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Vampira - Folge 13

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah ...
  4. Traumzeit-Dämonen
  5. Leserseite
  6. Vorschau

Lilith Eden – Tochter eines Menschen und einer Vampirin, dazu gezeugt, eine geheimnisvolle Bestimmung zu erfüllen. Für 98 Jahre lag sie schlafend in einem lebenden Haus in Sydney, doch sie ist zu früh erwacht – die Zeit ist noch nicht reif. Sie muss gegen die Vampire kämpfen, die in ihr einen Bastard sehen, bis sich ihre Bestimmung erfüllt. Dabei hilft ihr ein Kleid, das seine Form beliebig ändern kann – ein Symbiont.

Jeff Warner – der Police Detective wurde von Polizeichef Virgil Codd – einer Dienerkreatur der Vampire – in den Garten des Hauses geschickt, wo Lilith erwachte und wo seither etliche Menschen spurlos verschwanden. Doch Warner kehrt zurück – verändert. Im Auftrag des Hauses befreit er Codd vom Vampirkeim.

Beth MacKinsey – Journalistin bei einer Sydneyer Zeitung. Bei ihr fanden Lilith und ihr erster Mitstreiter Duncan Luther Unterschlupf. Mittlerweile kennt Beth Liliths wahre Identität – und hat sich, gleichgeschlechtlich veranlagt, in die Halbvampirin verliebt.

Landru – Mächtigster der alten Vampire und der Mörder von Liliths Vater. Seit 267 Jahren jagt er dem verlorenen Lilienkelch nach, dem Unheiligtum der Vampire, ohne den es keinen Nachwuchs geben kann. Landru scheint irgendeine Schuld auf sich geladen zu haben – welche, ist noch unklar.

Die Dienerkreaturen – Tötet ein Vampir einen Menschen mit seinem Biss, wird dieser kein vollwertiger Blutsauger, sondern eine Kreatur, die dem Vampir bedingungslos gehorcht. Seinerseits kann eine Dienerkreatur den Vampirkeim nicht weitergeben, benötigt aber Blut zum (ewigen) Leben und wird – anders als die Ur-Vampire – mit zunehmendem Alter immer lichtempfindlicher.

Nach den Abenteuern in Wales kehren Lilith und Beth nach Sydney zurück, wo sie eine Situation erwartet, die vor 13 Bänden ihren Anfang nahm. Daher an dieser Stelle eine Übersicht, die diese Entwicklung aufzeigt:

Lilith Eden hat die ersten 98 Jahre ihres Lebens in magischem Schlaf verbracht, behütet und abgeschirmt in einem Haus in Sydney, 333 Paddington Street. Wie ihre Mutter Creanna (die bei Liliths Geburt starb) diesen Schutzzauber bewirken konnte, ist unklar; als normale Vampirin hätte sie diese Macht eigentlich nicht besitzen dürfen.

Auch Esben Storm, ein Aboriginal-Schamane, kennt die Hintergründe nicht, weiß aber, dass dieser Zauber erschreckende Spuren hinterlassen hat, seit Lilith erwacht ist.

Es beginnt rund um das Haus. Auf dem Grundstück wuchern Pflanzen, die nicht in diesen Teil der Welt passen und teils als ausgestorben gelten. Menschen, die in den Garten eindringen, kehren nicht zurück. Auf einer Traumzeit-Reise mit Esben Storm sieht Lilith, wie sie sich die Früchte eines Apfelbaumes, der im Zentrum gewachsen ist, in den Hals schieben. Der ehemalige Detektive Jeff Warner eröffnet ihr, dass das Haus diese Menschen »rekrutiert« hat. Auch Warner gehört zu den Veränderten, die eine Mission ausführen: Sie spüren Dienerkreaturen der Vampire auf, geben ihnen ihr Menschsein zurück und machen sie zu Liliths Dienern. Sie sollen sich später mit ihr treffen und ihr im Kampf gegen die Vampire beistehen.

Inzwischen kommt es überall dort, wo Traumzeit-Relikte der australischen Schöpferwesen aufbewahrt werden, zu dramatischen Veränderungen: Eine mysteriöse, stoffliche Schwärze entsteht, die alles im Umkreis einschließt. Storm begegnet dieser Schwärze und spürt den Wahnsinn, der darin lauert; er kann sich ihr nicht weiter nähern.

Als Auslöser des Phänomens erkennt Storm das Haus 333 – doch das Gebäude wurde auf Befehl von Polizeichef Virgil Codd dem Erdboden gleichgemacht. Später wird Codd, Dienerkreatur der Vampire, von Warner mit einem der Äpfel vom Keim befreit.

Der Kreis der Veränderungen rund um die Paddington Street weitet sich aus. Stehen der Selbstmord eines Vampirs, den Lilith beobachtet hat, und ihre eigenen Suizid-Anfälle damit in Verbindung? Esben Storm kann ihr nicht beistehen – er scheint bei einem Feuer, das Landru legte, in seinem Antiquitätenladen umgekommen zu sein …

 

Traumzeit-Dämonen

von Adrian Doyle

Sydney, Stadtteil Kensington

Geoff Molyneux durchschritt unruhig die dunklen Gänge des Instituts. Er hatte Nachricht erhalten. Nachricht von den Herren.

Seit Virgil Codds kurzem Besuch vor nunmehr sieben Wochen hatte Molyneux weder zu ihnen noch zu anderen Dienerkreaturen Kontakt erhalten. Man hatte ihn mit seinen Sensationen kaltlächelnd in der Luft hängen lassen!

Das würde sich nun ändern.

Sie, die wahren Beherrscher dieser Stadt und dieses Planeten, hatten es versprochen.

Offenbar war die Sydneyer Vampir-Sippe damit beschäftigt gewesen, sich neu zu organisieren. Der Tod ihres Oberhaupts Hora, der zugleich Molineux’ »Ziehvater« gewesen war, hatte die Familie in eine schwere Krise gestürzt, von der sie sich nur langsam erholte.1)

Obwohl man Molyneux versprochen worden war, sich in Kürze mit seinen Forschungsergebnissen zu befassen, fühlte er sich immer noch weitgehend alleingelassen. Und die abstrusen Entdeckungen an den Pflanzen, die man vom Grundstück 333, Paddington Street, in sein Institut gebracht hatte, waren an seiner wachsenden Unruhe nicht ganz schuldlos.

Sie und der Leichnam.

Seit Molineux von Codd erfahren hatte, dass es sich bei der Toten um eine ehemalige Dienerkreatur handelte, war das Interesse an ihr nicht mehr erlahmt. Eine zweite Obduktion hatte jeden Zweifel beseitigt, einen Menschen vor sich zu haben. Einen zwar toten, ansonsten aber normalen Menschen – keine Kreatur, die von einem Vampir getötet und durch den Keim zu neuem, unheiligen Leben erwacht war.

So wie ich, dachte Molineux und öffnete die Tür zu der verborgenen Kammer, in der sich der Cryo-Tank mit dem schockgefrosteten Frauenleichnam befand.

Er schaltete die Beleuchtung an, um besser in den Kältesarg sehen zu können, und wischte mit dem Ärmel seines Kittels über den beschlagenen Spezialglasdeckel.

Maud Edwards lag nackt und eisig vor ihm. Ihr schiefes Gesicht übte, wie auch der Rest des Körpers, keinerlei Charme aus. Schon gar nicht auf Molyneux. Ihr Geheimnis steckte irgendwo in dieser deformierten Hülle. In ihrem Mageninhalt hatte er Reste unbekannter organischer Substanzen gefunden, die beim Eintritt des Todes noch nicht vollständig zersetzt waren. Organisch aber und was das wenige von Codd in ihren Adern belassene Blut anging, war Maud Edwards keine Kreatur, sondern einfach Mensch gewesen!

Aber Codd hatte keinen Grund, zu lügen.

Molyneux starrte eine Weile auf den froststarren, stillen Körper, dann aktivierte er die Auftauvorrichtung. Er wollte es wissen. Er wollte Maud Edwards ein drittes Mal unter sein Messer holen. Vielleicht hatte er doch etwas übersehen …

Die Sirene ließ ihn zusammenfahren.

Feuer! durchzuckte es ihn.

So schnell ihn seine Füße trugen, rannte er aus der Kammer in den Kontrollraum, wo alle Drähte innerhalb des Instituts zusammenliefen.

Ein Blick auf die Schalttafel genügte, um ihn den Ursprung des Alarms erkennen zu lassen.

Molineux stöhnte auf.

Es war die Halle, in der die »sichergestellte« Vegetation aus der Paddington Street aufbewahrt wurde!

Die unmögliche Vegetation, verbesserte er sich.

Er wusste, dass in diesem Moment auch bei der zuständigen Feuerwehr-Leitstelle ein automatischer Notruf einging. Üblicherweise wurde telefonisch rückgefragt, ehe sich der ganze Apparat verselbständigte.

Das Telefon summte.

Bevor Molyneux abhob, blickte er aus dem Fenster in Richtung des Gebäudeteils, der laut Übersichtstafel brannte. Alles sah normal aus.

»Bleiben Sie in Bereitschaft!«, stieß er in das Telefon. »Ich melde mich, wenn ich mir einen Überblick verschafft habe. Aber es sieht nach einem Fehlalarm aus!«

»Okay, wir warten.«

Molyneux legte auf. Dann verließ er im Eilschritt die Zentrale und wechselte zum vermeintlichen Brandherd. Seine Faust hieb auf den Sammelschalter, der die Neonröhren an der Decke aufflammen ließ. Es war ein Reflex, den er sich in Anwesenheit seiner menschlichen Mitarbeiter angeeignet hatte. Er selbst hätte auch hier keine künstliche Helle gebraucht. Er sah mit den Augen einer Kreatur.

Weder Feuer noch sonst ein Gefahrenherd waren zu entdecken.

Geoff Molyneux wanderte zwischen den in Plastik geschweißten Bäumen und Sträuchern entlang, unter denen sich Arten befanden, die in der australischen Flora absolut unüblich waren. Solche, die an anderen Orten der Erde längst ausgestorben waren. Und solche, die völlig unbekannt waren. Überall auf der Welt!

Botanische Sensationen ersten Ranges …

… über die ich nicht sprechen darf, dachte Molyneux ohne Bitterkeit. Enthusiasmus war etwas, das er in seiner früheren Existenz zurückgelassen hatte.

Eine dieser Pflanzen, so hatte Virgil Codd ihm berichtet, hatte Bürgermeister Al Weinberg (auch ein Diener) angegriffen und ihm dort, wo die Schlinge über sein Bein gelaufen war, das untote Fleisch weggeätzt. Wie und warum, konnte Molyneux bis heute nicht beantworten. Er hatte keinen Aggressionstrieb an der hier deponierten Vegetation feststellen können.

In diesem Moment ging ein Sturm durch die Halle!

Aus »heiterem Himmel« schlug die Stimmung um. Infernalisches Brausen erfüllte die Luft, die orkangleich an Molyneux und den aufbewahrten Pflanzen zu zerren begann. Die Lampen an der Decke zerbarsten. Glassplitter regneten herab.

Molyneux’ Sinne »schalteten um«.

Er sah und hörte die transparenten Kunststoffhüllen um die Gewächse zerreißen. Wind schlug ihm wie warmer, fauliger Atem entgegen und durchzauste sein Haar. Wind, der sprunghaft heißer wurde und irgendwo hinter ihm die bis dahin noch offenstehende Sicherheitstür ins Schloss warf.

Molyneux zuckte herum.

Die Hitze bäumte die durcheinanderflatternden Plastikplanen auf, verformte sie. Freigelegte Blätter verloren ihr Grün. Ein paar besonders zarte Exemplare fingen Feuer!

Obwohl Molyneux nicht begriff, was hier passierte, ahnte er doch, dass ein Vorläufer dieses Sturmatems die Feuermelder aktiviert hatte.

Er warf sich herum.

Alles ging höllisch schnell.

Die Hitze hatte einen Grad erreicht, der Molyneux’ Kopfhaare, Augenbrauen und Wimpern kräuselte und seine Haut zusammenzuziehen begann.

Er rannte.

Er blickte nicht mehr hinter sich, wo Rauch aufstieg und erste Sträucher verdorrten und in Flammen aufgingen.

Mit Mühe erreichte er die zugeworfene Tür.

Er war zu keiner Panik fähig, aber als er die Finger auf die glühende Klinke legte und in Kauf nahm, dass seine Hand verschmorte, empfand er zumindest Bestürzung darüber, dass sie sich nicht öffnen ließ.

Er zog die Hand zurück. Sie stank. Sie sah aus wie sein Gesicht, von dem sich die Haut zu schälen begann.

Mit verkohlenden Fäusten hämmerte er gegen die Stahltür. Der hallende Klang, der nicht völlig im Brausen des Sturms unterging, erinnerte ihn daran, dass niemand da war, der ihm öffnen konnte. Und bis die Feuerwehr reagierte, würde nur noch das von ihm übrig sein, was hinter ihm bereits aus den ersten Pflanzen wurde.

Asche.

Die Tür war der einzige Fluchtweg in erreichbarer Nähe. Ganz am anderen Ende der Halle gab es einen zweiten Ausgang, den er unter diesen Bedingungen nicht mehr erreichen würde. Und die Fenster, die nun nacheinander unter der Hitze barsten, lagen viel zu hoch …

Molyneux rutschte neben der Tür an der noch leidlich kühlen Wand herab. Auch der Boden schien angenehm kühl.

Aber die Luft kochte!

Für eine endlose Sekunde glaubte Geoff Molyneux in einer absurden Anwandlung, den Todesschrei aus hundert imaginären Pflanzenkehlen zu hören.

Dann ereignete sich ein Wunder, das durch Rauch und Flammengeprassel an seine Sinne drang: Die schwere Stahltür wurde von draußen aufgestoßen!

Der hereinfahrende Luftzug entfachte die Feuerhölle noch stärker. Aber Molyneux kauerte direkt neben der Öffnung. Er war gerettet. Er …

In dieser Sekunde erkannte er die im Türrechteck auftauchende Gestalt.

Molyneux bedauerte, keinen Gott zu haben, den er hätte anrufen können. Er hockte nur da, auf allen Vieren, umschmeichelt von glosender Hitze, und begann zu begreifen, dass sein vermeintlicher Rettungsanker eine Fata Morgana war.

Maud Edwards tappte mit ungelenken Bewegungen in die Halle und warf sogleich die Tür wieder wuchtig hinter sich zu.

Ihre toten Augen verdorrten im nächsten Hitzestoß.

Die in ihrem Körper gespeicherte Kälte half drei Sekunden. Dann schälte sich auch ihre Haut. Ihr Haar verpuffte.

Sie stellte sich neben Molyneux und reichte ihm in einer grausam-zynischen Geste die Hand.

Dann verbrannten sie.

Gemeinsam …

Tasmanien

Die Wipfel der riesigen Grasbäume sahen aus wie die verwilderten Frisuren unwirklicher Fabelgestalten. Im Morgennebel waren sie ihnen erstmals begegnet. Nach einem zweistündigen Marsch vom Fuß des Mount Reid aus. Aber auch Stunden später, der Dunst hatte sich längst gelegt, übte der Anblick der rot-grün verfärbten Riesengräser ungebrochenes Staunen aus.

Die tasmanische Insel war ein Paradies für Biologen und Botaniker. Tira Fairchild und Tyler Gravis hatten ein Jahr auf diese Reise gespart. Sie waren beide an der Bostoner Universität beschäftigt und ohne offiziellen Forschungsauftrag hier. Das Universitäts-Budget war zu klein, um jede Extravaganz zu finanzieren. Aber immerhin hatte man ihnen nach längerem Bemühen zwei Monate unbezahlten Urlaub bewilligt.

Die einzige Hoffnung, den Verdienstausfall und die sonstigen Kosten einigermaßen zu kompensieren, war, dass sie ein paar seltene Arten am Zoll vorbei in die USA einschmuggeln und dort an ihr oder ein anderes Institut verkaufen konnten. Selbst wenn es nur die Samen solcher Raritäten waren. Dass dies illegal war, machte ihnen (noch) kein Kopfzerbrechen. Ihr eigentlicher Traum war natürlich, nicht nur seltene, sondern unbekannte Pflänzchen zu entdecken.

Tira sah auch mit dem schweren Trekking-Rucksack blendend aus. Sie hatte ein klares, von weichen, vollen Lippen dominiertes Gesicht, das durch den kahl geschorenen Kopf noch mehr zur Geltung kam. Sie war eine begeisterte Anhängerin seichter Popmusik und hierbei auch nach Jahren noch angetan von Sinead O’Connors Sentimental-Song Nothing compares to you.

Sineads »Frisur« aus dem gleichnamigen Video hatte Tira zum Anlass genommen, noch am gleichen Tag zum Friseur zu rennen. Ihr »wilder Ehemann«, wie sie ihn zu necken pflegte, weil sie seit ihrer Studentenzeit ohne Trauschein zusammenlebten, hatte gute Miene zum Spiel gemacht, zumal Tira eindeutig schönere Ohren als ihr irisches Vorbild besaß …

Als sie unvermittelt stehenblieb und mit ausgestrecktem Arm hinunter ins Tal blickte, war Gravis zunächst mehr an ihr als an der grandiosen Aussicht interessiert.

Doch dann sog auch er die Schönheit der in voller Blüte stehenden Australheide in sich auf. Sie bedeckte weite Talausläufer des Mount Reid, während sich dort, wo sie standen, und darüber hinaus die Berglandschaft in »Etagen« veränderte und alle paar hundert Höhenmeter ein komplett anderes Gesicht annahm. Bis hinauf in Gipfelhöhe, wo sich ein paar außergewöhnliche Eukalypten, »Snow Gums« genannt, sogar gegen Minusgrade behaupteten.

Von Sydney aus hatten sich die beiden Botaniker mit einem Fährboot zur schroffen Westküste Tasmaniens bringen lassen und die erste Nacht in Strahan, einem Achthundert-Seelen-Fischerdorf, verbracht. Man war ihnen, den Fremden, nicht gerade offenherzig begegnet, hatte ihre »Devisen« aber nicht verschmäht.

»Aussies« aus Sydney hatten sie gewarnt, die »Tassies« seien ein ganz eigener Menschenschlag. Nach dem hochfreundlichen Empfang im weltoffenen Sydney hatten sie sich darüber im Vorfeld nicht allzu viele Gedanken gemacht. Mittlerweile waren sie jedoch froh, den kantig-derben Dorfbewohnern den Rücken gekehrt zu haben. Besonders Tira, vom Wesen her immer scherzend aufgelegt und das Herz auf der Zunge tragend, hatte sich in Strahan eingeengt gefühlt wie noch nie in ihrem Leben. Hier oben, in der Einsamkeit der Wildnis, blühte sie wieder sichtbar auf.

Wie die Australheide …

Gravis schmunzelte erleichtert. Er liebte gerade Tiras Frische und Humor. Sie waren beide dreißig Jahre alt, und das Leben hielt noch vieles bereit, was sie gemeinsam entdecken konnten.

Irgendwie ergab es sich von selbst, dass er zu ihr trat, ihr Gesicht zwischen die Hände nahm und sie anhaltend und zärtlich wie schon lange nicht mehr küsste. Mehr als eine Minute »kommunizierten« nur ihre Zungen miteinander. Schweigend. Als Gravis seine Lippen von ihrem Mund löste, lächelte sie weich.

Eine Weile setzten sie den Weg Hand in Hand fort, bis der Pfad es nicht mehr zuließ. Schließlich verließen sie ganz die ausgetretenen Wege und marschierten aufs Geratewohl, nur mit Blick auf den Kompass, weiter.

Gegen Abend schließlich erreichten sie einen Wald aus Huon-Kiefern, günstig gelegen, um von hier aus Streifzüge in die Naturvielfalt der Umgebung zu unternehmen. In der Nähe entsprang sogar eine saubere Quelle.

Sie einigten sich darauf, innerhalb dieses knapp einen Hektar großen Wäldchens ihr Basislager aufzuschlagen und am nächsten Tag ernsthaft mit ihren Erkundungen zu beginnen.

Der Marsch hatte sie hungrig gemacht und auch erschöpft. Tira nickte nur, als ihr Lebensgefährte sich gleich nach dem kalten Konserven-Dinner entschuldigte und sich ins gemeinsame Zelt zurückzog. Ihre Enttäuschung darüber, dass sie zwar auch müde war, sich aber nach dem zärtlichen Intermezzo bei den Grasbäumen einen etwas anderen Verlauf des Abends erhofft hatte, ließ sie sich nicht anmerken …

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