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Vampira - Folge 20

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah …
  4. Das zweite Leben
  5. Leserseite
  6. Leserbild von Roger Szilagyi
  7. Vorschau
  8. Infoblatt

Lilith Eden – Tochter eines Menschen und der Vampirin Creanna, dazu gezeugt, eine geheimnisvolle Bestimmung zu erfüllen. Für 98 Jahre lag sie schlafend in einem lebenden Haus in Sydney, doch sie ist zu früh erwacht – die Zeit ist noch nicht reif. Sie muss gegen die Vampire kämpfen, die in ihr einen Bastard sehen, bis sich ihre Bestimmung erfüllt. Dabei hilft ihr ein Symbiont.

Der Symbiont – ein geheimnisvolles Wesen, das Lilith als Kleid dient, obwohl es fast jede Form annehmen kann. Einst gehörte es Creanna und wurde von ihr an Lilith weitergereicht. Der Symbiont ernährt sich von schwarzem Vampirblut und verlässt seine Wirtin bis zu deren Tod nie mehr.

Landru – Mächtigster der alten Vampire und der Mörder von Liliths Vater. Seit 267 Jahren jagt er dem verlorenen Lilienkelch nach, dem Unheiligtum der Vampire, ohne den es keinen Nachwuchs geben kann. Landru scheint irgendeine Schuld auf sich geladen zu haben – welche, ist noch unklar.

Duncan Luther – ehemaliger Priesteranwärter mit bewegter Vergangenheit. Er lernt Lilith kennen, verliebt sich in sie, wird in Indien von Vampiren getötet und taucht jetzt plötzlich wieder auf.

Beth MacKinsey – Journalistin bei einer Sydneyer Zeitung. Beth kennt Liliths wahre Identität – und hat sich, gleichgeschlechtlich veranlagt, in die Halbvampirin verliebt.

Dies wurde jedoch durch die Nachwirkungen der magischen Pest mittlerweile ins Gegenteil verkehrt: Unter deren Einfluss hat sie sich mit Landru gegen Lilith verbündet.

Die Dienerkreaturen – Tötet ein Vampir einen Menschen mit seinem Biss, wird dieser kein vollwertiger Blutsauger, sondern eine Kreatur, die dem Vampir bedingungslos gehorcht. Seinerseits kann eine Dienerkreatur den Vampirkeim nicht weitergeben, benötigt aber Blut zum (ewigen) Leben und wird – anders als die Ur-Vampire – mit zunehmendem Alter immer lichtempfindlicher.

Durch die Magie, welche Liliths fast hundert-jährigen Schlaf ermöglichte, mutieren die australischen Schöpferwesen. Sie wollen ihre ehemalige Schöpfung vernichten.

Lilith gelingt es, die Gefahr abzuwenden. Vorher jedoch wird ein Tasmanischer Teufel mit dem Virus einer magischen Pest infiziert. Zwar verschwindet diese nach der Vernichtung des Nagers, hat jedoch eine Nachwirkung: Die Gefühlswelt der Geheilten verkehrt sich ins Gegenteil. Auch bei Beth zeigt sich dieses Symptom. Das macht Landru sich zunutze; er verbündet sich mit Beth gegen die nichtsahnende Lilith.

Diese sucht inzwischen nach einem Gegenmittel für die Auswirkungen der magischen Pest und erfährt von dem finnischen Seuchenexperten Frans Stålheim. Sie bricht auf, ihm den Tasmanischen Teufel zu bringen.

In Lappland erreicht sie ein mysteriöser Anruf: Ihr ehemaliger Gefährte Duncan Luther, vor Monaten in Indien von Vampiren ermordet, meldet sich aus Mauretanien! Er weiß weder von seinem Tod, noch wie er nach Afrika gelangte. Indem sich Lilith eilig auf den Weg macht, verpasst sie die Ankunft eines Dr. Landers bei Stålheim. Es ist niemand anderes als Landru, der bei der Suche nach dem Gegenserum »helfen« will.

In wird sie von arabischen Häschern überfallen und von Jebal, einem jungen Mann, gerettet. Er erzählt ihr von der Oase El Nabhals, eines alten, gefürchteten Zauberers. Seine magischen Tücher werden hierzulande »für alle Lebenslagen« benutzt: um zu lieben, zu genießen, zu hassen und zu töten …

Nona, Landrus Geliebte, lebt ebenfalls in El Nabhals Oase. Sie hat den Auftrag, Duncan für Lilith bereitzuhalten. Doch El Nabhal ist eifersüchtig und will Landrus Pläne vereiteln, indem er Lilith beseitigen lässt.

Lilith drängt Jebal, sie zur Oase zu bringen. Als sie von abtrünnigen Werwölfen überfallen werden, erkennt sie Jebals wahre Identität: Auch er ist ein Werwolf, der sie zur Oase locken sollte. Sie entkommt und dringt in die Oasenstadt vor. Überraschend leicht befreit sie Duncan und flieht mit ihm.

Unterdessen tötet Nona El Nabhal, dessen Verrat sie erkannt hat, mit Hilfe eines der magischen Tücher …

 

Das zweite Leben

von Adrian Doyle

Muonio, Lappland

Keela wartete, bis ihr Mann eingeschlafen war. Dann erhob sie sich, wie sie es schon hunderte Male nachts getan hatte, um die Toilette aufzusuchen.

Aber sie ging nicht auf die Toilette.

Sie wechselte auf Zehenspitzen in den Nebenraum und nahm ein paar Sachen aus dem Schrank. Unten, im Erdgeschoss, schlüpfte sie in die Kleider. Ihr blondes Haar hing in wirren Strähnen. Das bleiche Gesicht strahlte eine Unerschütterlichkeit aus, die jeden, der »Nervenbündel« Keela näher kannte, erstaunt hätte …

In Muonio war alles etwas anders als in den Orten ähnlicher Größe dieses Landes. Die Holzhäuser, auf festem Fundament ruhend, waren weniger farbenfroh, die Menschen weniger freundlich im Umgang miteinander.

Vielleicht war der Pakasaivo schuld, der »heilige Teich«. Der Sage nach war der gewaltige See, an dessen südlichem Ende die Fjällkette begann, eine uralte Kultstätte der Samen. Selbst grausame Menschenopfer sollten auf ihm dargebracht worden sein. Flüche lasteten auf ihm und den Menschen, die hier ihr Brot verdienten.

Keela war dies alles gleichgültig. Sie lief durch helle Mittsommernacht über die holprig gepflasterten Straßen. Ihre Schritte verursachten kein Echo. Nur der stete Wind heulte leise.

Der Ort schlief. Vielleicht beobachtete der eine oder andere Einwohner hinter Vorhängen, wie Keela auch das letzte Haus der Straße hinter sich ließ und auf den Trampelpfad einbog, der hinab zum Wasser führte. Vielleicht überkam den Beobachter, der wie sie keinen Schlaf fand, eine Gänsehaut, falls er Keelas entrückte Miene bemerkte …

Ihre Gedanken kreisten nur um das eine.

Den Einen.

Sie hatte ihn zufällig im Gemischtwarenladen getroffen. Er hatte sich für teure Tuchware interessiert, von der niemand in Muonio je ein Stück in Händen gehalten hatte, und den Besitzer in eine von Sachkenntnis geprägte Diskussion verwickelt.

Dann hatten sich ihre Blicke gekreuzt …

Keela rieb sich im Laufen zwischen den Beinen. Sie stöhnte. Der Wind riss ihr den Laut von den Lippen. Es war kalt. Die Geräusche hatten zugenommen. Blätter raschelten. Äste und Gestrüpp rieben gegeneinander.

Die helle Nacht war Keela vertraut von Kindheit an. Seltsamerweise hatte sie ihr immer mehr Angst gemacht als tiefe Dunkelheit.

Heute war es anders.

Heute konnte sie nur an das eine denken. Ihre Haut prickelte. In ihrem Unterleib war ein vertrautes Ziehen, allerdings von einer Stärke, dass sie vor sich selbst erschrak. Es war, als würde sich alle Wärme und alle Feuchte des Körpers in ihrem Schoß sammeln. Im Gegensatz dazu war ihr Mund pulvertrocken und pelzig.

Keela strauchelte kurz. Ein stolzer Adler brach unmittelbar vor ihr aus dem Gehölz und hob mit mächtigem Flügelschlag ab. Die Augen des Raubvogels schienen bis auf den Grund von Keelas Seele zu dringen. Sie liebkosten und züchtigten, sie schmeichelten und unterwarfen.

Der Adler zog eine Weile seine Kreise, dann entschwand er ihren Blicken.

Sie setzte ihren Weg durch die sternlose Nacht fort.

Der steil abfallende Pfad endete am Ufer des Pakasaivo. Hohe Bäume bewaldeten den Boden rings um das dunkel spiegelnde Gewässer. Hinter einem der Stämme trat ein verwilderter Hund heraus. Er hatte ein steingraues Fell und die Augen des Adlers. Er näherte sich Keela ohne Scheu und rieb sich an ihren Beinen.

Sie bückte sich. Ihre Finger glitten durch das kurze Haar, das einen schlanken, kraftstrotzenden Körper umschloss.

Ihr Verlangen wuchs. Sie führte die Hand in den Rachen des Tieres, das nicht zubiss – das überhaupt keinerlei Aggression zeigte –, und ließ die Haut von heißem Atem streicheln.

Dann, als hätte dieser Atem sie erinnert, was weiter geschehen sollte, richtete sie sich wieder auf und ging weiter. Sie drehte sich kein einziges Mal um, spürte aber dennoch die Blicke des Hundes, bis sie den ein Stück weit auf den See hinausführenden Steg erreichte.

Das Holz der Planken war glatt vom Dunst, der wie ein Trauerflor über dem Wasser schwebte.

Keela ging bis zum Ende der Konstruktion, vorbei an sanft dümpelnden Nachen, die hier vertäut lagen.

Niemand begegnete ihr. Die Fischer hatten ihre Boote eine Meile nördlich, wo sich ein jedem Wetter trotzender, befestigter Kai befand.

Keela spähte über das Wasser.

Sie stand im Einklang mit ihrer Umgebung.

Sie hörte keine Schritte und wusste dennoch, dass der Hund mit den Augen des Adlers ihr gefolgt war.

Sie setzte sich nieder.

Ihre Füße berührten die Oberfläche des Sees. Feuchte Zungen leckten an den Sohlen. Keela hätte sich gewünscht, dass sie höher glitten und das Brennen zwischen ihren Lippen linderten.

Ihre Glieder fühlten sich plötzlich so schwer an. Es kostete Anstrengung, die Arme zu heben, anzuwinkeln.

Keela lächelte, weil es ihr dennoch gelang.

Sie wollte kein Schwächling sein.

Der See gurgelte um die Tragpfeiler des Sees. Es war, als spräche er zu ihr. Als versuchte er, sie zu überreden, zu ihm hinabzusinken.

Aber Keela war bereits versprochen.

Bedauernd versagte sie sich dem nassen Grab.

Tränen quollen aus ihren Augen und rannen über bleiche Wangen. Mit dem rechten Zeigefinger zeichnete sie eine Linie diagonal über die Innenseite ihres linken Handgelenks. Dasselbe tat sie mit dem anderen Zeigefinger auf dem anderen Handgelenk.

Dann streckte sie die Arme geradeaus, die leichter wurden mit jedem Pulsschlag, der durch ihren Körper dröhnte.

Leicht wie eine Feder, dachte Keela. Ich besiege die Schwerkraft …

Sie war nie glücklicher gewesen als in dieser schweren (leichten!) Stunde, während das Blut aus den Schnitten ihrer Armen pulste. Kein guter Tropfen fiel auf das Holz oder ins Wasser. Alles gelangte in die durstige Kehle dessen, der hinter ihr stand und sie melkte wie ein Stück Vieh auf der Weide.

Auch nachdem Keela ohnmächtig zusammensank, hörte er nicht auf zu trinken.

Zu seufzen.

Sie zu kosen …

Voll wie eine Zecke kehrte er zur Station zurück, wo Stålheim seit Tagen, einem Besessenen gleich, schuftete.

»Wo waren Sie?«, empfing ihn der Seuchenexperte in Hochstimmung und zog die Hände aus den in eine Glasbox integrierten Handschuhen, mit denen er unter sterilen Bedingungen an dem manipulierte, was ihm eine geheimnisvolle Fremde aus Sydney mitgebracht hatte.

Hector Landers zuckte die Achseln. »Mir ein bisschen die Beine vertreten, ein kleiner Imbiss …«

»Unten im Dorf? Um diese Zeit?«

»Unten im Dorf«, bestätigte der Besucher, ohne näher darauf einzugehen. »Was gibt’s Neues? Kommen Sie schon – mir können Sie nichts vormachen. Sie strahlen, als hätten Sie gerade die elektrische Glühbirne erfunden!«

»Da ist mir Freund Edison etwas zuvorgekommen«, sagte Stålheim.

»Mein Freund Thomas Alva …« Landers lächelte dunkel, als hätte er den großen amerikanischen Erfinder tatsächlich persönlich gekannt. Er versuchte Stålheims Blick zu fassen, aber der Wissenschaftler wich aus.

»Was sagen die neuesten Ergebnisse?«, fragte Landers. »Haben Sie es geschafft …?« Er trat hinter Stålheim und legte ihm die Hände auf die Schultern. »Mann, Frans, reden Sie schon! Spannen Sie mich nicht dermaßen auf die Folter!«

Stålheim lehnte sich weit von der Apparatur zurück, über die gebeugt er gearbeitet hatte. »Ohne Ihre hilfreichen Anregungen stünde ich immer noch knapp hinter der Start-, aber längst nicht auf der Ziellinie …

»Ich weiß, ich bin genial.« Landers hob die Hand und gähnte demonstrativ. Hätte Stålheim geahnt, wovon die dunklen Ränder entlang des Zahnfleisches rührten, wäre ihm der Triumph im Halse krepiert.

Aber er hatte nicht die leiseste Ahnung. Hegte nicht den leisesten Verdacht …

»Man muss sich auch in der Wissenschaft von seiner Inspiration leiten lassen«, gab Landers zum Besten. »Sie hätten es auch ganz ohne meine Hilfe geschafft – bestimmt noch in diesem Jahrtausend …«

Stålheim lächelte. Dann kratzte er sich am Kinn. »Für Höhenflüge ist es noch zu früh. Erst muss sich das Serum in der Praxis bewähren – nicht nur unter Laborbedingungen, und dann noch an Blut, das vom Organismus isoliert wurde. Ich weiß nichts über eventuelle Komplikationen.«

»Was ist mit den Versuchstieren, denen Sie erst den Erreger und dann das Serum injiziert haben?«

»Außer dem bereits beobachteten gewaltigen Schlafbedürfnis konnte ich bislang immer noch keine Nebenwirkungen erkennen.«

»Und wenn sie aufwachen?«

»Sind sie in ihrem Verhalten radikal verändert«, sagte Stålheim. »Aus Unruhegeistern werden Lethargen. Aus Faulpelzen Hyperaktive …«

»Na also! Das hört sich doch alles nach einem verdammten Erfolg an – oder was sähen Sie lieber? Dass die Tierchen drei Stunden später tot umfallen …?« Landers lachte.

Stålheim maßregelte ihn nicht, obwohl er diese Art von Humor nicht guthieß. »Natürlich nicht.«

»Wie sieht es in Sydney aus? Wann haben Sie zuletzt mit diesem Dr. Hemsfield telefoniert?«

»Vor drei Tagen. Der Zustand der ehemaligen Seuchenopfer ist unverändert.«

»Haben Sie ihm Hoffnung gemacht?«

»Das schien mir verfrüht.«

»Und nun?«

»Kann man allmählich darüber nachdenken …«

Hector Landers brachte ihn mit einer barschen Geste zum Schweigen. »Sie sind ein Narr, Stålheim! Ein übervorsichtiger Narr! Ich würde Ihnen liebend gern zeigen, wie man einen solchen Erfolg richtig vermarktet. Wie man das meiste damit herausschlägt …«

Stålheim nickte, obwohl Landers von Dingen erzählte, die dem Seuchenexperten schmeckten wie eine Schachtel faule Eier.

»… aber leider muss ich Sie noch heute verlassen … Keine Krokodilstränen, bitte.« Endlich fing er einen schweifenden Blick ein, und prompt schien Stålheim zu frösteln. »Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann einmal wieder. Vielleicht gehe ich dann auch nicht hinunter ins Dorf auf einen Happen, sondern bleibe gleich hier oben und esse mit Ihnen …«

Die gestorben sind, sind niemals fort,

sie sind im Schatten, der sich erhellt,

und im Schatten, der tiefer ins Dunkel fällt.

Sie sind in der Hütte, sie sind im Boot.

Die Toten sind nicht tot.

In der Stadt herrschte heller Aufruhr. Flüchtlinge aus El Nabhals Oase waren eingetroffen. Sie suchten Unterkünfte und Gehör. Ihre abstrusen Berichte waren Thema Nummer eins. Hinzu kamen Tumulte innerhalb des Basarviertels. Erwerber ganz spezieller »Wunscherfüller« fühlten sich betrogen, weil die teuren Tücher aus der Webstube des Magiers plötzlich ihre sämtliche Kraft eingebüßt hatten.

Lilith rechnete sich eins und eins zusammen. El Nabhal ist tot, dachte sie, obwohl sie ihn in der Oase weder tot noch lebendig gesehen hatte. Aber die dortigen Verhältnisse, noch weit chaotischer als hier, ließen kaum andere logische Schlüsse zu.

Mit Mühe und Not hatten Lilith und Duncan sich in den Flüchtlingsstrom eingereiht. Zwei entbehrungsreiche Tage hatte es gedauert, die Wüste zu überwinden. Dann waren sie in der nächstgelegenen Stadt eingetroffen, von der aus Lilith auch ihre Suche nach Duncan begonnen hatte.

Bir el Khzaïm.

Sie hatten Zeit gehabt, sich zu beschnuppern: die Untote und der Tote, wie Lilith sie beide mit jenseitigem Humor bezeichnete, obwohl zumindest sie auch noch eine lebendige Komponente besaß …

Was mit Duncan nach seinem Tod in Delhi geschehen war, konnte auch er ihr nicht beantworten. Seine Erinnerung begann hier in Mauretanien. Desorientiert war er zu sich gekommen. Im Keur Massada, dem Hotel, das sie nun bei ihrer Wiederankunft in Bir el Khzaïm mieden, weil es einmal unter der Fuchtel El Nabhals gestanden hatte. Selbst wenn dessen Einfluss mit seinem mutmaßlichen Ende versiegt war, hegte Lilith keine Ambitionen, dort abzusteigen. Sie hatten sich für eine bescheidene, flughafennahe Unterkunft namens Asta Kebe entschieden.

Seitdem schlug Lilith sich mit Rückreiseformalitäten herum.

Ironischerweise hatte »der Tote« (wie sie Duncan in Gedanken wider eigenes Wollen nannte) einen gültigen, echten Pass – sie selbst musste tricksen, wie immer.

Tricksen musste sie auch bei der Geldbeschaffung. Aber enges menschliches Moralverständnis wollte sie sich gar nicht erst angewöhnen. In dieser Hinsicht entschuldigte sie sich mit ihrem vampirischen Erbe.

Entsprechend gering waren ihre Skrupel, die Filiale einer weltweit bekannten Bank auf dem Flughafenareal aufzusuchen und sich mit großer Überzeugungskraft eine in US-Dollar und Dinar gesplittete Summe aushändigen zu lassen, die ihrer Schätzung nach für die Vorhaben der nächsten Zeit ausreichen würde.

Keinen Einfluss hatte sie auf die automatische Kamera, die den Schalterraum überwachte. Aber auf dem Videoband würde man nach der Entdeckung des Kassendefizits nicht mehr als einen verschwommenen Schemen erkennen können, der gestochen scharfe Geldbündel einsteckte und sich damit verabschiedete. Die Bankangestellte wiederum würde sich an niemanden erinnern, dem sie belegfrei eine beachtliche Summe ausgezahlt hatte …

Als nächstes besorgte sich Lilith einen Umschlag, legte Geliehenes »plus Zinsen« hinein und adressierte ihn mit den Angaben, die sie seit ihrer ersten Taxifahrt auf arabischem Boden mit sich trug. Diesen Brief gab sie auf der Post auf.

Hier funktionierte ihr Moralverständnis plötzlich wieder. Auch bei ihrer Ankunft hatte sie Bares »geliehen«&

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