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Verwegene Sehnsucht

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1. KAPITEL

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1811

Jane Hemingford schrieb gerade einen Brief an ihrem Schreibtisch in dem kleinen Salon, der im ersten Stock ihres Londoner Zuhauses lag, als ihre Großtante hereinrauschte, von heller Aufregung erhitzt. „Oh Jane, Mr. Allworthy ist hier!“

„Mr. Allworthy? Meinst du Mr. Donald Allworthy?“

„Allerdings. Wen sollte ich denn sonst meinen?“ Da die rundliche Harriet Lane etwas zu schnell die Treppe hinaufgestiegen war, musste sie nach Atem ringen. Sorgsam rückte sie ihr verrutschtes schwarzes Spitzenhäubchen zurecht.

„Aber es ist erst zehn Uhr, zu früh für einen Vormittagsbesuch“, wandte Jane ein. „Und ich bin nicht passend gekleidet, um ihn zu empfangen.“

„Dann solltest du sofort etwas anderes anziehen. Er ist in die Bibliothek gegangen und spricht mit deinem Papa, der zweifellos bald nach dir schicken wird.“

„Mr. Allworthy spricht mit Papa? Das heißt doch nicht – er will ihn um meine Hand bitten?“

„Doch, genau das. Beeil dich jetzt, und mach dich schön! Allzu lange wird sich Mr. Allworthy nicht mit deinem Papa unterhalten, weil es im Grunde nichts zu diskutieren gibt. Immerhin ist er eine ausgezeichnete Partie.“

Wie vom Donner gerührt saß Jane an ihrem Schreibtisch. Seit vielen Jahren verwitwet, hatte Tante Harriet ein zurückgezogenes Leben in Bath geführt und sich plötzlich entschlossen, ihrer Großnichte einen ausgedehnten Besuch abzustatten, um sie unter ihre Fittiche zu nehmen. Höchste Zeit, dass du über diesen alten Unsinn hinwegkommst und eine Ehe in Betracht ziehst, hatte sie entschieden.

Jener „alte Unsinn“ war Janes frühere Verlobung mit Harry Hemingford, ihrem Vetter zweiten Grades, die mit einem schrecklichen Skandal geendet hatte. Daran wollte Jane nicht denken, geschweige denn darüber reden. Inzwischen waren zweieinhalb Jahre verstrichen, und sie hatte ihren Kummer einigermaßen verwunden, was jedoch keineswegs bedeutete, dass sie sich in eine neue Verlobung stürzen würde. Ganz sicher nicht, um Harriet Lanes Wünsche zu erfüllen …

Seit ihre Tante zu Beginn der Saison in London eingetroffen war, gingen sie unentwegt aus, nahmen an Soireen, Bällen, Picknicks und Teepartys teil. Bei einer der Letzteren hatte man Jane mit Donald Allworthy bekannt gemacht. Schon vorher hatte sie ihn mehrmals in Gesellschaft junger Leute gesehen. Sie fand ihn attraktiv und aufmerksam. Aber die Aufmerksamkeit, die er ihr zeigte, hatte sie niemals auf seine ernsthafte Absicht hingewiesen, ihr einen Antrag zu machen. „Um Himmels willen, Tante, ich kenne ihn kaum. Und ich hatte keine Ahnung, dass er mich heiraten will.“

„Warum solltest du auch? Er ist ein perfekter Gentleman. Ohne die Erlaubnis deines Vaters würde er dir niemals den Hof machen.“

Mit anderen Worten, er benahm sich nicht so wie Harry. Donald Allworthy war – das musste Jane zugeben – tatsächlich eine gute Partie. Warum hatte er ausgerechnet sie gewählt? Für eine strahlende Schönheit hielt sie sich nicht, denn sie fand ihre Nase etwas zu groß, ihre Brauen zu hell. In einem gewissen Licht schimmerte ihr braunes Haar fast kastanienfarben, und ihr rosiger Teint rötete sich, wenn sie verlegen oder ärgerlich war. Jetzt ärgerte sie sich eigentlich nicht, sie war nur verwirrt. „Muss ich ihn wirklich begrüßen?“

„Führ dich nicht wie eine dumme Gans auf, Jane! Du bist kein albernes Schulmädchen mehr, sondern zwanzig Jahre alt, und du müsstest längst verheiratet sein.“

Das wäre ich, hätte ich die Verlobung mit Harry nicht gelöst, dachte Jane. „Deshalb muss ich nicht in die Arme des ersten Mannes sinken, der um mich anhält.“

„Der erste ist er nicht, oder?“

„Oh Tante, warum erinnerst du mich daran? Das alles will ich vergessen.“

„Tut mir Leid, Liebes. Trotzdem muss ich meine Gedanken aussprechen. Du hast damals keine vernünftige Wahl getroffen. Aber nun bist du älter und klüger, und wenn du meinen Rat befolgst, wird deinem Wohl nichts im Wege stehen.“

Am liebsten hätte Jane erwidert, solche Ratschläge brauche sie nicht. Doch sie war ein gutherziges, fügsames Mädchen, und sie ertrug es nicht, die Gefühle ihrer Mitmenschen zu verletzen. „Natürlich weiß ich deine Sorge um mich zu schätzen, Tante Harriet. Es ist nur – Mr. Allworthys Interesse an mir verblüfft mich. Bist du sicher, dass er Papa aufgesucht hat, weil er mich heiraten möchte?“

„Völlig sicher. Auf Lady Pontefracts Ball fragte er mich, ob Mr. Hemingford ihn empfangen würde, und ich stimmte zu. Allerdings versprach ich ihm nicht, er dürfe auch dir seine Aufwartung machen. Das sollst du selber entscheiden.“ Harriet klang, als wäre sie beleidigt, weil die Nichte all die Mühe nicht würdigte.

„Dann muss ich wohl oder übel mit ihm reden“, seufzte Jane.

„Braves Mädchen. Geh jetzt, und zieh dir etwas Hübsches an.“

Im Erdgeschoss des gemieteten Hauses an der Duke Street gab es außer der Eingangshalle nur einen kleinen Empfangsraum und die Bibliothek, wo Janes Vater den Großteil seiner Zeit verbrachte, um an einem philosophischen Buch zu arbeiten. Davon erhoffte er sich die Anerkennung der wissenschaftlichen Welt. Die Küchen- und Wirtschaftsräume befanden sich im Souterrain, der Salon und das Speisezimmer im ersten Stock, die Schlafgemächer in der zweiten Etage. Da James Hemingford und seine Tochter allein lebten, beschäftigten sie nur zwei Dienstboten – Hannah, die Köchin und Haushälterin, und Bromwell, der als Butler und Lakai fungierte.

Harriet hatte ihre Chaise und Pferde mitgebracht, die in einem Mietstall versorgt wurden, und ihr Kutscher Hoskins wohnte außerhalb des Hauses. Nach ihrer Ansicht brauchte die Nichte eine Zofe, obwohl Jane beteuerte, ihr Vater könne sich keine leisten. Für ihre schlichten Bedürfnisse könne Hannah sehr gut sorgen. Das hinderte die Tante jedoch nicht daran, ihr die eigene Zofe Lucy zu schicken, wann immer sie glaubte, die Situation würde es erfordern.

Offenbar traf dies jetzt zu, denn das Mädchen wartete bereits in Janes Schlafzimmer, ein hellgrünes Musselinkleid mit hoher Taille und kleinen Puffärmeln über dem Arm. „In so kurzer Zeit kann ich nicht viel aus Ihrem Haar machen, Miss Jane“, klagte Lucy. „Hätte der Gentleman seinen Besuch bloß angekündigt!“

„Auch mir wäre das angenehmer gewesen, Lucy“, gestand Jane. „Bürsten Sie mein Haar einfach nur und binden Sie es mit einer grünen Schleife zusammen.“

Während sie in leichte Glacélederschuhe schlüpfte, klopfte Harriet an die Tür und trat ein. „Bist du fertig, Liebes?“ Kritisch musterte sie ihre Nichte. „Sehr hübsch. Ein bisschen farblos … Nun, vielleicht ist eine gewisse Zurückhaltung angemessen, bis du den Geschmack deines Bräutigams kennst.“

„Meines Bräutigams? Noch hat er mich nicht gefragt, ob ich seine Frau werden will, und ich habe seinen Antrag ebenso wenig angenommen.“

„Nein, aber er wird dich fragen, und wirst nicht so dumm sein und ihn abweisen.“

„Ich werde ihn anhören. Mehr kann ich nicht versprechen.“ Jane folgte ihrer Tante in den Salon hinab. Nach der Übersiedlung mit ihrem Vater nach London hatte sie den Raum stilvoll eingerichtet. Der Hausherr und Mr. Allworthy standen vor dem Kamin.

Untadelig gekleidet – in dunkelblaues feines Tuch und biskuitgelbe Breeches, die in glänzend polierten Reitstiefeln steckten –, wirkte der hoch gewachsene, schlanke Donald Allworthy elegant, jedoch nicht dandyhaft. Im sorgfältig geschlungenen Krawattentuch glänzte eine Diamantnadel, die Brokatweste war eng anliegend. Lächelnd verneigte er sich. „Ihr Diener, Miss Hemingford.“

„Mr. Allworthy …“ Sie knickste und spürte, wie ihr das Blut in die Wangen stieg. Hastig wandte sie sich zu ihrem Vater, der wesentlich kleiner als der Besucher war und eindeutig weniger Wert auf seine Kleidung legte. Das schüttere graue Haar stand nach allem Seiten von seinem Kopf ab, als wäre er mit den Fingern hindurchgefahren. „Du hast mich hierher bestellt, Papa?“

„Ja, in der Tat.“

Schweren Herzens betrachtete sie seine zufriedene Miene. Also freute er sich, weil sich endlich jemand gefunden hatte, der ihn von der Sorge um seine närrische Tochter befreite. Der Skandal um ihre gelöste Verlobung war ihm sehr nahe gegangen. Trotzdem hatte er ihr keine Vorwürfe gemacht und es ihr überlassen, was sie mit ihrem Leben anfangen wollte. Und so wäre es unrecht, wenn sie dem lieben, guten Mann Schwierigkeiten bereiten würde.

„Mr. Allworthy möchte mir dir sprechen“, verkündete er. „Gewiss wirst du ihm aufmerksam zuhören.“

„Natürlich, Papa“, antwortete sie und wagte den jungen Mann nicht anzuschauen.

„Dann werde ich dich mit dem Gentleman allein lassen.“ Er winkte Tante Harriet zu sich, und sie gingen hinaus.

Lauter denn je tickte die Uhr auf dem Kaminsims. Oder war es ihr Herz, das ihr bis zum Hals schlug? Jane setzte sich auf das Sofa und faltete die Hände im Schoß. „Nehmen Sie bitte Platz, Mr. Allworthy.“

Nach einer weiteren Verbeugung ließ er sich an ihrer Seite nieder. „Hoffentlich geht es Ihnen gut, Miss Hemingford.“

„Sehr gut, Mr. Allworthy. Und Ihnen?“

„Nun, körperlich bin ich bei bester Gesundheit, danke. Was jedoch meinen Gemütszustand betrifft … Das habe ich nämlich noch nie getan.“

„Was, Mr. Allworthy?“

„Eine junge Dame zu bitten, sie möge meine Gemahlin werden. Noch nie empfand ich diesen Wunsch – bis jetzt.“ Beschwörend ergriff er ihre Hand. „In meiner Brust ist eine tiefe Neigung zu Ihnen erwacht, und ich bewundere Sie sehr. Wenn Sie sich bereit erklären würden, meine Frau zu werden, würde ich mich geehrt und privilegiert fühlen.“

„Oh Mr. Allworthy, bitte …“ Sie versuchte ihm ihre Hand zu entziehen, doch er hielt sie zu fest umfangen, und sie wollte nicht mit ihm kämpfen.

„Deuten Sie etwa an, Sie hätten es nicht erwartet?“

„Bis zum heutigen Tag nicht, und ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll …“

„Nehmen Sie meinen Antrag an, und machen Sie mich zum glücklichsten Mann auf der Welt.“

„Aber wir kennen uns kaum.“

„Ich kenne Sie gut genug, um zu wissen, dass wir füreinander bestimmt sind. Das fühlte ich sofort, als ich Sie zum ersten Mal sah – vor einem Monat auf Mrs. Bradfords Party. Sie entsprachen ganz genau meiner Vision von einer perfekten Gemahlin, Miss Hemingford, denn Sie sind schön, klug und ehrlich, von guter Herkunft und gewiss kein albernes junges Ding. Was mich betrifft – ich besitze einen kleinen Landsitz im nördlichen Norfolk. Reich bin ich nicht, aber keineswegs mittellos, und ich habe zudem gewisse Aussichten …“ Er unterbrach sich, als hätte er schon zu viel gesagt, dann fügte er hinzu: „Am gebührenden Komfort würde es Ihnen niemals mangeln, Miss Hemingford. Sicher könnten wir zusammen glücklich werden.“

Eine gewinnende Ansprache, dachte Jane. Dass er kein Krösus war, störte sie kein bisschen. Aber warum wollte er eine junge Frau heiraten, die mit ihrer geplatzten Verlobung einen Skandal verursacht hatte? „Offenbar wissen Sie zu wenig über mich, Mr. Allworthy. Wie ich gestehen muss, war ich schon einmal verlobt …“

„Davon hat Ihr Vater mir erzählt und versichert, dies würde längst der Vergangenheit angehören. Also wäre es kein Hindernis, wenn Sie mich lieben.“

„Was ich nicht behaupten kann …“

„Doch Sie hegen keine Abneigung gegen mich?“

„Keineswegs, Sir.“

„Dann werde ich alles tun, was in meiner Macht steht, um Ihre Liebe zu erringen.“

„Ist das so einfach?“

„Vielleicht sind bereits gewisse Emotionen vorhanden, in Ihrer Seele verborgen, und sie müssen nur erkannt werden. Verstehen Sie mich?“

„Oh ja, Mr. Allworthy.“

„Und was sagen Sie?“

„Heute kann ich Ihnen noch keine Antwort geben. Eine Ehe einzugehen ist ein bedeutsamer Schritt. Darüber muss ich nachdenken. Bei meiner Verlobung war ich zu jung, und ich ließ mich vom Enthusiasmus jenes Mannes mitreißen. Diesen Fehler möchte ich nicht noch einmal machen.“

„Natürlich nicht.“ Ehrerbietig küsste er ihre Hand. Seine Lippen fühlten sich kühl und trocken an. „Aber in Ihrer Güte werden Sie mir gestatten, Hoffnung zu schöpfen.“

Jane musterte sein attraktives Gesicht mit dem markanten Kinn und den hohen Wangenknochen. Für einen blonden Mann hatte er ungewöhnlich dunkle Augen. Soweit sie es festzustellen vermochte, wirkte seine Miene aufrichtig. „Diese Hoffnung kann ich Ihnen nicht verbieten.“ Um das Gespräch zu beenden, erhob sie sich.

Auch er stand auf. „Vielen Dank. Ich würde Sie und Ihren Vater gern zu einem kurzen Besuch in Coprise Manor einladen. Wenn Sie meinen Landsitz sehen, werden Sie begeistert sein. Und falls Sie etwas an der Einrichtung ändern wollen, brauchen Sie mich nur darauf hinzuweisen.“

„Nicht so schnell, Sir, Sie rauben mir den Atem.“

„Verzeihen Sie mir, Miss Hemingford, ich bin zu ungeduldig. Aber – darf ich Sie und Ihre Tante heute Nachmittag zu einer Ausfahrt einladen?“

„Leider muss ich ablehnen, da ich bereits verabredet bin.“ Mit einem Lächeln suchte sie seine Enttäuschung zu mildern. „Vielleicht morgen?“

„Sehr gern. Darauf freue ich mich. Wäre es Ihnen recht, wenn ich Sie um zwei Uhr abhole?“

„Gut, ich erwarte Sie um diese Zeit.“

Nachdem Bromwell ihn hinausbegleitet hatte, sank Jane seufzend auf das Sofa zurück. Mr. Allworthy hatte sich einwandfrei und sehr korrekt benommen. Und doch … Nein, sie wollte nicht an Harry denken, den überschwänglichen, temperamentvollen Harry, der sie so betörend geküsst und beteuert hatte: „Nur du bist die Richtige für mich, Jane. Leugne es nicht! Wir gehören zusammen. Sollen wir unsere Verlobung bekannt geben?“ So sicher war sie seiner Liebe und ihrer eigenen gewesen …

Harriet eilte in den Salon und unterbrach die melancholischen Gedanken ihrer Nichte. „Nun?“ fragte sie, ein helles Funkeln in den kleinen braunen Augen. „Dürfen wir dir gratulieren?“

„Noch nicht, Tante. Dachtest du, ich würde Mr. Allworthys Antrag sofort akzeptieren?“

„Also lässt du den Ärmsten zappeln, du böses Mädchen?“

„Das wird er wohl kaum tun, dafür besitzt er zu viel Rückgrat. Außerdem habe ich ihm erlaubt, sich Hoffnungen zu machen.“

„Wunderbar, das ist so gut wie ein Ja. Jetzt müssen wir eine Party vorbereiten …“

„Moment mal, das ist erst nach der offiziellen Verlautbarung möglich.“ Lächelnd stand Jane auf und küsste die Wange ihrer Tante. „Tut mir Leid, wenn ich dir den Spaß verderbe.“

Mahnend drohte Harriet ihr mit einem schwarz behandschuhten Finger. „Führe Mr. Allworthy bloß nicht an der Nase herum! Das würde er nicht dulden.“

„Er versteht, dass ich erst einmal nachdenken muss, und ist bereit, auf meine Antwort zu warten. Hast du morgen Nachmittag Zeit? Er will mit uns ausfahren.“

„Selbst wenn ich keine Zeit hätte – die würde ich mir nehmen. Oh, ich bin ja so froh, dass ich den Rat der Countess befolgt habe! ‚Kümmern Sie sich endlich um Ihre Nichte!‘ hat sie mir empfohlen. ‚Es ist Ihre Pflicht, etwas zu unternehmen. Sonst wird sie als alte Jungfer enden.‘“ Die Countess of Carringdale gehörte zu den zahlreichen aristokratischen Bekanntschaften, mit denen sich Harriet Lane stets brüstete. „Da meine Mutter eine entfernte Cousine der Countess war, bist auch du mit ihr verwandt, Jane“, hatte sie betont. „Allerdings weiß ich nicht, um wie viele Ecken.“

Für vornehme Verwandte interessierte sich Jane nicht im Mindesten, schon gar nicht, wenn sie sich in ihr Leben einmischten. Die aufdringlichen Ratschläge der Tante ertrug sie nur, weil Harriet ein gutes Herz besaß und sie getröstet hatte, als die Mutter gestorben war. Liebevoll hatte sie das vierzehnjährige Mädchen in die runden Arme genommen und an ihrer Schulter weinen lassen. Und nach der geplatzten Verlobung war die Tante sofort auf der Schwelle erschienen, um fröhlich zu verkünden, Jane habe richtig gehandelt. Niemand dürfe von ihr erwarten, den Schurken trotz seines Vergehens zu heiraten.

Nun schaute Harriet ihre Nichte prüfend an. „Du hältst Mr. Allworthy doch nicht hin, weil du immer noch der Vergangenheit nachtrauerst?“

„Nein, Tante, darüber bin ich hinweg. Ich brauche nur etwas Zeit, um einen Entschluss zu fassen, und das versteht er sehr gut.“

Wieder einmal überlegte sie, warum seine Wahl trotz jenes Skandals auf sie gefallen war. Sie besaß kein Vermögen und würde nur eine geringfügige Mitgift erhalten, weil die schriftstellerische Tätigkeit ihres Vater nicht viel eintrug. Von dem Geld, das ihre Mutter in die Ehe mitgebracht hatte, war kaum noch etwas übrig. Befand er sich in einer prekären Finanzlage und wollte seine Tochter möglichst bald versorgt sehen? Falls das stimmte – durfte sie zaudern? Wenn sie den Heiratsantrag annahm, würde sie nicht nur Mr. Allworthy, sondern auch ihre Familie beglücken.

„Jetzt solltest du deinem Vater mitteilen, wie das Gespräch mit dem Gentleman verlaufen ist. Er sitzt wieder in der Bibliothek.“ Seufzend schüttelte Harriet den Kopf. „Ein Wunder, dass er nicht sein Bett darin aufstellt …“

Nur um zu essen und zu schlafen verließ James Hemingford seine Bücher und Manuskripte. Seit dem Tod seiner Frau interessierte ihn fast nichts anderes, und Jane vermutete, dass er sich in seine Arbeit vertiefte, um seinen schweren Verlust zu überwinden. Sie selbst hatte die Lücke in seinem Herzen niemals füllen können. Oh, er behandelte sie nicht unfreundlich. Auf seine Weise liebte er sie, und er hatte ihr eine ausgezeichnete Erziehung ermöglicht, um die sie so manche junge Gentlemen beneiden mochten. Allerdings hatte ihr diese Ausbildung zu einem unabhängigen Geist verholfen, der denselben Gentlemen eher missfallen hätte.

Derzeit befasste sich ihr Vater mit einer umfangreichen Abhandlung über die verschiedenen Weltreligionen, und sie ahnte, er würde dieses gigantische Werk niemals vollenden. Sie klopfte an die Bibliothekstür, trat ein und sah ihn am Schreibtisch sitzen, über Papiere und aufgeschlagene Bücher gebeugt. Müde betrachtete er seine Tochter über den Stahlrand seiner Brille hinweg. „Nun, mein Kind? Ist er gegangen?“

„Ja, Papa.“

„Und?“

„Was ich empfinde, weiß ich noch nicht. Ich versprach ihm, über seinen Antrag nachzudenken.“

„Grämst du dich immer noch wegen deines ruchlosen Vetters?“

„Natürlich nicht, Papa.“

„Warum musst du dann nachdenken? Mr. Allworthy entstammt einer angesehenen Familie, ist sehr gebildet, und dass du keine nennenswerte Mitgift bekommen wirst, scheint ihn ebenso wenig zu bekümmern wie jener Skandal.“

„Gerade das begreife ich nicht. Warum hält er trotz all dieser Mängel um mich an? Er hat nicht den Eindruck erweckt, er wäre unsterblich in mich verliebt. Was steckt dahinter?“

„Wohin dich die Liebe geführt hat, weißt du. Begnüge dich mit einer guten Partie, und die Liebe wird sich später entwickeln. So war es bei deiner Mama und mir.“

„Ja, ich erinnere mich, Papa“, erwiderte sie lächelnd. „Bald werde ich Mr. Allworthy eine Antwort geben.“

„Tu das. Und jetzt … Falls du nichts anderes vorhast – würdest du ein paar Seiten für mich kopieren?“

„Gern, Papa.“ Sie nahm ihm gegenüber Platz und begann zu arbeiten. In seine philosophischen Überlegungen vertieft, würde er ihr sicher nicht helfen, ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen. Und ihre Tante war schon jetzt viel zu sehr mit extravaganten Verlobungsplänen beschäftigt. Also musste sie sich an Anne wenden.

Anne, Harrys Zwillingsschwester und Janes älteste, beste Freundin, war damals so glücklich über die Verlobung gewesen – und nach dem traurigen Ende der Verbindung bitter enttäuscht. Mehrmals hatte sie versucht, sich für ihren Bruder einzusetzen, und erklärt, seine Dummheit sei verzeihlich. Gewiss, die habe ihn seinen guten Ruf, sein Offizierspatent und das Wohlwollen seines Großvaters gekostet, des Earl of Bostock, dessen Erbe er war. Aber er dürfe nicht auch noch Janes Liebe verlieren, wo er doch nur an seine Zukunft mit ihr gedacht habe.

Wegen dieser Vorhaltungen stritt Jane so heftig mit der Freundin, dass sie monatelang kaum ein Wort wechselten. Wenn sie sich in Gesellschaft trafen, begegneten sie einander kühl und höflich. Es war unerträglich, bis sie sich eines Tages zufällig allein im selben Zimmer aufhielten. Da kam es zu einer Aussprache, und sie begruben das Kriegsbeil. Allerdings nur, nachdem Anne versprochen hatte, Harry nie wieder zu erwähnen …

Und jetzt brauchte Jane dringend ihren Rat.

Jane hätte die Kutsche ihrer Tante benutzen können. Doch das Stadthaus des Earl of Bostock am Cavendish Square war leicht zu Fuß zu erreichen. Der alte Mann verließ seinen Landsitz Sutton Park in Lincolnshire nur noch selten. Aber Anne – die mit Harry bei ihm aufgewachsen war, nachdem die Eltern bei einem Kutschenunfall den Tod gefunden hatten – verbrachte jede Saison in London. Hier erholte sie sich von den ständigen Forderungen ihres anspruchsvollen Großvaters, erneuerte ihre Garderobe und genoss das Wiedersehen mit Jane. Allzu viele Dienstboten stellte Seine Lordschaft ihr nicht zur Verfügung, nur das übliche Hauspersonal und die Gesellschaftsdame, Amelia Parker, eine kriecherische Frau in mittleren Jahren.

Eine Begegnung mit Harry musste Jane nicht befürchten, da er das Land sofort nach dem Skandal verlassen hatte. Falls Anne wusste, wo er sich aufhielt, hatte sie es – ihrem Versprechen getreu – nie erwähnt.

Ein Lakai geleitete Jane in den Salon, wo Anne gerade mit ein paar älteren Damen Tee trank. Weil sie ihre Mutter schon früh verloren hatte, fühlten sie sich stets verpflichtet, ihr mit Rat und Tat beiseite zu stehen. Darauf hätte Anne gern verzichtet, denn sie kam mit ihren vierundzwanzig Jahren sehr gut allein zurecht.

Erfreut eilte sie ihrer Freundin entgegen. „Meine Liebe, wie nett, dass du mich besuchst.“ Sie küsste Jane auf die Wange, dann fügte sie flüsternd hinzu: „Gib mir ein paar Minuten Zeit, bis ich diese Nervensägen loswerde. Danach können wir uns in Ruhe unterhalten.“ Sie führte Jane zu den Gästen. „Kennst du Lady Grant, Lady Cowper, Mrs. Archibald und ihre Tochter Fanny?“

„Oh ja.“ Jane knickste mehrmals und wechselte mit jeder Besucherin ein paar Höflichkeitsfloskeln. Nach einer Weile ergriffen die Damen ihre Sonnenschirme, Handschuhe und Retiküls und verabschiedeten sich.

Sobald sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, atmete Anne auf. „Jetzt werde ich frischen Tee bestellen, und wir machen es uns gemütlich.“ Sie läutete nach dem Dienstmädchen, ergriff Jane bei der Hand und führte sie zum Sofa. „Ist irgendetwas passiert? Du siehst so blass aus.“

„Nun ja – ich habe einen Heiratsantrag bekommen.“

„Oh …“ Eine kurze Pause entstand, als wollte Anne überlegen, was sie sagen sollte. „Und wer ist der Glückliche?“

„Mr. Donald Allworthy.“

„Oh Gott, doch nicht dieser pompöse Gentleman?“

Jane lachte. „Falls du untadelige Manieren pompös findest – ja, dann meinen wir ein und denselben. Er hat mir seine Bewunderung versichert, und ich glaube, er meint es aufrichtig.“

„Oh Jane, willst du seinen Antrag etwa annehmen?“

„Ich habe geantwortet, ich würde darüber nachdenken.“

„Das darfst du nicht, Liebes.“

„Warum nicht? Ich würde sehr gern heiraten.“

„Aber nicht Donald Allworthy.“

„Sonst hat niemand um mich angehalten.“

„Nein, das stimmt nicht. Du warst bereits verlobt, und wenn du …“

„Bitte, Anne, du hast versprochen, nicht mehr über die Vergangenheit zu reden. Die habe ich zusammen mit meinen Träumen begraben. Ich muss praktisch denken. Allmählich wird Papa immer gebrechlicher. Die Arbeit ermüdet ihn, und ich weiß, ich bin ihm eine Last. Außerdem hat sich Tante Harriet so viel Mühe gegeben.“

„Willst du jemanden heiraten, den du nicht liebst, nur um deiner Tante eine Enttäuschung zu ersparen?“

„Natürlich nicht – oder nicht nur deshalb. Ich möchte nicht das Leben einer alten Jungfer führen.“

„Unsinn, du bist vier Jahre jünger als ich. Also hast du noch genug Zeit.“

„Tut mir Leid, ich wollte nicht …“ Verlegen verstummte Jane.

„Mach dir meinetwegen keine Sorgen“, entgegnete Anne lächelnd. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Schicksal. Sicher würde ich keine gute Ehefrau abgeben. Dafür bin ich viel zu unabhängig, und ich schätze meine Freiheit.“

„Meinst du, ich müsste deinem Beispiel folgen?“

„Keineswegs, du bist zur Ehefrau und Mutter geboren. Möchtest du Donald Allworthy heiraten?“

„Das weiß ich noch nicht. Allzu lange darf ich ihn nicht auf die Antwort warten lassen. Das wäre grausam.“

Wenn Anne sich versucht fühlte, Jane vorzuwerfen, sie habe Harry grausam behandelt, sprach sie es nicht aus. „Das ist deine Entscheidung. Dabei kann ich dir nicht helfen. Jedenfalls wünsche ich dir viel Glück, wozu immer du dich entschließen wirst.“

„Also gut, ich werde Mr. Allworthy bitten, er möge sich bis zum Ende der Saison gedulden.“

„Vielleicht bekommst du bis dahin ein besseres Angebot.“

Lachend schüttelte Jane den Kopf. „Wohl kaum.“

„Glaub mir, Jane, es geht nicht um die Frage Mr. Allworthy oder keiner.“

„Wenn du hoffst, du würdest Harry und mich wieder vereinen, vergeudest du deine Zeit.“ Mit diesen Worten erlaubte Jane ihrer Freundin gewissermaßen, ihr Versprechen zu brechen.

Das Hausmädchen servierte den Tee, und Anne wartete, bis sie wieder allein waren, bevor sie erklärte: „Mittlerweile ist dem Duke of York alles verziehen worden, und er hat seinen Posten als Oberbefehlshaber der Truppen wieder übernommen. Das las ich heute in der Zeitung.“

„Was bedeutet das schon? Der Prince of Wales stand ihm immer sehr nahe, also war es nur natürlich, dass er seinen Bruder rehabilitierte, sobald er die Regentschaft antrat. Einer ist so schlimm wie der andere mit diesen zahlreichen Mätressen.“

„So war Harry nicht, das weißt du.“

Während Jane an ihrem Tee nippte, kehrten die Erinnerungen zurück, die sie über zwei Jahre lang verdrängt hatte. So stolz war der frisch gebackene Lieutenant Harry Hemingford auf die großartige blau-goldene Uniform des zehnten Husarenregiments gewesen, seinem Großvater, der ihm das Offizierspatent gekauft hatte, zutiefst dankbar und fest überzeugt, er würde der Militärgeschichte seinen Stempel aufdrücken.

„Natürlich wird ein Lieutenant schlecht bezahlt“, hatte er ihr erklärt, „aber im Handumdrehen werde ich meinen Weg machen. In Kriegszeiten wird man schnell befördert. Bald werde ich dich vor den Traualtar führen, meine liebste Jane.“ Ausgelassen wirbelte er sie im Kreis herum, bis ihr schwindlig wurde. Völlig außer Atem bat sie ihn, er möge sie auf die Beine stellen.

Beglückt freute sie sich mit ihm. Er schwor ihr, seine wilde Jugend sei überstanden, nie wieder würde er zu viel trinken oder spielen. Diese Laster hatten ihn in Schwierigkeiten gebracht und seinen Großvater veranlasst, ihn in die Armee zu stecken.

„Jetzt beginnt ein neues Leben, Jane“, versicherte er. Das Husarenregiment des Prince of Wales kämpfte gerade auf der Pyrenäenhalbinsel, und Harry erwartete, man würde ihn jeden Moment dorthin beordern. „Um dich schon vorher zu heiraten würde mir die Zeit fehlen, Jane. Und um die Wahrheit zu gestehen, ich könnte es mir auch gar nicht leisten. Wartest du auf mich? Wenn ich zurückkehre, bin ich bereits Oberst. Oder sogar General. Und dann wirst du all die anderen Offiziersgattinnen herumkommandieren“, neckte er sie belustigt.

Auch Jane meinte, es sei besser, die Hochzeit zu verschieben. Der Vater brauchte ihre Hilfe bei seiner Arbeit, und sie würde die Wartezeit nutzen, ihre Aussteuer zusammenzustellen.

Aber Harrys Pläne wurden 1809 vereitelt. Nach mehreren Rückschlägen mussten die Truppen aus Spanien zurückkehren. Statt Heldentaten zu vollbringen, wartete Harry ungeduldig auf neue Herausforderungen. Von da an war alles schief gegangen. Als Jane jetzt daran dachte, erschauerte sie immer noch vor Scham.

Mit den Einkünften eines Lieutenant hatte sich Harry keine Heirat erlauben können. Der Earl of Bostock, der die Spielschulden seines Enkels oft genug beglichen hatte, weigerte sich, seine Apanage zu erhöhen. Also brauchte Harry dringend eine Beförderung. Dafür standen die Chancen in London schlecht. Schließlich empfahl ihm ein Kamerad, Mrs. Mary Anne Clarke, die Mätresse des Duke of York, um ihre Protektion zu bitten, und nahm ihn auf eine der zahlreichen gesellschaftlichen Veranstaltungen mit, die diese Dame organisierte. Einem einfachen Lieutenant wäre der Zugang zu diesen Kreisen verwehrt worden. Aber dem Erben des Earl of Bostock bereitete man keine Schwierigkeiten.

An jenem Abend erfuhr er, für vierhundert Guineen würde die Mätresse seinen Namen auf eine Liste setzen, die sie dem Duke überreichen wollte. Wie sie betonte, könne sie keine Beförderung garantieren. Immerhin deutete sie an, der Duke würde ihr nur wenige Wünsche versagen.

Ohne auch nur eine Sekunde lang zu zögern, gab ihm seine Zwillingsschwester das Geld, was Jane ihr später nur widerstrebend verzieh. Aber Anne vergötterte ihn, und soweit es in ihrer Macht stand, erfüllte sie alle seine Wünsche.

Die Beförderung kam nie zu Stande. Inzwischen war der Duke seiner Mätresse müde geworden. Das hatte sie Harry verschwiegen und die hohe Summe verlangt, um ihre beträchtlichen Schulden zu bezahlen. Als Geliebte einer königlichen Hoheit hatte sie einen kostspieligen Lebensstil gepflegt. Der Duke weigerte sich, dafür aufzukommen. Da drohte sie ihm, die Öffentlichkeit über Einzelheiten der Liebesaffäre zu informieren. Letzten Endes erregte der Disput die Aufmerksamkeit des Parlaments, und es kam im Unterhaus zu einer Debatte über das Verhalten des Duke of York, bei der Mrs. Clarke als Hauptzeugin auftrat.

Und so erfuhren die Parlamentarier in allen Einzelheiten, wie der zweitgeborene Sohn des Königs sein Liebesleben gestaltete, ebenso die Namen der Offiziere, die im luxuriösen Haus der Dame am Gloucester Place ein und aus gegangen waren. Dazu gehörte auch ein gewisser Lieutenant Harry Hemingford. Die allgemeine Stimmung schlug dem Duke so feindlich entgegen, dass er vom Posten des Oberbefehlshabers zurücktrat. Und Harry fühlte sich gezwungen, sein Offizierspatent zurückzugeben. Mit diesem Skandal brach er Janes Herz. Von ihrem Vater und Tante Harriet ermutigt, erklärte sie Harry, einen Mann, der in so schändliche Machenschaften verwickelt sei, könne sie nicht länger lieben. Und so hatte sie die Verlobung gelöst.

„Wie sehr du deinen Bruder liebst, weiß ich, Anne“, sagte sie leise. „Dafür bewundere ich dich. Aber – reden wir nicht mehr darüber. Morgen will Mr. Allworthy mit meiner Tante und mir in den Park fahren. Vielleicht werde ich ihn dabei etwas besser kennen lernen.“

„Offenbar kann ich dich nicht beeinflussen“, seufzte Anne. „Also gebe ich meine Bemühungen auf. Versprich mir wenigstens, nichts zu überstürzen.“

„Darauf gebe ich dir mein Wort“, erwiderte Jane und lächelte gezwungen.

Am nächsten Nachmittag half Lucy ihr in ein blaues Seidenkleid und eine weiße Pelisse. Dann betrat Jane den Salon, um mit ihrer Tante auf die Ankunft ihres Verehrers zu warten. Die blaue Farbe stand ihr gut. Aus dem hochgesteckten Haar hingen ein paar Ringellöckchen herab, die ihr Gesicht umrahmten.

„Sehr hübsch“, lobte Harriet. „Dein Anblick wird Mr. Allworthy entzücken.“

Im selben Augenblick klopfte es an der Haustür, und eine Minute später wurde der Besucher gemeldet. Den Hut unter dem Arm, erschien er im Salon und verneigte sich. „Meine Damen, draußen wartet die Kutsche. Die Pferde sind ein bisschen unruhig. Wenn Sie also bereit sind …“

Er führte sie hinaus und half ihnen in den Wagen, nahm ihnen gegenüber Platz und befahl dem Kutscher, den Hyde Park anzusteuern. Dort herrschte an diesem warmen, sonnigen Tag reges Leben und Treiben. Wann immer in der königlichen Familie ungewöhnliche Dinge geschahen, begab sich die gesamte haut monde nach London. Und diese Saison bildete keine Ausnahme. Letztendlich hatten die Ärzte des Königs entschieden, er würde sich nicht von seinem Wahnsinn erholen, und so hatte der Prince of Wales im vergangenen Februar die Regentschaft übernommen. Wer weit reichende Reformen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Mehr oder weniger trat der Prinzregent in die Fußstapfen seines Vaters, und dank seiner Vergnügungssucht fanden noch mehr Bälle und Banketts statt.

Kerzengerade saß Jane neben ihrer Tante, ohne das Treiben ringsum zu beachten.

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