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Vampira - Folge 28

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah ...
  4. Fünf Tage Tod
  5. 2. Tag
  6. 3. Tag
  7. 4. Tag
  8. 5. Tag
  9. Leserseite
  10. Leserbild von Roger Szilagyi
  11. Vorschau

Lilith Eden – Tochter eines Menschen und der Vampirin Creanna. Für 98 Jahre lag sie schlafend in einem lebenden Haus in Sydney, doch sie ist vor der Zeit erwacht. Sie muss gegen die Vampire kämpfen, die in ihr einen Bastard sehen, bis sie sich ihrer wahren Bestimmung bewusst wird.

Der Symbiont – ein geheimnisvolles Wesen, das Lilith als Kleid dient, obwohl es fast jede Form annehmen kann. Der Symbiont ernährt sich von Vampirblut und verlässt seine Wirtin bis zu deren Tod nie mehr.

Landru – Mächtigster der alten Vampire und der Mörder von Liliths Vater. Seit 268 Jahren jagt er dem verlorenen Lilienkelch nach, dem Unheiligtum der Vampire, der ihm damals von Felidae gestohlen wurde.

Felidae – Vampirin im Auftrag einer geheimnisvollen Macht, die Liliths Geburt in die Wege leitete und damit einen Plan verfolgt, der die Welt der Menschen und Vampire verändern wird.

Beth MacKinsey – Journalistin bei einer Sydneyer Zeitung. Gleichgeschlechtlich veranlagt, hat sie sich in Lilith verliebt. Dies wurde jedoch durch eine magische Pest ins Gegenteil verkehrt: Unter deren Einfluss hat sie sich mit Landru gegen Lilith verbündet.

Die Vampire – Noch kennt niemand ihre wahre Herkunft, doch sie leben seit Urzeiten neben den Menschen in Sippen zusammen. Der einzige Weg, einen neuen Vampir zu schaffen, besteht darin, ein Menschenkind schwarzes Blut aus dem Lilienkelch trinken zu lassen. Der Kodex verbietet Vampiren, sich gegenseitig umzubringen. Lilith verstößt dagegen und wird gnadenlos gejagt.

Die Dienerkreaturen – Tötet ein Vampir einen Menschen mit seinem Biss, wird dieser kein vollwertiger Blutsauger, sondern eine Kreatur, die dem Vampir bedingungslos gehorcht. Ihrerseits kann eine Dienerkreatur den Vampirkeim nicht weitergeben, benötigt aber Blut zum (ewigen) Leben und wird – anders als die Ur-Vampire – mit zunehmendem Alter immer lichtempfindlicher.

Duncan Luther, Dr. Romano und Paul Kravetz haben eines gemeinsam: Sie sind tot und wurden von Lilith gebissen. Nun gehorchen sie einem magischen Programm, das sie nach Uruk in den Irak zieht. Als sie dort mit Grabungen beginnen und ein Symbol in einer Felsenhöhle aktivieren, erwacht in Schottland die Kelchdiebin Felidae aus langem Schlaf. Die Vampirin, die einst Liliths Mutter Creanna zeugte, erkennt, dass sich Lilith ihrer Bestimmung nicht bewusst ist. Sie bietet ihr die fehlenden Erinnerungen – Lilith muss nur aus dem Lilienkelch trinken. Dass sie damit ihre menschliche Seite aufgeben würde, verschweigt ihr Felidae.

Die drei Toten in Uruk haben mittlerweile eine unterirdische Höhle freigelegt, in der ein Wächterwesen lauert, das Kravetz tötet, bis es von den anderen überlistet und vernichtet werden kann. Die Höhle mündet in einen schier endlosen Gang. Luther und Romano machen sich auf den Weg …

Auch Landru spürt, dass der Kelch wieder da ist. Er hat die Spur schon aufgenommen – und platzt, dank Beth’ Verrat, mitten in die Zeremonie. Er und Felidae stehen sich nach 268 Jahren wieder gegenüber. Denn damals stahl Felidae das Unheiligtum vom Kelchhüter Landru. Beim Kampf werden beide Vampire schwer verletzt. Landru flieht und nimmt das Gefäß mit sich.

Als Lilith ihm folgt, spaltet er sie mit Kelchmagie in einen menschlichen und einen vampirischen Körper. Die böse Lilith erhält von Landru den Auftrag, ihr gutes Ich einzufangen und bei Salem Enterprises abzuliefern. Doch sie will sich Landru nicht mit ihrem guten Selbst teilen und beschließt, es umzubringen. Ein »Fehler« – denn dabei verschmelzen beide Körper wieder.

Landru hat sich unterdessen nach Polen zurückgezogen. Hier schafft er Lazarus, den ersten neuen Vampir, mit seinem eigenen Blut. Doch sein Sohn missrät – dank einer »Diebstahlsicherung«, mit der Felidae den Kelch versehen hat. Lazarus folgt einem Zwang: den Lilienkelch zurückzubringen zu Felidae! Nichts und niemand kann ihn stoppen, denn sein Körper verbrennt die Energien unglaublich schnell und entwickelt dabei riesige Kräfte. Ihm bleiben nur fünf Tage Zeit …

 

Fünf Tage Tod

von Adrian Doyle

1. Tag

Ein Junge von höchstens sechzehn Jahren stand im Morgengrauen an einer verlassenen polnischen Landstraße – ein einsames, dem Untergang geweihtes Geschöpf.

Etwas, das unsichtbar an dem Knaben haftete, schien die Luft im weiten Umkreis zu verpesten, Insekten und Getier zu vertreiben und das Gras am Wegrand zum Dorren zu bringen. Als könnte auch andere Nahrung als Blut den kranken, nie endenden Hunger stillen, der in ihm wütete.

Doch das war ein Trugschluss …

Eva betete, und Adam Czerniakow biss so heftig die Zähne zusammen, dass es knirschte. Niemand hörte es. Nicht einmal das jeden Morgen ewig gleiche Gemurmel seiner Frau schien den Insassen in der Enge des Kleinbusses noch aufzufallen. Jeder hing eigenen Gedanken nach.

Jakub Plotnicka, der Fahrer, machte, was das anging, keine Ausnahme. Seine blassen Augen waren auf die Straße gerichtet, aber der Ausdruck auf seinem zerfurchten, schlecht rasierten Gesicht verriet, dass er sich nach seinem Bett sehnte, zudeckt bis zum operierten Hals, wo ihm letztes Jahr ein nach innen wachsender Kropf entfernt worden war. Die Narbe verlief für jeden sichtbar von einem Ohr zum anderen unterhalb des Kiefers und ließ Plotnicka aussehen wie eines jener Filmmonster aus der Frühzeit der Kinematografie.

Aspis Singer strickte an einem Paar neuer Handschuhe, und er war der einzige, der um diese Stunde zu lächeln imstande schien. Adam Czerniakow mochte ihn trotzdem nicht. Strickende Männer – zumal im selben Alter wie er – waren ihm suspekt. Das Wissen um Singers Alleinsein milderte diese Abneigung keineswegs.

Die Jellineks, die auf der hinteren Sitzbank des Busses saßen, unterhielten sich flüsternd miteinander, als wollten sie niemanden stören. Reb Jellinek war ein grauhaariger, viel zu mager wirkender Mann von vierzig Jahren; seine Frau Gesa war zehn Jahre jünger und ein Biest, das es faustdick hinter den Ohren hatte. Und nicht nur hinter den Ohren. Adam Czerniakow wusste ein Lied davon zu singen – aber Eva wusste es nicht und sollte es nach Möglichkeit auch nie erfahren.

Fast über Nacht hatte sich Kälte über das Land gesenkt. Der erste Schnee schien noch fern, aber die herbstlichen Nebeltage neigten sich unübersehbar ihrem Ende entgegen. Bald würde Glätte den Weg zur Arbeit erschweren, und manchmal würden sie wieder länger unterwegs sein als in der Fabrik …

»Verdammt!«

Jakub Plotnickas Fluch ließ nicht nur die fromme Eva zusammenzucken. Automatisch richteten sich aller Augen durch die schmutzige Scheibe nach draußen auf die Straße.

Sie folgten damit dem entgeisterten Blick des Fahrers, der gerade ergänzend hervorstieß: »Scheiße … Gibt’s das?«

Aspis Singer fühlte sich ertappt und vertiefte sich wieder in seine Strickarbeit. Tatsächlich ließ aber auch er die merkwürdige Gestalt nicht aus den Augen, die auf der Landstraße stand.

»Fahr weiter!«, riet Adam Czerniakow dem Fahrer. »Lass dir bloß nicht einfallen, anzuhalten!«

»Er steht mitten auf der Straße«, keuchte Plotnicka. »Ich kann doch nicht …«

Er bremste.

Auch diejenigen, die sich nicht weit vorgebeugt hatten, wurden in den gurtlosen Sitzen nach vorn getrieben.

Eva schrie auf. Sie umklammerte den Rosenkranz, als müsste sie ihn zwischen den Fingern zerreiben.

Aspis Singer verletzte sich mit den eigenen Stricknadeln. Eines der stumpfen Enden fand den Weg durch den offenen Mantel und bohrte sich tief in das weiche Gewebe seiner feminin ausgebildeten Brust, die er unter weiten Hemden und Pullovern zu kaschieren versuchte. Es schmerzte, aber die Nadel drang nicht wirklich in den Körper ein. Mehr als ein Bluterguss war nicht zu erwarten.

Singer litt unter einer hormonellen Fehlfunktion, und sie war es auch, die ein gutes Stück dazu beitrug, dass er sich in die Isolation flüchtete. Er hatte deswegen einen Arzt in Elblag konsultiert. Elblag war die Kreisstadt, gegen die Frombork wie ein Dorf wirkte. Aber dieses Arschloch in Weiß hatte ihn nur ausgelacht. Seither arrangierte sich Singer notgedrungen damit, anders zu sein.

Als der Bus zum Stehen kam, kurbelte Plotnicka das Seitenfenster herunter und beugte sich nach draußen.

»Heh!«, rief er die absurde Gestalt an. »Bist du vollkommen übergeschnappt? Ich hätte dich umfahren können …! Geh aus dem Weg!«

Hinten stieß Gesa Jellinek einen gepressten Schrei aus und sagte dann mit glasharter Stimme: »Das ist Josephas Wagen! Und es sind Josephas Kleider …!«

Nicht jeder begriff sofort, was sie meinte.

Da stand dieser Junge in der Morgenkälte. Barfuß. Sechzehn oder siebzehn Jahre alt. Aufreizend gelassen blockierte er die Straße, und aufreizend war alles an ihm.

Er trug Klamotten, wie sie zu einer Frau gepasst hätten. Ein billiges, altmodisches, zerschlissenes Kleid …

Auf Plotnickas Zuruf reagierte er überhaupt nicht. Er stand nur da. Beobachtend.

»Josephas Wagen?«, echote Reb Jellinek und fügte hinzu: »Das ist wahr! Aber ihre – Kleider …?«

»Da ist Blut dran!« Es war Adam Czerniakow, der mit dieser Feststellung seine Frau zu einem neuen, leiernden Gebet veranlasste. Es klang wie aus einem schlecht aufgezogenen Grammophon. Evas Teint war käsig. Sie sah aus, als würde sie sich gleich übergeben.

Dabei war noch gar nichts passiert!

Zumindest nichts, was sie direkt anging – und sie konnten auch nicht sicher sein, dass überhaupt etwas vorgefallen war.

»Aus dem Weg! Ich sag’s zum letzten Mal!«, schrie Plotnicka so unbeherrscht, dass ihm ein Speichelfaden aus dem Mund rann.

Adam Czerniakow stand von seinem Sitz auf und kletterte entschlossen nach vorn auf den freien Beifahrersitz, auf dem Plotnicka normalerweise sein Frühstück verstaute. Heute auch. Aber Czerniakow wischte es einfach zu Boden.

»Lass mich das regeln«, wandte er sich an den Fahrer. »Ich steige aus und seh’ mir die Sache an. Du kannst nicht weiterfahren, solange wir nicht wissen, was hier Beschissenes vorgefallen ist. Wenn dieser Arsch der Alten was angetan hat …«

Er sparte sich Details.

»Nein!«, schrie Eva. »Du bleibst! Du gehst nicht …!«

»Ich komme mit«, sagte Aspis Singer. Er hatte ein schmerzverzerrtes Gesicht und hob den Arm wie bei einer Wortmeldung in der Schule.

Czerniakow starrte ihn mit einer Mischung aus Erstaunen und Ekel an. Er bemühte sich nicht um Verstellung. (Er mochte dieses dämliche Waschweib nicht!)

»In Ordnung«, sagte er dann zu seiner eigenen Überraschung.

Sie stiegen aus; Singer durch die hintere Schiebetür, Czerniakow auf der Beifahrerseite.

»Soll ich auch mitkommen?«, fragte Plotnicka.

Czerniakow verzog den Mund. Jeder wusste, dass Plotnicka ein Feigling war, der sich nur hinter dem Steuer mutig gab.

»Mit dem Knäblein werd’ ich schon allein fertig!« Obwohl Czerniakow Aspis Singer als Begleitung akzeptiert hatte, ging aus dieser Bemerkung hervor, dass das Milchgesicht für ihn nicht zählte. Er hatte nur sich auf der Rechnung.

Und den fremden Jungen.

Singer gab sich Mühe, neben und nicht hinter ihm zu laufen. Sie marschierten auf den Halbwüchsigen zu, der keinerlei Regung zeigte. Auch nicht, als sie ihn erreichten und Czerniakow ihn grob gegen die Brust stieß.

Er bemerkte nicht, dass Singer zusammenzuckte, als hätte der Stoß ihn getroffen.

Der Junge wankte nicht einmal, und Czerniakow hatte das Gefühl, gegen die Attrappe eines Menschen geschlagen zu haben.

Sein Blick flackerte. Dann rettete er sich in den Befehl an Singer: »Sieh im Auto nach! Sieh nach, ob du etwas von Josepha findest!«

Aspis Singer stand steif neben ihm. »Was ist das an seinem – Mund …?«

Czerniakow glaubte zu wissen, dass es dasselbe war, was sich als dunkle Flecken vom Kleid des fremden Jungen abhob.

»Der muss irgendwo entsprungen sein«, sagte er – und lauter: »Heh, Freundchen, rede, oder du beziehst eine Tracht Prügel! Das ist doch nicht dein Auto. Wehe, es ist geklaut und –«

»Ich hoffe, du schmeckst besser als die Alte«, sagte der Junge.

Es war das erste Mal, dass er überhaupt den Mund aufmachte.

Er hätte es besser nicht getan. Aspis Singer stöhnte auf. Wankend setzte er sich in Richtung des halb in der Wiese abgestellten Wagens in Bewegung.

»Du wirst die Alte nicht finden«, rief der Junge ihm hinterher.

Aspis Singer strauchelte, als sei er über etwas gestolpert. Aber da war nichts. Er wankte weiter.

»Wiederhol das!«, forderte Adam Czerniakow mit geballten Fäusten.

»Du wirst die Alte nicht finden«, sagte der Halbwüchsige ohne spezielle Betonung. Er hatte ein verschlagenes Gesicht, boshaft funkelnde Augen, und erst jetzt bemerkte Czerniakow, dass er etwas unter dem Kleidersaum versteckt hielt. Seine rechte Hand war darunter verschwunden, und es sah aus wie in einem Mantel-und-Degen-Film, wo eine Dame ihr Kleid geziert mit spitzen Fingern raffte.

Es wirkte unmöglich, und es schürte ähnliche Aggressionen in Czerniakow, wie er sie gegenüber Singer empfand.

»Nein«, sagte er rau. »Ich meine das davor

»Ich hoffe, du schmeckst besser als die Alte«, gehorchte der Junge ungeniert. »Was ist daran verwunderlich? Es war wirklich eklig, aber jetzt habe ich ja euch.«

»Uns«, wiederholte Czerniakow. Das Gefühl, etwas tun zu müssen, wurde drängender. Er erkannte sich ohnehin kaum wieder. Normalerweise hätte er dem unverschämten Burschen längst eine gescheuert. Stattdessen stand er da und ließ sich seine makabre Verhöhnung gefallen.

Aspis Singer erreichte den klapprigen Wagen, von dem auch er glaubte, dass er Josepha gehörte. Die alte Frau war eines der wenigen verbliebenen Originale der Gegend. Fast jeder kannte sie oder hatte auf dem Wochenmarkt schon einmal bei ihr gekauft.

Singer spähte nicht erst durch die Fenster, sondern öffnete gleich die Fahrertür. In dem Wagen herrschte ein unbeschreibliches Durcheinander. Josepha lag fast nackt und mit zerfetzter Kehle auf der Rückbank, zwischen Kisten und Kartons gestopft. Sie starrte Singer entgegen, als trüge er die Schuld daran.

Er starrte sie eine Weile an, richtete sich dann ruckartig auf und wankte zu Czerniakow zurück. »Nichts«, sagte er. »Ich konnte die Alte nicht finden.«

Irgendwie klang es in Czerniakows Ohren, als wiederholte Singer nur, was der Junge ihm zugerufen hatte.

»Pass auf ihn auf!«, fauchte er und lief, von einer dumpfen Ahnung getrieben, selbst zum Wagen.

Dort traf es ihn wie ein Stoß in die Magengrube. Er hatte noch nichts gegessen, aber irgendetwas, vielleicht vom Vortag, drängte nach oben.

Josepha war schrecklicher zugerichtet als jeder andere Tote, den Czerniakow jemals wirklich oder in einem Film gesehen hatte. Sie …

Er merkte nicht, wie er sich vorbeugte. Aber kurz darauf bedauerte er, es getan zu haben.

Die Hand der Toten schoss unter einem Haufen Gemüse hervor und krallte sich in seine Haare.

Czerniakow schrie auf.

Das Grauen verwandelte sein Denken in einen trüben Tümpel, in dem jemand mit einem Stock herumrührte. Er war außerstande zu begreifen, was um ihn herum vorging. Der Anblick der Toten hatte ihn schon geschockt, aber ihre Attacke war von solcher Unmöglichkeit, dass etwas in seinem Hirn kurzschloss.

Sein Schrei erstarb. Er japste nach Luft und griff mit beiden Händen nach dem kalten Arm der Toten, die ihn wie eine stählerne Klaue unbarmherzig festhielt.

Eine zweite Hand schälte sich aus dem Durcheinander. Sie fackelte nicht lange, sondern kratzte mit den Fingernägeln Czerniakows Hals blutig. Der Schmerz war brennend, aber schlimmer war, dass Czerniakow begriff, dass das der Alten noch nicht genügte. Sie wollte mehr als ein paar Tropfen Blut!

Neben ihm tauchte eine Bewegung auf. Ein Schemen – aber real.

Czerniakow fühlte sich weggestoßen. Da sich sein Skalp immer noch am Kopf und die Hand der Toten unverändert darin befand, zog er Josepha ein Stück aus dem Wagen heraus. Dem Jungen an seiner Seite war es egal. Czerniakow hörte ihn sagen: »Vergiss es! Er gehört mir

Was dann geschah, wirkte wie ein Versäumnis, das nun nachgeholt wurde.

Der Junge packte den Kopf der Alten, in deren Augen eine Gier waberte, wie sie Czerniakow noch nie gesehen hatte. Sekunden vorher waren diese Augen noch völlig stumpf und leer gewesen …

Es knirschte hässlich, als der Junge das Genick der Toten brach. Im nächsten Moment ließen die Klauen von Czerniakow ab. Er taumelte zurück.

Der Junge richtete sich lächelnd auf, stopfte Josepha ins Auto zurück und kickte die Tür ins Schloss.

»Du bist der erste«, sagte er zu Adam Czerniakow. »Komm!«

Czerniakow setzte sich in Bewegung. Er folgte dem Jungen im Kleid dorthin, wo Aspis Singer wartete. Singer lächelte verklärt, während er einen seltsamen Kelch vor die Brust presste, als müsste er ihn behüten.

»Danke«, sagte der Junge und nahm das Gefäß wieder entgegen.

Sie gingen zum Bus.

Jakub Plotnicka glotzte schweigend.

Eva hatte die Schnur ihres Rosenkranzes zerrissen, pflückte eine Perle nach der anderen und steckte sie sich in den Mund. Czerniakow sah sie krampfhaft schlucken. Die Kette und das Kruzifix um ihren Hals glühten und schienen sich langsam durch den Mantel hindurch in den darunterliegenden Körper zu fressen.

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