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„Verkaufen Sie auch Bücher?”

Über die Autorin

Jen Campbell, aufgewachsen im Nordosten Englands, studierte Englische Literatur an der Edinburgh Universität. Sie hat bereits Gedichte und Kurzgeschichten veröffentlicht und lebt im Norden Londons, wo sie in einer Buchhandlung arbeitet.

Jen Campbell

„Verkaufen Sie
auch Bücher?“

Kuriose Kundenfragen
in Buchhandlungen

Aus dem Englischen von Petra Trinkaus

Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Dussmann das KulturKaufhaus für die zur Verfügung gestellten kuriosen Kundenfragen aus ihrer Buchhandlung.

Für Buchhandlungen und heldenhafte Buchhändler

auf der ganzen Welt als Dankeschön für

unsere treuen Kunden, ohne die

wir keine Bücher verkaufen würden

&

für alle Leute in diesem Buch, die mich

auf Trab hielten, mich zum Lächeln brachten

und mich zu Tode erschreckten

– ich danke Euch.

Inhalt

  1. Geschichten aus dem Edinburgh Bookshop
  2. Geschichten aus dem Buchantiquariat Ripping Yarns
  3. Merkwürdiges, das Kunden in anderen Buchhandlungen sagten
  4. Merkwürdiges, das Kunden in deutschen Buchhandlungen sagten

Geschichten aus dem Edinburgh Bookshop

Der Edinburgh Bookshop (ehemals The Children’s Bookshop) an der Bruntsfield Place in Edinburgh ist eine unabhängige Buchhandlung und wird von Vanessa und Malcolm Robertson geführt, denen auch der Fidra Books Verlag gehört. Ihr Buchhandlungshund heißt Teaga, ein Leonberger, und hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Nana aus Peter Pan.

www.edinburghbookshop.com

KUNDE: In den Sechzigerjahren habe ich ein Buch gelesen. Ich kann mich weder an den Autor noch an den Titel erinnern, aber es war grün, und es hat mich zum Lachen gebracht. Wissen Sie, welches Buch ich meine?

KUNDE: Hallo, ich wollte mal fragen: Hat Anne Frank eigentlich eine Fortsetzung geschrieben? Ihr erstes Buch hat mir echt gut gefallen.

BUCHHÄNDLER: Ihr Tagebuch?

KUNDE: Ja, das Tagebuch.

BUCHHÄNDLER: Ihr Tagebuch war nicht fiktional.

KUNDE: Tatsächlich?

BUCHHÄNDLER: Ja. Sie stirbt am Ende wirklich – deshalb hört das Tagebuch auf. Sie wurde ins Konzentrationslager gebracht.

KUNDE: Oh, das ist ja schrecklich.

BUCHHÄNDLER: Ja, das war grausam –

KUNDE: Ich meine, das ist jammerschade, finden Sie nicht? Sie hat so gut geschrieben.

KUNDE: Führen Sie dieses Buch – ich habe vergessen, wie es heißt; es geht um Leute mit großen, haarigen Füßen.

BUCHHÄNDLER: Meinen Sie Hobbits? Der Herr der Ringe?

KUNDE: Nein … äh – The Hairy Bikers.

[Britische Fernsehsendung, präsentiert von David „Dave“ Myers und Simon „Si“ King.]

KUNDE: Hallo, ich möchte bitte dieses Buch umtauschen.

BUCHHÄNDLER: Gerne. Haben Sie den Kassenbon?

KUNDE: Hier.

BUCHHÄNDLER: Äh, Sie haben das Buch bei Waterstone’s gekauft.

KUNDE: Ja.

BUCHHÄNDLER: Wir sind nicht Waterstone’s.

KUNDE: Sie gehören doch alle zur selben Kette.

BUCHHÄNDLER: Nein, tut mir leid, wir sind eine unabhängige Buchhandlung.

KUNDE:

BUCHHÄNDLER: Sie würden doch auch keine Klamotten bei H&M kaufen und dann versuchen, sie bei Zara umzutauschen, oder?

KUNDE: Also, nein, das sind ja zwei unterschiedliche Läden.

BUCHHÄNDLER: Genau.

KUNDE: Ich möchte den Geschäftsführer sprechen.

KUNDIN: Gibt es bei Ihnen eine Vorlesestunde für Kinder?

BUCHHÄNDLER: Ja. Immer dienstags, für Kleinkinder.

KUNDIN: Super, der Kinderhort nebenan ist so teuer, und ich will unbedingt mal wieder ein paar Stunden shoppen gehen und mir vielleicht die Nägel machen lassen.

BUCHHÄNDLER: Tut mir leid, aber zur Vorlesestunde müssen Sie mitkommen und auf Ihr Kind aufpassen.

KUNDIN: Warum?

BUCHHÄNDLER: Weil wir kein Kinderhort sind.

tbm_bookshop-climb.jpg

KUNDE: Meine Kinder klettern gerade an Ihren Regalen hoch. Das ist doch okay, oder? Die fallen doch nicht um?

KUNDE: Ich finde es traurig, dass es in Erwachsenenbüchern keine Bilder gibt. Man wächst damit auf, wenn man jünger ist, und dann gibt es plötzlich keine mehr.

BUCHHÄNDLER: Ja, die Welt ist schlecht.

KUNDE: Haben Sie irgendwelche Krimis, in denen es um Strafzettel für Raser geht?