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Vampira - Folge 35

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah ...
  4. Tote Herzen
  5. Leserseite
  6. Leserbild von Roger Szilagyi
  7. Vorschau

Der Symbiont – ein geheimnisvolles Wesen, das Lilith als Kleid dient, obwohl es fast jede Form annehmen kann. Der Symbiont ernährt sich von Vampirblut und verlässt seine Wirtin bis zu deren Tod nie mehr.

Landru – Mächtigster der alten Vampire. Seit 268 Jahren jagt er dem Lilienkelch nach, dem Unheiligtum der Vampire, der ihm damals von Felidae gestohlen wurde.

Felidae – Vampirin im Auftrag einer geheimnisvollen Macht, die Liliths Geburt in die Wege leitete und damit einen Plan verfolgt, der die Welt der Menschen und Vampire verändern wird.

Beth MacKinsey – Gleichgeschlechtlich veranlagt, hat sich die Journalistin in Lilith verliebt und ist zurzeit deren einzige Gefährtin im Kampf gegen die Vampire. Nach ihrer gemeinsamen Flucht aus Sydney bauen sie sich in Tokio eine neue Existenz auf.

Die Vampire – Noch kennt niemand ihre wahre Herkunft, doch sie leben seit Urzeiten neben den Menschen in Sippen zusammen. Der einzige Weg, einen neuen Vampir zu schaffen, besteht darin, ein Menschenkind schwarzes Blut aus dem Lilienkelch trinken zu lassen. Der Kodex verbietet Vampiren, sich gegenseitig umzubringen. Lilith verstößt dagegen und wird gnadenlos gejagt.

Die Dienerkreaturen – Tötet ein Vampir einen Menschen mit seinem Biss, wird dieser kein vollwertiger Blutsauger, sondern eine Kreatur, die dem Vampir bedingungslos gehorcht. Ihrerseits kann eine Dienerkreatur den Vampirkeim nicht weitergeben, benötigt aber Blut zum (ewigen) Leben und wird – anders als die Ur-Vampire – mit zunehmendem Alter immer lichtempfindlicher.

Für Robert Craven, einen uralten Hexer auf der Seite des Guten, befreit Lilith die Vampirin Fee aus der Gewalt rumänischer Blutsauger. Fees Biss kann Leben verlängern – doch sie hat in der Gefangenschaft den Verstand verloren. Craven verspricht, sich um sie zu kümmern. Er verschafft Lilith und Beth eine neue Existenz in Tokio; sie beziehen dort ein Penthouse im Schinrei-Building. Beth findet Arbeit als freie Journalistin und besucht eine Sprachenschule. Lilith trifft in der U-Bahn auf einen Werwolf, verhindert, dass er über die Fahrgäste herfällt, und beschwört damit einen Krieg zwischen den Vampiren und Werwölfen der Stadt herauf.

Einen der Tokioter Wölfe verschlägt es in das Sanktuarium des Gurus Chiyoda, bei dem sich auch Landrus Freundin Nona aufhält. So erfährt sie von den Vorgängen in Tokio – könnte nicht Lilith Eden dahinterstecken?

Nona macht sich auf den Weg, nicht ahnend, dass ein Feind auf ihrer Fährte ist: El Nabhal, der Magier, den sie tötete, lebt in einem seiner magischen Tücher weiter und benutzt die Körper Unschuldiger, um Nona zu suchen und Rache an ihr zu nehmen. Als er in Tokio vom bevorstehenden Krieg hört, übernimmt er eine Vampirin, um durch weitere Morde Aggression zu schüren. Dadurch bringt er – ungewollt – Nona von ihrer Fährte ab, Lilith könnte hinter den Anschlägen stecken.

Nona will zwischen Vampiren und Wölfen vermitteln und ruft zu einer Versammlung. Das erfährt auch El Nabhal und stellt Nona im Park vor dem Konferenzgebäude. Lilith wird Zeuge, wie er sie besiegt und schwer verletzt – bevor plötzlich Chiyoda auftaucht, den Magier tötet und Nona mit sich nimmt …

Wenig später gerät Lilith bei ihrer nächtlichen Blutsuche an eine Satanistin, deren Einladungskarte zu einem Treffen in Rumänien auf Vampire hinweist. Sie nimmt die Identität der jungen Frau an und reist an ihrer Stelle.

Tatsächlich stecken Vampire dahinter: die Gefolgsleute Leanders, der vor über 50 Jahren in Prag den legendären Golem biss und von einer Seuche infiziert wurde. Durch das Blut von 666 Satanisten will er nun genesen. Lilith vereitelt sein Vorhaben, obwohl sie enttarnt wird, und kann in dem entstehenden Chaos unerkannt entkommen …

 

Tote Herzen

von Adrian Doyle

Râcâsdia, Rumänien, 13. März 1996

»Sie sind zurückgekehrt«, sagte der Mann düster. »Wahrscheinlich waren sie nie fort, sondern haben nur so getan, als hätten sie uns vergessen. Du hast uns belogen, Pope!«

Die Augen der Anwesenden richteten sich auf den dicken Mann in der Priesterrobe. Er saß an der Stirnseite des Tisches, wo sie noch vor wenigen Wochen mit selbstgebackenem Brot und saurem Wein ihre Befreiung von den Joch gefeiert hatten, das eine Frau mit Namen Lilith von ihnen genommen hatte. Das unselige Joch, einer Vampirsippe als Sklaven und Nahrung zu dienen.

Zumindest hatten sie damals gedacht, es wäre vorbei. Nun aber …

»Du hast schon immer das Maul am weitesten aufgerissen, Radomir«, sagte Pavel Stancu, in dessen derben, weltlichen Gesicht kein erkennbarer Muskel zuckte. »Wir kennen dich. Wir wissen, dass du es eigentlich gut meinst, dabei aber allzu oft über das Ziel hinausschießt. Wie kannst du mich der Lüge bezichtigen? Garantien konnte ich euch nie geben. Wir alle wissen doch erst seit der Zerstörung der Burg, dass wir lange, lange Zeit Gefangene waren.Wer von uns erinnert sich tatsächlich an die Zeit der Knechtschaft? Wer? Du, Radomir – oder ihr anderen? Für uns alle war es wie ein böser, endlos langer Traum. Was werft ihr mir also vor? Macht euch lieber Gedanken, wie wir verhindern, dass die Vampire zurückkommen! Trefft Vorkehrungen – sichert das Dorf! Habt ihr euch nicht bei mir eingefunden, damit wir darüber endlich Einigkeit erringen?«

Bis auf den direkt Angesprochenen saßen alle anderen wie verschüchtert um Stancu herum und blickten vor sich auf die Tischplatte.

»Ich verstehe nicht, warum wir es nicht schon damals merkten«, brach es aus dem alten Janek hervor, der die kleine Poststelle von Râcâsdia betrieb. Und auch in seinen Augen flackerte, als er jetzt aufblickte, eine Art Anklage gegen den Popen. »Und wie konnte Gott der Allmächtige –« sein Daumen wies hoch zur Decke, »– es nur zulassen, dass –«

Im nächsten Moment schrie er auf. Es war kaum mehr als ein raues Krächzen, aber von solchem Entsetzen geprägt, dass alle – einschließlich des Popen – dem Blick seiner geweiteten Augen folgten.

Und alle sahen, was er noch vor ihnen bemerkt hatte …

Polternd schlugen mehrere Stühle zu Boden. Die Mitglieder der Gemeinde sprangen panisch auf und bekreuzigten sich.

Pavel Stancu umkrampfte das Kruzifix vor seiner Brust und hob es dem Schemen entgegen, von dem ein jeder zu wissen glaubte, was er bedeutete. In dieser Gestalt suchten Vampire ihre Opfer bevorzugt heim!

Ehe Stancu die Stimme heben konnte, war er bereits allein am Tisch. Seine Gäste waren Hals über Kopf aus dem Haus geflohen.

Auch dem Popen sank das Herz. Starr blickte er zu der seltsam verschwommen unter der Decke schwebenden Fledermaus, deren Schwingen wie im Flug gespreizt waren, aber nicht schlugen.

Die Erscheinung hing einfach in der Luft, und je länger sie dort den Gesetzen der Schwerkraft trotzte, desto sicherer wurde auch Stanco, es mit einem der Elenden zu tun zu haben, die es auf das Blut armer Leute abgesehen hatten.

»Wer bist du?«, rief er schließlich und streifte, in der Ohnmacht zornig, die Kette mit dem Kruzifix vom Kopf. Fast schlug er damit nach dem geisterhaften Schemen.

Die Zimmerdecke lag nicht sehr hoch. Mit ausgestreckten Armen und einem kleinen Sprung konnte man sie durchaus erreichen.

Die Erscheinung wartete jedoch nicht ab, ob das vom Popen gesegnete Metall sie tatsächlich erreichte und ihr etwas anzuhaben vermochte.

Das Phantom wischte über Stanco hinweg und verfehlte dabei die Tür deutlich. Dennoch schmetterte es nicht gegen die Wand, sondern glitt ungebremst durch sie hindurch …!

Der Pope hielt immer noch das Kruzifix über seinen Kopf. Die Erregung trieb Tränen in seine Augen. Es drängte ihn nicht, das Gespenst zu verfolgen. Lieber sank er auf einen der noch stehenden Stühle.

Er wusste nicht, was genau sein Haus heimgesucht hatte. Aber er war überzeugt, dass es sich um ein weiteres Indiz für die Rückkehr der Vampire nach Râcâsdia handelte.

Offenbar wollten sie, wie andere Gewohnheitstiere, den Ort sicherer Speisung nicht aufgeben …

Rückblende

8. Januar 1996

Vergessen wie ein Stein ruhte das Herz in Lailas Brust. Weder schmerzte es, noch bereitete es ihr anderen Verdruss. Und doch schien es auf ominöse Weise weiter wichtig.

Die in Lumpen gekleidete junge Frau blickte die Anhöhe hinab ins Tal, wo Abendrot ein schneebedecktes Dorf beschien.

Eine Weile versuchte zu ergründen, welche Empfindung den vertrauten und doch seltsam fremd gewordenen Häusern gebührte.

Das Pochen in Lailas Brust blieb ein Phantom wie das Rauschen des Blutes, das ihr in den Ohren dröhnte.

Und während sie schließlich den Hang hinablief, irrten ihre Gedanken dorthin zurück, wo alles Unheil seinen Lauf genommen hatte …

Zwei Tage zuvor

Ein Geräusch weckte Laila, und im ersten Moment glaubte sie, nichts anderes als ihr Vater könnte dahinterstecken. Es kam vor, dass er in ihre Kammer schlich, sobald die anderen schliefen und er zu viel getrunken hatte.

Lailas Mutter gab vor, von alledem nichts zu bemerken. Viel wahrscheinlicher erschien jedoch, dass sie es nicht wissen wollte – um des lieben Friedens und einer fragwürdigen Ehrauffassung willen.

Laila spuckte darauf. Seit zwei Nächten schlief sie mit einem Messer unter dem Kopfkissen, und – als besäße er einen sechsten Sinn für alles, was seine schäbige Existenz bedrohte – ihr Vater hatte sich seither nicht mehr blicken lassen.

Doch die bloße Erwartung spannte Laila auf unerträgliche Folter. Das normale Leben schien an ihr vorbeizulaufen, sich nicht mehr um sie zu kümmern. Die Tage, nicht nur die Nächte, waren entsetzlich unwirklich geworden.

Jeden Abend hoffte sie, ihr Peiniger möge sich am Schnaps tot saufen. Aber dieses unfromme Begehren blieb, falls sie nicht eigenhändig nachhalf, ohne Aussicht auf Erfüllung.

Eine Zeitlang hatte sich Laila gefragt, warum nicht wenigstens ihr Bruder einschritt. Sie war sicher, dass er genauso Bescheid wusste wie ihre Mutter. Zwei Jahre älter als sie, war er groß und bärenstark. Als Kind hatte sie zu ihm aufgeblickt. Aber die Kindheit war ihr schnell und tüchtig ausgetrieben worden. Mit fünfzehn hatte sie begonnen, Abscheu vor Männern zu entwickeln, und heute, zwei Jahre später, ekelte sie sich vor jeder Berührung …

Lailas Blick war durch die Dunkelheit auf die geschlossene Tür gerichtet. Sie spürte einen Luftzug, aber das hatte nichts zu bedeuten. Sie schlief auch im kältesten Winter bei offenem Fenster.

Durch den Spalt unter der Tür drang ein Hauch von Helle aus dem Flur, wo zur Nachtzeit stets eine Kerze brannte. Laila wartete, dass sich ein Schatten über diesen Streifen legte, was aber nicht geschah. Es wiederholte sich auch kein Geräusch, aber eine Flüsterstimme ganz in der Nähe sagte: »Erschrick nicht!«

Im ersten Moment glaubte sie, ihr Herz wollte mit einem aufbäumenden Schlag aus der Brust springen – dann wurde sie ganz ruhig.

Im Dunkel entstand Bewegung.

Etwas ganz und gar Geschmeidiges verdrängte die klare Luft, beugte sich zu Laila hinab, hob das schwere Bettzeug und schlüpfte zu ihr wie in ein warmes Nest.

»Erschrick nicht«, wiederholte die Stimme ganz nah an Lailas Ohr.

Schauer um Schauer kroch durch ihren Körper. Sie spürte Hände, aber keines Menschen Atem – was nicht sein konnte, da fremde Lippen lange Zeit genau auf ihre Wange zielten. Sanft schmiegte sich kühler Mund auf noch kühlere Haut.

Laila fragte sich, ob das Zärtlichkeit war – und wartete auf die sie überwältigende Abscheu.

Stattdessen sagte die Stimme: »Wovor hast du Angst? Ich bin ein herzensgutes Wesen. Früher wurden wir von solchen wie dir eingeladen – es war ein herzensschöner Brauch. Wo ist die alte Zeit geblieben? Nenne mich Janoc, ich bin der ersehnte Befreier. Glaubst du, ich wüsste nicht, was dir in diesem Hause widerfährt? Glaubst du, ich täte noch eine bitterkalte Nacht ein Auge zu, seit ich dein Leid kenne …?«

Laila hatte das Gefühl, irgendwo über dem Bett zu schweben und ihm von dort aus zuzuhören.

Ihm?

Sie spürte seine Unwiderstehlichkeit durch das grobgewebte Nachthemd, das einen zu schwachen Schutz gegen Übergriffe bot.

Laila krümmte sich. Hinter ihrer Stirn entlud sich eine lautlose Explosion. Fast taub tastete ihre Hand nach dem unter dem Kissen verborgenen Messer.

Als dann der Stahl eindrang, verwandelte sich der freundliche, zärtliche und geschwätzige Janoc in ein wütend kreischendes, entfesseltes Biest, dessen tolle Wut Lailas Schicksal besiegelte.

Die Klaue, die sich um ihr Handgelenk geschlossen hatte, zwang sie, die Klinge aus dem Leib, in den sie tief gedrungen war, zurückzunehmen. Janocs grauenhafter Schrei hatte die Stille zum Einsturz gebracht. Auch als er längst verstummt war, dröhnte er noch in Lailas Gehör.

Sie hörte keine Schritte auf dem Flur. Sie registrierte nur, wie urplötzlich die Tür aufgerissen wurde und unverwechselbare Umrisse im Geviert erschienen.

Janocs Gewicht quetschte ihre Brust und den Unterleib. Der Atem des Unheimlichen war nun doch fühlbar, und er war nichts anderes als gärende Fäulnis. Saugend verwandelte er Luft in Pestilenz.

»Was –?«, setzte ihr Vater an und reckte die brennende Kerze vor.

Laila erinnerte sich nicht, jemals so froh gewesen zu sein, ihn zu sehen.

»Vor-sicht!«, stammelte sie die Warnung, die nicht in ihrem Bewusstsein, sondern in tieferen Regionen geboren wurde. Doch schon wenig später begriff sie die Chance und hielt den Mund. Ihre Finger krallten sich in die Wolldecke.

Janoc kauerte, die Knie umschlungen, auf dem Dielenboden. Wo das Messer ihn verletzt hatte, war in dieser Pose nicht erkenntlich. Aber darauf achteten ohnehin weder Laila noch ihr Vater.

Janoc flüsterte: »Mir ist herzensschlecht von solcher Behandlung … Heh, du!« Der Nagel des Fingers, mit dem er in die Richtung stach, wo Lailas Vater angewurzelt stand, war ebenso lang wie der Finger selbst. »Komm her! Ich bin durstig. Mir ist herzenselend von der Kälte in diesem Haus. Niemand lädt mich ein zu bleiben. Niemand bietet mir das Geringste an Gastlichkeit. Wo bin ich nur hingeraten? Behandelt man so die Einsamen, die ihr Dasein abseits jeder Geselligkeit fristen? Wo ist der Dank, dass wir ein Auge auf euch halten? Wo?«

Zitternd wich die Starre aus dem Mann in der Tür. »Was geht hier vor?« Mit geballter Faust trat er auf Janoc zu, obwohl sich sein Blick zunächst an Laila heftete, die er nicht als Opfer, sondern als wahre Schuldige dieses Vorfalls betrachtete. »Wo hast du diesen kleinen Saukerl aufgegabelt? Was habt ihr hier getrieben

Speichel troff aus seinem Mund. Das ganze Gesicht, nicht nur die rote Nase, färbte sich dunkel, und genau dies schien wiederum Janocs Nervosität zu schüren.

Er schabte mit den Nägeln über den Boden.

Laila sah Janocs Verachtung, die gerade noch ihr gegolten hatte, auf ihren Vater überspringen. Ein hässliches Grinsen teilte das Gesicht des am Boden kauernden Jungen.

Janoc knurrte. Ein tiefer, dunkler Ton rollte aus seinem Brustkorb und übersprang die Klippe des Mundes.

Lailas Vater stand einen Schritt von ihm entfernt und holte aus, um nach dem Besteiger seiner Tochter zu treten.

Irgendetwas ließ ihn zögern.

In seinen Augen platzte eine Serie feiner Äderchen. Die gilbfarbene Iris färbte sich rot. Die schweren Tränensäcke senkten sich noch tiefer, als hingen plötzlich unsichtbare Gewichte daran. Ein unkontrolliertes Ächzen verließ seinen Rachen.

Und dann kippte er einfach nach hinten um und knallte der Länge nach auf den Fußboden. Röchelnd schlug er mit dem Hinterkopf auf. Dass Janoc inzwischen wie eine erdige graue Kröte auf seinen Schenkeln hockte, begriff er erst mit ziemlicher Verspätung.

Alles war auch für Lailas Blicke rasend schnell geschehen. Schattenhaft hatte Janoc den ungelenken Körper angesprungen und ihn zu Fall gebracht. Sein Mund war immer noch breit geöffnet. Nur das Grinsen schien einem anderen Ausdruck gewichen.

»Bleib genau so liegen«, schmeichelte seine Stimme, »und lass mich dein Herzblut kosten.«

Dann tippte er ihm mit dem Finger gegen die Brust. Es sah aus, als hackte der Schnabel eines Vogels in eine Baumrinde, und obwohl die Geste ohne sonderlichen Kraftaufwand auszukommen schien, quoll sofort ein dicker Blutstropfen hervor. Janoc seufzte schwer und leckte mit der Zunge über den benetzten Nagel.

Laila hatte mehr denn je das Gefühl, einen Alptraum zu durchleben, der aus irgendeinem rätselhaften Grund realer war, als Träume es normalerweise sind. Sie sah die bleiche, fast haarlose Brust ihres Vaters. Sie sah den nackten jungen Mann, der sich ihr erst im Bett vorgestellt hatte und der jetzt erneut den Körper, auf dem er saß, anstach, als bohre er nach versteckten Quellen.

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