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Von Regentropfen und Kinderlachen

KAPITEL 1

Von Traurigkeit und Ängsten

01 Unglückliche Liebe

Du, meine Liebste,

mir in meinem Herzen

so unendlich nah.

Dein Foto vor mir.

Schon leicht abgegriffen vom vielen Hervorholen in Momenten,

in denen du mir so unsagbar fehlst.

Heute ist wieder so ein Tag.

Mein Herz fühlt sich so zerrissen.

Meine Gedanken nehmen ein Wechselbad

zwischen unendlichem Glück und unsagbarer Traurigkeit.

Mein Herz vermisst dich so sehr.

Seine Rufe schicke ich in die Erdumlaufbahn, mir wünschend,

sie würden auf die deinen treffen.

Und einen Sternenregen sprühen lassen.

Meine Augen suchen den Himmel ab,

in der vagen Hoffnung,

diesen Sternenregen tatsächlich zu erblicken.

Dann wüsste ich,

dass du mich in deinen Gedanken umarmst.

Dann könnte ich für einen Moment

die Traurigkeit aus meinem Herzen verbannen.

Doch so ist und bleibt es im Moment einfach nur

eine unglückliche Liebe.

02 Traurigkeit

Mit breiten Schwingen kommt er auf mich zu,

der dunkle Vogel der Traurigkeit.

Seine großen Flügel werfen Schatten,

ihm voraus eilend.

Stück um Stück, ganz fließend,

fressen sie die letzten lichtdurchtränkten Stellen auf.

Ganz leise, ganz still.

Fast unheimlich.

Weglaufen möchte ich.

Kein einziger Schritt ist möglich.

Beine ganz starr,

gehorchen mir nicht mehr.

Die Schatten erreichen mich.

Gleich ist der Vogel über mir.

Dunkelheit hüllt mich ein.

Kälte kriecht durch meinen Körper,

überzieht alles mit einer Schicht Eis.

Ein Schrei formt sich in meiner Kehle,

Zeichen eines letzten Aufbäumens.

Der Vogel der Traurigkeit lässt sich auf mir nieder.

Noch ein Flügelschlag,

der letzte Lichtstrahl wird von Dunkelheit verdrängt.

Meine Augen, mein Herz,

sehen nur noch Dunkelheit.

Der Schrei zittert sich aus meiner Kehle,

ungehört, schon beim Entstehen zum Sterben verurteilt.

Traurigkeit hüllt mich ein.

Tränen rinnen über mein Gesicht

und erstarren zu Eis.

Rückkehr ins Licht,

ungewiss.

03 Streit

Verschiedene Meinungen

prallen auf direktem Weg

mit dem Gegenüber zusammen.

Antworten formieren sich.

Nehmen Stellung Auf.

Werden umgehend zurück geschickt.

Gefühle ballen sich zusammen.

Künden unheilvoll den Sturm an.

Wellen schlagend.

Spannung, Wut suchen sich darauf reitend ihren Weg.

Worte werden verletzender.

Jetzt wird gezielt, eiskalt berechnet, ganz bewusst.

Das Ziel im Auge.

Den Sieg.

Festgeklammert an die Überzeugung,

es gäbe eine richtige Meinung.

Die eigene.

Schon ein ganzes Leben lang gelernt.

Der Sieg ist alles, was zählt.

Nahrung für das Selbstwertgefühl.

Die eigene Verletzlichkeit verstecken.

Zähne zusammen beißen.

Keine Schwäche zeigen.

Endphase einläuten.

Worte, wie Dolche geschliffen,

treffen ins Herz.

Die Blicke,

kein Zeichen von Mitgefühl,

bemüht eiskalt.

Endlich.

Der andere bricht unter der Schlagkraft der Argumente ein.

Ziel erreicht.

Warten auf das eigene Glücksgefühl.

Stellt sich nicht ein.

Aber es war doch ein Sieg!

Ein schales Gefühl nimmt Gestalt an.

Und die Ahnung,

mich gerade eben selbst zum Verlierer gemacht zu haben.

Bedauern stellt sich ein.

Über einen trügerischen Sieg.

04 Verletzung

Ein Wort, ein Blick, eine Geste, eine Tat.

Den Weg von einem zum anderen gefunden.

Manchmal bewusst, manchmal unbewusst

auf die Reise geschickt.

Abhängig vom eigenen Seelenzustand.

Art des Empfangs ebenso.

So viele Unwägbarkeiten. Eventualitäten.

Möglichkeiten für emotionale Katastrophen.

Heute war der Boden nicht sonnenbeschienen,

als die Worte auf ihn fielen.

Im Schatten kamen Wunden an die Oberfläche.

Alte, in die die neuen Samenkörner fielen.

Sie rissen neue Furchen auf.

Die Pflanze der Verletzung erhielt neue Nahrung,

breitete sich aus wie ein Parasit

über dem aufgerissenen Feld des Herzens.

Raubt den zarten Schösslingen

der Hoffnung und des Glücks allen Lebensraum,

verschlingt Nahrung und Licht,

erdrückt.

Aufbäumen der Seele.

Widerstand gegen diesen Seins-Zustand.

Zeit, sich auf den Acker zu wagen, umzupflügen,

die Pflanzen der Verletzung mit Stumpf und Stiel auszureißen.

Und dann neu auszusäen.

Hoffnung, Verständnis, Vergebung, Liebe.

Mein Seelenland soll blühen,

duftend, farbenprächtig, strahlend.

05 Ertrinkender

Schatten auf der Seele.

Traurigkeit,

verankert in jeder Faser meines Selbst.

Das Herz klopft schwermütig.

Jedes neue Schlagen sendet schmerzvolle Wellen

bis in die letzte Ecke meines Selbst.

Alles krampft sich zusammen.

Im steten Rhythmus des Ausschlags der Amplituden.

Auf der Haut millionenfache Nadelstiche.

Kein klarer Gedanke greifbar.

Alles verworren, chaotisch, durcheinander.

Das Herz scheint zu ertrinken,

rudert hilflos hin und her.

Die Wellen werden größer, stärker und höher.

Schlagen über meinem Herzen zusammen.

Ziehen es in die Tiefe.

Dunkelheit um mich herum.

Wo ist der Rettungsanker,

die haltende Hand,

die tröstende Umarmung?

Kälte umklammert mein Herz.

Der Mund öffnet sich zu einem letzten Schrei.

Wasser geschluckt.

Aufbäumen,

nein, ich will nicht!

Bewegungen,

krampfhaft, verzweifelt.

Zurück an die Oberfläche,

raus aus der Tiefe.

Ich will Sonne, Licht, Hoffnung.

Angst, es nicht mehr zu schaffen.

Hektisches Treten, Arme rudern.

Mit letzter Kraft an die Oberfläche gestoßen.

Husten, Atem holen, Tränen fließen.

Aber geschafft.

Zurück im Licht.

Alles wird gut.

Hinein sinken

in die tröstende Umarmung.

06 Zeit verpasst

Nun bist du gegangen.

Fühlte mich so glücklich,

als du dein Kommen ankündigtest.

Die Stunden des Wartens.

Erfüllt von heimlicher Freude,

Bangen und ungeduldiger Sehnsucht.

Dann warst du endlich da.

Mein Herz tanzte und lachte vor lauter Glück.

Wir fielen uns zur Begrüßung in die Arme,

hielten uns fest,

als wollten wir einander nie wieder gehen lassen.

Gemeinsame Zeit, miteinander reden, lachen,

die Blicke und Hände kreuzten sich.

Fanden im Gleichklang der Gefühle den Weg zueinander.

Nähe, Geborgenheit, Sich-fallen-lassen,

wunderschöne Zeit mit dir.

Dann sagtest du mir,

wir könnten uns die nächste Zeit nicht sehen.

Hattest dabei ein unendliches Bedauern

in deiner Stimme und deinem Blick.

Mein gerade noch so glückliches Herz

stürzte urplötzlich in die Tiefe.

Trauer zog ihren schwarzen Schleier über mein Gesicht.

Mein Innerstes begann zu ertrinken.

Schickte eine Tränenflut in meine Augen.

Die verbleibende Zeit mit dir war überschattet.

Wahrnehmung erfolgte aus der Ferne.

Der Würgegriff des Vermissens

schnürte mir die Kehle zu.

Dann gingst du,

hieltest mich noch einmal fest umschlungen.

Mein Herz brach in diesem einen Moment.

Ich blieb zurück mit verschleiertem Blick.

Gern hätte ich die Zeit zurück gedreht.

Fühlte mich so unendlich verloren und unglücklich.

Über den Verlust der letzten gemeinsamen Stunde mit dir.

Den Schmerz des Vermissens in der nächsten Zeit,

der bereits an meine Seelentür klopfte,

als du noch bei mir warst.

Doppelt verpasste Zeit mit dir.

07 Angst

Angst.

Furchtbarer Geselle meiner Tage.

Fessel auf meinen Lebenswegen.

Mörder meiner möglichen glücklichsten Empfindungen.

Angst.

Immer lauernd, bereit zum Sprung,

für den Fall,

das Glück könnte an meine Tür klopfen.

Hast dich häuslich bei mir eingerichtet.

Es interessiert dich nicht,

dass du ein ungebetener Gast

in meinem Hause bist.

Schaust mir hohnlächelnd ins Gesicht.

Winkst mir aus jedem Winkel zu.

Angst.

Fängst an zu zittern und

um dein erbärmliches Leben zu fürchten,

wenn dir Liebe entgegen tritt.

Du wirst nicht ewig Teil meines Selbst sein.

Wenn ich mir meiner eigenen Großartigkeit

vollständig bewusst geworden bin,

wenn ich mich endlich in Liebe zu umfangen vermag,

wird das Totengeläut für dich erklingen.

Diesen Tag werde ich feiern.

Diesen Triumph auskosten bis zum letzten Tropfen.

Als einen Sieg der Liebe über dich.

Angst.

08 Boden unter den Füßen

Lange versucht,

es allen recht zu machen.

Nur gut zu sein.

Alles klaglos hinzunehmen.

Das Beste von mir zu geben.

Lange versucht,

das Weinen in mir zu ersticken.

Jemand anderes zu sein.

Und daran gescheitert.

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