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Wie ich mich verlor und wiederfand

Vorwort

Mein Buch beschreibt meine Kindheit, meine Jugend und meine Familienverhältnisse, d. h. meine Beziehung zu meinen Eltern und Geschwistern, meine erste Ehe, meine zweite Ehe und wie ich in diese gefürchtete Krankheit „Depression“ hineinrutschte, ohne dass es mir bewusst war.

Heute kann ich beschreiben, wie ich alles empfand. Es gab eine Zeit, in der konnte ich es nicht, war durch diese Krankheit nicht dazu fähig. Eine Krankheit, die man nicht sieht und die doch so präsent ist, wenn man genau hinschaut. Ich beschreibe die Entwicklung dieser Krankheit in den einzelnen Etappen und wie sich das Krankheitsbild zeigte. Wie ich bemerkte, dass ich an mir selbst zerbrochen war, und dass sich zu einem späteren Zeitpunkt auch organische Schäden bemerkbar machten.

Mit gut gemeinten Ratschlägen versuche ich die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass sie oftmals den falschen Lebensweg beschreiten. Oft bekomme ich negative Rückschläge, doch erlebe ich auch bereits positive Erfahrungen. Ich beschreibe, wie ich mein Selbstwertgefühl mit kleinen Schritten wiederfand und mich somit zu einem positiv denkenden Menschen entwickelte.

Für mich ist dieses Buch ein Appell an die Menschen, die ich lieb habe und an die, die sich helfen lassen wollen. Die Personen, die ich in meinem Buch beschreibe, gehörten oder gehören zum Teil noch immer zu meinem Leben. Heute fällt mir sofort auf, wenn jemand depressiv ist, ich erkenne jedes Anzeichen. Und wenn ich ein wenig aus dem Leben des anderen Menschen erfahren habe, wird mir auch klar, wieso diese Krankheit ein Teil von ihm ist. Einfach aus dem Grund, weil ich diese Krankheit überstanden habe und daher genügend Erfahrung diesbezüglich besitze.

Ich beschreibe das Leben, welches ich führte und wie mein Leben heute aussieht. Wie mein Umfeld sich verändert hat, und wie ich mich selbst verändert habe. Gewissermaßen schneide ich viele Themen an, da ich sehe, dass die Probleme, die man heute hat, wohl nicht durch ein Ereignis der Gegenwart entstanden, sondern meistens in der Vergangenheit der Menschen zu finden sind.

Mein Buch beschreibt meine Erfahrungen an mir selbst und die Erfahrungen und Schicksale, die ich durch viele Gespräche mit Menschen erfahren und zu verstehen gelernt habe. Alles in allem empfinde ich mein Buch als ein Aufdecken der Realität und der Wahrheit vieler Situationen von Menschen, die mir nahe stehen oder standen, und ich hoffe, anderen Menschen, die ähnliches durchleben, damit Hinweise geben zu können, um frühzeitig etwas gegen diese Krankheit und ihren Verlauf zu unternehmen.

Ich hoffe, dass ich mit meinen nachfolgenden Ausführungen kein allzu großes Durcheinander in den Köpfen meiner Leser verursache. Es kann vorkommen, dass ich von einem Extrem ins andere übergehe, doch die erlebten Situationen wiederholen sich immer wieder im Leben und aus diesem Grund ist es nicht einfach, alles der Reihe nach zu erzählen.

Ihre
Marry Nilles

Dieses Buch schreibe ich, um Menschen wach zu rütteln, damit sie vielleicht auch den Mut finden, ihr eigenes Leben aufzuschreiben. Ich kann nur sagen, Schreiben erleichtert und hilft, alles zu verarbeiten, was man womöglich verdrängte. Niemand hat mehr Zeit zum Zuhören oder will es auch nicht. Sehr oft hörte ich mir über einen längeren Zeitraum die Probleme anderer an und machte dann die Erfahrung, nur auf taube Ohren zu stoßen, wollte ich anschließend von meinen Sorgen berichten.

Eines Tages kam mir die Idee alles niederzuschreiben, so bin ich wenigstens frei von allem Verdrängten und kann vielleicht mit meinen Erfahrungen auch anderen Menschen helfen. Es liegt mir fern, mit diesem Buch jemanden zu beschuldigen. Es geht mir einzig und allein darum, mitzuteilen, wie es mir ergangen ist.

Mir ist aufgefallen, dass die meisten Menschen nicht mehr zuhören und einfach nur oberflächlich leben. Sie funktionieren, sind abgestumpft. Die Mehrheit verdrängt ihre Gefühle, belügt sich selbst und damit auch ihr Umfeld. Wenn man einmal wie ich „am Boden lag“ und wieder aufgestanden ist, erst dann versteht man fast jede Situation und weiß, wie man sie meistern kann, auch wenn es einem schwer fällt, da unsere Gesellschaft immer wieder versucht, eigene Meinungen zu ändern. Es ist nicht einfach, seine Gewohnheiten abzulegen, die einem zum Teil anerzogen wurden. Einzig und allein die Meinung anderer Menschen für angemessen zu halten, ist ebenfalls nicht der richtige Weg. Man soll einfach seine eigene Meinung haben und sich von nichts und niemandem davon abbringen lassen.

Von wie vielen Selbstmorden hört man, von schweren Depressionen, von Alkohol-, Drogen- oder auch von Arbeitssucht. Letzteres erzeugt Stress und Stress macht uns Menschen kaputt. Bei all dem Genannten handelt es sich um Krankheiten, die uns heimsuchen, verdrängen wir Dinge, die wir nicht mehr sehen wollen.

Menschen verdrängen Dinge, um das Negative nicht mehr sehen zu müssen, doch leider sehen sie dabei auch das Schöne nicht mehr. Ist man erst einmal nicht mehr in der Lage, die kleinen und die schönen Dinge im Leben wahrzunehmen, sondern es zählen nur noch die Arbeit oder das Glas Bier am Stammtisch, spätestens dann sollte man an sich arbeiten.

Acht Jahre lang war ich schwer depressiv, alkoholsüchtig und medikamentenabhängig. Sechs Jahre lang arbeitete ich an mir und habe es geschafft, der Hölle der Dunkelheit zu entkommen. Es war ein sehr langer Prozess und harte Arbeit an mir selbst, vor der viele Menschen sich scheuen.

Es gab Zeiten, in denen hatte ich keinerlei Gefühle mehr, war innerlich tot und habe mit Therapien und psychologischer Unterstützung es geschafft, mich und mein natürliches Wesen wiederzufinden. Heute bin ich in der Lage, wieder zu lachen, zu tanzen und Dinge zu unternehmen, die mir Spaß bereiten. Ich funktioniere nicht mehr, ich lebe, und viele Menschen haben dies leider verlernt.

Unser aller Leben besteht aus Beziehungen und an diesen scheitern die meisten Menschen. Diese Krankheit, die man nicht sieht, entsteht meistens durch kaputte Beziehungen. Was sind Beziehungen? Das Leben besteht aus vielen unterschiedlichen Beziehungen. Eine Beziehung hat man nicht nur mit seinem Partner. Man hat Beziehungen zu seinen Kindern, Freunden, zur Familie und sogar zu seinen Haustieren. Meistens sieht man nur die Beziehung mit einem Partner, und wenn man partnerlos lebt, fühlt man sich allein. Sehr oft habe ich dieses Gefühl selbst erlebt, fühle mich heute auch noch öfters allein und suche dann menschliche Nähe. Doch meistens werde ich enttäuscht, da die Menschen nur versuchen, einen durch Manipulation oder Lügen zu verändern. Es ist ein sehr harter Kampf, bei seiner Meinung zu bleiben. Ständig muss man sich wehren, und manchmal fühle ich mich so ausgelaugt, fühle mich zu müde, anderen Menschen zu zeigen, dass es auch ohne Lügen und Manipulation funktioniert. Meistens ziehe ich mich dann zurück, beschäftige mich mit Dingen, die mir wichtig sind und muss nicht zusehen, wie andere Menschen kaputt gehen und sich selbst zerstören.

Sich selbst finden - was bedeutet das? Man soll sich so zeigen wie man ist, doch dazu gehört viel Selbstvertrauen. Vieles wurde uns anerzogen, wie z. B diese Floskeln und die netten Manieren, die uns nach vielen Lebensjahren eintönig und langweilig werden lassen, und all das zerstört in einigen Bereichen die Natürlichkeit des Menschen. Man schwimmt im Strudel der Menschheit mit, lebt wie die meisten, und das ist falsch. Man soll tun und lassen, was man selbst für richtig erachtet, nicht was der Partner oder sogenannte Freunde erwarten.

Es ist sehr schwer, sich nicht ständig von anderen Menschen beeinflussen zu lassen. In der Partnerschaft ist es am schwersten. Man möchte dem Partner „gefallen“, sei es mit der Kleidung, mit der Frisur oder mit dem Benehmen.

Ich kann von mir behaupten, mich so anzuziehen, dass ich mich wohl fühle, und ich gehe an Orte, an denen ich spüre, glücklich zu sein und lasse mir von niemandem vorschreiben, was ich tun oder lassen soll. Was andere Menschen von mir denken oder über mich sagen, ist egal. Hauptsache ich fühle mich gut, und seit ich mein Denken diesbezüglich verändert habe, geht es mir besser.

 

Oft sehe ich Menschen zerbrechen, aber leider kann man nichts daran ändern, außer dieser Mensch nimmt an, was man ihm rät. Die meisten Menschen glauben einem nicht bis sie selbst „am Boden liegen“. Vielleicht sagen sie dann: „Wie recht du hattest“ oder auch nicht, da ja kein Mensch gern etwas ehrlich zugibt.

Sehr schnell sehe ich heute zum Beispiel, wenn ein Mensch innerlich zerbricht und versuche in so einer Situation immer wieder zu helfen. Leider höre ich oft den Satz: „Du mischst dich in mein Leben ein“, dabei versuche ich lediglich, diese Personen auf ihren Zustand aufmerksam zu machen. Manchmal hab ich den Eindruck, dass Menschen „Tomaten auf den Augen haben“. Sie wollen nicht mehr sehen, hören und schon gar nicht fühlen. Sie lassen absolut nichts zu und schon gar nicht gestehen sie sich etwas ein. Irgendwann wird sie dieses Versteckspiel innerlich auffressen. Dies kann Jahre in Anspruch nehmen, kann aber auch ganz schnell gehen. Wie so oft im Leben kommt es einfach nur darauf an, ob man etwas unternimmt oder nicht.

Hätte ich es nicht selbst erlebt, würde ich es nicht wissen Ein jeder weiß es besser und sagt sich oder auch mir: „So etwas wird mir nicht passieren.“ Und dann geschieht es doch. Ich habe Menschen nach Jahren wiedergetroffen, die am Boden zerstört waren. Sie fanden aber nie den Mut, etwas an ihren Lebensumständen zu ändern. Jeder Mensch verändert sich im Laufe seines Lebens, doch es liegt einzig und allein an ihm selbst, sich positiv oder negativ zu verändern. Die meisten Menschen, die ich nach längerer Zeit wiedergesehen habe, veränderten sich zum Negativen. Ich dagegen habe mich fürs Positive entschieden.

Viele verstehen mich nicht mehr, da mich die meisten anders gekannt haben. Sie finden mich jetzt eingebildet, arrogant oder dominant. Das bin ich nicht und werde es nie sein. Ich habe lediglich mittlerweile ein sehr großes Wissen, und die Dinge, die ich weiß, wende ich an. Auch wenn mir vieles an den Kopf geschmissen wurde, blieb ich bei meiner Meinung, was viel Kraft und Mut erforderte. Ich bin nicht mehr manipulierbar, außer ich lasse es zu. Manchmal behandelt man mich noch immer wie ein kleines Kind, doch dazu muss ich anmerken, ich verhalte mich auch ab und an so. Einfach unbeschwert und ausgelassen. Das bekommen die wenigsten Menschen hin. Ich kann mich wie ein kleines Kind über Dinge freuen, denn Freude habe ich lange nicht empfunden und konnte darum auch keine geben.

Ehrlich gebe ich zu, nicht alles zu können. Zum Beispiel sind meine handwerklichen Fähigkeiten nicht die besten, und in technischen Sachen bin ich auch nicht sehr begabt. Aber, man muss ja auch nicht alles können auf dieser Welt. So habe ich bei mir über die Jahre Talente entdeckt, die sehr selten sind. Zum Beispiel kann ich in die Seele eines Menschen schauen, wenn sich dieser nicht allzu sehr verschließt. Ich schaue nicht weg, wie die meisten Menschen. Ich schaue hin, und wenn mir ein Mensch sehr am Herzen liegt, schaue ich doppelt hin. Außerdem kann Ich wunderbar tanzen und malen. Dies alles macht mich glücklich, auch wenn es kein Mensch versteht. Ehrlich gesagt, versteht so gut wie niemand mein Leben, doch die Hauptsache dabei ist, dass ich es verstehe.

Ich besitze die Gabe, zwischen den Zeilen zu lesen. Höre Worte, die nicht gesagt werden und bin ein sehr aufmerksamer Mensch, der auch sehr auf Körpersprache achtet. Ich beobachte nicht nur andere Menschen, ich beobachte mich selbst. Vor allem meine Gefühle, und ich gehe sehr aufmerksam mit diesen um. Ich lasse nichts mehr zu, was mir weh tut. Spüre ich, dass mir etwas nicht gut tut, wehre ich mich „mit Händen und Füßen“ dagegen. Meine Gefühle zulassen musste ich erst wieder erlernen, denn auch mein Herz war lange Zeit „verschlossen“.

Wie oft höre ich den Satz: „Ich möchte diesen oder jenen Menschen nicht verlieren“. Man verliert keinen Menschen, solange er noch am Leben ist und man kann immer etwas tun, damit sich Dinge ändern. All dieses jemandem begreiflich zu machen, ist sehr schwer.

In einem Zeitraum von 15 Jahren verlor ich sehr viele Menschen, stand quasi nur noch auf dem Friedhof und kann heute noch keine Friedhöfe ertragen, da mir kaum Zeit blieb, all das Erlebte zu verarbeiten und mir niemand eine Stütze war. Doch so ist das Leben nun einmal, unerbittlich und ein harter Kampf. Als erste Person verstarb mein Opa, ein paar Jahre später meine Mutter. Wiederum 12 Jahre später mein Vater und anschließend meine geliebte Oma. Sie verkraftete wohl den Tod ihres einzigen Sohnes nicht und so standen immer weniger Menschen mit mir am Grab. Zurück blieben drei Kinder, die das Liebste, was sie besaßen, verloren hatten. Wir schworen uns damals, immer zusammenzuhalten. Durch die Art wie ein jeder lebte, war dies aber nicht immer möglich, doch nach meiner Krankheit ging ich wieder auf alle zu und versuchte einiges zu erklären. Leider wurden meine Geschwister durch andere Menschen beeinflusst und diese Tatsache ermüdet sehr.

Mein Papa sagte immer zu mir: „Das Leben ist ein Kampf. Wir sind keine Kämpfer, aber du hast eine Kämpfernatur.“ Ein Satz, der mir noch heute sehr viel Mut macht. Oft sagt man mir ich sei stark, würde das schon alles schaffen oder ich hätte gelernt, Dinge gut zu verarbeiten. Und obwohl ich stark war, fiel ich so tief, dass ich fast nicht mehr auf die Beine kam, denn auch ein starker Mensch kann fallen. Wie ein jeder von uns musste auch ich mich durch das Leben boxen, fiel um und stand wieder auf. Heute sagt man mir des Öfteren: „Du bist eine starke Frau, sonst hättest du das alles nicht geschafft.“ Den meisten Menschen fehlt der Mut, sich Dinge einzugestehen und daraus resultierende Veränderungen durchzuziehen.

Ich bin der Meinung, der liebste Menschen, den ich bis jetzt verloren habe, war mein Vater. Er konnte so wunderbar tanzen, und wenn er ein Musikinstrument spielte und dazu sang, war ich so fasziniert von ihm. Wenn wir zusammen tanzten, verließen alle die Tanzfläche und schauten uns zu. Wenn ich heute ausgehe, tanze ich alleine und jeder schaut mir zu.

Manche Zuschauer sind einfach geschmacklos und versuchen meinen Tanzstil nachzumachen. Diejenigen bekommen aber meistens eine kräftige Abfuhr von mir, doch vermiest es einem oft die Laune.

Wie bereits erwähnt – Tanzen – ist einfach ein wunderschönes Gefühl. Mein Vater und ich liebten beide das Tanzen. Er war ein Gefühlsmensch durch und durch. Ich glaube, ich habe viel von ihm geerbt und erinnere mich, dass er sich immer ärgerte, dass wir Kinder kein Musikinstrument spielten. Mein Talent ist das Malen und man kann sich dabei seinen Emotionen genauso hingeben wie bei der Musik.

Für mich ist Musik hören, malen und tanzen mein Leben. Viele Menschen haben verlernt zu leben. Auch die Musik spielt nach wie vor eine sehr große Rolle in meinem Leben. Ich spüre sie und lasse sie in mein Herz hinein. Manchmal tanze ich irgendwo, und sei es beim Friseur. Hauptsache die Musik gefällt mir. Natürlich begutachten mich die umherstehenden Leute als sei ich betrunken oder verrückt. Mir persönlich ist das jedoch völlig gleichgültig. Ich fühle mich wohl und das ist die Hauptsache. Der größte Teil der Menschen um mich herum versteht meine Art zu leben nicht, doch all diese Leute haben keine Ahnung von meinem bisherigen Leben. Eigentlich interessiert es auch niemanden, und doch habe ich im Laufe der Zeit einige Menschen kennengelernt, die mir zuhörten und ebenfalls in der Lage waren, etwas an ihrer Lebenssituation zu verändern. Für mich selbst kann ich nur eins immer wieder sagen: Hätte ich mich nicht verändert, wäre ich kaputt gegangen.

Mit der Zeit wird man anderen gegenüber sehr misstrauisch.

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