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Verborgene Erinnerungen - unsere Reise zum wahren Selbst

Inhaltsverzeichnis
Verborgene Erinnerungen - unsere Reise zum wahren Sebst
Danksagungen
Vorwort
TEIL I
Einleitung
Wir sind der Ausdruck unserer Überzeugungen
Unsere ersten Programmierungen
Der Konflikt zwischen Absicht und Handlung
Unsere ersten Lernerfahrungen
Die zweite Lernphase
KAPITEL 1
Bewusstsein und Gedanke
Das Gehirn erschafft seine eigene Realität
Bewusstsein und Unterbewusstsein
Frühe Programmierungen
KAPITEL 2
Der Placeboeffekt
Die Kraft der Glaubenssätze
Wir sind Gefangene unserer Weltsicht
Übung für den Leser
KAPITEL 3
Glaubenssätze sind Erinnerungen
Der unbewusste Anteil und das Gedächtnis
Die Ebenen der Erinnerung
Implizite oder verborgene Erinnerung
Der Priming-Effekt von Erinnerungen ist oft unbewusst
Explizite, bewusste Erinnerungen
Das Gehirn vergisst die Vergangenheit nicht
Verborgene Erinnerungen: Glaubenssätze, die stärker sind als die Realität
Dissoziation
Stressbedingte Anpassung
Abrufbare Erinnerungen und solche, die verborgen bleiben
Erinnerungen an Schmerz und Angst
Das soziale Gehirn
Die Suche nach Liebe
Die Beziehung zwischen Schmerz und Angst
Unser Beschützer
KAPITEL 4
Der Beschützer
Die Rolle unseres Beschützers
Es gibt nichts zu fürchten als die Angst allein
Das logische Prinzip hinter unserem Schutzverhalten
Die verborgene Dynamik des Beschützers
Der verborgene Krieg
Liebe und Angst
Das defensive Verhaltensmuster des Beschützers
KAPITEL 5
Rollen spielen
Geschichten konstruieren
TEIL II Der Prozess der Heilung
Einleitung
KAPITEL 1
Unsere Fähigkeit, zu fühlen
Es gibt keine Anleitung dafür, in seiner Essenz zu sein
Wer sind Sie?
Der Essenz-Prozess: eine Reise ohne Ziel
Die Reise
Wie die Reise beginnt
Die Reise geht weiter
Die Reise endet mit Liebe
KAPITEL 2
Achtsamkeit ist unser größter Heiler
Übung für den Leser
Ich muss mich ändern
Risiken eingehen
Bewerten, verurteilen und vergeben
Übung für den Leser
KAPITEL 3
Beobachten Sie Ihre Reaktionen
Beobachten Sie Ihre Interaktionen
Beobachten Sie Ihre Realität
Beobachten Sie Ihre Vorstellungen und Sichtweisen
Beobachten Sie Ihr Selbstbild
Beobachten Sie das Unbekannte
Beobachten Sie Ihren Wunsch nach Perfektion
Beobachten Sie den Krieg in Ihrem Inneren
Beobachten Sie den Augenblick
Beobachten Sie Ihr Leiden
Beobachten Sie, ungeliebt zu sein
Beobachten Sie, wie Sie nach Liebe suchen
Beobachten Sie Ihre Menschlichkeit mit Demut
Beobachten Sie das Unerträgliche
KAPITEL 4
Nehmen Sie Ihre natürlichen menschlichen Emotionen an
Emotionale Distanz
Das menschliche Bewusstsein strebt danach, das Unabgeschlossene zu vollenden
Nehmen Sie Ihren Schmerz mit Mitgefühl und Nachsicht an
Heilung bedeutet Fühlen
Die Gefühle denken oder die Gedanken fühlen
KAPITEL 5
Gehen Sie auf Ihre Ängste zu
Angst ist der Versuch, Fantasie zu nutzen, um Realität zu verändern
Den Schmerz abzulehnen bedeutet Leid
Begrüßen Sie den Schriftsteller, Schauspieler, Direktor und Produzenten Ihrer Lebensgeschichte und nehmen ihn an
Übung für den Leser
Ihre Welt verstehen lernen
Absichtslose Achtsamkeit
Stille
KAPITEL 6
Der Essence-Prozess
Machen Sie die Erfahrung des Empfangens, des Gebens und des Seinlassens
Hereinlassen
Übung für den Leser
Sein lassen
Übung für den Leser
Loslassen
Vergangene Beziehungen loslassen
Menschen loslassen
Das Bedürfnis loslassen, sein Geld festzuhalten
Dinge loslassen
Das falsche Bild loslassen, das Ihr Beschützer zu halten versucht
Hereinlassen, Seinlassen und Loslassen
KAPITEL 7
Veränderung setzt ein
Aber wo ist der Feind? Wer ist der Feind? Wie ist der Feind?
Unsere energetischen Kräfte verstehen
Unsere Essenz, unser wahres Selbst, ist nun hier
Mitgefühl wird erweckt, nicht erzwungen oder gelernt
NACHWORT
Der Essence-Prozess

Verborgene Erinnerungen
-
unsere Reise zum wahren Sebst


Dr. Menis Yousry


Dieses Buch dient der Erforschung des

menschlichen Bewusstseins:

Wie können wir verändern,

wer wir glauben zu sein und zu dem werden,

der wir wirklich sind?



Für meine Kinder James und Russha

Danksagungen



Folgenden Personen möchte ich für ihre Unterstützung bei der Fertigstellung dieses Buches danken: Sukhy Loyal, Daphne Trotter, Natalia Nikolova, Milena Nenkova, Graham Edwards und Dr. John Briffa.

Naomi Fowler für ihre Hilfe und ihren Einsatz im Lektorieren dieses Buches. Ben Brophy dafür, dass er mich zum Schreiben dieses Buches inspirierte – durch seinen engagierten Einsatz und seine tiefe Hingabe an das Teilen von Weisheit und Wissen auf breiter Ebene.

Weiterhin möchte ich folgenden Menschen dafür danken, dass sie mich jahrelang unterstützt und begleitet haben: John Duggan, Jon Walsh, Terry Tillman, Mike Conner, Jacob Handelman, Desislava Dare, Poliksena Kostova, Jennifer Evans, Asia Dimitrova, Yvette Nagy, Sági Miklós, Dina Nikolits, Graham Edward, Judit Berki, Diana Karabinova, Will Skaskiw, Jean Crawford, Marian Ingleby, Zoltán Disznós, Adrian John Oliver, Dr. Amal Treacher, Andy Metcalf, Dr. Barry Mason, Delia und Simon Gray, Ely Varghai, Erika Balogh, Grant Stapleton, Isabel Losada, Linda Julian, Michael und Marcelle Lawson, Paul Higgs, Sam Westmacott, Sarah Brooking, Sarah Haigh, Siobhan Soraghan, Steve Nobel, Boriana Racheva, Rumyana Peneva, Fidanka Chingova, Ben Gabbitas, Peter Goryalov, Andy Morse, Delyan Zagaryov, Janet Parker, Graham Hadley, Merrel Gering, Leon Norell, Sir Ralph Halpern und Helen Harnden.

Vorwort


Eine Reise in das menschliche Bewusstsein


Dieses Buch möchte Sie auf eine Forschungsreise in Ihr Bewusstsein mitnehmen und Ihnen zeigen, wie es bereits in Ihrem frühen Bewusstwerdungsprozess geformt worden ist. Das Bewusstsein wird bereits vor unserer Geburt erschaffen und danach durch unsere Kindheit, Elternbeziehung, Herkunft, vergangene Generationen sowie unsere Kultur und Umgebung geprägt. Diese Reise wird Sie mit all den mächtigen, unsichtbaren, positiven oder negativen Schwingungen, d. h. den Einflussfaktoren bekannt machen, die unser Leben prägen. Es zeigt auch, wie diese zusammenwirken, damit wir den Sinn unseres Lebens als menschliche Wesen erkennen lernen. Es beschäftigt sich damit, wie diese Erfahrungen sich gegenseitig durchdringen, uns an unsere Vergangenheit und an die Gegenwart binden und auf diese Weise sogar unsere Zukunft erschaffen.

Oft erzeugen diese einflussreichen und wirkungsvollen Schwingungen sogar eine verborgene Dynamik – bestehend aus ungelösten Problemen, Überzeugungen und Glaubenssätzen, schmerzhaften Erfahrungen und ungewöhnlichen Umständen – die wir in der Vergangenheit nicht vollständig verstanden haben. Diese Erfahrungen sind in unserer unbewussten Erinnerung gespeichert, vor unserem bewussten Verstand versteckt und haben einen immensen Einfluss auf unsere gegenwärtige Wahrnehmung der Welt. Im Laufe unseres Lebens verstärkt sich diese verborgene Dynamik weiterhin, wenn wir unbewusst die dazu passenden Situationen oder Umstände anziehen.

Dem menschlichen Bewusstsein geht es um Vervollständigung. In unserem Bestreben, unvollendete, schmerzliche Erfahrungen der Vergangenheit abzuschließen und zu heilen, werden sie zu wiederholten Mustern. Diese zeigen sich in unserem Leben oftmals nur deswegen, weil wir ihren Sinn bisher noch nicht verstanden haben. Es handelt sich um unaufgelöste Muster, die immer wiederkehren, obwohl wir uns um eine Lösung bemühen und Erfahrungen abschließen wollen.

Durch das Erforschen unserer verborgenen Erinnerungen können wir lernen zu verändern, wer wir zu sein glauben, und zu dem werden, der wir bereits sind. Anders ausgedrückt, wir können lernen, mit vollem Bewusstsein im Jetzt zu leben, aus unserer Essenz heraus. Es ist eine Reise in das Innerste des Herzens und der Seele, um Frieden zu suchen und Heilung zu finden, indem wir erkunden, was uns als Menschen ausmacht – im Kindesalter und als Erwachsener, im Kontext einer Familie oder einer Kultur. Auf dieser Reise erforschen wir auch die Bedeutung unseres Menschseins in einer Welt, die wir als teils real, teils illusionär empfinden und die eingebettet ist in ein von uns selbst erschaffenes Universum.

Die eigentliche Herausforderung besteht nun in der Erforschung unserer Fähigkeit, diese verborgene Dynamik in uns selbst, unseren Familien und unserer Kultur aufzudecken, zu enthüllen und letzten Endes wahrzunehmen – um unser innerstes Modell der Wirklichkeit bloßzulegen und zu erkennen, wie wir die Welt bisher gesehen haben. Haben wir dieses kraftvolle Verständnis unseres Selbst einmal erlangt, werden wir auch verstehen, warum wir dazu tendieren, dieselben Situationen in unserem Leben permanent zu wiederholen, und ihr genaues Gegenteil nicht erschaffen zu können – so sehr wir uns auch bemühen.

Auf dem Weg der Entdeckung und Erkundung unserer verborgenen Erinnerungen und damit unseres Selbst betrachten wir die Muster, die in unserem Gehirn durch neurologische Verknüpfungen entstanden sind. Wir untersuchen dabei auch die Art und Weise, wie unsere Herkunft und vergangene Generationen unser Verständnis der uns umgebenden Kultur sowie unseres Platzes in der Welt beeinflusst haben. Das Wissen darum wird Ihnen zu einem größeren Bewusstsein Ihres Selbst und Ihres Lebens verhelfen, als Folge davon werden Sie weiteres Leiden verhindern und in Zukunft erfolgreicher sein können. Der Schlüssel zur Transformation liegt darin, Frieden zu finden, indem wir uns in unserer Eigenschaft als menschliche Wesen in einem sich entfaltenden Universum immer besser verstehen.

Wahrer Frieden kommt aus unserem Innersten und ist unabhängig von unseren Mitmenschen. Wir können uns von der Vorstellung befreien, uns lediglich als ein Produkt unserer Vergangenheit zu empfinden (und seiner Auswirkungen auf unser Leben im Hier und Jetzt). Menschen, die immer wieder über ihre Sehnsucht nach Freiheit sprechen, sind oftmals im Gefängnis ihrer Vergangenheit eingeschlossen und versuchen, sich von etwas zu befreien, das in Wirklichkeit schon lange nicht mehr existiert.



Verborgene Erinnerungen finden


Das Material dieses Buches stammt aus verschiedensten Quellen und entstand aus meinem Interesse an und Erfahrungen in den Bereichen Humanpotenzial, soziale Veränderung, Kultur, Psychologie, Kunst, Psychotherapie, Spiritualität und akademische Forschung. Ein Teil dieser Informationen bildeten sich heraus während meiner Studien zu Gehirn und Gedächtnisfunktion sowie Biologie des Menschen. All diese Disziplinen spielen eine wesentliche Rolle für das Verständnis unserer verborgenen Erinnerungen. Da die Erforschung des menschlichen Gehirns und der Gedächtnisfunktionen ein ungemein komplexes Thema darstellt, habe ich mich bemüht, komplizierte und eher technisch-biologische Einzelheiten so einfach wie möglich zu halten. Eine ausführliche Erläuterung der entsprechenden Details ginge über das Ziel dieses Buches weit hinaus.

Wenn ich über das Gehirn oder bestimmte Hirnareale schreibe, so muss dies stets im größeren Kontext der Hirnforschung gesehen werden, wo die Entwicklung rasant fortschreitet. Hier lässt sich durchaus der Vergleich anstellen mit der Evolution in der Computertechnologie. Bereits in wenigen Jahren werden wir noch viel mehr über das Gehirn und die Art seiner Einflussnahme auf unser Verhalten wissen. Ein anderer, großer Teil der Informationen in diesem Buch stammt aus meinen persönlichen Erkenntnissen und meiner therapeutischen Arbeit sowie aus meinen Essence-Einführungskursen und den Impulsen der vielen Menschen, die mich auf meinem Weg der Selbsterkenntnis begleitet haben.

Es ist wichtig, dass Sie nicht alles, was Sie in diesem Buch lesen, glauben. Damit meine ich, dass Sie Ihre eigenen Schlussfolgerungen aus dem ziehen sollten, was Sie hier lesen, und Ihrer eigenen Intuition (Ein-Sicht) und Ihren Erkenntnissen vertrauen. Sie werden automatisch erkennen, was für Sie wahr ist. Unser Wissen ist zwangsläufig immer begrenzt, denn wir entwickeln uns in jedem Moment weiter. Dieses Buch stellt Ihnen die Mittel zur Verfügung, Möglichkeiten der inneren Heilung und innere Weisheit durch vertieftes Wissen, Selbstreflexion und Einsicht zu erforschen, und zeigt Wege auf, wie Sie Ihr Leben verändern können. Es gibt Ihnen jedoch keine wie auch immer geartete Methode an die Hand – außer derjenigen, die darin besteht, tief in das eigene Innerste zu schauen. Viele Menschen haben bereits erfolglos versucht, ihr Leben mithilfe von Methoden oder Verfahren zu verändern. Methoden können uns davon abhalten, im Hier und Jetzt zu sein. Da wir darauf konditioniert sind zu glauben, all unsere Probleme lösen zu können, indem wir an ihnen arbeiten, passiert es uns immer wieder, auf unserer Suche von einem Rezept, Lehrer oder einer Geheimlehre zum bzw. zur nächsten zu springen. Bei all diesen Methoden im Dienste der Selbsterkenntnis handelt es sich jedoch unweigerlich um kurzfristige Lösungen, die nicht in der Lage sind, das Innerste unseres Wesens zu erreichen, um dauerhafte Veränderungen zu bewirken.

Dieses Buch möchte kein Selbsthilfebuch und kein Ersatz für Ihre eigene Weisheit sein. Stattdessen möchte es Sie auffordern und Sie an Ihre Fähigkeit erinnern, Ihr tägliches Leben in und aus dem eigenen Bewusstsein zu leben.

Im Grunde ist es nur eine Erinnerung an das, WAS SIE BEREITS WISSEN.


TEIL I


Der Konflikt zwischen 
unserer Absicht und dem,
was wir erreichen


Einleitung


Der Schlüssel zur Selbsterkenntnis liegt im perfekten Tanz zwischen unserer tiefen inneren Gefühlswelt und unseren Handlungen im Außen. Die rätselhafte Dissonanz zwischen diesen beiden Welten – unseren Handlungen und unseren Absichten – ist verflochten mit den Schwingungen unserer inneren Prozesse, die unseren Emotionen Farbe verleihen und unsere Entscheidungsfindung sowie unsere Handlungen beeinflussen. Sie entscheiden über unseren Sieg oder unsere Niederlage.


Wir sind der Ausdruck unserer Überzeugungen


Jeder von uns sehnt sich nach Gesundheit, Wohlstand, guten Beziehungen und Glück. Viele Lehrer und Bücher sprechen über unser Potenzial, alles erreichen zu können, was wir im Leben haben wollen. Obwohl wir ihnen auf der bewussten Ebene und rein intellektuell sogar glauben, müssen wir vielleicht enttäuscht feststellen, dass wir noch nicht alles aus dem Leben herausgeholt haben, was wir wollen, und immer noch um die Erfüllung unserer Träume kämpfen. Noch frustrierender kann es sein festzustellen, dass unsere Art von Kommunikation, die Qualität unserer Beziehungen und unsere Interaktionen mit anderen Menschen nicht unseren ehrlichen Absichten und tiefsten Wünschen entsprechen.

Jeder von uns hat bereits die Erfahrung gemacht, dass wir in unserer Kommunikation mit anderen Menschen oftmals nicht das sagen, was wir in einer Situation wirklich sagen wollen. Im Nachhinein kann dieses Verhalten dann zu Selbstzweifeln führen, wenn wir erkennen, dass wir zwar das Richtige gedacht haben, jedoch nicht in der Lage waren, entsprechend zu handeln, obwohl wir tief in unserem Inneren wussten, was wir wirklich sagen oder tun wollten.

Wie oft haben wir uns bereits vorgenommen, dieses oder jenes nicht mehr zu tun, und dann doch wieder das alte Verhalten an den Tag gelegt? Wie oft sind wir explodiert oder haben in negativer Weise reagiert und das Gesagte sofort wieder bereut? Auch wenn wir in dem Moment genau wissen, wie falsch unser Verhalten oder unsere Worte sind, machen wir einfach so weiter wie zuvor. Wie oft haben wir unsere innere Stimme ignoriert? Wie oft handelten wir so, dass wir uns nachher dafür hassten?

Die Einsicht, dass wir als Menschen viele verschiedene Anteile in uns tragen, könnte zu unserer Entschuldigung beitragen. Genauer gesagt besteht ein Konflikt zwischen dem, wie wir die Welt und unsere Mitmenschen sehen, und dem, wie wir auf unsere Erfahrungen im täglichen Leben und mit anderen Menschen reagieren. Die Reaktion auf unsere Erfahrungen stimmt nicht mit unserer persönlichen Realität überein. Dieses Mysterium können wir lösen, indem wir unsere verborgenen Erinnerungen erforschen.


Unsere ersten Programmierungen


Der erste Schritt besteht darin, zu erkennen, dass Programmierungen, die wir sehr früh in unserem Leben erfahren haben, Veränderungswünsche im späteren Leben behindern können. Oft fällt es uns schwer zu verstehen, warum wir nicht erfolgreich sind und unser volles Potenzial nicht entfalten können. Außerdem kann es uns passieren, dass wir in die Falle der Schuldzuweisung gehen und andere für unseren Misserfolg verantwortlich machen, es als Pech bezeichnen oder die Umstände anklagen, ohne zu verstehen, dass wir selbst die Schöpfer der Konsequenzen in unserem Leben sind. Tatsache ist, dass wir uns aufgrund unserer unbewussten widersprüchlichen Überzeugungen, die unseren eigentlichen Wünschen entgegenwirken, selbst sabotieren.

Tief in unserem Unterbewusstsein existiert eine Kraft aus Zeit und Tradition, die uns in eine bestimmte Richtung zieht. Zwar vermag uns unser bewusster Verstand bis zu einem gewissen Maße in der Gegenwart zu leiten und zu kontrollieren, doch in unserem Unterbewusstsein liegen ungelöste Probleme, Zwänge, Aberglauben und Ängste auf der Lauer, pochend und drängend. Sie geben uns unsere Gefühle vor und diktieren damit auch unser Verhalten. Diese Dynamik kann letztlich dazu führen, dass wir das genaue Gegenteil unserer bewussten Wünsche und Träume erleben.

Das Mysterium liegt verborgen in dem unbekannten Raum zwischen unseren Handlungen und unseren Absichten. Der Schlüssel zur Selbsterkenntnis liegt im perfekten Tanz zwischen unserer tiefen inneren Gefühlswelt und unseren Handlungen im Außen. Die rätselhafte Dissonanz zwischen diesen beiden Welten – unseren Handlungen und unseren Absichten – ist verflochten mit den Schwingungen unserer inneren Prozesse, die unseren Emotionen Farbe verleihen und unsere Entscheidungsfindung sowie unsere Handlungen beeinflussen. Sie entscheiden über unseren Sieg oder unsere Niederlage.

Unsere Reise beginnt, indem wir die Verbindung zwischen unseren Gedanken und tiefsten inneren Gefühlen herstellen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf unseren Gefühlen, denn sie sind die treibende Kraft für unser Verhalten. Durch das Erforschen all dieser Begrenzungen können wir herausfinden, wie wir effektivere Wege schaffen können, um unsere Ziele im Leben zu erreichen.


Der Konflikt zwischen Absicht und Handlung


Beginnen wir damit zu erforschen, wann der Konflikt zwischen unseren Absichten und unseren Handlungen entsteht, und zwar indem wir unsere Vorstellungen von Bewusstsein und Unterbewusstsein in Bezug zu unseren Lebenserfahrungen setzen.

Unser Leben ist das Abbild unseres Unterbewusstseins. Beim Blick in diesen Spiegel können wir erkennen, dass die Ursache, warum wir bestimmte Dinge im Leben nicht erreichen, darin besteht, dass wir Muster und Überzeugungen in uns tragen, aufgrund derer unser Unterbewusstsein diese nicht zulässt.

Heute wird allgemein anerkannt, dass sich das Bewusstsein in zwei verschiedene Bereiche unterteilen lässt. Da ist zum einen unser bewusster Anteil im Hier und Heute, den wir auch unsere Essenz nennen könnten (oder unser Herz, unsere innere Stimme, also das, was uns wirklich ausmacht). Zum anderen ist da der zweite Anteil, unsere Persönlichkeit, den wir einsetzen, um uns in der Welt darzustellen. Viele Menschen glauben, dass die Persönlichkeit ihr wahres Wesen ausmacht. Die Herausforderung in unserem Leben besteht jedoch darin zu erkennen, dass wir in eine Familie hineingeboren wurden und damit die Überzeugungen unserer Familie und unserer Kultur in uns tragen sowie auch die Gedanken und Gefühle vergangener Generationen. Unsere Persönlichkeit ist daher sowohl vom Leben anderer Menschen mitgestaltet und geprägt worden als auch von unseren eigenen Lebenserfahrungen sowie von Bildung, Kultur, Eltern und Familie. Diese beiden Anteile unseres Bewusstseins können miteinander im Widerstreit sein, denn unsere Absichten stimmen oft nicht mit den Erwartungen der anderen oder mit dem, wie wir uns eigentlich verhalten sollten, überein.

Mittlerweile weiß man, dass der größte Teil der menschlichen Konditionierung, der uns zu dem macht, wer wir sind, bereits in den ersten Lebensjahren erfolgt, obwohl wir bis zum letzten Tag unseres Lebens lernen und wachsen. Diese Konditionierung kann uns entweder dazu verhelfen, unsere Ziele und Wünsche im Erwachsenenleben zu erreichen, oder aber dazu beitragen, sie zu verfehlen.

Die erste Beziehung im Leben ist die Verbindung zu den Eltern, insbesondere zur Mutter. Sie dient als Vorbild oder Gussform für alle Beziehungen, die ein Mensch im Verlaufe seines weiteren Lebens eingeht. Die Mutter repräsentiert das Tor zum Leben. Bereits vor unserer Geburt erlebten wir die Welt und die Gefühle unserer Mutter. Der Moment, in dem eine Mutter ihr Kind zum ersten Mal sieht, prägt sie das Leben dieses Kindes. Die frühe Bindung zwischen Mutter und Kind setzt den bewussten und unbewussten Erinnerungsspeicher der Mutter sowie die Tiefen ihrer inneren Welt frei. Auf diese Weise formt die Mutter die Struktur des sozialen Gehirns ihres Kindes. Auch der Vater baut eine emotionale Beziehung zu seinem Kind auf und beschäftigt sich mit ihm. Durch die Art und Weise seines Umgangs enthüllt auch er seine unbewussten Überzeugungen und Werte und trägt damit zur Schaffung der Realität seines Kindes bei. Die Fähigkeit der Eltern, auf das Kind zu reagieren, es zu pflegen und zu nähren, hat einen lebenslangen Einfluss auf das kindliche Selbstbild und seine sozialen Interaktionen.



Unsere ersten Lernerfahrungen


In Das Seelenleben des Ungeborenen erklären Dr. Thomas Verny MD und John Kelly, dass der Mutterleib unsere erste Erfahrung mit dem Leben und die erste Heimat darstellt, die wir als ungeborene Kinder wahrnehmen. Ist diese Mutterleib-Heimat von Gefühlen wie Angst oder sogar Abneigung seitens der Mutter geprägt, wird das Kind die Welt zuerst als einen unfreundlichen Ort erleben.

In Fällen, in denen die Mutter eine Abtreibung erwogen hat, Konflikte mit ihrem Partner oder andere wiederkehrende schwierige Gefühle während der Schwangerschaft erlebt, kann die Heimat des Kindes sich unsicher anfühlen. Auch wenn die Mutter zu einem früheren Zeitpunkt bereits eine Abtreibung hatte und sich nun nicht von Schuldgefühlen befreien kann, übertragen sich diese Gefühle eventuell auf das Ungeborene. Gleichermaßen können Erfahrungen der Vergangenheit, die ein Muster von negativen Gefühlen in Bezug auf die Schwangerschaft erzeugen, das ungeborene Kind beeinflussen. So wie das Kind beständig Nährstoffe und Sauerstoff aus dem Blut der Mutter aufnimmt, wird es auch von den Gefühlen der Mutter versorgt.

Dr. Dominick Purport, der Verleger des Brain Research Journal, unterstützt diese Theorie und stellt fest, dass unser Bewusstsein schon vor der Geburt beginnt. Sobald sich die Hirnregionen mit ihren neuronalen Schaltkreisen zwischen der 28. und 32. Lebenswoche herausgebildet haben, ist das Ungeborene in der Lage, sich in die Gedanken und Träume der Mutter einzuschalten.

Man geht davon aus, dass die Gedanken und Gefühle der Mutter während der Schwangerschaft sich so tief in die kindliche Psyche einprägen können, dass sie für den Rest des Lebens vorhanden sind. Diese Gefühle definieren und formen das emotionale Leben des Kindes und können sich zu Bedrohungen entwickeln, die sich in die Seele des Ungeborenen eingravieren. Um diese Folgewirkungen zu verändern, kann manchmal intensive Arbeit an sich selbst nötig sein.

Dr. Verny geht davon aus, dass die Erwartungshaltung ungeborener Kinder an die neue Welt auf ihren allerersten Erfahrungen beruht. Fühlt sich das Ungeborene in einer frühen Phase seiner Entwicklung nicht sicher, wird es eine unbewusste Erwartungshaltung herausbilden, dass die Welt so sein wird, wie es sie bereits im Mutterleib erlebt hat. Das Kind ist prädisponiert für die Ausprägung eines bestimmten Persönlichkeitstyps, der abhängig ist von der Art des Umgangs mit anderen Menschen. Haben wir also die Welt im Mutterleib nicht als wohlwollend und freundlich erlebt, kann sich das enorm belastend auf unser Leben außerhalb des Mutterleibs auswirken.

Da die emotionalen, intellektuellen und neurologischen Kapazitäten des ungeborenen Kindes noch nicht vollständig entwickelt sind, bleiben diese Erfahrungen möglicherweise auf die Gefühlsebene beschränkt. Auch wenn die Verdrahtung und die Schaltkreise des Gehirns die Persönlichkeit als solche nicht unbedingt beeinflussen, sind sie dennoch extrem anfällig für Störungen und Unstimmigkeiten. Dr. Verny stellt weiterhin fest, dass das Ungeborene bereits in den frühen Entwicklungsphasen von Gefühlen wie Liebe und Ablehnung beeinflusst wird. In dem Maße wie das Gehirn des ungeborenen Kindes heranreift, verwandeln sich primitive Empfindungen und Gefühle in komplexere Gefühle, Gedankenzustände und später auch in Vorstellungen.

Wenn es im Leben der Mutter bereits Widersprüche gibt, halten diese oft auch nach der Geburt an und das Baby ist bereits entsprechend vorbelastet.



Die zweite Lernphase


Von Geburt an wird uns von anderen Menschen (üblicherweise unseren Eltern) beigebracht, wie wir leben sollen. Dabei erziehen und konditionieren sie uns so, wie sie selbst erzogen und konditioniert wurden, und zwar in der Annahme, dies sei der beste Weg. Sie handeln so, weil sie möchten, dass wir in dieser Welt auf bestmögliche Art und Weise überleben können, wobei sie durch das Diktat ihrer bewussten und unbewussten (verborgenen) Welt handeln. Sie leiten uns dazu an, wie wir leben, reagieren und interagieren sollen, sodass unsere Persönlichkeit zu einer Art von Schutz wird, der sich außerhalb von uns entwickelt, damit wir fähig sind, uns mit der Welt auseinanderzusetzen. Unsere Persönlichkeit entwickelt sich daher bereits in der frühesten Kindheit. Sie ist geprägt von unserer Wahrnehmung, den gesammelten Reaktionen auf unsere Existenz sowie den vielen Erfahrungen auf unserem Lebensweg.

Dieser Teil unseres Selbst bildet also das Fundament, auf dem unsere persönliche Identität aufgebaut ist. In der Folge wird dieses Konstrukt von den Anforderungen der anderen an uns immer weiter gestärkt – oder auch geschwächt. Bei diesen anderen handelt es sich um die Menschen, die uns aufziehen, und die Gesellschaft, in der wir leben. Unsere Persönlichkeit entwickelt sich weiter, indem sie ähnliche Erfahrungen anzieht und damit wiederum die Erinnerungen und Überzeugungen verstärkt, die überhaupt erst zu ihrer Entstehung geführt haben.

Nachdem diese reaktive Dynamik im Laufe unseres Lebens weiter gewachsen ist und sich über die ursprüngliche Schutzfunktion für uns hinaus entwickelt hat, erkennen wir, dass sie ein Eigenleben führt. Diese Art der Persönlichkeit besteht nunmehr aus einem machtvollen Netzwerk unbewusster Einstellungen und Verhaltensmuster, die fast jeden Aspekt unseres Lebens dominieren können. Daraus resultieren Verhaltensweisen, die unserem innersten Wesen und unseren Absichten vollständig zuwiderlaufen. Dies gilt besonders für Absichten, die tief in unserem Wesenskern (oder Unterbewusstsein) verankert sind und die wir weiterhin versuchen umzusetzen. Oft ist es außerdem so, dass diese Verhaltensweisen uns in zahlreichen Situationen unterstützt haben und für einen großen Teil unseres Erfolgs im späteren Leben verantwortlich sind.

Von außen wird großer Druck auf uns ausgeübt, denn diejenigen, die uns aufgezogen haben, geben denselben Druck an uns weiter, den sie selbst durch ihre Eltern erlebt haben. Mittlerweile sind wir ihnen ähnlich geworden, denn als Folge ihrer Erziehung und der damit verbundenen Konditionierung haben wir sie unwillkürlich nachgeahmt. Auch dies kann dazu führen, dass unsere Absichten und das, was wir im Leben tatsächlich erreichen, miteinander kollidieren.

Zur Lösung dieses Konflikts benötigen wir ein tieferes Verständnis unserer beiden Bewusstseinsanteile – des bewussten und des unterbewussten Teils. Der unterbewusste Teil beherbergt unsere machtvollen Überzeugungen und Wahrnehmungen. Sobald wir erwachsen sind, funktionieren wir, indem wir Grundannahmen und reflexartige Handlungen nutzen, ohne dies in der Regel erkennen zu können. Diese Annahmen entstanden aus den Erfahrungen unserer Vergangenheit und dem Einfluss unserer Eltern, Kultur und Religion. Natürlich haben sie einen immensen Einfluss auf unser Leben. Sie drücken sich darin aus, wie wir in unserem täglichen Leben auf jeden Moment und jedes Ereignis reagieren.

Diese Reaktionen sind die Hauptursache für den Konflikt zwischen unseren Absichten, die aus dem bewussten Teil unseres Selbst stammen, und unseren Handlungen, die ihren Ursprung in unserem Unterbewusstsein haben. Unsere Essenz ist unser bewusster Anteil im Jetzt. Er ist sehr kreativ, entwickelt sich im Verlaufe unseres Lebens und entwirft endlose Träume und Wünsche. Wann immer wir jedoch den Fokus oder unsere Mitte verlieren, wird das Bewusste von unserem unterbewussten Anteil übernommen. Dies wiederum produziert Reaktionen und Konsequenzen, die unseren bewussten Absichten widersprechen. Da das Unterbewusstsein den größten Teil unseres Bewusstseins einnimmt, bedeutet dies, dass wir in den meisten Fällen unbewusst reagieren.

Wie können wir also lernen, bewusst zu leben?

KAPITEL 1


WIE UNSER SOZIALES GEHIRN
UNS ZU DEM MACHT,
DER WIR GLAUBEN
ZU SEIN



Unser soziales Gehirn spielt eine grundlegende Rolle in der Gestaltung unserer Identität und bei der Frage, wie wir uns definieren. Die beständigen schnellen Reaktionen unseres Gehirns auf Menschen und die Umgebung schaffen ein Bild von uns, das stark von dem abweichen kann, wer wir wirklich sind.



Bewusstsein und Gedanke


Wir leben nicht isoliert voneinander. Unser Leben und unsere Existenz entwickeln sich durch Kommunikation und andere Menschen. Vom Zeitpunkt unserer Geburt bis zu unserem Tod leben wir in einem vielgestaltigen Geflecht sozialer Beziehungen. Die Struktur des sozialen Gehirns wird durch die Gesamtheit unserer Interaktionen, Beziehungen und Kommunikation mit anderen geformt, verändert und aufgebaut. Am einflussreichsten sind dabei die Beziehungen zu Menschen, die uns besonders viel bedeuten. Gemäß den Erkenntnissen von Dr. Allan Schore, einem führenden Forscher auf dem Gebiet der Neuropsychologie, entstehen 70 % unseres Gehirns nach der Geburt durch unsere Interaktionen und die Notwendigkeit, mit wechselnden Erfahrungen und Erlebnissen umzugehen.

Unser Gehirn reagiert beständig auf andere, aber nicht auf sich selbst. Tatsächlich ist es der einzige Teil unseres Körpers, der keine Gefühle oder Empfindungen hat. Ironischerweise ist es sich unserer Gefühle und Empfindungen bewusst, aber fühlt selbst nichts. Seine Funktion besteht darin, den Körper daran zu erinnern, wo Schmerz und Lust lokalisiert sind. Das Gehirn bringt jedoch Gedanken hervor.

Haben wir genug Wissen über die Beziehung zwischen Bewusstsein und Gedanken im Gehirn? Wissen wir, wie diese Gedanken in unserem Bewusstsein entstehen? Das sind grundlegende Fragen. Der Großteil der Gehirnforschung konzentriert sich auf die mechanischen Abläufe und wie diese unser Verhalten und unsere Körperfunktionen beeinflussen. Wir wissen jedoch nur wenig darüber, wie das Bewusstsein unsere Gedanken hervorbringt. Es gibt hier etwas, das den Schlüssel zum Verstehen dessen enthält, was es bedeutet, Mensch zu sein – und zwar sowohl bezüglich unserer Funktion als Entscheider als auch hinsichtlich der Frage, wer wir sind. Zwar kennen wir die Funktionen aller einzelnen Gehirnbereiche – können sie doch durch einen Hirnscan ganz einfach deutlich gemacht werden –, aber wir können nicht unsere eigentliche Vergangenheit sehen, die uns unsere Gedanken diktiert, und wie diese Erfahrungen später in Bewusstsein übersetzt werden.



Das Gehirn erschafft seine eigene Realität


Verstehen wir die Verbindung zwischen dem Bewusstsein, der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns und den Beziehungen (der Umgebung), wird uns vielleicht klar, wie es uns möglich ist, in einer unbeständigen Welt zu funktionieren.

So wie die physische Welt uns dauerhaft umgibt, sind wir auch beständig von der mentalen Welt der anderen umgeben. Die Person, mit der wir interagieren, formt den Großteil unseres Denkens und unserer Reaktionen. Im Gegenzug ist dies auch die Art und Weise, wie wir unsere Wirkung auf andere erleben.

Unser Gehirn fungiert als Instrument, um Informationen zu empfangen, zu speichern und zu kommunizieren, die wir miteinander teilen. Die Energie, die aus unseren Interaktionen entsteht, wird kontinuierlich in unserem Gehirn verschlüsselt, wobei der größte Einfluss auf unser Leben aus den Eltern-Kind-Interaktionen stammt. Sie gestalten die grundlegende Infrastruktur unserer Erfahrungen mit der Welt und mit anderen Menschen. Oft werden diese Erfahrungen durch unsere frühen Familienbeziehungen wie der Eltern-Kind-Beziehung oder der Beziehung des Kindes zu anderen Familienmitgliedern und sogar früheren Generationen verstärkt und beeinflusst. Wir kopieren unsere Eltern und lernen alles von ihnen. Wir nehmen jede ihrer Bewegungen wahr. Wir lernen von ihnen durch Wahrnehmung, also indem wir beobachten, wie sie mit Herausforderungen umgehen. Wir könnten sogar so weit gehen zu sagen, dass der unbewusste Teil des Gehirns unserer Eltern zur Organisation unseres eigenen Gehirns beiträgt.

Das Gehirn gestaltet jede Erfahrung – das Resultat nennen wir dann Realität. Die Realität ist das Bild, das wir uns von der Welt gemacht haben, um sicherzustellen, dass wir uns in ihr gefahrlos bewegen können. Das Gehirn erschafft ein Modell der Realität und je mehr wir diese Wirklichkeit ausgestalten, desto stärker wird unser Gefühl der Sicherheit und der Überlebensfähigkeit. All unsere Erfahrungen gestalten und durchdringen unser Gehirn, damit wir den besten Weg finden, um zu überleben. So kann jede Störung des Lebens in unserer Ursprungsfamilie eine enorme Wirkung darauf haben, wie wir später im Leben und in unseren Beziehungen reagieren. Vom Gehirn gelernte Reaktionen können ein Leben lang anhalten.

Das Gehirn stellt die Grenze zwischen der Welt um uns herum und uns selbst dar. Wir sind nicht von der Welt getrennt, sondern ein Teil von ihr, und greifen auf ein gemeinsames Informations- und Energiefeld zu, das nicht im menschlichen Gehirn angesiedelt ist. Das Gehirn empfängt Signale, nimmt Informationen auf, interpretiert sie und erstellt daraus ein Modell für uns. Zwischen dem Modell und der realen Welt liegt die Arbeit der neuronalen Gehirnaktivitäten. Das ist der Grund, warum wir ein und dieselbe Situation zu verschiedenen Zeiten unseres Lebens unterschiedlich wahrnehmen können. In der Zeit dazwischen haben wir alternative Sichtweisen gelernt und andere Überzeugungen entwickelt und sehen unsere Wirklichkeit daher auf neue Art und Weise.


Bewusstsein und Unterbewusstsein


Nach allgemeinen Erkenntnissen besteht das menschliche Bewusstsein aus zwei Teilen: einem bewussten und einem unterbewussten Anteil. Dabei enthält das Unterbewusstsein all das, dessen wir uns nicht bewusst sind. Diese beiden Grundelemente können verglichen werden mit der Vorstellung von Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis.

Der Neurobiologe Bruce Lipton nimmt an, dass das Unterbewusstsein Informationen nach Art eines Aufnahmegeräts speichert: Es zeichnet Programme auf. Auf Knopfdruck werden uns diese Programme wieder vorgespielt, und zwar auf exakt die gleiche Art und Weise. Es wäre daher nur logisch anzunehmen, dass dieser Abspielknopf regelmäßig über Impulse aus unserer Umgebung aktiviert wird. Warten wir zum Beispiel auf jemanden, der sich verspätet, kann dies die Wiedergabe einer früheren schmerzlichen Erfahrung des Verlassenwerdens auslösen. Der Auslöser ist daher das emotionale Überbleibsel einer in unserer Erinnerung gespeicherten schmerzlichen Erfahrung. Da diese Programme in unserer frühesten Kindheit erstellt wurden (manchmal bereits in den letzten Phasen der fötalen Entwicklung), können viele Menschen den Unterschied zwischen ihnen nicht einmal wahrnehmen. So können beispielsweise im Unterbewusstsein des Fötus abgespeicherte Programme durch sein Erleben der Reaktion der Mutter auf ihre Umgebung entstanden sein.

Aus der Zeit vor der Geburt bis zum fünften Lebensjahr, erfährt und beobachtet das Kind die Welt durch Programme, die Informationen direkt in das Unterbewusstsein herunterladen, ohne diese vorher zu analysieren oder kritisch zu hinterfragen. Durch Wiederholung werden die Informationen in unserem Unterbewusstsein im Gehirn abgelegt. Dieses unkritische Herunterladen von Informationen erfolgt, weil das Kind noch nicht in der Lage ist, zu hinterfragen oder zu erörtern, ob die empfangenen Informationen korrekt sind oder nicht. Es nimmt einfach alles in sich auf. Die unvorstellbare Menge an Informationen, die Kinder aufnehmen, stammt von ihren Eltern, Geschwistern und der Gesellschaft und wird in ihrem Unterbewusstsein als unbestrittene Wahrheit abgespeichert.

Laut Dr. Lipton macht das Bewusstsein, als der Teil des Gehirns, in dem unsere bewussten Wünsche und Erwartungen an das Leben enthalten sind, nur 5 % des Gesamtgehirns aus. Das Unterbewusststein (inklusive der Programme, die wir von unseren Eltern gelernt haben, sowie die Überzeugungen anderer Menschen) umfasst die restlichen 95 %. Dazu kommt, dass das Unterbewusstsein die meiste Zeit über dominiert.

Das ist ein ausschlaggebender Punkt beim Versuch zu erklären, weshalb es uns trotz fester Vorsätze oft nicht möglich ist, bestimmte Dinge im Leben zu erreichen. Dies passiert vor allem dann, wenn die Überzeugungen im unterbewussten Teil unseres Selbst in direktem Widerspruch zu den Wünschen unseres bewussten Anteils stehen. Weil sie stärker und kraftvoller sind, gelingt es diesen unbewussten Überzeugungen, unsere bewussten Absichten aufzuheben.


Frühe Programmierungen


Obwohl sich das menschliche Bewusstsein drei Monate vor der Geburt heranbildet, besteht es zunächst eher aus Gefühl und Resonanz. Höhere neurologische Verarbeitungsprozesse, die eine bewusste Unterscheidung von Erfahrungen ermöglichen, bilden sich erst im Alter von fünf oder sechs Jahren heraus. Das bedeutet, dass ein Kind erst ab dem Alter von fünf Jahren aus einem Bewusstsein heraus handelt, das ihm erlaubt, den Sinn seiner Erfahrungen zu verstehen.

Unsere ersten fünf Lebensjahre sind eine Zeit, in der Programme installiert werden, derer wir uns später bedienen. Als Kinder laden wir permanent Informationen herunter, über das was wir sehen, hören und durch unsere Eltern und unsere Umgebung erfahren. Diese Informationen werden direkt in unser Unterbewusstsein eingespeichert, ohne dass wir eine bewusste Unterscheidung zwischen den Qualitäten der verschiedenen Programme machen. Solange wir Kinder sind, haben wir noch nicht die Fähigkeit, uns kritisch mit dem Wahrheitsgehalt dieser Informationen auseinanderzusetzen.

Auf Basis dieser heruntergeladenen Erfahrungen lernen wir, Teil einer Familie oder einer größeren Gemeinschaft zu sein. Diese Programme schaffen sich einen festen Platz in unserem Unterbewusstsein, auch wenn sie vielleicht aus Unwahrheiten bestehen. Als Kinder beherrschen wir die logische Beweisführung noch nicht, können die Information nicht filtern oder infrage stellen. Aus diesem Grunde fällt es dem Unterbewusstsein leicht, unseren bewussten Anteil und damit unsere Vorstellungen, Wünsche und Selbstwirksamkeit außer Kraft zu setzen und so das Resultat unserer bewussten Bemühungen zu bestimmen.

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