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Verführung unter Palmen

1. KAPITEL

Max Striver nahm seinen Drink und ließ den Blick durch den Raum schweifen. Der Club in der Ferienanlage Fantasies war voller Gäste, die tranken, lachten und tanzten. Die Musik war laut, und unterschiedliche Scheinwerfer tauchten die Menschen auf der Tanzfläche in ein buntes Farbenmeer. Eine breite Fensterfront gab den Blick auf das Meer frei, und über allem leuchtete der helle Mond am nächtlichen Himmel.

Max lehnte sich an die Bar und nippte an seinem Scotch. Sein letzter Urlaub war so lange her, dass er sich fast fehl am Platz fühlte inmitten all der ausgelassen feiernden Menschen, die hier ihre Ferien genossen. Ein Zustand, der ihm überhaupt nicht gefiel. Vielleicht war es doch ein Fehler gewesen herzukommen, und er hätte lieber in London bleiben sollen.

Er lächelte. Aber die Aussicht, seinem alten Freund und Konkurrenten die Assistentin wegzuschnappen, war einfach zu verlockend.

Allerdings machte er sich wenig Hoffnungen, Caitlyn Monroe von Lyon Shipping tatsächlich abzuwerben. Sie war einfach zu loyal. Aber es hatte Spaß gemacht, ihren Chef, Jefferson Lyon, damit aufzuziehen. Max trank noch einen Schluck und lachte leise vor sich hin, als er sich an Jefferson erinnerte, der diese Nacht auf einer Liege am Pool verbracht hatte. Max hatte ihn heute Morgen dort gefunden und sich köstlich darüber amüsiert, dass der große Lyon so tief gesunken war.

„Was ist denn so lustig?“

Max sah die Frau an, die zwei Hocker weiter an der Bar saß und ihm unvermittelt diese Frage gestellt hatte. Ihr dunkelbraunes Haar war kurz und strubbelig, und ihre braunen Augen glänzten. Sie war gleichmäßig gebräunt, und ihr Körper wirkte in dem hellgrünen Top und den weißen Shorts ausgesprochen kurvig.

Sein Körper reagierte instinktiv auf diese äußerst ansprechenden femininen Attribute. „Ich dachte nur gerade an einen Freund“, erwiderte er.

„Und dieser Freund ist so amüsant?“

„Nicht absichtlich“, gab Max zu und fragte dann: „Sind Sie allein hier heute Abend?“

Sie drehte den rot gepolsterten Barhocker zu Max herum, neigte den Kopf zur Seite und lächelte. „War ich.“

Faszinierend, dachte er. Ihm gefielen Frauen, die keine Scheu hatten, ihr Interesse an einem Mann offen zu zeigen. Noch besser gefiel ihm die Tatsache, dass sein eigenes Interesse geweckt war. Er hatte in letzter Zeit viel zu viel Zeit mit Arbeit verbracht. Himmel, es war Monate her, dass er sich überhaupt verabredet hatte. Aber es sah so aus, als würde sich das jetzt ändern.

„Darf ich Ihnen noch einen Drink bestellen?“

Sie schaute auf ihr fast leeres Glas, dann wieder zu ihm. „Ich denke, das wäre ein guter Anfang.“

Max gefiel die Antwort, und er gab dem Barkeeper ein Zeichen, bevor er seinen Blick wieder auf die Unbekannte richtete. „Möchten Sie tanzen, während wir warten?“

Sie lächelte ihn an, und die Art, wie sich dabei ihr Mund verzog, gefiel ihm ebenfalls.

„Noch eine gute Idee“, sagte sie und glitt von dem hohen Hocker.

Als hätte er es arrangiert, wechselte die Musik von hartem Rock zu einem langsamen Stück. Max führte seine Begleiterin in eine dunklere Ecke der Tanzfläche und zog sie an sich. Sie passte perfekt zu ihm und war etwa einen Kopf kleiner als er.

Und als sie sich an ihn schmiegte, spürte Max, wie ihm immer wärmer wurde.

Es war wirklich schon zu lange her, dass er mit einer Frau zusammen gewesen war oder sich genügend Zeit zum Entspannen gegönnt hatte.

Seine Tanzpartnerin legte den Kopf in den Nacken, um Max anzuschauen. „Mir gefällt Ihr Akzent. Britisch?“

Er zog sie noch näher an sich. „Ja. Und woher kommen Sie?“

„Kalifornien.“

Das erklärt die attraktive Bräune, dachte er und blickte in ihre tiefgründigen dunklen Augen. „Und was führt Sie hierher auf die Insel?“

„Freunde.“ Janine Shaker spürte unvermittelt ein aufregendes Kribbeln im Bauch. Der Akzent dieses Mannes ging ihr durch und durch. Na, vielleicht lag es auch an dem Mann selbst. Er war groß und breitschultrig, sein kräftiges Kinn verlieh seinem Gesicht einen markanten Ausdruck, und seine schwarzen Haare reichten bis zu seinem Kragen. Außerdem hatte er schokoladenbraune Augen und einen Mund, der geradezu zum Küssen einlud.

Oh weh!

„Also sind Sie nicht ganz allein hier.“

„Nein, mit zwei Freundinnen.“

Sie war mit Caitlyn und Debbie, ihren beiden besten Freundinnen, nach Fantasies gekommen. Es war ihre Idee gewesen, obwohl sie sich diese Reise eigentlich überhaupt nicht leisten konnte. Aber sowohl sie selbst als auch ihre Freundinnen waren während der letzten Monate von ihren Verlobten verlassen worden. Diese Reise sollte so etwas wie ein lebensbejahender und Ich-pfeif-auf-alle-Männer-Ausgleich sein.

Janine hatte das Geld genommen, das sie für die geplatzte Hochzeit zur Seite gelegt hatte, und damit diese dreiwöchige Reise ins Urlaubsparadies Fantasies finanziert. Sie war völlig pleite, wenn sie nach Hause fuhr, aber darüber konnte sie sich später immer noch Sorgen machen.

Im Augenblick hatte ein Mann, der eine perfekte Ablenkung darstellte, seine Arme um sie geschlungen, und das war alles, woran sie denken wollte.

„Freundinnen, soso.“ Er lächelte sie an und verstärkte den Griff um ihre Taille. „Ich bin froh, das zu hören.“

„Sind Sie das?“

„Oh ja.“

Dieser Akzent sandte ihr einen köstlichen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Vermutlich beging sie gerade einen großen Fehler. Eigentlich war sie sich dessen sogar sicher. Aber bisher war sie fast immer ein braves Mädchen gewesen. Hatte immer das Richtige zur rechten Zeit getan, war niemals ein Risiko eingegangen. Und trotzdem war alles um sie herum zusammengebrochen.

Vielleicht wurde es Zeit, nicht mehr so vorsichtig zu sein. Zumindest solange sie auf Fantasies war. Schließlich kamen einem allein beim Namen der Insel die wunderbarsten Vorstellungen in den Sinn.

„Flirten Sie mit mir?“

Einen Moment lang schien er darüber nachzudenken und lächelte dann. „Ja, ich glaube schon.“

„Oh, okay“, meinte Janine. „Ich glaube, es gefällt mir.“

Jetzt hatte sie ihn ermutigt; langsam strich er über ihren Rücken. Eigentlich eine beruhigende Geste, wäre da nicht diese Hitze, die auf einmal durch ihren Körper strömte. „Dann sind wir ja auf dem besten Weg zu einer wunderbaren neuen Freundschaft, oder?“

„Ist es das, was Sie suchen? Einen Freund?“

Er zog eine seiner dunklen Augenbrauen hoch. „Im Augenblick? Ja.“

„Und danach?“

„Lassen wir uns überraschen.“

Wow. Er war wirklich gut, was das Flirten anging. Eine leise Stimme warnte sie, dass man bei einem Mann wie ihm höllisch aufpassen sollte. Er war zu fantastisch. Zu gewieft. Zu … alles. Aber sie suchte schließlich nicht nach der großen Liebe, oder? Bei John Prentiss, ihrem ehemaligen Verlobten, war das anders gewesen. Ihm hatte sie all seine Lügen geglaubt und ihm vertraut, als er ihr ewige Liebe geschworen hatte.

Blind hatte sie ihm jedes Wort geglaubt, bis zu dem Moment – drei Tage vor der Hochzeit –, als er verschwand und lediglich einen Zettel hinterließ, auf dem stand, es täte ihm leid, aber das Ganze wäre nichts für ihn.

Seitdem hatte sie genug von der großen Liebe. Aber das bedeutete ja nicht, dass sie auch von Männern genug hatte. Außerdem war sie im Urlaub – in einer der traumhaftesten und aufregendsten Ferienanlagen der Welt.

Wollte sie sich wirklich in ihrem winzigen Zimmer einschließen und ein braves Mädchen sein? Oder sollte sie einfach das tun, was sie selbst Caitlyn und Debbie geraten hatte? Sich einen atemberaubenden Mann suchen und sündhaften Sex genießen?

Als sie jetzt die Arme des fremden Mannes um sich spürte, wusste Janine plötzlich genau, was sie wollte.

Die Musik wechselte zu einem schnellen Stück, und sie gingen zurück an die Bar, wo ihre bestellten Drinks standen. Ihr Tanzpartner setzte sich neben sie und meinte: „Ich schlage einen Toast vor.“

„Worauf wollen wir anstoßen?“ Janine nahm ihren Drink.

Er stieß sein Glas gegen ihres und sah ihr tief in die Augen. „Auf vielversprechende Möglichkeiten.“

„Darauf kann ich getrost trinken“, entgegnete sie und hob ihr Glas an die Lippen.

„Verraten Sie mir Ihren Namen?“ Er sah sie aus wunderbaren braunen Augen an.

Sie dachte eine Sekunde lang darüber nach und schüttelte dann den Kopf. „Ich glaube nicht.“

„Warum nicht?“

„Weil“, erklärte sie und trank noch einen großen Schluck, „unsere Begegnung alltäglich und normal wird, wenn wir uns vorstellen. Keine Namen, das bedeutet, keine Erwartungen.“

Er streckte die Hand aus und strich mit den Fingerspitzen über ihren Schenkel. Eine Zärtlichkeit, mit der Janine nicht gerechnet hatte und die ihr eine Gänsehaut und ein wohliges Erschauern bescherte.

„Okay, keine Namen“, stimmte er zu und beugte sich vor. „Aber ich denke, wir sollten uns duzen, oder?“ Als sie nickte, fuhr er fort: „Also, geheimnisvolle Frau, hast du Lust, mich auf einem Standspaziergang zu begleiten?“

„Ja“, erwiderte sie, während sie wegen seiner Berührung immer noch bebte. „Große Lust.“

Der Strand war fast menschenleer, und die kühle Meeresbrise trug die Klänge der Musik, die aus dem Club drang, fort. Sterne funkelten am nachtschwarzen Himmel, und das fahle Mondlicht ließ das Wasser wie Silber schimmern.

Romantischer geht es gar nicht, dachte Janine. Eigentlich müsste sie nervös sein. Schließlich war das so gar nicht ihre Art, mit einem völlig fremden Mann einen langen, romantischen Spaziergang am Strand zu machen. Sie spürte, wir ihre Erwartung wuchs – und eine Hitze, die genauso überwältigend war wie der Blick aus den Augen des Fremden.

„Wie lange bleibst du hier?“, wollte er wissen, und seine tiefe Stimme verlor sich fast im Wind und im Rauschen des Meeres.

„Drei Wochen. Und du?“

„Ich weiß es noch nicht.“ Er blieb stehen und sah hinaus aufs Wasser. „Ich bin aus einer Laune heraus hierhergekommen.“

Janine bückte sich, nahm eine zerbrochene Muschel auf und warf sie zurück in die Wellen. „Gibt es nichts in deinem Leben, zu dem du zurückmusst?“

Er schaute sie an und lächelte. Sie hatte wirklich einen fantastischen Mund. „Nicht wirklich.“

„Das muss himmlisch sein“, sagte sie und schaute aufs Meer. „Ich hatte schon arge Schwierigkeiten, meine Chefin dazu zu bringen, mir diese drei Wochen freizugeben.“

„Was machst du denn?“

„Ich bin Floristin. Und du?“

„Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon.“ Zärtlich strich er ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr.

„Das war ja ziemlich vage“, meinte sie.

„Willst du jetzt wirklich über unsere Berufe sprechen?“

„Eigentlich nicht“, gab sie zu. „Aber sag mir zumindest, dass du kein Juwelendieb oder so etwas bist.“

Er lachte. „Nein, kein Dieb. Nur Geschäftsmann.“

„Es gibt Schlimmeres“, meinte sie und dachte an John Prentiss … Lügner, Dieb, Heiratsschwindler.

„Außerdem“, fuhr er fort, „ist es nicht dasselbe, über die Arbeit zu sprechen und Namen auszutauschen?“

„Nein. Arbeit ist allgemein. Namen dagegen sind spezifisch.“

„Aha, jetzt gibt es Regeln dazu.“

„Gibt es nicht Regeln für alles?“ Sie schaute ihn kurz an, lächelte und wandte den Blick dann wieder dem Wasser zu.

„Sollte es eigentlich“, gab er zu. „Allerdings gefällt mir das Geheimnisvolle, das du vorgeschlagen hast.“

„Warum?“

„Weil es auf der Welt nicht mehr viele Geheimnisse gibt.“

Als er ihre Hand nahm und Janine in seine Arme zog, ließ sie es bereitwillig geschehen. Er neigte seinen Kopf, strich sanft mit den Lippen über ihren Mund, so als wollte er sie kosten, bevor er sie stürmisch küsste.

Janine spürte sämtliche Luft aus ihren Lungen weichen, während ihr Herzschlag sich beschleunigte. Der Kuss war berauschend – genau wie der Mann.

Doch sie wollte nicht, dass er ihre Sinne betäubte. Sie wollte, dass er sie berührte, sie schmeckte, sie festhielt.

Dass sie seinen Namen nicht kannte, störte sie nicht. Dass sie nichts über ihn wusste, war ihr gleichgültig. Vor einigen Stunden hatte sie noch nicht einmal etwas von seiner Existenz geahnt, und es spielte keine Rolle.

Das Einzige, was jetzt zählte, war seine nächste Berührung. Sein Kuss.

Mit der Zunge berührte er ihre Lippen, und Janine öffnete sie für ihn. Sie schlang die Arme um seinen Hals, stellte sich auf Zehenspitzen und küsste ihn mit ungezügelter Leidenschaft.

Fest zog er sie an sich, so nahe, dass sie seinen Herzschlag spürte. Zärtlich streichelte er ihren Rücken, bevor er eine Hand unter ihr T-Shirt schob, um ihre nackte Haut zu berühren. Jede seiner Liebkosungen fachte ihre Lust weiter an. Sie sehnte sich nach mehr – nach sehr viel mehr.

Sein Kuss war ein einziges forderndes Verlangen. Janine schwankte. Noch nie hatte sie etwas Derartiges gefühlt. Ihr war nicht einmal bewusst gewesen, dass sie zu solchen Empfindungen fähig war. Sie zitterte und stöhnte leise auf, als er seinen Mund von ihrem löste, um mit den Lippen und der Zunge über ihren Hals zu streichen.

„Hm“, flüsterte er, „du schmeckst wundervoll. Ich brauche dich. Jetzt.“

„Ja“, erwiderte sie atemlos und legte auffordernd den Kopf zurück. Sie wollte seinen Mund auf sich spüren, seine Hände. Sie wollte diesem Mann noch näher sein, ihn in sich fühlen. Und mehr als alles andere wünschte sie sich, mit ihm zu schlafen. Denn sie ahnte, dass es besser sein konnte als alles, was sie je erlebt hatte.

Max stöhnte auf, glitt mit den Händen unter ihr Top, schob es hoch und streifte es ihr vom erhitzten Körper. Der kühle Meereswind strich über ihre Haut und trug dazu bei, dass Janine vor Verlangen erzitterte.

Er senkte den Kopf und nahm erst die eine aufgerichtete Knospe zwischen die Lippen, dann die andere. Keuchend rang Janine nach Atem. Ihr Körper schien mit jeder Faser auf ihn zu reagieren, auf die Liebkosungen seiner Hände und seines Mundes. Lustvoll erbebte sie. Das sanfte Meeresrauschen tönte ihr in den Ohren, genau wie das ungezügelte Verlangen, das er in ihr weckte.

Die Stimme der Vernunft warnte sie, sie waren viel zu nahe am Hotel. Jemand könnte den verlassenen Strand entlangspazieren und über sie stolpern. Diesen Gedanken fand Janine seltsam erregend. Auch wenn ihr diese Erkenntnis Unbehagen bereitete, letztlich war ihr gleichgültig, wo sie sich befanden. Sie wusste: Wenn sie Max nicht innerhalb der nächsten Minuten auf und in sich spürte, dann wurde sie verrückt.

Er trat einen Schritt zurück, hob den Kopf und schaute sich um, als wollte er sich vergewissern, dass sie noch immer allein waren. Dann streifte er sich entschlossen das Hemd über den Kopf, breitete es auf dem Sand aus und drängte Janine, sich darauf auszustrecken. Die kühle Baumwolle fühlte sich herrlich an. Als er den Knopf und den Reißverschluss ihrer Shorts öffnete, half Janine ihm dabei, sie auszuziehen.

Der Wind wehte sanft über ihren nackten Körper und gab ihr das Gefühl, zügellos und wild zu sein. Sie tat so etwas sonst überhaupt nicht. Doch zu ihrem Erstaunen spürte sie, dass es ihr gefiel – sehr gut sogar!

Atemlos betrachtete sie Max, während er sich hastig seiner Kleidung entledigte und sich dann zwischen ihre Beine kniete. Mit den Händen erkundete er ihren Körper, umkreiste ihre Knospen, strich über ihre weiche Haut und glitt mit den Fingern an der Innenseite ihrer Schenkel entlang bis zu ihrem empfindsamsten Punkt … Wie sehr hatte Janine sich danach gesehnt. Voller Lust bog sie sich ihm entgegen und genoss das zärtliche Spiel seiner Finger. Heiser stöhnte sie auf.

Das war eine Einladung, der Max nur zu gerne folgte. Er beugte sich über Janine, bis sie nur noch seine Augen zu sehen glaubte. Augen, in denen sich dieselbe Leidenschaft spiegelte, die sie erzittern ließ.

Janine streckte die Arme aus und legte die Hände an sein Gesicht, um ihn zu sich zu ziehen und zu küssen. Sie öffnete die Lippen für ihn, und ihre Zungen fanden sich zu einem wilden Tanz voller Verlangen und Lust. Sie seufzte. Perfekt. Dieser Mann war perfekt.

Sie küsste ihn noch immer, als er in sie eindrang. Wieder und wieder eroberte er sie mit einer Leidenschaft, die ihr den Atem raubte. Tiefer und tiefer drang er ein und trug sie damit langsam, aber sicher in einen Zustand puren Glücks.

Ihr heftiges Verlangen überraschte sie. Darüber dachte sie jedoch nicht nach, sondern drängte sich ihm hemmungslos entgegen, damit er sie ganz ausfüllte.

„Ich bin bei dir“, raunte er. „Und ich will mehr. Ich will alles.“

Sie konnte nicht anders, sie gab ihm alles und nahm im gleichen Maße, während sie dem Gipfel der Lust entgegenstrebten.

Ihre Muskeln spannten sich an, sie wusste, was nun kam. Und dennoch traf es sie völlig unvorbereitet, als eine überwältigende Welle von Empfindungen über ihr hereinbrach. Seufzend klammerte sie sich an ihren geheimnisvollen Liebhaber und stöhnte lustvoll auf, während sie in einem Meer der Sinneslust versank.

Und nur einen winzigen Moment später folgte er ihr. Seinen heiseren Schrei dämpfte er, indem er sein Gesicht in ihrer Halsbeuge drückte.

Einige Minuten später hatte Max sich wieder einigermaßen beruhigt. Er konnte kaum fassen, was er soeben getan hatte. Er hatte eine Fremde geliebt, ohne darauf zu achten, wo sie sich befanden. Und – ohne an Verhütung zu denken.

Eigentlich müsste er ein schlechtes Gewissen haben. Doch das hatte er nicht.

Stattdessen begehrte er diese schöne Frau erneut. Genauso heftig wie beim ersten Mal.

„Das war …“, Janine hielt inne, holte tief Luft und stieß sie wieder aus, bevor sie fortfuhr, „… vergiss es. Ich kenne nicht einmal ein Wort dafür. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein unbeschreibliches Erlebnis.“

„Mir geht es genauso.“ Er lächelte und drehte sich vorsichtig zur Seite, erfreut, dass seine faszinierende Unbekannte die Augen schloss und genussvoll aufseufzte. Sein Körper war schon wieder bereit, und aus ihrer Reaktion schloss er, dass sie dasselbe Begehren verspürte.

Aus dem Club in der Ferienanlage drang Musik zu ihnen herüber, und das genügte, um Max zur Vernunft kommen zu lassen. „Ich bin noch lange nicht fertig“, flüsterte er ihr heiser zu, „aber ich schlage vor, dass wir uns lieber in mein Zimmer zurückziehen.“

Langsam glitt sie mit der Zunge über ihre Lippen, bevor sie noch einmal seufzte und meinte: „Oh ja. Das ist heute schon deine dritte gute Idee.“

2. KAPITEL

Ihr namenloser Liebhaber öffnete die Tür zur Präsidentensuite, und Janine versuchte, die Fassung zu bewahren.

Das Ferienparadies Fantasies war großartig, keine Frage, aber sie hatte eines der kleinsten und billigsten Zimmer für sich gemietet. Dies hier aber … war ein Traum. Riesengroß.

Als sie an Max vorbei in den Wohnbereich ging, wurde ihr Blick zunächst von der großen Fensterfront gefangen genommen, die eine atemberaubende Aussicht auf das Meer und den Strand bot, ein fast endlos scheinendes Panorama. Der Teppich war dick genug, dass ihre Füße darin versanken, als sie sich langsam im Kreis drehte, um den Rest der Suite zu bewundern.

Kristallvasen, gefüllt mit bunten Blumen, zierten die Glastische. Rote Sofas und Stühle standen zu gemütlichen Sitzecken zusammengefasst an beiden Enden des Zimmers, und es gab sogar einen Kamin, der, wie Janine vermutete, eher dem Ambiente als der Notwendigkeit diente. Warmes Licht vertrieb die Dunkelheit, und sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite führten Türen vermutlich zu den Schlafzimmern.

Janine erschauerte, als der Unbekannte die Arme um sie schlang, und sie spürte, dass sich seine Körperwärme auf sie übertrug. „Ein fantastisches Zimmer“, meinte sie und lehnte den Kopf an seine Brust.

Sie hörte das Lächeln in seiner Stimme, als er antwortete: „Es wird genügen, bis sich etwas Besseres auftut.“

„Bist du sicher, dass du kein Juwelendieb bist?“, fragte sie und hob den Kopf.

Er lachte, und sie sah seine Augen vergnügt funkeln. „Ganz sicher. Nur ein langweiliger Geschäftsmann, wie ich schon sagte.“

„Die Geschäfte scheinen gut zu laufen“, murmelte sie. Sie war von dieser prächtigen Suite sowohl beeindruckt als auch ein wenig eingeschüchtert.

Max ließ sie auf Grund ihrer Bemerkung abrupt los und ging zur Bar. „Gut genug.“

„Jetzt wird es aber kalt hier“, stellte Janine fest und reagierte auf die plötzliche Kühle in seiner Stimme ebenso wie auf sein Weggehen.

Eine Sekunde lang bemerkte sie einen Anflug von Verärgerung in seinem Blick, als er sich kurz zu ihr umwandte. „Tut mir leid. Ich habe nur gerade keine Lust, darüber zu sprechen – na ja, wenn ich ehrlich bin, habe ich überhaupt keine Lust zu sprechen.“

„Ich auch nicht.“ Janine ging durchs Zimmer und setzte sich auf einen der rot gepolsterten Barhocker. „Der Typ, dem das Hotel gehört, scheint Rot zu mögen, was?“

Janines Gastgeber schenkte ihr ein Glas Wein ein und lächelte wieder. „Scheint so.“

„Kennst du ihn?“

„Wie bitte?“

„Den Besitzer. Ob du ihn kennst?“ Janine nahm den Wein und nippte. Er war nicht nur kühl und köstlich, sondern, wie zu erwarten war, perfekt.

„Zufällig, ja.“

„Dachte ich mir“, murmelte Janine. Schließlich kannten sich die reichen Leute untereinander. Zumindest war es bei John so gewesen. Auch wenn sich herausgestellt hatte, dass er gar nicht wirklich reich gewesen war. Er hatte nur so getan, als hätte er Geld. Genau wie er nur so getan hatte, als würde er sie lieben.

Ihr Gegenüber hob sein eigenes Glas und trank einen Schluck Wein, bevor er es wieder auf die Bar stellte. Nachdem er beide Hände auf die glänzende Holzoberfläche gelegt hatte, schaute er Janine an und sagte: „Bevor die Sache noch weitergeht, sollten wir über das sprechen, was am Strand geschehen ist.“

Janine rutschte unruhig auf ihrem Barhocker hin und her. Es zu tun war eine Sache, aber darüber zu sprechen etwas ganz anderes. „Warum?“

„Weil wir keinerlei Vorsichtsmaßnahmen getroffen haben.“

Sechs kleine Worte, die ihre Welt aus den Angeln hoben.

„Oh.“

„Ja“, meinte er und nahm sein Weinglas wieder in die Hand. „Oh.“

„Na ja.“ Janine dachte, so gut es ging, nach. Dass sie überhaupt noch zu einem klaren Gedanken fähig war, überraschte sie, denn ihr war auf einmal ganz schwindelig geworden. „Nun, zuerst einmal kann ich dir versichern, dass ich gesund bin.“

„Gut zu wissen. Ich auch. Trotzdem bleibt eine Frage, die genauso wichtig ist.“

„Ja.“ Jetzt war ihr nicht nur schwindelig, sondern auch noch übel, und Janine bedauerte, dass sie so ein üppiges Mittagessen zu sich genommen hatte. Aber sie holte tief Luft und meinte: „Wir werden einfach abwarten müssen. Es wird schon nichts passiert sein. Da bin ich mir sicher. Es war ja nur das eine Mal.“

Er zog eine Augenbraue in die Höhe. „Ich frage mich, wie oft dieser Satz im Laufe der Jahrhunderte wohl schon so hoffnungsvoll geäußert wurde.“

„Wenn du dir Sorgen machst, klingst du aber äußerst britisch.“

„Das mag stimmen. Trotzdem, wie du sagtest, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als abzuwarten.“

Janine kam sich unglaublich idiotisch vor. Noch immer konnte sie nicht fassen, dass sie sich mit einem Fremden am Strand geliebt hatte, ohne an Verhütung zu denken. Du lieber Himmel. So dumm war sie doch sonst nicht.

In Gedanken versunken glitt sie mit ihren Fingern an dem zerbrechlichen Stiel des Weinglases auf und ab.

„Könntest du vielleicht damit aufhören? Oder heißt das, du möchtest noch einmal so etwas erleben wie vorhin am Strand?“

„Was?“ Sie hob den Blick und sah, dass seine Augen vor Begehren funkelten. Und allein dieser Blick genügte, um Janine alle Sorgen vergessen zu lassen. Stattdessen spürte sie erneut heftiges Verlangen. Was, zum Teufel, war nur mit ihr los? Sie war doch sonst nicht so verrückt auf Sex. Noch nie hatte sie sich derart nach einem Mann verzehrt.

Aber vielleicht lag es einfach daran, dass keiner der Männer, mit denen sie bisher zusammen gewesen war, ein Weltklasseliebhaber gewesen war.

Im Gegensatz zu diesem geheimnisvollen Fremden, der es definitiv war.

Absichtlich strich sie noch einmal über den Stiel des Glases und registrierte befriedigt das lustvolle Aufflackern in Max’ Augen. Er kam um die Bar herum, hob sie vom Barhocker und nahm sie in die Arme.

Mit einer Größe von einem Meter siebzig war Janine nicht gerade eine kleine Frau, und dass ein Mann sie mit solch einer Leichtigkeit hochhob, war ...

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