortete ich mit „Ja“. Sonst hätte ich es nicht aufgeschrieben. Verallgemeinerungen wie „immer/nie“ zeigen uns unser schwarz-weiß-Denken und haben nichts mit der Realität zu tun. Nichts, aber auch gar nichts ist immer oder nie geschehen. Ich suchte also mindestens drei Beispiele dafür, dass mein Mann doch verantwortungsvoll ist. Ich musste überlegen und ich fand diese drei Beispiele. Bei seiner Arbeit musste er Verantwortung übernehmen, für sein eigenes Leben übernahm er Verantwortung und schließlich hat er mindestens einmal Verantwortung für unsere Kinder übernommen. Er mag es auf andere Weise als ich getan haben, aber es waren vorher zwei Kinder und hinterher ebenfalls.

2.

Kann ich absolut sicher wissen, dass die Aussage „Mein Mann ist immer verantwortungslos.“ wahr ist?

Was ist die Realität? Er ist (meiner Meinung nach) wirklich verantwortungslos. Ich hatte sofort viele Beispiele parat. Das ist auch normal, denn unser Verstand möchte immer Recht haben. In Ordnung, wenn meine innere Überzeugung lautet: „Er ist verantwortungslos.“ und in meiner Realität ist er das tatsächlich, dann würde ich in Frieden leben! Dann hätte ich kein Problem! Folglich ist mein hinderlicher Glaubenssatz nicht, das er verantwortungslos ist, sondern das er verantwortungsvoll sein sollte!!! „Sollte/sollte nicht und müsste/müsste nicht“ haben ebenfalls nichts mit dem Hier und Jetzt zu tun. Denn ich befinde mich in dem Moment genau auf der gegenteiligen Seite. Wenn ich mir sage, dass ich Sport machen sollte, heißt das, dass ich genau das eben momentan nicht tue. Und wenn ich mir einrede, dass ich nicht fernsehen sollte, dann heißt das, dass ich das genau jetzt mache. Ich befinde mich also nicht in der Realität!

3.

Wie fühle ich mich/Wer oder was bin ich mit dem Gedanken: „Mein Mann sollte verantwortungsvoll sein.“

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Viel Spaß!



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