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Verschweigen ist nicht Lügen

Verschweigen ist nicht Lügen

Sämtliche Personen und Ereignisse sind frei erfunden. Ähnlichkeiten wären rein zufällig.

 

Der Inhalt dieses Buches sagt nichts über die sexuelle Orientierung der Covermodels aus.

 

Alle Rechte vorbehalten.

 

Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, sind ohne Rücksprache mit der Autorin nicht erlaubt.

 

Ebooks dürfen nicht übertragen oder weiterveräußert werden. Bitte respektieren Sie die Arbeit der Autorin und erwerben eine legale Kopie.

 

Danke!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Kurzbeschreibung: 

 

Nach ihrer erfolgreichen Flucht aus Italien und dem Geständnis ihrer Gefühle füreinander, wähnt sich Nikita am Ziel seiner Wünsche, weil er Kim endlich für sich gewinnen konnte. Leider hält das Glück nur wenige Wochen, bis Kim ihn verlässt, da ihm Nikita etwas Wichtiges verschwiegen hat. Nikita versteht die Welt nicht mehr und versinkt im Selbstmitleid. Wird er sich wieder aufraffen können und um seine große Liebe kämpfen?

 

 ** Wie sich Kim und Nikita kennengelernt haben, wird im eBook: 'Charlies Pfingst-Trip' erzählt. **

 

Kapitel 1

„Hallo Nikita, hier ist Michail. Hör mal, ich bin gerade bei euch in der Gegend. Nächste Woche ist ja meine Ausstellung in der ‚Galerie’ und da musste noch einiges besprochen werden. Für heute bin ich allerdings fertig und wollte fragen, ob ihr Zeit und Lust habt, mir einen Kaffee auszugeben?“

 

„Es tut mir leid, aber Kim ist nicht mehr hier. Er ist ausgezogen.“

 

Kaum habe ich den Satz ausgesprochen, sind die Schmerzen da, als würden sich meine Eingeweide zu einem einzigen Klumpen zusammenziehen und mich von innen heraus zerquetschen.

Das Telefon rutscht mir aus der Hand und fällt auf den Boden. Die Abdeckung springt ab und der Akku fliegt heraus.

 

Wunderbar, auch eine Möglichkeit, ein Gespräch zu beenden.

 

***

 

Als es eine halbe Stunde nach diesem unsäglichen Telefonat an der Tür klingelt, stehe ich gar nicht von der Couch auf. Der gemütliche Dreisitzer hat sich in der letzten Woche zu meinem Lebensmittelpunkt entwickelt, von dem ich mich nur wegbewege, um meine Blase zu erleichtern oder frischen Kaffee aus der Küche zu holen.

Gestern habe ich versehentlich in den Badezimmerspiegel gesehen und das hätte ich lieber bleiben lassen. Mein sonst so gepflegter kurzer Bart ist verfilzt und viel zu lang. Meine Haare, die normalerweise täglich gewaschen und dann nach oben gestylt werden, hängen mir fettig in die Stirn.

 

Aber egal, es ist ja niemand mehr da, den es interessieren würde, wie ich aussehe.

Ob es einen Grund gab, warum Kim gegangen ist? Sicher gab es den und ich hätte ihm gern alles erklärt, nur hat ihn das kein bisschen interessiert. Was uns das sagt? Oh, das ist einfach - es sagt uns, dass wir scheinbar unterschiedliche Auffassungen von einer Beziehung haben.

Ich bin ganz sicher, dass nichts, egal was ich über Kim erfahren oder von ihm selbst erzählt bekommen hätte, Auslöser für eine Trennung gewesen wäre. Niemals, denn dafür habe ich ihn viel zu sehr geliebt.

 

Von meinen Gefühlen für ihn in der Vergangenheit zu sprechen, ist die pure Ironie, weil nur an ihn zu denken mein Herz in Aufruhr versetzt und meinen Puls schneller schlagen lässt. Es tut so verdammt weh, ohne ihn zu sein und das raubt mir jeglichen Elan, sämtliche Kräfte und im Augenblick sogar meinen Lebensmut.

 

Fremde Schritte im Flur lassen mich aus meiner Lethargie aufschrecken und als die Wohnzimmertür langsam aufgeschoben wird, greife ich wahllos einen Gegenstand und werde den Eindringling mit … ach, verdammt, ich habe die schmale, schwarze Fernbedienung für den Fernseher gegriffen.

Resigniert schmeiße ich das Teil zurück auf den Couchtisch und stehe wenigstens vom Sofa auf. Selbst wenn ich in einem desolaten Zustand bin, ist meine Körpergröße von 1,98 m die Gleiche geblieben und auch meine Muskeln haben sich noch nicht nennenswert verflüchtigt.

 

Für einen Einbrecher streckt mein unverhoffter Besucher seinen Körper ziemlich zögerlich durch die geöffnete Tür. Ich erkenne Michails Gesicht sowie seine schlanke Gestalt und atme erleichtert aus, auch wenn gleich im nächsten Moment die Wut in mir hoch kocht, da er unerlaubt in meine Wohnung eingedrungen ist.

 

Meinen Vorwürfen kommt er zuvor, indem er mich mit einem erfreuten Lächeln mustert und sagt: „Es geht dir gut, da bin ich ja beruhigt.“

„Woher hast du den Schlüssel zu meiner Wohnung und warum sollte es mir nicht gut gehen?“

„Vom Hausmeister“, erklärt er verlegen. „Ich habe ihm gesagt, dass du während unseres Telefonates umgekippt bist und ich mir wegen deiner schlimmen Erkältung Sorgen mache. Also hat er mir den Zweitschlüssel gegeben, den du dort für Notfälle hinterlegt hast. Und wenn ein guter Freund umkippt, ist das ja eindeutig ein Notfall.“ Seine Ausführungen unterstreicht er mit einem Nicken, als ob er sich damit selber die eigene Tat noch einmal absegnen will.

 

„Aber auch wenn du jetzt weißt, dass ich nicht mit verrenkten Gliedern im Koma liege, wirst du nicht gehen. Sehe ich das richtig?“

Michail nickt erneut, dieses Mal noch etwas bestimmter und ich lasse mich resigniert zurück aufs Sofa fallen. Ohne Aufforderung lässt er sich mir gegenüber in dem großen Sessel nieder und schaut mich erwartungsvoll an. Er starrt, als wäre ich ein Blockbuster im Kino und es tut mir tatsächlich für eine Sekunde leid, dass ich ihm kein Popcorn anbieten kann.

Nein, Blödsinn, das tut mir natürlich überhaupt nicht leid und am liebsten wäre es mir, wenn er verschwinden würde. Vor allem … was will er von mir? Er ist Kims Freund und nicht meiner und deswegen hatte ich mich bereits während des Telefonats vorhin gewundert, dass er scheinbar noch nicht mit Kim über unsere Trennung gesprochen hat, die ja immerhin bereits acht Tage zurückliegt.

 

Was sind das denn für komische Freunde, die sich nichts von ihren gescheiterten Beziehungen erzählen oder war unsere Trennung nicht wichtig genug, um Michail davon zu berichten? Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass er zu ihm und Carlos - Michails Lebensgefährte - nach Köln gefahren wäre, um sich bei den beiden zu verkriechen und sich wegen seinem schrecklichen Exfreund bei ihnen auszuheulen.

 

Keine Ahnung worauf Michail wartet, denn noch immer sitzt er einfach nur so da und sagt keinen Ton.

„Was willst du hören?“, frage ich resigniert, greife nach meiner Kaffeetasse und verziehe den Mund, weil die Plörre nicht mal mehr lauwarm ist.

„Du weißt ganz genau, was ich hören will. Wo ist Kim und wieso ist er ausgezogen?“

Genervt lasse ich mich zurück in die Polster fallen und lege meinen Kopf auf der Sofalehne ab. Mit dem Blick in Richtung Deckenbeleuchtung beantworte ich seine Fragen.

„Wo er ist, kann ich dir nicht sagen. Ich ging davon aus, dass er sich bei Carlos und dir verkrochen hat. Und wieso er ausgezogen ist - tja, das dürfte wohl an unüberwindbaren Differenzen liegen, wobei es sich dabei lediglich um ein einziges Thema handelt. Dein Freund Kim ist der Meinung, dass Verschweigen genauso schlimm wie Lügen ist und ich sehe das anders. Leider hat er mir nicht die Chance gegeben, ihm alles zu erklären. Ob er dazu keine Lust hatte oder keine Zeit, wer weiß das schon. Es dauerte auf jeden Fall weniger als zehn Minuten, da hatte er seine ganze Garderobe in zwei Koffern verstaut, mir den Wohnungsschlüssel vor die Füße geschmissen und ist gegangen.“

 

Mit jedem Wort nehmen die Schmerzen in meinem Magen zu. Erst ist es nur ein dumpfes Pochen, dann ein leichtes Stechen und als ich aufgehört habe zu sprechen, ist mir übel und ich würde am liebsten kotzen.

 

***

 

Unser Kennenlernen stand sowieso unter keinem guten Stern, was an der ungewöhnlichen Umgebung lag, in der wir uns das erste Mal begegneten.

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