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Vampira - Folge 11

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah ...
  4. Hinter den Spiegeln
  5. Leserseite
  6. Leserbild von Roger Szilagyi
  7. Vorschau

Lilith Eden – Tochter eines Menschen und einer Vampirin, dazu gezeugt, eine geheimnisvolle Bestimmung zu erfüllen. Für 98 Jahre lag sie schlafend in einem lebenden Haus in Sydney, doch sie ist zu früh erwacht – die Zeit ist noch nicht reif. Sie muss gegen die Vampire kämpfen, die in ihr einen Bastard sehen, bis sich ihre Bestimmung erfüllt. Dabei hilft ihr ein Kleid, das seine Form beliebig ändern kann – ein Symbiont.

Jeff Warner – der Police Detective war einer jahrhundertealten Serie von Genickbruch-Morden auf der Spur. Als er Polizeichef Virgil Codd darüber informierte, wurde er von diesem – einer Dienerkreatur der Vampire – in den Garten des Hauses geschickt, wo Lilith erwachte und wo seither etliche Menschen spurlos verschwanden. Doch Warner kehrte zurück – verändert. Nun dient er offenbar dem Haus.

Beth MacKinsey – Journalistin bei einer Sydneyer Zeitung. Bei ihr fanden Lilith und ihr erster Mitstreiter Duncan Luther Unterschlupf. Mittlerweile kennt Beth Liliths wahre Identität – und hat sich, gleichgeschlechtlich veranlagt, in die Halbvampirin verliebt.

Landru – Mächtigster der alten Vampire und der Mörder von Liliths Vater. Seit 267 Jahren jagt er dem verlorenen Lilienkelch nach, dem Unheiligtum der Vampire, ohne den es keinen Nachwuchs geben kann. Landru scheint irgendeine Schuld auf sich geladen zu haben – welche, ist noch unklar.

Tom Grimaldi – ein 16-jähriger Junge, der mit einer Freak-Show durch England zieht. Er ist durch eine seltene Krankheit vergreist, hat nur noch wenige Jahre zu leben.

Die Dienerkreaturen – Tötet ein Vampir einen Menschen mit seinem Biss, wird dieser kein vollwertiger Blutsauger, sondern eine Kreatur, die dem Vampir bedingungslos gehorcht. Seinerseits kann eine Dienerkreatur den Vampirkeim nicht weitergeben, benötigt aber Blut zum (ewigen) Leben und wird – anders als die Ur-Vampire – mit zunehmendem Alter immer lichtempfindlicher.

Jeff Warner, der kein Mensch mehr zu sein scheint, eröffnet Lilith, dass das Haus ihr frühes Erwachen akzeptiert hätte und nun Helfer für sie rekrutiert – ehemalige Dienerkreaturen, denen durch Äpfel aus dem Garten des Hauses ihr Menschsein zurückgegeben wird. Auch Virgil Codd macht Bekanntschaft mit einer dieser Früchte.

Außerdem teilt Warner ihr mit, wo die Spur des Lilienkelches, dem Landru seit 267 Jahren nachjagt, damals endete: in Llandrinwyth, einem Dorf im Südwesten Englands.

Dort angekommen, finden Lilith und Beth jedoch keine Spur des Dorfes, nicht einmal Ruinen. Dann entdeckt Lilith einen graslosen Flecken Erde, der jedes Lebewesen magisch ablenkt – man kann nur unter größter Mühe darauf zugehen.

Lilith – und später auch Beth – überwinden den Zauber und finden sich in dem verschwundenen Dorf wieder, nicht ahnend, dass sie nicht die ersten sind: Tom, Mitglied einer Freak-Show, ist ebenfalls in das Dorf geraten. Hier ist alles tot – sogar die Zeit selbst scheint nicht mehr zu existieren. Das Zentrum von Llandrinwyth ist gut erhalten, zu den Rändern hin herrscht zunehmender Verfall. Das zeigen auch die Verwesungsstadien der Leichen. Trotzdem sind die Toten nicht so tot, wie sie sein sollten: Sie erheben sich und attackieren die beiden Frauen, die sich in eine Kirche im Zentrum retten, von der jedoch keinerlei christliche Ausstrahlung ausgeht.

Es ist das Gotteshaus des Pfarrers Owain Glyndwr, der vor zweieinhalb Jahrhunderten hier gegen eine Hexe kämpfte, die eines Tages ins Dorf kam und ein Neugeborenes stahl. Der Pfarrer und der Schmied holten es zurück und töteten die Hexe – jedenfalls dachte Glyndwr das. Doch die Teufelin hatte die Gestalt des Schmieds angenommen und suchte ihn in der darauffolgenden Nacht mit einem lilienförmigen Kelch in seiner Kirche heim. Damals geschah etwas, das zum Untergang von Llandrinwyth führte.

Und das sich anscheinend in einem Spiegel in den Privaträumen des Priesters manifestiert hat. Denn Lilith erkennt plötzlich den Kelch hinter dem Glas – und wird, als sie danach greift, in den Spiegel hineingezogen!

 

Hinter den Spiegeln

von Adrian Doyle

Die gespenstische Szene wiederholte sich immer und immer wieder vor Liliths geistigem Auge: Sie trat vor den Spiegel der Dorfpfarrei und sah sich selbst in gestochener Schärfe. Das bleiche, anmutige Gesicht mit den hohen Wangenknochen. Die leicht schrägstehenden, grünen Augen. Die volle schwarze Haarmähne …

Doch dann verwischte das Bild unvermittelt und wurde von der Darstellung des Lilienkelchs abgelöst. Das Unheiligtum der Vampir-Rasse, dem Liliths Suche galt!

In einem Reflex hatte sie danach gegriffen – und war in den Spiegel eingetaucht. Zunächst nur mit Händen und Armen, dann aber mit Haut und Haar und ganzer Seele!

Der nicht mit einem Zeitmaß auszulotende Moment der »Spiegelpassage« war mit nichts vergleichbar, was Lilith jemals zuvor erlebt oder auch nur erträumt hatte.

Sie stürzte auf der anderen Seite hart zu Boden, richtete sich aber sofort wieder auf. Dabei erkannte sie beiläufig, dass der Symbiont an ihrem Körper seine Form geändert hatte. Unmittelbar vor oder während des Sturzes durch das vermeintlich feste Glas. Er ähnelte jetzt einem sehr freizügig dekolletierten »Schnürbody« mit Handschuhen, die über die gesamte Armlänge daran anschlossen.

Die Kammer, in der sie sich befand, sah auf den ersten Blick wie jene aus, die sie gerade auf diesem ungewöhnlichen Weg verlassen hatte.

Die Details machten den Unterschied.

Beth war verschwunden!

Elisabeth »Macbeth« MacKinsey, die rührige Reporterin des Sydney Morning Herald, hatte Lilith als Freundin nach Wales begleitet. Auf den Spuren jenes magischen Kleinods, das Lilith vorhin innerhalb der Spiegelfläche erkannt und zu greifen versucht hatte.

Der Lilienkelch war seit 267 Jahren verschollen. Der Vampir Landru suchte ihn seit dieser Zeit mit an Besessenheit grenzendem Eifer. Aus gutem Grund. Der Kelch war unabdingbar mit dem Fortpflanzungsritual echter Vampire verknüpft. Seit rund zweieinhalb Jahrhunderten gab es keinen neuen »echten« Nachwuchs mehr für die Alte Rasse, die die nichtsahnende Menschheit seit vielen Jahrtausenden in ihrer Evolution begleitete. Wie Schatten, die zu werfen sie nicht imstande waren.

Auch keine Spiegelbilder – und doch hatte Lilith sich, anders als gewohnt, in dem Spiegel der Pfarrei von Llandrinwyth gestochen scharf sehen können. Obwohl auch ihre Gene denen der Alten Rasse näherstanden als denen der Menschen!

Nervös wandte sie sich dem Spiegel zu und fragte sich, ob sie nicht Opfer einer Halluzination geworden war. Dafür, dass Beth den Raum verlassen hatte, konnte es eine normale, harmlose Erklärung geben – wenngleich Lilith sich nicht vorstellen konnte, dass Beth hinausgegangen wäre, ohne ihr Bescheid zu sagen.

Eine weitere Erkenntnis brannte sich förmlich in Liliths Verstand. Noch etwas außer Beth’ Abwesenheit hatte sich – und dies radikal – verändert:

Das allgegenwärtige, purpurne Zwielicht war verschwunden!

Lilith hatte zunächst nicht darauf geachtet, weil ihre Sehweise im Finsteren zwar problemlos, aber auch wie mit einem schwach rötlichen Schleier funktionierte.

Und es war dunkel! Stockdunkle Nacht, wie ein Blick aus dem kleinen, vergitterten Fenster der Kammer endgültig bewies …

Zwei Möglichkeiten, dachte die Halbvampirin. Entweder der Purpur ist erloschen – oder ich befinde mich wirklich woanders … jenseits des Spiegels …

Sollte ihr ursprüngliches Gefühl, auf die andere Seite gerutscht zu sein, tatsächlich stimmen?

Die andere Seite wovon?

Eines Spiegels …?

Der Gedanke erschien absurd. Es handelte sich um nichts anderes als speziell geschliffenes, reflektierendes Glas. Es gab nur eine Seite. »Hinter« einem Spiegel war die Wand – oder woran immer man ihn befestigte!

Lilith stellte sich dicht vor den prunkvollen Spiegel, der ihr immer noch seltsam unpassend für diese sonst so schlicht gehaltene Pfarrkirche erschien. Davon abgesehen hatte er offenbar seine Spiegelkraft eingebüßt. Ein Netz unzähliger, unendlich feiner Risse schien das blind gewordene Glas zu durchziehen. Er reflektierte nichts mehr. Hatte Lilith ihn zerstört, als sie durch ihn hindurch ging?

Es wurde immer unbegreiflicher.

Dann sah sie, dass er doch nicht völlig stumpf geworden war. Etwas zeichnete sich in Umrissen immer noch darin ab, wenn auch bei weitem nicht mehr in der täuschend realen Pracht, die Lilith dazu animiert hatte, danach zu greifen.

Der Lilienkelch war als Kontur hinter den Rissen immer noch erkennbar!

Liliths fuhr mit den Fingern über den Spiegel und stellte zu ihrer weiteren Verblüffung fest, dass auch die Risse zurückversetzt hinter der Oberfläche zu liegen schienen. Das Glas selbst war völlig glatt und eben. Ohne den geringsten Makel!

Auf jeden Fall aber war es fest. Niemand konnte darin eintauchen! Sie musste geträumt haben!

Lilith beschloss, sich letzte Klarheit zu verschaffen, indem sie Beth ausfindig machte.

Sofort nach Verlassen des Priestergemachs fühlte Lilith einen Druck auf der Brust, der ihr zuvor nicht bewusst gewesen war.

Gleichzeitig spürte sie die veränderte Atmosphäre innerhalb der Kirche.

Lilith hatte keine der üblichen Schwierigkeiten gehabt, in Beth’ Begleitung das Gotteshaus zu betreten. Die christlichen Symbole der Kirche, die sich inmitten des Dorfes der Toten erhob, hatten in keiner Weise auf sie reagiert – und Lilith nicht auf sie. Lilith hatte sich über die Neutralität gewundert, sie aber dankbar hingenommen.

Auch jetzt empfand sie nicht die Pein und Bedrohlichkeit, die von christlichen Monumenten auf sie ausging. Dafür spürte sie etwas abgründig Negatives, das sich plötzlich in den hohen Mauern manifestiert zu haben schien. Leider entzog es sich zunächst näherer Betrachtung, sodass Lilith sich zunächst auf ihre Suche nach Beth konzentrierte.

Nachdem sie im privaten Bereich der Pfarrei nicht fündig geworden war, strebte sie durch den Korridor nach vorn ins Kirchenschiff. Mit jedem Schritt wuchs das Gefühl unsichtbarer Bedrohung, und als Lilith aus dem Zwischengang treten wollte, der, wie sie wusste, in den Altarbereich mündete, sah sie, was sie bereits auf Distanz und durch dicke Mauern gespürt hatte.

Die gesamte Altarzone hatte sich verändert.

Nein, sie war verschwunden!

Lilith atmete unbewusst schneller, als sie aus dem Korridor trat und ihren Fuß unter das Kirchengewölbe setzte. Mit einer Mischung aus Staunen und Entsetzen blieb sie stehen und starrte gebannt auf das »rotierende Nichts«, das den Altar verschlungen hatte. Das Phänomen ähnelte einer Windhose, die sich mit Titanengewalt über Landstriche hinwegbewegt und dabei unermessliche Zerstörung anrichtet. Nur dass dieser Wirbel sich scheinbar stabil zwischen Decke und Boden »spannte« und nicht erkennen ließ, was sich in seinem schlauchartigen Innern verbarg.

Falls überhaupt irgendetwas diesen Gewalten hatte standhalten können!

Als Lilith genauer hinschaute, glaubte sie einen Hauch von Purpur zu erkennen, der diesem unheimlichen Gebilde anhaftete. Aber sie konnte sich täuschen, weil sie schon die ganze Zeit nach einem Überbleibsel der vermissten Röte suchte.

Vorsichtig stahl sie sich an dem Phänomen vorbei. Sie konnte nicht sagen, warum, aber sie stufte es als Ursache für alle Veränderungen ein, die sie bislang erkannt hatte. In ihrem Bauch formte sich ein Klumpen, als sie sich vorstellte, dass sie Beth vielleicht nur deshalb nirgends fand, weil die Freundin vor ihr auf diese unerklärliche Struktur aufmerksam geworden – und von ihr verschlungen worden war!

Wie ich von dem Spiegel …

Sie erreichte ungefährdet das schwere Kirchenportal, das sie selbst verschlossen hatte, ehe sie mit Beth in die private Kammer der Pfarrei gewechselt war. Kurz nach ihrer Flucht vor den lebenden Toten, die sich unten im Dorf aufhielten, aber nicht zur Kirche heraufzukommen schienen.

Nun war das Tor entriegelt.

Ein neuer Hoffnungsschimmer, dass Beth doch kein Opfer dessen, was sich in der Altarzone aufgebaut hatte, geworden sein musste.

Lilith trat ins Freie unter einen sternklaren Himmel.

Und sah sich mit der bislang größten Überraschung konfrontiert:

Nicht nur Kirche, Luft und Himmel – ganz Llandrinwyth hatte eine unübersehbare Verwandlung durchgemacht!

Lilith blickte von der Erhebung aus über einen Ort, der keinerlei Spuren des Zerfalls mehr aufwies und wo hinter einigen Fenstern der geduckten Häuser sogar Licht brannte!

Diese Entdeckung löste etwas aus, was Lilith durch Beth’ Blutopfer fürs erste überwunden zu haben glaubte.

Gier!

Gier in einer Form, dass binnen weniger Sekunden kaum noch andere Gedanken möglich waren als solche, die sich mit dem Stillen ihres brennenden Durstes beschäftigten …

Der Tote bleckte die Zähne, und dem sechzehnjährigen Tom Grimaldi rutschte das Herz in die Hose. Hätte er richtige Haare – nicht nur diesen abscheulichen Flaum – besessen, sie hätten ihm spätestens jetzt zu Berge gestanden!

Der Junge, der an »Progeria infantilis« litt, was zur frühen Vergreisung seines Körpers geführt hatte, riss abwehrend die Arme nach oben.

Er stand immer noch am Fenster, von wo aus er die beiden Frauen zur Kirche hatte hinaufhetzen sehen. Diese beiden und er waren bis dahin das einzig Lebendige gewesen, was Tom hier (wo immer »hier« liegen mochte) zu Gesicht bekommen hatte.

Zunächst hatte er geglaubt, schlichtweg gestorben zu sein.

Solche wie er starben meist an Herzversagen. Das ging, so sagte man, schnell und relativ schmerzlos.

Schmerzen hatte er an diesem Tag nach Fees überraschendem nächtlichen Besuch überhaupt nicht gespürt. Zum ersten Mal, seit er denken konnte, war der Altersschmerz weg gewesen. Wie fortgeblasen! Auch die Schwäche hatte ihn verlassen, sodass er seinen Vater überreden konnte, in Begleitung der Langen Paula einen Spaziergang zu unternehmen. In der Umgebung von Mallwyd, wo die wandernde Monstrositäten-Schau gerade gastierte.

Tom erinnerte sich nur noch, in strahlendem Sonnenschein übermütig durch das Heidekraut gerannt zu sein – und dann war von einem Lidschlag zum nächsten alles anders gewesen.

So anders, dass er im Purpurlicht zwischen den plötzlich entstandenen Gebäuden zunächst geglaubt hatte, gestorben und in eine Art Zwischenreich gewechselt zu sein.

Vielleicht ins Jenseits selbst.

Spätestens der Fund des ersten Toten hatte diese These zum Einsturz gebracht.

Aber diese Tote – eine Bäuerin hinter einer Mistkuhle – war wenigstens tot geblieben, sodass das erste Entsetzen irgendwann abklang.

Der Tote, der jetzt vor Tom stand, war hingegen etwas, das er nie für möglich gehalten hatte. Obwohl Fäulnis das Fleisch stellenweise bereits weggefressen hatte, war die Leiche aus eigener Kraft aus ihrem Bett gekrochen und hatte sich an Tom herangeschlichen!

Der Junge starrte sekundenlang wie hypnotisiert in die leeren Augenhöhlen der Gestalt, die zwar langsam, aber beharrlich auf ihn zu tappte und sein Zögern nutzte, um noch näher zu kommen.

Erst als die Finger, deren Spitzen ebenfalls längst abgefault waren und den blanken Knochen erkennen ließen, nach ihm griffen, reagierte Tom.

Mit einem Schrei stieß er sich von der Wand ab und wollte an der nicht sehr behänd wirkenden Gruselgestalt vorbei zur Tür flüchten.

Er war auch fast vorbei, als sich eine der Totenhände in seine Jacke und tiefer bis in seinen Rücken grub.

Diesen Schmerz kannte Tom noch nicht.

Es war, als würden sich die Knochenfinger in sein Fleisch bohren und versuchen, sein Rückgrat zu umschließen, damit sie es mit Brachialgewalt brechen konnten …!

Er wusste sich in seiner Not nicht anders zu helfen, als auszukeilen wie ein störrischer Gaul. Sein linker Schuh traf den Toten in Hüfthöhe. Hart genug, um die morschen Knochen wie ein Springmesser zusammenklappen zu lassen.

Sofort löste sich auch der Griff in Toms Rücken.

Der Junge taumelte nach vorn, ohne zu einem Gefühl der Erleichterung fähig zu sein. Er wollte nur hinaus.

Und dann klemmte die Tür, während der Tote sich erneut hinter ihm aufzurichten versuchte, es nicht ganz schaffte, sondern wegknickte, dann aber auf allen Vieren die Verfolgung aufnahm.

Tom blickte kreidebleich hinter sich und sah, wie das Verhängnis näher kam. Die Tür gab nicht nach. Er riss und zerrte mit aller Kraft daran.

Erfolglos.

Voller Ekel sah Tom eine Art Schleim aus dem Mund des Toten triefen. Seltsamerweise strömte keinerlei Gestank davon aus.

Tom gab die Tür auf, als der Tote ihn fast erreicht hatte. Er hetzte nach links, wo ein kleines Fenster lag, das er fahrig öffnete und dessen geschlossenen Holzladen er nach draußen stieß.

Das Scharren auf den Holzdielen verriet ihm, dass der Verfolger dicht hinter ihm war.

Tom zog sich mit aller Kraft seiner dürren Arme nach oben ins offene Fensterkreuz, bleib aber an irgendetwas hängen. Einem Nagel, den vermutlich der Tote selbst noch zu Lebzeiten hier hineingehämmert hatte!

Zur Hälfte drinnen, zur Hälfte draußen, steckte Tom fest. Seine Beine strampelten frei in der Luft. Seine Arme ruderten.

Hinter ihm versuchte der Tote sich an der glatten Wand hochzuziehen. Knochen schabten über den Stein. Tom schlug das Herz bis in die Kehle.

Er schrie um Hilfe. Aber er wusste, dass keine Hilfe kommen würde. Er war allein. Die Mauern der Pfarrkirche waren dick wie bei einer Festung. Dort würde ihn niemand hören. Und hier unten waren nur … Tote!

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