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Wagner E. Steins Erzählungen

Inhalt

Heute mal kein Sex

Schlechte Erotik

Dirty Talk

Das Waldhotel

Du bist schuld

Textsplitter – Nur der Anblick

Saunageschichten: Die Profis

Textsplitter – Auch so eine Nacht

Roboporn

Der Spaziergänger

Textsplitter – Cappuccino vs. Instantkaffee

Sing für mich

Heute mal kein Sex

Ich weiß nicht, ob Sie diese Art Träume kennen, die man kurz vor dem Aufwachen hat und die einem dann so gegenwärtig sind, als wenn es sich dabei um tatsächliche Erlebnisse gehandelt hat. Wenn solche Träume dann noch etwas Sexuelles enthalten, ist man beim Aufwachen hochgradig erregt. Bei mir äußert sich das in einem quälend harten Ständer, Frauen sind dagegen gewiss äußerst feucht bis nass – das nehme ich jedenfalls an.

Der Nachteil an einer solch hartnäckigen Morgenlatte ist, dass sie beinahe schmerzt. So pralle und konzentrierte Lust wagt man kaum zu berühren, man hat Angst, dass irgendetwas platzen könnte, sobald man Hand anlegt. Also, mir geht es jedenfalls so. Ich liege dann lieber mit geschlossenen Augen da, versuche, mich mit einer Atemtechnik aus dem Yoga zu beruhigen und warte ab, bis sich das Blut wieder etwas besser verteilt, bevor ich aufstehe.

So heute Morgen, mal wieder. Ich werde wach, spüre diesen Schmerz, die bis zum Zerreißen gespannte Haut an meinem Penis und balle die Fäuste. Was zum Teufel habe ich da bloß wieder geträumt? Doch schnell schüttele ich den Gedanken ab: Das ist im höchsten Maße kontraproduktiv!

Ich atme langsam ein, schließe die Augen, halte die Luft an, lasse die Luft leise aus meiner Lunge strömen, einmal, zweimal, dreimal, und spüre Wirkung: Es lässt nach, Yoga sei Dank. Vielleicht muss ich auf ein paar Begleitumstände hinweisen: Ich bin seit etwas über einem Jahr ein so genannter Single, nachdem sich sowohl meine langjährige Ehe mit Jenny als auch die Beziehung zu Miriam erledigt haben. Und leider hatte ich in diesem vergangenen Jahr nicht den Erfolg beim weiblichen Geschlecht, den ich mir gewünscht hätte.

Und das liegt an mir. Nein, nicht, dass ich sonderlich unattraktiv bin oder gar abstoßend. Etwas alt möglicherweise, Ende Vierzig. Meine Manieren sind passabel, vielleicht habe ich aber den richtigen Umgang mit alleinstehenden Frauen verlernt. Viel Zeit habe ich leider auch nicht, im Job bin ich zu eingespannt, um mich allzu oft um mein Privatleben kümmern zu können. Beruflich kümmere ich mich nämlich um das Privatleben anderer Leute, ich bin Rechtsanwalt, spezialisiert auf Scheidungen.

Aber selbst das ist nicht der wahre Grund. Wenn ich ehrlich sein soll, dann liegt es daran, dass ich immer noch meine Wunden lecke. Ich bin noch nicht wieder so weit, mich mit Haut und Haaren auf eine mögliche Partnerin einzulassen – und die meisten Frauen spüren das. Somit bleiben mir nur die flüchtigen, kurzen Abenteuer, selten zu finden und nicht wirklich befriedigend.

Vielleicht daher diese häufigen Träume. Da gibt es offenbar Defizite, die mein Körper auf seine Weise verarbeitet. So wie jetzt. Ich wage einen Blick: „Er“ steht zwar noch, aber nicht mehr so stramm und schmerzhaft wie eben. Ich wage es und stehe auf, schleppe mich ins Bad meiner inzwischen vollständig eingerichteten Junggesellenwohnung, nackt, wie ich neuerdings schlafe.

Im Spiegel begrüßt mich das ansatzweise Lachfachten-durchfurchte Gesicht, das ein wenig zerknittert wirkt und von viel zu vielen grauen Haaren bedeckt und umrahmt wird. Rasieren ist angesagt, Friseur wäre ebenfalls mal wieder fällig, allerdings gefällt mir die knapp schulterlange, dichte Mähne, die mal braun war. Ich wende mich zur Seite, mache einen Bizeps und nicke. Sportlich war ich schon immer, hab mich auch während der Ehe nie gehen lassen. Kein Bauch, nicht mal ein Bäuchlein – im Grunde genommen bin ich doch ein halbwegs ansehnlicher Mann.

Ich trete ans Waschbecken und mein Penis, der Lümmel, schiebt sich in voller Größe ins Bild. Ich kann nicht anders als ihn in die Hand zu nehmen, aber ich hüte mich, ihm seinen dringendsten Wunsch zu erfüllen: Ihn so lange zu reiben, bis er spucken muss. Das bringt um diese Tageszeit nichts außer Schweiß, Schmerzen und mühsam herausgepresstes Sperma. Außerdem sieht es affig aus, wie ich zugeben muss: Ein erwachsener Mann, der sich wie ein Teenager einen runterholt. Wenn da nur nicht dieses Rumoren wäre, diese Wellen, die durch die Eichel laufen und so gerne verstärkt werden wollen …

Es klingelt an der Tür. Ein Blick auf die Uhr: Zwanzig nach Acht. Wer wagt es, um diese Zeit zu stören? Wer wagt es überhaupt, mich hier aufzusuchen? Keine meiner Kurzzeit-Eroberungen – oder One-Night-Stands, wie man heute sagt – kennt meinen wahren Namen, geschweige denn meine Adresse. Ich schleiche mich zur Wohnungstür, dort gibt es einen kleinen Monitor, der mir den Hausflur im dritten Stock und den Bereich vor dem Hauseingang zeigt.

Unten ist niemand zu sehen, aber direkt vor meiner Wohnung ist eine derbe, blaue Arbeitshose, festes Schuhwerk und ein großes Paket zu erkennen. Ah, der Postbote oder irgendein Zulieferdienst. Ich überlege kurz: Habe ich was bestellt? Nicht, dass ich wüsste, aber die Neugier siegt: Ich öffne lächelnd die Tür.

Sie ist blond, die Frau von der Post. Blond und schlank, sie lächelt ebenfalls. Sie hat ebenmäßige Zähne, die sind die ganze Zeit zu sehen, weil sie grinst. Sie lässt ihren Blick wohlwollend an mir herabgleiten, hält auf halber Höhe kurz inne, schnalzt fast unhörbar mit der Zunge und sieht mir wieder in die Augen. Kennerblick, geht mir durch den Sinn. Ihre Stimme klingt ein wenig zu rau für ihr helles, fast jugendliches Äußeres.

„Herr Stein? Wagner Stein, ist das richtig?“

Ich schlucke und kriege kein Wort heraus. Ich spüre das Blut, das mir in die Wangen steigt, die ersten Schweißtropfen auf meiner Stirn. Ich nicke. Ich stehe hier splitternackt mit einem Ständer in meiner Wohnungstür und vor mir steht eine einwandfrei aussehende, äußerst junge Postbotin mit schönen Zähnen, die sie momentan mit einer gewissen Gier im Gesicht fletscht.

„Ich komme rein.“

Jetzt klingt sie resolut. Sie drängt mich mit dem Paket zurück in meinen Flur, schlägt die Tür elegant mit einem Hacken zu – darin erkenne ich eine bemerkenswerte Professionalität – setzt das Paket auf dem Boden ab, entledigt sich ihrer Quittungs-Elektronik und der etwas ungünstig geschnittenen Dienstjacke, orientiert sich kurz und fällt dann über mich her, so dass ich in Richtung Wohnzimmer zurückweichen muss.

„Wie alt?“ presse ich heraus, und ihr „Sechsundzwanzigeinhalb!“ bestätigt mich in der Überzeugung, dass ich mich hier der Verführung Minderjähriger schuldig mache. Aber ich habe keine Chance. Schneller, als ich „Bitte gehen sie“ denken kann, ist sie aus den klobigen Schuhen heraus und hat die grobe Cargohose abgestreift. Ihre Haut ist fest und glatt, der Minislip steht ihr wirklich hervorragend, die schlanken, sehnigen Beine müssen die Folge ihres Berufes sein, bei dem sie viel gehen und Treppensteigen muss. Unter dem gelben T-Shirt, das jetzt davonfliegt, ist nur noch sie, kein BH oder sonst ein störendes Utensil. Sie ist zierlich, oben herum, passend zum Rest. Erschreckend jung und zierlich, aber trotzdem zielgerichtet.

Ich stehe überrumpelt in meinem Wohnzimmer und denke über eine angemessene Reaktion nach, als ich schon ihre Lippen und ihre Zunge an meiner inzwischen wieder schmerzhaft prallen Eichel spüre. Begabt ist sie. Flink und begabt. Zu meiner Schande dauert es nicht lang, bis sich mein vorwitziger Lümmel zur Eruption entscheidet, fast meine ich, ihn kichern zu hören. Aber das ist die Postbotin: Offenbar freut sie sich über den schnellen Erfolg ihrer Oralvorstellung.

Sie schluckt, wischt sich kurz über die Lippen und wirft mich rückwärts aufs Sofa. Der Slip fliegt davon, dass sie ihn ausgezogen hat, habe ich gar nicht wahrgenommen. Schon hockt sie auf mir, setzt geschickt und sehr erfahren ihre Finger ein und in wenigen Momenten ist Mr. Little-Wagner wieder auf der Höhe, trotz der kürzlich erfolgten Leerung.

Ihre Augen blitzen, als sie sich mit ihrer Körpermitte über meinen Penis stülpt, mich förmlich einsaugt in ihre kleine, enge, junge und vor allem äußerst gierige Spalte. Oder sagt man Muschi? Vielleicht wäre in diesem Fall sogar „Vötzchen“ am passendsten. Ich muss kurz an Geschichten über das abenteuerliche Leben von Postboten denken und frage mich, ob das hier gelebte Emanzipation ist, als meine Reiterin das Tempo erhöht und ihre Stöße heftiger werden.

Ganz sicher: Die Kleine fickt mich, keinesfalls anders herum. Aber Little Wagner gefällt das Spiel gut genug, um mich aus dem lästigen Gedankenkarussell herauszureißen. Die junge Postbotin krallt sich in meinen Schultern fest und haut ihre Scham mit Wucht gegen meinen Schritt, immer schneller, immer heftiger. Sie reißt an mir, schüttelt mich, peitscht mein Gesicht mit ihrer blonden Mähne, legt irgendwann ihren Kopf in den Nacken, reißt ihren Mund weit auf – mein Gott, diese Zähne sind wirklich sehenswert – und keucht ihren tonlosen Höhepunkt gegen die Zimmerdecke, während ich zwischen den Beinen förmlich gebadet werde. Mein Schwanz, der Brave, zieht nach und zuckt eine weitere Ladung heraus, was ich als eine Art Restentleerung empfinde, so als ob ein Unterdruck in mir entsteht.

Sie spürt das offenbar, es scheint ihren Orgasmus zu verlängern, was ich vor allem als drohenden Scheidenkrampf wahrnehme. Zum Glück schwimmt da unten alles und Little Wagner ist eh zusammengeschrumpft und rutscht aus ihr heraus, zeitgleich mit ihren letzten Zuckungen, bei denen sie mir ein paar herzhafte Ohrfeigen verpasst.

Recht hat sie: Ich könnte ihr Vater sein. Das ist nach wie vor Verführung durch Minderjährige und ich weiß, warum das verboten gehört. Endlich sinkt sie über mir zusammen. Ihr Herz klopft anregend wild, der Duft, den sie verströmt, ist pure Wollust mit einer Herznote Geilheit, ihre Haut ist frisch und pulsiert irgendwie im gleichen Takt wie sich mein Ständer wieder aufpumpt – ich nehme das nur am Rande wahr und kann es nicht glauben – und der Kuss, zu dem ich von ihr mit harter Hand genötigt werde, schmeckt nach Sinnesrausch und Ungeduld …

Um halb Zehn hat die Postbotin endlich meine Wohnung verlassen, vorher hat sie mir allerdings den Verstand rausgevögelt. Um Viertel nach Zehn bin ich endlich in der Lage, mich vom Wohnzimmerboden zu erheben und schleppe mich unter die Dusche. Ich mache mit dem Finger vier Striche auf den beschlagenen Badezimmerspiegel: So oft bin ich gekommen. Mein Hodensack fühlt sich an wie eine Unterdruckschleuse. Little Wagner, der Brave hängt ausgedörrt und recht gerötet zwischen meinen Beinen, ich denke, er hat genug für heute.

Ich dusche etwas schneller als sonst und ignoriere die schmerzenden Beckenknochen. Teufel, hat mich dieses Mädchen zusammengeritten. Sich abtrocknen, in den Anzug schälen – Anwälte haben adrett auszusehen – die alte Ledertasche unter den Arm klemmen, die Wohnungstür abschließen, alles mittlerweile liebgewonnene Routinen, das geht schnell und ohne nachdenken. Aufzug gedrückt – ich muss ja hinunter in die Tiefgarage – jetzt habe ich endlich die Gelegenheit, wieder auf die Uhr zu schauen.

Fünf nach Elf. Wenn die Autobahn frei ist, bin ich zwanzig Minuten in der Kanzlei. Um halb Zwölf habe ich einen Termin mit einer neuen Klientin. Das ist zu schaffen. Der Aufzug kommt endlich und die Türen schaben schleifend auf. Vor mir steht diese Dame, die mir in unserem Haus schon mehr als einmal aufgefallen ist, weil sie mich an Shirley MacLaine erinnert, in dem Film „Das Mädchen Irma la Douce“. Sie hat nur keinen kleinen Hund, sie kleidet sich aber ab und zu wie diese Filmnutte und sieht der Schauspielerin frappierend ähnlich. Ich nicke ihr zu und trete ein. Sie verzieht die Mundwinkel und wendet sich ab, ganz so, als sei allein meine Anwesenheit in dieser engen Kabine eine persönliche Beleidigung für sie.

Die Fahrstuhltür schließt sich und nach einer gefühlten Ewigkeit nimmt das altersschwache Gefährt wieder seinen Weg nach unten auf. Ich wage einen Seitenblick: Ich scheine der Jüngere zu sein, obwohl das auch an ihrer heutigen Kleidung liegen könnte, die reichlich konservativ ist. Unter dem strengen Kostüm und der hochgeschlossenen Spitzenbluse zeichnet sich aber ein durchaus attraktiver Körper ab. Ihre Brüste beispielsweise hängen kein bisschen, sondern …

„Was glotzen sie so? Haben sie keine Manieren?“

Ihre Stimme klingt wie ein Reibeisen. Ich zucke zusammen und fühle mich ertappt. Wieder schießt mir die Röte in die Wangen und ich muss viel zu lange überlegen, bis mir eine angemessene Erwiderung in den Sinn kommt. Der Fahrstuhl verlangsamt seine Bewegung, wir erreichen jeden Moment das untere Parkdeck.

„Haben sie Samenstau, junger Mann? Sie verschlingen mich ja förmlich mit ihren Blicken.“

Sie sieht mich nicht an und der Sarkasmus trieft aus ihren Worten. Ich kann nur blöd grinsen und den Kopf schütteln. Mein Gesicht glüht. Endlich öffnet sich die Fahrstuhltür. Ich eile hinaus, doch dann spüre ich einen Widerstand, als hätte sich mein Jackett irgendwo verhakt. Ich kann es nicht glauben: Die Dame hält mich fest. Die Fahrstuhltür schließt sich hinter uns. Sie kneift die Augen zusammen und mustert mich.

„Single, nicht wahr? Herr Stein aus dem dritten Stock, seit ein paar Monaten hier im Haus.“

Es ist eine Feststellung, keine Frage. Ich schüttelte wieder den Kopf.

„Seit etwas mehr als einem Jahr.“

Sie wischt meine Worte unwillig beiseite.

„Sag ich ja. Ein paar Monate. Da wird schon wieder eine kommen, glauben sie mir. Doch jetzt haben sie Druck, nicht wahr?“

Mir wird schwindelig, als ich ihre Hand zwischen meinen Beinen spüre. Eine starke Hand, ein fester Griff. Diese zierliche Person, wer hätte das gedacht. Sie reibt Little Wagner durch beide Hosen hindurch mit einer Zielsicherheit, die mich sprach- und reglos macht. Gleichzeitig schiebt sie mich in Richtung der Feuerschutztür, die in die Tiefgarage führt.

„Los, mach das verdammte Loch auf und lass uns diesen unangenehm hellen und muffigen Durchgang verlassen.“

Ich reagiere automatisch: An meinem schnell wachsenden Schwanz geführt, erfülle ich ihre Wünsche – nein, ich gehorche ihren Befehlen. Draußen, im Garagenbereich, zieht sie mir die Aktentasche unter dem Arm weg und wirft sie achtlos zu Boden. Dann geht es schnell: Mein Gürtel flieht unter ihren Fingern, die Hose fällt, die Unterhose zerfetzt sie mit wenigen Handgriffen, dann ist ihr Mund bereits dabei, Litte Wagner zu einem Big Wagner aufzublasen und als ihr das gelungen ist, wendet sie irgendeinen Kampfsporttrick an und ich gehe rücklings zu Boden: Nackte Beine, nackter Arsch auf kaltem Asphalt, mein Ständer steht steil aufrecht. Sie entledigt sich in aller Ruhe – beinahe gemächlich – ihrer Kleidung, wirft abschätzende Blicke auf mich – ihr Opfer – und als sie fertig ist, stellt sie sich breitbeinig über mich. Gibt mir Zeit, das Geschenk zu würdigen.

Ich muss zugeben: Ich habe mich geirrt. Sie wirkte nur alt. Ohne Kleidung sieht das anders aus. Ein dralles, wohl proportioniertes Weibchen, kurze, dunkle Haare, grüne, sehr herrische Augen, tolle Brüste, und diese Spalte – oh, da war schon wieder das gleiche Problem: Muschi, Vötzchen, Vagina, Scheide, welcher Begriff zum Teufel passt zu diesem leicht glänzenden Juwel, das mich da anstrahlt und mich gleich verschlingen wird?

Ich beschließe, die richtige Wortwahl gebildeteren Menschen zu überlassen. Ich schließe die Augen, hebe mein Becken ein wenig und sie nimmt sich, was ihr angeboten wird. Kniet sich über mich, saugt meinen Schwanz in sich hinein und weidet sich an seiner Härte. Ich bete darum, dass ich nicht komme, weil ich kaum noch so etwas wie Substanz in mir spüre, aber es ist umsonst: Sie reitet mich nach Strich und Faden zusammen und der Verräter zwischen meinen Beinen antwortet ihrer Lust und ihrem Zucken mit freudigem Erguss.

Am Anfang einmal, aber das reife, dominante Weibchen dort hat Nachholbedarf, also spuckt der vorwitzige kleine Wagner gleich ein zweites Mal, lässt sich aushöhlen und leer saugen. Ich liege noch immer auf dem Boden, als sie längst verschwunden ist, ihre Schreie sind lange verhallt, nur die Pfütze, die sie hinterlassen hat, kühlt meinen Arsch. Ich beginne langsam die These vom schwachen Geschlecht anzuzweifeln.

Irgendwann habe ich es zu meinem Cabrio geschafft, mich auf den Fahrersitz gehievt, zwischen meinen Beinen brennt es und der Schmerz des Unterdrucks ist größer geworden. Shirley MacLaine ist lange vor mir aus der Tiefgarage gefahren, ungläubig starre ich auf die Uhr in meinem SLK: 11: 45 Uhr. Mit zittrigen Fingern hangele ich mein Handy aus der Jakett-Innentasche und rufe Ilona an, meine Assistentin: Ich stünde im Stau, wisse nicht, wie lange ich brauchen würde und sie solle doch bitte meine Klientin vertrösten. Oder irgendwie beschäftigen.

Dann atme ich durch und starte den Wagen.

Auf dem Weg zur Kanzlei fahre ich nach wenigen hundert Metern auf die Stadtautobahn – ein Grund, warum meine Wohnung nicht sonderlich teuer ist. Dort muss ich 4,6 Kilometer bis zum nächsten Kreuz in einer Geschwindigkeitsbegrenzung zurücklegen, dann folgen 11,8 Kilometer bis zur Abfahrt und noch einmal 2,6 Kilometer bis zu dem Bürogebäude, in dem ich residiere.

Ab dem Autobahnkreuz steht der Verkehr praktisch. Mal zieht die linke Spur schneller vor, mal die Rechte. Ich versuche abzuschätzen, wo ich besser dran bin. Zwischendurch ist Stillstand, viele Minuten. Zeit, in der ich den Zustand meines Anzuges realistisch erfassen kann. Spermaflecken am Reißverschluss der Hose, unübersehbare Feuchtigkeit im gesamten Schritt. Ich schäle mich aus dem Jackett: Der Rücken ist übersät mit Asphaltstreifen. Am Kragen meines Oberhemdes prangen deutlich sichtbare Lippenstiftspuren. Ich rieche an mir: Ich hätte ein zweites Mal duschen sollen.

Eine energische Hupe reißt mich aus meinen Gedanken. Ich blicke auf: Neben mir ein anderes Cabrio, will sich vor mir reindrängeln. Ein grellroter Schopf, mühsam gebändigt durch ein archaisches Kopftuch, Marke Tipi Hedren oder Caroline von Monaco. Ich sehe mir das Auto an: ein 56er Mark IV, ein echter Oldie. Die Frau hat Stil und steht offenbar auf das Mittelalter. Doch ich bin Gentleman: Ich signalisiere ihr, dass ich sie vorlasse. Auf diese eine Minute kommt es jetzt auch nicht mehr an.

Dreißig Meter später wähne ich eine Lücke und reagiere flott!

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