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Voller Sorge

1. KAPITEL

Robert war völlig verzweifelt – noch immer lag seine Cousine bewusstlos in seinen Armen.

„Leonie! Wach auf!“, flehte er.

Doch sie reagierte nicht.

Zum Glück betrat in diesem Augenblick Hildegard Sonnbichler die Küche und begriff sofort, was los war. Mit einem Sprung war sie beim Telefon, um den Notarzt zu alarmieren.

Die Ärztin, die kurz darauf mit ihrem Rettungsteam eintraf, stellte bei Leonie akutes Leberversagen fest. Roberts Cousine war in Lebensgefahr und musste mit dem Rettungshubschrauber sofort nach München geflogen werden. Ohne zu zögern ließ Robert alles stehen und liegen, um sie ins Krankenhaus zu begleiten …

Ungeduldig war Robert den Krankenhausflur hoch- und runtergelaufen.

Endlich kam Professor Sauer zu ihm.

„Wie geht es ihr?“, fragte Robert angespannt.

Der Professor nahm ihn mit in sein Büro. Er bot Robert einen Platz an, doch der war viel zu aufgeregt, um sich zu setzen. Der Arzt ließ sich auf seinen Schreibtischstuhl sinken und atmete einmal tief durch. „Wir konnten Frau Preisingers Zustand fürs Erste stabilisieren“, erklärte er ernst. „Momentan besteht keine akute Lebensgefahr mehr. Aber es liegt eine Aminosäuren-Vergiftung vor. Wir mussten den Hirndruck senken.“ Robert wurde blass. „Der Kollaps heute, die anhaltende Bewusstlosigkeit …“, fuhr Professor Sauer fort. „Alles deutet darauf hin, dass ihre Leber irreversibel geschädigt ist.“

„Was heißt das?“, flüsterte Robert.

„Wir müssen operieren – so schnell wie möglich“, antwortete der Professor. „Wir müssen umgehend einen Spender mit kompatiblen Werten finden. Andernfalls sind die Überlebenschancen äußerst gering.“

Entsetzt schluckte Robert.

Fiona Marquardt und Werner Saalfeld bekamen von diesen dramatischen Ereignissen nichts mit …

Der Senior zeigte der ehemaligen Sportmanagerin gerade das Hotelgelände. Immerhin hatte er ihr das Angebot gemacht, als Geschäftsführerin bei ihm einzusteigen, und nun wollte sie wissen, was der „Fürstenhof“ alles zu bieten hatte.

„Nicht schlecht“, stellte sie fest und ließ ihren Blick anerkennend über die Pferdekoppeln schweifen. „So viel Land …“

„Land.“ Er seufzte, obwohl ihm Fionas Lob natürlich schmeichelte. „Und Arbeit.“

„Kann ich mir denken“, erwiderte sie lächelnd.

„Es nimmt kein Ende“, sagte er. „Vor zwei Jahren haben wir den Westflügel komplett saniert, den Golfplatz angelegt …“

„… der wirklich zu den schönsten in Bayern gehört“, fiel sie ihm ins Wort und blickte ihn lächelnd an.

Er nickte. „Als Nächstes will ich unseren Wellnessbereich modernisieren“, fuhr er fort.

Plötzlich bemerkte er Viktoria, die eilig den Stall verließ.

„Frau Tarrasch, Sie kommen gerade recht.“

„Entschuldigung, aber ich muss sofort ins Büro.“ Sie klang überfordert. „Es gibt Probleme mit der Futterlieferung …“

„Niemand will Sie von Ihrer Arbeit abhalten“, entgegnete Werner charmant und machte dann eine kleine Kunstpause. „Höchstens Ihre künftige Vielleicht-Kollegin?“

Viktoria stutzte. „Sie wollen bei uns anfangen?“, fragte sie Fiona.

„Ich bin dabei.“ Fiona setzte ein strahlendes Lächeln auf, das Werner äußerst erfreut zur Kenntnis nahm.

„So schnell konnte ich Sie überzeugen?“, staunte er.

„Vor allem der ‚Fürstenhof‘ hat mich überzeugt“, erklärte sie.

Viktoria streckte ihr die Hand entgegen. Ihr fiel ein Stein vom Herzen – endlich würde sie nicht mehr für zwei schuften müssen! „Ich hoffe, dass Ihnen die Arbeit hier genauso viel Spaß machen wird wie mir“, sagte sie freundlich und verabschiedete sich von den beiden.

„Ich hätte nicht gedacht, dass Herr Saalfeld so schnell auf meinen Wunsch nach Verstärkung eingehen würde.“ Viktoria wirkte sichtlich erleichtert, als sie ihre neue Kollegin später im Wellnessbereich des „Fürstenhofs“ traf.

„Man muss den Direktor nur zu nehmen wissen, was?“, versetzte Fiona.

„Auf jeden Fall freue ich mich, dass Sie einsteigen wollen“, erwiderte Viktoria ehrlich. „Zumal wir ja schon erfolgreich zusammengearbeitet haben.“

„Als ich auf die Schnelle einen neuen Sponsor für das Golfturnier an Land gezogen habe?“ Fionas Ton war spitz geworden, und Viktoria verzog irritiert das Gesicht.

Doch in dem Moment platzte Samia herein. Sie arbeitete inzwischen als Masseurin im „Fürstenhof“. „Ich habe gerade mit Gregor telefoniert“, berichtete sie aufgelöst. „Er sitzt in Oslo fest. Der Rückflug war komplett ausgebucht – er hofft, dass er mit dem nächsten mitkommt.“ Sie seufzte. „Und Leonie, also Frau Preisinger, liegt mit akutem Leberversagen im Krankenhaus.“

„Furchtbar, ich hab’s mitbekommen“, erwiderte Viktoria besorgt. „Ist denn jemand bei ihr?“

„Robert.“ Samia war vollkommen durcheinander. „Mein nächster Termin ist erst in einer Stunde“, fuhr sie fort. „Kann ich so lange Pause machen? Ich muss erst mal runterkommen.“

„Klar, das verstehe ich“, entgegnete Viktoria und nickte.

Dankbar lächelte Samia ihr zu und zog sich zurück.

„Samia Gruber rennt sonst nicht so kopflos durch die Gegend“, sagte Viktoria zu Fiona, nachdem die Masseurin gegangen war.

„Solange sie ihre Arbeit ordentlich macht …“, entgegnete Fiona. „Ich wundere mich nur … Da kommt eine Kollegin ins Krankenhaus, und gleich denkt die zweite, sie kann es ausnutzen und blaumachen.“

„Sie macht nicht blau“, widersprach Viktoria. „Ich habe ihr erlaubt, etwas auszuspannen.“

„Eben“, bemerkte Fiona. „Ich dachte, in Ihrer Position sollte man diese Art Laisser-faire vermeiden.“

„Und wieso?“ Viktoria war sichtlich verärgert.

„Tanzen einem da die Mitarbeiter nicht ganz schnell auf der Nase herum?“, fragte Fiona.

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Mitarbeiter es gerade respektieren, wenn man als Vorgesetzter Mitgefühl zeigt“, hielt Felix’ Schwester dagegen.

Fiona beschloss, diplomatisch zurückzurudern. „Sie wissen das sicher besser als ich“, schmeichelte sie. „Ich dachte ja bloß …“

Miriam verpackte derweil Proben von ihrem neuen Duft Tender Love. Sie wollte das Parfüm einigen internationalen Kosmetikfirmen anbieten und hoffte, dass ein Unternehmen anbeißen würde.

Sie sah sich schon zu Vertragsverhandlungen nach Paris reisen. In die Stadt der Liebe, mit Robert an ihrer Seite …

Aber solange Leonie nicht gesund war, würde Robert sicher nirgendwohin reisen.

Er wollte ja sogar einen Teil seiner Leber für seine Cousine spenden. Allein der Gedanke an eine solche Operation machte Miriam verrückt vor Angst.

Doch noch gab es Hoffnung – Gregor war nach Oslo gefahren, um dort eine Spenderleber für Leonie abzuholen.

Sie ahnte nicht, dass Gregor in Norwegen kein Glück gehabt hatte. Die Spenderleber hatte ein Notfallpatient bekommen. Gregor würde also mit leeren Händen aus Oslo zurückkehren.

Robert hingegen war über diesen Umstand bereits unterrichtet.

Er wusste, was das für ihn bedeutete …

Und er musste Leonie jetzt einfach sehen.

Doch die Krankenschwester wollte ihn zunächst nicht zu ihr lassen. „Wir sind hier auf der Intensivstation und nicht im Zoo!“, brummelte sie.

Aber so leicht ließ Robert sich nicht von ihr abspeisen. Als er erklärte, dass er mit der Patientin verwandt sei, durfte er eintreten.

Leonie lag blass und regungslos im Bett, ihr Körper war mit unzähligen Maschinen verbunden.

„Was machst du bloß für einen Mist?“, fragte Robert liebevoll und nahm ihre Hand. „Das muss dann ja wohl der große Cousin ausbügeln.“ Entschlossen wandte er sich an die Schwester. „Ich möchte mich als Spender testen lassen“, sagte er. „Was muss ich dafür tun?“

Die Krankenschwester musterte ihn prüfend und nickte schließlich wohlwollend. „Kommen Sie mal mit!“

Mit einem zarten Kuss auf die Stirn verabschiedete er sich von seiner Cousine. „Du stirbst uns nicht“, versprach er leise. „Das lasse ich nicht zu.“

Unterdessen hatte die Nachricht, dass Leonie, um zu überleben, sofort eine neue Leber brauchte, auch Tanja und die Sonnbichlers erreicht.

„Wenn ich ihr nur helfen könnte …“, sagte das Zimmermädchen niedergeschlagen. „Man bräuchte als Spender die Blutgruppe A Null positiv, oder?“

„Also komme ich schon mal nicht infrage“, seufzte Alfons und schenkte sich einen Schnaps ein.

„Ich kenne meine Blutgruppe gar nicht“, stellte Hildegard fest.

„Aber ich!“, platzte Tanja heraus. „Ich habe Leonies Blutgruppe! Ausgerechnet jetzt …“

„Wie meinst du das?“, wunderte sich Hildegard.

Nach einem kurzen Zögern gab sich Tanja einen Ruck. „Ich bin schwanger“, gestand sie den verblüfften Portiersleuten. „Aber bitte – kein Wort zu niemandem!“

„Sie sind was? Alfons starrte sie fassungslos an.

„Kindchen, wie ist das denn passiert?“ Auch seine Frau war sichtlich schockiert über diese Neuigkeit.

„Das ist doch jetzt nicht wichtig.“ Tanja hatte nicht die geringste Lust dazu, weiter ins Detail zu gehen. „Wir müssen uns erst einmal um Leonie kümmern.“

„Darauf brauche ich jetzt auch einen Schnaps“, erklärte Hildegard und wollte ihrem Mann die Flasche aus der Hand nehmen, um sich etwas einzuschenken. Doch dann hielt sie inne und straffte die Schultern. „Nein. Ich gehe ins Krankenhaus. Die sollen meine Blutgruppe testen.“

„Ich komme mit!“, rief Tanja. „Ich muss zu Leonie.“

„Leonie, Süße … Was machst du denn bloß für Sachen?“ Hilflos stand Tanja am Bett ihrer Mitbewohnerin.

Auch Robert und Hildegard waren da.

„Wie geht es ihr?“, fragte Hildegard und blickte Robert an. „Was sagen die Ärzte?“

„Es war knapp“, seufzte er. „Sie meinen, dass sie demnächst wieder aufwacht. Aber bisher …“

„Sie muss wieder gesund werden!“ Tanja kämpfte mit den Tränen.

„Ich habe leider die falsche Blutgruppe.“ Hildegard hatte sich in der Zwischenzeit bereits testen lassen.

„Ich drehe noch durch“, entgegnete Tanja. „Wo kriegen wir denn jetzt so schnell eine Leber für sie her?“

„Von mir. Hoffentlich.“ Perplex sahen die beiden Frauen Robert an. „Meine Blutgruppe stimmt schon mal“, erklärte er. „Und wenn der Rest der Untersuchungen ergibt, dass ich als Leberspender infrage komme …“

„Dann machst du es?“

Er nickte, und das Zimmermädchen fiel ihm um den Hals.

„Du bist ein Held!“

„Das ist wirklich sehr mutig“, fand auch Hildegard.

„Mal sehen, was Miriam dazu sagt“, erwiderte er nachdenklich.

„Ich verstehe es, wenn Miriam Angst hat“, sagte Tanja später zu Hildegard.

Die beiden Frauen saßen an Leonies Bett und unterhielten sich leise. Robert war inzwischen gegangen.

„Aber sie darf es Robert nicht ausreden“, fuhr Tanja fort.

„Das müssen die zwei miteinander ausmachen“, mahnte Hildegard.

„Er wird ihr schon klarmachen, dass er das jetzt durchzieht“, hoffte das Zimmermädchen.

„Was ein echter Saalfeld ist …“ Trotz ihrer Sorge um Leonie musste Hildegard lächeln. „Die sind zäh. Und eigensinnig bis zum Gehtnichtmehr.“

Plötzlich stöhnte Leonie auf, und ihre Augenlider begannen zu flattern.

„Leonie?“, rief Tanja aufgeregt.

„Sie wacht auf“, stellte die Portiersfrau etwas nervös fest. „Leonie, hören Sie mich?“

„Frau Sonnbichler?“, murmelte Roberts Cousine und öffnete mühsam die Augen. Verwirrt und benommen sah sie sich um. „Bin ich im Krankenhaus?“, fragte sie leise.

„Du hast uns vielleicht erschreckt!“, platzte Tanja heraus. „Du bist einfach in der Küche zusammengeklappt.“

„Mir wurde plötzlich schwarz vor Augen …“ Vergeblich versuchte Leonie, sich weiter zu erinnern.

„Sie haben dich sogar hierher geflogen“, berichtete das Zimmermädchen.

„Im Hubschrauber?“ Leonie bemühte sich um Galgenhumor. „Und ich habe das verpasst?“

„Sie müssen sich jetzt erst einmal ausruhen“, mischte Hildegard sich ins Gespräch. „Und gesund werden.“

„Werde ich das denn?“, fragte Leonie skeptisch. „Was sagt Professor Sauer?“

Hildegard schwieg überfordert. Und auch Tanja wusste nicht, was sie darauf antworten sollte.

„Was ist los?“, hakte Leonie nach. „Ihr wisst doch etwas!“

Hildegard holte tief Luft. „Es gibt eine schlechte und eine gute Nachricht“, begann sie. „Die Ärzte meinen, wenn nicht rasch ein geeigneter Spender für Sie gefunden wird …“

„… sterbe ich“, ergänzte Leonie leise. „Bald.“ Unwillkürlich griff sie nach Hildegards Hand.

„Aber jetzt die gute Nachricht!“, rief Tanja, die die ganze Situation kaum aushielt. „Es gibt höchstwahrscheinlich einen geeigneten Spender. Robert!“

Ungläubig riss Leonie die Augen auf. „Er will mir einen Teil seiner Leber spenden?“

Robert sprach gerade mit Miriam über seinen Plan.

Und sie setzte alles daran, ihn von der Organspende abzubringen.

„Was ist mit Felix?“, fragte sie aufgelöst. „Er ist auch mit Leonie verwandt!“ Dabei hatte sie bereits mit ihrem Exmann gesprochen, der erklärt hatte, das Risiko sei ihm einfach zu hoch.

Robert winkte ab. „Ich muss ihr helfen!“, beharrte er.

„Ich will doch auch nicht, dass sie stirbt!“, rief Miriam verzweifelt.

Aber sie hatte all die Formulare gesehen, die Robert unterschreiben musste, wenn er sich wirklich der Operation unterziehen wollte. Und sie hatte panische Angst um ihn.

Auch er hatte Angst. Doch ihm blieb keine andere Wahl. Er nahm ihre Hände und blickte Miriam eindringlich an. „Ich liebe dich. Du liebst mich. Alles wird gut.“

Miriam war jedoch alles andere als beruhigt. „Versteh doch“, entgegnete sie. „Wir haben endlich Ja zueinander gesagt. Endlich könnte alles normal werden …“

„Ich kann nicht anders“, beschwor er sie. „Sobald es Leonie besser geht, haben wir zwei alle Zeit der Welt für uns.“

„Aber dann geht es dir womöglich schlecht“, wandte sie ein.

„Ich verstehe deine Bedenken“, entgegnete er. „Und glaube mir, ich tue das nicht leichtfertig. Doch ich habe mich entschieden.“

„Einfach so“, beklagte sie sich. „Ohne mit mir zu reden.“

In dem Moment klopfte es an der Tür, und Felix streckte den Kopf herein. „Entschuldigt, aber …“ Er warf Robert einen Blick zu. „Kann ich dich kurz sprechen?“

„Was gibt’s denn?“, knurrte Robert unwillig.

„Dein Vater hat Fiona Marquardt als zweite Geschäftsführerin angeheuert“, berichtete Felix. „Als Entlastung für Viktoria.“

Robert wusste zwar nichts davon, aber im Augenblick interessierte es ihn auch nicht sonderlich. „Und was ist mit der Golfmieze?“, wollte er wissen.

„Sie meint, unsere Speisekarte dürfte noch ein wenig raffinierter sein.“ Felix klang genervt.

Und Robert ging sofort in die Luft. „Wie bitte?“ Im ersten Moment sah es so aus, als wollte er explodieren, doch schließlich winkte er müde ab. „Wenn sie sonst keine Probleme hat …“

Felix sah Robert irritiert an, straffte dann die Schultern und sagte: „Ich dachte mir, dass wir tatsächlich die Karte leicht …“

„Ich fürchte, eure großartigen Menüerneuerungen musst du dir allein überlegen“, unterbrach Miriam ihn aufgewühlt. Tränen schossen ihr in die Augen, und sie funkelte Felix an. „Robert will unbedingt diese gefährliche Operation machen“, platzte sie heraus. „Und er macht sich über die Risiken gar keine Gedanken.“ Damit rannte sie aus der Wohnung.

Stirnrunzelnd blickte Felix Robert an, der nur seufzend die Schultern hob.

Kurz darauf standen Robert und Felix in der Küche des „Fürstenhofs“, um die Menüvorschläge für die kommenden Wochen durchzusprechen. Während Robert sich bemühte, seine Arbeit nicht unter seinen privaten Problemen leiden zu lassen, wirkte Felix nachdenklich.

„Sag mal …“, begann Felix zögerlich. „Welche Blutgruppe habt ihr eigentlich, Leonie und du?“

„A Null positiv“, gab Robert zur Antwort. „Warum?“

„Ich auch“, murmelte Felix. Plötzlich straffte er die Schultern. „Miriam hat recht: Es ist Quatsch, wenn du dich ausgerechnet jetzt für Wochen außer Gefecht setzt. Sie verdient es, endlich glücklich zu sein. Mit dir.“ Robert musterte ihn skeptisch. „Ich spende einen Teil meiner Leber“, fuhr Felix entschlossen fort.

„Wenn das mal kein geschicktes Manöver ist, um deine Ex-frau zu beeindrucken“, vermutete Robert kopfschüttelnd.

„Ich mache das nicht nur für Miriam“, beteuerte Felix. „Sondern für euch. Aber vor allem für Leonie.“

Seine Worte klangen ehrlich – und Robert musterte ihn beeindruckt.

Miriam machte sich Vorwürfe, weil sie sich während des Gesprächs mit Robert so schrecklich benommen hatte. Aber sie sorgte sich einfach um ihn und sie wollte ihn nicht verlieren. Natürlich verstand sie, dass er seine Cousine retten wollte. Sie musste seine Entscheidung akzeptieren.

Sie wartete in seiner Wohnung auf ihn. „Ich war unmöglich“, entschuldigte sie sich sofort, als er die Wohnung betrat.

„Kannst du mir noch mal verzeihen?“

„Immer“, sagte Robert voller Liebe.

„Auch wenn ich vor Sorge fast durchdrehe …“ Sie legte den Kopf an seine Schulter. „Ich liebe dich, gerade weil du so bist, wie du bist …“

„Und wie bin ich so?“, fragte er schmunzelnd.

„Du hast ein großes Herz, bist unglaublich …“ Sie stutzte. „Willst du mich auf den Arm nehmen?“

„Gerne.“ Er schlang seine Arme um sie und hob sie hoch. Behutsam setzte er sie ab und sah sie ernst an. „Du musst dir keine Sorgen mehr um mich machen. Felix hat die richtige Blutgruppe. Und wenn alle anderen Tests ergeben, dass er als Spender ebenso geeignet ist wie ich, würde er einspringen.“

„Wirklich?“ Erleichtert lächelte sie ihn an.

„Für seine große Liebe tut er alles“, stichelte er.

Irritiert runzelte sie die Stirn.

„Ist doch wahr! Gib zu, dass du beeindruckt bist.“

„Das wäre ich bei dir auch gewesen“, hielt sie dagegen. „Weil es mutig und selbstlos ist – so oder so. Aber darum geht es mir nicht.“ Sie sah ihm direkt in die Augen. „Robert Saalfeld, du wirst doch nicht Felix’ Angebot ablehnen, nur um als der Größere, Bessere, Tollere dazustehen?“

„Darum geht es mir nicht“, widersprach er sofort. „Sondern einzig und allein um Leonie.“

„Ich liebe dich“, sagte sie ruhig. „Und deshalb bitte ich dich: Lass es Felix machen.“

2. KAPITEL

Gegen Abend kam ein neuer Gast im „Fürstenhof“ an.

Alfons glaubte sofort, dass der junge Mann sich im Hotel geirrt haben musste, denn er hatte nur einen großen Rucksack dabei und wirkte unrasiert und übermüdet. „Falls Sie ein Zimmer suchen …“, begann der Portier höflich. „Wir haben leider kaum noch etwas frei. Aber im Dorf gibt es eine kleine Pension …“

Sein Gegenüber winkte ab. Doch bevor der Mann sich erklären konnte, fiel sein Blick auf Werner, der gerade die Lobby durchquerte.

„Kennen wir uns?“, wunderte sich der Senior, als er das breite Grinsen auf dem Gesicht des Fremden registrierte.

„Ich glaube schon. Onkel Werner?“

Da erst fiel bei Werner der Groschen. „Das darf nicht wahr sein“, murmelte er überrumpelt. „Simon? Simon Konopka?“

Der junge Mann nickte und streckte ihm die Hand entgegen. „Sorry, dass ich einfach reinplatze“, entschuldigte er sich. „Aber ich dachte mir, in einem so großen und schönen Haus wie deinem gibt es für mich sicher irgendwo ein Plätzchen.“

„Sicher“, erwiderte der Senior wenig begeistert. „Ja, komm doch erst mal mit, wir trinken was, und du erzählst mir, was dich herführt. – Wir haben uns ja bestimmt fünfzehn Jahre nicht gesehen.“

„Können wir das auf morgen verschieben?“, bat sein Neffe und unterdrückte ein Gähnen. „Im Moment wünsche ich mir nichts anderes als eine Dusche und ein Bett.“

„Natürlich.“ Werner nickte Alfons zu. „Sie kümmern sich darum, Herr Sonnbichler?“ Mit einem Kopfnicken wandte er sich zum Gehen. Was wollte Simon hier?

Gleich am nächsten Morgen unterzog sich Felix den Untersuchungen, um festzustellen, ob er als Leberspender für Leonie in Betracht kam.

Doch der Bescheid fiel negativ aus. Aufgrund eines Leberrisses, den er sich irgendwann einmal zugezogen haben musste, kam er als Spender nicht infrage.

Niedergeschlagen machte Felix sich auf den Weg zurück zum „Fürstenhof“, um den anderen von den Untersuchungsergebnissen zu berichten.

Als Erste lief ihm Miriam in die Arme. Sie fiel aus allen Wolken, als sie das Ergebnis des Tests erfuhr.

Nun gab es gar keinen Ausweg mehr. Jetzt musste Robert sich der Operation unterziehen. Wenn Leonie nicht sterben sollte …

Aufgewühlt zog Miriam sich zurück und spazierte an der Pferdekoppel entlang, um in Ruhe nachdenken zu können.

Warum? Warum passierte das alles immer ihr? Miriam war vollkommen verzweifelt. Warum durfte sie nicht einfach mal glücklich sein mit Robert? Warum musste ausgerechnet er der Einzige sein, der Leonie helfen konnte? Sie hatte solche Angst um ihn. Aber sie wusste auch, dass er das für seine Cousine tun musste …

Plötzlich bemerkte sie Robert, der hinter ihr aufgetaucht war.

Traurig blickte sie ihn an. „Du machst es, oder?“

Natürlich hatte Robert bereits erfahren, wie Felix’ Untersuchung ausgegangen war. „Ich gebe zu, ich bin so gut wie entschlossen“, sagte er. „Ich gebe aber auch zu, dass mir wesentlich leichter ums Herz wäre, wenn du hinter mir stündest.“

„Das ist nicht das Problem“, erwiderte sie. „Ich verstehe dich ja. Wahrscheinlich würde ich an deiner Stelle sogar dasselbe tun.“

Die beiden tauschten einen liebevollen Blick.

„Es ist nicht so, dass ich keine Angst hätte“, gestand er. „Aber ich würde mir nie im Leben verzeihen, wenn ich jetzt kneife.“

„Ich weiß …“ Halt suchend klammerte sie sich an seine Hand.

„Komm!“ Er zog sie mit sich fort.

„Wohin?“

„Ins Krankenhaus, zu Leonie“, gab er zur Antwort. „Wenn du sie etwas näher kennenlernst, kannst du mich besser verstehen.“

Professor Sauer hatte seiner Patientin ein starkes Beruhigungsmittel gegeben, und so schlief Leonie, als ihr Besuch das Zimmer betrat.

„In ein paar Tagen liegst du auch so da“, sagte Miriam beklommen.

„Bitte, du darfst dich jetzt nicht noch absichtlich hineinsteigern.“

Miriam konnte nichts dagegen tun – ihr schossen Tränen in die Augen.

„So habe ich das nicht gemeint“, entschuldigte Robert sich betreten und strich ihr tröstend über den Rücken.

Verzweifelt versuchte Miriam sich zu fangen.

„Du bist wunderbar“, flüsterte Robert. „Und du schaffst das. Das weiß ich. Für mich. Für uns alle.“

Doch sie konnte ihre Angst nicht länger unterdrücken. „Ich kann das nicht“, schluchzte sie. „Wenn dir bei der Operation was passiert …“

Die beiden hatten nicht bemerkt, dass Leonie inzwischen die Augen aufgeschlagen hatte und Miriams Ausbruch mitbekam …

Robert hatte Miriam in seine Arme geschlossen. Als er nun einen Blick über ihre Schulter auf Leonie warf, sah er, dass seine Cousine wach geworden war. Er gab Miriam, die sich wieder beruhigt hatte, einen Kuss und setzte sich ans Bett. Behutsam nahm er Leonies Hand und erzählte seiner Cousine von seiner Absicht, einen Teil seiner Leber für sie zu spenden.

„Es ist total lieb von dir, dass du mir helfen willst“, entgegnete Leonie müde. „Danke! – Aber ich kann das nicht annehmen.“

Irritiert runzelte Robert die Stirn.

„Ich will nicht, dass du dein Leben für mich riskierst. Und Miriam unglücklich machst …“

„Leonie, sei vernünftig“, bat Robert entgeistert.

Doch seine Cousine war sich ihrer Sache vollkommen sicher. „Ich will nicht schuld daran sein, dass euer Leben kaputtgeht. Lieber sterbe ich.“

Miriam und er tauschten einen fassungslosen Blick.

„Das kann doch nicht dein Ernst sein, Leonie“, sagte er. „Mir wird doch nur ein kleiner Teil meiner Leber rausgenommen. Für die Ärzte ist so ein Eingriff Routine!“

„Es bleibt immer ein Risiko“, beharrte Leonie.

„Robert ist fit und steckt das sicher gut weg“, meldete sich nun auch Miriam zu Wort. „Und du kannst wieder gesund werden durch die Transplantation.“

„Mach dir nichts vor“, erwiderte Leonie und musterte sie forschend.

„Ja, ich habe ein bisschen Angst“, räumte Miriam ein. „Aber trotzdem glaube ich, dass es richtig ist, was er tut.“

Doch Leonie blieb störrisch. „Ich will deine Organspende aber nicht, Robert“, erklärte sie. „Ich warte lieber auf eine andere.“

„Auf irgendeinen unbekannten Verstorbenen?“, entgegnete er.

Sie nickte.

„Und wenn das nicht so schnell geht?“, hakte Miriam behutsam nach.

„Ich weiß, dass ich nicht mehr viel Zeit habe.“ Robert holte Luft, um etwas einzuwenden, doch seine Cousine ließ ihn gar nicht erst zu Wort kommen. „Danke, dass ihr mir helfen wollt“, fuhr sie fort. „Aber lasst mich jetzt bitte allein. Ich will schlafen.“

„Ich bin schuld.“ Miriam machte sich schreckliche Vorwürfe, als sie mit Robert zurück zum „Fürstenhof“ fuhr.

„Nein“, wollte er sie beruhigen. „Leonie ist einfach nur verbohrt. Stur und stolz und was weiß ich noch alles …“

„Sie hat mitbekommen, wie viel Angst ich um dich habe“, widersprach Miriam. „Ich hätte mich beherrschen müssen. Sie hat gesehen, dass ich geweint habe.“

„Es ist eben passiert“, sagte Robert und legte tröstend den Arm um sie.

Doch sie konnte die Sache einfach nicht auf sich beruhen lassen. Im Zweifelsfall würde sie noch einmal allein mit Leonie sprechen müssen. Aber zunächst sollte es Gregor versuchen, wenn er aus Oslo zurück war. Zu ihm hatte Leonie eindeutig das größte Vertrauen.

Simon hatte ausgeschlafen und meldete sich am Vormittag bei seinem Onkel. Nichts erinnerte mehr an seine ungepflegte Erscheinung vom Abend zuvor – im Gegenteil: Simon Konopka war ein ausgesprochen attraktiver Mann!

„Darf ich erfahren, wie ich zu diesem unerwarteten Besuch komme?“, wollte Werner gleich wissen und blickte seinen Neffen an. Nachdem Werner aus der damaligen DDR geflohen war, war der Kontakt zu seinem Bruder André abgebrochen.

„Freust du dich denn überhaupt nicht, mich zu sehen?“, fragte Simon.

Der Senior schwieg. Er gelang ihm nur schwer zu verbergen, dass er tatsächlich nicht begeistert war, seinen Neffen wiederzutreffen.

„Wie du vielleicht weißt, war ich in den letzten Jahren viel unterwegs“, fuhr Simon fort. „Zuletzt für längere Zeit in Australien.“

Werner hob die Schultern – er konnte sich nicht erinnern, darüber etwas gehört zu haben.

„Ich suche Papa“, erklärte Simon. „Weißt du, wo er steckt?“

„Ich weiß gar nichts“, antwortete sein Onkel knapp.

„Papa hatte in Halle ein Restaurant“, erläuterte Simon. „Aber dann gab es anscheinend Ärger mit ein paar Gläubigern.“

„Warum wundert mich das eigentlich nicht?“ Werner lachte bitter auf.

„Jedenfalls ist er seitdem spurlos verschwunden“, fuhr Simon fort. „Und ich hatte gehofft, du hättest irgendwas von ihm gehört.“

Doch Werner hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Bruder. Als er seinen Neffen nun anblickte, spürte er Mitleid in sich aufsteigen. Mit etwas weicherer Stimme erklärte er: „Tut mir leid, aber wenn du vorm Weitersuchen noch ein paarmal ausschlafen willst – du weißt ja, wo dein Zimmer ist.“

Dankbar für diese Geste lächelte Simon ihm zu.

Nachdem sie das gemeinsame Frühstück beendet hatten, führte Werner seinen Neffen durch den „Fürstenhof“.

„Schön, dass es wenigstens einer aus der Familie zu was gebracht hat“, stichelte Simon, den die Schönheit des Hotels in Wahrheit jedoch ziemlich beeindruckte. „Man muss eben die richtige Frau heiraten, dann läuft tatsächlich alles wie von selbst.“

„Hast du damit Erfahrung?“, konterte sein Onkel sogleich. Aber Simon reagierte nicht. „Gut. Wenn du nicht über dein Privatleben reden willst – verrätst du mir dann wenigstens, was dich ans andere Ende der Welt geführt hat?“

„Wie du weißt, gibt es in Australien ein paar hervorragende Weinanbaugebiete.“ Simons Ton war vorwurfsvoll geworden, aber Werner bemerkte das gar nicht. „Und ich habe mich ein wenig in der Branche umgesehen.“

„Dann würde dich vielleicht ein Blick in unseren Weinkeller interessieren?“, meinte Werner.

Sein Neffe nickte und wollte ihm schon folgen, als sein Blick auf Fiona fiel, die gerade die Treppe hinunterkam.

„Fiona?“, rief er überrascht.

„Simon?“ Fiona war sichtlich irritiert, setzte aber schnell ein strahlendes Lächeln auf und begrüßte ihn mit einem Küsschen auf die Wange.

„Ihr kennt euch?“, staunte der Senior.

„Ja“, bestätigte Fiona. „Wir haben uns beim Golfen kennengelernt. In Australien.“

„Du spielst Golf?“ Werner wunderte sich immer mehr.

„Herr Konopka hat für die Teilnehmer eines internationalen Turniers den Wein geliefert“, erklärte Fiona weiter.

Eine leise Erinnerung regte sich bei Werner – und diese Erinnerung war ihm unangenehm …

„Wussten Sie denn nicht, dass Herr Konopka Winzer ist?“, fragte Fiona jetzt. „Und zwar ein sehr guter.“ Sie lachte. „Rainer und ich habe mehr von seinen Weinen getrunken, als die Polizei erlaubt.“

„Du hast in Australien also als Winzer gearbeitet?“ Der Senior blickte seinen Neffen fragend an.

Simon nickte nur.

Werner zögerte kurz, straffte dann die Schultern und erklärte jovial: „Dann lasse ich euch beide mal allein. Zwei so gute alte Bekannte – da gibt es sicher jede Menge zu erzählen.“ Er warf einen demonstrativen Blick auf seine Uhr, nickte den beiden noch einmal zu und ging.

Kaum war er außer Hörweite, fuhr Simon Fiona unwirsch an. „Wie kommst du dazu, solchen Mist zu erzählen?“

Sie machte eine beschwichtigende Geste und bat ihn dann, mit ihr in die Fürstensuite zu kommen.

Aber auch dort ereiferte Simon sich weiter. „Du lügst doch wie gedruckt!“, warf er ihr vor. „Warum hast du nicht gesagt, dass wir beide mal zusammen waren?“

Sie schwieg.

„Du hättest auch erzählen können, dass du mich wegen dieses Golfheinis verlassen hast.“

Sie musterte ihn kühl. „Ich habe gerade einen Job hier bekommen“, erklärte sie dann. „Ich bin die zweite Geschäftsführerin.“

„Und wo ist dein stinkreicher Golfheini geblieben?“, spottete Simon.

„Ich habe mich umorientiert“, gab Fiona ausweichend zur Antwort.

„Ich kann nicht glauben, dass du deinen Goldfisch freiwillig von der Angel gelassen hast“, entgegnete er. „Da hat sich wohl eher Saremba umorientiert.“

„Es geht dich nichts an, Simon.“ Sie bemühte sich um eine souveräne Haltung. „Und Herr Saalfeld muss erst recht nicht alles von mir wissen. Ich stelle ihm doch nicht jeden meiner Exlover vor.“

„Wie viele laufen denn noch hier rum?“, höhnte er.

„Ich fange gerade neu an“, erklärte Fiona. „Mach mir das nicht kaputt.“ Sie setzte sich aufs Bett. „Erzähl lieber von dir. Was machst du hier?“

„Urlaub?“

Sie wusste, dass das nicht wirklich der Wahrheit entsprechen konnte, und blickte ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Also gut, Verwandtenbesuch“, gab er schließlich zu. „Dein Chef ist mein Onkel.“

Fiona war sich nicht so sicher, ob das eine gute oder eine schlechte Neuigkeit war … Als sie jedoch begriff, dass die Familienbande alles andere als stark ausgeprägt waren, bestellte sie beim Zimmerservice erleichtert eine Flasche Champagner, um mit Simon auf das unverhoffte Wiedersehen anzustoßen.

„Auf den Zufall“, sagte er und hob sein Glas.

„Auf das Schicksal, das uns wieder zusammengeführt hat“, hielt sie dagegen.

„Schicksal?“ Er schnaubte verächtlich. „Wo du doch sonst immer alles selbst in die Hand nimmst?“

„Manches sollte man eben auf sich zukommen lassen“, fand sie. Langsam stand sie auf und ging zu ihm. Und als sie ihn küsste, ließ er es geschehen …

Müde und erschöpft stapfte Gregor nun in Richtung „Fürstenhof“.

Da kam ihm auch schon Samia entgegengestürmt, die ihn umarmte und sich sichtlich freute, ihn zu sehen.

„Das ist ja eine nette Begrüßung“, stellte Gregor fest.

„Ich habe dich vermisst“, gab Samia zu.

„Ich dich auch.“

Sie küsste ihn fest. „Du siehst sehr müde aus“, bemerkte sie.

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