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Waltraud

Alfred J. Schindler

 

Waltraud


Mysterythriller


von


Alfred J. Schindler




Vorwort



„Waltraud!“, rufe ich aus dem offenen Schlafzimmerfenster, hinein in die unheimliche Stille. „Waltraud! Warum antwortest du mir nicht?“


Es ist früher Morgen. Die Sonne scheint durch die Vorhänge, die weit geöffnet sind. Ich lausche angestrengt, aber es kommt keine Antwort. Ich höre nur das leise Rascheln der Blätter. Unser großer, bunter Garten ist von vielen Bäumen umgeben. Nichts bewegt sich. Der heutige Tag erscheint mir zu ruhig. Seltsam. Kein Vogel pfeift, keine Grille zirpt. Nicht einmal ein kleiner Hase hoppelt über den Rasen. Schlafen sie noch alle?


Wo kann Waltraud nur sein?

Wie wird es ihr gehen?


Ich gehe zu meinem Bett und lege mich noch einmal aufs Ohr, da ich die letzte Nacht nicht schlafen konnte. Weil ich nicht daran gewöhnt bin, alleine zu schlafen, lag ich hellwach. Ich sah Waltraud vor meinem geistigen Auge, wie sie neben mir lag. Sie war zärtlich – wie immer – und sie schlief in meinen Armen ein. Gleichmäßig war ihr Atem.


Ich schließe die Vorhänge, weil es hier drinnen zu hell ist. Ob ich mich wohl daran gewöhnen muss, alleine zu sein?

 

Ich weiß es nicht.

Mal sehn…


Nein. Das ist kein Zustand. So alleine in einem Schlafzimmer, das eigentlich für zwei Leute gedacht ist. Vielleicht werde ich in Zukunft unten auf der Couch im Wohnzimmer übernachten. Kurzerhand stehe auf und ziehe mich an, nachdem ich geduscht und die Morgentoilette hinter mir habe. Es ist genau 8:00 Uhr. Ich gehe die Treppe hinunter. Vorsichtig, damit ich nicht stürze. Der Teppich ist ziemlich abgenutzt. Ein Sturz würde mir gerade noch fehlen! Vielleicht ein Beinbruch am hellen Morgen!


Das übliche Frühstück, das Waltraud immer zubereitete, fällt wohl aus. Ich habe sowieso keinen rechten Appetit. Nachdem ich im Erdgeschoß eine Zigarette geraucht und einen Schluck kalten Kaffees getrunken habe, schließe ich die Haustüre hinter mir, öffne das Garagentor und steige in meinen Wagen. Der Motor springt sofort an, was mich überrascht. Dieses Auto ist unberechenbar, genau wie ich.


Es passt zu mir!


Mein Weg führt mich direkt zur Polizeistation in die Stadt. Einige Autofahrer blenden mich, aber das bilde ich mir sicherlich nur ein. Wer hat schon tagsüber das Licht am Auto eingeschaltet?


Niemand !


Bin ich etwa überreizt?

Bin ich übernächtigt?

Ja, das frage ich mich ernsthaft.

Oder was ist los mit mir?

Meine Augen brennen.

Ich habe einen fahlen Geschmack im Mund.


Ich parke meinen Wagen direkt vor dem langen Gebäude und knalle mit der Felge an den Randstein. Klirr! Hurtig steige ich aus und begutachte den Reifen. Er dürfte in Ordnung sein. Die Felge ist lädiert. Egal. Was für ein Glück, dass der Reifen nichts abgekriegt hat!


Und ich betrete das Gebäude. Es wirkt bedrohlich auf mich. Alleine die dunkle, schmutzige Farbe des Gebäudes erzeugt bei mir ein mulmiges Gefühl. Eine Schwingtüre öffnet sich nach innen. Ein korpulenter Polizeibeamter sitzt an seinem Schreibtisch und mein Eindruck ist, dass er sich langweilt. Tödlich langweilt. Aber nicht mehr lange, mein Freund! Gleich wirst du etwas von mir hören!


„Was kann ich für Sie tun?“, fragt er mich höflich.

„Darf ich mich setzen?“


Er holt einen Stuhl herbei und stellt ihn vor seinen Schreibtisch. Der Stuhl knarrt bedenklich und ich überlege, ob ich nicht doch besser stehen bleiben soll. Aber dann überwinde ich mich und nehme Platz. Es knirscht, als ich mich setze. Wie unangenehm!


Der Arbeitsplatz des Beamten sieht recht unaufgeräumt aus, was mich sofort stört. Schlamperei mag ich nicht. Es muss alles seine Ordnung haben. Ob ich es ihm sagen soll? Besser nicht. Am Ende hält er mich für einen Pedant!


Sein Gesichtsausdruck ist irgendwie abweisend. Außerdem ist er unrasiert. Kein guter Eindruck für einen angesehenen Polizeibeamten. Ein seltsamer Mann, überlege ich. Schlampig und introvertiert. Ich gebe zu, sein äußerer Eindruck macht mir zu schaffen. Ich blicke mich um, ob nicht irgendwo ein anderer Beamter sitzt, mit dem ich sprechen könnte, aber ich kann leider keinen entdecken.


Nun gut.


„Haben Sie viel zu tun?“, frage ich ihn spöttisch.

„Mehr als genug“, antwortet er.

„Viele Verbrechen?“

„Es geht so…“ Misstrauisch betrachtet er mich. Ich frage mich, wieso.

„Die Welt wird immer krimineller, nicht wahr?“

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