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Von Kings und Twinks

Valerie le Fiery, Frank Böhm

Von Kings und Twinks

Gayrotische Kurzgeschichten


Sämtliche Personen und Handlungen in diesem Buch sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind somit rein zufällig und nicht beabsichtigt.


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Die Jägerhütte

Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen, dabei liegt alles bereits über zehn Jahre zurück. Ein Samstag im August. Der erste Samstag im Monat. Es war heiß, verdammt heiß. Ich saß in meinem Auto und schwitzte, beobachtete die leicht bekleideten Menschen, die an mir vorüberliefen, während ich mit meinem Wagen an der roten Ampel stand. Die Luft flimmerte, die Mücken tanzten in der untergehenden Sonne, aus den Seitenstraßen ertönte helle Musik und die meisten Leute zeigten sich gelassen. Im Eiscafé am Stadtrand hatte sich bereits vor Stunden eine lange Schlange gebildet, welche sich partout nicht auflösen wollte. 

 

Deshalb beschloss ich, nicht anzuhalten und mich weiter durch das hohe Verkehrsaufkommen der aus allen Nähten platzenden Stadt zu quälen. Ich hatte nichts vor, deshalb beschloss ich, meinen guten Freund Michael in der naheliegenden Videothek zu besuchen, der an diesem Abend dort Dienst hatte. Nach einer gefühlten halben Stunde erreichte ich tatsächlich den Parkplatz. Trotz Klimaanlage fühlte ich mich verschwitzt, deshalb sprühte ich ein wenig Deo nach, verriegelte die Türen meines Autos und ging hinein.

 

„Das finde ich echt gut, dass du vorbeikommst.“, rief Michael mir bereits entgegen, als ich die Tür öffnete.

 

Im Laden selbst war nichts los, was bei diesem Wetter eigentlich kein Wunder war. Ich holte mir ein kühles Getränk aus dem Automaten, setzte mich zu ihm und wir klönten eine Weile über Gott und die Welt, bis ungefähr zehn Minuten später jemand zur Tür hineinkam.

 

Ich schaute mich um und mir blieb fast das Herz stehen. Ein solcher Mensch war mir vorher noch niemals begegnet. Ich sah eine perfekte Gesichtshaut mit solidem Teint, haselnussbraune Augen, die leuchteten, als würden sie einem Engel gehören, dunkelblondes Haar, perfekt gestylt und ein Lächeln, welches augenblicklich dafür sorgte, dass ich Mühe hatte, nicht ohnmächtig zu werden. Michael und dieser Typ schienen sich zu kennen, denn sie begrüßten sich freundlich mit einer leichten Umarmung und einem Küsschen auf die Wange. Am liebsten hätte ich ihm auch meine Gesichtshälfte hingehalten, doch ich war erstens viel zu aufgeregt dafür und wollte mir zweitens meine Verfassung nicht anmerken lassen, obwohl mir wahrscheinlich mein gesamtes Blut im Kopf stand.

 

„Ach übrigens, das ist Jan“, stellte Michael mich vor.

 

Ich schaute zu ihnen herüber und der Typ reichte mir die Hand. Ich lächelte und schon durfte ich ihn zum allerersten Mal berühren. Selbst dieser Händedruck war etwas Besonderes. Seine Haut war so weich, der Druck der Finger zart, aber doch männlich markant. Es war der perfekte Mix, etwas, bei dem ich zeitgleich zu Träumen begann.

 

„Hallo“, sagte ich.

 

„Ich bin Kai.“

 

Ich nickte. Kai hieß er also, mein Adonis. Wow, was für ein Mann. Am liebsten hätte ich seine Hand niemals wieder losgelassen, nach außen tat ich weiter cool. Kai begann zu erzählen, von seiner letzten Urlaubsreise, von seinem Job als Rettungsassistent und zum guten Schluss  über seine Beziehung zu seinem letzten Freund, die nunmehr vor zwei Wochen gescheitert war. In Gedanken fasste ich zusammen. Neben mir saß ein hammergeiler, frisch erholter und gut gelaunter Singlemann, der zu meinem Glück auch noch schwul war. Es war meine Chance, ich musste sie ergreifen, ich wusste nur noch nicht wie.

 

Ich ging hinaus und rauchte eine Zigarette. Es vergingen vielleicht zwei Minuten bis sich Kai ebenfalls vom Stuhl erhob und mir folgte. Er fragte mich, ob ich ihm eventuell einmal Feuer geben könnte. Natürlich konnte ich das und abermals berührte er mich, da er beide Hände um das Feuerzeug legte. Dieses Gefühl war unbeschreiblich.

 

„Sag mal, ich habe morgen so ein Event, naja, wie soll ich es erklären, es ist eine Wanderung.  Sie verläuft durch den Teutoburger Wald beginnend in Tecklenburg und endend in Bad Iburg. Die Strecke ist nicht ganz so kurz, die Wandergruppe besteht aus ungefähr 20 Leuten und …“

 

„Wandern!“, unterbrach ich ihn.

 

„Ja? Nicht?“

 

Ich war erstaunt, sah darin jedoch meine ultimative Chance.

 

„Darf ich weitererzählen?“

 

Ich nickte und zog an meiner Zigarette. Ich tat cool, war aber so dermaßen aufgeregt, dass mir fast die Lunge aus dem Hals gesprungen wäre.

 

„Ich wollte erst mit meinem Freund mitmachen. Aber da ist ja jetzt Schluss und Michael hat keine Zeit und …“

 

Abermals schnitt ich ihm das Wort ab.

 

„Ich komme mit.“

 

Augenblicklich lächelte er. Er schnippte die Zigarettenkippe auf die Straße, bedankte sich und ging wieder hinein. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen um acht Uhr.

 

In der Nacht machte ich kaum ein Auge zu. Was sollte ich anziehen? War ich in der Lage, überhaupt eine solche Strecke zurückzulegen? Was musste ich alles mitnehmen? Ich machte mir einen Kopf über Dinge, die eigentlich völlig belanglos waren. Ich tat das aber, um ihm zu gefallen.

 

Pünktlich stand ich Sonntagfrüh  an der vereinbarten Stelle. Von weitem konnte ich Kai bereits erkennen. Die Sonne versprach an diesem Morgen ebenfalls wieder einen heißen Sommertag. Schon lange hatte ich keinen Rucksack mehr auf dem Rücken gehabt. Ein wenig Proviant wollte ich jedoch schon mitnehmen. Man wusste ja nie.

 

In der Wandergruppe schienen wir die Jüngsten zu sein. Das war mir egal, ich war froh, einen gesamten Tag mit Kai verbringen zu können.

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