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Verschlossen: Die dominante Chefin

Verschlossen: Die dominante Chefin

Das bunte Herbstlaub wirbelte über die Straße, als wollte es den bevorstehenden Winter herbeitanzen. Die dunklen Regenwolken hingen tief über Berlin und drückten auf das Gemüt seiner Bewohner. So schön der Herbst an einem goldenen Oktobertag sein konnte, so brutal riss er die Stimmung bei trübem Wetter in die Tiefe.

Marc Weber blickte träge aus dem Fenster und beobachte eine alte Dame, die an der Bushaltestelle gegen den böigen Wind ankämpfte. Die Dämmerung setzte allmählich ein, und die Straßenlaternen entzündeten sich.

Nach fast 20 Jahren, die er bei der Preuß KG als Controller arbeitete, hatte er sich endlich ein Einzelbüro verdient. Die meisten seiner Kollegen saßen in Zweier- oder Dreierbüros, aber er hatte einen guten Draht zu seinem Vorgesetzten Martin Hartel. Es war nicht ganz reibungslos über die Bühne gegangen. Natürlich hatte es Neider gegeben. Aber alles was zählte war, dass er jetzt in seinem eigenen Büro saß.

Eigentlich würde er direkt auf den Feierabend zusteuern, allerdings hatte sein Chef ein Teammeeting einberufen. Das war ungewöhnlich, denn um diese fortgeschrittene Zeit am Freitag befanden sich die meisten Mitarbeiter in der Regel schon zu Hause bei ihren Familien.

Marc quälte sich von seinem Schreibtischstuhl auf und schlenderte über den leeren Gang zum Besprechungsraum. Seine Kollegen saßen bereits um den buchenfarbenen Tisch verteilt. Er ließ sich auf dem letzten, verbleibenden Stuhl nieder.

Martin Hartel betrat den Raum, gefolgt von einer schlanken Frau. Mark schätzte sie auf Anfang 40. Sie hatte die blondierten Haare streng nach hinten gebunden und trug eine auffällige Brille mit einem dicken, schwarzen Rand. Das kurze, schwarzgraue Etuikleid und die hochhackigen Pumps setzten ihre langen Beine meisterhaft in Szene. Ein Raunen ging durch den Kollegenkreis. Wer war diese Frau? Eine neue Mitarbeiterin?

Niemand achtete auf den grau melierten Chef, der etwas im Abseits stand. Mit einem Räuspern zog er die Aufmerksamkeit auf sich. Seine dunklen Augenringe und die zusammengefallene Körperhaltung ließen ihn erschöpft erscheinen.

»Sie wundern sich bestimmt, dass ich um diese Zeit noch ein Teammeeting angesetzt habe.« Er schluckte und schaute in die fragenden Gesichter des Kollegenkreises. »Aber ich muss Ihnen eine wichtige Ankündigung machen. Ich werde die Firma mit sofortiger Wirkung verlassen.«

Marc fiel fast vom Stuhl. Seit über 10 Jahren war er sein Chef, und sie kamen gut miteinander zurecht. Er mochte keine Veränderungen. Sie bedeuteten immer Unsicherheit, meistens auch Verschlechterungen.

»Nachdem ich mein gesamtes Berufsleben in dieser Firma gearbeitet habe, werde ich jetzt nicht mehr gebraucht. Ich möchte Ihnen Dr. Verena Stollburg vorstellen.« Er nickte ihr zu. »Sie wird ab sofort meinen Posten übernehmen und die Abteilung leiten.«

Sie blickte in die Runde, das Kinn leicht in die Höhe gezogen und die Arme vor dem Körper verschränkt.

»Danke, Herr Hartel. Ich nehme an, dass Sie immer bemüht waren. Verabschieden Sie sich jetzt von Ihren Mitarbeitern, dann können Sie Ihre persönlichen Sachen packen.«

Ihre Stimme klang eiskalt. Unwillkürlich lief es Marc kalt den Rücken herunter. Auch die anderen sahen geschockt aus.

»Liebe Kollegen«, griff der Exchef mit gesenktem Kopf den Faden auf. »Vielen Dank für die lange, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ich…«

»Das reicht«, fiel ihm Frau Dr. Stollburg scharf ins Wort. »Verlassen Sie jetzt den Raum.«

Er kam ihrer Aufforderung nach und trottete aus dem Zimmer, verfolgt von den entsetzten Blicken der Mitarbeiter.

Die neue Chefin drehte dem Kollegenkreis den Rücken zu. »So, meine Damen und Herren, endlich sind wir unter uns.«

Sie vollführte eine Kehrtwende auf ihrem hohen Absatz und sah Marc durchdringend an. Ihr strenger Blick durchbohrte ihn förmlich. Er konnte ihm unmöglich standhalten.

»Dieses Team hat miserable Arbeit geleistet. Es wird Zeit, dass eine harte Hand die Führung übernimmt und ein anderer Wind über die Gänge weht. Es geht der Firma wirtschaftlich schlecht. Betriebsbedingte Kündigungen sind unvermeidlich. Die Hälfte von Ihnen wird bis Ende des Jahres entlassen. Nur die Besten behalten ihren Job. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Ich werde mich jetzt nacheinander mit jedem Mitarbeiter für genau 10 Minuten unterhalten. Sie erhalten die Gelegenheit, mich davon zu überzeugen, dass Sie mir einen Mehrwert bieten können. Ich rate Ihnen, diese Chance zu nutzen. Wer bei mir einmal in der untersten Schublade eingeordnet ist, kommt dort nie wieder heraus.«

Sie stöckelte zum Ausgang des Meetingraumes, ohne sich umzusehen. Als sie durch die Tür verschwunden war, betrat eine dunkelhaarige Frau, etwa Mitte 20, das Zimmer. Sie trug einen knappen Jeansrock und ein schwarzes Top, das einen reizvollen Ausblick auf ihre wohlgeformten Brüste gewährte.

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